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	<title>Alexia Weiß &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Eine neue Schule für alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 09:29:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungsreform]]></category>
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					<description><![CDATA[Das österreichische Schulsystem wird oft kritisiert, aber wie könnte man es verbessern? Alexia Weiss hat mit ihrem Buch „Zerschlagt das Schulsystem...und baut es neu!“ einen Entwurf für die Schule der Zukunft vorgelegt. Sie verlangt einen radikalen Neuanfang. Für eine Schule, in der sich jedes Kind bestmöglich entfalten und lernen kann.]]></description>
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<p><strong>Das österreichische Schulsystem wird oft kritisiert, aber wie könnte man es verbessern? Alexia Weiss hat mit ihrem Buch „Zerschlagt das Schulsystem&#8230;und baut es neu!“ einen Entwurf für die Schule der Zukunft vorgelegt. Sie verlangt einen radikalen Neuanfang. Für eine Schule, in der sich jedes Kind bestmöglich entfalten und lernen kann.</strong></p>



<span id="more-18967"></span>



<p>Alexia Weiss bezeichnet ihr Buch selbst zwar als eine Streitschrift, doch es kommt größtenteils ohne Polemik und das Anprangern von Missständen aus. Missstände beschreiben, so erklärt die Autorin, sei nicht zielführend, auch wenn viele das von einem Buch dieses Titels erwarten würden.</p>



<p>Weiss’ Ziel ist vielmehr, eine Vision für ein völlig neu aufgesetztes Schulsystem vorzulegen, ein Plädoyer, wie man die Dinge besser machen könnte. Sie fordert mehr als nur ein „Reförmchen“ oder einen neuen Schulversuch. Weiss entwickelt daher in ihrem kurz und eindringlich geschriebenen Buch ein ideales, zeitgemäßes Schulsystem und erklärt anschaulich und mit vielen Beispielen, was es dafür bräuchte. Es umfasst die Elementarpädagogik, die Volksschulzeit, die Sekundarstufe und das Gymnasium ebenso wie die berufsbildenden Schulen, also die Schullaufbahn aller Kinder zwischen drei und 18 oder 19 Jahren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Chancengleichheit</h4>



<p>Die Devise muss heißen: Gleiche Chancen für jedes Kind, unabhängig von seiner ethnischen und sozialen Herkunft, seiner Muttersprache und natürlich von seinem Geschlecht. Als Vorbilder für Weiss’ ideale Schule führt sie die Montessoripädagogik, die jedem einzelnen Kind gerecht werden möchte, ebenso an wie Schulsysteme anderer Länder, wie z.B. Finnland. Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, helfen Best-Practice-Beispiele. Aber für Weiss gibt es nicht nur den einen Lösungsansatz, sie will mit ihrer Streitschrift eine Diskussion in Gang setzen.</p>



<p>Klar ist: es muss eine endgültige Abkehr vom Frontalunterricht geben und es braucht massive Motivationsarbeit, um SchülerInnen für Inhalte zu begeistern. Am Ende der jeweiligen Schullaufbahn soll ein Abschlusszeugnis die tatsächliche Qualifikation widerspiegeln – und nicht einfach nur ein formaler Abschluss sein, mit dem der oder die Jugendliche sich auf die Suche nach einer Lehrstelle, einen Studienplatz oder einen Job begibt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gesamtschule und Ganztagsschule</h4>



<p>Grundlegend für eine neue Schule sind die Gesamtschule und die Ganztagsschule, wo allen Kindern sowohl die nötige Geborgenheit, als auch ausreichend Freiheit geboten wird, wo sie ihre Stärken und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Die Eckpfeiler eines neuen Schulsystems müssten einerseits pädagogischer Natur sein, aber auch organisatorischer Art. Es braucht neue Curricula und ein Kurssystem, damit individuelle Stärken sowie Interessen und Vorlieben berücksichtigt werden können. Kleinere Klassen- bzw. Lerngruppen würden Kindern deutlich bessere Lernchancen geben und zugleich die PädagogInnen entlasten.</p>



<p>Die Ganztagsschule wiederum ist aus pädagogischer Perspektive deutlich sinnvoller, weil sie die bestmögliche Betreuung bietet. Auch Nachhilfe bzw. Förderunterricht findet – gratis &#8211; in der Schule statt. Die Ganztagsschule würde auch den Eltern und v.a. den Müttern helfen, endlich Kinder und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bekommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Coach</h4>



<p>Ein zentraler Pfeiler ist in Weiss’ Entwurf für ein modernes Schulsystem der Coach. Das ist eine Person, idealerweise ein/e PsychologIn, die jede/n SchülerIn während der gesamten Schullaufbahn im Blick hat und sie begleitet. Der Coach beobachtet den Schulerfolg des Kindes. So bekommt jedes Kind Unterstützung, z.B. falls es Förderunterricht benötigt, oder aber auch wenn es Probleme in der Klassengemeinschaft gibt (Stichwort: Mobbing). Der Coach kennt das Kind schließlich gut genug, um auch bei der Auswahl von Fächern beratend zur Seite zu stehen und schließlich bei der Berufswahl Hilfestellung leisten zu können. Coaches sollen sicherstellen, dass jedes Kind sein Potential entfalten kann, bestmöglich gefördert wird und motiviert ist, individuell sein Bestes zu geben. Das ist v.a. bei SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen ganz zentral, oder aber auch bei Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen oder aus einem bildungsfernen Elternhaus. Die Coaches würden außerdem endlich die PädagogInnen entlasten, damit diese wieder ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich dem Unterricht und dem Vermitteln von Kompetenzen nachkommen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Elementarbildung</h4>



<p>Um Kinder bestmöglich fördern zu können, muss auch endlich der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung in den Fokus rücken. Die Arbeitsbedingungen für ElementarpädagogInnen müssen dringend verbessert werden. Kleinere Gruppen und damit ein neuer Pädagogin-Kind-Schlüssels sind längst überfällig und v.a. die Sprachförderung sollte im Kindergarten im Zentrum stehen. Das Ziel ist, dass alle Kinder beim Schuleintritt über ein adäquates Sprachniveau verfügen.</p>



<p>Ein weiterer Bereich, der in einem erneuerten Schulsystem einen prominenten Platz bekommen sollte, ist für Weiss die Erziehung zur Demokratie. Diese Querschnittsmaterie lässt sich in Unterrichtsalltag gut üben, indem bereits mit sehr jungen Kindern Entscheidungen, die die Klasse betreffen, gemeinsam getroffen werden. Kinder sollen lernen, wie man in Diskussionen die Meinung des/der anderen respektiert, und was der Unterschied zwischen Fakten und Meinung ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fit für den Arbeitsmarkt</h4>



<p>Mit dem jetzigen System ist eigentlich niemand zufrieden, weder die SchülerInnen, noch die LehrerInnen, und auch nicht die Eltern. Die Wirtschaft klagt ebenfalls über fehlende Grundkompetenzen bei SchulabsolventInnen, wie z.B. Defizite beim sinnerfassenden Lesen oder bei den Grundrechnungsarten. Viele Ausbildungsplätze oder Jobs werden derzeit nicht vergeben, weil es den KandidatInnen an Qualifikationen fehlt. Derzeit fallen daher immer mehr Jugendliche aus dem Ausbildungssystem oder verfügen über keinen Abschluss. Ein neues Schulsystem könnte daher jungen Menschen bessere Startchancen geben und sie fit für den Arbeitsmarkt machen, was den Sozialstaat langfristig entlasten würde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht finanzierbar?</h4>



<p>Dem Totschlagargument: „Das ist nicht finanzierbar“ hält Weiss die indirekten Kosten des derzeitigen ineffizienten Systems entgegen. Natürlich würde eine wirklich grundlegende Schulreform hohe Kosten mit sich bringen. Doch war es nicht in den letzten zwei Jahren möglich, enorme Summen für die Corona-Hilfen lockerzumachen? Investitionen in Bildung machen sich bezahlt, sowohl zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, als auch für die Wirtschaft, die über Personalmangel klagt und in vielen Branchen nach gut ausgebildeten Fachkräften sucht. Umgekehrt müsste man hier auch die Folgekosten des derzeitigen schlechten Schulsystems beziffern.</p>



<p>„Wer eine gerechtere Gesellschaft will, muss ganz am Anfang ansetzen. Und der Anfang, das sind in diesem Fall die Kinder. Für sie müssen wir einen völligen Neuzugang wagen“, schließt Weiss ihr Plädoyer. Daher auch ihre radikale Forderung: „Zerschlagt das Schulsystem&#8230; und baut es neu!“</p>



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<p><strong>Alexia, Weiss</strong>: Zerschlagt das Schulsystem&#8230; und baut es neu! Eine Streitschrift. Kremayr &amp; Scheriau 2022.</p>



<p>Zu beziehen in der Fachbuchhandlung des ÖGB,  1010 Wien, Rathausstraße 21, oder <a href="https://besserewelt.at/zerschlagt-das-schulsystem-und-baut-es-neu" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Online (öffnet in neuem Tab)">Online</a></p>
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		<title>Wenn ElementarpädagogInnen kündigen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/09/16/wenn-elementarpaedagoginnen-kuendigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 11:05:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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					<description><![CDATA[Bianca Schatz stand viele Jahre selbst in Kindergartengruppen und betreute als Assistentin Mädchen und Buben von drei bis sechs Jahren. Seit einem Jahr ist sie Betriebsratsvorsitzend der Kinderfreunde Oberösterreich. Wichtig ist ihr in dieser Funktion auf die angespannten Arbeitsbedingungen ihrer rund 230 KollegInnen, die in Einrichtungen in Linz, Wels und Steyr arbeiten, aufmerksam zu machen. Sie fordert eine bessere Bezahlung von PädagogInnen und AssistentInnen sowie kleinere Gruppen.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz-1024x768.png" alt="" class="wp-image-17352" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz-1024x768.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz-300x225.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz-150x113.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz-768x576.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Bianca-Schatz.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: privat</figcaption></figure>



<p><strong>Bianca Schatz stand viele Jahre selbst in Kindergartengruppen und betreute als Assistentin Mädchen und Buben von drei bis sechs Jahren. Seit einem Jahr ist sie Betriebsratsvorsitzend der Kinderfreunde Oberösterreich. Wichtig ist ihr in dieser Funktion auf die angespannten Arbeitsbedingungen ihrer rund 230 KollegInnen, die in Einrichtungen in Linz, Wels und Steyr arbeiten, aufmerksam zu machen. Sie fordert eine bessere Bezahlung von PädagogInnen und AssistentInnen sowie kleinere Gruppen.</strong></p>



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<p>„Es ist erschreckend, es ist September und es gibt keine PädagogInnen mehr“, sagt Bianca Schatz. In den Kindergärten in Linz seien diesen Herbst daher nun drei Gruppen mit AssistentInnen als GruppenleiterInnen gestartet – eine absolute Notlösung. Die Personalsituation in Kindergärten ist seit Jahren angespannt, die Corona-Krise hat das Problem noch verstärkt. Was man zuletzt auch im Bereich Pflege massiv hört, damit kämpft man im Bereich Elementarpädagogik ebenfalls: immer öfter schmeißen PädagogInnen hin, erzählt Schatz. „Die KollegInnen im Verwaltungsbereich unserer Rechtsträger fürchten sich schon, wenn eine Pädagogin im Büro anruft, dass wieder jemand kündigt.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Personalmangel</h4>



<p>Dazu komme das große Problem, dass immer weniger AbsolventInnen einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik überhaupt in den Beruf gehen. „Die Argumente sind dann immer die gleichen: die Verantwortung ist zu hoch, so kann man keine pädagogische Arbeit mehr leisten.“ Ihre Erfahrungen im Kindergartenalltag bestätigen das, erzählt Schatz. Wenn man wie derzeit in vielen Gruppen auf Grund der angespannten Personalsituation üblich, mit 23 – immer öfter durch die Inanspruchnahme der Möglichkeit der Gruppengrößenüberschreitung mit 25 – Kindern alleine in der Gruppe sei, könne man nur mehr darauf achten, dass sich keines der Mädchen und Buben verletzt. „Eine Kinderbildungseinrichtung ist aber keine Aufbewahrungsstätte, sondern eine pädagogische Einrichtung“, so Schatz. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, brauche es aber auch mehr Personal.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Die KollegInnen im Verwaltungsbereich unserer Rechtsträger fürchten sich schon, wenn eine Pädagogin im Büro anruft, dass wieder jemand kündigt.“ </p><cite>Bianca Schatz</cite></blockquote>



<p>Schatz fordert, die Gruppengröße auf 17 Kinder zu senken, in Krabbelgruppen sollten es statt derzeit bis zu zehn – mit Gruppenüberschreitung elf &#8211; Kinder idealerweise maximal neun sein. Das würde nicht nur den Alltag der hier Beschäftigten erleichtern, das würde vor allem auch erst eine pädagogische Arbeit ermöglichen. „Vor rund etwa zwei Jahren haben in der zweigruppigen Kinderbildungseinrichtung, in der ich tätig war, den Versuch gemacht, zwei Wochen lang an jedem Tag jedes Kind individuell anzusprechen und das zu dokumentieren. Wir haben mit Schrecken gesehen, dass wir es nicht geschafft haben, mit jedem Kind in Kontakt zu treten.“ Es gebe Kinder, die keine Aufmerksamkeit brauchen, es gebe aber auch Kinder, die sie brauchen, aber nicht einfordern.</p>



<p>Besonders prekär sieht die Situation beim Thema Integration aus. „Das geht derzeit auch in eine völlig falsche Richtung“, kritisiert Schatz. In einer Gruppe mit dann 15 Kindern könnten bis zu vier Kinder mit besonderen Bedürfnissen betreut werden. Diese Bedürfnisse seien dann aber meist höchst unterschiedlich und könnten von der einen AssistentIn für Integration, kaum abgedeckt werden. „Die KollegInnen zerreißen sich.“ Zudem seien hier auch die Stunden beschnitten worden. Auch für Sprachförderung für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache gebe es zu wenig Mittel.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fehlende Mittel</h4>



<p>Stichwort Geld: eine AssistentIn verdient im ersten Jahr 1.945 Euro brutto (wobei die meisten nur teilzeitbeschäftigt seien), eine PädagogIn 2.435 Euro brutto. „Hier gehört auf jeden Fall etwas draufgelegt.“ Immer schwieriger werde es zudem, Leitungen zu finden. „Die Leitungszulage beträgt bei einer Gruppe 139,50 Euro und für jede weitere Gruppe 58 Euro.“ Das Gros der Kindergärten habe in Oberösterreich zwei bis vier Gruppen – die LeiterIn stehe dann immer selbst in ihrer Gruppe und kümmere sich zusätzlich um die administrativen Aufgaben. Wenn KollegInnen ausfallen, federe aber auch sie das ab und springe ein – dann bleiben die Leitungsaufgaben liegen und müssen außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten erledigt werden. Immer weniger PädagogInnen würden sich das um den wenigen Mehrverdienst und dafür höheren Verantwortung antun wollen.</p>



<p>Die meisten Rechtsträger sind in Sachen der Entlohnung grundsätzlich auf Seiten der ArbeitnehmerInnen, so Schatz. Allein: sie verfügen nicht über ausreichend Mittel, um hier die Gehälter zu erhöhen. Sie sind auf Mittel der öffentlichen Hand angewiesen. „Und die Förderung ist an das Landesschema gebunden, welches gerade noch über dem Mindestlohntarif der Privaten Kinderbetreuungseinrichtungen liegt“, so Schatz. Sie fordert daher Bund und Länder auf, mehr Mittel für den Bereich Elementarpädagogik zur Verfügung zu stellen. So, wie es derzeit laufe, könne es nicht weitergehen.</p>



<p>Sie appelliert aber auch an die Rechtsträger, sich hier zusammenzutun und gemeinsam und entschiedener und mit mehr Druck als bisher gegenüber der öffentlichen Hand aufzutreten. „Ich finde, die Träger sind da oft zu geduldig.“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person:</h4>



<p><strong>Bianca Schatz</strong>, geb. 1976 in Judenburg, Abschluss einer Einzelhandelslehre. Danach zwölf Jahre als Arbeiterin beim Brillenhersteller Silhouette, im Zug der Finanzkrise im Rahmen einer Arbeitsstiftung Umschulung zur Kindergarten-Assistentin. Seit 2003 in diesem Beruf bei den Kinderfreunden Oberösterreich tätig, seit 2005 Engagement im Betriebsrat. 2017 Zukunftsakademie, seit einem Jahr freigestellte Betriebsratsvorsitzende. In ihrer Freizeit geht Schatz gerne in die Berge, macht Handarbeiten oder widmet sich ihrem in den Lockdowns neu entdecktem Hobby, der Gartenarbeit.</p>
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