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	<title>Ausgabe 2021/04 &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Wir brauchen mehr Geld, Personal und Freizeit!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 12:52:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[#WorteReichenNicht]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und (Elementar-) Bildungsbereich sind die Zustände so alarmierend, dass immer mehr ArbeitnehmerInnen ihren Job aufgeben. Dabei braucht die Gesellschaft immer mehr MitarbeiterInnen in diesem Bereich. Die GPA kämpft für längst anstehende Verbesserungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu-1024x731.png" alt="" class="wp-image-17668" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu-1024x731.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu-300x214.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu-150x107.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu-768x548.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/DSC00254_neu.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Tausenden Auszubildenden und Beschäftigten aus dem Gesundheits- und Pflegebereich reicht es. Sie demonstrierten am 9. November 2021 für bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der Pflege und Betreuung.</strong><br>Foto: Lucia Bauer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und (Elementar-) Bildungsbereich sind die Zustände so alarmierend, dass immer mehr ArbeitnehmerInnen ihren Job aufgeben. Dabei braucht die Gesellschaft immer mehr MitarbeiterInnen in diesem Bereich. Die GPA kämpft für längst anstehende Verbesserungen.</strong></p>



<span id="more-17667"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Bisher werden wir von der Politik nicht ernst genommen,“ sagt Beatrix Eiletz. Die 51-Jährige vertritt rund 3.000 MitarbeiterInnen bei der Volkshilfe Steiermark. „Die Situation war schon vor Corona angespannt“, berichtet die Betriebsratsvorsitzende und Verhandlerin für der Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft. „Es gab schon damals zu wenig Personal und wir waren ausgepowert, doch die Pandemie hat uns noch härtere Arbeitsbedingungen geschaffen.“ Diese Problematik zieht sich quer durch alle Bereiche: Kinderbetreuung, Sozialarbeit, Altenpflege und die Betreuung von Behinderten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es einen akuten Corona-Fall gibt, egal ob es ein/e KollegIn, oder ein/e KundIn/KlientIn betrifft, muss kurzfristig improvisiert werden. Dienstpläne gelten dann nicht mehr und es wird in 10 bis 12-Stunden-Schichten gearbeitet. Wer nicht in Quarantäne ist, der muss einspringen. „Nur ganz wenige Leute sagen dann: Nein, ich kann nicht mehr. Es heißt dann Augen zu und durch“, erklärt Eiletz. Das kann eine Weile gut gehen, doch nicht eineinhalb Jahre.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Immer mehr geben auf</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Viele sagen, dass sie es einfach nicht mehr schaffen“, erzählt die Betriebsratsvorsitzende. Und erwähnt eine Kollegin aus dem mobilen Dienst: Ihre 20-Stunden-Woche hält kaum, der Dienstplan ist katastrophal, sie wird für mehr Stunden eingeteilt als sie angestellt ist und soll permanent einspringen – die Pandemie hat auch ihre Arbeitsbedingungen nochmals verschlimmert. Jetzt hat ihre Familie einen Aufstand gemacht, weil sie nie daheim ist – die Pflegerin hat den Job hingeschmissen. Ebenso hat eine diplomierte Krankenpflegerin aus einer Palliativstation ihr langjähriges Dienstverhältnis jüngst aufgelöst. Begründung: Das sei nicht mehr die Arbeit, die ihrer Ausbildung entspricht, und die sie mit gutem Gefühl verantworten kann: nur noch Bürokratie und Druck und keine Zeit mehr für ihre PatientInnen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="500" height="749" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/martina-kronsteiner_klein.png" alt="" class="wp-image-17670 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/martina-kronsteiner_klein.png 500w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/martina-kronsteiner_klein-200x300.png 200w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/martina-kronsteiner_klein-100x150.png 100w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wir hatten fünf Kündigungen in einem Monat, soviel gab es vorher das ganze Jahr nicht.&#8220;</p><cite>Martina Kronsteiner</cite></blockquote>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Ähnliches kann Martina Kronsteiner, sie ist seit 2007 Betriebsratsvorsitzende des Unfallkrankenhauses der AUVA in Linz, berichten. „Wir hatten fünf Kündigungen in einem Monat, soviel gab es vorher das ganze Jahr nicht“. Von Überforderung, zu wenig Freizeit, keine Dienstplan-Sicherheit, schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen bis zur fehlenden sechsten Urlaubswoche reichen die Gründe. Und Corona hat auch hier die Arbeit verdichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ein Unfallkrankenhaus, gibt es auch hier Betten für Corona-Fälle. „Vor allem aber weil die Kapazitäten anderer Krankenhäuser durch Corona ausgeschöpft sind, werden auch geriatrische PatientInnen mit dem gesamten Spektrum an Demenzerkrankungen bei uns behandelt.“ Die Arbeitsbelastung ist deshalb extrem gestiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stimmung ist dementsprechend schlecht. Bei einem Rundgang durchs Haus ist ihr kürzlich eine „Welle der Depression“ regelrecht entgegengekommen. „Ich habe das noch nie so krass erlebt wie jetzt – die Belegschaft ist so überfordert, dass sie nicht mehr weiß, was sie tun soll“, berichtet die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, die rund 450 Angestellte betreut. Zudem ist Kronsteiner die stellvertretende AUVA-Zentralbetriebsrätin: In dieser Funktion vertritt sie 6.000 Beschäftigte, davon arbeiten allein 3.000 in den Gesundheitsberufen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Geschwundene Kräfte, geschundene Psyche</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer Studie sind 85 Prozent der PflegerInnen psychisch belastet, leiden an Stress, Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Zwei von drei PflegerInnen haben schon einmal oder öfters daran gedacht, in einen anderen Beruf zu wechseln. Immer mehr ArbeitnehmerInnen können diesem Leistungsdruck nicht mehr standhalten – sie schaffen es psychisch und physisch einfach nicht mehr.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="500" height="700" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/BeatrixEiletz3CJohannesGress_bearbeitet_klein.png" alt="" class="wp-image-17672 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/BeatrixEiletz3CJohannesGress_bearbeitet_klein.png 500w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/BeatrixEiletz3CJohannesGress_bearbeitet_klein-214x300.png 214w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/BeatrixEiletz3CJohannesGress_bearbeitet_klein-107x150.png 107w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Viele sagen, dass sie es einfach nicht mehr schaffen.&#8220;</p><cite>Beatrix Eiletz</cite></blockquote>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Viele dieser Menschen haben gerne im Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und (Elementar-) Bildungsbereich gearbeitet, doch unter den immer noch aktuellen Rahmenbedingungen können sie die Arbeit weder mit ihrem Gewissen noch ihren verbliebenen Kräften vereinbaren. Ihnen bleibt oft nichts anderes als ein Branchenwechsel übrig.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeiten kann arm machen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wer nicht kündigt, arbeitet meist Teilzeit, denn eine Vollzeitbeschäftigung schaffen nur die wenigsten. Doch so verdienen sie wenig Geld. Viele ArbeitnehmerInnen im Gesundheits- und Sozialbereich leben unter der Armutsgefährdungsschwelle. Betriebsratsvorsitzende Eiletz: „Wir brauchen dringend mehr Gehalt, mehr Freizeit und mehr Personal“. Die Politik muss schnell handeln und dringend Maßnahmen umsetzen. Schon 2030 werden allein im Pflegebereich mehr als 76.000 Fachkräfte zusätzlich gebraucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit diese Lücke geschlossen wird, müssen die Arbeitsverhältnisse attraktiver werden. Die GPA fordert daher eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. So können ArbeitnehmerInnen, die Teilzeit arbeiten, von ihrem Gehalt auch leben und können genug Ressourcen für diese anstrengende Tätigkeit aufbauen. Daneben muss der Staat auch in eine Ausbildungsoffensive investieren. Derzeit ist die Situation kritisch. „Denn wenn ich in der Pflege arbeiten will, muss ich Erspartes haben, damit ich während der Ausbildung für meine laufenden Kosten aufkommen kann. Zusätzlich muss ich die Schule selber bezahlen, gratis Praktika absolvieren und werde dabei als vollständige Arbeitskraft eingesetzt“, sagt Beatrix Eiletz. Durch eine finanzielle Absicherung während der Ausbildung und bezahlte Praktika, können Menschen aus anderen Branchen für die Gesundheitsberufe eher gewonnen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierung muss endlich handeln, und Geld in die Hand nehmen. Denn der Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und (Elementar-)Bildungsbereich ist ein zentraler Teil unseres Sozialstaats. Er ist auch ein Grund, dass Österreich ein international attraktiver Wirtschaftsstandort ist.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Kampagne #WorteReichenNicht</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir fordern, gemeinsam mit der Gewerkschaft vida, dass die gesamten Rahmenbedingungen im Sozial-, Gesundheits-, Pflege- und (Elementar-)Bildungsbereich verbessert werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Du arbeitest im Sozial-, Gesundheits-, Pflege- oder (Elementar-)Bildungsbereich und möchtest unsere Forderungen unterstützen? Dann lade ein Video- oder Foto-Statement auf die Plattform <a href="https://worte-reichen-nicht.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="worte-reichen-nicht.at (öffnet in neuem Tab)">worte-reichen-nicht.at</a> hoch und sag uns und der Bundesregierung was Sache ist und was sich in deinem Job ändern muss.</p>
</div></div>
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			</item>
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		<title>Schluss mit lustig</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/12/02/schluss-mit-lustig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 09:39:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Elementarbildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergartenpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergruppe]]></category>
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					<description><![CDATA[nicht mehr zumutbar. Diesen Herbst gingen nun tausende Betroffene auf die Straße.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17651" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/20211014-IMG_1217.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Arbeitsbedingungen in Kindergärten sind für die Beschäftigten<br>nicht mehr zumutbar. Diesen Herbst gingen nun tausende Betroffene auf die Straße.</strong></p>



<span id="more-17650"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein unerträgliches Maß erreicht“, sagt Stephanie Veigl. Sie ist in der GPA für die Beschäftigten in Kindergärten zuständig. PädagogInnen, AssistentInnen und BetreuerInnen würden seit Jahren auf ihre unzumutbaren Arbeitsbedingungen hinweisen. Doch es passiere nichts. Die Coronakrise habe den Druck auf die österreichweit rund 63.000 Beschäftigten – 73 Prozent von ihnen arbeiten für private Träger, 27 Prozent in Einrichtungen der öffentlichen Hand – noch weiter erhöht. Wenn man mit PädagogInnen und AssistentInnen spricht, weiß man auch warum: einerseits muss mehr auf Hygiene geachtet werden, es sind Türklinken, Tischflächen, Toiletten noch öfter als sonst zu desinfizieren. Andererseits werden die Kinder nun bereits an der Türe entgegengenommen. Nun ziehen nicht mehr die Eltern ihre Kinder beim Bringen und Abholen an und aus, auch das muss nun vom Personal der Kindergärten und -gruppen übernommen werden. Mehr Beschäftigte gibt es aber nicht, im Gegenteil.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wir wollen endlich die 1,2 Milliarden Euro sehen, die vor 4 Jahren schon paktiert waren.&#8220;</p><cite>Barbara Teiber</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der Druck ergibt sich nämlich nicht nur durch zusätzliche Arbeit. MitarbeiterInnen fehlen an allen Ecken und Enden und jene, die in der Gruppe stehen, möchten eigentlich pädagogische Arbeit leisten. De facto schaffen sie es aber gerade einmal, die Kinder zu betreuen und dafür zu sorgen, dass sich niemand verletzt. GPA-Vorsitzende Barbara Teiber ist es daher auch wichtig, darauf hinzuweisen: „Ein Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung und keine Betreuungseinrichtung.“ Viel zu oft müssten Beschäftigte in Kindergärten hören, „ihr spielt ja nur den ganzen Tag“. Dem sei aber nicht so.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17652" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/barbara-bei-kindergartendemo.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>GPA-Vorsitzende Barbara Teiber beim Kindergartenprotest im Oktober 2021</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit in den Kindergärten aber auch pädagogisch gearbeitet werden kann, braucht es mehr Personal und insgesamt bessere Rahmenbedingungen, wie Veigl betont. Zentral sind da die Gruppengröße und der Erwachsenen-Kind-Schlüssel. Die GPA tritt dafür ein, dass künftig in eine Kindergartengruppe nur mehr 18 bis 20 Mädchen und Buben gehen. Bei unter Dreijährigen sollten es überhaupt nur acht bis zehn Kinder sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Kinder würden hier die bestmögliche Förderung verdienen – und die Eltern müssten sich auf eine gute Betreuung verlassen können, sagt Veigl. Gleichzeitig müssen aber eben auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten passen. Lange haben sie gezögert, ihre Arbeit niederzulegen und darauf lautstark hinzuweisen. Diesen Herbst aber schlossen PädagogInnen, AssistenInnen und BetreuerInnen sowohl der privaten als auch öffentlicher Kinderbildungseinrichtungen die Gruppen und gingen auf die Straße. Einmal laut zu sein, war das Ziel, und dieses wurde erreicht. „Es war wichtig, dass einmal im öffentlichen Raum sichtbar gemacht wurde, welche Missstände es da gibt“, so Veigl.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>„Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde“, hatte eine Protesteilnehmerin in Plakatform mitgebracht. Hier gilt es auf alle Fälle anzusetzen, betont auch Veigl. Die Bezahlung müsse nicht nur besser, sondern österreichweit einheitlich werden. Derzeit gibt es diesbezüglich einen Fleckerlteppich zwischen Bundesländern und Trägern. Das ist auch in Bezug auf die Rahmenbedingungen so, etwa die Gruppengrößen, der Erwachsenen-Kind-Schlüssel oder die Abgeltung von Vorbereitungszeit. Ein Bundesrahmengesetz und ein einheitlicher Kollektivvertrag wären hier Lösungsansätze. Zur Anwendung kommen könnte etwa der bereits existierende Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft, der aber noch nicht von allen Trägern angewandt werde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Insgesamt braucht es mehr Mittel der öffentlichen Hand für die Elementarpädagogik. „Wir wollen endlich die 1,2 Milliarden sehen, die vor 4 Jahren schon paktiert waren“, fordert die GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. Die damalige SPÖ-ÖVP-Regierung hatte 2016 unter Kanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag für jedes Kind und mehr finanzielle Mittel für den Ausbau des Bereichs Elementarpädagogik geplant. Kein Wunder, dass nicht nur die Beschäftigten, sondern auch viele Eltern empört reagierten als im Zuge der Chat-Affäre bekannt wurde, dass Sebastian Kurz das hintertrieben hatte. Und warum? Er gönnte dem SPÖ-Kanzler diesen inhaltlichen Erfolg nicht. Politik also auf dem Rücken von Millionen Kindern, Eltern und Beschäftigten.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-17656 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Jasmin-Berger-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Ich arbeite in einer Gruppe mit derzeit elf Kindern von einem bis drei Jahren. Es gibt eine Pädagogin und zwei Betreuerinnen. Manche Kinder können noch nicht gehen, fast alle müssen noch gewickelt werden. Wenn wir in den Garten gehen, stehe ich teilweise mit zwei Kinderwägen an der Rutsche oder Schaukel, um zu sichern. In diesem Alter braucht jedes Kind Hilfe. Mindestens eine Betreuerin ist dann immer mit einem Kind drinnen, um es zu wickeln oder umzuziehen. Das ist auch im Gruppenraum so – eigentlich wollen wir pädagogische Arbeit leisten, aber das ist meistens nicht möglich. An manchen Tagen ist man einfach nur froh, wenn man die Kinder wieder heil an ihre Eltern übergibt. Und gleichzeitig schieben einige Eltern immer mehr an Verantwortung an uns ab. Ein Beispiel: Eine Mutter gibt das Kind mit Schnuller in der Gruppe ab und sagt, nehmt ihm den Schnuller weg. Das sind aber Dinge, die zu Hause passieren müssen.“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jasmin Berger, 37, Kinderbetreuerin in einer Kinderkrippe in der Steiermark</p>
</div></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-17661 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/sabrina-brandauer-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„In der Kita arbeiten wir mit ein- bis dreijährigen Kindern. Theorie und Praxis zeigen, wie wichtig es ist, mit jungen Kindern bedürfnisorientiert zu arbeiten. Einst war die Kita eine Aufbewahrungsanstalt, nun ist beziehungsweise soll sie ein Ort der Bildung, Entwicklung und des Wachsens sein. Der aktuelle Betreuungsschlüssel und die Gruppengrößen ermöglichen es uns aber nicht, den Kindern gerecht zu werden. Eine Herausforderung bedeutet auch die gesellschaftliche Veränderung. Kulturen treffen aufeinander, wodurch viele Kinder die deutsche Sprache nicht kennen und uns kaum verstehen können. Andere benötigen aufgrund von Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerungen erhöhte Aufmerksamkeit. Ohne ärztliche Diagnose bekommt man kein zusätzliches Personal und unter drei Jahren wird selten eine solche Diagnose gestellt. Wir müssen immer mehr bewältigen, ohne dass die Rahmenbedingungen – der Betreuungsschlüssel, die Gruppengröße oder die Bezahlung – verändert werden. Gleichzeitig müssen wir aber zu 100 Prozent belastbar sein. Unter dreijährige Kinder benötigen sehr viel Nähe und verstehen noch nicht, was es bedeutet kurz zu warten. ‚Wenn ich dich brauche, dann sofort!’ und dabei kommen mindestens fünf Kinder auf eine Person zugleich.“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sabrina Brandauer, 25, Elementarpädagogin und Leiterin einer Kindertagesstätte in Kärnten</p>
</div></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-17662 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Bianca-Schatz-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Wir haben ein Strukturproblem. Es fehlt an Personal und gleichzeitig sind zu viele Kinder in den Gruppen. Wenn KollegInnen krank werden, muss man immer kompensieren, es gibt kaum SpringerInnen. Dann steht man nicht selten alleine in der Gruppe. Ich habe mir dann immer den Platz im Gruppenraum gesucht, von dem aus ich alles überblicken kann. Gleichzeitig ist man nervös und hofft, dass jetzt kein Kind Hilfe beim Toilettengang braucht. Man kann ja dann die anderen Kinder nicht alleine lassen. Das ist eine absolute Stresssituation. Man möchte eigentlich Zeit haben für die Kinder, möchte zum Beispiel ein Buch vorlesen. Aber man ist nur hin- und hergerissen. Viele KollegInnen können daher nach einigen Jahren nicht mehr. Sie sind überfordert und völlig ausgebrannt.“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bianca Schatz, 45, mehr als zehn Jahre Assistentin in einem Kindergarten in Oberösterreich,<br>heute Betriebsrätin</p>
</div></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-17663 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Christina-Bruckbauer-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Unser Haus ist klein, wir haben nur eine Krabbelstube mit zwölf Kindern. Wir sind insgesamt drei Personen, für meine Leitungstätigkeit stehen mir offiziell zwei Stunden in der Woche zur Verfügung. Das reicht natürlich nicht, ich nehme mir oft Arbeit mit nach Hause. Ich arbeite Vollzeit, die zwei Helferinnen je 25 Stunden, wobei derzeit eine Helferin mit fünf Stunden mehr zur Pädagogin aufgestuft wurde. Die Gruppe ist aber von 6.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet, Freitag von 6.30 Uhr bis 15.00 Uhr. Um diese Zeiten abzudecken, ist vor allem zu den Randzeiten oft nur eine Person in der Gruppe. Wir brauchen grundsätzlich mehr Personal. Und gleichzeitig sehe ich auch als Leiterin den eklatanten Personalmangel. Viele steigen nach der Ausbildung in der BAFEP nicht mehr in den Beruf ein. Sie sehen, dass der Betreuungsschlüssel nicht passt, dass man immer mehr Kinder bekommt, das Gehalt nicht stimmt. Für uns bedeutet das, dass wir uns oft drei Mal überlegen, ob wir zum Beispiel mit den Kindern in den Garten gehen und sie in der Sandkiste gatschen und matschen lassen. Die Kinder lieben das und sie brauchen es, aber wenn man nur zu zweit ist, fehlen helfende Hände.“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Christina Bruckbauer, 31, Elementarpädagogin und Krabbelstubenleiterin in Oberösterreich</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeitslosengeld rauf</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/12/01/arbeitslosengeld_rauf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2021 12:01:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitslos]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslosengeld]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Coronakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Emmerich Tálos]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Gress]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilungsgerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Volksbegehren]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=17540</guid>

					<description><![CDATA[Die Initiative „Arbeitslosengeld rauf!“ will für ihr Volksbegehren mindestens 100.000 Unterstützungserklärungen sammeln. Im Interview erklärt Mitinitiator Emmerich Tálos, wieso das Thema Arbeitslosigkeit uns alle etwas angeht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17640" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/Emmerich-Talos_3225.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Initiative „Arbeitslosengeld rauf!“ sammelt Unterstützungserklärungen für ein höheres Arbeitslosengeld und will für ihr Volksbegehren mindestens 100.000 Unterschriften sammeln. Im Interview erklärt Mitinitiator Emmerich Tálos, wieso das Thema Arbeitslosigkeit uns alle etwas angeht.</strong></p>



<span id="more-17540"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Der Arbeitsmarktservice (AMS) vermeldet derzeit Monat für Monat, dass die Arbeitslosigkeit sinkt. Warum will die Regierung gerade jetzt den Druck auf Arbeitslose erhöhen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos:</strong> Die Pandemie hat uns gezeigt, dass es auch in Österreich unter bestimmten Bedingungen eine Massenarbeitslosigkeit geben kann. Vor eineinhalb Jahren waren es mehr als 500.000 Erwerbslose. Es ist erfreulich, dass aktuell die Zahl der Arbeitslosen sinkt, aber ich finde es ungeheuerlich, bei einem Stand von ca. 340.000 Betroffenen davon zu reden, dass das Problem schon weitgehend gelöst ist. Es sinkt zwar die Arbeitslosigkeit insgesamt, aber die Zahl der Langzeitarbeitslosen kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Die Regierung plant, dass Arbeitslosenbezüge mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sinken sollen, ein sogenanntes degressives Arbeitslosengeld. Aktuell haben wir rund 340.000 Arbeitslose und 112.000 sofort verfügbare Stellen. Könnte ein degressives Arbeitslosengeld da nicht ein wirksames Mittel sein?</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wenn ich furchtbare Arbeitsbedingungen anbiete, dann läuft das nicht. Warum sollen sich Menschen solchen Bedingungen unterwerfen?&#8220;</p><cite>Emmerich Tálos</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos:</strong> Mit Sicherheit nicht! Mit einem degressiven Modell wird erstens der Druck auf die Betroffenen enorm erhöht und zweitens das Leistungsniveau für einen Teil der Arbeitslosen gekürzt. Das heißt, die Problematik, die wir heute haben, würde nur noch verschärft. Mit einer im internationalen Vergleich sehr niedrigen Nettoersatzrate von 55 Prozent steht für viele erwerbsarbeitslose Menschen das Problem der Verarmung unmittelbar in der Tür. Wenn Arbeitsminister Martin Kocher davon ausgeht, dass ein degressives Arbeitslosengeldmodell einen höheren Arbeitsanreiz biete, wird dabei eine Frage vergessen: warum sind diese Stellen offen? Wenn ich furchtbare Arbeitsbedingungen anbiete, dann läuft das nicht. Warum sollen sich Menschen solchen Bedingungen unterwerfen? Mit einem degressiven Modell werden nicht mehr Arbeitsplätze geschaffen, nicht offene Stellen besetzt, sondern es wird der Druck auf die Arbeitslosen erhöht, weniger gute Arbeitsplätze zu akzeptieren. Und zugleich wird für einen Teil der Erwerbslosen die materielle Sicherung noch prekärer als sie schon jetzt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Was bedeutet das konkret?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos:</strong> Ein Beispiel: Viele Frauen verdienen in Teilzeit kaum mehr als 800 Euro. Schon mit einer Nettoersatzrate von 55 Prozent reicht das nicht zum Überleben. Eine <a href="https://www.momentum-institut.at/news/arbeitslosengeld-die-meisten-arbeitslosen-leben-unter-der-armutsgrenze" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Untersuchung des Momentum Instituts (öffnet in neuem Tab)">Untersuchung des Momentum Instituts</a> hat gezeigt, dass 9 von 10 befragten Arbeitslosen von Verarmung bedroht sind. Wenn die Nettoersatzrate noch weiter abgesenkt wird, erhöht sich damit das Armutsrisiko.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Eine Untersuchung des Momentum Instituts hat gezeigt, dass 9 von 10 befragten Arbeitslosen von Verarmung bedroht sind.&#8220;</p><cite>Emmerich Tálos</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Mit dem Volksbegehren „Arbeitslosengeld rauf!“ möchten Sie genau an dieser Situation etwas ändern. Was sind Ihre Forderungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos: </strong>Mit der Pandemie gingen eine Reihe von Problemen einher, nicht nur wirtschaftliche, auch soziale Probleme wie die enorm gestiegene Erwerbslosigkeit, das erhöhte Risiko der Verarmung. In unserem Volksbegehren steht die Verbesserung der materiellen Situation von Erwerbslosen im Fokus. Daher fordern wir erstens die Anhebung der Nettoersatzrate auf mindestens 70 Prozent. Zweitens wollen wir, dass die Zumutbarkeitsbestimmungen, die vor allem unter Schwarz-Blau restriktiver wurden, entschärft werden. Und drittens treten wir dafür ein, dass es weiterhin Zuverdienstmöglichkeiten für Betroffene gibt, weil für viele das Arbeitslosengeld ohnehin nicht reicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos-1024x341.png" alt="" class="wp-image-17643" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/talos.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Die Erhöhung der Nettoersatzrate von 55 auf 70 Prozent würde den Staat etwas mehr als eine Milliarde Euro kosten. Ist das in der jetzigen Situation zu stemmen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos:</strong> Was ist in dieser Situation alles gestemmt worden! Wenn ich nur daran denke, wie viele Unterstützungsleistungen Unternehmen im Vergleich dazu bekommen haben. Für 340.000 erwerbslose Menschen würde damit die materielle Sicherheit verbessert werden. Auf Wirtschaftsseite wird es als selbstverständlich erachtet, dass Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Situationen mit beträchtlichen Förderungen unterstützt werden. Aber wenn Arbeitslose, deren Geld ohnehin nicht reicht, eine Anhebung fordern, dann auf einmal wäre das nicht zu stemmen. Das ist zu stemmen! Es ist eine Frage des politischen Wollens – nicht des ökonomischen Könnens!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wo steht ihr mit eurem Volksbegehren gerade und was ist das Ziel?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos: </strong>Derzeit haben wir ca. 18.000 Unterstützungserklärungen. Inklusive Eintragungswoche wollen wir mindestens auf 100.000 kommen! Das würde bedeuten, dass sich das Parlament damit befassen muss. Das schafft auch Öffentlichkeit. Damit könnten wir deutlich machen, dass das Anliegen für die materielle Verbesserung von Arbeitslosen von vielen geteilt wird. Je mehr Unterstützung wir haben, desto mehr Druck können wir auf politisch Verantwortliche ausüben. Ohne diesen Druck wird&#8217;s nicht laufen!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wieso solidarisieren Sie sich persönlich, als emeritierter Professor, eigentlich ausgerechnet mit Arbeitslosen? Da ist doch eine beträchtliche sozioökonomische Distanz vorhanden …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Emmerich Tálos:</strong> In sozialer und ökonomischer Hinsicht gibt es diese Distanz zweifellos. Aber ich habe mein Wissenschaftserleben zu einem großen Teil der sozialen Entwicklung und dem Sozialstaat gewidmet. Von daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, mich auch mit Arbeitslosigkeit und Arbeitslosen zu befassen. In diesem Zusammenhang sind AktivistInnen an mich herangetreten, ob ich bei einem Volksbegehren mitmachen möchte. Und das mache ich sehr gerne, da ich damit meine wissenschaftliche Arbeit auch politisch umsetzen kann. Das ist das Gute am Status eines Menschen im formellen Ruhestand: ich kann mir immer aussuchen, was ich mache!</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person: </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Emmerich Tálos, geb. 1944, ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft und Mitinitiator des Volksbegehrens „Arbeitslosengeld rauf!“. Er veröffentlichte mehrere Bücher zum österreichischen Sozialstaat, zu welchem er über mehrere Jahrzehnte forschte.</p>
</div></div>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Volksbegehren Arbeitslosengeld rauf!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das <a href="https://www.arbeitslosengeld-rauf.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Volksbegehren Arbeitslosengeld rauf (öffnet in neuem Tab)">Volksbegehren Arbeitslosengeld rauf</a> setzt sich für eine deutliche Erhöhung des Arbeitslosengeldes ein. Gerade angesichts der Pandemie und dem damit verbundenen Verlust an Arbeitsplätzen darf niemand zurückgelassen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Volksbegehren kann auf jedem Gemeinde- bzw. Bezirksamt (nicht nur der Heimatgemeinde) oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.help.gv.at/linkaufloesung/applikation-flow?leistung=LA-HP-GL-Volksbegehren_online&amp;quelle=HELP&amp;flow=FO" target="_blank" aria-label="online mittels BürgerInnenkarte (öffnet in neuem Tab)">online mittels BürgerInnenkarte</a> unterschrieben werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Spendenaufruf: </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit des Volksbegehrens „Arbeitslosengeld rauf!“ wird rein durch Spenden finanziert. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer solchen unterstützen!<br>Unsere Kontodaten lauten:<br>IBAN: AT45 3477 7000 0627 7099<br>BIC: RZOOAT2L777</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>7 Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/11/30/7-tipps-fuer-eine-erfolgreichegehaltsverhandlung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 14:08:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Gehalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gehaltsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein erfolgreiches Gespräch beginnt mit guter Vorbereitung.
Wir haben für dich zusammengefasst, wie du am besten mit
deinem Chef oder deiner Chefin über ein höheres Gehalt
verhandeln kannst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17627" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/2-Frauen-bei-verhandlung-amy-hirschi-JaoVGh5aJ3E-unsplash.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Unsplash/Amy Hirschi&nbsp;</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein erfolgreiches Gespräch beginnt mit guter Vorbereitung. Wir haben für dich zusammengefasst, wie du am besten mit deinem Chef oder deiner Chefin über ein höheres Gehalt verhandeln kannst.</strong></p>



<span id="more-17625"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 1: Gehe gut informiert in die Verhandlung.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Informiere dich, was in deinem Betrieb oder in deiner Branche für deine Tätigkeit üblicherweise bezahlt wird. Eine Faustregel besagt, je größer ein Unternehmen ist, desto höhere Gehälter werden gezahlt. Außerdem spielt der Standort des Unternehmens und die wirtschaftliche Situation eine Rolle. Wende dich am besten an deinen Betriebsrat/deine Betriebsrätin. Er oder sie hat einen guten Überblick über die Bezahlung bei dir im Betrieb. Außerdem haben wir erkämpft, dass innerhalb der Firma offengelegt werden muss, welche Tätigkeit wie bezahlt wird. Als Gewerkschaftsmitglied, kannst du dich auch an unsere Beratung wenden. Wir informieren dich nicht nur über ortsübliche Gehälter, sondern checken auch deinen Arbeitsvertrag, ob du richtig eingestuft bist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 2: Finde den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Versuche einen Termin zu finden, an dem dein Chef/deine Chefin möglichst nicht zwischen zwei Terminen hin und her hetzt, sondern wirklich Zeit für ein Gespräch hat. Noch schlechter sind zufällige Treffen am Gang. Auch firmeninterne Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug sind kein passender Zeitpunkt für Gehaltsverhandlungen. Ebenfalls weniger geeignet sind Zeiten, in denen die Branche im Gesamten oder das Unternehmen im Einzelnen wirtschaftlich schlecht aufgestellt ist.<br>Am besten ist es, wenn du entweder ein bereits festgelegtes MitarbeiterInnengespräch nutzt oder deinen Chef/deine Chefin um einen Termin bittest. Er/sie wird dann natürlich nach dem Grund fragen. Darauf könntest du antworten, dass du gerne besprechen möchtest, wie du dich im Unternehmen weiter entwickeln kannst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 3: Finde gute Argumente für eine Gehaltserhöhung.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Überlege dir schon vor dem Gespräch, was für eine Gehaltserhöhung spricht. Notiere dir diese Überlegungen auch. Im Gespräch bist du vielleicht nervös und vergisst ein wichtiges Argument. Rücke deinen Nutzen für das Unternehmen ins rechte Licht. Liste alle Aufgaben auf, die du neu übernommen hast, alle Tätigkeiten, die du besonders gut machst, alle Verbesserungen, die du angeregt hast oder an denen du beteiligt warst. Schreibe auf, welche Fortbildungen du gemacht hast. Vor allem für Frauen gilt dabei: Stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Nur wer selbst von sich überzeugt ist, kann auch andere vom eigenen Wert überzeugen.<br>Gut ist es auch, wenn du Ideen hast, wie du dich in der nächsten Zeit noch besser einbringen kannst, was man noch verbessern könnte. Dafür kannst du dann ruhig einen fairen Gegenwert verlangen.<br>Auch wenn es für dich ein gutes Argument ist, meide im Gespräch mit deinem Chef/deiner Chefin persönliche Argumente. „Mein Gehalt reicht nicht zum Leben“ oder „Meine Wohnung ist teurer geworden“ ist kein gutes Argument. Das bringt dich in die Position eines Bittstellers. Schlecht aufgenommen werden auch Erpressungsversuche nach dem Motto: „Wenn ich nicht mehr bekomme, gehe ich“. Ein solches Argument solltest du nur verwenden, wenn du eine sichere Jobzusage bei einer anderen Firma hast. Dann kannst du das natürlich für dich nutzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 4: Versuche deinen Wert für das Unternehmen realistisch einzuschätzen.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Ausbildung kann bei der Gehaltsverhandlung eine wichtige Rolle spielen. Abhängig von deiner Branche und deinem Kollektivvertrag muss dir die Ausbildung bei der Einstufung angerechnet werden. Eine zusätzliche Ausbildung ist in jedem Fall ein wichtiges Argument für eine Gehaltserhöhung. Eine wichtiger Grund für ein höheres Gehalt ist deine Erfahrung. Wenn du schon lange in deinem Fachgebiet arbeitest, hast du dir bestimmt Fähigkeiten angeeignet, die deinem Unternehmen nutzen. Wenn du mehr kannst, übernimmst du automatisch mehr Verantwortung und das wiederum sollte sich auch auf dein Gehalt auswirken. Wenn du bei deinen aktuellen Arbeitgebern bleibst, ist eine Gehaltserhöhung zwischen 3 und 10 Prozent realistisch. Wenn du den Arbeitgeber wechselst, sind auch bis zu 20 Prozent mehr drin. (Insbesondere dann, wenn du von neuen Arbeitgebern abgeworben wirst.)</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 5: Gehe mit einer konkreten Forderung in die Gehaltsverhandlung.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem du herausgefunden hast, was in deinem Betrieb/deiner Branche üblicherweise bezahlt wird, solltest du dir vor dem Gespräch überlegen, was du fordern möchtest. Wenn du keine konkrete Zahl nennen kannst, schwächt das deine Position. Sei bei deiner Gehaltsforderung nicht zu bescheiden. Viele Beschäftigte (vor allem Frauen!) verkaufen sich aus Unsicherheit unter ihrem Wert. Deine Forderung kann ruhig selbstbewusst sein. Du musst auch einkalkulieren, dass dein Chef/deine Chefin auf deine Forderung mit einem Gegenvorschlag reagieren wird und ihr euch dann vielleicht in der Mitte trefft. Überlege dir auch im Vorfeld schon, mit welchen Gegenargumenten dein Vorgesetzter/deine Vorgesetzte auf deine Gehaltsforderung reagieren könnte. Notiere dir alles, was dir dazu einfällt und schreibe deine eigenen Argumente dazu auf. So hast du im Gespräch die passenden Antworten parat. Du kannst die Verhandlungssituation auch im Vorfeld üben. Bitte einfach jemanden in die Rolle deines Chefs/deiner Chefin zu schlüpfen und probiere deine Argumente aus.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 6: Lege dir einen Plan B zurecht.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Lege dir einen Plan B zurecht, für den Fall, das dein Chef/deine Chefin auf deine Forderung nicht einsteigt. Überlege dir schon vorab, ob es etwas anders gibt, mit dem du vielleicht leben kannst. Vielleicht könnt ihr euch beim Betrag einmal auf eine niedrigere Summe einigen, aber vereinbaren, in einem halben Jahr verbindlich wieder darüber zu reden. Vielleicht gibt es andere Benefits, die für dich akzeptabel sind, wie etwa eine bestimmte bezahlte Ausbildung oder mehr Freizeit. Wenn du mit deinem Chef/deiner Chefin vereinbarst, dass ihr zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal verhandelt, dann halte das möglichst schriftlich fest. Lass dich nicht mit vagen Versprechungen vertrösten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Tipp 7: Sei im Gespräch initiativ und offensiv.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Kommt es schließlich zum Gespräch mit deinem Chef/deiner Chefin, dann ergreife die Initiative. Sprich deinen konkreten Gehaltswunsch an und lass ihn dann ruhig einmal wirken. Wenn deine Forderung nicht unrealistisch ist und du gute Argumente auf deiner Seite hast, wird sich dein Chef/deine Chefin auf Verhandlungen mit dir einlassen und sich deine Argumente auch anhören. Achte dabei darauf, dass du positiv über deinen Job sprichst. Du möchtest deinem/deiner Vorgesetzten ja vermitteln, dass du grundsätzlich mit deinem Job zufrieden bist und ihn gerne machst: Die Aufgaben sind interessant, die Arbeit macht Spaß und die Kollegen sind nett. Nur ein wenig mehr Gehalt dürfte es dann aber doch sein. Bringe nun selbstbewusst zum Ausdruck, was du für das Unternehmen leistest und schon geleistet hast und wie wichtig du in der momentanen Situation für das Unternehmen bist. Es kann gut sein, dass deinem Chef/deiner Chefin das überhaupt nicht bewusst war und er/sie positiv überrascht ist. Dieser Aspekt stärkt wiederum deine Verhandlungsposition.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-17626 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/11/6_EMOTION-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Viel Erfolg<br>beim Verhandeln!</p>
</div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Ernst Fettner: Ein Jahrhundert Leben</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/10/14/freiheitskaempfer-antifaschist-kommunist-journalist-gewerkschafter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 14:59:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Fettner]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistengewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[JournalistInnengewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Volksstimme]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitzeuge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=17505</guid>

					<description><![CDATA[Ernst Fettner ist unfassbare 100 Jahre alt. In seinem langen Leben war er Journalist, Soldat, Widerstandskämpfer, Kommunist und Gewerkschafter. Wir haben ihn für die Kompetenz interviewt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17510" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Port_Ernst-Fettner_0121.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freiheitskämpfer, Antifaschist, Kommunist, Journalist, Gewerkschafter.</strong> <strong>Ernst Fettner wurde heuer 100 Jahre alt. Mit dem Buch „Geh’ du voran – Ein Jahrhundert“ hat er nun sein Leben in Text und Bildern vorgelegt. Als Jude und Kommunist von den Nationalsozialisten verfolgt, musste er Österreich verlassen und konnte nach Großbritannien flüchten. </strong></p>



<span id="more-17505"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als Teil von „Young Austria“ setzte er sich dort für ein freies Österreich ein und kehrte schließlich nach dem Krieg als Soldat der britischen Armee zurück. Die KOMPETENZ sprach mit dem langjährigen „Volksstimme“-Redakteur über seinen Antrieb für sein politisches Engagement und seine Erinnerungen an die Jahre als Vorstandsmitglied der JournalistInnengewerkschaft.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In 100 Jahren erlebt ein Mensch so viel, dass man sich schwer tut, eine Auswahl zu treffen, wozu man ihm Fragen stellen möchte. Als ich Ernst Fettner dieser Tage in seiner Wohnung in Wien-Penzing treffe, macht er auch rasch klar, wie er Fragen an ihn einordnet: ja, als Verfolgter des NS-Regimes und Kämpfer für ein unabhängiges Österreich ist er heute ein wichtiger Zeitzeuge. Aber eben nicht nur. „Ich war 24, als der Krieg aus war. Man kann doch nicht über mein Leben schreiben und mich nur als Zeitzeuge sehen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jugendzeit in Wien</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viel hat Fettner bis 1938 erlebt, viel bis 1945 – aber eben auch viel in den Jahrzehnten danach. 1921 in Wien geboren, wuchs er zunächst zwar in armen, aber behüteten Verhältnissen auf. Doch schon 1926 starb seine Mutter an der Grippe, der Vater tat sich schwer, sich um Ernst und dessen Schwester Wali zu kümmern, so wuchs der Bub im jüdischen Waisenhaus in Baden auf, wo er auch die Schule besuchte. Währenddessen heiratete der Vater erneut, es kamen drei Halbgeschwister zur Welt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ich war Z’sammrambua und Packlträger, ein bissl im Verkauf, gelernt hab ich nichts, auch nicht in der Berufsschule. Es war die reinste Ausbeutung. Als Lehrling hab ich 2,50 Schilling in der Woche bekommen – als Aspirant in Richtung Verkauf hätte ich 20 Schilling bekommen müssen.“&nbsp;</p><cite>Ernst Fettner</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alter von 14 verließ Ernst Fettner das Waisenhaus, der Vater hatte ihm eine Lehrstelle gesucht: eine Ausbildung zum „Mieder- und Wäschewarenerzeuger“ sollte es werden. In der Schneiderei Baruch Friedländer hatte er alle Hände voll zu tun – nur das Fertigen von Textilien lernte er dort nicht. „Ich war Z’sammrambua und Packlträger, ein bissl im Verkauf, gelernt hab ich nichts, auch nicht in der Berufsschule. Es war die reinste Ausbeutung. Als Lehrling hab ich 2,50 Schilling in der Woche bekommen – als Aspirant in Richtung Verkauf hätte ich 20 Schilling bekommen müssen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gefühl, so behandelt zu werden, sollte Jahre später in seine vielen Sozialreportagen einfließen, die er zunächst für den „Volkswille“ in Klagenfurt, später die „Volksstimme“ – beides Medien der KPÖ – schrieb. „Da hab ich auch schon einmal gerne hineingefetzt.“ Ungerechtigkeiten zeigte er aber auch als Betriebsratsobmann in der „Volksstimme“ und später auch als Mitglied des Präsidiums der Journalistengewerkschaft auf. Als Vertreter der „Gewerkschaftlichen Einheit“ wurde er unter Präsident Günther Nenning Mitglied dieses Führungsgremiums.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner-1024x341.png" alt="" class="wp-image-17511" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/ernst-fettner.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Gewerkschaftliches Engagement</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Und womit hatte er sich damals – Fettner war bis zu seiner Pensionierung Anfang der 1980er Jahre gewerkschaftlich engagiert &#8211;&nbsp; als Interessenvertreter der JournalistInnen auseinanderzusetzen? „Der Lohndruck ist immer ärger geworden. Und für die freien Journalisten war es schon damals arg. Ich habe immer gesagt: wovon sollen die leben? Ich habe mein Gehalt gekriegt, der Kollektivvertrag war gut, ich habe gut verdient. Ich weiß, viele sagen, ich will frei sein, dann kann ich schreiben, was ich möchte, aber das stimmt ja nicht. Ich muss meine Texte ja auch unterbringen. Und auf Zeile zu schreiben, das ist schwer verdientes Geld. Da ist man nicht stark.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Und für die freien Journalisten war es schon damals arg. Ich habe immer gesagt: wovon sollen die leben?&#8220;</p><cite>Ernst Fettner</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Er selbst musste schon in jungen Jahren sehr stark sein. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war er 17 Jahre alt und arbeitete – die Lehre dauerte damals nur zwei Jahre und er hatte sie bereits beendet – für die Schneiderei Pein im neunten Bezirk als Fahrradbote. In der Pogromnacht im November 1938 blieb er mit seinen Arbeitskollegen und Vorgesetzten in den Räumen der Schneiderei. Die Männer wurden aber offenbar verraten und verhaftet. Beim anschließenden Verhör wurden sie gefragt, ob sie Kommunisten seien, einer nach dem anderen verneinte – und wurde niedergeprügelt. Fettner beschloss ja zu sagen – „dabei habe ich damals nicht einmal gewusst, was das ist, der Kommunismus. Aber mich haben sie dann nicht verprügelt.“ Gefühlt hat Fettner in diesem Moment jedenfalls etwas mitgenommen: dass der Kommunismus etwas Gutes ist. Alles, was Anti-Nazi ist, müsse etwas Gutes sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Wochen blieb er damals in Haft, wurde auch im berüchtigten Gestapo-Quartier am Morzinplatz verhört. Man entließ ihn schließlich mit der Auflage, das Land zu verlassen. Sein eigentliches Ziel war Israel – seine ältere Schwester war bereits dorthin aufgebrochen – zuvor sollte er allerdings in England eine landwirtschaftliche Ausbildung erhalten. Unter diesem Titel erhielt er auch die Aufenthaltsbewilligung für Großbritannien – was ihn allerdings nicht davor bewahrte, dort schließlich auch interniert zu werden. Der Krieg war ausgebrochen und er galt nun als „enemy alien“, als feindlicher Ausländer. Die Internierung auf der Isle of Man hat er allerdings nicht in schlimmer Erinnerung: viele Gespräche seien damals geführt worden, viel habe er gelernt, vor allem über politische Zusammenhänge.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kampf für eine freies Österreich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In England schloss er sich „Young Austria“ an, einer Bewegung, die sich dafür einsetzte, für ein freies Österreich zu kämpfen. Dabei habe man auch in den Unions, den Gewerkschaften, Überzeugungsarbeit geleistet, erinnert sich Fettner. Damals seien ja sogar die Sozialdemokrat:innen davon ausgegangen, dass auch nach Kriegsende Österreich Teil von Deutschland bleibe, erinnert er sich. Wichtig ist Fettner festzuhalten, dass „Young Austria“ eine überparteiliche Initiative war. Ja, da seien auch KommunistInnen darunter gewesen, aber eben nicht nur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fettner und einige andere wollten aber noch mehr tun: als Teil der britischen Armee selbst gegen die Nazis kämpfen. Es sollte ihnen schließlich gelingen. 1943 wurde Fettner Mitglied der Gordon Highlander, eines Infanterieregiments der British Army. 1944 landete er mit seiner Einheit in der Normandie, zu Kriegsende war er in Neustadt am Rübenberge in Deutschland, einer Kleinstadt nahe Hannover und das in der Rolle des Besatzers. In dieser sollte er schließlich 1946 nach Österreich zurückkehren: nach Klagenfurt. Dort war er einerseits als Soldat der britischen Armee stationiert, dort engagierte er sich aber auch bei der „Freien Österreichischen Jugend“ und begann für die KPÖ-Zeitung „Volkswille“ zu schreiben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Rückkehr nach Wien</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem Ausscheiden aus der englischen Armee 1947 wurde er Redakteur der Zeitung. Damals trat er auch der Gewerkschaft bei, wie sich Fettner erinnert. 1949 heiratete er seine erste Frau Hilde, sie hatte er über „Young Austria“ kennengelernt. Bald kamen die beiden Söhne des Paares zur Welt. Doch Hilde starb früh an Krebs und Fettner heiratete später erneut, und zwar seine „Volksstimme“-Kollegin Herta Gisela Felbermayer. Mit ihr sollte er schließlich sogar Goldene Hochzeit feiern – inzwischen ist auch sie verstorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass er nochmals für ein KPÖ-Medium schreiben sollte, war allerdings in den 1950er Jahren gar nicht klar. Denn den „Volkswille“ musste er verlassen. Offenbar hatte die KPÖ-Führung seine Tätigkeit für die britische Armee als problematisch eingestuft. Ein triftiger Grund für seine Entlassung sei ihm aber nie genannt worden. „Als braver Parteisoldat hatte ich zu gehorchen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei sorgte aber auch für ihre Mitglieder: er hatte in England unter anderem auch als Schweißer gearbeitet und so besorgte sie ihm einen Job bei Steyr-Daimler-Puch in Wien-Favoriten, damals ein russisch verwalteter USIA-Betrieb (Abkürzung für Uprawlenje Sowjetskim Imuschestwom w Awstrij, übersetzt: Verwaltung des Sowjetischen Vermögens in Österreichs). Nebenbei machte er allerdings auch dort Zeitung: die Betriebszeitung. Hauptsächlich arbeitete er aber als Schweißer, Dreher, Ventilprüfer, zuletzt auch im Magazin. Und er bildete sich fort und absolvierte Buchhaltungskurse. Kurz war er dann 1954 bei „Heimpel &amp; Besler“ (ebenfalls ein USIA-Betrieb) in Mödling als Magazin- und Versandleiter tätig.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeit als Redakteur</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dann traf er nach einer Parteiveranstaltung eine frühere Redaktionskollegin, eins ergab das andere und er konnte nun in Wien beginnen, für die „Volksstimme“ zu arbeiten. Zunächst coverte er Niederösterreich-Geschichten, später schrieb er große Reportagen, immer wieder Reisegeschichten, er berichtete 1968 aus Prag, kommentierte, schrieb über Soziales und Gewerkschaftliches, was ihn schließlich auch zur Betriebsratsarbeit und dem Mitwirken in der JournalistInnengewerkschaft brachte. Der SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky habe ihn einmal als „Freund-Feind“ bezeichnet, erzählt Fettner, ist aber sichtlich stolz, auch bei Kreisky zu Hause gewesen zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seiner offiziellen Pensionierung schrieb Fettner übrigens als Freier weiter: unter einem Pseudonym berichtete er als Motorjournalist mehr als zehn Jahre lang über neue Automodelle. Und auch sonst ist der sechsfache Groß- und dreifache Urgroßvater stets aktiv geblieben: er spielte Golf, das halte angesichts des umfangreichen Regelwerks nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit, wie er betont.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Politisch interessiert auch im hohen Alter</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bis heute verfolgt Fettner das politische Geschehen: den Sieg der KPÖ in Graz fand er „wunderbar“. Formal sei er zwar nie aus der KPÖ ausgetreten, nur irgendwann habe er den Mitgliedsbeitrag nicht mehr eingezahlt, damit scheide man automatisch aus. „Ich bin zwar nicht mehr aktiv. Aber natürlich fühle ich mich noch zugehörig.“ Und auch sonst geht Fettner bis heute mit der Zeit: so bleibt er über das soziale Netzwerk Facebook mit seiner in alle Welt verstreuten Verwandtschaft – die in Israel, aber auch Kanada und Australien lebt – in Verbindung. Sein Vater, seine Stiefmutter und zwei seiner Stiefgeschwister sollten den NS-Terror nicht überleben, der Vater wurde in Dachau, der Rest der Familie in Maly Trostinec ermordet. Seine ältere Schwester und seine jüngere Halbschwester aber überlebten – die eine in Israel, die andere in England, wohin sie mit einem Kindertransport gelangt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chuzpe habe er gehabt, als er nach seinem Verhör bei der Gestapo am Morzinplatz ein zweites Mal in diese Hölle ging, um darauf hinzuweisen, dass er nicht in der vorgegebenen Frist ausreisen könne, da die Beamtenschaft die nötigen Papiere nicht ausstelle, erzählt Fettner. Aber das habe funktioniert, man habe ihm einen Aufschub gewährt. Es war wahrscheinlich dieselbe Chuzpe, die ihn dazu brachte, 1939 zu sagen, er sei Kommunist, oder Jahrzehnte später für seine KollegInnen in der Volksstimme eine kräftige Gehaltserhöhung zu fordern und auch zu erreichen. Man könnte auch sagen, Ernst Fettners Motto ist „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Dafür sollte er auch Anerkennung bekommen: 1980 erhielt er für sein Mitwirken bei der britischen Armee das „Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs“ und 2007 das „Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner-1024x576.png" alt="" class="wp-image-17508" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/10/Buchtipps_ernst-fettner.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://abo.falter.at/detail/9783902542939/geh-du-voran" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Ernst Fettner: „Geh’ du voran“ Ein Jahrhundert (öffnet in neuem Tab)">Ernst Fettner: <strong>„Geh’ du voran“</strong> <strong>Ein Jahrhundert</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herausgegeben von Jana Waldhör, Graz 2021, Verlag CLIO</p>



<p class="wp-block-paragraph">184 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-902542-93-9</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Arbeitsplätze digital überwacht werden</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/09/28/digitale-ueberwachung-und-kontrolle-am-arbeitsplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christof Mackinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 12:27:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/04]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsvereinbarung]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Mackinger]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfie Christl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=17401</guid>

					<description><![CDATA[Eine neue Studie des Datenschützers Wolfie Christl zeigt, wie Beschäftigte am Arbeitsplatz überwacht werden können. Deutlich wird aber auch: BetriebsrätInnen haben Handlungsspielraum. Um diesen wahrnehmen zu können, brauchen sie noch mehr Unterstützung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl-1024x576.png" alt="" class="wp-image-17402" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Wolfie_Christl.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Cracked Labs</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine neue Studie des Datenschützers Wolfie Christl zeigt, wie Beschäftigte am Arbeitsplatz überwacht werden können. Deutlich wird aber auch: BetriebsrätInnen haben Handlungsspielraum. Um diesen wahrnehmen zu können, brauchen sie noch mehr Unterstützung.</strong></p>



<span id="more-17401"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Aus der Arbeitswelt ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken: Daten von KundInnen werden automatisiert gespeichert, der synchronisierte Kalender erinnert an Termine und verdächtige Bank-Transaktionen werden automatisiert gemeldet. „Dabei wird offen oder versteckt eine Vielfalt an personenbezogenen Daten über Beschäftigte verarbeitet,“ so Wolfie Christl. Diese könnten zur Überwachung von Arbeitsleistung und Verhalten eingesetzt werden. Christl ist Datenschutzexperte und Autor einer jüngst publizierten Studie: „Digitale Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz. Von der Ausweitung betrieblicher Datenerfassung zum algorithmischen Management?“ Der Techniker und Programmierer mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund erforscht seit Jahren die Ökonomie persönlicher Daten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eine Warnung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner jüngsten Studie warnt er: „Die umfassende digitale Protokollierung von Arbeitstätigkeiten wird schnell zur permanenten Überwachung und Kontrolle, die tief in die Rechte und Freiheiten der Betroffenen eingreift. Die Chancen und Risiken sind dabei ungleich verteilt.“ Während betriebliche Abläufe optimiert werden würden, geraten ArbeitnehmerInnen unter Druck – und unter Pauschalverdacht, so Christl. Seine Studie soll einen Überblick über die Verarbeitung personenbezogener Daten Beschäftigter und die digitale Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz geben, sei es im Handel, bei Botendiensten, in Callcenters oder in der Wissensarbeit. Untersucht hat Christl digitale Systeme für die IT-Sicherheit, den Betrugsschutz ebenso wie für die Personalverwaltung, Datenanalyse oder die Steuerung gesamter Firmen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Die umfassende digitale Protokollierung von Arbeitstätigkeiten wird schnell zur permanenten Überwachung und Kontrolle, die tief in die Rechte und Freiheiten der Betroffenen eingreift.&#8220;</p><cite>Wolfie Christl</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Gruselkabinett der Arbeitnehmerkontrolle</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie zeigt, dass Digitalisierung ArbeitnehmerInnen unterstützen kann, die Grenze zum Missbrauch aber fließend ist. Ist das Ziel die IT-Sicherheit, Betrugsprävention oder der Schutz von Kundendaten&nbsp; &#8211; oder geht es eher um die Kontrolle von MitarbeiterInnen? Durch die Analyse vielfältiger Datenquellen in Echtzeit „lernen“ Programme laufend, wie sich Beschäftigte „normalerweise“ verhalten. So erkennen sie „anormales“ Verhalten um mögliche Sicherheitsrisiken zu bewerten. Der Einblick bringt ein wahres Gruselkabinett der Arbeitsplatzüberwachung zum Vorschein:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen Forcepoint etwa bietet Software zur Analyse von Nutzerverhalten, wozu nicht nur Login-Vorgänge und das Internetsurf-Verhalten überwacht werden, sondern auch Online-Suchanfragen oder welche Dateien eine Nutzerin im System verändert hat. Darüber hinaus wird registriert, wo sich eine Mitarbeiterin im Betrieb physisch bewegt oder mit wem sie via E-Mail, Chat oder Telefon kommuniziert. Das Programm soll das Risikopotential jedes Mitarbeiters und jeder Mitarbeiterin für das Unternehmen erkennen; ob eine Kündigung bevorsteht, jemand in finanziellen Nöten ist, ob „obszöne“ Websites besucht werden und wie sich die Kommunikation unter KollegInnen gestaltet. Das Programm „Insider Threat“ läuft dem Hersteller zufolge aktuell auf über einer Million Rechner. Die Totalüberwachung des Arbeitsalltags ist in greifbarer Nähe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Österreich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Veranschaulichung liefert „Digitale Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz“ auch Fallbeispiele aus der österreichischen Praxis. In Interviews mit BetriebsrätInnen wurde der Einsatz digitaler Überwachungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme in acht heimischen Betrieben untersucht. Es zeigt sich: Sie werden oft ohne Betriebsvereinbarung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung eingesetzt, obwohl dies die Rechtslage vorschreiben würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sichtbar werden Probleme, aber auch Handlungsmöglichkeiten von BetriebsrätInnen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <strong>Sozial- und Gesundheitsbereich</strong> etwa wurden drei BetriebsrätInnen befragt. Auch hier: Oft liegt keine Betriebsvereinbarungen zu den datenverarbeitenden Systemen vor, obwohl dies rechtlich geboten wäre. Oft wissen BetriebsrätInnen nicht, welche Systeme im betrieblichen Einsatz sind. In zwei Unternehmen wurden die Daten unerlaubterweise zur Messung der Arbeitsleistung genutzt, um Beschäftigte unter Druck zu setzen. Zwar wird die exakte Erfassung der Arbeitsschritte in einem weiteren Unternehmen als Arbeitserleichterung gewertet. Sie wird aber dann zum Nachteil, wenn Normzeiten für Tätigkeiten nicht zutreffen und menschliche Bedürfnisse &#8211; wie der Toilettenbesuch &#8211; nicht ins System passen. In allen untersuchten Betrieben gibt es „kaum Beschränkungen für den Zugriff auf sensible Daten von KlientInnen oder Beschäftigte,“ problematisiert die Studie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch spannend ist der Einblick in die <strong>Banken- und Finanzbranche</strong>: Der Betriebsrat in einem österreichischen Tochterunternehmen eines internationalen Bankkonzerns konnte gleich zweimal die Einführung invasiver Personalverwaltungssysteme verhindern. Erfolgreich war dies wegen gutem technischen und rechtlichen Wissen auf Seiten der Belegschaftsvertretung. Die personenbezogenen Daten wären auf US-Server in die Cloud übertragen worden, was datenschutz-rechtliche Probleme aufgeworfen hätte. Konzernintern ist die Software außerhalb Österreichs mittlerweile im Einsatz. Sie ermöglicht eine gegenseitige Bewertung von ArbeitnehmerInnen. Die vom Betriebsrat angestrebte Rahmenbetriebsvereinbarung zur Regelung in Österreich schon aktiver Clouddienste verweigert die Geschäftsführung allerdings bislang.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Die rechtliche Situation für betriebliche Mitbestimmung über die Datenverarbeitung ist in Österreich im globalen Vergleich nicht schlecht.&#8220;</p><cite>Wolfie Christl</cite></blockquote>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl-1024x576.png" alt="" class="wp-image-17403" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Cracked-Labs_Wolfie-Christl.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Cracked Labs</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Unsere Rechte nützen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Software werde eingesetzt, weil es in der Branche üblich sei. Betriebe befürchteten „zurückzubleiben,“ so der Studienautor Wolfie Christl. Produkte entsprächen oft nicht den Verkaufsversprechen, haben aber umfassende „Nebenwirkungen“ für ArbeitnehmerInnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie zeigt aber: Ein gut organisierter Betriebrat kann so manches Übel abwenden. &#8222;Die rechtliche Situation für betriebliche Mitbestimmung über die Datenverarbeitung ist in Österreich im globalen Vergleich nicht schlecht,“ sagt Wolfie Christl. „Wir müssen diese Rechte nützen.&#8220; Viele technische Systeme wären komplex und unübersichtlich. Die BetriebsrätInnen bräuchten mehr technisches und rechtliches Wissen, Schulung und Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Moderne Lösungen generell abzulehnen sei keine Option: &#8222;Die Digitalisierung kann uns das Leben erleichtern &#8211; auch in der Arbeitswelt.“ Unternehmen würden sie aber sehr einseitig im Sinne ihrer Interessen gestalten, so Wolfie Christl. „Wir müssen verstärkt Fragen stellen: Wie sieht diese Digitalisierung eigentlich aus? Wer gestaltet sie? Und wer profitiert davon?&#8220;</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Studie „Digitale Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz“ ist Teil des Projekts „Gläserne Belegschaft“, in Kooperation mit GPA und PRO-GE und wurde vom <a href="https://wien.arbeiterkammer.at/digifonds" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der AK Wien unterstützt (öffnet in neuem Tab)">Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der AK Wien unterstützt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://crackedlabs.org/daten-arbeitsplatz" target="_blank" aria-label="Die gesamte Studie ist hier zum Download frei verfügbar (öffnet in neuem Tab)">Die gesamte Studie ist hier zum Download frei verfügbar</a></strong></p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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