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	<title>Ausgabe 2025/01 &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Ausgabe 2025/01 &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Homeoffice wird zu Telearbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Gogola]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 09:24:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/01]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Home-Office]]></category>
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					<description><![CDATA[Bereits während der COVID-19-Pandemie einigten sich die Sozialpartnerorganisationen auf Eckpunkte zum Thema Homeoffice. Diese Einigung bildete die Grundlage für gesetzliche Bestimmungen, die 2021 in Kraft traten. Erstmals wurde damit eine gesetzliche Definition von „Homeoffice“ geschaffen. Die bisherigen Bestimmungen (§ 2h AVRAG) regelten lediglich die Arbeit in der Wohnung und allfälligen Kostenersatz bei der Verwendung privater [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-21612" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-1024x683.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-300x200.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-150x100.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-768x512.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-1536x1024.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-2048x1365.jpeg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-600x400.jpeg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-720x480.jpeg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/cDrazen_AdobeStock_298168421-272x182.jpeg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Drazen, AdobeStock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bereits während der COVID-19-Pandemie einigten sich die Sozialpartnerorganisationen auf Eckpunkte zum Thema Homeoffice. Diese Einigung bildete die Grundlage für gesetzliche Bestimmungen, die 2021 in Kraft traten. Erstmals wurde damit eine gesetzliche Definition von „Homeoffice“ geschaffen.</strong></p>



<span id="more-21603"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherigen Bestimmungen (§ 2h AVRAG) regelten lediglich die Arbeit in der Wohnung und allfälligen Kostenersatz bei der Verwendung privater Geräte und Internetverbindung. Durch gewerkschaftlichen Druck ist es 2021 auch gelungen, Regelungen zum Schutz der Beschäftigten in puncto Unfallversicherung und Dienstnehmer:innenhaftpflicht durchzusetzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gesetzliche Neuerungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 1. Jänner dieses Jahres wurde der Begriff „Homeoffice“ im Gesetz gestrichen und durch „Telearbeit“ ersetzt. Die Bestimmungen gelten nun für sämtliche Orte außerhalb der Betriebsstätte des Arbeitgebers, also etwa des Büros. Es erfolgte also eine deutliche Ausweitung der Regelungen. Erstmals gelten nun generelle Regelungen für die Arbeitserbringung außerhalb des Betriebs, unabhängig vom Ort. Auch Orte wie Coworking-Spaces oder Hotelzimmer sind damit erfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bisher gilt: Der Arbeitgeber muss die notwendigen digitalen Betriebsmittel, das sind insbesondere Laptop, Handy und Internetverbindung, zur Verfügung stellen oder zwingend Kostenersatz in angemessener Höhe leisten. Neu ist: Das gilt nun bei Telearbeit unabhängig vom Arbeitsort. Der Kostenersatz kann im Ausmaß von bis zu drei Euro pro Telearbeitstag für bis zu 100 Tage im Jahr steuerfrei geleistet werden. Wird die Steuerbegünstigung nicht oder nicht in vollem Umfang ausgeschöpft, so können Beschäftigte die Differenz zusätzlich als Werbungskosten im Rahmen der Arbeitnehmer:innenveranlagung geltend machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Telearbeit muss unter Angabe der Örtlichkeit der schriftlich vereinbart werden. Beide Vertragsparteien können aus wichtigen Gründen von der Telearbeitsvereinbarung unter Einhaltung einer einmonatigen Frist wieder zurücktreten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsvereinbarung über Telearbeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Betriebsrat und Arbeitgeber können Betriebsvereinbarungen über Rahmenbedingungen für Telearbeit abschließen, was jedenfalls zu empfehlen ist. In vielen Fällen ist es sogar zwingend, eine Betriebsvereinbarung zu schließen. Das ist dann der Fall, wenn technische Systeme eingeführt werden, die personenbezogene Daten von Beschäftigten verarbeiten oder potenziell zur Überwachung genutzt werden können. In unserer Beratung sehen wir: Wo Betriebsvereinbarungen bestehen, läuft Telearbeit wesentlich konfliktfreier ab und die Zufriedenheit bei Arbeitgebern und Beschäftigten ist höher. Bestehende (Homeoffice-)Vereinbarungen bleiben aufrecht, müssen also nicht neu als „Telearbeitsvereinbarungen“ abgeschlossen werden. Soll eine Ausweitung der Arbeitsorte erfolgen, ist allerdings eine Anpassung nötig. Die Gewerkschaft GPA berät dazu gerne!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unfallversicherungsschutz neu</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Neu sind auch Änderungen bei der Unfallversicherung. Ob Arbeitnehmer:innen bei Unfällen auf Arbeitswegen – etwa auch auf dem Weg zu einem Arzttermin oder um sich in der Mittagspause eine Jause zu kaufen – geschützt sind, ist abhängig vom Ort, an dem Telearbeit geleistet wird. Wie bisher besteht bei der Arbeit in der eigenen Wohnung umfassender Schutz bei der Arbeit sowie bei Wegunfällen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird in der Wohnung eines/einer nahen Angehörigen oder im Coworking-Space gearbeitet, kommt es darauf an, ob sich der Arbeitsort in der Nähe zur Wohnung oder Arbeitsstätte befindet oder die Entfernung von der eigenen Wohnung zum Telearbeitsort dem sonst üblichen Arbeitsweg entspricht. Ist das nicht der Fall, besteht kein Schutz auf Arbeitswegen.<br>An allen anderen Orten (abseits von eigener Wohnung, der Wohnung naher Angehöriger und Coworking-Spaces) besteht ebenfalls kein Unfallversicherungsschutz auf Arbeitswegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet: Arbeitet die Arbeitnehmerin X in der Wohnung ihrer Tochter im Nachbarhaus, besteht Schutz bei der Arbeit und auch Wegeschutz. Besucht dieselbe Arbeitnehmerin X jedoch ihre Eltern in einem weiter entfernten anderen Bundesland und arbeitet in deren Wohnung, ist sie bei der Arbeit geschützt. Beim Weg von der Wohnung der Eltern zum Arzt, weil sie plötzlich Zahnschmerzen bekommt, handelt es sich aber nicht um einen Arbeitsunfall. Arbeitet die Arbeitnehmerin X wiederum in einem Hotelzimmer, so besteht zwar Unfallversicherungsschutz bei der Arbeit, jedoch nie Wegeschutz.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr Schutz notwendig</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Ausweitung der arbeitsrechtlichen Regelungen prinzipiell zu begrüßen ist, erscheinen die Regelungen über den Unfallversicherungsschutz missglückt. Es sollte zumindest sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer:innen auf Wegen zu einem Arzttermin und dergleichen geschützt sind – unabhängig vom Telearbeitsort. Außerdem muss verankert werden, dass Betriebsräte Betriebsvereinbarungen über Telearbeit erzwingen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Fragen rund um Telearbeit, Kostenersatz und Unfallversicherung ist es jedenfalls sinnvoll, sich in der Gewerkschaft GPA beraten zu lassen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>VÄLKOMMEN* ist kein Regal</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/01/20/vaelkommen-ist-kein-regal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 09:11:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/01]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsratswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[IKEA]]></category>
		<category><![CDATA[Ruth Fröwis]]></category>
		<category><![CDATA[Willi Hummelberger]]></category>
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					<description><![CDATA[Gesucht werde ein Mensch, der bei Umbauarbeiten hilft, erzählten Freunde, die Willi Hummelberger beim Wehrdienst kennengelernt hatte. Der gelernte Tischler bewarb sich, wollte bloß sechs Monate mithelfen und Geld verdienen. „Mein Onkel, der mich ausgebildet hat, sagte zu meinem Einstieg: Du gehst also zum Schachtelhändler?“, erzählt Willi. Nun arbeitet er bereits 33 Jahre bei IKEA, [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21600" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/Ruth-FröwisWilli-Hummelberger©Nurith-Wagner-Strauss_9931-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Willi Hummelberger und Ruth Fröwis sind im Betriebsrat von IKEA.</strong><br>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gesucht werde ein Mensch, der bei Umbauarbeiten hilft, erzählten Freunde, die Willi Hummelberger beim Wehrdienst kennengelernt hatte. Der gelernte Tischler bewarb sich, wollte bloß sechs Monate mithelfen und Geld verdienen. „Mein Onkel, der mich ausgebildet hat, sagte zu meinem Einstieg: Du gehst also zum Schachtelhändler?“, erzählt Willi. Nun arbeitet er bereits 33 Jahre bei IKEA, ist seit neun Jahren Betriebsratsvorsitzender im Einrichtungshaus Vösendorf, betreut 350 Mitarbeiter:innen und ist freigestellt.</strong></p>



<span id="more-21599"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Willkommen auf Schwedisch</em></p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der Kunden- zur Belegschaftsbetreuung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Binnen weniger Monate wechselte Willi als Verkäufer zu den Bodenbelägen und startete eine Ausbildung zum stellvertretenden Abteilungsleiter. Im Laufe der Jahre schaffte er den Aufstieg in die höhere Management-Ebene. Der gebürtige Perchtoldsdorfer, der in Maria Enzersdorf (NÖ) lebt, hat es nicht weit zur SCS. Mittlerweile haben seine Cousins die Tischlerei übernommen, sie schauen ab und an beim „Schachtelhändler“ vorbei, um sich inspirieren zu lassen, berichtet der 53-Jährige schmunzelnd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Willi aus seiner beruflichen Funktion in den Betriebsrat wechselte, war für viele überraschend: „Ich weiß, wie gut du mit Mitarbeiter:innen umgehst und dass du sozial denkst“, erklärte ihm die ehemalige Betriebsratsvorsitzende, sie hatte ihn zu ihrem Nachfolger auserkoren. Allerdings hatte Hummelberger mit mancher Reaktion nicht gerechnet: Andere Führungskräfte brachen den Kontakt zu ihm ab, die Geschäftsleitung zeigte zunächst kühle Distanz. Doch er konnte nach kurzer Zeit das Eis brechen. „Früher sprach der Betriebsrat mit der Führungsebene vor allem, wenn es Probleme gab. Heute tauschen wir uns regelmäßig aus. Ich versuche alle ins Boot zu holen“, sagt der Niederösterreicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile hat jede IKEA-Filiale (acht in Österreich) ein Betriebsratsgremium. „Es ist wichtig, miteinander zu reden“, erklärt Willi. Besonders einfach geht das mit Ruth Fröwis, sie sitzt gleich im Büro nebenan. Ruth ist Betriebsratsvorsitzende des IKEA Contact Centers (Ikea Customer Supportcenter), bei dem sie rund 200 Mitarbeiter:innen vertritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ausgebildete Kindergärtnerin und Tourismuskauffrau zog es erst ins Ausland, hiernach als Flugbegleiterin in die Luft. Bei der Airline lernte die gebürtige Innsbruckerin ihren Mann, einen Flugkapitän, kennen. Sie zogen dann in die Nähe von Wien. Ihren Beruf als Flugbegleiterin konnte sie nach ihrer ersten Schwangerschaft nicht mehr ausüben, die Dienstzeiten waren nicht kompatibel, Arbeit in Teilzeit damals nicht möglich. Nach der Tochter folgten noch zwei Kinder. Und als der Jüngste zwei war, wollte sie wieder arbeiten. Bei Ikea war eine Stelle im Kinderparadies ausgeschrieben. „Ich habe mir die Stelle angeschaut und mir gedacht: Wenn ich meine drei Kinder domptiere, dann kann ich das auch machen“. Nach einer Reihe von Weiterbildungen im Unternehmen startete sie in der Küchenabteilung als Planerin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Augenhöhe und flache Hierarchien</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei IKEA sind die Hierarchien flach. Der Einrichtungshaus-Chef nimmt sein Mittagessen bisweilen auch neben den Arbeiter:innen und Angestellten ein – da ist es durchaus üblich, bei Köttbullar über die Arbeit zu sprechen. Dass es in Schweden gängig ist, per Du zu sein (außer mit dem König), haben die Österreicher:innen ab 1977 im Ikea Einrichtungshaus Vösendorf gelernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruth weiß positives Feedback bei IKEA zu schätzen: „Bei der Airline gab es täglich einen Check, wo aufgezählt wurde, was nicht geklappt hat. Ständig sind wir unter Beobachtung gestanden, das Lob war selten“, erzählt die 55-Jährige. „Mir ist wichtig, dass die Augenhöhe passt und niemand auf den anderen runter schaut.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Früher sprach der Betriebsrat mit der Führungsebene vor allem, wenn es Probleme gab. Heute tauschen wir uns regelmäßig aus.“</p>
<cite>Willi Hummelberger, Betriebsratsvorsitzender IKEA Vösendorf</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Stress als Betriebsrätin wollte Ruth sich ursprünglich nicht aussetzen &#8211; ihr Mann war lange in der durch Krisen und Veränderung geprägten Luftfahrt Betriebsratsvorsitzender-Stellvertreter. Sie ließ sich aber vor drei Jahren von der Kandidatur als Ersatzbetriebsrätin überzeugen. Wenige Kandidat:innen, zwei Pensionierungen und ein Rücktritt haben sie unversehens an die Betriebsratsspitze gebracht. Weil sie wissen wollte, wie Arbeitnehmer:innen-Vertretung gelingt, hat Ruth die Gewerkschaftsschule besucht. Nach ihrem Abschluss übernahm sie den Betriebsratsvorsitz, vergangenes Jahr wurde Ruth durch eine Wahl bestätigt. An zwei Tagen pro Woche arbeitet sie in der Küchenplanung, drei Tage gehören der Betriebsratsarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Zusammenarbeit mit Willi Hummelberger ist eng. Auch mit den anderen Betriebsräten der acht IKEA Einrichtungshäuser wird regelmäßig Kontakt gehalten, etwa über die eigene Teams Gruppe. Betriebsvereinbarungen sollten, wenn es möglich ist, für alle Einheiten bei IKEA ausverhandelt werden. „Die Betriebsräte müssen nicht jeden Schritt allein gehen, sondern können auf unserer Erfahrung aufbauen.“ erklärt Willi. So konnte etwa ein Betriebsrat den Abbau von Überwachungskameras durchsetzen. Rechtliche Infos werden von GPA-Sekretär Martin Prahser zur Verfügung gestellt. „Er unterstützt uns nach allen Kräften“, loben die beiden Betriebsratsvorsitzenden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lies die Beschreibung!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als gelernter Tischler kann Willi Möbel umbauen, zerlegen und wieder zusammenschrauben. In seiner Freizeit wird diese Leidenschaft gerne von den Verwandten genutzt. Auch viele IKEA Möbel baut er dabei zusammen. „Aber wer die Beschreibungen nicht liest, macht einen großen Fehler.“ berichtet Willi. Es ist durchaus sinnvoll, den vorgegebenen Schritten zu folgen. „Arbeitest du rein nach Intuition, sind die Löcher oft auf der falschen Seite“, erklärt Willi. „Auf die Betriebsanleitung verzichtest du genau einmal“, ergänzt Ruth, auch aus leidvoller eigener Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade die Callcenter-Mitarbeiter:innen werden mit Kund:innen konfrontiert, die von der Beschreibung überfordert sind. Deshalb schauen sich die Callcenter-Mitarbeiter:innen die zusammengeschraubten Möbel regelmäßig im Einrichtungshaus an. Das hilft dann beim Telefonat bei der Ermittlung der Fehler- oft eine wahre Detektivarbeit.</p>



<p class="rotebox wp-block-paragraph"><strong>Hast du schon einmal selbst überlegt einen Betriebsrat zu gründen?</strong><br>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens fünf Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Als Betriebsrät:in hast du einen besonderen Kündigungsschutz. Wir unterstützen dich und deine Kolleg:innen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Wende dich an unsere Beratung unter www.gpa.at/kontakt</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Österreichs Pensionssystem: ein Vorbild für Deutschland</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/01/20/oesterreichs-pensionssystem-ein-vorbild-fuer-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 09:10:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/01]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erwerbsquote]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Blank]]></category>
		<category><![CDATA[Lucia Bauer]]></category>
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		<category><![CDATA[Pensionsversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht ohne Grund wird unser Pensionssystem oft als eines der besten in Europa angesehen. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man auf unsere Nachbarländer blickt. So zeigt sich im Vergleich zu Deutschland, dass die Pensionen hierzulande besonders stabil sind, während die Kaufkraft nahezu voll erhalten bleibt. Höhere Pensionen in Österreich Ein zentraler Vorteil des österreichischen Pensionssystems [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicht ohne Grund wird unser Pensionssystem oft als eines der besten in Europa angesehen. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man auf unsere Nachbarländer blickt. So zeigt sich im Vergleich zu Deutschland, dass die Pensionen hierzulande besonders stabil sind, während die Kaufkraft nahezu voll erhalten bleibt.</strong></p>



<span id="more-21596"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Höhere Pensionen in Österreich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Vorteil des österreichischen Pensionssystems ist die Höhe der ausgezahlten Pensionen. Hierzulande können Pensionist:innen nach einem langen Erwerbsleben mit deutlich höheren Bezügen rechnen als in Deutschland. Wer 35 bis 40 Jahre gearbeitet hat, erhält in Österreich eine Pension, die um 94% höher ist als die deutsche Rente. Bei 45 Arbeitsjahren beträgt der Unterschied immer noch 80%. Dieser Vergleich zeigt, dass in Österreich der Lebensstandard im Alter wesentlich besser gesichert wird. Ein Faktor, der gerade in Zeiten von hoher Inflation und Teuerung besonders ausschlaggebend ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Breite Beitragsbasis</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Vorteil des österreichischen Systems basiert auf der Regelung, dass fast alle Erwerbstätigen in das Pensionssystem einzahlen. Dies führt zu einer stabileren Finanzierung und ermöglicht höhere Auszahlungen. In Deutschland hingegen sind bestimmte Berufsgruppen, wie Beamte, von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen, was die finanzielle Basis der dortigen Rentenkasse schwächt.<br>Absicherung gegen Altersarmut</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentliches Merkmal des österreichischen Pensionssystems ist die Sicherung der Kaufkraft. Während in anderen Ländern die Renten oftmals nicht ausreichend an die Inflation angepasst werden, bleibt in Österreich die Kaufkraft der Pensionen weitgehend erhalten. Dies ist ein entscheidender Faktor, um den Lebensstandard der Pensionist:innen zu sichern und Altersarmut zu vermeiden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Effiziente Verwaltung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verwaltungskosten des österreichischen Pensionssystems sind im internationalen Vergleich sehr niedrig. Der Verwaltungsaufwand liegt bei nur 1,35% des gesamten Aufwands. Zum Vergleich: In den Niederlanden, die wegen der hohen kapitalgedeckten Teile des Pensionssysteme oft als Vorbild genannt werden, betragen die Verwaltungs- und Anlagegebühren 29% der ausgezahlten Renten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„„Wir haben in Deutschland und Österreich eine<br>öffentliche Versicherung, aber die österreichische<br>Pensionsversicherung liefert höhere Leistungen“</p>
<cite>Florian Blank, Pensionsexperte, Hans-Böckler-Stiftung</cite></blockquote>
</blockquote>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dies zeigt, dass das österreichische System nicht nur effizienter, sondern auch kostengünstiger ist. Bei uns gehen die Beiträge direkt an die Pensionist:innen und nicht an die Finanzwirtschaft. Bei kapitalgedeckten Pensionen gilt außerdem: In Deutschland wurde zu Beginn der 2000er Jahre mit einer Reform begonnen, bei der, wie Penionsexperte Florian Blank vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut WSI der Hans -Böckler-Stiftung erklärt, „die Politik ganz offen gesagt hat: Die Rentenversicherung soll nicht mehr das leisten, was sie bisher versprochen hat. Bürgerinnen und Bürger sind seither aufgefordert, privat vorzusorgen. Dieses Geld soll angelegt und verzinst werden und daraus ergibt sich dann später nach Abzug der Kosten die private Rente.“ Dass mit einer Pensionsvorsorge dieser Art andere Risiken einhergehen, hat sich dann drastisch gezeigt: „Das hat in der Umsetzung zu Problemen geführt. Fast in dem Augenblick, als diese private Vorsorge gestartet ist, sind die Zinsen immer weiter gesunken.“ Die entstandenen Lücken wurden mit Zusatzpensionen nicht ansatzweise gefüllt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stabile Finanzierung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der demografischen Herausforderungen ist die Finanzierung des österreichischen Pensionssystems stabil. Der Anteil der über 65-Jährigen wird bis 2070 von 19% auf 30% steigen, doch der Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der für Pensionen aufgewendet wird, wird nur von 14% auf maximal 15% steigen und danach wieder sinken. „Das österreichische Pensionsystem ist gut auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Es sind keine drastischen Einschnitte notwendig“, betont Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pensionsfinanzierung ist umso besser, je mehr Menschen beschäftigt sind. Die Beschäftigungsquote ist in Österreich vergleichsweise hoch. 2022 lag die Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen bei 77,3% und damit deutlich über dem EU-Schnitt von 74,6%. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass sich der Anteil der 55- bis 64- Jährigen, die beschäftigt sind, seit 2000 mehr als verdoppelt hat. Trotzdem gibt es noch Potenzial nach oben. Sehr viele Betriebe beschäftigen keine Arbeitnehmer:innen über 60.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Das österreichische Pensionssystem ist gut auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Es sind keine drastischen Einschnitte notwendig.“</p>
<cite>Barbara Teiber, Vorsitzende Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewerkschaft GPA lehnt eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters auf 67 Jahre ab. Das faktische Pensionsalter ist in den letzten Jahren bereits gestiegen und die Erwerbsquote hat sich deutlich erhöht. Dieser Trend soll weiter gefördert werden. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters würde zu niedrigeren Pensionen führen. Wer vor dem Regelpensionsalter in Pension geht, muss Abschläge in Kauf nehmen. Würde das Pensionsalter bei 67 Jahren liegen, wäre die Pensionshöhe bei einem Pensionsantritt mit 65 Jahren um ca. 10% niedriger!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein System voller Vorteile</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Das österreichische Pensionssystem bietet im Vergleich zu Deutschland zahlreiche Vorteile. Das gilt es zu verteidigen“, so Barbara Teiber. Höhere Pensionen, eine breite Beitragsbasis, die Sicherung der Kaufkraft, effiziente Verwaltung, stabile Finanzierung und eine hohe Beschäftigungsquote sind nur einige der Gründe, warum das österreichische System als vorbildlich gilt. Der Vergleich zeigt, dass ein gut durchdachtes und breit aufgestelltes Pensionssystem den Lebensstandard im Alter sichern kann, ohne dass eine Anhebung des Pensionsalters notwendig ist. Das Fazit des Pensionsexperten fällt ähnlich aus: „Wir haben in beiden Ländern ein ähnliches System, in Österreich wird das Instrument Pensionsversicherung aber besser verwendet.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was passiert bei einer Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters von 65 auf 67 Jahre?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei 40 Versicherungsjahren und im Schnitt 3.000,-Euro Bruttoverdienst verliert man durch 2 Jahre zusätzliche Abschläge pro Monat 218,- Euro, bzw. 3.050,- Euro im Jahr.<br>Das sind 1,7 Monatspensionen bei Antritt mit 62 (5 statt 3 Jahre Abschlag)<br>Das sind 1,4 Monatspensionen bei Antritt mit 65 (2 statt 0 Jahre Abschlag)<br>Verluste in 10 Jahren 30.502 Euro und in 20 Jahren 61.004 Euro</p>



<h4 class="wp-block-heading">Pensionskürzungsrechner:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Rechne aus, wie viel Pension du bei einer Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 67 verlieren würdest: <a href="http://gpa.at/sicher-in-Pension" data-type="link" data-id="gpa.at/sicher-in-Pension" aria-label="gpa.at/sicher-in-Pension">gpa.at/sicher-in-Pension</a></p>
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