<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Anita Palkovich &#8211; KOMPETENZ-online</title>
	<atom:link href="https://kompetenz-online.at/tag/anita-palkovich/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://kompetenz-online.at</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 14 Apr 2021 09:32:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/02/index-1-150x150.png</url>
	<title>Anita Palkovich &#8211; KOMPETENZ-online</title>
	<link>https://kompetenz-online.at</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Handel: „Wir sind am Ende unserer Kräfte!“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/04/13/handel-wir-sind-am-ende-unserer-kraefte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2021 10:31:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2021/02]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Billa]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelhandel]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrarbeitszuschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Eiblmaier]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[SPAR]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Hackl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=16628</guid>

					<description><![CDATA[Die Beschäftigten im Handel, insbesondere im Lebensmittelhandel, haben nach einem Jahr Pandemie ihre Belastungsgrenze erreicht. Die GPA fordert einen Sicherheitsgipfel mit WKO und Bundesregierung sowie einen Zusatzkollektivvertrag, um die Angestellten zu entlasten und zu schützen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-1024x683.png" alt="" class="wp-image-16629" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/anita-palkovich.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>KV-Verhandlerin Anita Palkovich bei der Pressekonferenz der Gewerkschaft GPA</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Die Beschäftigten im Handel, insbesondere im Lebensmittelhandel, haben nach einem Jahr Pandemie ihre Belastungsgrenze erreicht. Die GPA fordert einen Sicherheitsgipfel mit WKO und Bundesregierung sowie einen Zusatzkollektivvertrag, um die Angestellten zu entlasten und zu schützen.</strong></p>



<span id="more-16628"></span>



<p>Eine <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte/2021/belastungsgrenze-fuer-handelsangestellte-ist-erreicht" target="_blank" aria-label="Mitgliederbefragung der Gewerkschaft (öffnet in neuem Tab)">Mitgliederbefragung der Gewerkschaft</a><a href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte/2021/belastungsgrenze-fuer-handelsangestellte-ist-erreicht" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label=" (öffnet in neuem Tab)"> </a><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte/2021/belastungsgrenze-fuer-handelsangestellte-ist-erreicht" target="_blank" aria-label="GPA (öffnet in neuem Tab)">GPA</a> zeigt die angespannte Situation der Beschäftigten im Handel auf. Die Rückmeldungen sind alarmierend: Corona hat die Lage der Handelsangestellten, aber auch das Image der Branche schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Fleckerlteppich an Maßnahmen und Regelungen, die von den KundInnen oft nicht mehr mitgetragen werden, führt zu großer Verunsicherung. Zugleich ist die Arbeitsbelastung stark gestiegen, ohne dass sich dies positiv auf die Bezahlung auswirken würde.</p>



<p>„Aggressive Kunden, Überlastung, Personalmangel und mangelnde Wertschätzung, sowie fehlender Respekt der Kunden gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen sind die größten Probleme,“ fasst Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin im Handel in der GPA, die Ergebnisse der Befragung zusammen. „Es ist nicht übertrieben aufgrund der aktuellen Lage von einer Gefährdung der sicheren Versorgung zu sprechen,“ warnt Palkovich. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Dem großen Zusammenhalt der Beschäftigten ist es vielerorts zu verdanken, dass der Betrieb weiter aufrechterhalten werden kann.“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<p>Von den über 3.000 TeilnehmerInnen der Befragung aus allen Bundesländern fühlen sich ein Drittel durch die aktuell gesetzten Maßnahmen nicht sicher und unzureichend geschützt. Sie sehen Versäumnisse und haben kein gutes Gefühl, im Handel zu arbeiten.</p>



<p>Als wirksame Schutzmaßnahmen hingegen werden die verpflichtende FFP2-Maske für alle KundInnen sowie sämtliche Maßnahmen, die für Hygiene und Abstand sorgen wahrgenommen. Auch die Beschränkung der Öffnungszeiten wurde von den Befragten positiv vermerkt. Was fehlt, sind verpflichtende wöchentliche Tests.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hohe Flexibilität gefordert</strong></h4>



<p>Während ein Teil des stationären Handels während der Lockdowns in Kurzarbeit war bzw. ist, sind die Beschäftigten im Lebensmittelhandel SystemerhalterInnen. „Sie stellen seit einem Jahr die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicher“, betont Sabine Eiblmaier, Zentralbetriebsratsvorsitzende bei Interspar. Eiblmaier erinnert daran, dass vor einem Jahr noch für die Handelsangestellten öffentlich geklatscht wurde. &nbsp;Doch seither sind die zusätzlichen Belastungen durch die Pandemie leider nicht kleiner geworden. Wegen Personalmangel, Corona-Erkrankungen und Ausfällen durch Quarantäne ist die Personaldecke extrem dünn geworden. Die Arbeitgeber erwarten jedoch ein Höchstmaß an Flexibilität.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-1024x683.png" alt="" class="wp-image-16632" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/sabine-eiblmaier.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Spar-Betriebsratsvorsitzende Sabine Eiblmaier bei der Pressekonferenz</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p></p>



<p>Teilzeitkräfte müssen daher Mehrarbeit leisten und bei Ausfällen einspringen, oft auch in anderen, weiter entfernt gelegenen Filialen. Die vielen zusätzlichen Arbeitsstunden bringen aber nur wenig auf dem Lohnzettel: Mehrarbeit wird, im Gegensatz zu Überstunden, nicht besser abgegolten, und die Möglichkeit zur Durchrechnung, die das Arbeitszeitgesetz vorsieht, bringt am Ende einer langen Arbeitswoche nicht mehr Geld am Konto.</p>



<p>Werner Hackl, Betriebsratsvorsitzender bei Billa, berichtet ebenfalls von gestiegenen Belastungen durch Ausfälle wegen Krankheit und Quarantäne, aber auch durch Arbeiten mit Maske und Zusatzarbeiten wie z.B. Hygienemaßnahmen im Betrieb. Dazu kommen private Belastungen durch Kinderbetreuung und Homeschooling. Der Umgang mit Kunden, erzählt Hackl, sei schwieriger geworden, da die MitarbeiterInnen oft genug die Corona-Maßnahmen wie Masken tragen oder Abstand halten in Erinnerung rufen müssten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-1024x683.png" alt="" class="wp-image-16634" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/werner-hackl.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Billa-Betriebsratsvorsitzender Werner Hackl</strong> <strong>beim Interview mit ATV </strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Aggressive KundInnen</h4>



<p>Auch in der Umfrage der GPA kamen mehrfach die Probleme im Umgang mit KundInnen zur Sprache. Mehr als die Hälfte der Befragten klagten über Aggressionen. Viele fühlen sich noch dazu vom Arbeitgeber und den Behörden allein gelassen: Erinnert man einen Kunden z.B. an die Maskenpflicht, wird dieser ungehalten und beschwert sich dann bei der Firmenleitung „und wir kriegen noch eins drauf, wenn wir Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie ihre Masken tragen“, wie eine Mitarbeiterin auf ihrem Befragungsbogen vermerkte. Viele MitarbeiterInnen haben den Eindruck, dass KonsumentInnen ihren Frust an ihnen abladen und haben täglich mit Pöbeleien zu tun, was zu einer großen psychischen Belastung führt. Viele wünschen sich hier auch mehr Unterstützung durch Behörden und Polizei. Betriebsrätin Eiblmaier appelliert aber auch an die KundInnen, den Beschäftigten mehr Verständnis und Wertschätzung entgegenzubringen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-1024x614.png" alt="" class="wp-image-16657" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Stress-im-Handel1-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption> <strong>Mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Lebensmittelhandel fühlen sich meistens oder sogar immer im Stress. </strong><br>Grafik: GPA-Öffentlichkeitsarbeit </figcaption></figure>



<p>Frustrierend findet Anita Palkovich auch, dass in den letzten Jahren die GPA stetig und erfolgreich gemeinsam mit den BetriebsrätInnen an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gearbeitet hatte, und nun vieles davon aufgrund der Pandemie wieder zunichte gemacht wurde. Nur dem großen Zusammenhalt der Belegschaft untereinander ist es zu verdanken, dass die Situation mit einer gemeinsamen Anstrengung gestemmt werden kann, betonen sowohl Eiblmaier als auch Hackl.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Forderung nach Sicherheitsgipfel</h4>



<p>Gewerkschaft und Betriebsräte verlangen daher einen Sicherheitsgipfel für die gesamte Branche: Die Wirtschaftskammer und auch die Bundesregierung sind aufgefordert, gemeinsam mit den GewerkschafterInnen an einen Tisch zu kommen, um dringend Maßnahmen zu setzen, die die Situation der Beschäftigten verbessern.</p>



<p>Das Ziel eines solchen Sicherheitsgipfels: „Ein zeitlich befristeter Zusatzkollektivvertrag, der für die Zeit der Pandemie die anstehenden Probleme regelt“, erklärt Palkovich.</p>



<p>Zunächst muss es um die Abgeltung der Flexibilität gehen. Diese wird derzeit ausgereizt, ohne dass es finanziell bei den Beschäftigten ankommt. Mehrarbeit muss, ebenso wie Überstunden, ausbezahlt werden: „Konkret wollen wir, dass die Durchrechnung der Mehrarbeit ausgesetzt wird und eine Erhöhung des Mehrarbeitszuschlages. Auch die Fahrtkosten und Bezahlung der Wegzeiten bei Aushilfe in anderen Filialen müssen abgegolten werden“, fordert Palkovich. Insbesondere außerhalb der Ballungszentren verursachen diese Fahrtkosten und -zeiten nämlich oft erhebliche Mehrkosten. Darüber hinaus braucht es eine Aufstockung der ausgedünnten Personaldecke.</p>



<p>Eine zweite dringende Forderung, die von der GPA schon mehrmals erhoben wurde, betrifft die schwangeren MitarbeiterInnen mit direktem Kundenkontakt: Sie müssen sofort freigestellt werden. „Es ist nicht einzusehen,“ kritisiert Palkovich, „warum bei den körpernahen Dienstleistungen Schwangere ab der 13. Woche freigestellt sind, ausgerechnet im Handel jedoch diese Regelung nicht angewandt wird.“ Schwangere im Handel sind ebenfalls in unmittelbarem Kontakt zu KundInnen, und entsprechend einem hohen Risiko ausgesetzt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Schutz der Beschäftigten</h4>



<p>Für den Bereich Sicherheit fordert die GPA, dass die Kontrollen der Corona-Maßnahmen mit eigenem Sicherheitspersonal durchgeführt werden, denn nur so können die Beschäftigten entlastet und vor übergriffigen KonsumentInnen geschützt werden.</p>



<p>Eine weitere wesentliche Sicherheitsmaßnahme wäre eine vorrangige Versorgung der Handelsangestellten mit Impfstoff. Die Impfbereitschaft der Beschäftigten ist überdurchschnittlich hoch. Nach einer anfänglichen Skepsis wären mittlerweile sowohl bei Rewe als auch bei Spar bis zu 80 Prozent der Beschäftigten bereit, sich impfen zu lassen. Eiblmaier und Hackl berichten beide von häufigen Nachfragen nach raschen Impfterminen.</p>



<p>Ein anderer Punkt für die Verhandlungen mit den Arbeitgebern betrifft die Tourismusregelungen in jenen Bundesländern, wo eine Sonntagsöffnung vorgesehen ist. Diese muss ausgesetzt werden, solange die Beherbergungsbetriebe geschlossen sind und keine Touristen kommen. „Es gibt derzeit keinen Grund, dass die Beschäftigten sonntags im Handel arbeiten müssen, obwohl es keinen Tourismus gibt. Das ist einfach überflüssig!“ kritisiert Palkovich.</p>



<p>„Die Handelsangestellten“, betont Eiblmaier, „haben die Menschen in Österreich während der ganzen Zeit der Pandemie mit den Produkten des täglichen Bedarfs versorgt und sind täglich fast 12 Stunden für uns alle da.“ Sie haben sich entsprechenden Respekt verdient, sowohl von ihren Arbeitgebern, als auch von den KundInnen, und ein Arbeitsumfeld in dem ihre Leistung geschätzt und korrekt bezahlt wird.</p>



<div class="wp-block-advgb-container advgb-blocks-container blauebox">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft GPA hilft</strong></h4>



<p>GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beratungsangebot (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_3.9/ueber-uns/kontakt" target="_blank">Beratungsangebot</a> zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. </p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fairness für Spitzenleistung</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/10/21/fairness-fuer-spitzenleistung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Oct 2020 09:22:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertragsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Müllauer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=15080</guid>

					<description><![CDATA[Viele Handels-Angestellte gingen im Lockdown an ihre Belastungsgrenzen. Ein fairer Kollektivvertragsabschluss soll ihnen nun die nötige Wertschätzung entgegenbringen. Heute beginnen die KV Verhandlungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-1024x684.png" alt="" class="wp-image-15086" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-1024x684.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-768x513.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/APA_kirill-kukhmar.png 1501w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: APA/Kirill Kukhmar</figcaption></figure>



<p><strong>Viele Handels-Angestellte gingen im Lockdown an ihre Belastungsgrenzen. Ein fairer Kollektivvertragsabschluss soll ihnen nun die nötige Wertschätzung entgegenbringen. Heute beginnen die KV Verhandlungen.</strong></p>



<span id="more-15080"></span>



<p>Das Jahr 2020 schwierig zu nennen, ist untertrieben. Mit der COVID-19-Krise ging ein Teil der Bevölkerung in Arbeit unter, ein anderer musste während des Lockdowns in Kurzarbeit gehen, viele Menschen verloren überhaupt ihren Arbeitsplatz.&nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gewinner und Verlierer</strong></h4>



<p>Während viele Branchen wie die Gastronomie oder Kunstschaffende verzweifeln, können sich manche Geschäftszweige im Handel sogar über gute Umsätze freuen: Lebensmittel-Märkte etwa verzeichneten im zweiten Quartal beinahe neun Prozent mehr Umsatz. Ebenso rasant wuchsen die Umsätze im Internet- und Versandhandel: im März wurde ein Plus von 13,6 Prozent erzielt, im April waren es gar 26 Prozent mehr. Bei den elektrischen Geräten und Möbeln (dazu zählen auch die Baumärkte) hat es nach dem Lockdown Rekordumsätze gegeben. Im Mai gab es dabei einen Anstieg von 29,5 Prozent, im Juni von 20,2 Prozent. Ganz anders sah es bei Gütern wie Textilien und Schuhe aus &#8211; ein Rückgang von über 30 Prozent hat die Branche hart getroffen. Auch der KFZ-Handel musste ein Minus von 10 Prozent verdauen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fairer Abschluss verdient</strong></h4>



<p>Trotz dieser schwierigen Bedingungen erwarten sich die 420.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel einen fairen Kollektivvertragsabschluss. Dass die ersten Wochen der Corona-Krise gemeistert werden konnten, ist gerade auch den Beschäftigten im Handel zu verdanken. In Firmen und Geschäften, die durch die Krise weniger Einnahmen hatten, halfen sie ihren Arbeitgebern durch Kurzarbeit und durch den Abbau von Zeitguthaben und Urlaubstagen. In boomenden Branchen wie dem Lebensmittelhandel, machten sie den KundInnen durch ihren immensen Einsatz, die Verfügbarkeit und zig Überstunden auch viel Mut – selbst im größten Stress, lieferten sie gute Qualität. „In der Zeit des Lockdowns und danach haben die KollegInnen teilweise Übermenschliches geleistet. Vom Schlichten der Ware bis zu verloren gegangenen Umsätzen, die wieder aufgeholt wurden“, macht Martin Müllauer, Vorsitzender Wirtschaftsbereich Handel der GPA-djp, deutlich.&nbsp;</p>



<p>Jetzt muss die Balance zwischen Verantwortung für Arbeitsplätze und einer fairen Abgeltung der MitarbeiterInnen gefunden werden. Eine dieser extremen Situation auch angepasste KV-Erhöhung, die zumindest der Inflationsrate entspricht, ist daher angebracht. „Dem Handels-Kollektivvertrag kommt eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung zu“, weiß Martin Müllauer. Eine faire Gehaltserhöhung erhält und stärkt die Kaufkraft, für die österreichische Wirtschaft ist sie ein Antrieb – schließlich geht es um nicht weniger als 420.000 Menschen in diesem Land. „Der private Konsum ist mit eine der wichtigsten Stützen der österreichischen Volkswirtschaft“, erklärt auch Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp und Verhandlungsführerin bei den Kollektivvertragsverhandlungen. Die Lohn- und Gehaltserhöhungen schaffen auch Konsum, der wiederum dem Handel zugutekommt. Immerhin 52 Prozent des österreichischen BIP (Bruttoinlandsprodukt) stammen aus Konsumausgaben der privaten Haushalte. Ein großer Teil der vom Handel gewährten Lohnerhöhungen fließt also auch wieder in den Handel zurück. „Der Handel hilft sich damit selbst, denn Handelsangestellte sind auch Konsumenten“, gibt Anita Palkovich zu bedenken<strong>. </strong>Eine Erhöhung ist auch deshalb wichtig, weil seit Oktober die Ausgaben der privaten Haushalte nachließen. Der wöchentliche BIP-Indikator der Österreichischen Nationalbank, zeigt auf, dass die verschärften Schutzmaßnahmen nach dem Sommer zu einem Rückgang des privaten Konsums führten. Im Interesse der Volkswirtschaft müssen daher diese Ausgaben wieder angekurbelt werden<strong>.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Applaus allein genügt nicht</strong></h4>



<p>Gerade im Lebensmittelhandel gilt: Die Heldinnen und Helden der Corona-Krise wollen nicht bloß beklatscht werden. Verhandlungsführerin Palkovich: „Die Wertschätzung für ihre Arbeit muss auch durch eine verpflichtende steuer- und abgabenfreie Corona-Prämie für Angestellte und Lehrlinge erfolgen“. Das gilt speziell für ArbeitnehmerInnen, die in trotz der Krise gut verdienenden Unternehmen arbeiten. MartinMüllauer: „Die Prämien sollten in Geld und nicht in Gutscheinen ausbezahlt werden – so können die MitarbeiterInnen selber entscheiden, wofür sie ihr Geld verwenden“. Natürlich soll dabei nach Betrieben differenziert werden. Die Prämien sollen Unternehmen zahlen, die im Lockdown gut verdienten, wie etwa der Lebensmittel- und der Einrichtungshandel.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Abgeltung der höheren Belastung</strong></h4>



<p>Gerade die extreme Arbeitsbelastung der letzten Monate darf nicht der neue Alltag vieler Handelsangestellten werden.  „In Krisenzeiten haben wir zu wenig Personal und zu lange Arbeitszeiten – das stundenlange Tragen der MNS-Maske brachte viele KollegInnen noch schneller an ihre Leistungsgrenze. Es muss möglich sein, mehr durchzuschnaufen, um nachher auch gestärkt weiter arbeiten zu können“, führt Martin Müllauer aus. Längst sind die Belastungsgrenzen erreicht, doch das für alle wichtige Weihnachtsgeschäft steht noch bevor. Die GPA-djp fordert eine faire Abgeltung der Arbeitsbelastung und will neben den Themen Arbeitszeitverkürzung und Zuschläge auch die bezahlte MNS-Masken-Pause auf den Verhandlungstisch bringen. Anita Palkovich: „Wir müssen die besonders belastenden Arbeitszeiten auch über den Kollektivvertrag regulieren. Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sind die Handelsangestellten an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, müssen aber durchhalten“. Die KV –Verhandlungen sind für Mittwoch 21.10. angesetzt, drei Termine sind bisher dafür geplant. Es wird spannend.</p>



<p class="blauebox"><strong>Handel in weiblicher (Teilzeit-)Hand</strong><br>Mehr als 63 Prozent der Handelsangestellten sind Frauen, mehr als 57 Prozent unter ihnen arbeiten Teilzeit. Im gesamten Handel liegt die Teilzeitquote bei 38 Prozent. Der Lebensmittelhandel konnte im 2. Quartal einen Beschäftigungszuwachs von 0,9 Prozent verzeichnen – dagegen wurden 11,1 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Textil-, Bekleidungs- und Schuhhandel abgebaut.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Atemlos durch den Tag</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/09/29/atemlos-durch-den-tag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 15:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2020/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Margarete Schramböck]]></category>
		<category><![CDATA[Masken]]></category>
		<category><![CDATA[Maskenpause]]></category>
		<category><![CDATA[Maskenpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Eiblmaier]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=14763</guid>

					<description><![CDATA[Während der Krise sicherten die ArbeitnehmerInnen im Lebensmittelhandel unsere Grundversorgung. Als Corona-HeldenInnen wurden sie deshalb gelobt. Doch die Unterstützung der Regierung endet, wenn es um konkrete Taten geht, etwa bei der Einführung einer bezahlten Maskenpause.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-1024x683.png" alt="" class="wp-image-14767" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/handel_masken_istockphoto-1257044230-2048x2048-1.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: iStock</figcaption></figure>



<p><strong>Während der Krise sicherten die ArbeitnehmerInnen im Lebensmittelhandel unsere Grundversorgung. Als Corona-HeldenInnen wurden sie deshalb gelobt. Doch die Unterstützung der Regierung endet, wenn es um konkrete Taten geht, etwa bei der Einführung einer bezahlten Maskenpause.</strong></p>



<span id="more-14763"></span>



<p>Extreme Leistungsbereitschaft und ein hohes Maß an Flexibilität, das haben die Beschäftigten im österreichischen Handel seit Beginn der Corona-Pandemie täglich bewiesen. Zeitgleich konnte der Lebensmittelhandel in den vergangenen Monaten hohe Umsätze erzielen. Trotz allem wird nun um ein wenig Entlastung hitzig debattiert. Für Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin und KV-Verhandlerin in der GPA-djp, gibt es daran auch gar nichts zu rütteln: „Eine bezahlte Maskenpause, die Zeit zur Regeneration gibt und die hohe Arbeitsbelastung etwas abmildert, haben sich die Beschäftigten wohl mehr als verdient.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hinter Zellstoff und Plastik</strong></h4>



<p>Wer schon einmal mit MN-Schutz gearbeitet hat, kennt die Problematik. „Beim Schlichten und Einräumen der Waren kommen die KollegInnen schnell ins Schwitzen,“ weiß Sabine Eiblmaier aus Erfahrung. Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei Interspar berichtet von der körperlichen Belastung bei Sommerhitze und gleichzeitiger Maskenpflicht, die ihre MitarbeiterInnen in gehörige Atemnot gebracht hat. Aber nicht bloß körperlich ist die Arbeit in den Supermärkten noch anstrengender geworden, auch sonst ist es schwieriger geworden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Beim Schlichten und Einräumen kommen die Kolleginnen schnell ins Schwitzen.“</p><cite>Sabine Eiblmair</cite></blockquote>



<p>Die herausfordernden Zeiten sorgen schon mal für schwierige KundInnen, die etwa eine MNS-Maske verweigern – trotz des eigenen Stresses dabei besonnen zu agieren, ist nicht immer einfach. „Und was noch dazukommt: Weil auch die KundInnen Masken tragen müssen, sind sie schwerer zu verstehen und die MitarbeiterInnen müssen lauter sprechen“, erklärt Eiblmaier. „Mit der Zeit führt das alles zu einer ziemlichen Belastung.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unterbesetzt und allein gelassen</h4>



<p>Zu Beginn des Sommers hat die GPA-djp mehr als 2.000 Handelsangestellte aus allen Bundesländern zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Dabei gaben 75,6 Prozent der Beschäftigten an, sich durch die gesetzten Maßnahmen am Arbeitsplatz sicher und geschützt zu fühlen. „Die MNS-Maske für KundInnen und die verschärften Hygienebestimmungen haben den Handelsangestellten Sicherheit gegeben“, erklärt Anita Palkovich. „Jetzt heißt es, nicht nachzulassen, damit das Einkaufen weiterhin für alle ungefährlich bleibt.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Viele Filialen sind unterbesetzt. Das sorgt für zusätzliche Belastung und mehr Stress. Gerade jetzt braucht es mehr Personal.“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeit mit Maske belastet</h4>



<p>Was die MitarbeiterInnen bei der Umfrage jedoch beklagten, sind die Belastungen, die ihre Arbeit mit der MNS-Maske verursacht, die Unterbesetzung der Geschäftsfilialen und, dass sie bei der Bewältigung des plötzlich angefallenen Stresses allein gelassen wurden. Die GPA-djp fordert deshalb: wird der MNS-Schutz über zwei Stunden getragen, muss es auch eine verpflichtende und bezahlte Pause von 15 Minuten für die ArbeitnehmerInnen geben. Das ist schon allein deshalb notwendig, weil der Lebensmittelhandel die mit Abstand höchste Quote an Teilzeitbeschäftigten hat. Sie arbeiten oftmals weniger als sechs Stunden und haben darum nicht einmal Anspruch auf die gesetzliche unbezahlte Pause. „Deshalb ist die bezahlte Maskenpause schon sehr wichtig“, sagt Michael Wörthner, Betriebsratsvorsitzender von Lidl Österreich. „Das Tragen der Maske ist auf Dauer anstrengend, es ist daher wichtig, dass die Belegschaft durchschnaufen kann und für ihren Einsatz belohnt wird.“ Um Pausen überhaupt einhalten zu können und den Arbeitsdruck auf ein normales Niveau zu senken, ist eine Mindestbesetzung in den Filialen dringend notwendig. „Doch viele Filialen sind unterbesetzt“, weiß Anita Palkovich. „Das sorgt für zusätzliche Belastung und mehr Stress. Gerade jetzt braucht es mehr Personal.“ Die GPA-djp fordert zudem schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Verarbeitung besonderer Belastungen und außergewöhnlicher Situationen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Pausenlos mit der ÖVP</h4>



<p>Doch nicht jeder gönnt den ArbeitnehmerInnen leichtere Bedingungen. Wirtschaftskammer und regierende ÖVP-MinisterInnen lehnen das ab. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck argumentiert: „Wir dürfen die Unternehmen in der jetzigen Zeit nicht noch mehr belasten“. Die ArbeitnehmerInnen aber offenbar schon. Dabei hat der Lebensmittelhandel heuer Umsatzgewinne verzeichnet – zwischen März und Juni 2020 gab es zweistellige Zuwachsraten. Trotzdem erachten die Arbeitgeber es nicht als notwendig, eine gesetzliche Maskenpause einzuführen. Palkovich ist verärgert: „Es ist längst an der Zeit, diese minimale Erleichterung für die Beschäftigten umzusetzen, denn die Arbeitsbelastung im Lebensmittelhandel ist ungebrochen hoch .“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kein Corona-Tausender in Sicht</h4>



<p>Die Pandemie veränderte den Arbeitsalltag, für die Bewältigung des enorm gewachsenen Arbeitsaufwandes wurden die HandelsmitarbeiterInnen gelobt, beklatscht und besungen. Doch wenn es um konkrete Gegenleistungen geht, schaut es eher düster aus „Für alle Beschäftigten, die zwischen dem 13. und 21. März gearbeitet haben, gab es eine Prämie“, ergänzt Eiblmaier, sie vertritt 6.500 ArbeitnehmerInnen bei Interspar. Dafür waren die MitarbeiterInnen zwar dankbar, aber 75 Euro für eine Teilzeitkraft und 150 Euro für eine Ganztagskraft sind vom vielfach bemühten Corona-Tausender arg weit entfernt. „Beim Thema Corona-Tausender wird von der Geschäftsführung immer wieder auf die Regierung verwiesen, wir müssen also warten, was da kommt“, so Eiblmaier.</p>



<p>Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen steigt auch die Anspannung unter den BetriebsrätInnen wieder: „Jeden Tag kommen neue Themen, wir schauen uns die Regierungspressekonferenzen an, um zu hören, was jetzt wieder verkündet wird“. So sind Weihnachtsfeiern derzeit abgesagt, auch die Problematik, wie Risikogruppen unter den Beschäftigten in der Arbeit eingesetzt werden sollen, bleibt. „Und viele Menschen schütten bei uns Betriebsräten ihr Herz aus“, berichtet Eiblmaier. „Das nimmt einen schon mit, das beschäftigt einen, das können wir nach dem Ende des Gesprächs nicht einfach wegschalten.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Fairness im Handel</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/07/08/mehr-fairness-im-handel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 09:10:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalsteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Zalando]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=14194</guid>

					<description><![CDATA[Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weithin sichtbar – der gebeutelte österreichische Handel benötigt Optimismus und eine Ausweitung der Digitalsteuer. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-1024x731.png" alt="" class="wp-image-14195" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-1024x731.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-300x214.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-150x107.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-768x548.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p><strong>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weithin sichtbar – der gebeutelte österreichische Handel benötigt Optimismus und eine Ausweitung der Digitalsteuer. </strong></p>



<span id="more-14194"></span>



<p>Es sind wenig erfreuliche Zahlen, mit denen der Handel aktuell aufwartet: jeder zweite Angestellte ist von Kurzarbeit betroffen, im Textil- und Schuhsektor sind es gar neun von 10 ArbeitnehmerInnen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fair handeln</strong></h4>



<p>Während der stationäre Handel mit schweren Einbußen kämpft, steigen die Umsätze im Onlinehandel. Bereits 2019 auf einem Rekordhoch von 7,5 Milliarden Euro, gab es im so genannten Lockdown weitere Zuwächse. Gerade Online-Handelsriesen wie Amazon oder Zalando profitieren von – im Vergleich zum Einzelhandel – ungeregelten und ungleichen Wettbewerbsregelungen. Damit können große Teile der Gewinne ohne Steuerabgaben ins Ausland fließen.</p>



<p>Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp, fordert deshalb ein Fairness Paket: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Im Moment gibt es nicht viele Bereiche, die so boomen wie der Online-Handel. In einer Situation, wo viel Geld für den Sozialstaat benötigt wird, sollten alle einen gerechten Beitrag leisten“.</p></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Digital- Riesen sollen zahlen</strong></h4>



<p>„Amazon, Zalando &amp; Co. ziehen die Umsätze aus Österreich ab“, weiß GPA-djp-Expertin Palkovich. Deshalb wäre die Ausdehnung der Digitalsteuer auf Gebühren bei Online-Plattformen ein entscheidender Aspekt. Denn diese Steuer würde große Internet-Plattformen betreffen, nicht aber regionale Läden, die ihre Waren im eigenen Online-Shop anbieten. Bei etwas gutem Willen könnte die österreichische Regierung diese Steuer ohne weiteres auf nationaler Ebene durchsetzen. Das wäre nur fair- denn auf Mieten im stationären Handel werden auch Steuern eingenommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fairness-Paket schafft Zukunft</strong></h4>



<p>Dieses Geld wird nämlich dringend gebraucht. Die Arbeitslosigkeit im Handel verzeichnet gegenüber 2019 einen Anstieg von 60 Prozent. Anita Palkovich: „Ein Teil dieser Arbeitsplätze wird nicht mehr zurückkommen und Experten fürchten, dass auch viele weitere verloren gehen“. Deshalb soll das durch die erweiterte Digitalsteuer erwirtschaftete Geld, in einem Ausbildungsfonds zweckgewidmet werden. Die ArbeitnehmerInnen im Handel könnten damit notwendige Qualifizierungen erlangen. Sie sollen sich in der Branche weiterbilden oder neues Wissen in Berufszweigen, die derzeit gefragt sind – z.B. im Gesundheitsbereich, oder bei der Betreuung und Erstellung von Online Shops – erwerben können.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ein Teil dieser Arbeitsplätze wird nicht mehr zurückkommen und Experten fürchten, dass auch viele weitere verloren gehen“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Perspektiven und Optimismus schaffen</strong></h4>



<p>„Der Konkurrenzkampf zwischen stationären und Online-Handel darf nicht weiterhin auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden“, ärgert sich Palkovich. Nach Shut- und Lockdown gilt es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. „Es ist dafür wichtig, Optimismus zu zeigen und eine positive Grundstimmung zu erzeugen“, so Palkovich</p>



<p>Die angekündigte Senkung des Einstiegssteuersatzes ist ein guter Anfang, doch müsste eine steuerliche Ersparnis von mindestens 350 Euro für alle garantiert sein – die Negativsteuer muss entsprechend angepasst werden.&nbsp; Es gibt nämlich eine Gruppe von ArbeitnehmerInnen, die wenig verdienen, und daher nicht die vollen 350 Euro bekommen. Insbesondere die Teilzeitbeschäftigten – vielfach AlleinerzieherInnen – spüren die steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung am wenigsten und benötigen doch jeden Cent. Wichtig ist es daher, dass es neben dem Fairness-Paket auch eine Einkommenssicherheit gibt. Dafür ist allerdings ein klares Bekenntnis der Wirtschaftskammer notwendig: die Kaufkraft muss gesichert und die Gehälter entsprechend angepasst werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf KV Verhandlungen</strong> </h4>



<p>Im Hinblick auf die kommende Herbst-Kollektivvertrags-Runde gibt es also eine klare Priorität. „Wir werden für den Erhalt des größten Flächenkollektivvertrages kämpfen. Eine halbe Million Handelsangestellte brauchen jetzt Sicherheit und Berechenbarkeit als Grundlage für Konsum“, erklärt Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, er gehört wie Anita Palkovich zu den Mitgliedern des Verhandlungskomitees. „Die Sicherung der Kaufkraft ist insbesondere für den österreichischen Handel existenzsichernd. Der Handel würde sich selber immens schaden, wenn Beschäftigte einen Reallohnverlust erleiden würden.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hier wird jetzt neu gehandelt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/06/17/hier-wird-jetzt-neu-gehandelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2020 14:02:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2020/02]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=13971</guid>

					<description><![CDATA[Die COVID-19-Krise hat von jedem Opfer verlangt. Langsam nähert sich der Alltag einer gewissen Normalität an. Für den Wiedereinstieg ins Berufsleben im Handel setzen sich Betriebsräte und Gewerkschaft mit viel Energie ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="771" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-1024x771.png" alt="" class="wp-image-13974" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-1024x771.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-300x226.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-150x113.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-768x578.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313-1536x1156.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/s_12__handel_AdobeStock_347786313.png 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock, Halfpoint</figcaption></figure>



<p><strong>Die COVID-19-Krise hat von jedem Opfer verlangt. Langsam nähert sich der Alltag einer gewissen Normalität an. Für den Wiedereinstieg ins Berufsleben im Handel setzen sich Betriebsräte und Gewerkschaft mit viel Energie ein.</strong></p>



<span id="more-13971"></span>



<p>Das gab es noch nie – sieben Wochen stand im Land beinahe alles still. Auch die meisten Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels waren davon betroffen. Um diese Krise abzufedern, vereinbarten die Sozialpartner gemeinsam mit der Regierung eine zeitlich befristete Kurzarbeitsregelung. Viele Arbeitsplätze konnten dadurch gerettet werden, rund 1,3 Millionen Beschäftigte haben davon profitiert. Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp, erklärt: „Mit Kurzarbeit wird der Arbeitsplatz gesichert – als ArbeitnehmerIn bin ich neben zeitlicher Flexibilität auch bereit, auf einen Teil meines Einkommens zu verzichten, damit der Betrieb durch diese Krise steuern kann.“</p>



<p>Wie bei anderen Corona-Hilfsmaßnahmen auch, gab es bei der Kurzarbeit Probleme und Unklarheiten. Die nun bis Ende August verlängerte Regelung wurde nachgebessert. Dabei<br>wurde die Berechnung vereinfacht, die Arbeit auf Abruf verboten (Unternehmer müssen jetzt zumindest drei Tage im Voraus eine Erhöhung des vereinbarten Arbeitszeitausmaßes bekanntgeben) und die Beschäftigten bekommen mindestens die tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt. Auch haben alle Beschäftigten Anspruch auf eine Kopie der Sozialpartnervereinbarung oder auf einen Kurzarbeits-Dienstzettel.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Späte Informationen</strong></h4>



<p>Die Bundesregierung sorgte auch für viel unnötigen Stress, denn sie veröffentlichte ihre Verordnungen meist sehr spät. Das führte zu vielerlei Missverständnissen und großen Organisationsproblemen. „Am 30. April um 23 Uhr wurde die Verordnung zur Öffnung am 2. Mai verkündet“, erinnert sich Palkovich.</p>



<p>Für Monika Schöngruber, Betriebsrätin der Firma Sports Direct, war das Aufsperren mit einer großen Portion Adrenalin verbunden: „Wir hatten sieben Wochen geschlossen und niemand wusste, ob wir gleich überrannt werden oder es ein entspannter Arbeitstag wird.“ Der enorme Zulauf bei der Öffnung überraschte: „Durch die Kurzarbeit hatten wir nicht die Ressourcen und mussten mit den wenigen Leuten Umsätze stemmen, die wir zuvor nicht hatten – der 2. Mai war besser als jeder Weihnachtssamstag“, erinnert sich Schöngruber, die im Headoffice am Standort Linz tätig ist. „Dort arbeite ich – obwohl freigestellt – stets mit, wenn Not am Mann oder der Frau ist.“ Für den Sportartikel-Diskonter hat sich verwirklicht, wovon andere Geschäfte immerhin geträumt haben: Die Umsätze sind höher als vor der COVID-19-Pandemie. Doch das brachte die Belegschaft in kurzer Zeit an ihr Limit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Quälender Mund-Nasen-Schutz</h4>



<p>Sicherheitstechnische Ausrüstung wie Plexiglasabdeckungen, Handdesinfektionsmittel, Sprays und antiseptische Tücher für Bildschirme und Tastaturen wurden vom Unternehmen zur Verfügung gestellt. Allein, auch die ständige Nutzung der Schutzmaßnahmen, bringt das Verkaufspersonal an neue Grenzen. „Ständig mit der Maske im Verkauf zu arbeiten, das<br>ist eine Katastrophe“, erklärt Schöngruber. „Speziell an den Kassen muss viel gesprochen werden – vom permanenten Tragen des Mund-Nasen-Schutzes hat eine Kollegin eine aufgeschürfte Nasenspitze und auch wenn sie alle zwei bis drei Stunden eine Pause macht, ist die Maske immer feucht.“ Da viele MitarbeiterInnen unglücklich mit den MNS-Masken waren,<br>wurde im Betriebsrat beschlossen, so genannte Face Shields des oberösterreichischen Unternehmens Rosenbauer zu ordern. „Unter den BetriebsrätInnen sind wir gut vernetzt und haben einfach angefragt“, ist Schöngruber erleichtert. Die Anschaffung wurde durch den<br>Betriebsratsfonds finanziert, alle MitarbeiterInnen, die ein Plexiglasvisier wollten, haben eines bekommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kraftakt für BetriebsrätInnen</h4>



<p>Während des Corona-Shutdowns und den vielen Wochen der Ungewissheit, waren auch die BetriebsrätInnen besonders gefordert. Nicht anders ist es auch Ingrid Rindler, Betriebsratsvorsitzende einer großen Textilkette, ergangen. Seit dem 16. März hatte sie kaum Freizeit.</p>



<p>An den stressigsten Tagen hat sie um sechs Uhr morgens mit ihrer Arbeit begonnen: „Ich bin für beinahe 80 BetriebsrätInnen zuständig, musste sie alle mit ins Boot holen und natürlich gab es auch regelmäßig Telefonkonferenzen mit der Unternehmensleitung“, weiß Rindler. „Oft habe ich nicht einmal aufgelegt, da kam schon der nächste Anruf, und das letzte E-Mail des Tages habe ich meist um 22 Uhr geschrieben.“ Die Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit musste auf den Weg gebracht werden, doch die ständigen Neuerungen blockierten den Abschluss. So konnten etwa zu Beginn der Pandemie die Anträge auf Corona-Kurzarbeit nicht gestellt werden, weil sie beim Arbeitsmarktservice für den Download nicht verfügbar waren. Daneben war es auch wichtig auf die Belegschaft zu schauen: „Wir BetriebsrätInnen haben jede Woche bei den MitarbeiterInnen angerufen und gefragt, wie es ihnen geht und ob sie etwas brauchen. Und wir haben sie darauf hingewiesen, dass sie bei Bedarf den Corona-Familienhärteausgleich nutzen können“, erzählt Rindler.</p>



<p>Intensiv war diese Zeit auch für Barbara Kreuzer, Betriebsrätin der Handelskette Pagro Diskont. Rund 2.100 MitarbeiterInnen arbeiten in Österreich für das Unternehmen, zu dem auch die Libro-Kette gehört. „Ich komme aus der Steiermark und muss permanent nach Guntramsdorf in die Zentrale fahren“, erklärt Kreuzer. Die Arbeitsabläufe haben sich seit der Öffnung am 2. Mai aber kaum geändert – freilich bis auf das Desinfizieren und die MNS-Masken. „Viele Leute sind froh, dass sie wieder arbeiten können. Etwa 90 Prozent unserer MitarbeiterInnen arbeiten in Teilzeit“, macht Betriebsrätin Kreuzer, an die sich die Belegschaft auch mit privaten Problemen wendet, deutlich. „Es ist richtig schwierig, wenn MitarbeiterInnen zu mir kommen, die mit einer Lohnpfändung leben und deshalb umso mehr auf ihren gesamten Lohn angewiesen sind.“<br>GPA-djp-Expertin Anita Palkovich hofft, dass die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Handel sich auf Dauer in Grenzen halten: „Es muss aber Konjunkturmaßnahmen geben, damit der Handel sich in allen Bereichen stabilisieren kann.“ Dazu zählt auch der versprochene Corona-Tausender. Denn gerade viele Teilzeitbeschäftigte würden von ihm profitieren und das Geld direkt in den Konsum investieren. Davon profitiert wieder der Handel.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schauen auf die, die für uns sorgen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/04/14/schauen-auf-die-die-fuer-uns-sorgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 13:50:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovic]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsvorsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Systemrelevant]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=13324</guid>

					<description><![CDATA[Trotz Corona Krise: die MitarbeiterInnen im Handel sichern unsere Versorgung. Durch den Einsatz der Betriebsräte und der GPA-djp wurden für sie bessere Arbeitsbedingungen geschaffen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-1024x683.png" alt="" class="wp-image-13325" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-1536x1024.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/AdobeStock_330909823.png 1999w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p><strong>Trotz Corona Krise: die MitarbeiterInnen im Handel sichern unsere Versorgung. Durch den Einsatz der Betriebsräte und der GPA-djp wurden für sie bessere Arbeitsbedingungen geschaffen.</strong></p>



<span id="more-13324"></span>



<p>Ein Virus hält das Land fest im Griff, nicht nur Österreich sondern ganz Europa ist im Ausnahmezustand. Da ist es besonders wichtig, dass die Versorgung mit Lebensmitteln funktioniert. Die Belegschaften in den Lebensmittelgeschäften werden jetzt als stille HeldInnen des Alltags gefeiert, doch ohne Initiative der GPA-djp und der BetriebsrätInnen hätte sich nicht viel für die ArbeitnehmerInnen verändert.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Versorgungssicherheit geschafft</strong></h4>



<p>„Wir haben das Schutzpaket mit mit unserem Sozialpartner in der Wirtschaftskammer ausverhandelt &#8211; alle diese Maßnahmen sind jetzt sogar gesetzlich verpflichtend“, berichtet GPA-djp- Wirtschaftsbereichssekretärin Anita Palkovich. „Das hat gezeigt, wir waren von Anfang an auf dem richtigen Weg.“ &nbsp;Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden die Geschäfte gestürmt. „Die Frequenz war extrem hoch, die MitarbeiterInnen waren nur mehr mit dem Verkauf beschäftigt“, weiß Palkovich Die Regale blieben leer, obwohl sich genügend Ware in den Lagern stapelte. Anita Palkovich: „Dass der Handel die Versorgungssicherheit garantiert, ist enorm wichtig. Doch nur durch volle Regale lässt sich diese Versorgungssicherheit auch spüren“.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schutz für Handelsangestellte</strong></h4>



<p>Das von der GPA-djp initiierte Schutzpaket ist damit freilich auch im Interesse der Arbeitgeber. Es beinhaltet, die Geschäfte spätestens um 19.00 Uhr zu schließen, werdende Mütter vom Dienst freizustellen und Schutzausrüstung wie etwa NMS-Masken, Handschuhe oder Plexiglasscheiben zur Verfügung zu stellen. Außerdem müssen die Arbeitsplätze an der Kassa und die Pausenräume regelmäßig desinfiziert oder die Toiletten öfter als sonst gereinigt werden. Vereinbart wurde auch der Hinweis, die KundInnen mögen ihre Einkäufe kontaktlos bezahlen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Die Menschen sollen wissen, nicht allein der Schutz der KonsumentInnen, sondern auch jener der Handelsangestellten soll im Vordergrund stehen“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<p>Zum heftig diskutierten Verhandlungspunkt zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern wurde die Handhabung der Kundenkarten. „Wir haben die Bedingung gestellt, es müsse darauf verzichtet werden oder aber die KundInnen erhalten die Möglichkeit, die Karte selbst zu scannen“, erklärt Anita Palkovich.</p>



<p>Um die KundInnen generell zur Mithilfe aufzufordern, wurden viele Hinweistafeln angebracht. Es geht ums Masken tragen, Abstand halten und damit eine begrenzte Anzahl von KundInnen im Geschäftsbereich. „Die Menschen sollen wissen, nicht allein der Schutz der KonsumentInnen, sondern auch jener der Handelsangestellten soll im Vordergrund stehen“, macht die GPA-djp-Wirtschaftsbereichssekretärin deutlich.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Intensiver Einsatz der BetriebsrätInnen</strong></h4>



<p>„Wir haben zwar die Rahmenbedingungen vereinbart, doch die BetriebsrätInnen kümmern sich um die alltäglichen Sorgen der Belegschaft“, weiß Palkovich. „Sie schauen darauf, auch die individuellen Problemstellungen im Betrieb zu lösen.“ Dieser Einsatz lohnt sich, so wurden schwangere Mitarbeiterinnen bei Merkur und Spar noch vor der Sozialpartnereinigung freigestellt. Auch forderten sie nachdrücklich die Einführung der Schutzmaskenpflicht in den Geschäften, nachdem die ArbeitnehmerInnen sich zu Recht gefragt hatten, weshalb PolizistInnen damit ausgerüstet sind, nicht aber die MitarbeiterInnen in den Supermärkten. Die Rewe-BetriebsrätInnen schickten darauf einen offenen Brief an die Bundesregierung und forderten Haltung, ebenso kämpften sie für den Schutz von Risikogruppen – der Rewe Konzern zeigte Entgegenkommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Offene Anliegen</strong></h4>



<p>Es gibt aber Punkte, die noch nachgebessert werden müssen. Denn der Schutz von Risikogruppen gilt nicht für Beschäftigte in systemkritischen Bereichen – also auch nicht für den Lebensmittelhandel. Wer eine schwere Vorerkrankung oder Immunschwäche hat oder schwanger ist, hat keine Chance auf eine Freistellung bei fortlaufender Bezahlung. Es kann nur auf das Entgegenkommen des Arbeitgebers gehofft werden. „Eine Differenzierung nach Berufsgruppen ist weder nachvollziehbar noch haltbar“, erklärt Anita Palkovich. Gerade ArbeitnehmerInnen im Handel sind täglich vielen sozialen Kontakten ausgeliefert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Die Leistung der Handelsangestellten muss auch in echtem Geld wertgeschätzt werden. Das werden wir im Herbst bei den KV-Verhandlungen zum Thema machen“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<p>Daneben ist es für die GPA-djp wichtig, Schwangeren ein Recht auf vorzeitigen Mutterschutz einzuräumen – Diskonter Lidl hat jedoch als einziger Lebensmittelhändler schwangere Mitarbeiterinnen wieder in die Arbeit zurückgeholt. Auch die Beschränkung der Öffnungszeiten könnte noch einen Schritt weitergehen, besonders in der Früh &#8211; damit könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Schließlich haben sich ja die Rahmenbedingungen maßgeblich verändert. Auch wird eine entsprechende monetäre Abgeltung für die HandelsmitarbeiterInnen gefordert: „Diese Leistung muss auch in echtem Geld wertgeschätzt werden. Das werden wir im Herbst bei den KV-Verhandlungen zum Thema machen“, sagt Palkovich, die auch als Verhandlerin fungieren wird.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
