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	<title>Porträt &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Porträt &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Ein großes Herz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 14:24:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Pawelka]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Betriebsrätin und Marktmanagerin Irene Pawelka ist Engagement nicht bloß eine Hülle, sondern tagtäglich geübte Lebenseinstellung. Ein schöner Beruf, der Menschen rundum Freude bereitet. Düfte, Farben, Leben – im Topf und der Vase. Genau das liebte Irene Pawelka an ihrem Beruf – anderen etwas Gutes tun, mit den Leuten reden, Ideen umsetzen und bisweilen improvisieren. [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1011" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1011x1024.jpg" alt="" class="wp-image-22968" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1011x1024.jpg 1011w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-296x300.jpg 296w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-148x150.jpg 148w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-768x778.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1516x1536.jpg 1516w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-2022x2048.jpg 2022w" sizes="(max-width: 1011px) 100vw, 1011px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für den Weg in den Betriebsrat empfiehlt die Filialleiterin und Betriebsrätin Irene Pawelka vor allem ein großes Herz<br></strong>Foto: privat</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für Betriebsrätin und Marktmanagerin Irene Pawelka ist Engagement nicht bloß eine Hülle, sondern tagtäglich geübte Lebenseinstellung.</strong></p>



<span id="more-22967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ein schöner Beruf, der Menschen rundum Freude bereitet. Düfte, Farben, Leben – im Topf und der Vase. Genau das liebte Irene Pawelka an ihrem Beruf – anderen etwas Gutes tun, mit den Leuten reden, Ideen umsetzen und bisweilen improvisieren. Freude und Genuss teilen. „Pflanzen machen einen schönen Platz doch erst aus“, ist sich Pawelka sicher und wirkt dann etwas nachdenklich. Nachdem sie ihre Lehre zur Floristin abgeschlossen hatte, setzte sie ihr Geschick und Wissen ein, steckte viel Enthusiasmus in Sträuße, Bouquets und die Wünsche der Kund:innen. Doch mit 21 Jahren musste Pawelka ihre Floristen-Karriere nach kurzen drei Jahren wieder aufgeben. „Ich habe plötzlich eine Allergie bekommen“, erzählt die heute 46-Jährige. Die körperlichen Folgen waren derart heftig, dass sich die Wienerin einvernehmlich von ihrem Arbeitgeber trennen musste.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Neuer Weg mit Happy End</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein großer Einschnitt im Leben oft wunderbare Überraschungen zeitigt, darüber weiß Pawelka heute zu berichten. Aber erst wusste ihre Mutter, die junge Frau von der Arbeit im Lebensmitteleinzelhandel zu überzeugen. Sie warb ihre Tochter für das überregionale Großunternehmen an, in dem sie selbst beschäftigt war. Nun arbeitet Irene Pawelka selbst bereits 25 Jahre lang in jenem Betrieb. Und sie arbeitet nicht bloß, sie engagiert sich mit Begeisterung seit 15 Jahren im Betriebsrat. Mit Menschen reden, für andere Positives bewirken – so, wie sich Pawelka einst den Florist:innen-Beruf erträumt hatte. Und noch viel besser. Rund 38.000 Menschen in ganz Österreich arbeiten im Konzern. „Da gibt es natürlich immer wieder Ungerechtigkeiten, Probleme und viele Fragen, die beantwortet werden müssen“, erklärt die Betriebsrätin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wo Lebensmittel Genuss und Stress bedeuten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Handel werden verstärkt Arbeitskräfte gesucht, das gilt auch für den Lebensmitteleinzelhandel. Doch für viele der Mitarbeiter:innen bedeutet der Job vor allem Stress, mit dem Druck unterbesetzt zu sein, gehen sie täglich bis an die Grenze des Belastbaren. Immer weniger Arbeitskräfte müssen immer größere Verkaufsflächen betreuen. Besonders heftig wird es, wenn Kolleg:innen krank werden und die anderen in ihrer Arbeitszeit die liegen gebliebenen Aufgaben mit übernehmen müssen. Arbeitskräfte aus anderen Branchen abzuwerben, ist schwierig geworden. „Als ich Mitte der 1990er-Jahre im Handel begonnen habe, kamen mehr Bewerbungen auf offene Stellen als zu vergeben waren“, erklärt Irene Pawelka. Passende Arbeitskräfte zu finden, das scheitert schon bei den Arbeitszeiten. Sie lassen sich meist nur sehr schwer mit der Kinder- oder Familienbetreuung vereinbaren. Vorstöße manch Politiker:innen, auch am Sonntag zu öffnen, verschärfen die Lage nur zusätzlich. „Viele Leute sind nicht bereit, an einem Samstag zu arbeiten – geschweige denn am Sonntag“, weiß die Betriebsrätin.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Viele Leute sind nicht bereit, an einem Samstag zu arbeiten – geschweige denn am Sonntag.“</p>
<cite>Irene Pawelka, Betriebsrätin im Handel</cite></blockquote>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr schaffen in einer noch kürzeren Zeitspanne. Zudem wird der Kontakt mit den Kund:innen immer komplexer. „Früher war das kein großes Thema, es gab ab und zu Betrunkene, die gestänkert haben“, weiß Pawelka aus langjähriger Erfahrung. Sie hat sich mit der Zeit zur Marktmanagerin hochgearbeitet. „Aber nun regen sich Kund:innen wegen bloßen Nichtigkeiten auf.“ Das Aufregen steigert sich immer öfter zum Verlust der Beherrschung. Da reicht schon ein Aktionsposten, der nicht mehr auf Lager ist oder Rabattpickerl, die nicht überall gültig sind. Von Geschrei über mutwillige Beschädigungen bis hin zu Handgreiflichkeiten reicht das Sortiment. Irene Pawelka hat gesehen, wie Waren durch das Geschäft geworfen wurden und leider auch wie Kolleg:innen attackiert wurden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeichen setzen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auf das Gewalt-Problem hat der Konzern inzwischen reagiert und die Sicherheitsmaßnahmen erweitert. Teil davon ist der Vertrag mit einem Sicherheitsdienst: „Fühlen sich Mitarbeitende bedroht, betätigen sie einen Alarmknopf für einen Sicherheitsmitarbeiter“. Dazu werden auch Deeskalationsschulungen für die Belegschaft angeboten. Pawelka ist stolz auf „einen starken Betriebsrat, der sich um die Kolleg:innen kümmert“. Auch das Verhältnis zum Arbeitgeber beschreibt die Betriebsrätin als durchaus gut. Innerhalb des Unternehmens wurden starke Netzwerke für Frauen, Ältere und die LGBTIQ-Community aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Community, in der sich Irene Pawelka aus ganzem Herzen engagiert. „Unser LGBTIQ-Netzwerk, in dem ich aktives Mitglied bin, gibt es seit zehn Jahren“, verrät Irene Pawelka und auch, wie sich durch ihren Branchenwechsel das ganze Leben veränderte. Im Betrieb lernte sie ihre spätere Frau kennen und lieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Ziel des Netzwerks „ist ein nettes und gepflegtes Miteinander“, sagt die Betriebsrätin und Netzwerkerin. „Ich wünsche mir, dass alle ein bisschen öfter nachdenken und vor allem die offen geouteten Kolleg:innen so behandeln, wie sie es für sich selbst erwarten würden.“ Mit Respekt. „Wenn es zu Diskriminierungen kommt, reagieren wir prompt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Oft wird unbewusst mit Ausdrücken beleidigt oder Menschen werden einfach nicht miteinbezogen, weil sie nicht ins klassische Beziehungs- oder Geschlechtsschema passen. Um mit u.a. Ausgrenzung klar zu kommen oder etwa Fehlverhalten gut kontern zu können „halten wir auch regelmäßig Workshops für unsere Mitglieder ab“. Nicht nur Pawelka setzt mit dem Firmen-LGBTIQ-Netzwerk deutliche Zeichen, auch das Unternehmen unterstützt die Ziele der Community, etwa durch Werbung am Pride Village und der Regenbogenparade. Für die Betriebsrätin zählt aber vorrangig, was innerhalb der Firma passiert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Probleme werden oft kleiner, wenn zügig über sie geredet wird.“</p>
<cite>Irene Pawelka, Betriebsrätin im Handel</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Für andere da sein, zu jeder Zeit&nbsp;</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Ohr ist für alle Mitarbeitenden offen, macht Irene Pawelka deutlich. „Ich will für die Menschen da sein und sie einfach unterstützen.“ Ihre Mobilnummer ist kein Geheimnis, Kolleg:innen vertrauen ihr akute Sorgen an und können sich aussprechen.“ Als Betriebsrätin betreut sie etwa 250 Arbeitnehmer:innen: „Mir ist es lieber, sie rufen mich gleich an, auch in&nbsp; meiner Freizeit“, betont die Betriebsrätin. „Denn Probleme werden oft kleiner, wenn zügig über sie geredet wird.“ Je eher der Betriebsrat eingreifen kann, desto eher kann es auch zu einer Lösung kommen. Auf der&nbsp; Suche nach Lösungen, zählt Irene Pawelka auf die sehr enge Zusammenarbeit mit der GPA. „Als Betriebsrat wissen wir ja auch nicht alles, der gute Draht zur GPA ist umso wichtiger“, betont Betriebsrätin Irene Pawelka.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Themen wie Frauen am Arbeitsplatz oder eine Allianz des freien Sonntags sind derzeit besonders wichtige Punkte, wo sich die GPA auszeichnet. „Und man sieht jedes Jahr an den Zahlen, was sie erstritten haben, wenn Firmen nicht zahlen“, erzählt Pawelka.“, verdeutlicht Pawelka. „Die GPA gehört einfach unterstützt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Weg in den Betriebsrat, empfiehlt die Filialleiterin und Betriebsrätin vor allem ein großes Herz. „Aber ich muss mich auch mit den gesetzlichen Regelungen auskennen“, erklärt Pawelka. „Bei mir liegt der Kollektivvertrag wie eine Bibel am Nachtkasterl“, lässt sie schmunzelnd wissen. Engagierte Betriebsrät:innen sollten regelmäßig und mit möglichst vielen Beschäftigten in Kontakt stehen und erfahren, was sie aktuell bewegt „Im Unternehmen sind Österreich weit gesamt 38.000 Mitarbeiter:innen beschäftigt, dementsprechend viele unterschiedliche Religionen, Ethnien und Lebenseinstellungen sind hier versammelt.“ Pawelka ist in ihrer Doppelfunktion als Betriebsrätin und Marktmanagerin auf zwei Seiten unterwegs, was mehr Arbeit bedeutet, aber auch mehr Einblick. „Oft geht es darum, eine ausgewogene Lösung zu finden, die für alle Beteiligten tragbar ist – die Dinge müssen ausgehandelt werden, Kompromisse sind notwendig und so stellt sich meist die Frage, wo wir uns in der Mitte treffen können.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Angekommen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zuhause ist die Arbeit möglichst kein Thema, besonders, weil Pawelkas Frau ebenfalls nach wie vor in der Firma arbeitet und eine andere Filiale leitet. Die Kinder des Ehepaars sind 21 und 23 Jahre alt, sie sind nicht im Handel tätig, sie sind vorallem technisch begabt. Wenn die Betriebsrätin und Marktmanagerin ausspannt führt, sieht sie sich gerne Filme an, verbringt Zeit mit Freund:innen und der Familie. Oder, da schaltet sie das Handy dann doch mal aus, verreist nach Griechenland. Ob sie irgendwann einmal für immer dort bleibt, wie STS sind ist noch nicht entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*LGBTIQ: L wie lesbisch (Frauen fühlen sich zu Frauen hingezogen), G wie gay (Männer fühlen sich zu Männern hingezogen), B wie bisexuell (Menschen, die sich von Frauen und Männern angezogen fühlen), T wie trans (Menschen fühlen sich dem biologisch anderen Geschlecht zugehörig), I wie inter/divers (Menschen, die Merkmals beider Geschlechter aufweisen), Q für queer (Begriff für alle, die nicht den klassischen Zuordnungen Mann/Frau oder hetero entsprechen).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verbesserungen kommen nicht von heute auf morgen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/01/verbesserungen-kommen-nicht-von-heute-auf-morgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 07:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Bdetriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Corina Stampfer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorarlberger Illwerke vkw AG]]></category>
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					<description><![CDATA[Elektrotechnikerin Corina Stampfer sammelt die Anliegen ihrer verstreut arbeitenden Monteurkollegenschaft ein, um mitzugestalten. Über ihre Funktion im Aufsichtsrat will sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen in der Zukunftsstrategie des Unternehmens verankern. Corina Stampfer arbeitet im Team der technischen Instandhaltung Elektro- und Maschinenbautechnik der Illwerke VKW im Vorarlberger Vandans. Nach der Handelsakademie absolvierte sie eine Maschinenbaulehre und [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Elektrotechnikerin Corina Stampfer sammelt die Anliegen ihrer verstreut arbeitenden Monteurkollegenschaft ein, um mitzugestalten. Über ihre Funktion im Aufsichtsrat will sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen in der Zukunftsstrategie des Unternehmens verankern.</strong></p>



<span id="more-22960"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Corina Stampfer arbeitet im Team der technischen Instandhaltung Elektro- und Maschinenbautechnik der Illwerke VKW im Vorarlberger Vandans. Nach der Handelsakademie absolvierte sie eine Maschinenbaulehre und setzte noch die Ausbildung zur Elektrotechnikerin drauf: „Ich wollte mich in beiden Bereichen gut auskennen, ich bin für Generatoren zuständig, das sind elektromechanische Maschinen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Betriebsrätin vertritt die dynamische junge Frau rund 100 Mitarbeiter:innen, die in kleinen Montageteams bei Revisionen und Neubauten in den Wasserkraftanlagen dabei sind. Die Bedürfnisse der Belegschaft sind so breit gefächert wie deren Aufgabenbereich: „Wir sind in ganz Vorarlberg unterwegs. Wir betreuen über 20 Wasserkraftwerke, überall dort, wo wichtige Arbeiten zu erledigen sind.“ Der Trupp wartet Maschinen, erledigt Reparaturen an den komplexen Anlagen oder implementiert neue Technologien: „Zu unserem Arbeitsalltag gehören auch tägliche Anfahrten, bei weit entfernten Kraftwerken sind das bis zu drei Stunden Fahrtzeit täglich.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zulagen als wichtiger Gehaltsbestandteil</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Zulagen für Wege von und zu Langzeitbaustellen hat die Belegschaftsvertretung eine wichtige Verbesserung für alle Kolleg:innen im Außendienst erreicht: „Früher sind die Reisespesen nach drei Monaten Bauzeit weggefallen, weil das Kraftwerk gewissermaßen zum neuen Dienstort wurde.“ Über eine Betriebsvereinbarung wurde diese Zeitspanne auf sechs Monate ausgedehnt. „Da geht es um bis zu 500 Euro pro Monat“, erklärt Stampfer, warum die Spesen für dienstliche Fahrten, ausgehend vom Unternehmenssitz in Vandans, wichtig sind: „Das sind ja keine privaten Wege, das muss natürlich auch bei Dauerbaustellen vergütet werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Erfolge bestärken Stampfer, die seit 2025 als aktive Betriebsrätin eine der größten Gruppen im Unternehmen vertritt, in ihrer Motivation „für die Rechte anderer einzutreten: Mir gefällt es, wenn ich mitgestalten kann.“ Um Lösungen zu finden, brauche es auch die Bereitschaft sich einzubringen: „Ich bin motiviert, unpassende Situationen zu verbessern.“ Das bringe auch dem Unternehmen Vorteile: „Gute Arbeitsbedingungen erhöhen die Motivation.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe den Drang, Verbesserungen umzusetzen. Wenn ich eine Lösung sehe, setze ich mich dafür ein.“</p>
<cite>Corina Stampfer, Betriebsrätin Illwerke VKW</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis für die Wirksamkeit betriebsrätlicher Arbeit reifte bei Stampfer bereits in jungen Jahren heran. Als 20-Jährige engagierte sie sich als Jugendvertrauensrätin und erinnert sich an einen Kollegen, der kurz vor der Lehrabschlussprüfung „in der Luft hing: Er wusste nicht, ob er vom Unternehmen weiterbeschäftigt wird. Das hat ihn so verärgert, dass er den Betrieb verlassen hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stampfer hat dafür Verständnis, wollte aber „selbst weitermachen, um solche Zustände zu verändern: Es ist nicht angenehm, wenn man so behandelt und vergrault wird, obwohl man Interesse am Unternehmen hatte.“ Im Gespräch zeigte sich, dass den Zuständigen nicht klar war, wie belastend fehlende berufliche Perspektiven für Lehrlinge sind: „Heute wird frühzeitig gemeinsam geschaut, welche Abteilung für junge Mitarbeiter:innen spannend und geeignet erscheint.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Steter Tropfen höhlt den Stein</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass in großen Unternehmen manchmal erst ein „steter Tropfen den Stein höhlt“, ärgert die 30-Jährige nicht: „Wenn ich auch anfangs auf taube Ohren stoße, weiß ich, dass manche Veränderungen einfach Zeit brauchen. Ich bleibe dran und wiederhole mein Anliegen, um ans Ziel zu kommen. Manche Problemlagen kann man nie perfekt lösen, aber man kann sich annähern und das ist die Motivation dahinter.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stampfer ist Teil einer Belegschaftsvertretung aus 14 aktiven und 14 passiven Betriebsrät:innen. Durch ihre vielen Außendienste sind die Gesprächskanäle flexibel und vielfältig: „Meine Kolleg:innen sind extrem verstreut, wir sehen uns nicht regelmäßig, weil ich mich selten in der Werkstatt aufhalte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtige Inhalte finden dennoch immer ihren Weg zur beliebten Betriebsrätin: „Ich bin seit zehn Jahren im Unternehmen, viele kennen mich und trauen sich auch, mich anzusprechen“, erklärt Stampfer, die oft „einfach durch die Werkstatt läuft und sich umhört, was die Leute gerade beschäftigt: Wenn es einmal wirklich brennt, dann rufen die Betroffenen sofort an.“ Zu erreichen ist die Belegschaftsvertretung auch über die Homepage und eine anonyme Box für Anliegen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Belegschaft kennt und schätzt uns Betriebsrät:innen. Brennende Probleme erreichen uns rasch und ohne Umwege.“</p>
<cite>Corina Stampfer, Betriebsrätin Illwerke VKW</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kontakt zum Vorstand ist für Stampfer „ein wichtiger Gesprächskanal: Weil ich als Belegschaftsvertreterin im Aufsichtsrat sitze, habe ich regelmäßigen Kontakt zu den Führungskräften und der Personalabteilung. Ich schätze diese persönliche, teils amikale Ebene sehr und bekomme dort spannende Einblicke in das Unternehmen und dessen Strategie für die Zukunft.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan beschäftigt sich der Betriebsrat gerade mit Regelungen zur zukünftigen Verwendung der Firmenfahrzeuge sowie des Fahrtenbuchs. „In Zeiten mit immer stärkerem Fokus auf Work-Life-Balance und Emissionsreduktion sollten unnötige Wege vermieden werden können, wie beispielsweise beim direkten Anfahren von Baustellen vom Wohnort aus“, erklärt Stampfer, dass eine flexible Nutzung der Fahrzeuge „möglich sein sollte, solange alle – Unternehmen, Mitarbeiter:innen und Umwelt – davon profitieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwierigkeiten sieht die Betriebsrätin „in der Vereinbarkeit einer sinnvollen Nutzung von Ressourcen und der Einhaltung strikter finanzrechtlicher Vorgaben: Hier wäre die Politik gefordert, einschränkende und veraltete Gesetze dem Zeitgeist anzupassen.“<br>In ihrer Freizeit restauriert Stampfer derzeit gemeinsam mit ihrem Partner einen historischen Lastwagen und ist ansonsten gerne in den Bergen unterwegs.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Die Gewerkschaft hilft, wenn Unterstützung gebraucht wird</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/06/30/die-gewerkschaft-hilft-wenn-unterstuetzung-gebraucht-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schober]]></category>
		<category><![CDATA[WAFF]]></category>
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					<description><![CDATA[Peter Schober ist Betriebsratsvorsitzender des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds WAFF. Seit der Schulzeit verbindet ihn eine gelingende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft, diese wertschätzende Unterstützung gibt er als Belegschaftsvertreter großzügig weiter.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-22925" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-1024x768.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-300x225.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-150x113.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-768x576.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n.jpg 1080w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Peter Schober übernahm <strong>2016 </strong></strong><strong>den Vorsitz im Betriebsrat und spürte rasch die Verantwortung, die damit einhergeht. </strong><br>© Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Peter Schober ist Betriebsratsvorsitzender des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds WAFF. Seit der Schulzeit verbindet ihn eine gelingende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft, diese wertschätzende Unterstützung gibt er als Belegschaftsvertreter großzügig weiter.</strong></p>



<span id="more-22924"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Peter Schober sagt von sich selbst, „grundsätzlich immer schon gewerkschaftlich unterwegs gewesen zu sein: In der Berufsschule war ich Klassensprecher, später sogar Schulsprecher.“ Früh entdeckte er, dass unpassende oder belastende Rahmenbedingungen durch persönlichen Einsatz gut veränderbar sind. Schober und seine Mitschüler:innen litten unter der Tatsache, dass die Berufsschule auch an Samstagen stattfand: „Das war für uns zäh, niemand anderer musste am Wochenende arbeiten.“ Also knüpften die Schüler:innen, auf den Tipp eines Lehrers hin, erste Kontakte zur Gewerkschaft Bau-Holz, die sich dann erfolgreich dafür eingesetzt hat, dass keine Schulstunden mehr an Samstagen abgehalten wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Arbeitnehmer:innen Vertretung fühlte sich Schober „sofort ernst genommen: Die Profis haben uns gesagt, wie wir vorgehen müssen und haben auch geholfen, offizielle Schreiben zu formulieren.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gewerkschaft hilft rasch</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese unkomplizierte Hilfe war für den damals 17-Jährigen eine „prägende Erfahrung: Ich habe mein Werkzeug gefunden und war fortan überzeugt: Hier bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Lehre zum Bauspengler und Dachdecker fand Schober einen Job in Wien. Als es Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber gab, wandte er sich erneut erfolgreich an die Gewerkschaft: „Es ging um das Ausbezahlen von Überstunden. Ein Brief hat gereicht und das Geld war 14 Tage später auf meinem Konto.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich wusste, die Gewerkschaft hilft mir weiter, wenn ich Schwierigkeiten mit meinem Dienstgeber habe.“</p>
<cite>Peter Schober, Betriebsratsvorsitzender des WAFF</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Betrieb befasste sich Schober mit der Ausbildung junger Kolleg:innen: „Wir hatten viele Lehrlinge, ich habe die Jungen in der Werkstatt angeleitet und hatte großen Spaß dabei.“ 2004 wechselte er in den WAFF, den Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds und kümmerte sich zu Beginn in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer darum, Lehrlinge an Klein- und Mittelbetriebe zu vermitteln: „Ich führe gerne Gespräche und hatte auch regen Kontakt zum AMS. So habe ich den WAFF als Organisation von Grund auf kennen und verstehen gelernt“, erklärt Schober, wie er bei zahlreichen Betriebsbesuchen unterschiedliche Interessen verknüpfte: „Die Unternehmen haben mir gezeigt, in welchen Bereichen sie Lehrlinge ausbilden möchten und was die jungen Leute erwartet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Unterstützung für die Kolleg:innen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als 2008 eine Betriebsratswahl anstand, kandidierte Schober auf der Liste des damaligen Betriebsratsvorsitzenden und schaffte es, auch nach einem Vorsitzwechsel, seine gute Gesprächsbasis zur Betriebsratsspitze aufrecht zu erhalten: „In meiner Abteilung hatte ich mir da bereits das Standing erarbeitet, dass ich die Kolleg:innen gerne unterstütze, wenn es Probleme gibt. “</p>



<p class="wp-block-paragraph">2016 übernahm Schober den Vorsitz und spürte rasch die Verantwortung: „Plötzlich hat es nicht mehr gereicht, von der zweiten Reihe aus Ideen kundzutun, ich musste unsere Vorschläge gegenüber der Geschäftsführung und dem Management auch umsetzen können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schober stellte sein Team neu zusammen, dabei waren erstmals alle Belegschaftsvertreter:innen auch Gewerkschaftsmitglieder. Heute besteht der Betriebsrat aus sechs Aktiven und sechs Ersatzmitgliedern, sie vertreten die Interessen von knapp 300 Beschäftigten. Dem Vorsitzenden ist es wichtig, dass „wir Betriebsrät:innen loyal sind und Werte vertreten, die im Interesse der Beschäftigten sind: Ich habe ein hochmotiviertes Team, sie sind begeistert von ihren Aufgaben und funkeln im übertragenen Sinn.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Interessenvertretung passiert oft im Stillen. Ich möchte die Arbeit des Betriebsrates stärker sichtbar machen.“</p>
<cite>Peter Schober, Betriebsratsvorsitzender des WAFF</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Basale Rechte mussten Schober und sein Team nicht erkämpfen, weil „der WAFF 1995 von der Gewerkschaft mitgegründet wurde, herrschen faire Arbeitsbedingungen und gelebte Wertschätzung: „Die Höhe der Bezahlung richtet sich nach den Dienstjahren und dem Aufgabenbereich, nicht nach dem Geschlecht. Homeoffice ist üblich, die Gleitzeit ohne Kernzeit längst etabliert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gearbeitet wird daran, die Nachhaltigkeit vorhandener Benefits und Goodies zu stärken und die Arbeit der Belegschaftsvertretung sichtbarer zu machen: „Wir kaufen bei Wiener Unternehmen, haben erreicht, dass das Unternehmen Periodenprodukte für die Kolleg:innen zur Verfügung stellt und sind stolz darauf, dass Frauen und Männer bei uns für die gleiche Arbeit die gleiche Entlohnung bekommen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Persönliches Gespräch zum Einstieg</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Weiters ist es Schober „ein extremes Anliegen, wieder mehr Kolleg:innen zur Gewerkschaft zu bringen: Wir haben eine Mappe, die alle Betriebsrät:innen mit Foto vorstellt und neuen Mitarbeiter:innen nach dem Einstellungsgespräch persönlich übergeben wird.“ So können die Belegschaftsvertreter:innen gleich zu Beginn klarmachen, für welche arbeitsrechtlichen Vorteile der Betriebsrat verantwortlich zeichnet und wo Unterstützung geboten wird: „Das Konzept ist genial, im Erstgespräch gelingt es uns, acht von zehn neuen Mitarbeiter:innen von den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu überzeugen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Einstandsgeschenk gibt es eine Trinkflasche mit dem WAFF-Betriebsrats Logo drauf, die Resonanz auf die persönliche Begrüßung ist sehr gut: „Die Beschäftigten fühlen sich direkt angesprochen“, erklärt Schober warum es wichtig ist, „die Bedeutung des Betriebsrates zu stärken: Es geht vor allem um Solidarität. Gemeinsam sind wir stärker.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>WAFF fördert Aus- und Weiterbildung</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2024 ist Schober für betriebsrätliche Arbeit freigestellt. „Wir organisieren und fördern Aus- und Weiterbildungen für Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Wien“, skizziert er die vielfältigen Aufgaben des WAFF, wobei Wertschätzung „immer eine besondere Rolle spielt: Wir wollen die Situation von Menschen verbessern, die es am Arbeitsmarkt schwer haben oder einen Bildungsabschluss nachholen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Sprachkursen für neu zugewanderte Menschen, Qualifizierungsmaßnahmen für Hilfsarbeiter:innen und speziellen Förderungen für Arbeitsplätze im Gesundheits- und Sozialbereich können sich Arbeitskräfte etwa im Bereich Pflege über Arbeitsstiftungen weiter qualifizieren. Für Frauen gibt es spezielle Förderprogramme – wie etwa FRECH (Frauen ergreifen Chancen), weil diese am Arbeitsmarkt „leider nach wie vor oft benachteiligt sind: Insbesondere bei Einkommen, Karrierechancen oder auch im Hinblick auf Altersarmut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ausgleich zur Arbeit betreibt Schober Kraftsport: „Bewegung hilft mir dabei abzuschalten, Energie zu tanken und den Kopf freizubekommen. Außerdem genieße ich ruhige Zeit mit Familie, Musik und Menschen, die mir wichtig sind.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Den Problemen vorgreifen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/04/20/den-problemen-vorgreifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 09:34:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[pro mente OÖ]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Brandstetter]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[SWÖ]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Präventionsarbeit ist Sandra Brandstetter Spezialistin. Erst hat sie sich 16 Jahre lang Süchten, deren Ursachen und Vermeidung gewidmet, jetzt leistet sie bei pro mente Oberösterreich Vorbeugungsarbeit im Betriebsrat. Sucht ist mannigfaltig, betrifft u.a. Alkohol, Nikotin und illegalisierte Substanzen, Konsum, Glücksspiel und seit der Jahrtausendwende zunehmend das Internet. Von problematischem Medienkonsum und anderen Gefahren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-22672" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-1024x724.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-300x212.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-150x106.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-768x543.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-1536x1086.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/04/Sandra-Brandstetter-20251125Promente0297_ppHG01_01_01-1-2048x1448.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Sandra Brandstetter ist stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei pro mente Oberösterreich</strong><br>© Florian Vierhauser</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der Präventionsarbeit ist Sandra Brandstetter Spezialistin. Erst hat sie sich 16 Jahre lang Süchten, deren Ursachen und Vermeidung gewidmet, jetzt leistet sie bei pro mente Oberösterreich Vorbeugungsarbeit im Betriebsrat.</strong></p>



<span id="more-22671"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Sucht ist mannigfaltig, betrifft u.a. Alkohol, Nikotin und illegalisierte Substanzen, Konsum, Glücksspiel und seit der Jahrtausendwende zunehmend das Internet. Von problematischem Medienkonsum und anderen Gefahren weiß Soziologin Sandra Brandstetter viel zu berichten, hat etliche Vorträge und Schulungen abgehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gebürtige Steyrerin studierte in Linz Soziologie, wurde in dieser Zeit Mutter zweier Söhne und arbeitete noch nebenbei. „In dieser manchmal überfordernden Lebensphase habe ich gelernt, mich zu organisieren“, erinnert sich die heute 53-Jährige. „Prioritäten zu setzen, war dabei sehr wichtig und das hat damals auch nur mit Unterstützung meines Partners funktioniert.“&nbsp; Während des Studiums besuchte sie eine Fortbildung am Institut Suchtprävention von pro mente Oberösterreich. Dass sie genau in diesem Bereich und am liebsten auch gleich bei dieser Organisation arbeiten wollte, wusste Brandstetter sehr bald.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrem Studienabschlussbewarb sie sich für eine ausgeschriebene Institutsstelle &#8211; mit Erfolg. Beschäftigt hat sich die Soziologin vorrangig mit den Themen Suchtprävention in der Familie und&nbsp; Kinder aus suchtbelasteten Familien, schulte unter anderem Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen, die mit Kindern und deren Familien arbeiten. „Prävention soll grundsätzlich stärken und eine problematische Entwicklung verhindern“, definiert Brandstetter ihre Arbeit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Angewandte Gerechtigkeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als ehemalige Internatsschülerin, die sich einem „strengen Regiment“ beugen sollte, lernte sie, vehement gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen. „Ich habe schon immer einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gehabt“, erklärt Sandra Brandstetter, die bald zur Schulsprecherin avancierte. „Wenn ich mit etwas nicht einverstanden war, musste ich verhandeln.“ Es folgte die Wahl in den Bundesschülerbeirat – dass sie sich nach wenigen Monaten im Institut Suchtprävention auch im Betriebsrat zu engagieren begann, erscheint nur logisch.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Obwohl ich 16 Jahre in der Suchtprävention mit großer Begeisterung gearbeitet habe, ist mir die Entscheidung für den Betriebsrat nicht schwergefallen. Ich habe sie seither nie bereut“</p>
<cite>Sandra Brandstetter<br>stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei bei pro mente OÖ</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Als 2023 die Betriebsratsgremien bei pro mente OÖ zusammengeführt wurden, wurde Brandstetter als stellvertretende Angestelltenbetriebsratsvorsitzende gewählt und freigestellt. „Obwohl ich 16 Jahre in der Suchtprävention mit großer Begeisterung gearbeitet habe, ist mir die Entscheidung für den Betriebsrat nicht schwergefallen. Ich habe sie seither nie bereut“, erklärt die Wahl-Linzerin, die schon 31 Jahre in der oberösterreichischen Hauptstadt lebt. <em></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Situation der Arbeitnehmer:innen nachhaltig zu verbessern, engagiert sich Brandstetter zusätzlich im Landes-und Bundesausschuss der GPA, ist Teil des großen Kollektivvertrags-Verhandlungsteams. Die KV-Verhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich (Sozialwirtschaft Österreich, SWÖ) starteten im Herbst 2025 und wurden – nach einem letzten 17-stündigen-Verhandlungsmarathon – Ende Jänner beendet. Ganze fünf&nbsp; Runden – begleitet von Betriebsversammlungen und Warnstreiks –&nbsp; dauerte es, bis es zu einem zähen Kompromiss mit den Arbeitgeber:innen kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stellvertretende Angestelltenbetriebsratsvorsitzende: „Es war ein sehr intensiver, langer und schwieriger Weg zum KV-Abschluss“. Grundsätzlich ist Betriebsratsarbeit ohne Gewerkschaft für sie nicht vorstellbar, allein der Vernetzung von Betriebsrät:innen und dem fachlichen Rat wegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser unterstützt auch unmittelbar im Unternehmensalltag. „Etwa, als wir eine Betriebsvereinbarung zur Gleichbehandlung sowie gegen Diskriminierung, Mobbing und sexuelle Belästigung abgeschlossen haben“, erklärt Brandstetter. Diese Regelung trägt maßgeblich dazu bei, ein faires und respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen – und reicht über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mitarbeiter:innen werden unterstützt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zum täglichen Aufgabenbereich der Betriebsrät:innen zählen sowohl der direkte Austausch mit Mitarbeiter:innen als auch die Bereitstellung nützlicher Hinweise. „Kommt jemand neu in die Firma, vereinbaren wir ein persönliches Gespräch am Standort und versorgen diese Person mit den wichtigsten Informationen“, sagt Brandstetter. Auch werdende Mütter werden unterstützt: Sie erhalten ein Infopaket zu ihren sozialen Rechten, das zentrale Themen wie Mutterschutz, Karenz, Kinderbetreuungsgeld, Elternteilzeit sowie die Vereinbarkeit von Kind und Beruf abdeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben gehört die Organisation einer spannenden und informativen Betriebsversammlung zu den Kernaufgaben der Betriebsräte. Gäste mit Expertise bereichern diese zusätzlich. „So haben wir gemeinsam mit einer Kollegin von der Pensionsversicherungsanstalt über aktuelle Änderungen bei Altersteilzeit und Pensionen informiert oder die Politexpertin Barbara Blaha vom Momentum Institut zu Gast gehabt. Das ist bei der Belegschaft gut angekommen“, erzählt Brandstetter</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Betriebsrät:innen-Alltag ist nicht ausschließlich von Lob geprägt. Nicht unbedingt übertrieben harmoniebedürftig sollte sein, wer in der Arbeitnehmer:innen-Vertretung tätig sein will, das kann Sandra Brandstetter zukünftigen Betriebsrät:innen mit auf den Weg geben. „Geduld und ein gewisser Pragmatismus sind wahrscheinlich auch von Vorteil, weil Dinge meistens länger dauern als gedacht.“ Ihr Tipp: möglichst viel Kontakt mit den Kolleg:innen pflegen, ein Netzwerk aufbauen und auch nutzen. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Für die Seele</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 1.500 Mitarbeiter:innen arbeiten verteilt auf fast 200 Standorte bei pro mente Oberösterreich. Jeder Standort ist von Angebot bis Zielgruppe und Finanzierung unterschiedlich. „Fast überall gibt es unterschiedliche Arbeitsrealitäten“, resümiert es Sandra Brandstetter. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen werden u.a. mobile Betreuung, teil- und vollbetreutes Wohnen, Beratung, Psychotherapie und Arbeitstraining angeboten. Mit ihrem Arbeitgeber ist die stellvertretende Angestelltenbetriebsratsvorsitzende auch nach 19 Jahren&nbsp; durchaus zufrieden: „Ich halte die pro mente Oberösterreich grundsätzlich für einen guten und verlässlichen Arbeitgeber in der Branche, aber auch sie ist natürlich von den Rahmenbedingungen der Fördergeber abhängig“.&nbsp;&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Der Arbeitsdruck ist extrem gestiegen, die Taktung wird immer dichter und die Leistungsvorgaben immer herausfordernder“</p>
<cite>Sandra Brandstetter<br>stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei bei pro mente OÖ</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Jahren wurde das Angebot laufend ausgebaut. Der Bedarf ist groß aber die Einsparungen im Sozialbereich wirken sich aus. Brandstetter: „Der Arbeitsdruck ist extrem gestiegen, die Taktung wird immer dichter und die Leistungsvorgaben immer herausfordernder“. Zudem fehlt häufig Zeit für den wichtigen Austausch im Team &#8211; das wirkt sich nicht zuletzt auf das Arbeitsklima aus und begünstigt Konflikte. „Viele Kolleg:innen arbeiten am Limit“, weiß die stellvertretende Angestelltenbetriebsratsvorsitzende. Langzeitkrankenstände häufen sich, Arbeitnehmer:innen &#8211; oft länger als 10 Jahre beschäftigt &#8211; verlassen die Branche, weil sie den Druck nicht mehr aushalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell fordert Brandstetter stabile Dienstpläne, planbare Freizeit und vor allem eine bessere Bezahlung für die Branche, um die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen Der Personalbedarf wird in den nächsten Jahren weiter steigen und man muss es sich leisten können, in diesem gesellschaftlich wichtigen Bereich zu arbeiten. „In der Regel werden keine Vollzeitjobs angeboten“, verdeutlicht die Gewerkschafterin. Ganze 70 Prozent beträgt die Teilzeitquote in der Sozialwirtschaft. „Unsere Mitarbeiter:innen machen sicher keine Lifestyle-Teilzeit!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Brandstetters Vollzeitjob im Betriebsrat und das Engagement in der GPA ist das perfekte Zeitmanagement, das sie als studierende working Mum vervollkommnen musste, unerlässlich. Ebenso wichtig ist die Unterstützung ihrer zwei Kolleg:innen im Betriebsratsbüro und die gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsratsvorsitzenden Eugen Ertl. „Wir ergänzen uns was die Kompetenzen betrifft und verlieren beide nie den Humor“, lobt Brandstetter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergangenen Herbst wurde ein neues Betriebsratsgremium gewählt, die Hälfte der 14 aktiven Betriebsrät:innen ist neu im Team. „Mitten im KV-Prozess war das ein herausfordernder Start, aber alle waren motiviert und es hat sich gezeigt, dass wir super zusammen arbeiten“, erinnert sich die stellvertretende Angestelltenbetriebsratsvorsitzende. „Und Betriebsratsarbeit funktioniert nur im Team.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre eigene Seele streichelt Sandra Brandstetter u.a. mit Theaterbesuchen &#8211; „ich habe seit vielen Jahren ein ÖGB-Theater-Abo für das Landestheater Linz, das ich nur empfehlen kann “ &#8211; und jeder Menge Wasser. Sie radelt gerne entlang des Donauradwegs und taucht sportlich unter – allerdings lieber im roten Meer als in der blauen Donau.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Sarajevo nach Wels</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/03/30/von-sarajevo-nach-wels/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 11:21:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Lejla Mulahmetovic]]></category>
		<category><![CDATA[Metallindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[TGW Logistik]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit 18 kam Lejla Mulahmetovic als Kriegsflüchtling nach Österreich. Heute ist sie stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei TGW Logistics eines Technik-Unternehmens und hat sich in einer männlichen Domäne erfolgreich durchgesetzt. In ihrer Erinnerung war das Leben damals „so schön wie es nur sein kann“. Lejla Mulahmetovic ist in Sarajevo geboren und aufgewachsen. „Ich habe Mathe geliebt und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22661" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/Lejla-Mulahmetovic-Stv.-Vorsitzende-BR.jpg 1125w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Lejla Mulahmetovic ist stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei TGW Logistik in Wels und vertritt dort rund 1400 Angestellte. </strong><br>Foto: privat</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit 18 kam Lejla Mulahmetovic als Kriegsflüchtling nach Österreich. Heute ist sie stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei TGW Logistics eines Technik-Unternehmens und hat sich in einer männlichen Domäne erfolgreich durchgesetzt.</strong></p>



<span id="more-22660"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Erinnerung war das Leben damals „so schön wie es nur sein kann“. Lejla Mulahmetovic ist in Sarajevo geboren und aufgewachsen. „Ich habe Mathe geliebt und habe die HTL für Elektrotechnik absolviert, danach habe ich angefangen, Wirtschaftsinformatik zu studieren“, erzählt die heute 52-jährige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit ihrem Vater, einem Politiker, konnte die Jugendliche „wunderbar diskutieren“, war in der sozialistischen Jugend und als Nachwuchsjournalistin aktiv. Eine spannende Zeit, die mit dem Zerfall und Krieg im ehemaligen Jugoslawien schlagartig endete. Als 18-jähriger Kriegsflüchtling kam Lejla Mulahmetovic 1992 nach Niederösterreich gemeinsam mit ihrem Bruder der damals13 Jahre alt war. „Ich konnte zwar Englisch, aber in Deutsch nur die Wörter Ja und Nein sagen“, weiß Mulahmetovic über den schwierigen Beginn in der neuen Heimat zu berichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem halben Jahr im niederösterreichischen Exil, übersiedelte die Bosnierin 1993 m<strong>i</strong>t ihrem Bruder ins oberösterreichische Wels, wo sie auch heute noch zuhause ist. Lejla Mulahmetovic: „Ich bin eine Autodidaktin, habe mir die deutsche Sprache selbst beigebracht“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Chancen genutzt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gleich nach ihrer Ankunft in Wels, erhielt die Neo-Oberösterreicherin eine Arbeitserlaubnis, sie kellnerte, half in einem Kindergarten und arbeitete im Verkauf einer Bäckerei. Eine Chance, die den Asylsuchenden im 21. Jahrhundert nur allzu oft verwehrt bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mulahmetovic wusste ihre Möglichkeiten aktiv zu nutzen – das vieldiskutierte Thema Integration, lebt sie. „Durch meine Jobs hatte ich viel Kontakt zu Deutsch sprechenden Menschen“, erinnert sich Mulahmetovic. „Du kannst dich mit der Zeit integrieren, wenn Du unter Menschen bist und sie reden hörst – dann kannst du diese Sprache auch erlernen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurde Filialleiterin eines Bio-Supermarkts und beschäftigte sich deshalb mit dem Wareneinkauf, nebenbei konnte Mulahmetovic ihre Ausbildung in Österreich nostrifizieren lassen – schließlich wurde sie Einkäuferin in einem Großhandelsbetrieb. Als dieser Pleite ging wechselte sie zur oberösterreichischen TGW, ein Unternehmen für Intralogistik. Heißt: logistische Abläufe für Wareneingang, Lagerung und Warenausgang werden geplant, hergestellt und ausgeführt. Bei TGW, das zur Metallbranche gehört, ist Lejla Mulahmetovic heute stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Rund 1.400 Angestellte werden aktuell von ihr vertreten. Die Firma hat sich auf hochautomatisierte Lagerlösungen spezialisiert, entwickelt und produziert u.a. Software, Robotik oder mechatronische Module selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lejla Mulahmetovic wurde die erste Frau im Unternehmen, die den Einkauf im Bereich Elektrotechnik verantwortete – etwas, das die Welserin zu Recht stolz macht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aktiv im Betriebsrat</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei TGW Logistics wurden Betriebsratskolleg:innen auf die engagierte Einkäuferin aufmerksam und erkundeten, ob sie auch Interesse an einer Betriebsrats-Mitarbeit hätte. Lejla Mulahmetovic muss schmunzeln: „Ich habe vor 11 Jahren sofort zugesagt, ohne zu wissen, worauf ich mich da einlasse – dass ich fundiertes Wissen über Betriebsratsarbeit brauche, war mir aber schon bewusst.“ Sie absolvierte bald die Zukunftsakademie der AK Oberösterreich, machte die Ausbildung zur Laienrichterin und besuchte zusätzlich weitere Kurse. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich kann sagen, ich habe jetzt zu meiner Berufung gefunden&#8220;</p>
<cite>Lejla Mulahmetovic, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei TGW Logistik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Inhalte haben sie sehr interessiert. „Ich kann sagen, ich habe jetzt zu meiner Berufung gefunden&#8220;, erklärt die Betriebsrätin. 2020 wurde sie für die Tätigkeit freigestellt. Und bald wartet noch mehr Arbeit auf sie. „Im Sommer werden wir fusionieren und damit doppelt so viele Mitarbeiter:innen sein“, erzählt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Sorgen macht sie sich deshalb nicht und betont: „Wir sind ein großes und gut funktionierendes Unternehmen“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gefragte Ersthelfer:innen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist nicht selbstverständlich. Gerade in letzter Zeit war die Metallindustrie in Oberösterreich von mehreren Insolvenzen und Betriebsschließungen betroffen,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Thema, dass auch die TGW-Mitarbeiter:innen belastet. Und sie nehmen diese Sorgen auch an ihren Arbeitsplatz mit. Zudem zählen arbeitsrechtliche Angelegenheiten zur typischen Betriebsratsarbeit: „Wir fungieren aber auch als psychologische Ersthelfer und versuchen selbstverständlich, auch ganz Konkretes zu erreichen.“ Das wirkt sich auch auf die regionale Ebene aus: Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und seit kurzem auch Freiwillige bei den Rettungsdiensten erhalten von der Firma Sonderurlaub für Schulungen, und ihre Einsätze werden als Arbeitszeit anerkannt. Gerade in ländlichen Regionen ist dieses Ehrenamt ein zentraler Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Wir fungieren aber auch als psychologische Ersthelfer und versuchen selbstverständlich, auch ganz Konkretes zu erreichen.“</p>
<cite>Lejla Mulahmetovic, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei TGW Logistik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der direkte Kontakt zu Belegschaft ist ihr sehr wichtig. „Ich will wissen, wie es meinen Kolleg:innen geht“, sagt sie. Das persönliche und organisatorische Engagement nimmt viel Zeit in Anspruch. „Es gibt schon oft 12 Stunden Arbeitstage.“ Deshalb versucht sie an einem normalen Wochenende abzuschalten. „Das funktioniert freilich nicht immer. Wenn es Nachrichten von Menschen gibt, die eigentlich nicht am Wochenende schreiben, dann sehe ich mir diese natürlich an“, erzählt die Betriebsratsvorsitzende-Stellvertreterin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vorurteile gegen Frauen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die gut beschäftigte Welserin ist aber auch als ÖGB-Frauenvorsitzende für Wels und Wels Land tätig. Frauenrelevante Themen will Lejla Mulahmetovic besser sichtbar machen. „Wir sind eine feine Truppe von engagierten Frauen“, berichtet&nbsp; die Gewerkschafterin und freut sich, dass das gemeinsame Engagement „wirklich gut funktioniert“. „Schön wäre wirklich gelebte Gleichbehandlung, aber leider braucht es dazu noch diese Gremien“, sagt Mulahmetovic. „Besonders bei den höheren Gehältern ist der Gender Pay Gap groß“, stellt Mulahmetovic fest. „In der Gastronomie werden Kellnerinnen und Kellner eher gleich entlohnt – sie bekommen beide ein niedriges Gehalt.“ Doch dort, wo es um weitaus höhere Bezüge geht, etwa bei Jurist:innen, Ärzt:innen, Techniker:innen, weitet sich der Graben. Es sind auch dort allerlei Vorurteile und Klischees in den Köpfen verankert, Frauen müssen sich offensichtlich doppelt beweisen – insbesondere in den besser bezahlten Branchen und Berufen. „Und sobald ein Kind zum Leben gehört, wird ihr berufliches Engagement verzögert oder total abgedreht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie setzt sich dafür ein, dass sich dieser Missstand früher oder später ändert. „Am Ende des Tages lohnt es sich“, schiebt Lejla Mulahmetovic etwaige Zweifel beiseite. „Wenn ich nichts tue, darf ich nicht erwarten, dass irgendein anderer Mensch etwas für mich richtet“, sagt sie bestimmt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Dank von der Belegschaft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wer empathisch und kommunikativ ist mit der Belegschaft und der Geschäftsführung reden kann und dabei die richtige Balance findet, dazu Teamfähigkeit und diplomatisches Geschick beweist, ist in der Arbeitnehmer:innen-Vertretung gut aufgehoben. Verbesserungen werden oft in kleinen Schritten erreicht. Das kommt auch bei den Mitarbeiter:innen an. Immer wieder einmal bedanken sich Menschen für ihr Engagement. „Manchmals zu Weihnachten für Dinge, die im März geschehen sind und an die ich mich kaum noch erinnere“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vorbild für ihre Kinder</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie einmal nicht unter Strom steht, geht sie gerne in die Natur.„Bei meinen Wanderungen kann ich wirklich gut abschalten.“ Abseits davon verbringt Lejla Mulahmetovic ihre Freizeit am liebsten mit ihren Töchtern und Freundinnen, geht ins Kino und Theater. Auf ihre Töchter 23 und 27 Jahre ist sie sehr stolz. „Ich bin anscheinend ihr Vorbild“, sagt sie. Die Ältere ist als Juristin in der Arbeiterkammer tätig. „Da habe ich doch gute Arbeit geleistet“, wirft Mulahmetovic lachend ein. Die Jüngere studiert Finanzwesen und ist Gewerkschaftsmitglied. Und was der leidenschaftlichen Kämpferin für Gerechtigkeit noch Kraft gibt, das ist die Liebe. Nach 30 Jahren hat sie ihre Schul- und Jugendliebe aus Sarajevo wieder gefunden. Beide genießen nun ihr Glück in Wels.<br><br></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>RAITEC: Der Betriebsrat als Feuerwehr</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/12/09/raitec-der-betriebsrat-als-feuerwehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 13:17:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Gress]]></category>
		<category><![CDATA[RAITEC]]></category>
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					<description><![CDATA[Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen liegt der gewerkschaftliche Organisationsgrad bei RAITEC in Klagenfurt bei rekordverdächtigen 75 Prozent. Die beiden Betriebsratsvorsitzenden sind überzeugt: „Wir sind die Schmiere im Getriebe“. Als Silvio Esterl und Josef Ramsbacher ihre Jobs in der IT-Branche antraten, war das Faxgerät das Kommunikationsmittel der Wahl. Hatte man eine Faxnachricht abgeschickt, dauerte es im Regelfall drei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-22461" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-1024x681.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-768x511.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-1536x1022.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-2048x1363.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Raitec-BR-2-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">V.l.n.r. Christian Ogris, Josef Ramsbacher, Silvio Esterl, Adrian Schweigreiter<br>Foto: privat</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen liegt der gewerkschaftliche Organisationsgrad bei RAITEC in Klagenfurt bei rekordverdächtigen 75 Prozent. Die beiden Betriebsratsvorsitzenden sind überzeugt: „Wir sind die Schmiere im Getriebe“.</strong></p>



<span id="more-22460"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Als Silvio Esterl und Josef Ramsbacher ihre Jobs in der IT-Branche antraten, war das Faxgerät das Kommunikationsmittel der Wahl. Hatte man eine Faxnachricht abgeschickt, dauerte es im Regelfall drei bis vier Tage, bis eine Antwort retour kam. Gemütliche Zeiten. Heute, rund 30 Jahre später, trudeln im Minutentakt Mails und Chatnachrichten ein. Und während Faxgeräte längst aus den Büros verbannt wurden, werden Arbeitsabläufe Tag für Tag schneller – und komplexer. Nicht nur ihr Aufgabenbereich, auch ihr Arbeitgeber hat sich seither grundlegend verändert, wie Esterl und Ramsbacher zu berichten wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Esterl und Ramsbacher waren über Jahrzehnte Betriebsratsmitglieder im Rechenzentrum der Raiffeisen Landesbank Kärnten. Sie und 50 weitere Kolleg:innen wurden im Zuge einer Teilbetriebsauslagerung im August dieses Jahres in die RAITEC GmbH übernommen, einer der größten IT-Dienstleister in Österreich. Am Standort Klagenfurt sind die beiden neben ihrer regulären Tätigkeit seither auch Betriebsratsvorsitzende. Formell ist Esterl erster Vorsitzender, Ramsbacher sein Stellvertreter, praktisch sehen sie sich als „Doppelspitze“, die sich ihre Arbeit aufteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar ist auch RAITEC Teil der Raiffeisen-Gruppe, dennoch war die Auslagerung für die Mitarbeiter:innen mehr als ein bloßer Namenstausch. Teams und Zuständigkeiten änderten sich, die Mitarbeiter:innen wechselten vom Banken- in den IT-Kollektivvertrag. Esterl und Ramsbacher sahen ihre primäre Aufgabe darin, eine ordentliche Übertrittsvereinbarung für ihre Kolleg:innen auszuhandeln – denn Beschäftigte dürfen infolge einer Teilbetriebsauslagerung laut Gesetz nicht schlechter gestellt werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bindeglied und Schmiere</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch seitens der Geschäftsführung baute man auf den Betriebsrat. Das Risiko einer solchen Transformation ist, dass Mitarbeiter abspringen und viel wertvolles Knowhow auf einmal verloren geht.&nbsp; Der Betriebsrat sei das „Bindeglied zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeiter:innen“, heißt es auf der Unternehmenswebseite. Oder wie es Esterl formuliert: „Wir sind die Schmiere im Getriebe“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Betriebsratsarbeit verstehen Esterl und Ramsbacher als Handarbeit.<br>In vielen persönlichen Gesprächen haben sie sich ein Bild von den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen gemacht, um diese in die vielen Verhandlungsrunden einfließen zu lassen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen wachsam sein und aufpassen, dass das mühsam Erkämpfte nicht verloren geht.“</p>
<cite>Silvio Esterl, Betriebsratsvorsitzender bei RAITEC</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Erfolg: Rund 86 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich an der Betriebsratswahl, viele von ihnen traten anschließend der Gewerkschaft bei. „Es ist ein gewisses Momentum entstanden, das konnten wir nutzen“, sagt Esterl. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad am Standort liege aktuell bei rund 75 Prozent, für die Branche ein rekordverdächtiger Wert. „Es ist ein Wir-Gefühl entstanden, das fühlt sich gut an“.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Kampf um die Butterseite</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um dieses Wir-Gefühl auch bundesländerübergreifend zu etablieren, halten die eigenständigen Betriebsrät:innen sämtlicher Standorte einmal wöchentlich ein Online-Jour Fixe ab. Einen Konzernbetriebsrat gibt es nicht, daher sei ein reger Austausch mit den Kolleg:innen besonders wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Esterl und Ramsbacher ist bewusst, dass sie es mit ihrem neuen Arbeitgeber auch wieder gut getroffen haben. &nbsp;Trotzdem wollen sie ihre Arbeit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die aktuellen Verhandlungen zum IT-KV verlaufen zäh. In der ersten Verhandlungsrunde forderte die Arbeitgeber:innenseite eine Nulllohnrunde. „Das kam … überraschend“, formulieren es die beiden diplomatisch. Und wenn Esterl und Ramsbacher nach links und rechts blicken, in andere Länder und andere Branchen, stellen sie fest: Nichts ist in Stein gemeißelt, vielerorts werden soziale Errungenschaften gerade wieder einkassiert, sicher geglaubte Rechte rückgebaut.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fax und KI</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden RAITEC-Betriebsräte vergleichen Betriebsrat und Gewerkschaft mit einer Art „Hausversicherung“ – „die schließe ich auch nicht erst nach dem Brand ab“. In ganz Europa frisst die Inflation Einkommen auf, werden aktuell Sozialleistungen gekürzt, Unternehmen predigen „Zurückhaltung“ bei den Löhnen – während Milliarden in die Rüstungsindustrie gepumpt werden. „Wir müssen wachsam sein und aufpassen, dass das mühsam Erkämpfte nicht verloren geht“, betont Esterl. Und um im Bild zu bleiben: Wenn das Haus bereits lodert, dann seien Betriebsrat und Gewerkschaft „unsere Feuerwehr“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeitnehmer:innenrechte, Sozialleistungen und Betriebsräte wurden zu einer Zeit erkämpft, da war selbst an Faxgeräte noch nicht zu denken. Bei RAITEC in Klagenfurt arbeiten Esterl und Ramsbacher daran, dass diese Errungenschaften auch in Zeiten von Mail, Chats und KI erhalten bleiben.</p>



<div style="background:#d8eace; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Zu den Personen
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    <strong>Silvio Esterl</strong> und <strong>Josef Ramsbacher</strong> sind beide 51 Jahre alt und begannen beide Mitte der 1990er bei der Raiffeisen Landesbank Kärnten zu arbeiten. Vormals einfache Mitglieder haben sie im August 2025 den Betriebsratsvorsitz übernommen, Esterl als Vorsitzender, Ramsbacher als Stellvertreter.
  </p>

  <h4 style="color:#000000; margin:1em 0 0.5em; font-weight:700;">
    RAITEC
  </h4>

  <p style="margin:0;">
    Die RAITEC GmbH ist Teil der Raiffeisen-Gruppe und einer der größten Banken- und IT-Dienstleister Österreichs. Täglich wickelt RAITEC mehr als 50 Millionen Transaktionen auf mehr als 5.200 Servern ab. Der Unternehmenssitz befindet sich in Linz, mit regionalen Standorten in Innsbruck, Graz, Klagenfurt und Salzburg. Am Standort in Klagenfurt arbeiten rund 50 Personen, die von vier Betriebsrät:innen vertreten werden. Österreichweit beschäftigt RAITEC 650 Mitarbeiter:innen.
  </p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Betriebsratsarbeit ist Teamarbeit“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/12/01/betriebsratsarbeit-ist-teamarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2025 15:33:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Gombocz]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Gress]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderfreunde]]></category>
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					<description><![CDATA[Daniela Gombocz kommt mit Rollkoffer und Rucksack zum Termin. Ihre Betriebsratsarbeit beschreibt sie als „bunt“, vielseitig und herausfordernd.

]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large advgb-dyn-f6ff8cec"><img loading="lazy" decoding="async" width="1701" height="1275" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited.jpg" alt="" class="wp-image-22437" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited.jpg 1701w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited-300x225.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited-1024x768.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited-150x112.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited-768x576.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/12/Gombocz1CGress-edited-1536x1151.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1701px) 100vw, 1701px" /><figcaption class="wp-element-caption">Daniela Gombocz kommt mit Rollkoffer und Rucksack zum Termin. Ihre Betriebsratsarbeit beschreibt sie als „bunt“, vielseitig und herausfordernd.<br>© Johannes Greß</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit 14 Jahren arbeitet Daniela Gombocz bei den Kinderfreunden Steiermark. Angesichts von Kürzungen und Einsparungen sagt die Betriebsratsvorsitzende: „Ein solches Jahr hatten wir noch nie“.</strong></p>



<span id="more-22434"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Daniela Gombocz kommt mit Rollkoffer und Rucksack zum Termin. Zwischen dem dreitätigen Bundesforum der GPA in Wien und der Rückreise nach Graz hat sie Zeit für ein Treffen. Man könnte auch sagen: Gombocz ist eine vielbeschäftigte Frau. Aber zwischen ihren zahlreichen Terminen bleibt auch mal Zeit für einen Kaffee am Wiener Hauptbahnhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Betriebsrat – was ist das?“ antwortete Gombocz damals auf die Frage, ob sie mit auf die Liste des Wahlvorschlags kommen wolle. Als gebürtige Tschechin waren Betriebsräte für sie eine komplett neue Welt. Als Gombocz vor 14 Jahren zu den Kinderfreunden kam, fasste die Organisation um die 60 Mitarbeiter:innen, und das Prinzip betrieblicher Interessensvertretung war ihr noch unbekannt. Mehr aus Pflichtbewusstsein, denn aus Überzeugung, ließ sie sich als Ersatzmitglied auf „die Liste“ setzen. Es dauerte nicht lange, bis sie mit ihrer Rolle warm wurde.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Soziale Dienstleistungen sind kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Stabilität, Teilhabe und Zukunft.&#8220;</p>
<cite><em>Daniela Gombocz</em></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Als einen der ersten frühen Erfolge des Betriebsrats bezeichnet Gombocz, dass sie es schafften, die Kolleg:innen von einer „Betriebsratsumlage“ zu überzeugen. Gombocz tourte durch die Steiermark, von Standort zu Standort, um für die Einführung zu werben. Heute ist die Umlage fester Bestandteil der steierischen Kinderfreunde. Vom Lohnanteil, den sämtliche Beschäftigte abgeben, werden beispielsweise Zuschüsse für Weiterbildungen, den Schulstart der Kinder, für Gesundheit und Sport und vieles mehr für unsere Mitarbeiter:innen geleistet.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bunte Tätigkeit</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den damals zahlenmäßig überschaubaren Kinderfreunden Steiermark ist seither eine Organisation mit rund 300 Mitarbeiter:innen geworden. Im ganzen Bundesland bieten die Kinderfreunde zahlreiche Dienstleistungen für Familien, Kinder und Jugendliche an, u.a. im Rahmen der Nachmittagsbetreuungen, Kinderschutzzentren, Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Feriencamps und -betreuung, Kinder- und Jugendhilfe, Besuchsbegleitung und einiges mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gombocz ist seit acht Jahren Betriebsratsvorsitzende, 24 Wochenstunden ist sie freigestellt, ein paar Stunden pro Wochen arbeitet sie als Springerin in der Nachmittagsbetreuung. Ihre Betriebsratsarbeit beschreibt sie als „bunt“, vielseitig und herausfordernd: Ansprechperson bei Fragen, Problemen und Anliegen der Mitarbeiter:innen, informiere die Belegschaft im Newsletter über Neuerungen, Mitarbeiter:innen zu Gesprächen mit den Vorgesetzten begleiten, Verwaltung des Betriebsratsfond, Betriebsvereinbarungen verhandeln – die Liste ist lang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich sei eine gute Gesprächsbasis mit der Geschäftsführung, die habe sich im Vergleich zu ihrer Anfangszeit enorm verbessert. „Im Endeffekt haben wir alle das gleiche Ziel“, sagt Gombocz: Gute Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten. Mittelbar profitieren davon auch die Kinder und Jugendlichen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>„Wer bei Kindern spart, spart im falschen Bereich“</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kinderfreunde sind das eine, die Rahmenbedingungen das andere. Die Kürzungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene stellen eine große Herausforderung dar. „Ein solches Jahr hatten wir noch nie“, sagt Gombocz. Besonders die Kürzungen im Sozialbereich und die zahlreichen Belastungen für Familien bekommen sie zu spüren. So gingen beispielsweise die Anmeldungen zu den Feriencamps deutlich zurück. „Das ist belastend für alle, für die Geschäftsführung, für uns als Betriebsrat, die Mitarbeiter:innen – und vor allem die Kinder“. Die Kinderfreunde seien hier jedoch kein Einzelfall, anderen Organisationen ergehe es ähnlich. „Wer bei Kindern spart, spart im falschen Bereich“, ärgert sich Gombocz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion auf die Kürzungspolitik haben sich die Dachverbände mit der GPA zum „Bündnis Soziale Steiermark“ (BSS) zusammengeschlossen. Sie fordern eine „langfristige, faire und zukunftsorientierte Sozialpolitik“. Ihr Ziel ist es, die Bedeutung sozialer Arbeit sichtbar zu machen. „Soziale Dienstleistungen sind kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Stabilität, Teilhabe und Zukunft. Ohne soziale Sicherheit gibt es keine wirtschaftliche Stabilität – und keine Zukunft für die Steiermark“, so die Initiative in einer Aussendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Baustelle ist laut Gombocz der föderale Flickenteppich hierzulande. Dass Ausbildungszeiten oder Betreuungsschlüssel in der Steiermark andere sind als in benachbarten Bundesländern, kann sie nicht nachvollziehen. „Hier braucht es einheitliche Gesetze“, fordert Gombocz.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsarbeit als Teamarbeit</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Umso wichtiger sei ein ordentlicher KV-Abschluss. Doch der dürfte schwieriger werden denn je. Die <a href="https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/20304242/leere-kassen-der-hilferuf-der-sozialen-wirtschaft" aria-label="Kleine Zeitung">Kleine Zeitung</a> schrieb unlängst angesichts der Einsparungen von Bund, Ländern und Gemeinden vom „Hilferuf der sozialen Wirtschaft“. Arbeitgeber:innen wie Arbeitnehmer:innen sind bei den Verhandlungen in der Sozialwirtschaft auf das Wohlwollen der öffentlichen Hand angewiesen, denn die entscheidet übers Budget – und damit indirekt über den Gehaltsabschluss. Gombocz wünscht sich einen guten Abschluss – „das ist eine Frage der Wertschätzung!“. Langfristig brauche es – angesichts psychischer Belastung und Personalmangel – aber die 35 Stundenwoche sowie insgesamt mehr gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung für ihren Beruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Gombocz Richtung Graz aufbricht, wirft sie einen prüfenden Blick auf ihre Notizen und sagt: „Das Wichtigste ist: Betriebsratsarbeit ist Teamarbeit“. Bei der Vertretung der Interessen der Mitarbeitenden dürfe es keine Alleingänge geben, Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden. „So, jetzt habe ich alles gesagt.“ <em>Auf nach Graz!</em></p>



<div style="background:#f29073; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Zur Person
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Daniela Gombocz wurde in Pilsen (Tschechien) geboren und lebt in Graz. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern arbeitet seit 2011 bei den Kinderfreunden Steiermark, seit 2017 ist sie Betriebsratsvorsitzende. Sie ist außerdem FSG-AK Kammerrätin.
  </p>
  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Die Österreichischen Kinderfreunde gingen aus dem 1908 gegründeten „Arbeiterverein Kinderfreunde“ hervor. Die Kinderfreunde verstehen sich als Interessensvertretung von Kindern und Familien.
  </p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In der DNA festgelegt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/11/24/in-der-dna-festgelegt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 14:23:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Patzak-Windisch]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Erste Digital]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
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					<description><![CDATA[Birgit Patzak-Windisch ist stellvertretende Betriebsrats Vorsitzende bei Erste Digital, der IT-Tochter der Erste Group. Für sie ist Solidarität ein Grundprinzip, das auch im digitalen Zeitalter nichts von seiner Stärke verloren hat. Dabei wurde sie von ihrer Großmutter inspiriert. Immer wenn es Ärger mit den Eltern gegeben hat, wurde Birgit Patzak-Windisch&#160; von ihrer Zwillingsschwester vorgeschickt. „Das [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22411" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Birgit-Patzak-Windisch©Nurith-Wagner-Strauss_0182-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Birgit Patzak-Windisch vertritt als stellvertretende Betriebsrats-Vorsitzende die Beschäftigten bei Erste Digital und ist seit 2024 dafür auch freigestellt. <br>© Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Birgit Patzak-Windisch ist stellvertretende Betriebsrats Vorsitzende bei Erste Digital, der IT-Tochter der Erste Group. Für sie ist Solidarität ein Grundprinzip, das auch im digitalen Zeitalter nichts von seiner Stärke verloren hat. Dabei wurde sie von ihrer Großmutter inspiriert.</strong></p>



<span id="more-22410"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wenn es Ärger mit den Eltern gegeben hat, wurde Birgit Patzak-Windisch&nbsp; von ihrer Zwillingsschwester vorgeschickt. „Das Verhandeln ist bei mir in der DNA festgelegt!“, erklärt die 49-Jährige mit einem Schmunzeln. Denn immerhin ist sie ja die Ältere. „Ich bin exakt 9 Minuten und 30 Sekunden früher geboren als meine Schwester“. Dabei unterscheiden sich die Zwillinge nicht bloß durch blonde und dunkle Haare, sondern vor allem durch ihr Auftreten. Birgit Patzak-Windisch geht auf Menschen zu und redet gerne mit ihnen, ihre Schwester bleibt lieber zurückhaltend und überlässt der Älteren das Parkett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gebürtige Wienerin ist allerdings nicht die erste, die sich in ihrer Familie für andere einsetzt. Schließlich fungierte bereits ihre Großmutter in den 1970er-Jahren als Betriebsrätin des Warenhauses Gerngroß zudem war sie Kammerrätin in der Arbeiterkammer – eine „liebevolle, aber durchsetzungsstarke Frau, die sich zeitlebens für die Rechte anderer engagierte“, weiß Patzak-Windisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Oma war ein großartiges Vorbild, ihr Leben war davon geprägt, für andere da zu sein.“ Doch die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende ist sich auch sicher: „Ihre Gegnerin hätte ich nicht sein wollen“.&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Liebe zum Menschen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Den beruflichen Weg der Enkelin begleitete die Oma, die 94 Jahre alt wurde, mit guten Gesprächen und Lob: „Sie hat mir schon als Kind beigebracht man muss nicht laut sein, um stark zu sein, aber man muss mutig genug sein für andere einzustehen“. 2001 startete Birgit Patzak-Windisch im Erste Group Konzern in der Betriebsorganisation, leitete bald eine eigene Abteilung, übernahm 2005 die Funktion einer Ersatzbetriebsrätin und brachte 2007 ihre Tochter Anna zur Welt. Als Alleinerzieherin blieb ihr nur die Arbeit in Teilzeit übrig – allerdings in Großprojekten, die viel Verantwortung erforderten. Als ihre Tochter älter wurde, arbeitete sie wieder Vollzeit und brachte sich intensiv im Projektmanagement und im Betriebsrat ein. Beim Zusammenschluss zur Ersten Digital wurde sie zur Stellvertreterin der Betriebsrats-Vorsitzenden Elke Strasser gewählt. Seit Jänner 2024 ist sie für ihre Betriebsratstätigkeit freigestellt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Der Betriebsrat ist die Stimme der Belegschaft – aber auch eine Brücke zur Unternehmensleitung.“</p>
<cite><em>Birgit Patzak-Windisch</em></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin leidenschaftliche Betriebsrätin, bin gut im Organisieren und sorge dafür, dass die Leute das bekommen, was sie brauchen.“, erklärt die 49-Jährige. Dabei hat auch der Lehrgang in der Betriebsrät:innen-Akademie (BRAK) geholfen. „Für die tägliche Praxis sind die Inhalte bis heute Gold wert. Ich konnte mich während der Ausbildung extrem weiterentwickeln“, ist Patzak-Windisch dankbar. Denn in der BRAK gab es tolles Feedback und Anregungen. Früher war sie eingeschüchtert wenn sie vor mehreren Menschen reden musste. „Heute fällt mir das freie Sprechen bei einer Betriebsversammlung vor 1.800 Menschen leicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „echte Interesse für die Anliegen der Kolleg:innen“ macht gute Betriebsrät:innen aus. „Es geht darum, zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln“, gibt Patzak-Windisch Kolleg:innen, die sich für die Betriebsratsarbeit interessieren, mit auf den Weg. Teamfähigkeit, Fairness und die Bereitschaft sich in rechtliche und organisatorische Themen einzuarbeiten und die nötigen Kenntnisse zu erwerben,&nbsp; seien ebenso wichtig wie ein gutes Gleichgewicht zwischen Durchsetzungsvermögen und Dialogbereitschaft. Birgit Patzak-Windisch: „Der Betriebsrat ist die Stimme der Belegschaft – aber auch eine Brücke zur Unternehmensleitung.“ Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende gibt aber auch zu bedenken: „Wir bekommen natürlich auch persönliche Schicksale und schwierige Situationen mit, das macht die Aufgabe sehr anspruchsvoll aber eben auch wertvoll. Wir können konkret helfen, mitgestalten und etwas für die Kolleg:innen bewegen“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Für alle einstehen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die rund 1.800 Mitarbeiter:innen der Erste Digital stammen aus vielen unterschiedlichen Nationen. Vielfältig wie die Belegschaft sind auch die Herausforderungen. Birgit Patzak-Windisch ist etwa Ansprechpartnerin für arbeitsrechtliche Fragen, die durchaus komplex sein können. „In einer Branche, die sich rasant verändert, in der Prozesse automatisiert und Strukturen ständig neu gedacht werden, ist es umso wichtiger, dass die Solidarität untereinander auch im digitalen Zeitalter ihre Kraft beibehält“, so die Betriebsrätin.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Agile Teams, hybride Kommunikation, Mitbestimmung auf Augenhöhe sind wichtige Aspekte in einem modernen Unternehmen. Doch das Ziel sollte sein: dass jede und jeder gehört wird. „Meine Großmutter wäre stolz darauf, dass ihre Werte heute in einer modernen IT Welt weiterleben und ich bin stolz jeden Tag in diesem Sinne für meine Kolleg:innen einzutreten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar wächst die IT-Branche und ist wirtschaftlich stabil, doch die Auswirkungen der hohen Inflation machen auch vor den Kolleg:innen nicht halt. „Die steigenden Lebenserhaltungskosten sind branchenübergreifend eine große Herausforderung für alle Arbeitnehmer:innen in Österreich“, weiß die Wienerin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielfalt als Stärke</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach wie vor ist die IT-Branche männlich dominiert – der Frauenanteil liegt bei 20 Prozent, steigt aber kontinuierlich an. Birgit Patzak-Windisch arbeitet gerne im vielfältigen und internationalem Umfeld mit ihren Kolleg:innen zusammen<s>.</s> Besonders wichtig ist ihr, dass Frauen Entscheidungen, die für die gesamte Branche gelten, mitgestalten: „Frauen müssen auch auf Kollektivvertragsverhandlungsebene sichtbar sein – gerade in der IT“, stellt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Freizeit verbringt Birgit Patzak-Windisch, beim sportlichen&nbsp; Auspowern im Fitnessstudio. Auch Reisen und eine guten Lektüre am Strand genießt sie. Die gemeinsame Zeit mit der Familie – inklusive Labrador Bastian – gibt ihr Kraft. Tochter Anna engagiert sich derzeit in einem freiwilligen Sozialjahr und will im nächsten Herbst Medizin studieren. „Ich bin stolz auf Ihre Wertehaltung und auf den Mensch, der sie geworden ist“, stellt die Mama stolz fest. Auch sie hat noch längst nicht ausgelernt und büffelt für ihr Mediationsstudium an den Wochenenden. Dankbar ist sie ihrem Mann, der in den letzten Jahren einen großen Teil der Care Arbeit für seine Stieftochter übernommen hat und sie täglich unterstützt.</p>
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			</item>
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		<title>Kaffee und Arbeitsrecht</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/11/20/kaffee-und-arbeitsrecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 09:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/06]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsvereinbarung]]></category>
		<category><![CDATA[Molkerei]]></category>
		<category><![CDATA[Prolactal]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialplan]]></category>
		<category><![CDATA[Stephanie Millendorfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Stephanie Millendorfer ist Vorsitzende des Angestellten-Betriebsrats beim Hartberger Milchverarbeiter Prolactal. Sie fungiert als Ansprechpartnerin für rund 65 Angestellte und hat viele Verbesserungen durchgesetzt. Als Frau in einer typischen Männerbranche hält Millendorfer die Ohren für Rahmenbedingungen und Zustände offen, die geklärt oder verändert gehören: „Ich habe diese Funktion nicht angestrebt, aber ich habe erkannt, dass es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="696" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-1024x696.png" alt="" class="wp-image-22347" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-1024x696.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-300x204.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-150x102.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-768x522.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-1536x1044.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Stephanie-Millendorfer_Foto-Hannes-Schloegl_erweitert-2048x1392.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Stephanie Millendorfer ist seit 2021 Betriebsratsvorsitzende bei Prolactal. Das Rüstzeug für diesen Job hat sie sich in Seminaren der Gewerkschaft GPA angeeignet.</strong><br>© Hannes Schlögl</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stephanie Millendorfer ist Vorsitzende des Angestellten-Betriebsrats beim Hartberger Milchverarbeiter Prolactal. Sie fungiert als Ansprechpartnerin für rund 65 Angestellte und hat viele Verbesserungen durchgesetzt.</strong></p>



<span id="more-22345"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Als Frau in einer typischen Männerbranche hält Millendorfer die Ohren für Rahmenbedingungen und Zustände offen, die geklärt oder verändert gehören: „Ich habe diese Funktion nicht angestrebt, aber ich habe erkannt, dass es Führungsverantwortung braucht, um Verbesserungen für die Belegschaft zu erreichen.“ Millendorfers Funktion scheint die logische Folge ihrer Prinzipien und gelebten Ziele zu sein: „Ich möchte die Rechte der Beschäftigten mit Nachdruck vertreten und auch durchsetzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrer Ausbildung zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin startete Stephanie als Rezeptionistin eines Hotelbetriebes und engagierte sich als Ersatzmitglied des Betriebsrates. Die Fülle aus Anliegen und Nöten der Beschäftigten bekam sie aber erst nach ihrem Wechsel ins Büro des Molkereibetriebes, wo auch ihre Mutter als Betriebsrätin agierte, zu spüren: „Im Berufsalltag wurden viele Probleme nicht ernst genommen oder gingen einfach unter.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2016 wurde Millendorfer offiziell ins Team des Angestellten-Betriebsrats gewählt und bei der darauffolgenden Wahl zur Vorsitzenden gekürt. Damit ist sie seit 2021 „in einer Position, in der ich gehört werde.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ansprüche und Einstufungen müssen überprüft werden</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anliegen der Beschäftigten sind bunt gemischt, Lehrlinge wenden sich ebenso an die 38-Jährige und drei weitere Kolleg:innen im Betriebsratsteam wie ältere Beschäftigte kurz vor der Pension: „Manchmal geht es darum eine Gehaltsabrechnung nachzuvollziehen, ich überprüfe aber auch Verträge oder Gehaltssprünge und kontrolliere, ob Ansprüche richtig berechnet wurden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Basiskenntnisse dafür hat Millendorfer in Kursen und Schulungen der Gewerkschaft sowie vertiefend an der Gewerkschaftsschule Oberwart, die sie 2023 abgeschlossen hat, erworben – für sie „ein wichtiges Rüstzeug, um tatsächliche Missstände aufzeigen zu können: Kollektivvertrag und Arbeitsrecht müssen beachtet werden, daran führt kein Weg vorbei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Millendorfer intern auf Bereiche hinweist, in denen Verbesserungen möglich sind, tut sie das mit dem Ziel, positive Veränderungen anzustoßen und gemeinsam mit der Unternehmensleitung Lösungen zu entwickeln. Herausforderungen ergeben sich dabei vor allem aus der internationalen Struktur des Konzerns: der Geschäftsführer ist im November 2023 von Israel nach Österreich gezogen.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Millendorfer ist stets bemüht, die Sichtweise der Unternehmensleitung zu verstehen und in schwierigen Verhandlungen einen tragfähigen Mittelweg im Sinne beider Seiten zu finden. Sie sieht sich als Vermittlerin, wenn es um die Anwendung des österreichischen Arbeitsrechts geht, und betont, dass man gemeinsam mehr für die Belegschaft erreichen könne. Ein wertschätzendes Miteinander sei für sie die Grundlage einer langfristig erfolgreichen Zusammenarbeit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsvereinbarungen sichern Rechte langfristig</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Stolz ist Millendorfer auf eine Reihe wichtiger Betriebsvereinbarungen, die unter ihrer Ägide für Angestellte und teilweise auch für Arbeiter:innen abgeschlossen wurden. So wurde das Deputat, eine Abgeltung naturalrechtlicher Ansprüche, für alle Beschäftigten deutlich erhöht und an die Kollektivverträge gebunden: „Wir wollten die veraltete und zu geringe Zuwendung ablösen – nun wächst das Deputat mit den jährlichen Lohnsteigerungen mit und stärkt damit nachhaltig die Kaufkraft der Beschäftigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Thema im Betrieb ist die arbeitsrechtliche Einstufung vieler Beschäftigter. „Angestellte haben immer noch einige arbeitsrechtliche Vorteile, daher muss ich in vielen Fällen sehr genau prüfen, ob eine Einstufung als Arbeiter:in rechtens ist“; erklärt Millendorfer ihr Bemühen in Grenzfällen die Arbeitsabläufe zu analysieren und sich für Verbesserungen einzusetzen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„In meiner Position habe ich die Möglichkeit, die Anliegen der Belegschaft mit Nachdruck und Stärke zu vertreten und gehört zu werden.“</p>
<cite>Stephanie Millendorfer, Vorsitzende des Angestelltenbetriebsrates beim Milchverarbeitungsbetrieb Prolactal</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Als größte Herausforderung in ihrem kontaktintensiven Alltag beschreibt die 38-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne bei Ausflügen oder mit Freunden entspannt, herauszufiltern „welche Anliegen Einzelfälle sind und wo es wichtig ist, Lösungen zu finden, die für die Mehrheit der Beschäftigten eine echte Verbesserung bringen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bislang schwerste Rückschlag für die Belegschaftsvertreterin war der Sozialplan im August 2023 – eine Phase, die viele im Unternehmen forderte und schwierige Entscheidungen mit sich brachte. „Das war keine leichte Zeit, weder für die Betroffenen noch für uns als Vertretung“, sagt sie rückblickend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso mehr freut sie sich über kleine, aber spürbare Verbesserungen im Arbeitsalltag. Eine davon: kostenloser Kaffee für alle Arbeiter:innen und Angestellten bei Prolactal. „Ein gerechter und zeitgemäßer Pluspunkt“, wie sie betont – und ein Zeichen dafür, dass sich Beharrlichkeit am Ende doch auszahlt. Positiven Auftrieb spürt Millendorfer durch die „tägliche Wertschätzung und erreichte Verbesserungen: Die Kolleg:innen vertrauen mir und wissen es zu schätzen, dass ich mich für sie einsetze. Das ist die Sonnenseite der betriebsrätlichen Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft hat die Betriebsratsvorsitzende klare Ziele: mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern sowie eine stärkere Beteiligung von Frauen – auch im Betriebsratsgremium. „Das sind die nächsten wichtigen Schritte, damit Fairness und Chancengleichheit im Unternehmen weiterwachsen“, sagt sie.</p>
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		<title>Wo es noch keinen Kollektivvertrag gibt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/10/20/wo-es-noch-keinen-kollektivvertrag-gibt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 10:55:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Fachhochschule]]></category>
		<category><![CDATA[FH Joanneum]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kaja Unger]]></category>
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					<description><![CDATA[Die 21 heimischen Fachhochschulen gehören zu jenen nur zwei Prozent der Arbeitsplätze in Österreich, die über keinen Kollektivvertrag verfügen. Die Juristin Kaja Unger ist Betriebsratsvorsitze der FH JOANNEUM in der Steiermark und gehört zu jenen, die sich für einen Kollektivvertrag auch für diese Bildungsbranche einsetzen. 21 Fachhochschulen, das bedeutet derzeit auch: 21 verschiedene Entlohnungssysteme, 21 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-22327" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-1024x576.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-300x169.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-150x84.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-768x432.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger-1536x864.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/10/2025_Kaja_unger.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Kaja Unger, die Betriebsratsvorsitze der FH JOANNEUM in der Steiermark, ist überzeugt, dass ein Kollektivvertrag für die Fachhochschulen auch der Arbeitgeberseite nützt. </strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die 21 heimischen Fachhochschulen gehören zu jenen nur zwei Prozent der Arbeitsplätze in Österreich, die über keinen Kollektivvertrag verfügen. Die Juristin Kaja Unger ist Betriebsratsvorsitze der FH JOANNEUM in der Steiermark und gehört zu jenen, die sich für einen Kollektivvertrag auch für diese Bildungsbranche einsetzen.</strong></p>



<span id="more-22326"></span>



<p class="wp-block-paragraph">21 Fachhochschulen, das bedeutet derzeit auch: 21 verschiedene Entlohnungssysteme, 21 verschiedene Indexierungen oder Nichtindexierungen, 21 Arbeitszeitmodelle. „An einer FH muss ich in der Woche 22 Stunden unterrichten, an einer anderen 27, an einer dritten 14“, schildert Unger. Aber auch in der Verwaltung gebe es unterschiedliche Anforderungen: an manchen gelte die 38-Stunden-Woche, an anderen die 39-Stunden-Woche, es gebe allerdings auch Standorte mit einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Aber auch die Tätigkeitsbeschreibungen seien an den 21 Fachhochschulen nicht einheitlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorteil eines Kollektivvertrags für diese Form der Hochschulen liege auf der Hand, betont Unger. „Es gibt einen rechtlichen Rahmen, der für alle verbindlich ist. Es gibt einen gleichwertigen Entgeltrahmen, der für ganz Österreich gilt und es leichter macht, Mitarbeiter:innen anderer Fachhochschulen zu beschäftigten. Und es gibt weniger Konflikte, weil sich der Einzelne nicht mehr unfair behandelt fühlt.“ Dass dann nicht mehr mit jedem einzelnen neuen Mitarbeiter oder jeder einzelnen neuen Mitarbeiterin ein Arbeitsvertrag ausverhandelt werden müsste, wäre auch für die Arbeitgeber:in-Seite von Vorteil.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"> „Es gibt einen rechtlichen Rahmen, der für alle verbindlich ist. Es gibt einen gleichwertigen Entgeltrahmen, der für ganz Österreich gilt und es leichter macht, Mitarbeiter:innen anderer Fachhochschulen zu beschäftigten. Und es gibt weniger Konflikte, weil sich der Einzelne nicht mehr unfair behandelt fühlt.“</p>
<cite>Kaja Unger, Betriebsratsvorsitze der FH JOANNEUM in der Steiermark</cite></blockquote>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Vorbilder für einen Fachochschul-Kollektivvertrag </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gäbe es für einen Fachhochschul-KV Vorbilder? Unger nennt hier auf der einen Seite die Unis, auf der anderen die Pädagogischen Hochschulen. Das Spezifikum der FH seien aber die privaten Träger der Einrichtungen. Hier bräuchte es ein kollektivvertragstaugliches Gremium, in dem die Arbeitgeber:innen organisiert seien. Die Bildung einer solchen Körperschaft – etwa in Form eines Vereins oder Verbands – wollen die Betriebsräte an den FH mit Unterstützung der GPA erreichen, so Unger, wobei es nicht an allen Fachhochschulen Betriebsratsgremien gibt. Das sei derzeit nur an 16 FH der Fall. Ideal wäre zudem, wenn die Arbeitgeber:innen-Seite sich hier freiwillig zusammenschließt und nicht erst per Gesetz dazu gedrängt werden müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verhandlungsgegenüber auf Regierungsseite ist bei diesem Vorhaben Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ). Sie habe selbst an einer FH gearbeitet, erzählt Unger, und kenne daher auch die spezifische Problematik. Mit ihr seien die Betriebsrät:innen an der FH diesbezüglich auch bereits ins Gespräch gekommen, als diese noch gar nicht Ministerin gewesen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ideale Fahrplan sähe so aus, dass die Geschäftsführungen der FH zumindest bis Ende 2027 bereit wären, eine Körperschaft zu gründen, die kollektivvertragsfähig ist. Für die KV-Verhandlungen an sich wären dann – wenn man sich etwa die Entstehung des Unikollektivvertrages im Rückblick ansehe – weitere fünf Jahre ein realistischer Zeitrahmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erfolgreich gegen Kettendienstverträge</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Doch bis es so weit ist, arbeitet Unger an der FH JOANNEUM, an der es seit 2017 eine umfangreiche „Vertragsschablone“ gebe, bereits im Rahmen ihrer Möglichkeiten an weiteren Verbesserungen für die insgesamt 850 Mitarbeiter:innen in Verwaltung und Lehre. Gelungen sei etwa die Beschränkung auf nur mehr zwei Mal befristete Verträge, danach sind die Arbeitsverhältnisse inzwischen unbefristet. „Damit gibt es nun weniger Kettendienstverträge.“ Von diesen problematischen Verträgen besonders betroffen gewesen seien Frauen. Warum? „Weil Männer härter verhandeln. Sie sagen mehrheitlich, ich komme nicht, wenn ich keinen unbefristeten Vertrag bekomme. Frauen verlassen sich dagegen eher auf die Zusage, dass es nach einer anfänglichen Befristung dann zu einer Verlängerung kommt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen ist Unger aber auch noch in einem anderen Bereich ein Dorn im Auge: bei den Prämienzahlungen. Da diese gehaltsabhängig sind und Männer tendenziell ihre Verträge besser ausverhandeln, fallen auch die Prämien höher aus. „Das ist nicht fair. Wenn ich schon ein hohes Gehalt habe, brauche ich nicht auch noch eine hohe Prämie.“ Hier versucht sie aktuell mit der Geschäftsführung ins Gespräch zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unger ist derzeit zudem damit beschäftigt, sich die Stellenbeschreibungen aller Mitarbeiter:innen anzusehen. Im Sommer 2026 muss auch in Österreich die Entgelttransparenzrichtlinie der EU umgesetzt sein. Im Hinblick darauf wolle sie bereits entsprechend vorbereitet sein, indem sie eben jetzt schon schaue, wer Aufgaben erfülle, die mit dem aktuellen Gehalt nicht ausreichend entlohnt würden und diese Mitarbeiter:innen daher eigentlich höher einzustufen wären. Diese Richtlinie biete gerade an den FH eine positive Perspektive. „Da hat man dann zumindest etwas in der Hand, wenn man keinen Kollektivvertrag hat.“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Freude an der Betriebsratsarbeit wurde Unger übrigens bereits von ihrer Mutter vorgelebt. Diese sei Betriebsratsvorsitzende in einem sehr großen internationalen Konzern gewesen, erzählt die Tochter. „Da habe ich mitbekommen, was es für Schwierigkeiten im Unternehmen gab und wie man sich für Mitarbeiter:innen einsetzen kann.“ Sie selbst sei zudem „ein kommunikativer Typ“, sie rede gerne und sei gerne mit Leuten zusammen – allesamt gute Voraussetzungen für die Betriebsratsarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Betriebsrat an der FH JOANNEUM, für die sie seit 2005 tätig ist, gehört sie seit 2009 an. Seit 2015 ist sie die Vorsitzende der Belegschaftsvertretung und inzwischen nur mehr zwölf Stunden pro Woche in der Lehre tätig. Für 28 Stunden ist sie als Betriebsrätin freigestellt. Insgesamt teilen sich an der FH JOANNEUM vier Betriebsrät:innen 80 Stunden Freistellung. Da es mehrere Standorte gebe, habe sich das als sehr praktikabel herausgestellt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeit und Freizeit trennen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ernst nimmt Unger eine gewisse Trennung von Arbeit und Freizeit. Abends ist sie für Mitarbeiter:innen zwar unter der Woche zwar meist erreichbar, auch angesichts des Umstands, dass in der Lehre tätige Kolleg:innen oft untertags nicht telefonieren können. Am Wochenende wüssten die Mitarbeiter:innen aber, dass sie wirklich nur in ganz dringenden Fällen anrufen sollen. Und ist sie auf Urlaub, dann ist das Telefon umgeleitet. Urlaub bedeutet für Unger übrigens vor allem eines: Entspannung. „Ich liege da lieber am Strand als Besichtigungstouren zu machen.“ Im Alltag sucht sich Unger, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die noch zur Schule geht, in Gaz lebt, ihren Ausgleich vor allem beim Garteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sie in ihrer Rolle als Betriebsrätin lernen musste? „Ich suche immer gleich nach Lösungen. Aber diese Lösungen werden von den Mitarbeiter:innen nicht immer angenommen.“ Geholfen habe ihr hier die Konfliktlotsenausbildung der Gewerkschaft, die sie ebenso absolviert habe wie die beiden Basiskurse. „Was ich dort gelernt habe: ich kann Lösungswege vorgeben, aber jeder muss dann selbst seinen Weg gehen.“ Das sei auch deshalb ein wichtiger Grundsatz, weil andernfalls die eigene psychische Gesundheit leiden würde.</p>



<div style="background:#f29073; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Zur Person
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Kaja Unger, geb. 1974, studierte und promovierte in Rechtswissenschaften an der Uni Graz, danach absolvierte sie ergänzend einen Lehrgang für IT-Recht. Zunächst im Bankenbereich und nebenberuflich an der Fachhochschule Kärnten tätig, seit 2005 an der Fachhochschule JOANNEUM.
  </p>
  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Einstieg als Mitarbeiterin der Rechtsabteilung, seit 2007 auch in der Lehre tätig (IT-Recht, Arbeitsrecht, Datenschutzrecht), seit 2012 ausschließlich Lehrende. Mitglied des Betriebsrats seit 2009, seit 2015 hat sie den Vorsitz inne. Unger lebt mit ihrer Familie in Graz.
  </p>
</div>

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