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		<title>Jeder Handgriff zählt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 08:07:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2026/4]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
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		<category><![CDATA[AUVA]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Traumazentrum Wien, Standort Meidling, arbeiten viele Berufsgruppen eng zusammen. Ein Rundgang durch ein Haus, in dem Teamarbeit keine Floskel ist.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22982" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09691-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für Intensivpfleger Johann Windischhofer ist der Zusammenhalt mit den Kolleg:innen für die Arbeit unerlässlich.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Traumazentrum Wien, Standort Meidling, arbeiten viele Berufsgruppen eng zusammen. Ein Rundgang durch ein Haus, in dem Teamarbeit keine Floskel ist.</strong></p>



<span id="more-22981"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Betritt man das Traumazentrum Wien am Standort Meidling während der einmal im Jahr vorgeschriebenen Wartungsphase im OP-Bereich, wirkt das Haus fast ruhig. Gleich beim Eingang trifft man Drazenka Stupar, die den Sachverhalt aufklärt. Sie ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP) und seit rund 20 Jahren in dem von der AUVA betriebenen Krankenhaus tätig. Seit einem Jahr arbeitet sie in der Erstuntersuchung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wartungsphase findet regelmäßig statt. In dieser Zeit werden Geräte gewartet oder ausgetauscht, die im Operationsbetrieb unerlässlich sind. Leistungen, die normalerweise auf die beiden Standorte des Traumazentrums Wien aufgeteilt sind, übernimmt dann unter anderem der Standort Brigittenau. In Meidling ist es deshalb an diesem Tag deutlich leiser als sonst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Stille trügt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es außerhalb solcher Pausen aussieht? „Da geht es manchmal schon drunter und drüber“, erzählt Stupar. An manchen Tagen kommen rund 50 Rettungstransporte ins Haus. Dann sitzt sie in einer von drei Kabinen, in denen Unfallverletzungen erstuntersucht und behandelt werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22984" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09548-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Drazenka Stupar ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und würde sich auf jeden Fall wieder für ihren Beruf entscheiden.<br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle Patient:innen kommen auf demselben Weg. „Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten“, ergänzt Betriebsratsvorsitzender Robert Rois. „Gehend oder über den Himmel.“ Gehend bedeutet: Patient:innen suchen das Krankenhaus selbst auf, oft mit weniger schweren Verletzungen. „Über den Himmel“ meint die Einlieferung mit dem Rettungshubschrauber – meist bei besonders schweren Verletzungen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="468" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-1024x468.jpg" alt="" class="wp-image-22991" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-1024x468.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-300x137.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-150x69.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-768x351.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-1536x703.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09757-2048x937.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Auch in der Nacht arbeiten die Beschäftigten im Traumazentrum mit vollem Einsatz. Im Bild zu sehen ist der neue Landeplatz für Hubschrauber.<br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Das Team zählt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese unterschiedlichen Wege müssen koordiniert und nach Dringlichkeit abgewickelt werden. Dafür braucht es Erfahrung, klare Abläufe und vor allem Vertrauen. „Es ist so wichtig, dass wir als Team funktionieren“, sagt Stupar. „Wenn jemand mit einer Schädelblutung kommt, muss ich mich darauf verlassen können, dass immer jemand auf diese Person schaut. Da kann sich der Zustand in jeder Sekunde verändern.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Es ist so wichtig, dass wir als Team funktionieren.&#8220;</p>
<cite>Drazenka Stupar, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Während sie das erzählt, wirkt Stupar ruhig und konzentriert. Woher sie diese Gelassenheit nimmt? Sie lächelt. „Das habe ich von meiner Mutter.“ Außerdem gebe es viele Fortbildungen, zuletzt habe sie eine zu mentaler Stärke besucht. An ihrer Berufswahl zweifelt sie nicht: „Wenn ich meinen Beruf wieder wählen könnte, würde ich wieder Krankenpflegerin werden.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der Anmeldung zur Behandlung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anmeldung findet für viele Patient:innen beim Schalter der Erstuntersuchung statt. Dort, im ersten Stock, arbeitet Saskia Ring. Die medizinische Verwaltungsassistentin hat ursprünglich eine Lehre im Einzelhandel absolviert, war später in einer Ordination tätig und kam schließlich zur AUVA. Am Schalter nimmt sie die Daten der Patient:innen auf. Auch Rettungsteams kommen nach der Übergabe zu ihr, um Patient:innen anzumelden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22983" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09735-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die medizinische Verwaltungsassistentin Saskia Ring weiß oft schon, was der Arzt ihr sagen wird, bevor er es ausgesprochen hat.<br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit rasch gearbeitet werden kann, muss auch hier jedes Rad ins andere greifen. Ring ist nicht nur am Schalter tätig, sondern auch in der Kabine bei der Untersuchung dabei. Sie dokumentiert Befunde, organisiert weitere Schritte wie Röntgenaufnahmen und verschriftlicht Diagnose und Behandlung. Eingespielt zu sein zahlt sich aus. „Ich weiß oft schon, was mir der Arzt sagen wird, bevor er überhaupt zu diktieren beginnt“, sagt sie.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Koordination im Schockraum</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wichtig diese Zusammenarbeit ist, betont auch Ali Zadehmohammad. Der Facharzt für Orthopädie und Traumatologie beschreibt das Miteinander im Haus als besondere Stärke: „Ich finde hier ganz besonders, wie gut man als Team auf Augenhöhe zusammenarbeitet – über alle Berufsgruppen hinweg. Das macht sehr viel für das Arbeitsklima aus und ist essenziell, damit unsere Arbeit gut funktioniert.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22987" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09627-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für Facharzt Ali Zadehmohammad ist die respektvolle Teamarbeit eine zentrale Säule der Arbeit.<br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders sichtbar wird das in kritischen Situationen, etwa im Schockraum. Dort werden Schwer- und Schwerstverletzte interdisziplinär versorgt. Die Abläufe sind genau abgestimmt. Ein Ganzkörper-CT ist in ein bis zwei Minuten durchgeführt, ein kompletter Laborbericht liegt nach rund 40 Minuten vor – und das zu jeder Uhrzeit. So können Verletzungen rasch erkannt und Patient:innen möglichst gut behandelt werden. Wenn es notwendig ist, kann im Schockraum sogar operiert werden.<br>„Beim Schockraum sitzt jeder Handgriff“, sagt Zadehmohammad. „Da ist unser Team absolute Weltklasse, jeder weiß, was er zu tun hat.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Beim Schockraum sitzt jeder Handgriff. Da ist unser Team absolute Weltklasse.&#8220;</p>
<cite>Ali Zadehmohammad,  Facharzt für Orthopädie und Traumatologie </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Für ihn ist die Arbeit auch deshalb besonders, weil man oft rasch ein Ergebnis sieht. „Ein gebrochener Knochen wird wieder eingerichtet und wir können uns um die Nachsorge kümmern.“ Diese Nachsorge sei entscheidend, damit die Heilung möglichst gut verläuft. Dazu gehört auch, Patient:innen persönlich zu erklären, wie die Operation verlaufen ist und worauf nun geachtet werden muss. Allein dieses Gespräch mache einen großen psychologischen Unterschied, sagt Zadehmohammad. Zugleich erfahre er dabei viel, das er für künftige Operationen mitnehmen könne.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22990" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09559-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Im Schockraum sitzt jeder Handgriff. Das rettet Leben. <br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Ideale Arbeitsbedingungen schaffen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Schockraum sind oft neun bis zehn Personen anwesend. Einer von ihnen ist Harry Danciu. Der OP- und Gipsassistent achtet unter anderem darauf, dass Patient:innen richtig gelagert sind. Je nach Eingriff sieht das anders aus. „Ich schaffe ideale Arbeitsbedingungen für den Chirurgen“, sagt Danciu. „Bei einer Schulteroperation muss ich zum Beispiel auch darauf achten, dass der Kopf gut fixiert ist.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22986" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/DSC09717-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>OP- und Gipsassistent Harry Danciu betont: &#8222;Wir arbeiten mit Menschen.&#8220;<br></strong>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade bei ungeplanten Operationen muss das schnell gehen. Etwa dann, wenn eine Knieoperation vorbereitet wird und plötzlich ein Patient mit Polytrauma eingeliefert wird. Danciu ist direkt bei der Übergabe durch das Notarztteam dabei. Für ihn bedeutet das: von der ersten Sekunde an zuhören, mitdenken und relevante Informationen rasch weitergeben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Faktor Mensch</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Gipszimmer ist seine Arbeit gefragt. Dort führt Danciu Nachbehandlungen durch, etwa wenn ein Gips geschlossen oder repariert werden muss. Hier ist ihm der persönliche Kontakt besonders wichtig. „Wir müssen oft schnell arbeiten“, sagt er. „Im Gipszimmer nehme ich bei der Arbeit Augenkontakt auf und spreche noch einmal alles durch, was es zu beachten gilt. Ich merke, dass sich die Patient:innen dann wohler fühlen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Satz fasst zusammen, worum es trotz aller Technik, Geschwindigkeit und Routine immer geht: „Wir arbeiten mit Menschen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Engmaschig betreut</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Schockraum führt der Weg von Patient:innen manchmal weiter auf die Intensivstation. Dort ist die Betreuung besonders eng. „Hier betreut eine Intensivpflegekraft einen Patienten oder eine Patientin“, erklärt DGKP Johann Windischhofer, der eine Sonderausbildung im Intensivbereich hat. Der akademisch geprüfte Intensivpflege-Experte schildert, warum dieser Betreuungsschlüssel notwendig ist. Hier werden etwa Patient:innen mit schweren Schädel-Hirn- oder Wirbelsäulentraumata versorgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dienst dauert rund 12,5 Stunden. Das ist nicht nur körperlich sehr fordernd: „Es gibt wenig Berufe, in denen die psychische Belastung so groß ist. Man ist auch mit viel Trauer konfrontiert.“ Gerade deshalb sei das Team so wichtig. „Die Stärke des Teams ist, dass wir das gemeinsam durchleben.“ Unterstützung gibt es auch durch ein psychologisches Team, das jeden Tag auf die Station kommt, so Windischhofer. Ebenso wichtig sei der Austausch untereinander, die Arbeit schweiße zusammen. Das Team ist divers, die Lebensphasen sind unterschiedlich – und doch funktioniert das Miteinander.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wenn der Rahmen passt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass dieses Zusammenspiel möglich ist, hat auch mit Rahmenbedingungen zu tun. Die AUVA finanziert sich wesentlich über Beiträge der Arbeitgeber. Wenn Leistungsanpassungen gefordert werden, stößt das im Haus auf Unverständnis. „Da wird mir leicht übel“, sagt Betriebsratsvorsitzender Robert Rois. „Es gab schon zwei Kürzungen. Das ist für uns eine schwierige Situation, weil wir ja trotzdem die Leistungen in vollem Umfang aufrechterhalten müssen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Rundgang durch das Traumazentrum Meidling ist klar, was hinter diesen Leistungen steht: Kolleg:innen, die unter hohem Druck präzise arbeiten, einander vertrauen und in entscheidenden Momenten gemeinsam handeln. Und selbst an einem „ruhigen“ Tag wie diesem zeigt sich mit jeder Stunde deutlicher, wie sehr die anfängliche Ruhe getäuscht hat: Um 22 Uhr ist der Wartebereich bei der Erstuntersuchung bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kolleg:innen arbeiten auf Hochtouren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
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		<title>&#8222;Kleine Veränderungen wirken!&#8220;</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/29/kleine-veraenderungen-wirken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 08:05:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2026/4]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Peter Hutter]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltmedizin]]></category>
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					<description><![CDATA[Katrin Skala von den Psychosozialen Diensten in Wien erklärt, warum Mitsprache und gute Arbeitsbedingungen wichtig sind – und warum man sich früh Hilfe holen sollte.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1940" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-23021" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-scaled.jpg 2560w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-300x227.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-1024x776.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-150x114.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-768x582.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-1536x1164.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Hutter_Ketzer.jpg-2048x1552.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hans-Peter Hutter leitet die Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin der MedUni Wien. Er erklärt, auf welche Belastungen am Arbeitsplatz geachtet werden sollte und wie gegengesteuert werden kann.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: Aktuell schreiben wir Temperatur-Rekordwerte. Wie wirkt sich das auf den Körper aus?<br>Hans-Peter Hutter:</strong> Das ist eine sehr starke Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Das Herz muss viel mehr arbeiten, um den Körper abzukühlen, wenn die Körperkerntemperatur angestiegen ist. Man wird nicht nur müder, sondern ist auch mental teils deutlich weniger leistungsfähig. Diese Herausforderung wird oft nicht ernst genug genommen.<br><br><strong>Welche Belastungen am Arbeitsplatz werden oft unterschätzt?<br></strong>Es wird häufig unterschätzt, wie wirksam schon kleine Veränderungen sein können: ergonomische Arbeitsgeräte, eine gute Sitzposition oder ein besser eingerichteter Arbeitsplatz. Ein weiterer Faktor ist der zunehmende Druck in der Arbeitswelt. Das hinterlässt vor allem auf der psychischen Ebene Spuren. Gleichzeitig muss man hervorheben: Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, Problemen vorzubeugen oder Abhilfe zu schaffen. Das sind wichtige Errungenschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche dieser Errungenschaften ist am bedeutsamsten?</strong><br>Die arbeitsmedizinische Betreuung. Von Mutterschutz bis zur Bekämpfung von Berufskrankheiten. Und natürlich das Arbeitsinspektorat, das überprüft, ob Vorschriften eingehalten werden. Es gibt auch Unternehmen, die zeigen, dass sie die Gesundheit der Beschäftigten ernst nehmen. Manche stellen Tischtennistische im Pausenraum auf, andere schaffen Grün-Oasen im Gebäude zur Entspannung. Auch Mobilitätsangebote, Fahrgemeinschaften oder gefördertes Radfahren spielen immer mehr eine Rolle. Davon war vor 20 Jahren kaum die Rede.<br><br><strong>Wie geht es Kolleg:innen in Großraumbüros?</strong><br>Man ist zahlreichen Lärmquellen ausgesetzt, die noch dazu sehr unterschiedlich sind: Zwei Kolleg:innen besprechen etwas, jemand telefoniert, dazu kommen Tastaturgeräusche, Klicken und andere Hintergrundgeräusche. Das lenkt ab. Offene Räume können für manche Branchen Vorteile haben. Aber diese ständige Unruhe kann sich auch nicht unerheblich auf die Konzentration und die Leistungsfähigkeit auswirken.<br><br><strong>Wie sollte vorgegangen werden, wenn eine Belastung festgestellt wird?</strong><br>Ich werde oft bei Verdachtsmomenten hinzugezogen, etwa wenn vermutet wird, dass die Raumluft schadstoffbelastet ist. Da heißt es anfangs gegenüber Beschäftigten manchmal: „Da kann nichts sein.“ Wenn dann später doch gehandelt wird, weil sich gesundheitliche Beschwerden häufen, ist der Konflikt oft schon auf einer ganz anderen Ebene und es wird komplizierter. Es ist wie beim Zahnweh: Je früher man sich darum kümmert, desto besser. Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern.<br><br><strong>Warum ist es wichtig, auf ausreichend Pausen in der Arbeit zu achten?<br></strong>Pausen dienen der Erholung, Punkt. Danach geht wieder alles viel besser. Pausen sind wichtig, weil sie unserem Körper und Gehirn helfen, leistungsfähig und gesund zu bleiben. Vor allem Bewegungspausen bringen es. Selbst kurze Pausen helfen, sich wieder besser zu fokussieren.<br><br><strong>Was sollte bei schwerer körperlicher Arbeit beachtet werden?<br></strong>Richtiges Heben und Tragen. Die Vorgabe, aus den Knien zu heben, ist nicht so einfach umzusetzen, weil viele aus Gewohnheit sozusagen ‚aus dem Kreuz heben‘. Das aktiv umzulernen, zahlt sich aber definitiv aus. Auch ungünstige Körperhaltungen begünstigen Muskel-Skelett-Erkrankungen, die zu den häufigsten beruflichen Beeinträchtigungen gehören.<br><br><strong>Was wäre aus Ihrer Sicht der wichtigste Hebel, um Arbeiten gesünder zu machen?<br></strong>Ich würde mir wünschen, dass das, was aus der Forschung bekannt und erprobt ist, auch angenommen und umgesetzt wird. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, mit denen man Verbesserungen bewirken kann.</p>



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		<title>„Wir müssen über psychische Gesundheit reden“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/29/wir-muessen-ueber-psychische-gesundheit-reden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 07:53:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2026/4]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[PSD]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
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					<description><![CDATA[Katrin Skala von den Psychosozialen Diensten in Wien erklärt, warum Mitsprache und gute Arbeitsbedingungen wichtig sind – und warum man sich früh Hilfe holen sollte.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2362" height="1575" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025.jpg" alt="" class="wp-image-23017" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025.jpg 2362w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-2048x1366.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Pressefoto-Katrin-Skala-2025-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 2362px) 100vw, 2362px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katrin Skala ist Chefärztin der Psychosozialen Dienste in Wien.<br>Foto: Wirl Photo</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Katrin Skala von den Psychosozialen Diensten in Wien erklärt, warum Mitsprache und gute Arbeitsbedingungen wichtig sind – und warum man sich früh Hilfe holen sollte.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: Wo sehen Sie die größten psychischen Belastungen?<br>Katrin Skala:</strong> Ein wichtiger Faktor ist, ob Arbeit als sinnstiftend erlebt wird. Das ist wesentlich für die Freude an der Arbeit und für die psychische Gesundheit. Gleichzeitig leben wir in einer Situation, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, dass man sich mit einer Vollzeitstelle einen gewissen Lebensstandard leisten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich am Ende des Monats trotz Arbeit nicht genug Geld habe, ist das frustrierend – und natürlich auch eine psychische Belastung. Die Belastungen sind aber sehr unterschiedlich. Auch ständige Erreichbarkeit kann in manchen Berufen ein großer Druckfaktor sein, weil sie verhindert, dass man wirklich zur Ruhe kommt.<br><br><strong>Welche neuen Belastungen entstehen durch Digitalisierung und KI?<br></strong>Viele Tätigkeiten werden heute an elektronische Systeme ausgelagert. Einerseits nimmt uns das Arbeit ab. Andererseits kommt sehr viel neue Arbeit dazu, etwa durch Dokumentation oder zusätzliche Prozesse. Unterm Strich steigt die Arbeitslast häufig. Und auch das Narrativ, dass der eigene Arbeitsplatz durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden könnte, macht natürlich Angst und Druck.<br></p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Psychosoziale Dienste</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Notfall erreichst du den PSD-Wien unter<strong> 01 31330</strong><br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Informationen auf <a href="https://psd-wien.at" aria-label="psd-wien.at">psd-wien.at</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sehr wirken Krisen von außen in den Arbeitsalltag hinein?<br></strong>Krieg, Umweltkatastrophen, Krisen – all das begleitet uns auch in der Arbeit. Ich nenne das das Hintergrundrauschen des Panik-Orchesters. Durch die Digitalisierung sind wir ständig der Gefahr ausgesetzt, in endloses Scrolling am Handy zu geraten und rund um die Uhr Katastrophen zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jüngere Menschen sind davon besonders betroffen, weil ihnen vermittelt wird, dass sie möglicherweise in einer deutlich schlechteren Welt aufwachsen werden als ihre Eltern.<br><br><strong>Was macht dieser Druck mit der psychischen Gesundheit?<br></strong>Wenn der Druck in der Arbeit dauerhaft wird, kann das krank machen. Beim Burnout sprechen wir von einer Erschöpfungsdepression, also einem depressiven Zustand, der entsteht, weil man sich zu sehr verausgabt hat. Man kann sehr viel leisten, wenn man ein Ziel hat, wenn man Freude an der Tätigkeit verspürt und persönlich daran anknüpfen kann. Wenn man aber nur noch abarbeitet und keinen Bezug mehr zur eigenen Arbeit hat, steigt die Gefahr, sich zu erschöpfen, massiv.<br><br><strong>Woran merkt man, dass es zu viel wird?<br></strong>Am Anfang merkt man es oft daran, dass man immer weniger gern aufsteht und mit immer mehr Anstrengung in die Arbeit geht. Auch wenn man am Abend nicht mehr abschalten kann, keinen Hobbys mehr nachgeht oder nichts mehr macht, das einem Freude bereitet, sind das Warnsignale. Man kommt nicht mehr zur Ruhe. Und irgendwann merkt man, dass man sich gar nicht mehr wirklich erholt.<br><br><strong>Ist Multitasking ebenfalls ein Belastungsfaktor?<br></strong>Ja. Gleichzeitig ist es auch eine Persönlichkeitsfrage. Manche Menschen neigen zu dieser Arbeitsweise und kommen gut damit zurecht. Für andere kann es deutlich belastender sein.<br><br><strong>Sie haben die Sinnhaftigkeit der Arbeit angesprochen. Wie kann Arbeit sinnstiftender gestaltet werden?<br></strong>Das ist keine einfache Frage. Aber Vorgesetzte sollten darauf achten, mit wem sie es zu tun haben und wer wofür gut einsetzbar ist. Mitsprache ist dabei sehr wichtig. Wenn ich mitentscheiden kann, was ich mache, entsteht ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Das führt automatisch dazu, dass man sich wohler fühlt. Oft ist das gar nicht so schwer umzusetzen. Es ist häufig eine Frage der Kommunikation.<br><br><strong>Viele Menschen tun sich schwer, über psychische Belastungen zu sprechen. Warum ist das so?<br></strong>Eine psychische Erkrankung macht einen sehr schwach und ausgeliefert. Das ist leider immer noch schambehaftet. Da gibt es historische Altlasten. Aber vor allem kann man psychische Erkrankungen schwer von sich selbst trennen. Wenn ich mir das Bein breche, sage ich: Mein Bein ist gebrochen. Aber „meine Seele tut weh“ würde man kaum sagen. Das betrifft den innersten Kern eines Menschen und verursacht Angst. Das ist ein Hauptgrund, warum es vielen schwerfällt, darüber zu sprechen.<br><br><strong>Müsste psychische Gesundheit im Arbeitsleben und in der Gesellschaft allgemein trotzdem offener angesprochen werden?<br></strong>Ja, unbedingt. Man muss darüber reden. So lässt sich auch viel ändern.Das kenne ich auch aus meiner Arbeit, etwa im Krankenhaus. Aus anfänglicher Ablehnung mit einer Psychiaterin zu sprechen, wurde oft die Frage, ob ich nicht bald wiederkommen könnte. Und plötzlich hat auch der Zimmernachbar nach mir gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Psychische Erkrankungen betreffen sehr viele Menschen – zumindest als Angehörige oder im persönlichen Umfeld. Rein statistisch hat jede und jeder zumindest eine Person in der Umgebung, die psychisch erkrankt ist.<br><br><strong>Welche Rolle spielt Erholung für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz?<br></strong>Wenn Entspannung und Anspannung sich über einen längeren Zeitraum nicht mehr abwechseln, verlernt der Körper zu entspannen. Das kann schwere Folgen haben. Der Schlafrhythmus wird gestört, und am Ende erschöpft man sich, oft ohne es sofort zu merken. Vorgesetzte sollten darauf achten, nicht zusätzlichen Druck auszuüben, sondern klare Abgrenzung zu ermöglichen. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Psychohygiene der Beschäftigten.<br><br><strong>Der PSD-Wien arbeitet sozialpsychiatrisch. Was bedeutet das mit Blick auf die Arbeit?<br></strong>Sozialpsychiatrie hat mehrere Säulen. Für uns ist klar: Psychische Erkrankungen spielen sich nicht nur auf der Ebene von Hirntransmittern ab. Genauso wichtig sind das Privatleben, das Arbeitsleben, die Wohnsituation, Freundschaften und die Freizeitgestaltung.<br><br>Gerade Arbeit ist dabei ein wichtiger Bereich. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen fallen oft aus dem Arbeitsleben heraus. Wir unterstützen sie dabei, einen guten Einstieg oder Wiedereinstieg in die Arbeitswelt zu finden. Es geht darum, Arbeitsfähigkeit wiederzuerlangen – aber auch darum, wieder Struktur in den Tag zu bekommen, aufzustehen, irgendwohin zu gehen und sich zu konzentrieren.<br><br><strong>Wie sieht diese Unterstützung konkret aus?<br></strong>Bei schweren psychischen Erkrankungen geht es oft darum, sich wieder an einen geregelten Alltag heranzuarbeiten. Konzentrationsfähigkeit ist dabei ein großes Thema. Man muss sich oft Schritt für Schritt wieder auf ein gutes Level hinarbeiten. Wir geben Struktur, machen Konzentrationsübungen und bieten Arbeitstrainings. Denn sehr oft kann man nicht sofort wieder in die volle Leistungsfähigkeit gehen. Unsere Sozialarbeiter:innen unterstützen auch ganz praktisch, etwa beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen.<br><br><strong>Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit ein Wiedereinstieg in die Arbeit gelingt?<br></strong>Wichtig ist, dass man nicht erwartet, dass jemand sofort wieder hundert Prozent leisten kann. Nach einer schweren psychischen Erkrankung braucht es Zeit, Struktur und Unterstützung. Arbeit kann stabilisierend sein, wenn sie gut begleitet ist. Sie kann aber auch überfordern, wenn zu schnell zu viel verlangt wird.<br><br><strong>Was würden Sie Beschäftigten raten, die merken: So geht es nicht weiter?<br></strong>Hilfe suchen. Und zwar früh. Es geht nicht nur um Arbeitsfähigkeit, sondern darum, dass es einem gut geht.<br>Wichtig ist: Bitte nicht warten, bis der Punkt erreicht ist, an dem nichts mehr geht. Je früher man sich Unterstützung holt, desto besser.<br><br>Im Handel oder in der Pflege stehen zum Teil andere Themen im Vordergrund, etwa der Umgang mit Kund:innen, Patient:innen oder Klient:innen. Hier hilft es sehr, wenn Beschäftigte wissen, wo sie klare Grenzen setzen können. Besonders wichtig ist dabei der Rückhalt des Arbeitgebers.<br><br><strong>Warum sind psychische Erkrankungen keine Berufskrankenheiten?</strong><br>Weil hier die Kausalität im klassischen Sinn oft schwer nachzuweisen ist. Zu hohe Belastung kann sich ganz unterschiedlich auswirken: von Burnout und Panikattacken bis hin zu Magenschmerzen.<br><br><strong>Wie gelingt gesundes Arbeiten bis zur Pension?<br></strong>Wenn einerseits gefordert wird, dass wir immer länger arbeiten sollen, andererseits aber rund ein Drittel der Beschäftigten laut IFES-Befragung angibt, sich unter diesem Druck nicht vorstellen zu können, bis zur Pension zu arbeiten, gibt es klaren Handlungsbedarf. Es muss über den gesamten Verlauf eines Erwerbslebens sichergestellt sein, dass Arbeit die Gesundheit unterstützt und auf unterschiedliche Lebensumstände Rücksicht nimmt.<br><br><strong>Wie gelingt der Wiedereinstieg?</strong><br>Wichtig ist, dass die Gesundheit gerade nach einer schweren Erkrankung langfristig gefestigt wird. Die Gewerkschaft GPA fordert daher, dass Wiedereingliederungsteilzeit ein Rechtsanspruch sein sollte. Das wäre wichtig, um nach einem längeren Krankenstand in einem geeigneten Rahmen wieder in die Arbeit zurückzukehren.<br><br><strong>Was machen, wenn sich die Arbeitsbelastungen nichts ändern?<br></strong>Beschäftigte sollten sich an den Betriebsrat wenden. Oft haben direkte Führungskräfte nicht den erforderlichen Handlungsspielraum oder die Ursache für Belastungen liegt an anderer Stelle im Unternehmen. Betriebsrät:innen haben die Aufgabe, den Arbeitgeber auf Missstände hinzuweisen und Verbesserungen vorzuschlagen. Auch das Arbeitsinspektorat kann kontaktiert werden, etwa wenn Arbeitszeiten dauerhaft überschritten werden oder Schutzbestimmungen nicht eingehalten werden.</p>
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		<title>Was bedeutet gesundes Arbeiten?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/29/was-bedeutet-gesundes-arbeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 07:43:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2026/4]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Belastung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Isabel Koberwein]]></category>
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					<description><![CDATA[Isabel Koberwein von der Gewerkschaft GPA erklärt, welche Pflichten Arbeitgeber haben und welche Rolle Betriebsrät:innen spielen.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1983" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-scaled.jpeg" alt="" class="wp-image-23011" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-scaled.jpeg 2560w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-300x232.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-1024x793.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-150x116.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-768x595.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-1536x1190.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Koberwein.jpg-1_Edgar-Ketzer-2048x1587.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Isabel Koberwein von der Gewerkschaft GPA erklärt, welche Pflichten Arbeitgeber haben und welche Rolle Betriebsrät:innen spielen.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie hoch ist die Belastung der Beschäftigten?<br>Isabel Koberwein:</strong> Wir beobachten über alle Berufsgruppen hinweg, dass die Belastungen zunehmen. Es gibt viele Aufgaben, die gleichzeitig zu erledigen sind. Das wirkt sich auf die psychische und körperliche Gesundheit aus. Fast die Hälfte der Angestellten gibt in einer aktuellen IFES-Befragung der Gewerkschaft GPA an, dass ihre Arbeitsbelastung in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist.<br><br><strong>Wie ist Gesundheit am Arbeitsplatz geregelt?<br></strong>Jede Arbeit ist anders und bringt ganz verschiedene Belastungen mit sich. Das Arbeitnehmer:innenschutzgesetz bietet einen klaren, aber auch flexiblen Rahmen: Es schreibt keine starren Regeln für alle vor. Stattdessen ist jeder Betrieb gesetzlich verpflichtet, die spezifischen Belastungen zu evaluieren. Werden dabei Probleme entdeckt, müssen wirksame Verbesserungen umgesetzt werden. Es gibt also keine Lösungen von der Stange. Genau deshalb sind die richtigen Maßnahmen oft sehr naheliegend und einfach einzuführen.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Arbeitsinspektorat</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Für Beschwerden über Arbeitsbedingungen kannst du dich an dein zuständiges Arbeitsinspektorat wenden. Du findest es <a href="https://arbeitsinspektion.gv.at" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sehen Lösungen aus?<br></strong>Oft geht es um ganz grundsätzliche Fragen: Wer im Betrieb ist eigentlich hauptzuständig für ein bestimmtes Thema? An wen kann man Aufgaben delegieren, wenn man für eine gewisse Zeit konzentriert arbeiten muss? Wie werden Zuständigkeiten so geregelt, dass Beschäftigte nicht dauerhaft überlastet werden?<br><br>Im Handel oder in der Pflege stehen zum Teil andere Themen im Vordergrund, etwa der Umgang mit Kund:innen, Patient:innen oder Klient:innen. Hier hilft es sehr, wenn Beschäftigte wissen, wo sie klare Grenzen setzen können. Besonders wichtig ist dabei der Rückhalt des Arbeitgebers.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum sind psychische Erkrankungen keine Berufskrankenheiten?</strong><br>Weil hier die Kausalität im klassischen Sinn oft schwer nachzuweisen ist. Zu hohe Belastung kann sich ganz unterschiedlich auswirken: von Burnout und Panikattacken bis hin zu Magenschmerzen.<br><br><strong>Wie gelingt gesundes Arbeiten bis zur Pension?<br></strong>Wenn einerseits gefordert wird, dass wir immer länger arbeiten sollen, andererseits aber rund ein Drittel der Beschäftigten laut IFES-Befragung angibt, sich unter diesem Druck nicht vorstellen zu können, bis zur Pension zu arbeiten, gibt es klaren Handlungsbedarf. Es muss über den gesamten Verlauf eines Erwerbslebens sichergestellt sein, dass Arbeit die Gesundheit unterstützt und auf unterschiedliche Lebensumstände Rücksicht nimmt.<br><br><strong>Wie gelingt der Wiedereinstieg?</strong><br>Wichtig ist, dass die Gesundheit gerade nach einer schweren Erkrankung langfristig gefestigt wird. Die Gewerkschaft GPA fordert daher, dass Wiedereingliederungsteilzeit ein Rechtsanspruch sein sollte. Das wäre wichtig, um nach einem längeren Krankenstand in einem geeigneten Rahmen wieder in die Arbeit zurückzukehren.<br><br><strong>Was machen, wenn sich die Arbeitsbelastungen nichts ändern?<br></strong>Beschäftigte sollten sich an den Betriebsrat wenden. Oft haben direkte Führungskräfte nicht den erforderlichen Handlungsspielraum oder die Ursache für Belastungen liegt an anderer Stelle im Unternehmen. Betriebsrät:innen haben die Aufgabe, den Arbeitgeber auf Missstände hinzuweisen und Verbesserungen vorzuschlagen. Auch das Arbeitsinspektorat kann kontaktiert werden, etwa wenn Arbeitszeiten dauerhaft überschritten werden oder Schutzbestimmungen nicht eingehalten werden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>Isabel Koberwein beschäftigt sich mit Arbeitnehmer:innenschutz, Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit sowie Sozialpolitik.</em></p>



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			</item>
		<item>
		<title>Mehr als Obstkorb und Yoga</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/29/mehr-als-obstkorb-und-yoga/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 07:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2026/4]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[AustroCel]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Bosch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=23005</guid>

					<description><![CDATA[Betriebliche Gesundheitsförderung verbessert den Arbeitsalltag der Beschäftigten. Zwei Betriebe zeigen, wie das in der Praxis gelingen kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="913" height="657" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Obststicker_01-scaled-e1785310035167.jpg" alt="" class="wp-image-23007" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Obststicker_01-scaled-e1785310035167.jpg 913w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Obststicker_01-scaled-e1785310035167-300x216.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Obststicker_01-scaled-e1785310035167-150x108.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Obststicker_01-scaled-e1785310035167-768x553.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 913px) 100vw, 913px" /><figcaption class="wp-element-caption">Illustration:  Lina Schubert / Studio Sprosse</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Betriebliche Gesundheitsförderung verbessert den Arbeitsalltag der Beschäftigten. Zwei Betriebe zeigen, wie das in der Praxis gelingen kann.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Am Standort der österreichischen Bosch-Gruppe im 3. Wiener Gemeindebezirk hat Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert. Dazu trägt auch der Betriebsrat maßgeblich bei. Christoph Seidl gehört seit vielen Jahren dem Betriebsratsteam an und ist heute erster Stellvertreter des Betriebsratsvorsitzenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vergangenen beiden Jahre waren eine große Herausforderung, berichtet Seidl, denn rund 200 Arbeitsplätze wurden abgebaut. Für die verbliebenen 1.550 Beschäftigten bedeutet das mehr Arbeitsdruck. „Die Arbeit wurde nicht weniger, viele zeigen Stresssymptome durch Überlastung“, sagt Seidl. Deshalb steht derzeit die psychische Gesundheit ganz oben auf der Agenda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal pro Woche steht eine Psychologin im arbeitsmedizinischen Zentrum für die Beschäftigten zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine externe Burnout-Beratung, Kurse für Autogenes Training und demnächst auch die Möglichkeit, einen Mental Coach in Anspruch zu nehmen. „Für dieses umfassende Angebot haben wir uns als Betriebsrat stark gemacht“, betont Seidl.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Große Nachfrage</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch körperliche Beschwerden werden gezielt angegangen. Da die meisten Beschäftigten im Büro arbeiten, stehen Rückenprobleme durch langes Sitzen im Mittelpunkt. Physiotherapie sowie klassische und Ayurveda-Massagen werden vom Betriebsrat finanziell unterstützt, sodass die Mitarbeiter:innen pro Behandlung nur 14 Euro selbst bezahlen. Das Angebot ist stark nachgefragt: „Der Massageraum ist den ganzen Tag ausgebucht“, erzählt Seidl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzt wird das Gesundheitsprogramm durch Bewegungskurse. Dafür wurde ein Turnsaal in der Nähe angemietet. Angeboten werden Rumpfgymnastik, Yoga und Lauftraining, ebenfalls mit finanzieller Unterstützung und regelmäßig ausgebucht. Um die sommerliche Hitze müssen sich die Beschäftigten keine Sorgen machen: „Alle unsere Büros sind perfekt klimatisiert.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitsmedizin</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der arbeitsmedizinische Bereich wird derzeit ausgebaut. Künftig wird ein Betriebsarzt an drei Tagen pro Woche vor Ort sein. Blutabnahmen und kostenlose Impfungen gehören bereits jetzt zum Angebot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Seidl ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der Betriebsrat fordert aber mehr Kompetenzen für Arbeitsmediziner:innen: „Sie sollten Rezepte und Überweisungen ausstellen können. Auch Krankschreibungen sollten möglich sein.“ Das könnte angesichts des Hausärztemangels sowohl den Beschäftigten als auch dem Gesundheitssystem Zeit und Kosten ersparen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Gesundheitsförderung gehört für den Betriebsrat aber noch mehr. Eine professionelle Ernährungsberatung unterstützt sowohl Kolleg:innen, die abnehmen möchten, als auch aktive Sportler:innen. Führungskräfte werden für das Thema Alkoholprävention sensibilisiert; im Betrieb gilt grundsätzlich Alkoholverbot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz wichtig ist für Seidl auch das Miteinander: Der Betriebsrat unterstützt betriebliche Sportgruppen für Radfahren, Fußball oder Beachvolleyball und organisiert viermal im Jahr gemeinsame Aktivitäten. „Unsere Sportteams sind sehr aktiv. Aber der soziale Aspekt ist mindestens genauso wichtig: Gemeinsam etwas zu unternehmen baut Stress ab und stärkt den Zusammenhalt“, ist Seidl überzeugt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gesundheit in der Arbeit und bis zur Pension</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur große Unternehmen können viel für die Gesundheit ihrer Beschäftigten tun. Das zeigt das Spezialzellstoffunternehmen AustroCel in Hallein. Rund 340 Mitarbeiter:innen arbeiten hier. Gesundheitsförderung ist ein Gemeinschaftsprojekt, Der Betriebsrat für Angestellte und für Arbeiter:innen, das Personalbüro und die Geschäftsführung ziehen an einem Strang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Betriebsratsvorsitzender Walter Kogler engagiert sich seit bald zwei Jahrzehnten dafür, dass Gesundheit im Arbeitsalltag einen zentralen Stellenwert hat. Sein Ziel: „Die Mitarbeiter:innen sollen gesünder nach Hause gehen, als sie in die Arbeit gekommen sind. Und sie sollen vor allem gesund in die Pension gehen!“<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Je nach Arbeitsplatz sind die Belastungen für die Belegschaft ganz unterschiedlich. Kogler vertritt die rund 140 Angestellten des Unternehmens, kennt aber die Herausforderungen im gesamten Betrieb: „Wer im Freien arbeitet, braucht hochwertige Arbeitskleidung. Andere müssen vor Lärm, Gerüchen oder Hitze bzw. Kälte geschützt werden.“ Währenddessen kämpfen viele Beschäftigte in den – noch nicht vollständig klimatisierten – Büros eher mit den typischen Rückenbeschwerden durch langes Sitzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fokus auf verschiedene Bereiche</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Unterschiedlich fallen daher auch die Maßnahmen aus. Für die Büroarbeitsplätze wurden kürzlich höhenverstellbare Schreibtische angeschafft. „Das war uns als Betriebsrat ein wichtiges Anliegen, für das wir uns entsprechend eingesetzt haben“, berichtet Kogler. Für den Schichtbetrieb wird eigens ein Essensangebot für den Nachmittag und für die Nacht bereitgestellt, damit auch zu später Stunde regelmäßig und ausgewogen gegessen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung. Gemeinsam mit der Geschäftsführung wird die Betriebskantine unterstützt, die eine gesunde Auswahl anbietet. Beschäftigte können den EGYM Wellpass für Fitnesscenter zu vergünstigten Konditionen nutzen, außerdem werden Rückenfit- und Yogakurse angeboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kogler findet den Betriebssport sehr wichtig: Tischtennis, Darts, Kegeln oder Saunabesuche werden vom Betriebssport finanziell unterstützt, denn: „Gemeinsame Bewegung hält nicht nur fit, sondern stärkt auch den Zusammenhalt.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kommunikation und neue Ideen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gesundheitswesen informiert regelmäßig über Impfaktionen und weitere Gesundheitsangebote, die gemeinsam mit der Betriebsärztin umgesetzt werden. Zusätzlich können Beschäftigte während der Arbeitszeit die Angebote in der ‚Toolbox‘ der Österreichischen Gesundheitskasse nutzen, von Gymnastik über Mental- und Verhaltenstraining bis hin zu Trainings für Führungskräfte. Wer Unterstützung bei Überlastung oder Mobbing braucht, kann sich anonym an eine Arbeitspsychologin wenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächsten Projekte stehen bereits fest. Im Hauptgebäude sind eine neue Küche und ein moderner Pausenraum geplant. Außerdem möchte Kogler die Lehrlinge stärker für Sport und Bewegung begeistern. Und weil die Berge in Salzburg praktisch vor der Haustür liegen, soll im kommenden Winter eine eigene Skitourengruppe gegründet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gesamte Betriebsratsteam steht hinter den Gesundheitsaktivitäten, denn: „Wichtig ist, dass die Kolleg:innen gesund bleiben, von der Ausbildung bis zur Pension.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Ausgabe 4 2026</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/29/ausgabe-4-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 07:04:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv 2026]]></category>
		<category><![CDATA[kompetenzdownload]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht auf Startseite]]></category>
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					<description><![CDATA[Ausgabe 4 Juli 2026 Download &#124; Alle Artikel]]></description>
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<p style="text-align: center;"><a href="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/gpa_soli_oegb_04_2026_WEB.pdf" aria-label="Ausgabe 4">Ausgabe 4</a><br />
<a href="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/gpa_soli_oegb_04_2026_WEB.pdf" aria-label="Juli 2026">Juli 2026</a></p>
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		<title>Ein großes Herz</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/13/ein-grosses-herz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 14:24:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Pawelka]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Betriebsrätin und Marktmanagerin Irene Pawelka ist Engagement nicht bloß eine Hülle, sondern tagtäglich geübte Lebenseinstellung. Ein schöner Beruf, der Menschen rundum Freude bereitet. Düfte, Farben, Leben – im Topf und der Vase. Genau das liebte Irene Pawelka an ihrem Beruf – anderen etwas Gutes tun, mit den Leuten reden, Ideen umsetzen und bisweilen improvisieren. [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1011" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1011x1024.jpg" alt="" class="wp-image-22968" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1011x1024.jpg 1011w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-296x300.jpg 296w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-148x150.jpg 148w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-768x778.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-1516x1536.jpg 1516w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Titel-2022x2048.jpg 2022w" sizes="auto, (max-width: 1011px) 100vw, 1011px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für den Weg in den Betriebsrat empfiehlt die Filialleiterin und Betriebsrätin Irene Pawelka vor allem ein großes Herz<br></strong>Foto: privat</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für Betriebsrätin und Marktmanagerin Irene Pawelka ist Engagement nicht bloß eine Hülle, sondern tagtäglich geübte Lebenseinstellung.</strong></p>



<span id="more-22967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ein schöner Beruf, der Menschen rundum Freude bereitet. Düfte, Farben, Leben – im Topf und der Vase. Genau das liebte Irene Pawelka an ihrem Beruf – anderen etwas Gutes tun, mit den Leuten reden, Ideen umsetzen und bisweilen improvisieren. Freude und Genuss teilen. „Pflanzen machen einen schönen Platz doch erst aus“, ist sich Pawelka sicher und wirkt dann etwas nachdenklich. Nachdem sie ihre Lehre zur Floristin abgeschlossen hatte, setzte sie ihr Geschick und Wissen ein, steckte viel Enthusiasmus in Sträuße, Bouquets und die Wünsche der Kund:innen. Doch mit 21 Jahren musste Pawelka ihre Floristen-Karriere nach kurzen drei Jahren wieder aufgeben. „Ich habe plötzlich eine Allergie bekommen“, erzählt die heute 46-Jährige. Die körperlichen Folgen waren derart heftig, dass sich die Wienerin einvernehmlich von ihrem Arbeitgeber trennen musste.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Neuer Weg mit Happy End</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein großer Einschnitt im Leben oft wunderbare Überraschungen zeitigt, darüber weiß Pawelka heute zu berichten. Aber erst wusste ihre Mutter, die junge Frau von der Arbeit im Lebensmitteleinzelhandel zu überzeugen. Sie warb ihre Tochter für das überregionale Großunternehmen an, in dem sie selbst beschäftigt war. Nun arbeitet Irene Pawelka selbst bereits 25 Jahre lang in jenem Betrieb. Und sie arbeitet nicht bloß, sie engagiert sich mit Begeisterung seit 15 Jahren im Betriebsrat. Mit Menschen reden, für andere Positives bewirken – so, wie sich Pawelka einst den Florist:innen-Beruf erträumt hatte. Und noch viel besser. Rund 38.000 Menschen in ganz Österreich arbeiten im Konzern. „Da gibt es natürlich immer wieder Ungerechtigkeiten, Probleme und viele Fragen, die beantwortet werden müssen“, erklärt die Betriebsrätin.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wo Lebensmittel Genuss und Stress bedeuten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Handel werden verstärkt Arbeitskräfte gesucht, das gilt auch für den Lebensmitteleinzelhandel. Doch für viele der Mitarbeiter:innen bedeutet der Job vor allem Stress, mit dem Druck unterbesetzt zu sein, gehen sie täglich bis an die Grenze des Belastbaren. Immer weniger Arbeitskräfte müssen immer größere Verkaufsflächen betreuen. Besonders heftig wird es, wenn Kolleg:innen krank werden und die anderen in ihrer Arbeitszeit die liegen gebliebenen Aufgaben mit übernehmen müssen. Arbeitskräfte aus anderen Branchen abzuwerben, ist schwierig geworden. „Als ich Mitte der 1990er-Jahre im Handel begonnen habe, kamen mehr Bewerbungen auf offene Stellen als zu vergeben waren“, erklärt Irene Pawelka. Passende Arbeitskräfte zu finden, das scheitert schon bei den Arbeitszeiten. Sie lassen sich meist nur sehr schwer mit der Kinder- oder Familienbetreuung vereinbaren. Vorstöße manch Politiker:innen, auch am Sonntag zu öffnen, verschärfen die Lage nur zusätzlich. „Viele Leute sind nicht bereit, an einem Samstag zu arbeiten – geschweige denn am Sonntag“, weiß die Betriebsrätin.</p>



<div class="wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Viele Leute sind nicht bereit, an einem Samstag zu arbeiten – geschweige denn am Sonntag.“</p>
<cite>Irene Pawelka, Betriebsrätin im Handel</cite></blockquote>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr schaffen in einer noch kürzeren Zeitspanne. Zudem wird der Kontakt mit den Kund:innen immer komplexer. „Früher war das kein großes Thema, es gab ab und zu Betrunkene, die gestänkert haben“, weiß Pawelka aus langjähriger Erfahrung. Sie hat sich mit der Zeit zur Marktmanagerin hochgearbeitet. „Aber nun regen sich Kund:innen wegen bloßen Nichtigkeiten auf.“ Das Aufregen steigert sich immer öfter zum Verlust der Beherrschung. Da reicht schon ein Aktionsposten, der nicht mehr auf Lager ist oder Rabattpickerl, die nicht überall gültig sind. Von Geschrei über mutwillige Beschädigungen bis hin zu Handgreiflichkeiten reicht das Sortiment. Irene Pawelka hat gesehen, wie Waren durch das Geschäft geworfen wurden und leider auch wie Kolleg:innen attackiert wurden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeichen setzen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auf das Gewalt-Problem hat der Konzern inzwischen reagiert und die Sicherheitsmaßnahmen erweitert. Teil davon ist der Vertrag mit einem Sicherheitsdienst: „Fühlen sich Mitarbeitende bedroht, betätigen sie einen Alarmknopf für einen Sicherheitsmitarbeiter“. Dazu werden auch Deeskalationsschulungen für die Belegschaft angeboten. Pawelka ist stolz auf „einen starken Betriebsrat, der sich um die Kolleg:innen kümmert“. Auch das Verhältnis zum Arbeitgeber beschreibt die Betriebsrätin als durchaus gut. Innerhalb des Unternehmens wurden starke Netzwerke für Frauen, Ältere und die LGBTIQ-Community aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Community, in der sich Irene Pawelka aus ganzem Herzen engagiert. „Unser LGBTIQ-Netzwerk, in dem ich aktives Mitglied bin, gibt es seit zehn Jahren“, verrät Irene Pawelka und auch, wie sich durch ihren Branchenwechsel das ganze Leben veränderte. Im Betrieb lernte sie ihre spätere Frau kennen und lieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Ziel des Netzwerks „ist ein nettes und gepflegtes Miteinander“, sagt die Betriebsrätin und Netzwerkerin. „Ich wünsche mir, dass alle ein bisschen öfter nachdenken und vor allem die offen geouteten Kolleg:innen so behandeln, wie sie es für sich selbst erwarten würden.“ Mit Respekt. „Wenn es zu Diskriminierungen kommt, reagieren wir prompt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Oft wird unbewusst mit Ausdrücken beleidigt oder Menschen werden einfach nicht miteinbezogen, weil sie nicht ins klassische Beziehungs- oder Geschlechtsschema passen. Um mit u.a. Ausgrenzung klar zu kommen oder etwa Fehlverhalten gut kontern zu können „halten wir auch regelmäßig Workshops für unsere Mitglieder ab“. Nicht nur Pawelka setzt mit dem Firmen-LGBTIQ-Netzwerk deutliche Zeichen, auch das Unternehmen unterstützt die Ziele der Community, etwa durch Werbung am Pride Village und der Regenbogenparade. Für die Betriebsrätin zählt aber vorrangig, was innerhalb der Firma passiert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Probleme werden oft kleiner, wenn zügig über sie geredet wird.“</p>
<cite>Irene Pawelka, Betriebsrätin im Handel</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Für andere da sein, zu jeder Zeit&nbsp;</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Ohr ist für alle Mitarbeitenden offen, macht Irene Pawelka deutlich. „Ich will für die Menschen da sein und sie einfach unterstützen.“ Ihre Mobilnummer ist kein Geheimnis, Kolleg:innen vertrauen ihr akute Sorgen an und können sich aussprechen.“ Als Betriebsrätin betreut sie etwa 250 Arbeitnehmer:innen: „Mir ist es lieber, sie rufen mich gleich an, auch in&nbsp; meiner Freizeit“, betont die Betriebsrätin. „Denn Probleme werden oft kleiner, wenn zügig über sie geredet wird.“ Je eher der Betriebsrat eingreifen kann, desto eher kann es auch zu einer Lösung kommen. Auf der&nbsp; Suche nach Lösungen, zählt Irene Pawelka auf die sehr enge Zusammenarbeit mit der GPA. „Als Betriebsrat wissen wir ja auch nicht alles, der gute Draht zur GPA ist umso wichtiger“, betont Betriebsrätin Irene Pawelka.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Themen wie Frauen am Arbeitsplatz oder eine Allianz des freien Sonntags sind derzeit besonders wichtige Punkte, wo sich die GPA auszeichnet. „Und man sieht jedes Jahr an den Zahlen, was sie erstritten haben, wenn Firmen nicht zahlen“, erzählt Pawelka.“, verdeutlicht Pawelka. „Die GPA gehört einfach unterstützt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Weg in den Betriebsrat, empfiehlt die Filialleiterin und Betriebsrätin vor allem ein großes Herz. „Aber ich muss mich auch mit den gesetzlichen Regelungen auskennen“, erklärt Pawelka. „Bei mir liegt der Kollektivvertrag wie eine Bibel am Nachtkasterl“, lässt sie schmunzelnd wissen. Engagierte Betriebsrät:innen sollten regelmäßig und mit möglichst vielen Beschäftigten in Kontakt stehen und erfahren, was sie aktuell bewegt „Im Unternehmen sind Österreich weit gesamt 38.000 Mitarbeiter:innen beschäftigt, dementsprechend viele unterschiedliche Religionen, Ethnien und Lebenseinstellungen sind hier versammelt.“ Pawelka ist in ihrer Doppelfunktion als Betriebsrätin und Marktmanagerin auf zwei Seiten unterwegs, was mehr Arbeit bedeutet, aber auch mehr Einblick. „Oft geht es darum, eine ausgewogene Lösung zu finden, die für alle Beteiligten tragbar ist – die Dinge müssen ausgehandelt werden, Kompromisse sind notwendig und so stellt sich meist die Frage, wo wir uns in der Mitte treffen können.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Angekommen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zuhause ist die Arbeit möglichst kein Thema, besonders, weil Pawelkas Frau ebenfalls nach wie vor in der Firma arbeitet und eine andere Filiale leitet. Die Kinder des Ehepaars sind 21 und 23 Jahre alt, sie sind nicht im Handel tätig, sie sind vorallem technisch begabt. Wenn die Betriebsrätin und Marktmanagerin ausspannt führt, sieht sie sich gerne Filme an, verbringt Zeit mit Freund:innen und der Familie. Oder, da schaltet sie das Handy dann doch mal aus, verreist nach Griechenland. Ob sie irgendwann einmal für immer dort bleibt, wie STS sind ist noch nicht entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*LGBTIQ: L wie lesbisch (Frauen fühlen sich zu Frauen hingezogen), G wie gay (Männer fühlen sich zu Männern hingezogen), B wie bisexuell (Menschen, die sich von Frauen und Männern angezogen fühlen), T wie trans (Menschen fühlen sich dem biologisch anderen Geschlecht zugehörig), I wie inter/divers (Menschen, die Merkmals beider Geschlechter aufweisen), Q für queer (Begriff für alle, die nicht den klassischen Zuordnungen Mann/Frau oder hetero entsprechen).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verbesserungen kommen nicht von heute auf morgen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/07/01/verbesserungen-kommen-nicht-von-heute-auf-morgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 07:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Bdetriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Corina Stampfer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorarlberger Illwerke vkw AG]]></category>
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					<description><![CDATA[Elektrotechnikerin Corina Stampfer sammelt die Anliegen ihrer verstreut arbeitenden Monteurkollegenschaft ein, um mitzugestalten. Über ihre Funktion im Aufsichtsrat will sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen in der Zukunftsstrategie des Unternehmens verankern. Corina Stampfer arbeitet im Team der technischen Instandhaltung Elektro- und Maschinenbautechnik der Illwerke VKW im Vorarlberger Vandans. Nach der Handelsakademie absolvierte sie eine Maschinenbaulehre und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22962" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/07/Stampfer_quer.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Corina Stampfer &#8211; vor einem der neuen Generatoren im Kraftwerk Vermunt &#8211; hat sich als verlässliche Ansprechpartnerin für rund 100 Monteur:innen der Illwerke in Vorarlberg etabliert &#8211; wer Lösungen sucht, findet Unterstützung bei der gelernten Elektrotechnikerin.</strong><br>Foto: privat</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Elektrotechnikerin Corina Stampfer sammelt die Anliegen ihrer verstreut arbeitenden Monteurkollegenschaft ein, um mitzugestalten. Über ihre Funktion im Aufsichtsrat will sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen in der Zukunftsstrategie des Unternehmens verankern.</strong></p>



<span id="more-22960"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Corina Stampfer arbeitet im Team der technischen Instandhaltung Elektro- und Maschinenbautechnik der Illwerke VKW im Vorarlberger Vandans. Nach der Handelsakademie absolvierte sie eine Maschinenbaulehre und setzte noch die Ausbildung zur Elektrotechnikerin drauf: „Ich wollte mich in beiden Bereichen gut auskennen, ich bin für Generatoren zuständig, das sind elektromechanische Maschinen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Betriebsrätin vertritt die dynamische junge Frau rund 100 Mitarbeiter:innen, die in kleinen Montageteams bei Revisionen und Neubauten in den Wasserkraftanlagen dabei sind. Die Bedürfnisse der Belegschaft sind so breit gefächert wie deren Aufgabenbereich: „Wir sind in ganz Vorarlberg unterwegs. Wir betreuen über 20 Wasserkraftwerke, überall dort, wo wichtige Arbeiten zu erledigen sind.“ Der Trupp wartet Maschinen, erledigt Reparaturen an den komplexen Anlagen oder implementiert neue Technologien: „Zu unserem Arbeitsalltag gehören auch tägliche Anfahrten, bei weit entfernten Kraftwerken sind das bis zu drei Stunden Fahrtzeit täglich.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zulagen als wichtiger Gehaltsbestandteil</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Zulagen für Wege von und zu Langzeitbaustellen hat die Belegschaftsvertretung eine wichtige Verbesserung für alle Kolleg:innen im Außendienst erreicht: „Früher sind die Reisespesen nach drei Monaten Bauzeit weggefallen, weil das Kraftwerk gewissermaßen zum neuen Dienstort wurde.“ Über eine Betriebsvereinbarung wurde diese Zeitspanne auf sechs Monate ausgedehnt. „Da geht es um bis zu 500 Euro pro Monat“, erklärt Stampfer, warum die Spesen für dienstliche Fahrten, ausgehend vom Unternehmenssitz in Vandans, wichtig sind: „Das sind ja keine privaten Wege, das muss natürlich auch bei Dauerbaustellen vergütet werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Erfolge bestärken Stampfer, die seit 2025 als aktive Betriebsrätin eine der größten Gruppen im Unternehmen vertritt, in ihrer Motivation „für die Rechte anderer einzutreten: Mir gefällt es, wenn ich mitgestalten kann.“ Um Lösungen zu finden, brauche es auch die Bereitschaft sich einzubringen: „Ich bin motiviert, unpassende Situationen zu verbessern.“ Das bringe auch dem Unternehmen Vorteile: „Gute Arbeitsbedingungen erhöhen die Motivation.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe den Drang, Verbesserungen umzusetzen. Wenn ich eine Lösung sehe, setze ich mich dafür ein.“</p>
<cite>Corina Stampfer, Betriebsrätin Illwerke VKW</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verständnis für die Wirksamkeit betriebsrätlicher Arbeit reifte bei Stampfer bereits in jungen Jahren heran. Als 20-Jährige engagierte sie sich als Jugendvertrauensrätin und erinnert sich an einen Kollegen, der kurz vor der Lehrabschlussprüfung „in der Luft hing: Er wusste nicht, ob er vom Unternehmen weiterbeschäftigt wird. Das hat ihn so verärgert, dass er den Betrieb verlassen hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stampfer hat dafür Verständnis, wollte aber „selbst weitermachen, um solche Zustände zu verändern: Es ist nicht angenehm, wenn man so behandelt und vergrault wird, obwohl man Interesse am Unternehmen hatte.“ Im Gespräch zeigte sich, dass den Zuständigen nicht klar war, wie belastend fehlende berufliche Perspektiven für Lehrlinge sind: „Heute wird frühzeitig gemeinsam geschaut, welche Abteilung für junge Mitarbeiter:innen spannend und geeignet erscheint.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Steter Tropfen höhlt den Stein</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass in großen Unternehmen manchmal erst ein „steter Tropfen den Stein höhlt“, ärgert die 30-Jährige nicht: „Wenn ich auch anfangs auf taube Ohren stoße, weiß ich, dass manche Veränderungen einfach Zeit brauchen. Ich bleibe dran und wiederhole mein Anliegen, um ans Ziel zu kommen. Manche Problemlagen kann man nie perfekt lösen, aber man kann sich annähern und das ist die Motivation dahinter.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stampfer ist Teil einer Belegschaftsvertretung aus 14 aktiven und 14 passiven Betriebsrät:innen. Durch ihre vielen Außendienste sind die Gesprächskanäle flexibel und vielfältig: „Meine Kolleg:innen sind extrem verstreut, wir sehen uns nicht regelmäßig, weil ich mich selten in der Werkstatt aufhalte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtige Inhalte finden dennoch immer ihren Weg zur beliebten Betriebsrätin: „Ich bin seit zehn Jahren im Unternehmen, viele kennen mich und trauen sich auch, mich anzusprechen“, erklärt Stampfer, die oft „einfach durch die Werkstatt läuft und sich umhört, was die Leute gerade beschäftigt: Wenn es einmal wirklich brennt, dann rufen die Betroffenen sofort an.“ Zu erreichen ist die Belegschaftsvertretung auch über die Homepage und eine anonyme Box für Anliegen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Belegschaft kennt und schätzt uns Betriebsrät:innen. Brennende Probleme erreichen uns rasch und ohne Umwege.“</p>
<cite>Corina Stampfer, Betriebsrätin Illwerke VKW</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kontakt zum Vorstand ist für Stampfer „ein wichtiger Gesprächskanal: Weil ich als Belegschaftsvertreterin im Aufsichtsrat sitze, habe ich regelmäßigen Kontakt zu den Führungskräften und der Personalabteilung. Ich schätze diese persönliche, teils amikale Ebene sehr und bekomme dort spannende Einblicke in das Unternehmen und dessen Strategie für die Zukunft.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan beschäftigt sich der Betriebsrat gerade mit Regelungen zur zukünftigen Verwendung der Firmenfahrzeuge sowie des Fahrtenbuchs. „In Zeiten mit immer stärkerem Fokus auf Work-Life-Balance und Emissionsreduktion sollten unnötige Wege vermieden werden können, wie beispielsweise beim direkten Anfahren von Baustellen vom Wohnort aus“, erklärt Stampfer, dass eine flexible Nutzung der Fahrzeuge „möglich sein sollte, solange alle – Unternehmen, Mitarbeiter:innen und Umwelt – davon profitieren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwierigkeiten sieht die Betriebsrätin „in der Vereinbarkeit einer sinnvollen Nutzung von Ressourcen und der Einhaltung strikter finanzrechtlicher Vorgaben: Hier wäre die Politik gefordert, einschränkende und veraltete Gesetze dem Zeitgeist anzupassen.“<br>In ihrer Freizeit restauriert Stampfer derzeit gemeinsam mit ihrem Partner einen historischen Lastwagen und ist ansonsten gerne in den Bergen unterwegs.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mitbestimmung ist &#8222;Work in Progress&#8220;</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/06/30/mitbestimmung-ist-work-in-progress/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:08:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2026/3]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Central European University]]></category>
		<category><![CDATA[CEU]]></category>
		<category><![CDATA[Marie-Pierre Granger]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Universtität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=22875</guid>

					<description><![CDATA[Marie-Pierre Granger erlebte an der Central European University den politischen Druck in Ungarn, den Umzug nach Wien und den Aufbau des ersten Betriebsrats.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1707" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-scaled.jpeg" alt="" class="wp-image-22876" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-scaled.jpeg 2560w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-300x200.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-1024x683.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-150x100.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-768x512.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-1536x1024.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-2048x1366.jpeg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-600x400.jpeg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-720x480.jpeg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/05/Kompetenz_Granger.jpg-272x182.jpeg 272w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für Marie-Pierre Granger ist Mitbestimmung an der Universität ein laufender Prozess – und eine demokratische Aufgabe.<br></strong>© Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Marie-Pierre Granger erlebte an der Central European University den politischen Druck in Ungarn, den Umzug nach Wien und den Aufbau des ersten Betriebsrats.</strong><br></p>



<span id="more-22875"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><em><a href="https://kompetenz-online.at/2026/05/18/co-determination-is-work-in-progress/" data-type="link" data-id="https://kompetenz-online.at/2026/05/18/co-determination-is-work-in-progress/" aria-label="To the english version.">To the english version.</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marie-Pierre Granger beantwortet die Frage nach ihrer Person nicht mit dem Beginn ihrer Betriebsratsarbeit, sondern holt weiter aus. In Frankreich geboren, wuchs sie in zwei Welten auf: „Ein Teil war bürgerlich-aristokratisch, aber ich lebte mit meiner Mutter und meinem Stiefvater.&#8220; Beide hatten die Schule früh verlassen und waren Arbeiter. Ihre Mutter war Schneiderin und ihr Stiefvater Mechaniker und aktiver Gewerkschafter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So erhielt Granger schon früh einen Einblick in gesellschaftliche Unterschiede. Neben ihrem Studium arbeitete sie als Erntehelferin: „Ich denke, das alles hat mir ein starkes Bewusstsein dafür gegeben, mit welchen Hindernissen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen konfrontiert sind.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Optimismus in Ungarn</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Studium des Europäischen Rechts unterrichtete sie zunächst in England. 2004 begann sie an der Central European University (CEU) in Budapest zu lehren – im selben Jahr, in dem Ungarn der EU beitrat. „Ich liebe es hier, weil wir so viele verschiedene Hintergründe haben, sowohl bei den Studierenden als auch beim Personal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Granger erlebte die Stadt damals im Aufbruch: „Damals waren der Enthusiasmus und der Optimismus wirklich spürbar. Man hätte sich niemals vorstellen können, was für politische Entwicklungen folgen sollten.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Illiberal wird großgeschrieben</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2010 begann unter Ministerpräsident Viktor Orbán der Abbau rechtsstaatlicher Institutionen. Das von ihm propagierte Modell der „illiberalen Demokratie“ veränderte auch das gesellschaftliche Klima. „Mir fiel bei meinen ungarischen Freund:innen auf, dass plötzlich niemand mehr über Politik reden wollte. Alle waren frustriert.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Probleme im Gesundheitssystem bekam Granger am eigenen Leib zu spüren: „Ich war schwer krank in einem ungarischen Krankenhaus und wäre fast gestorben, weil es an allem gemangelt hat.“ Spätestens da war für sie klar, dass sie das Land verlassen wollte. Doch Orbán kommt ihren Plänen zuvor. Mit einem von Kritiker:innen als „Lex CEU“ bezeichneten Gesetz verhindert die Regierung de facto die Weiterführung der Universität in Ungarn. Bereits zuvor hatte sich Orbán wiederholt mit antisemitischem Unterton gegen George Soros, den Gründer der Universtität positioniert und das von ihm so bezeichnete „Soros-Netzwerk“ zum politischen Feindbild gemacht. Letztendlich war die Universität gezwungen, ihren Standort nach Wien zu verlegen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Beginn im Betriebsrat</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In Österreich angekommen, wird Granger im Jahr 2021 Teil des ersten Betriebsrats der Universität. All diese neuen Rahmenbedingungen zu verstehen, war anfangs gar nicht so einfach: „Wir mussten erst einmal lernen, was wir als Betriebsrat eigentlich alles können und dürfen. Nicht nur wir, sondern auch der Arbeitgeber.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir mussten erst einmal lernen, was wir als Betriebsrat eigentlich alles können und dürfen. “</p>
<cite>Marie-Pierre Granger,<br>Betriebsratsvorsitzende, Central European University</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Unterstützung erhielt der Betriebsrat dabei durch die Gewerkschaft: „Soweit ich weiß, haben wir das erste rein englische Training für Betriebsrät:innen durch die Gewerkschaft GPA erhalten.“ Geholfen hat auch der Kontakt mit Betriebsrät:innen anderer privater Universitäten, um sich über die Praxis auszutauschen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Familienfreundliches Arbeiten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als einen der ersten Erfolge hat der Betriebsrat ein Modell für familienfreundliches Arbeiten an der CEU eingeführt, das nun universitätsweit umgesetzt wird. Arbeitsbedingungen werden dabei so angepasst, dass sie den Bedürfnissen von Kolleg:innen mit Familien gerecht werden. Ein weiteres großes Thema für den Betriebsrat ist eine Gleitzeit-Vereinbarung. Diese wurde inzwischen ausverhandelt. Das sei auch dringend notwendig, erklärt Granger, denn „viele Kolleg:innen arbeiten de facto in einem Gleitzeit-Modell, ohne dass es dafür Regeln gibt.“ Mit der Vereinbarung wird nun einerseits mehr Sicherheit und andererseits mehr Flexibilität geschaffen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als Betriebsratsteam aus vielen verschiedenen Bereichen haben wir einen 360-Grad-Blick.“</p>
<cite>Marie-Pierre Granger,<br>Betriebsratsvorsitzende, Central European University</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Angesprochen auf ihr Betriebsratsteam beginnt Granger sehr erfreut zu erzählen: „Wir kommen aus ganz vielen verschiedenen Bereichen des Hauses und vertreten rund 400 Personen. Wir sind daher wahrscheinlich der einzige Ort, an dem man versteht, wie die Universität wirklich funktioniert.“ Sie spricht von einem 360-Grad-Blick, den sie im Betriebsrat haben. Dadurch kann der Betriebsrat bei Doppelgleisigkeiten schnell gegensteuern – etwa wenn Evaluierungsprozesse für verschiedene Personalgruppen komplett unabhängig gedacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es gibt auch schon ein nächstes Anliegen. Zukünftig sollen die Tätigkeitsprofile der Beschäftigten detaillierter und nachvollziehbar beschrieben werden. „Oft wissen Kolleg:innen nicht, ob sie richtig eingestuft und fair bezahlt werden, weil die Tätigkeitsprofile so unklar sind.“ Dadurch kann auch der Betriebsrat in seinen Beratungen besser unterstützen. Denn transparente Tätigkeitsbeschreibungen sind eine wichtige Voraussetzung, um etwa einen Gender Pay Gap sichtbar zu machen und zu schließen.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Kein Kollektivvertrag</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schlussendlich geht es dem Betriebsrat aber um mehr als nur den eigenen Betrieb: „Wir gehören zu den zwei Prozent der Angestellten in Österreich, die nicht von einem Kollektivvertrag erfasst sind.“ Wichtig ist Granger bei einem zukünftigen Kollektivvertrag für private Universitäten, dass dieser nicht von den Arbeitgebern genutzt wird, um die Gehälter innerhalb der Branche zu senken. Dazu brauche es den Zusammenhalt zwischen den einzelnen Betriebsräten, die intensiv im Austausch sind.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Demokratie und Betriebsrat</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Was hat aus ihrer Sicht als Wissenschafterin der Betriebsrat mit Demokratie zu tun? „Gute Frage“, sagt Granger. „Uns wurde von der Führungsebene am Anfang kommuniziert: Die Universität ist keine Demokratie. Das haben wir natürlich nicht hingenommen.“ Für den Betriebsrat steht es außer Streit, dass auch auf einer Universität die Beschäftigten ihre Stimme einbringen und Veränderungen mitgestalten können. Das sei Teil des demokratischen Prozesses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Druck des Betriebsrats gibt es inzwischen mehr Austausch und Transparenz. Aus Grangers Sicht braucht es hier aber noch weitere Verbesserungen. Gerade dafür sei der Betriebsrat essenziell, denn er sei „als etablierte und rechtlich abgesicherte Institution eine wichtige Einrichtung, um mehr Mitbestimmung umzusetzen“. Dafür werden sich Marie und ihre Kolleg:innen auch weiterhin einsetzen. Die Arbeit im Betriebsrat sei – wie sie am Ende des auf Englisch geführten Gesprächs sagt – ein „work in progress“.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Gewerkschaft hilft, wenn Unterstützung gebraucht wird</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/06/30/die-gewerkschaft-hilft-wenn-unterstuetzung-gebraucht-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schober]]></category>
		<category><![CDATA[WAFF]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=22924</guid>

					<description><![CDATA[Peter Schober ist Betriebsratsvorsitzender des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds WAFF. Seit der Schulzeit verbindet ihn eine gelingende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft, diese wertschätzende Unterstützung gibt er als Belegschaftsvertreter großzügig weiter.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-22925" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-1024x768.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-300x225.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-150x113.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n-768x576.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/06/696233200_962482313343758_5911818982430160975_n.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Peter Schober übernahm <strong>2016 </strong></strong><strong>den Vorsitz im Betriebsrat und spürte rasch die Verantwortung, die damit einhergeht. </strong><br>© Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Peter Schober ist Betriebsratsvorsitzender des Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds WAFF. Seit der Schulzeit verbindet ihn eine gelingende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft, diese wertschätzende Unterstützung gibt er als Belegschaftsvertreter großzügig weiter.</strong></p>



<span id="more-22924"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Peter Schober sagt von sich selbst, „grundsätzlich immer schon gewerkschaftlich unterwegs gewesen zu sein: In der Berufsschule war ich Klassensprecher, später sogar Schulsprecher.“ Früh entdeckte er, dass unpassende oder belastende Rahmenbedingungen durch persönlichen Einsatz gut veränderbar sind. Schober und seine Mitschüler:innen litten unter der Tatsache, dass die Berufsschule auch an Samstagen stattfand: „Das war für uns zäh, niemand anderer musste am Wochenende arbeiten.“ Also knüpften die Schüler:innen, auf den Tipp eines Lehrers hin, erste Kontakte zur Gewerkschaft Bau-Holz, die sich dann erfolgreich dafür eingesetzt hat, dass keine Schulstunden mehr an Samstagen abgehalten wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Arbeitnehmer:innen Vertretung fühlte sich Schober „sofort ernst genommen: Die Profis haben uns gesagt, wie wir vorgehen müssen und haben auch geholfen, offizielle Schreiben zu formulieren.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gewerkschaft hilft rasch</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese unkomplizierte Hilfe war für den damals 17-Jährigen eine „prägende Erfahrung: Ich habe mein Werkzeug gefunden und war fortan überzeugt: Hier bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Lehre zum Bauspengler und Dachdecker fand Schober einen Job in Wien. Als es Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber gab, wandte er sich erneut erfolgreich an die Gewerkschaft: „Es ging um das Ausbezahlen von Überstunden. Ein Brief hat gereicht und das Geld war 14 Tage später auf meinem Konto.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich wusste, die Gewerkschaft hilft mir weiter, wenn ich Schwierigkeiten mit meinem Dienstgeber habe.“</p>
<cite>Peter Schober, Betriebsratsvorsitzender des WAFF</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Betrieb befasste sich Schober mit der Ausbildung junger Kolleg:innen: „Wir hatten viele Lehrlinge, ich habe die Jungen in der Werkstatt angeleitet und hatte großen Spaß dabei.“ 2004 wechselte er in den WAFF, den Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds und kümmerte sich zu Beginn in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer darum, Lehrlinge an Klein- und Mittelbetriebe zu vermitteln: „Ich führe gerne Gespräche und hatte auch regen Kontakt zum AMS. So habe ich den WAFF als Organisation von Grund auf kennen und verstehen gelernt“, erklärt Schober, wie er bei zahlreichen Betriebsbesuchen unterschiedliche Interessen verknüpfte: „Die Unternehmen haben mir gezeigt, in welchen Bereichen sie Lehrlinge ausbilden möchten und was die jungen Leute erwartet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsratsgründung</strong><strong></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb oder in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten Mitarbeiter:innen habt ihr das Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung (auch nach der Gründung) erhältst du in deiner <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/bundeslaender" aria-label="Regionalgeschäftsstelle">Regionalgeschäftsstelle</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zur Betriebsratswahl findest du <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="hier">hier</a>.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Unterstützung für die Kolleg:innen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als 2008 eine Betriebsratswahl anstand, kandidierte Schober auf der Liste des damaligen Betriebsratsvorsitzenden und schaffte es, auch nach einem Vorsitzwechsel, seine gute Gesprächsbasis zur Betriebsratsspitze aufrecht zu erhalten: „In meiner Abteilung hatte ich mir da bereits das Standing erarbeitet, dass ich die Kolleg:innen gerne unterstütze, wenn es Probleme gibt. “</p>



<p class="wp-block-paragraph">2016 übernahm Schober den Vorsitz und spürte rasch die Verantwortung: „Plötzlich hat es nicht mehr gereicht, von der zweiten Reihe aus Ideen kundzutun, ich musste unsere Vorschläge gegenüber der Geschäftsführung und dem Management auch umsetzen können.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schober stellte sein Team neu zusammen, dabei waren erstmals alle Belegschaftsvertreter:innen auch Gewerkschaftsmitglieder. Heute besteht der Betriebsrat aus sechs Aktiven und sechs Ersatzmitgliedern, sie vertreten die Interessen von knapp 300 Beschäftigten. Dem Vorsitzenden ist es wichtig, dass „wir Betriebsrät:innen loyal sind und Werte vertreten, die im Interesse der Beschäftigten sind: Ich habe ein hochmotiviertes Team, sie sind begeistert von ihren Aufgaben und funkeln im übertragenen Sinn.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Interessenvertretung passiert oft im Stillen. Ich möchte die Arbeit des Betriebsrates stärker sichtbar machen.“</p>
<cite>Peter Schober, Betriebsratsvorsitzender des WAFF</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Basale Rechte mussten Schober und sein Team nicht erkämpfen, weil „der WAFF 1995 von der Gewerkschaft mitgegründet wurde, herrschen faire Arbeitsbedingungen und gelebte Wertschätzung: „Die Höhe der Bezahlung richtet sich nach den Dienstjahren und dem Aufgabenbereich, nicht nach dem Geschlecht. Homeoffice ist üblich, die Gleitzeit ohne Kernzeit längst etabliert.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gearbeitet wird daran, die Nachhaltigkeit vorhandener Benefits und Goodies zu stärken und die Arbeit der Belegschaftsvertretung sichtbarer zu machen: „Wir kaufen bei Wiener Unternehmen, haben erreicht, dass das Unternehmen Periodenprodukte für die Kolleg:innen zur Verfügung stellt und sind stolz darauf, dass Frauen und Männer bei uns für die gleiche Arbeit die gleiche Entlohnung bekommen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Persönliches Gespräch zum Einstieg</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Weiters ist es Schober „ein extremes Anliegen, wieder mehr Kolleg:innen zur Gewerkschaft zu bringen: Wir haben eine Mappe, die alle Betriebsrät:innen mit Foto vorstellt und neuen Mitarbeiter:innen nach dem Einstellungsgespräch persönlich übergeben wird.“ So können die Belegschaftsvertreter:innen gleich zu Beginn klarmachen, für welche arbeitsrechtlichen Vorteile der Betriebsrat verantwortlich zeichnet und wo Unterstützung geboten wird: „Das Konzept ist genial, im Erstgespräch gelingt es uns, acht von zehn neuen Mitarbeiter:innen von den Vorteilen einer Mitgliedschaft zu überzeugen.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Einstandsgeschenk gibt es eine Trinkflasche mit dem WAFF-Betriebsrats Logo drauf, die Resonanz auf die persönliche Begrüßung ist sehr gut: „Die Beschäftigten fühlen sich direkt angesprochen“, erklärt Schober warum es wichtig ist, „die Bedeutung des Betriebsrates zu stärken: Es geht vor allem um Solidarität. Gemeinsam sind wir stärker.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>WAFF fördert Aus- und Weiterbildung</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2024 ist Schober für betriebsrätliche Arbeit freigestellt. „Wir organisieren und fördern Aus- und Weiterbildungen für Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Wien“, skizziert er die vielfältigen Aufgaben des WAFF, wobei Wertschätzung „immer eine besondere Rolle spielt: Wir wollen die Situation von Menschen verbessern, die es am Arbeitsmarkt schwer haben oder einen Bildungsabschluss nachholen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Sprachkursen für neu zugewanderte Menschen, Qualifizierungsmaßnahmen für Hilfsarbeiter:innen und speziellen Förderungen für Arbeitsplätze im Gesundheits- und Sozialbereich können sich Arbeitskräfte etwa im Bereich Pflege über Arbeitsstiftungen weiter qualifizieren. Für Frauen gibt es spezielle Förderprogramme – wie etwa FRECH (Frauen ergreifen Chancen), weil diese am Arbeitsmarkt „leider nach wie vor oft benachteiligt sind: Insbesondere bei Einkommen, Karrierechancen oder auch im Hinblick auf Altersarmut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ausgleich zur Arbeit betreibt Schober Kraftsport: „Bewegung hilft mir dabei abzuschalten, Energie zu tanken und den Kopf freizubekommen. Außerdem genieße ich ruhige Zeit mit Familie, Musik und Menschen, die mir wichtig sind.“</p>
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