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	<title>Antidiskriminierung &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Antidiskriminierung &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Gemeinsam stärker am Arbeitsplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 15:11:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Antidiskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
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		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenhalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Du fragst, warum manche KollegInnen sich besonderer Beliebtheit erfreuen? Wir geben dir Tipps, was du machen kannst, um am Arbeitsplatz auch so beliebt zu werden.  ]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18999" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein guter Zusammenhalt unter KollegInnen ist wichtig um produktiv zu sein. Wenn die Stimmung gut und der Zusammenhalt im Team stark ist, fühlen sich alle bei der Arbeit auch wohler. 7 Tipps damit es gemeinsam besser läuft.</strong></p>



<span id="more-18998"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Da ist diese Kollegin, die mögen einfach alle. Wenn sie dabei ist, herrscht gute Stimmung im Team, jeder arbeitet gern mit ihr zusammen. Oder der freundliche Kollege, der immer mit anpackt. Was machen sie anders als die anderen? Warum sind sie beliebt und jeder will mit ihnen im Team arbeiten? Wir haben 7 Tipps für dich zusammengestellt, wie du bei KollegInnen und Vorgesetzten beliebter wirst. Wir erklären dir auch, warum dann die Zusammenarbeit insgesamt besser funktioniert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Guten Morgen!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du kommst morgens zur Arbeit, murmelst ein „Hallo“, und danach verschwindest du mit einer Tasse Kaffee vor deinen Computer? Wer mit dem falschen Fuß aufsteht und so seinen Tag in der Arbeit beginnt, wird kaum wahrgenommen. Ein freundliches „Guten Morgen“ macht da einen ganz anderen Eindruck. Begrüße deine KollegInnen, wechsle mit ihnen ein paar nette Worte. So beginnt der Tag für alle gleich viel angenehmer! Und wenn du wirklich ein totaler Morgenmuffel bist, dann geh wenigstens mittags mit den anderen in die Kantine um ein bisschen zu plaudern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich muss morgens meine Kinder zur Schule bringen und komme oft etwas abgehetzt in meine Filiale“, erzählt Eva D. Sie arbeitet für eine große Supermarktkette. „Trotzdem möchte ich das nicht an meinen KollegInnen oder an der Kundschaft auslassen. Keiner kommt bei uns schlecht gelaunt zur Arbeit – einmal tief durchatmen, lächeln, und dann geht’s wieder. Freundlichkeit ist das um und auf, das lohnt sich langfristig für alle!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Think positiv!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wer viel jammert und kritisiert, der wird nach einer Weile von den KollegInnen gemieden. Weil schlechte Stimmung alle runterzieht. Zeig dich lieber optimistisch! Das wirkt nämlich auch ansteckend. Wer gute Laune verbreitet, den wollen alle mit im Team haben. Auch bei Besprechungen gilt: wer neue Ideen umgehend zurückweist oder immer gleich das Haar in der Suppe findet, der ist selten beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer hingegen zuhören kann, ist als KollegIn gefragt. Überleg einfach mal, wie ein eher verrückter Einfall vielleicht doch umgesetzt werden könnte, oder zumindest eine neue Perspektive eröffnet. Sandra F., MitarbeiterIn in einer Versicherung, erzählt: „Einer meiner Kollegen, der schon lange im Betrieb war, machte immer nur alles runter, keiner hatte mehr Lust, sich aktiv einzubringen oder Vorschläge zu machen. Seit er die Firma verlassen hat und ein Neuer seinen Platz eingenommen hat, ist die Stimmung völlig anders. Der Nachfolger war von Anfang an neugierig, fragte nach, hörte zu. Wir anderen waren froh, dass endlich ein frischer Wind weht. Jetzt arbeiten wir viel besser zusammen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Schluss mit Petzen, Lästern &amp; co.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Kollegin hat einen Fehler gemacht und du lässt es gleich alle wissen, auch den Abteilungsleiter? In der Mittagspause führst du gern das große Wort und ziehst über die Kolleginnen aus der Buchhaltung her? Klar, jeder muss seinem Ärger mal Luft machen, und ein bisschen Bürotratsch gehört schon dazu. Aber wenn dir ein Ruf als Lästerzunge vorauseilt, dann wäre es vielleicht Zeit, das zu ändern. Wir haben alle unsere Fehler. Versuch, über manche Dinge einfach hinwegzusehen und verzeih kleinere Schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe eine Kollegin im Team, die hat zwar nach außen hin immer freundlich getan, aber jedes mal, wenn etwas nicht rund lief, hat sie beim Chef jemand anders dafür verantwortlich gemacht. Auch sonst haben wir gemerkt, dass sie hinter unserem Rücken schlecht über uns geredet hat,“ erzählt Joachim R., Beschäftigter in einem Chemie-Betrieb. „Wir haben aber eine gute Bereichsleiterin, die hat schließlich eingegriffen. Sie hat den Betriebsrat hinzugezogen, er hat uns sehr gut unterstützt! Mittels Teambuilding-Aktivitäten und Gesprächen sind die Dinge wieder ins Lot gekommen. Die Kollegin ist jetzt besser ins Team integriert und hat aufgehört, uns alle schlecht zu machen. Sie hat verstanden, dass Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung wichtiger ist, als nur selbst gut dazustehen.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Du möchtest mehr über die Vorteile eines Betriebsrates wissen? Lies <a href="https://kompetenz-online.at/2022/09/12/4-irrtuemer-rund-um-eine-betriebsratsgruendung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a> weiter!</p>



<h4 class="wp-block-heading">4. Sei hilfsbereit, aber setze Grenzen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viele befürchten, wenn sie allzu hilfsbereit und zuvorkommend sind, dann werden sie ausgenutzt und die ganze Arbeit landet bei ihnen. Daher: auch ein ‚Nein’ ist manchmal notwendig! In manchen Fällen ist es besser, Rückgrat zu zeigen und eine Extraaufgabe abzulehnen. Wenn es einen guten Grund dafür gibt und man das auch richtig kommuniziert! „Eines Tages hatte ich den Eindruck, ich bin die einzige in meinem Büro die Überstunden macht, alle anderen haben Familie und Kinder und mussten nachmittags entsprechend früh weg“, sagt Mariana F., administrative Mitarbeiterin in in einem mittelständischen Industriebetrieb. „Ich wusste nicht, wie ich das ansprechen soll, ohne meine Kolleginnen zu brüskieren. Also war ich beim <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Betriebsrat (öffnet in neuem Tab)">Betriebsrat</a>. Er hat mir geholfen das Thema anzusprechen. Mein Chef und meine KollegInnen haben eingesehen, dass ich zu viele Überstunden mache. Ich bin froh, in einer Firma zu arbeiten, wo wir einen guten Betriebsrat haben!“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Auch bei dir fallen zu viele Überstunden an? <a href="https://kompetenz-online.at/2018/10/04/ueberstunden-oder-macbeth/" aria-label="Hier">Hier</a> kannst du dich über die Rechtslage informieren!</p>



<h4 class="wp-block-heading">5. Setz dich für andere ein!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du bist der Star in deiner Abteilung und betreust immer die interessantesten Projekte? Die KollegInnen kriegen dann jedes mal das ab, was übrig bleibt? Auch wenn das auf den ersten Blick vorteilhaft für dich erscheint, auf die Dauer ist es nicht gut fürs Team. Wenn dein Chef oder deine Chefin viel auf deine Kompetenzen hält, so ist er oder sie vielleicht auch bereit, auf dich zu hören. „Bei uns hat nach dem Sommer ein wirklich toller junger Praktikant angefangen, aber der Chef ließ ihn an gar nichts ran“, berichtet Florian K., der in der IT arbeitet. „Ich bin schon lange im Betrieb und hab dann dem Chef erzählt, dass sich der junge Mann mir gegenüber sehr kompetent gezeigt hat und ich ihm gern mal ein kleines Projekt übergeben würde. Das lief auch gut, und am Ende hatten alle was davon. Und ich habe jetzt die Betreuung unserer PraktikantInnen übernommen, eine Aufgabe, die ich sehr mag, weil ich gern mit jungen Leuten arbeite.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Du bist PraktikantIn und brauchst Unterstützung? Lies <a href="https://kompetenz-online.at/2022/07/06/sommerjob-praktikum-und-co/" aria-label="hier">hier</a> über deine Rechte nach!</p>



<h4 class="wp-block-heading">6. Vertrauen und Solidarität</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeiten wir nicht alle in erster Linie, um die Miete zu bezahlen? Ja, solche Jobs gibt es. Doch viele von uns arbeiten in sehr fordernden Berufen, mit großem Einsatz und Engagement, wo die zwischenmenschlichen Beziehungen eine zentrale Rolle spielen. Oft spiegeln die Gehälter dieser Menschen nicht den Wert ihrer Leistung wieder. Trotzdem machen sie ihre Arbeit aus Überzeugung, und sie wissen: Ohne Solidarität und Vertrauen am Arbeitsplatz geht es nicht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lisa P. ist Elementarpädagogin: „Nach zwei Jahren Pandemie gingen wir alle am Zahnfleisch. Krankenstände, Personalmangel, zu große Gruppen – der Druck war und ist immer noch enorm! Ich muss mich auf meine KollegInnen absolut verlassen können, und sie sich ebenso auf mich. Das war das Gute an dieser Erfahrung: Wir sind alle zusammen durch dick und dünn gegangen. Und wenn wir unsere Arbeitsbedingungen verbessern möchten, so geht das auch nur gemeinsam. Dafür kämpfen wir!“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Deine Gewerkschaft setzt sich nicht nur für die <a href="https://kompetenz-online.at/2021/09/16/wenn-elementarpaedagoginnen-kuendigen/" aria-label="ElementarpädagogInnen">ElementarpädagogInnen</a> ein, sondern kämpft für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in der gesamten <a href="https://kompetenz-online.at/2022/06/02/sozialwirtschaft-die-eisdecke-wird-immer-duenner/" aria-label="Sozialwirtschaft">Sozialwirtschaft</a>!</p>



<h4 class="wp-block-heading">7. Wenn gar nichts hilft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Leider gibt es auch KollegInnen, die gegen alle Freundlichkeit immun sind. Egal, wie sehr du dich bemühst, er oder sie lässt dich ständig merken, dass er dich nicht mag oder deine Arbeit nicht schätzt. Oder fühlst du dich gemobbt? Was kannst du tun? Bitte die Kollegin/den Kollegen zunächst um ein gutes Gespräch, aber sei dabei nicht anklagend. Frag, ob es einen Grund für ihr/sein Verhalten gibt. Wenn das nicht weiterhilft, dann wende dich an deinen Betriebsrat um Hilfe!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bei Mobbing sollte man nicht allzu lang warten, sondern rasch Unterstützung suchen. „Ich hatte eine Kollegin, die wollte einfach nicht konstruktiv mit mir zusammenarbeiten. Es stellte sich heraus, dass sie mich ablehnte, weil meine Eltern aus der Türkei stammen. Unser Betriebsrat hat ein Antirassismus-Training organisiert, seither ist es besser“, erzählt Gözde S. „Viele andere KollegInnen haben mich unterstützt, diese Solidarität war sehr wichtig für mich! Es war gut, dass ich das Thema Rassismus angesprochen habe, es gibt jetzt mehr Verständnis dafür.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Dieses Thema interessiert dich? Lies mehr zu <a href="https://kompetenz-online.at/2021/04/19/gewalt-am-arbeitsplatz-ein-berufsrisiko/" aria-label="Mobbing und Gewalt">Mobbing und Gewalt</a> oder über <a href="https://kompetenz-online.at/2020/06/18/arbeitgeberinnen-muessen-rassismus-am-arbeitsplatz-ernst-nehmen/" aria-label="Diskriminierung">Diskriminierung</a> am Arbeitsplatz.</p>



<p class="rotebox wp-block-paragraph"><strong>Du hast eine arbeitsrechtliche Frage?</strong><br>Im&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/themen/arbeitsrecht/arbeitsrechts-abc" target="_blank" aria-label="Arbeitsrechts-ABC d (öffnet in neuem Tab)">Arbeitsrechts-ABC d</a>er Gewerkschaft GPA findest du Antworten auf viele Fragen. Du kannst dich aber auch direkt an die Rechtsberatung wenden.&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="Hier (öffnet in neuem Tab)">Hier</a>&nbsp;findest du alle Kontakte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch intererssieren:</h4>



<ul class="wp-block-list"><li>Du bist neu in der Arbeit? Wir geben <a href="https://kompetenz-online.at/2022/10/04/neuer-job-10-tipps-fuer-den-ersten-arbeitstag/" aria-label="Tipps">Tipps</a>, damit es von Anfang an gut läuft. </li><li>Dein Kind ist krank? Wir sagen dir, was du jetzt tun musst, damit du dein <a href="https://kompetenz-online.at/2022/09/07/mein-kind-ist-krank/" aria-label="krankes Kind">krankes Kind</a> zuhause betreuen kannst.</li><li>Du hast demnächst ein <a href="https://kompetenz-online.at/2022/07/06/was-darf-der-arbeitgeber-beim-bewerbungsgespraech-fragen/" aria-label="Bewerbungsgespräch">Bewerbungsgespräch</a>. Wir sagen, dir was dein künftiger Chef dich fragen darf.  </li></ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Hinter sexueller Belästigung steht meist ein Machtgefälle“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/09/28/hinter-sexueller-belaestigung-steht-meist-ein-machtgefaelle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christof Mackinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Sep 2021 13:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Christof Mackinger]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichbehandlungsanwaltschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Sandra Konstatzky]]></category>
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		<category><![CDATA[sexuelle Belästigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit #metoo sind sexuelle Übergriffe vermehrt Thema. Was aber kann man in der Arbeit gegen anzügliche Witze durch KollegInnen oder ungewollte Einladungen vom Chef tun? Sandra Konstatzky, die Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft, beantwortet alle Fragen für Kompetenz-Online.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-1024x683.png" alt="" class="wp-image-17407" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky_9795.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit #metoo sind sexuelle Übergriffe vermehrt Thema. Was aber kann man in der Arbeit gegen anzügliche Witze durch KollegInnen oder ungewollte Einladungen vom Chef tun? Sandra Konstatzky, die Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft, beantwortet alle Fragen für Kompetenz-Online.</strong></p>



<span id="more-17406"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Was ist die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW)?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Wir bieten unabhängige Beratung und Unterstützung von Diskriminierungsopfern an und wir leisten Informations- und Bewusstseinsarbeit im Bereich Gleichstellung und Anti-Diskriminierung. Wir arbeiten in fünf Büros in ganz Österreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GAW betreut Fälle von Sexismus, Rassismus, Homophobie, von Diskriminierung aufgrund des Alters, der Religion oder der Weltanschauung. Sexuelle Belästigung ist in unserer Beratung aber immer noch das Thema Nummer eins.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wo beginnt sexuelle Belästigung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Im <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.jusline.at/gesetz/glbg" target="_blank" aria-label="Gleichbehandlungsgesetz (öffnet in neuem Tab)">Gleichbehandlungsgesetz </a>gibt es eine sehr klare Definition von sexueller Belästigung, die aus vier Elementen besteht: Erstens geht es um sexualisiertes Verhalten. Das kann schon bei Witzen und Sprüchen anfangen, und geht bis hin zu unerwünschten Einladungen oder anzüglichen Bemerkungen über den Körper der Betroffenen und scheinbar unabsichtlichen Berührungen. Zweitens muss eine objektive Würdeverletzung vorliegen, ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der oder des Betroffenen. Es ist natürlich ausschlaggebend, ob ein Chef seine Sekretärin zum Abendessen einlädt, oder sogar jemanden bei einem Bewerbungsgespräch mit so etwas überfällt &#8211;&nbsp; wo man ganz genau weiß, dass das Gegenüber so etwa nicht gut ausschlagen kann. Die Situation muss außerdem für die Person subjektiv unangenehm sein. Zuletzt kommt es auch auf das Umfeld an, es muss eine demütigende, feindselige Arbeitsumwelt entstehen, um ein Verhalten als sexuelle Belästigung vor dem Gesetz definieren zu können.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Dem Gleichbehandlungsgesetz zufolge haben Betroffene einen Anspruch auf Schadensersatz. Das ist aber das, was die wenigsten Betroffenen wollen.&#8220; </p><cite>Sandra Konstatzky</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Was passiert wenn eine sexuelle Belästigung festgestellt wurde?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Dem Gleichbehandlungsgesetz zufolge haben Betroffene einen Anspruch auf Schadensersatz. Das ist aber das, was die wenigsten Betroffenen wollen. Die wichtigere Anknüpfung im Gesetz ist die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin. Das heißt, die Führungskraft bzw. der oder die ArbeitgeberIn ist verantwortlich. Die müssen Abhilfe gegen sexuelle Belästigung schaffen. Das kommt auf die Situation an und kann alles mögliche sein: Eine Verwarnung, eine Versetzung des Belästigers oder wenn es ganz krass ist, dann kann auch eine Kündigung/Entlassung ausgesprochen werden. Jedenfalls muss etwas getan werden, dass die Belästigung oder Diskriminierung nicht mehr stattfindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1000" height="333" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky.png" alt="" class="wp-image-17412" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky.png 1000w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/Sandra-Konstatzky-768x256.png 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption><strong>Sandra Konstatzky ist Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft.</strong><br>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wird sexuelle Belästigung auch nach dem Strafrecht verfolgt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Strafrechtlich relevant ist ein körperlicher Übergriff im Sinne einer geschlechtsbezogenen Handlung in der Öffentlichkeit oder ein Begrapschen am Po oder an der Brust. Oft fängt die Belästigung aber schon vorher an, da greift dann das Gleichbehandlungsgesetz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist, dass ein Machtgefälle dahinter steckt. Dass geglaubt wird, man hätte Verfügungsgewalt über jemanden, man könne das sexuelle Selbstbestimmungsrecht einer anderen Person in Frage stellen oder auch man hätte das Recht, eine Frau nur auf körperliche Attribute zu reduzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wer meldet sich bei der GAW wegen sexueller Belästigung, sind immer nur Frauen betroffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Im Jahr kommen etwa 200 Beschwerden aus ganz Österreich bei uns an. Man muss leider sagen, dass es sich um ein geschlechtsspezifisches Machtgefälle handelt. In 99 Prozent der Fällen wenden sich Frauen an uns und in 98 Prozent sind die Täter Männer. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, weil zunehmend Frauen in Machtpositionen kommen. Frauen sind nicht die besseren Menschen, sie haben nur weniger Chance böse Dinge zu tun.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;In 99 Prozent der Fällen wenden sich Frauen an uns und in 98 Prozent sind die Täter Männer.&#8220;</p><cite>Sandra Konstatzky</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Beispielhaft ist ein Fall, den ich vertreten habe: Ein junger Mann wurde im Handel von seiner Abteilungsleiterin massiv bedrängt mit ihr auszugehen, mit ihr zu schlafen. Als er das verweigert hat, wurde er von seiner Chefin gekündigt. Das war eindeutig sexuelle Belästigung. Wir haben den Fall vor der Gleichstellungskommission gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ausnutzen einer Machtposition um sexuelle Verfügbarkeit zu bekommen ist eine der wesentlichsten Situationen der sexuellen Belästigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Was kann man tun als Betroffene?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Man kann sich an die Arbeiterkammer, Gewerkschaften oder den Betriebsrat wenden- und natürlich an die GAW, weil wir eine spezialisierte Einrichtung für dieses Thema sind. Auf uns kommen oft auch BetriebsrätInnen zu, um Rat zu bekommen, welche Schritte bei einem Vorfall wichtig sind. Wir haben nicht nur das juristische Wissen, sondern auch die Erfahrungskompetenz von der Behandlung vieler Fälle. Oft will man ja pragmatische Lösungen im Betrieb. Gute Lösungen gibt es oft, wenn wir ArbeitgeberInnen anschreiben und Abhilfe einfordern, wenn wir für die Betroffenen verhandeln und es vor die Gleichstellungskommission bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir beraten jedenfalls vertraulich. Die Unterstützung, die wir bieten, ist immer ganz klar mit den Betroffenen abgestimmt. Es passiert nichts, was die Betroffenen nicht wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Abseits vom Juristischen &#8211; was können KollegInnen tun?</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Das wesentliche bei Belästigungen ist, dass sie benannt werden. Es hat einen großen Wert, wenn andere, vielleicht sogar solidarische Männer, klar sagen: Das ist nicht in Ordnung!&#8220;</p><cite>Sandra Konstatzky</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Im Gleichbehandlungsgesetz gibt es ein Benachteiligungsverbot für ZeugInnen und UnterstützerInnen. Nicht nur im Gesetz ist Solidarität ausdrücklich erwünscht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wesentliche bei Belästigungen ist, dass sie benannt werden. Es hat einen großen Wert, wenn andere, vielleicht sogar solidarische Männer, klar sagen: Das ist nicht in Ordnung!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider sind die Belästiger oft machtvolle Menschen in Unternehmen. Die KollegInnen sind auch wichtig für ein etwaiges Gerichtsverfahren als ZeugInnen. Haben sie etwas gesehen oder bemerkt, dass sich die Betroffene zurückzieht, weil sie soziale Situationen mit dem Belästiger vermeidet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch kann es helfen, wenn nicht die Betroffene selbst, sondern wer anderes eine Schulung zum Umgang mit sexueller Belästigung im Betrieb fordert. Alles was zur Sensibilisierung oder Sichtbarmachung beiträgt kann helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Um unangenehme Situationen vorab zu unterbinden, was können ArbeitgeberInnen oder BetriebsrätInnen tun?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sandra Konstatzky</strong>: Wichtig ist klar zu machen, dass sexuelle Belästigung im Unternehmen keinen Platz hat und dass dagegen vorgegangen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ArbeitgeberInnen haben eine Fürsorgepflicht und sind damit verpflichtet zu handeln. Es muss klar sein, dass die Führungskraft sexuelle Belästigung erkennt und das nötige Rüstzeug an der Hand hat: Wie geht man damit um? An wen muss der Vorfall gemeldet werden? Wer setzt etwaige Schritte gegen den Belästiger?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn eine Belästigung passiert, ist es sehr wichtig, dass die Unternehmen am Thema dran bleiben. Sie sollen unbedingt Schulungen organisieren, über das Thema reden und die Bewusstseinsarbeit vorantreiben. Sonst hat man eine riesige Unruhe in der Firma, es bilden sich Gruppen, es gibt sozialen Unfrieden. Es braucht einen Raum wo solche Vorfälle besprochen und eingeordnet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn eines ist sicher: Sexuelle Belästigung schadet auch den Unternehmen. Es fördert die Fluktuation, es gibt mehr Krankenstände und schwierige Situationen zwischen MitarbeiterInnen.</p>



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<h4 class="wp-block-heading">Zur Person: </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Sandra Konstatzky ich Juristin mit Spezialisierung auf Legal Genderstudies. Sie arbeitet seit 2003 bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW). 2018 übernahm sie die Leitung der GAW, nachdem sie dort schon viele Jahre zum Schwerpunkt „Equal Pay“ gearbeitet hatte.</p>



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<h4 class="wp-block-heading">Links:</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at" target="_blank" aria-label="Gleichbehandlungsanwaltschaft (öffnet in neuem Tab)">Gleichbehandlungsanwaltschaft</a><br><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at/dam/jcr:ad6382eb-96b2-495d-859e-e931f8be26c0/Schauen%20Sie%20hin-%20nicht%20weg!.pdf" target="_blank" aria-label="Broschüre für MultiplikatorInnen und BetriebsrätInnen (öffnet in neuem Tab)">Broschüre für MultiplikatorInnen und BetriebsrätInnen</a><br><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at/dam/jcr:178991e7-6504-4ac1-befe-e9480b0848e9/Abhilfe%20gegen%20sexuelle%20Bel%C3%A4stigung.pdf" target="_blank" aria-label="Leitfaden für ArbeitgerberInnen (öffnet in neuem Tab)">Leitfaden für ArbeitgerberInnen</a></p>
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