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	<title>Julia Coufal &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>FerienjobberIn oder doch FerialpraktikantIn?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/08/13/ferienjobberin-oder-doch-ferialpraktikantin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Coufal]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Aug 2018 11:04:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2018/04]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist wieder so weit: Sommer, Sonne, Ferienzeit. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gehen in den Monaten Juli, August und September einem Ferienjob nach. Ferienjob ist nicht gleich Ferienjob. Zunehmend mehr Jugendlichen wird in den Lehrplänen vorgeschrieben, ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Wird im Sommer aber freiwillig gearbeitet, handelt es sich meist um einen Ferial- [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_5693" aria-describedby="caption-attachment-5693" style="width: 900px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-5693" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL.jpg" alt="Foto: lightpoet, Fotolia.de" width="900" height="600" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL.jpg 900w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/07/Fotolia_27129391_XL-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-5693" class="wp-caption-text">Foto: lightpoet, Fotolia.de</figcaption></figure>
<p><strong>Es ist wieder so weit: Sommer, Sonne, Ferienzeit. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gehen in den Monaten Juli, August und September einem Ferienjob nach.</strong></p>
<p><span id="more-5673"></span>Ferienjob ist nicht gleich Ferienjob. Zunehmend mehr Jugendlichen wird in den Lehrplänen vorgeschrieben, ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Wird im Sommer aber freiwillig gearbeitet, handelt es sich meist um einen Ferial- bzw. Ferienjob. Die häufigsten Gründe hierfür sind der Wunsch, sich etwas Geld dazuzuverdienen und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln.</p>
<p><strong>Grauzone Praktikum</strong><br />
Generell darf in Österreich ab dem 15. Lebensjahr erstmals gearbeitet werden. Während Pflichtpraktika arbeitsrechtlich eine Grauzone darstellen, sind Ferienjobs als befristete Arbeitsverhältnisse zu bewerten. Die SchülerInnen und Studierenden sind somit DienstnehmerInnen im Sinne des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes und unterliegen den geltenden Kollektivverträgen (KV). Doch Achtung bei dem Begriffs-Wirrwarr: Ein Ferialpraktikum ist im Grunde dasselbe wie ein Pflichtpraktikum und nicht zu verwechseln mit dem Ferial- bzw. Ferienjob. Beim Ferialpraktikum steht der Lern- und Ausbildungszweck im Vordergrund und es ist nur unfallversicherungspflichtig. Generell gilt, das Praktikum ist kein arbeitsrechtlicher Begriff, auch wenn dank der Bemühungen der Gewerkschaft die Hälfte der KVs für Angestellte „Praktika“ inzwischen berücksichtigen.</p>
<p>Besonders beliebt sind Ferienjobs bei SchülerInnen. Eine aktuelle Studie des Österreichischen Instituts für Berufsbildungsforschung (ÖIBF) beauftragt von der AK über „Bezahlte Erwerbstätigkeit von SchülerInnen in Wien“ zeigt, dass 27 Prozent der über 1.000 befragten SchülerInnen im Sommer 2016 berufstätig waren. Obwohl die Anmeldung bei den zuständigen Gebietskrankenkassen verpflichtend ist, war dies nur bei 74 Prozent der SchülerInnen der Fall. Ähnlich sehen die Ergebnisse einer vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2015 aus. Von den knapp 3.000 befragten SchülerInnen waren rund 33 Prozent im Sommer 2014 erwerbstätig und nur 66 Prozent von ihnen wurden ordnungsgemäß angemeldet. Auch einen Arbeitsvertrag haben viele von ihnen nie zu Gesicht bekommen. Der in den beiden Studien ermittelte Stundenlohn betrug durchschnittlich acht Euro.</p>
<p><strong>Unwissenheit wird ausgenutzt</strong><br />
Es wird anhand der Studien deutlich, dass viele Unternehmen die Unwissenheit der erstmals Berufstätigen ausnutzen oder es vielleicht teilweise selbst nicht besser wissen. Um dem entgegenzuwirken, setzen Gewerkschaft und AK auf Aufklärungsarbeit. So findet man auf der Website der AK „10 Tipps für FerialjobberInnen“. Die GPA-djp-Bundesjugend bietet die „Ferienjob Toolbox“ zum Download an.<br />
Es geht aus den Studien aber auch hervor, dass der Wirkungsbereich der Sozialpartner noch ausbaufähig ist. 2014 gaben 22 Prozent und 2016 noch 15 Prozent der befragten SchülerInnen an, über die AK und deren Tätigkeitsbereiche nichts zu wissen.<br />
Doch wie sieht die Realität von FerienjobberInnen derzeit aus? Wir haben uns mit der 16-jährigen Melanie getroffen. Sie ist AHS-Schülerin in einem Wiener Gymnasium und absolviert derzeit ihren allerersten Ferienjob. Sie ist in der kaufmännischen Abteilung einer großen internationalen Firma mit Sitz in Wien- Simmering untergebracht. Ein Bewerbungsgespräch musste die Schülerin nicht absolvieren, denn zu dem Praktikum kam sie über ihren Vater, der dort langjähriger Angestellter ist. In beiden oben genannten Studien waren der monetäre Aspekt, Interesse an der Branche und das Sammeln praktischer Berufserfahrung die ausschlaggebenden Motive für die Bewerbung als FerienjobberIn. So auch bei Melanie, die ihr eigenes Geld verdienen möchte und erste Erfahrung sammeln will.<br />
Auf die Frage, ob und wann sie ihren Arbeitsvertrag erhalten hat, antwortet sie „ungefähr zwei Wochen, bevor mein Job losgegangen ist, und ja ich hab ihn gelesen“. Erhalten hat sie Zusage und Vertrag per Mail, diese zeigt sie uns auch. Der Vertrag enthält auf einer A4-Seite nur ein paar wesentliche Punkte. Interessanterweise steht gleich zweimal das Wort „Praktikum“ im Vertrag, doch gleichzeitig wird Melanie als „Ferialarbeitnehmerin“ und das Praktikum als „Arbeitsverhältnis“ bezeichnet. Auch auf das Angestelltengesetz, das Urlaubsgesetz sowie den branchenüblichen KV weist der Vertrag hin. Melanie wird entsprechend der Verwendungsgruppe „Ferialarbeitnehmer“ mit 993 Euro brutto entlohnt werden. Ansonsten sind Informationen wie Zeitraum, Befristung und ein Hinweis auf Geheimhaltungspflicht von Betriebsgeheimnissen enthalten.</p>
<p><strong>Aufgaben im Ferienjob</strong><br />
Bei den Aufgabengebieten dominierten laut ÖIBF 2016 allgemeine Bürotätigkeiten und technische Tätigkeiten in Wien, 2014 einfache Hilfstätigkeiten, Bürotätigkeiten sowie der Gastronomiebereich in Tirol, Kärnten und der Steiermark. Auch Melanie ist im kaufmännischen Bereich eingesetzt und erzählt über ihre Aufgaben Folgendes: „Scannen, Ablage, Kopieren, Sachen hin- und hertragen (Briefträger), Zettel ordnen, Lieferscheine auf Anwesenheit kontrollieren. Eingeschult wurde ich in die verschiedenen Aufgaben von mehreren Mitarbeitern.“</p>
<p>Im Großen und Ganzen hat ihr ihre erste Arbeitswoche sehr gut gefallen, nur die größeren Leerläufe dazwischen stören sie etwas. Es ist nicht allzu dramatisch, aber sie langweilt sich hin und wieder. Über ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmerin wurde Melanie von ihrem Vater aufgeklärt. Denn als Dienstnehmerin ist sie in den betrieblichen Ablauf integriert und damit an bestimmte Arbeitszeiten gebunden, arbeitspflichtig und weisungsgebunden. Sie ist bei ihrem Vollzeit-Ferienjob aber auch unfall-, kranken-, pensions- und arbeitslosenver­sichert. Kurz zusammengefasst: Viele Unternehmen entlohnen Ferial- bzw. FerienjobberInnen inzwischen KV-konform und melden diese ordnungsgemäß bei den Gebietskrankenkassen an. Es ist trotz allem aber wichtig und richtig, sich frühzeitig über seine Rechte und Pflichten zu informieren. Gewerkschaft und AK stehen hierbei mit Rat und Tat zur Seite.</p>
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		<title>Pflichtpraktika: Prekär statt fair?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/06/04/pflichtpraktika-prekaer-statt-fair/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Coufal]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2018 09:44:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2018/03]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Coufal]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwei aktuelle Studien der AK – Arbeiterkammer zeigen die teils prekäre Praktikumssituation der kaufmännischen SchülerInnen in Österreich. Probleme bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz, schlechte Bezahlung, fehlende Arbeitsverträge und ausbildungsferne Aufgaben sind nur ein paar der Ergebnisse. 59 Prozent der befragten SchülerInnen sind mit der Gesamtsituation unzufrieden. Obwohl man bei dem Begriff „Generation Praktikum“ [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_5505" aria-describedby="caption-attachment-5505" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-5505" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein-300x200.jpg" alt="Foto: Nurith Wagner-Strauss" width="300" height="200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/06/Mila_2357_klein.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-5505" class="wp-caption-text">Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>
<p><strong>Zwei aktuelle Studien der AK – Arbeiterkammer zeigen die teils prekäre Praktikumssituation der kaufmännischen SchülerInnen in Österreich. Probleme bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz, schlechte Bezahlung, fehlende Arbeitsverträge und ausbildungsferne Aufgaben sind nur ein paar der Ergebnisse.</strong></p>
<p><span id="more-5503"></span></p>
<p><strong>59 Prozent der befragten SchülerInnen sind mit der Gesamtsituation unzufrieden.</strong></p>
<p>Obwohl man bei dem Begriff „Generation Praktikum“ meist an Studierende denkt, werden die Betroffenen doch immer jünger. Eine besondere Form des Praktikums ist das Pflichtpraktikum, dieses wird SchülerInnen und <a href="https://www.progress-online.at/artikel/mythos-praktikum" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Studierenden (öffnet in neuem Tab)">Studierenden</a> von den Lehrplänen vorgeschrieben. Die <a href="https://www.wko.at/service/bildung-lehre/Studierenden-Sozialerhebung-2016.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Studierenden-Sozialerhebung 2016 (öffnet in neuem Tab)">Studierenden-Sozialerhebung 2016</a> zeigt, dass 2015 25 Prozent der 47.000 befragten Studierenden ein Pflichtpraktikum gemacht haben. Eine Erhebung der GPA-djp aus dem Jahr 2017 ergab, dass von 400 Universitäts- und FH-Studierenden sowie SchülerInnen aus BMS &#8211; Berufsbildenden mittleren Schulen, BHS &#8211; Berufsbildenden höheren Schulen oder sonstigen berufsbildenden Schulen 61 Prozent aller Studierenden und <a href="https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/allgemeine-informationen/pflichtpraktikum/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="82 Prozent aller SchülerInnen (öffnet in neuem Tab)">82 Prozent aller SchülerInnen</a> ein Pflichtpraktikum vorweisen müssen. Doch nicht nur die Zahl der Praktika nimmt weiter zu, sondern auch deren Dauer.</p>
<p>Seit dem Schuljahr 2014/15 sieht auch der <a href="https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/bw/bbs/kfm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Lehrplan der kaufmännischen Schulen (öffnet in neuem Tab)">Lehrplan der kaufmännischen Schulen</a> HAK – Handelsakademie und HAS – Handelsschule verpflichtende Praktika vor. HAS-SchülerInnen müssen während ihrer dreijährigen Ausbildung 150 Arbeitsstunden vorweisen können, <a href="https://www.hak.cc/unterricht/praktikum" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="HAK-SchülerInnen sogar 300 Stunden in fünf Jahren (öffnet in neuem Tab)">HAK-SchülerInnen sogar 300 Stunden in fünf Jahren</a>. Doch obwohl das Bildungsministerium ein Praktikum in der Regel als ein „<a href="https://www.hak.cc/files/attachments/service_attachments/Praktikum_Sch%C3%BClerInneninformationen_20150218%20.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="facheinschlägiges Arbeitsverhältnis mit Entlohnung nach dem Kollektivvertrag (öffnet in neuem Tab)">facheinschlägiges Arbeitsverhältnis mit Entlohnung nach dem Kollektivvertrag</a>“ definiert, nutzen die Unternehmen die Hintertür „Volontariat“ schamlos aus.</p>
<p>Volontariate sind per Definition reine Ausbildungsverhältnisse, die dem Hineinschnuppern in bestimmte Berufe dienen. Man erhält dafür kein Geld, ist aber auch nicht weisungsgebunden. „Gibt es aber eine Bindung an die Arbeitszeiten, vorgeschriebene Tätigkeiten und kontrollierende Vorgesetzte, wie bei einem Praktikum, handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis“, so AK Direktor Christoph Klein. Das große Problem: Kein Praktikum heißt keine Reifeprüfung, so lassen sich immer wieder SchülerInnen in Volontariate drängen.</p>
<p>2017, drei Jahre nach Einführung des Pflichtpraktikums in den HAK- und HAS-Lehrplänen hat die AK zwei Studien durchführen lassen, um die Lage der kaufmännischen SchülerInnen zu evaluieren. Zum einen ließen sie vom Institut für qualitative Lebens- und Arbeitsweltforschung Interviews mit 170 Jugendlichen durchführen. Zum anderen hat das ÖIBF &#8211; Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung 2.951 SchülerInnen befragt, wovon 2.168 das Pflichtpraktikum bereits hinter sich hatten. Die Ergebnisse der Befragung sind teils sehr ernüchternd.</p>
<p>Generell liegt die Unzufriedenheit der SchülerInnen mit den absolvierten Pflichtpraktika bei 59 Prozent, berücksichtige Aspekte waren hierbei die inhaltliche Qualität, die Bezahlung sowie die Rahmenbedingungen. Nicht nur, dass sich die Praktikumssuche oft schwierig gestaltet, 45 Prozent mussten ihr Pflichtpraktikum in einem Bereich machen, der kaum bis gar nicht zu ihrem Bildungsweg passte. Ein Drittel erhielt weder einen schriftlichen Arbeitsvertrag noch einen Lohnzettel.</p>
<p>Besonders prekär ist die Lage der HandelsschülerInnen. Sieht man sich die Entlohnung der HAK- und HAS-PraktikantInnen an, so leisteten zehn Prozent Gratisarbeit und elf Prozent erhielten nur ein Taschengeld. Nimmt man jedoch nur die befragten HAS-SchülerInnen her, so liegt der Anteil derer die keinen Lohn erhalten haben, sogar bei 25 Prozent. Dank der Bemühungen der Gewerkschaft sind Pflichtpraktika inzwischen in der Hälfte der KV – Kollektivverträge für Angestellte verankert. Laut Handels-KV steht PflichtpraktikantInnen zumindest die Lehrlingsentschädigung des ersten Lehrjahres zu, Chemieindustrie und IT schließen sich mit 810 Euro und 903 Euro brutto an.</p>
<p>Die AK sowie die GPA-djp Jugend sehen die Unternehmen und die Wirtschaftskammer in der Verantwortung. Es wäre „die moralische Verantwortung der Unternehmen den Schülerinnen und Schülern gegenüber, dass es in Pflichtpraktika um Bildung geht und nicht ums Mappen einordnen“, lautet beispielsweise der Standpunkt von Susanne Hofer, Vorsitzende der ÖGJ – Österreichischen Gewerkschaftsjugend. Konkret fordernd AK und Gewerkschaftsjugend eine klare Definition von Praktikumsinhalten, ebenso wie die Einführung von überprüfbaren Qualitätsstandards. „Ein Praktikum ist kein Volontariat sondern ein ernst zu nehmendes Arbeitsverhältnis und behandelt eure Jugendlichen ordentlich, wenn ihr Fachkräfte für die Zukunft wollt.“ appelliert weiters AK Direktor Christoph Klein. Auch die Wirtschaftskammer soll Aufklärungsarbeit leisten und ihre Mitglieder darauf hinweisen, dass es sich bei Pflichtpraktika um Arbeitsverhältnisse handelt, die entlohnt werden müssen.</p>
<p>Die Plattform der Wirtschaftskammer Wien <a href="https://www.wko.at/branchen/w/industrie/Boerse-fuer-Pflichtpraktika.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="www.pflichtpraktikum.wien (öffnet in neuem Tab)">www.pflichtpraktikum.wien</a>, wo sowohl SchülerInnen, als auch Unternehmen kostenlos inserieren können, ist vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung. Laut eigenen Angaben konnten über die Plattform bisher 67 Praktikumsplätze in Wien vermittelt werden.<br />
Auch bei den Schulen sehen AK und GPA-djp Jugend durchaus noch Verbesserungspotenzial. Die Befragung ergab eine Benotung der „Unterstützung durch die Schule“ von 2,9 vor, 3,8 während und 3,3 nach dem Pflichtpraktikum. Zudem sollte Arbeitsrecht früher und verstärkt in den Unterricht einfließen. Sowohl bessere Schulungen für das Lehrpersonal als auch Vorträge von ArbeitsrechtsexpertInnen sind denkbar.</p>
<p>Alles in allem lässt sich festhalten, dass im Bereich „Praktika“ noch viel getan werden muss. Immer mehr SchülerInnen und Studierende müssen ein, zwei oder mehr Pflichtpraktika im Laufe ihrer Ausbildung absolvieren – Tendenz steigend.</p>
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