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	<title>Außendienst &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>„Runter von der Bremse!“ Petition für eine Erhöhung des Kilometergeldes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 10:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19958" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong></p>



<span id="more-19952"></span>



<p>Seit 2008, also seit 15 Jahren, wurde das amtliche Kilometergeld nicht mehr an die Inflation angepasst. Daher schlagen die Betriebsrät:innen und Gewerkschafter:innen der ‚IG External‘ in der Gewerkschaft GPA Alarm. Sie fordern dringend eine Erhöhung auf 60 Cent und laden alle Betroffenen und Unterstützer:innen ein, die kürzlich gestartete Petition zu unterschreiben.</p>



<p class="rotebox"><strong>Runter von der Bremse!</strong> Jetzt die <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Online-Petition (öffnet in neuem Tab)">Online-Petition</a></strong> unterschreiben!</p>



<p>Melanie Lechner und Manuela Willner, beide Betriebsrätinnen in der Generali Versicherung, finden es hoch an der Zeit, den Spesenersatz an die tatsächlich anfallenden Kosten anzupassen: „Für die Betroffenen bedeutet das zu niedrige Kilometergeld wegen der massiv gestiegenen Preise tausende Euro an Mehrkosten, die nicht abgegolten werden“, kritisiert Willner und Lechner pflichtet ihr bei: „Das Thema beschäftigt uns schon länger. Aber jetzt, wo durch die extreme Teuerung der letzten Monate die Kosten explodieren, bekommt es nochmals eine andere Brisanz.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Online-Petition</h4>



<p>Die neu gestartete Petition auf <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="www.interesse.at (öffnet in neuem Tab)">www.interesse.at</a></strong> kann den ganzen Sommer über unterschrieben werden. Im Herbst wird die Petition zusammen mit den Unterschriften dann dem zuständigen Bundesminister Werner Kogler überreicht.</p>



<p>Gestartet wurde die Initiative von der ‚IG External‘, einer der fünf Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA. Die IG External vernetzt Beschäftigte, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten wie beispielsweise der mobile Pflegedienst, Verkaufsaußendienst u. v. m. Die Petition und Kampagne für ein höheres Kilometergeld wird auch von den anderen vier Interessengemeinschaften unterstützt, denn es gibt hier viele Überschneidungen: So arbeiten zahlreiche Beschäftigte z. B. aus der IT (IG IT) oder aus Gesundheits- und Sozialberufen (IG Social) ebenfalls im Außendienst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht kostendeckend</h4>



<p>Zahlreiche Arbeitnehmer:innen müssen für berufliche Zwecke ihr Privatauto nutzen. Nur ganz wenige verfügen über einen Dienstwagen, die Mehrheit fährt mit dem privaten Pkw. Das amtliche Kilometergeld, das diesen Aufwand ausgleichen soll, beträgt seit 2008 unverändert 42 Cent. Allerdings sind die Preise für Sprit, Werkstatt, Service, etc. massiv gestiegen, was für die betroffenen Arbeitnehmer:innen eine enorme Belastung darstellt.</p>



<p>„Die meisten glauben, es gehe hier nur um die Treibstoffkosten. Aber bei den privaten PKW‘s fallen auch die Kosten für die Anschaffung, die regelmäßige Wartung und Reparaturen an, auch das sollte das Kilometergeld eigentlich abdecken. Aufgrund der Teuerung sind die Preise beim Automechaniker ebenfalls stark angestiegen“, erklärt Lechner. Sie hat ausgerechnet, dass seit der letzten Erhöhung des Kilometergeldes im Jahr 2008 die mit dem Auto verbundenen Preise um ca. 40 Prozent gestiegen sind.</p>



<p>Das Gegenargument, das von der Politik vorgebracht wird, lautet: Ein höheres Kilometergeld würde die Beschäftigten dazu anhalten, ihr Auto verstärkt zu nutzen, anstatt aus Klimaschutzgründen auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. „Das geht leider an der Problematik total vorbei“, kritisiert Willner, „vor allem im ländlichen Raum ist es praktisch unmöglich, seine Kund:innen oder Patient:innen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“ Aber auch in städtischen Ballungsgebieten, wo die Öffi-Anbindung gut ausgebaut ist, ist es nicht unbedingt von Vorteil, den Bus oder die Tram zu nutzen. „Auch hier geht deutlich mehr Zeit verloren als mit dem Auto. Der Termindruck ist hoch und manche Berufsgruppen müssen Arbeitsmaterial oder Hilfsmittel transportieren. Soll eine Physiotherapeutin ihre Massageliege im Bus mitnehmen?“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hohe Auslagen, niedrige Gehälter</h4>



<p>Es trifft noch dazu viele Berufsgruppen, die ohnehin schon keine üppigen Gehälter beziehen, wie z. B. Beschäftigte in der mobilen Pflege oder junge Verkäufer:innen und Vertreter:innen. „Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Danach kam die Benzinpreiserhöhung in voller Härte, und nun macht ihnen, so wie uns allen, die extreme Teuerung zu schaffen“, berichtet Willner. Sie kennt in ihrem Unternehmen junge Kolleg:innen im Außendienst, die von niedrigen Einstiegsgehältern und Provisionen ihre Miete zahlen müssen. „Mit ihren privaten PKW‘s zahlen sie drauf,“ kritisiert Willner.</p>



<p>Die Fahrtkosten müssen außerdem vorfinanziert werden. Entweder der Arbeitgeber erstattet monatlich die Auslagen zurück, oder man erhält einmal jährlich beim Arbeitnehmer:innen-Ausgleich seine Kosten übers Finanzamt zurück. „Nur einmal jährlich, da kommt eine hübsche Summe zusammen, die man davor auslegen musste! Und unterm Strich bleiben die Beschäftigten auf einem Minus sitzen, denn das Kilometergeld von nur 42 Cent ist längst nicht mehr kostendeckend“, kritisiert Lechner.</p>



<p>Ein weiteres wichtiges Thema für die IG External in Hinblick auf die Teuerungsdiskussion sind außerdem die Tagsätze bei Auslandseinsätzen, denn auch sie sind über viele Jahre nicht angepasst worden. Deshalb kommen auf international Reisende weitere Zusatzkosten zu.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unattraktiver Außendienst?</h4>



<p>Das macht Berufe im Außendienst letztlich ein Stück weit unattraktiv: „Besonders Berufseinsteiger:innen werden auf diese Weise abgeschreckt,“ findet Lechner. In den Gesundheits- und Pflegeberufen ist das ein weiteres Argument , das gegen diese Jobs spricht. Aufgrund der großen physischen und psychischen Belastung und dem zunehmenden Zeitdruck herrscht in dieser Berufsgruppe derzeit bereits ein akuter Arbeitskräftemangel, ergänzt Willner: „Wer ohnehin schon unter Stress steht, weil er von einem Patienten zum nächsten hetzt, der will nicht noch auf seinen Transportkosten sitzen bleiben. Wenn wir wollen, dass Berufsgruppen, die auf ihren eigenen PKW angewiesen sind, wieder attraktiver werden, so muss sich rasch etwas ändern.“</p>



<p class="blauebox">Die <strong>Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA</strong> bringen Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. Zum Austausch von Erfahrungen, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer beruflicher Interessen.<br><br>Die 5 Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA:<br><br><strong>IG External</strong> – Die Interessengemeinschaft für alle, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten<br><strong>IG Social</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen<br><strong>IG Flex</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen mit atypischen Beschäftigungen<br><strong>IG IT</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in IT-Berufen<br><strong>IG Professional</strong> – Die Interessengemeinschaft für Führungskräfte und Fachexpert:innen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Überwachung am Arbeitsplatz: Was ist erlaubt?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/01/18/ueberwachung-am-arbeitsplatz-was-ist-erlaubt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2023 15:48:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023/01]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
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		<category><![CDATA[Videoüberwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Darf ein Unternehmen seine MitarbeiterInnen über­wachen? Was fällt an meinem Arbeitsplatz unter meine Privatsphäre? Kann ich mich wehren, wenn mein Chef eine Videokamera installiert? Wir erklären dir, was zulässig ist und was nicht!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948-1024x576.png" alt="" class="wp-image-19358" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Ueberwachungskamera_pexels-lukasz-klimkiewicz-7364948.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Pexels, Łukasz Klimkiewicz&nbsp;</figcaption></figure>



<p><strong>Darf ein Unternehmen seine MitarbeiterInnen über­wachen?&nbsp;Was fällt an meinem Arbeitsplatz unter meine Privatsphäre? Kann ich mich wehren, wenn mein Chef eine Videokamera installiert? Wir erklären dir, was zulässig ist und was nicht!</strong></p>



<span id="more-19355"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Chef  wollte neulich mein Diensthandy kontrollieren, um zu sehen, ob ich es privat nutze – darf er das?</h4>



<p>Das kommt darauf an, was dein Chef sehen möchte und darauf, was in der Betriebsvereinbarung steht. Wenn du der Kontrolle allerdings nicht ausdrücklich zustimmst, ist das nicht gestattet.</p>



<p>Ja, dein/e Arbeitgeber/in darf unter Umständen Einblick in dein Diensthandy oder deinen Dienstlaptop nehmen, beispielsweise, wenn er oder sie dich unerwartet vertreten muss und die dafür notwendigen Unterlagen nur auf deinem Diensthandy auffindbar sind. Besonders <a href="https://kompetenz-online.at/2022/11/22/technik-ist-nie-neutral/" aria-label="deine private Kommunikation ist dabei aber geschützt">deine private Kommunikation ist dabei aber geschützt</a>, die darf dein Chef nicht lesen.</p>



<p>Nein, flächendeckende Handykontrollen bei allen Kolleg/innen ohne triftigen Grund und ohne Zustimmung sind unzulässig. Dazu braucht es die Zustimmung der einzelnen Beschäftigten oder des Betriebsrats.</p>



<p>Wenn es in deinem Betrieb verboten ist, dass du dein Diensthandy privat nutzt, darf der/die Chef/in kontrollieren, ob du dich daran hältst. Allerdings nicht ununterbrochen (z.B. durch einen Keylogger) und bis ins kleinste Detail (z.B. deine Urlaubsfotos). Für solche Kontrollen seitens der Vorgesetzten braucht es eine Betriebsvereinbarung, die das streng regelt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Darf ich an meinem Arbeitsplatz überhaupt privat telefonieren, mailen oder im Internet surfen?</h4>



<p>Die Privatnutzung darf nicht – und kann auch gar nicht – gänzlich verboten werden. Wenn du beispielsweise deine Ärztin anrufen musst oder du von einer Lehrerin deiner Tochter überraschend angerufen wirst, hat dein/e Arbeitgeber/in nicht das Recht, das zu verbieten.</p>



<p>Kurze, wichtige Telefonate sind zulässig. Wenn du den ganzen Tag in der Arbeit verbringst, dann kann es notwendig sein, dass du z.B. einen Arzttermin vereinbarst oder dein Kind fragen willst, ob es schon aus der Schule zurück ist. Ebenso ist eine private E-Mail-Nutzung in geringem Ausmaß erlaubt. Wenn du allerdings stundenlang privat telefonierst oder im Internet surfst, so leidet darunter die Arbeit, daher solltest du das unterlassen. In manchen Betrieben gibt es eine betriebsinterne Regelung dazu – frag deinen Betriebsrat!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie weit darf Kontrolle im Betrieb gehen? Wo liegen die Grenzen?</h4>



<p>Alle <a href="https://kompetenz-online.at/2021/09/28/digitale-ueberwachung-und-kontrolle-am-arbeitsplatz/" aria-label="Kontrollmaßnahmen">Kontrollmaßnahmen</a>, die die Menschenwürde berühren, dürfen nur eingesetzt werden, wenn Betriebsrat und Arbeitgeber darüber eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen haben. Die ‚Menschenwürde‘ zählt zu deinen Persönlichkeitsrechten. Egal ob als Privatperson oder als ArbeitnehmerIn. Wenn eine Überwachungsmaßnahme zu häufig (oder gar ununterbrochen) stattfindet oder wenn sie zu sehr in deine Privatsphäre reicht (oder gar private Angelegenheiten ausspioniert werden), dann ist deine Menschenwürde berührt (oder gar verletzt). Deine Privatsphäre ist z.B. berührt bei Videoüberwachung, GPS-Ortung im Außendienst oder bei elektronischen Geräten und Software, die die Arbeitsleistung aufzeichnen. Persönlichkeitsrechte und Datenschutz gelten natürlich auch im Homeoffice.</p>



<p>Ohne Betriebsvereinbarung sind solche Formen von Überwachung rechtswidrig. In Betrieben ohne Betriebsrat muss bei solchen Kontrollmaßnahmen jede/r einzelne/n ArbeitnehmerIn um ihre Zustimmung gefragt werden! Die Zustimmung muss schriftlich erfolgen und kann jederzeit widerrufen werden.</p>



<p>Es gibt Ausnahmen von der BV-Pflicht: sogenannte „Ad-hoc-Kontrollen“, die keine generelle Maßnahme sind, sondern nur einmalig bei einem konkreten Verdacht, z.B. auf Diebstahl, stattfinden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Meine Kollegin aus der EDV-Abteilung hat mir erzählt, dass sie die privaten E-Mails eines Kollegen gelesen hat. Ist das in Ordnung?</h4>



<p>Nein. Weder die MitarbeiterInnen der IT-Abteilung, noch dein/e Arbeitgeber/in dürfen private E-Mails lesen oder gar deren Inhalte weitergeben. Dabei ist es irrelevant, ob die private Nutzung von E-Mail und Internet erlaubt ist oder nicht. Auch der Zugriff auf den Inhalt dienstlicher Mails ist in der Regel ohne vorherige Ankündigung unzulässig.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Dürfen dienstliche Telefongespräche abhört werden?</h4>



<p>Telefongespräche genauso wie  Chats), egal ob privat oder dienstlich, dürfen <a href="https://kompetenz-online.at/2018/05/08/kommentar-privatchat-am-arbeitsplatz-darf-nicht-gaenzlich-verboten-werden/" aria-label="nicht heimlich abgehört werden">nicht heimlich abgehört werden</a>. Auch beim dienstlichen Gespräch gibt es eine persönliche Ebene. Und auch der/die GesprächspartnerIn eines dienstlichen Gesprächs muss davon ausgehen können, dass ein Telefonat nur zwischen zwei TeilnehmerInnen stattfindet.</p>



<p>Wir empfehlen Regelungen zu treffen, wie häufig solches „Aufschalten“ stattfinden darf, dass vorher immer gefragt werden muss, dass es gekennzeichnet werden muss, dass das nur zu bestimmten Zwecken verwendet werden darf (z.B. Schulung, Klärung eines Rechtsstreits). Wir in der Gewerkschaft GPA geben dir gern noch mehr Tipps.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Darf mein Vorgesetzter meinen Aufenthaltsort bei Dienstfahrten überwachen?</h4>



<p>Wird ein <a href="https://kompetenz-online.at/2016/04/20/big-brother-am-arbeitsplatz/" aria-label="Dienstwagen">Dienstwagen</a> – und damit der Aufenthaltsort der ArbeitnehmerIn – ständig überwacht, so stellt das einen Eingriff in die Privatsphäre der ArbeitnehmerIn dar. Hier reichen das Führen eines Fahrtenbuches und die Aufzeichnungen der ArbeitnehmerIn über die Dauer der Termine und Fahrtstrecken aus. Eine lückenlose Kontrolle durch GPS oder Mobiltelefon mit Lokalisierungsfunktion würde die Menschenwürde berühren.</p>



<p>Das Argument, dass du damit im Notfall leichter zu erreichen wärst, wirkt nur begrenzt, denn in einem solchen Fall haben neuere Fahrzeuge ohnehin eine Lokalisierung für den Rettungsdienst (den sogenannten „E-Call“) eingebaut – und es wird wichtiger sein dass dich nach einem schweren Unfall die Rettung findet und nicht der / die Arbeitgeber/in.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stichwort Privatsphäre: Was muss ich meinem Arbeitgeber über mich sagen?</h4>



<p>Dein Arbeitgeber braucht Daten zu deiner Identität. Dazu gehören Adresse und Sozialversicherungsnummer. Auch eine Ausweiskopie darf er verlangen. Bei Bewerbungsgesprächen oder in Personalbögen wird manchmal nach Religionsbekenntnis, Mitgliedschaft bei Vereinen oder politischer Einstellung gefragt. Dazu musst du keine Auskunft geben, das ist deine Privatsache und hat nichts mit deiner Arbeit zu tun!</p>



<p>Ausnahmen kann es geben, wenn du z.B. bei einer politischen Partei oder einer kirchlichen Einrichtung arbeitest. Diskriminierung wegen deiner Religion oder deiner Weltanschauung sind allerdings verboten! Welche Fragen bei Bewerbungsgesprächen zulässig sind kannst du <a href="https://kompetenz-online.at/2022/07/06/was-darf-der-arbeitgeber-beim-bewerbungsgespraech-fragen/" aria-label="hier">hier</a> nachlesen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Darf mein Arbeitgeber am Arbeitsplatz Videokameras installieren?</h4>



<p>Auch hier gilt: Alles, was die Menschenwürde verletzt, ist verboten! Dazu gehört Videoüberwachung, insbesondere auf der Toilette oder in Umkleidekabinen. Auch wenn damit deine Arbeitsleistung kontrolliert werden soll, ist das untersagt.</p>



<p>Videoüberwachung kann in manchen Fällen auch zu deinem Schutz dienen. Dann muss es aber eine Betriebsvereinbarung geben.</p>



<p>Wenn nämlich die Überwachung die Menschenwürde zwar nicht eindeutig verletzt, aber doch berührt, darf sie in Betrieben mit einem Betriebsrat nur nach Abschluss einer Betriebsvereinbarung durchgeführt werden. Wenn es in deinem Betrieb keinen Betriebsrat gibt, muss jede/r einzelne ArbeitnehmerIn zustimmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie weit darf mich meine Chefin im Krankenstand kontrollieren?</h4>



<p>Immer öfter versuchen Arbeitgeber/innen, ihren Beschäftigten <a href="https://kompetenz-online.at/2015/03/26/ueberwachung-im-krankenstand/" aria-label="Fehlverhalten im Krankenstand">Fehlverhalten im Krankenstand</a> nachzuweisen, im Extremfall sogar mittels eigens engagierter Detektive. So etwas zeugt von einem gestörten Vertrauensverhältnis! Was tatsächlich Fehlverhalten im Krankenstand ist, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Du musst dich während eines Krankenstands so verhalten, dass deine Arbeitsfähigkeit möglichst rasch wiederhergestellt wird. Beispielsweise ist es nicht verboten, sich mit einer Depressionserkrankung am Meer aufzuhalten. Es gilt den Anweisungen des Arztes/ der Ärztin zu folgen. Wenn du erkrankt bist, solltest du dich jedenfalls unverzüglich am Arbeitsplatz melden!</p>



<p>Dein/e ChefIn kann eine Krankenstandsbestätigung von dem Arzt/ der Ärztin fordern und wenn er/sie besonders misstrauisch ist, eine Sonderkontrolle durch die Gebietskrankenkasse beantragen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Habe ich das Recht zu erfahren, was kontrolliert wird?</h4>



<p>Ja. Laut<a href="https://kompetenz-online.at/2018/08/13/faktencheck-datenschutzgrundverordnung/" aria-label="Datenschutzgrundverordnung"> Datenschutzgrundverordnung</a> müssen Personen, deren personenbezogenen Daten verarbeitet werden, und dazu zählt auch eine Überwachung des Arbeitsverhaltens, darüber informiert werden wer zu welchem Zweck welche personenbezogenen Daten von ihnen erfasst (Transparenzgebot, Informationspflicht des Verantwortlichen).</p>



<p>Jede/r ArbeitnehmerIn hat ein Recht auf Auskunft: sowohl über die von ihm/ihr vorhandenen konkreten Daten sowie auch über deren Herkunft, wer Zugriff darauf hat,über Verknüpfungen mit anderen Daten etc. Unrichtige oder rechtswidrig verarbeitete Daten muss der Arbeitgeber richtig stellen bzw. löschen.&nbsp; Auch der Betriebsrat muss darüber informiert werden, welche Arten von personenbezogenen Daten aufzeichnet und verarbeitet werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie kann ich mich gegen rechtswidrige Überwachung wehren?</h4>



<p>Dein Ansprechpartner im Betrieb ist in solchen Fällen immer <a href="https://kompetenz-online.at/2021/09/28/digitale-ueberwachung-und-kontrolle-am-arbeitsplatz/" aria-label="der Betriebsrat">der Betriebsrat</a> bzw. die Betriebsrätin! Er oder sie hat nicht nur ein Einsichts- und Kontrollrecht, sondern auch (meistens) die Pflicht Betriebsvereinbarungen abzuschließen – eine zentrale Funktion, wenn es um Überwachung im Betrieb geht!</p>



<p>Kontrollmaßnahmen, die die Menschenwürde berühren und durch keine Betriebsvereinbarung geregelt sind, sind unzulässig. Als ArbeitnehmerIn kannst du beim Arbeits- und Sozialgericht auf Unterlassung der rechtswidrigen Überwachung klagen. Auch hier spielt der Betriebsrat eine zentrale Rolle. Denn viele Beschäftigte schrecken vor einer Klage zurück, weil sie befürchten, den Job zu verlieren. Der Betriebsrat kann die Klage für sie einreichen.</p>



<p>Für <a href="https://www.gpa.at/mitgliederservice/rechtsschutz" aria-label="Rechtsberatung">Rechtsberatung</a> und Hilfe zur Rechtsdurchsetzung steht dir natürlich auch deine Gewerkschaft GPA zur Verfügung!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Versicherungsbranche: Fokus auf die Work-Life-Balance</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/01/10/versicherungsbranche-fokus-auf-die-work-life-balance/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2023 13:44:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Generali]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Melanie Lechner]]></category>
		<category><![CDATA[Versicherungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-1024x684.png" alt="" class="wp-image-19320" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-1024x684.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-768x513.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2.png 1068w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: privat</figcaption></figure>



<p><strong>Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.</strong></p>



<span id="more-19318"></span>



<p>Melanie Lechner (31) ist seit ihrem berufsbegleitenden Studium als Trainerin für Außendienst-MitarbeiterInnen in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung tätig. Dort ist sie zuständig für die Bereiche Lebensversicherungen, Veranlagung und Wirtschaft. Lechner war längere Zeit selbst im Außendienst tätig, nun gibt sie ihr Know-how an ihre jungen KollegInnen weiter, die eine dreijährige hausinterne Ausbildung durchlaufen.</p>



<p>Jung und engagiert und in der Ausbildung tätig &#8211; deshalb wurde sie 2016 von einem Kollegen ins Betriebsrats-Team geholt. Lechner war damals erst 25. „Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“ In der Region Steiermark und Kärnten umfasst das Team 10 BetriebsrätInnen, für die rund 650 MitarbeiterInnen in der Region.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Seit 2016 ist Lechner nun als Betriebsrätin aktiv, seit 2018 ist sie auch Aufsichtsrätin. Damit nicht genug, ist sie außerdem stellvertretende Konzernbetriebsrats-Vorsitzende und stellvertretende Zentralbetriebsrats-Vorsitzende. In der Gewerkschaft GPA arbeitet sie als Frauenbeauftragte im Wirtschaftsbereich 24 (Versicherungen) und im steirischen Fachausschuss. Lechner ist überdies in der IG External engagiert, der GPA-Interessengemeinschaft für alle, die im Außendienst tätig sind. Auch hier ist sie Frauenbeauftragte.</p>



<p>Ihre Betriebsratsarbeit macht rund die Hälfte ihrer Arbeitszeit aus, schätzt sie. Freigestellt ist sie trotz dieser Fülle an zusätzlichen Aufgaben nicht &#8211; sie arbeitet, wie sie selbst sagt, „extrem gern, auch wenn es zugegeben eine Herausforderung ist, all diese Funktionen unter einen Hut zu bringen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Junge KollegInnen motivieren</h4>



<p>Als Trainerin für in einem großen Versicherungskonzern schult Lechner junge AußendienstmitarbeiterInnen, die es zu motivieren gilt: „Es ist schwierig, BerufsanfängerInnen im Betrieb zu halten, denn die Arbeit im Außendienst ist sehr herausfordernd. Entsprechend müssen wir die Ausbildung, die Arbeitszeiten und die Arbeitsinhalte attraktiver gestalten.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Derzeit sind nach zehn Jahren im Unternehmen rund 80 Prozent der MitarbeiterInnen wieder weg, erzählt Lechner von ihren Erfahrungen: „Viele junge KollegInnen müssen erst herausfinden, ob der Beruf zu ihnen passt.“ Zur Zeit strömt eine Generation auf den Arbeitsmarkt, die neue Vorstellungen und Wünsche an die Arbeitswelt haben: „Diese jungen Menschen sehen die Arbeitswelt und ihre berufliche Zukunft anders als ihre Eltern. Die Generationen vor ihnen hatten stets die Arbeit im Fokus. Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>



<p>Ältere Kollegen können die Probleme der jüngeren oft nicht verstehen. Da heißt es dann schnell mal: „Die Jungen wollen nichts arbeiten“. Wer eine 4-Tage-Woche bevorzugt, wird als faul abgestempelt. Lechner will hier vermitteln und den Standpunkt der neuen Generation erklären: „Es hat sich der Fokus geändert! Wer vier Tage pro Woche arbeitet, bringt deshalb keine schlechtere Leistung, im Gegenteil. Kürzere Arbeitszeiten bringen mehr Motivation.“</p>



<p>Sie formuliert die Problemstellung so: Wie kann man die Arbeit so gestalten, dass es diesen neuen Vorstellungen entgegenkommt? Und: Wie können junge MitarbeiterInnen motiviert und im Betrieb gehalten werden?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeitgemäße Arbeitsbedingungen</h4>



<p>Lechner sieht es als ihre Aufgabe als Trainerin, ihre Firma bei dieser Fragen zu unterstützen und Ideen zu liefern. Zugleich kämpft sie auch als Betriebsrätin dafür, den jungen KollegInnen attraktive und zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu bieten, besonders was die Arbeitszeiten angeht. „Wir können nicht nur beobachten, wir müssen vorangehen!“ In einem Konzern ist das allerdings nicht immer einfach: „Ein großer Betrieb ist wie ein Elefant, es braucht Zeit, bis man ihn in Bewegung bringt &#8211; aber nachher ist er nicht mehr zu stoppen“, zeigt sich Lechner optimistisch.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p> </p>



<p>Eine weitere Gruppe, für die es zu handeln gilt, sind Frauen mit Kindern und KarenzrückkehrerInnen. Für sie ist es oft schwierig, ihre Arbeitszeit im Außendienst mit ihren Familienpflichten gut zu vereinbaren. Denn als Außendienstmitarbeiterin ist man beim Kunden oder der Kundin, wenn diese/r Zeit hat, und das ist nicht unbedingt zu den üblichen Bürozeiten. „Wir suchen daher in einem Pilotprojekt ein spezielles Modell, um diese Personengruppe zu gewinnen.“</p>



<p>Pilotprojekte, neue Modelle, Seminare &#8211; vieles ist in Bewegung! <em>„</em>Wir versuchen viel Neues“, sagt Lechner, „vor allem über die digitale Schiene, via Social media, Marketingschulungen, Unterstützung mit Programmen, denn dort kann man die Jungen abholen. Auch beim Bildungskatalog bieten wir Neues an, mehr Auswahl bei den Seminaren, nicht nur Fachseminare, auch Fortbildungsseminare für die Persönlichkeit.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Homeoffice</h4>



<p>Homeoffice, so Lechner, bietet sich natürlich an, um die Arbeit attraktiver zu machen. Bei der Homeoffice-Regelung in ihrem Betrieb gilt derzeit 60 Prozent Büro und 40 Prozent Homeoffice, die Belegschaft wünscht sich aber noch mehr Flexibilität. Lechner selbst wohnt in Klagenfurt und ihr Dienstort ist Graz. Freitags arbeitet sie im Homeoffice. „Ich habe früher in Graz gewohnt, durch das Homeoffice konnte ich meinen Lebensmittelpunkt verändern.“</p>



<p>Die Pandemie hat hier durchaus Fortschritte mit sich gebracht, berichtet Lechner. Davor war die Arbeit im Homeoffice eine Pilotprojekt, Corona hat die Umsetzung beschleunigt. Homeoffice und die damit verbundene freie Zeiteinteilung wird zwar generell gut angenommen, von manchen aber auch rundweg abgelehnt, andere wiederum isolieren sich regelrecht zu Hause. Lechner sieht diese neue Flexibilität durchaus auch kritisch: „Es besteht immer die Gefahr, dass Arbeit und Privatleben vermischt werden, da müssen wir genau hinschauen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">KV-Verhandlungen</h4>



<p>Das große Thema im Betriebsrat der Generali sind derzeit natürlich die Inflation und die nahenden KV-Verhandlungen, bei denen Lechner im Verhandlungsteam aktiv mitarbeiten wird. Neben der Inflationsabgleichung wird die Forderung nach einem neuen Kollektivvertrag für den Außendienst im Mittelpunkt stehen. „Diese Forderung wurde letztes Jahr von den Arbeitgebern leider abgeschmettert, aber wir geben sicher nicht auf.“</p>



<p>„Es ist höchste Zeit für ein neues Gehaltsschema für den Außendienst, angeglichen an den Innendienst“, erklärt Lechner. Ein schwieriges Unterfangen, denn: „Der Außendienst ist stark provisionsabhängig. Wer im Außendienst arbeitet, ist wie ein Selbständiger im Betrieb. Wer gut arbeitet, seine KundInnen gut betreut, verdient gut. So etwas im KV abzubilden ist eine enorme Herausforderung!“</p>



<p>Eine weitere zentrale Forderung betrifft natürlich das Kilometergeld. Die GPA pocht auf eine Erhöhung auf 60 Cent, um endlich die Teuerung auszugleichen. „Sowohl der Innen- als auch der Außendienst sollen finanziell attraktiv bleiben“, betont Lechner, „gerade jetzt ist es besonders wichtig, die finanzielle Sicherheit in unserer Branche zu stärken und der Inflation entgegenzuwirken.“</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="982" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png" alt="" class="wp-image-19321 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png 982w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-288x300.png 288w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-144x150.png 144w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-768x800.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1474x1536.png 1474w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1965x2048.png 1965w" sizes="auto, (max-width: 982px) 100vw, 982px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p>Melanie Lechner lebt in Klagenfurt, wo sie von der Natur und dem tollen Freizeitangebot profitiert: im Sommer schwimmen in den Seen und Wandern in den Bergen, im Winter Schifahren oder Schitouren. Zum „Runterkommen“ nach einem anstrengenden Arbeitstag entspannt sie beim Yoga. Als Familienmensch besucht sie auch oft ihre Familie in der Steiermark.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren: </h4>



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</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GPA Interessengemeinschaften: Jetzt mitbestimmen und wählen!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/11/11/gpa-interessengemeinschaften-jetzt-mitbestimmen-und-waehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2022 11:22:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Neunherz]]></category>
		<category><![CDATA[amtliches Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Ingrid Puchberger]]></category>
		<category><![CDATA[Interessengemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
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		<category><![CDATA[mobile Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[mobile Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Mitglieder der Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA wählen derzeit ihre neue Vertretung. Zum Austausch, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer Interessen bringen die IGs Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19133" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p><strong>Die Mitglieder der Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA wählen derzeit ihre neue Vertretung. Zum Austausch, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer Interessen bringen die IGs Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. Nutze dein demokratisches Recht zu wählen, bestimme selbst deine Vertretung auf: <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.interesse.at" target="_blank" aria-label="www.interesse.at (öffnet in neuem Tab)">www.interesse.at</a></strong></p>



<span id="more-19129"></span>



<p>Die Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA fußen auf der Idee von branchenübergreifenden Anliegen und beruflichen Identitäten. Das kann Themen wie All-In Verträge oder prekäre Beschäftigung ebenso betreffen wie Dienstreisen oder Home-Office. &nbsp;Bis 20. November können die Mitglieder der IGs noch ihre VertreterInnen wählen. „Diese Direktwahl der Ausschüsse der fünf Interessengemeinschaften ist eine gewerkschaftskulturelle Besonderheit“, betont Alexander Neunherz von der Gewerkschaft GPA, der die IGs und ihre Mitglieder gemeinsam mit seiner Kollegin Sabine Römer innerhalb der GPA hauptamtlich betreut.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Diese Direktwahl der Ausschüsse der fünf Interessengemeinschaften ist eine gewerkschaftskulturelle Besonderheit.&#8220;</p>
<cite>Alexander Neunherz</cite></blockquote>



<p>„Jeder neue Ausschuss wird basisdemokratisch von GPA-Mitgliedern, die auch Mitglied der jeweiligen IG sind, für die kommenden zweieinhalb Jahre gewählt“, erklärt Sabine Römer den Ablauf der Wahl. Ein Ausschuss besteht aus mindestens fünf und höchstens 17 ordentlichen GPA-Mitgliedern. Erstmals in der Geschichte der IGs finden die Wahlen für alle Ausschüsse gleichzeitig statt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitsgruppen und Teamarbeit</h4>



<p>Jeder Ausschuss vertritt die Anliegen seiner Mitglieder, entwickelt neue Projekte, setzt Kampagnen um und entsendet auch Delegierte in die Gremien der Gewerkschaft GPA. Dazu treffen sich die jeweiligen IGs in eigenen Arbeitsgruppen und setzen sich inhaltliche Ziele. Welche Themen und Schwerpunkte gesetzt werden, das wird nach der Wahl das neue Team gemeinsam entscheiden, erklärt Ingrid Puchberger, selbständiger Coach und Personalentwicklerin. Sie kandidiert für den Ausschuss der IG Flex. „Wir beschließen unsere Themensetzung als Team, wir erarbeiten gemeinsam ein Arbeitsprogramm und Kampagnen, die wir an die breite Öffentlichkeit tragen wollen. Diese Teamarbeit ist bei uns ganz zentral“, erklärt Puchberger die Arbeitsweise der IGs.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">Wir beschließen unsere Themensetzung als Team, wir erarbeiten gemeinsam ein Arbeitsprogramm und Kampagnen, die wir an die breite Öffentlichkeit tragen wollen. Diese Teamarbeit ist bei uns ganz zentral“</p>
<cite>Ingrid Puchberger</cite></blockquote>



<p>Puchberger engagiert sich schon seit über zehn Jahren in der Gewerkschaft. „Nach den Turbulenzen der letzten Krisenjahre ist es nun umso wichtiger Stärke zu zeigen.“ Die ‚IG Flex’ organisiert Menschen mit atypischen Beschäftigungen, prekär Beschäftigte und (unfreiwillig) Selbständige ohne eigene MitarbeiterInnen. Themen, die Puchberger besonders am Herzen liegen, sind Scheinselbständigkeit und Preisdumping. Betroffen davon sind ganz unterschiedliche Branchen, im Kunst- und Kulturbereich, berichtet Puchberger, ist es in Folge der Pandemie sehr schlimm. „Die Pandemie hat gerade Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen besonders hart getroffen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fünf Plattformen für gemeinsame Interessen</h4>



<p>Seit ihrer Gründung vor mehr als zwanzig Jahren vertreten insgesamt fünf Interessengemeinschaften in der GPA (siehe Kasten) die spezifischen Anliegen ihrer Mitglieder: Neben der oben erwähnten IG Flex gibt es die ‚IG External’ für alle jene, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeitet, also Personen mit viel Außendienst, in mobilen Diensten, Montage, Entsendung, Dienstreisen in allen Branchen und Berufen, sowohl regional als auch international.</p>



<p>Manuela Willner ist Versicherungsangestellte bei der Generali Versicherung AG. Als Betriebsrätin ist sie für Innen- und Außendienst zuständig. Sie ist Kandidatin zur Wahl des Ausschusses der IG External. „Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Und nun trifft sie auch die Benzinpreiserhöhung in voller Härte“, berichtet Willner. Die GPA kämpft derzeit um eine Erhöhung des Kilometergeldes – das seit 2008 bei 42 Cent liegt – &nbsp;auf 60 Cent pro Kilometer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Und nun trifft sie auch die Benzinpreiserhöhung in voller Härte“</p>
<cite>Manuela Willner</cite></blockquote>



<p>Zwischen IG External und IG Social &nbsp;&#8211; der Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen &#8211; gibt es hier Überschneidungen: Viele Mitglieder der IG Social arbeiten zugleich im Außendienst, wie &nbsp;z. B. in der mobilen Pflege. Dazu kommt, dass sowohl im Außendienst, als auch im Gesundheits- und Sozialbereich die psychische Belastung – auch wieder durch Corona – in den letzten Jahren enorm zugenommen hat.</p>



<p>Ein weiterer Schwerpunkt von Willners Engagement in der Gewerkschaft sind Gleichbehandlung, Einkommensschere und Frauenpolitik sowie die Förderung der Jugend. „Auch wenn es bequem war, von zu Hause aus arbeiten zu können, für viele Frauen war das Home-Office ein Schritt zurück“, erklärt Willner. „Wir müssen die Frauen daher wieder in Schwung bringen“, fordert sie, und fügt hinzu. „Die psychische Belastung im Außendienst war jedoch für alle enorm, egal ob Mann oder Frau.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nur Applaus ist zu wenig</h4>



<p>Selma Schacht, aktive Betriebsrätin und Betriebsratsvorsitzende in der „Bildung im Mittelpunkt“ GmbH in Wien, ist Sozialarbeiterin und Freizeitpädagogin und kandidiert für die IG Social. In der ‚IG Social’ haben sich Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen sowie SozialarbeiterInnen, Angestellte in sozialen Berufen und in der Alten-, Kranken- oder Behindertenbetreuung zusammengeschlossen.</p>



<p>&nbsp;„Der Druck auf uns Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich ist schon seit Jahren ständig gestiegen“, berichtet Schacht. „Durch die Pandemie wurde der Arbeitsdruck noch extremer. Wir müssen daher auch als IG Social der Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen unseren konsequenten Widerstand entgegensetzen.“</p>



<p>Es wird an allen Ecken und Enden gespart: „Die öffentliche Hand stellt zu wenig Ressourcen zur Verfügung“, kritisiert Schacht. „Nur Applaus ist uns zu wenig!“ Sie findet, dass der Kampf um mehr Geld, Zeit und Personal von den Gewerkschaften viel vehementer geführt werden muss.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Alle KollegInnen in den sozialen Berufen müssen unterstützt werden, damit die Ausbeutung – die oft zugleich eine Selbstausbeutung ist – abgestellt wird“</p>
<cite>Selma Schacht</cite></blockquote>



<p>„Alle KollegInnen in den sozialen Berufen müssen unterstützt werden, damit die Ausbeutung – die oft zugleich eine Selbstausbeutung ist – abgestellt wird“, umreißt Schacht ihren Standpunkt. Ihr geht es nicht allein um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Sozialbereich, sondern auch um bessere Lebensbedingungen für die KlientInnen: „Kinder, Geflüchtete, behinderte Menschen, Benachteiligte, all jene die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, für sie setzen wir uns gemeinsam ein. Unser Ziel ist ein fortschrittliches Sozial- und Gesundheitssystem für alle!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wahlen</h4>



<p>Die IG-Wahlen in der Gewerkschaft GPA haben bereits am 24. Oktober begonnen und enden am 20. November. Puchberger, Schacht und Willner appellieren an alle IG-Mitglieder, ihr demokratisches Wahlrecht rechtzeitig bei der Online-Wahl wahrzunehmen: „Wir rufen alle auf: Beteiligt euch an der Wahl und gebt rechtzeitig eure Stimme ab!“</p>



<p>Warum es so wichtig ist, zu wählen? „Wir brauchen Unterstützung, ohne Rückendeckung durch unsere Mitglieder haben wir zu wenig Durchsetzungskraft!“ bringt es Manuela Willner auf den Punkt. „Wenn niemand wählen geht, kann sich nichts ändern“, pflichtet Puchberger ihr bei. Sie findet daher: „Sich einzubringen bringt uns weiter!“ Und Selma Schacht betont: „Die IGs sind basisdemokratische und fraktionsunabhängige Strukturen in der GPA, die alle Mitglieder durch die Beteiligung an der Wahl unterstützen sollten!“</p>



<p>Wem die gemeinsamen Interessen seiner Berufsgruppe ein Anliegen sind, ist daher eingeladen, die neuen Ausschussmitglieder seiner Interessengemeinschaft zu wählen. Die Wahlen laufen noch bis zum 20. November, höchste Zeit also, seine Stimme abzugeben!</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">5 Interessengemeinschaften in der GPA</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>IG External – Die Interessengemeinschaft für alle, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten</li>



<li>IG Social – Die Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen</li>



<li>IG Flex – Die Interessengemeinschaft für Menschen mit atypischen Beschäftigungen</li>



<li>IG IT – Die Interessengemeinschaft für Menschen in IT-Berufen</li>



<li>IG Professional – Die Interessengemeinschaft für Führungskräfte und FachexpertInnen</li>
</ul>



<p>Mehr zur IG IT und zur IG Professional findest du <a rel="noreferrer noopener" href="https://kompetenz-online.at/2022/09/07/mach-mit-bei-den-gpa-interessengemeinschaften/" target="_blank" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>!</p>
</div></div>



<p></p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Wähle deine VertreterInnen im neuen IG-Ausschuss auf www.interesse.at</h4>



<p>Wir von der Gewerkschaft GPA laden dich ein, die neuen Ausschussmitglieder deiner Interessengemeinschaft zu wählen! Nutze dein demokratisches Recht und bestimme selbst deine Vertretung! Eine hohe Wahlbeteiligung gibt deiner IG mehr Durchsetzungskraft!</p>



<p>Die Vorstellung der KandidatInnen mit ihren Beiträgen zum Gelingen des engagierten Arbeitsprogramms findest du als <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="pdf-Folder (öffnet in neuem Tab)">pdf-Folder</a> zum Download.</p>



<p>Noch Fragen? Du kannst dich jederzeit gerne an das IG-Team unter <a href="mailto:interesse@gpa.at" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="interesse@gpa.at (öffnet in neuem Tab)">interesse@gpa.at</a> wenden. Wir helfen dir gerne weiter!</p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeitsrecht: Wegzeit wird Arbeitszeit</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/12/18/arbeitsrecht-wegzeit-wird-arbeitszeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2018 17:21:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2018/06]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Christa Valenta]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Prochaska]]></category>
		<category><![CDATA[Romana Huber]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kompetenz-online.at/?p=7168</guid>

					<description><![CDATA[Die GPA-djp hat in einem Musterverfahren ein bahnbrechendes OGH-Urteil für alle Beschäftigten im technischen Servicebereich erwirkt, die den Weg zum Kunden mit dem Firmenwagen zurücklegen. Gerhard Prochaska, Betriebsratsvorsitzender von Vaillant Österreich und Mitglied im Regionalvorstand der GPA-djp Wien, kennt das Problem der teils unbezahlten Fahrtzeiten von MitarbeiterInnen, die keinen festen Arbeitsort haben und mit Fahrzeugen und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_7169" aria-describedby="caption-attachment-7169" style="width: 900px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-7169" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940.jpg" alt="" width="900" height="600" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940.jpg 900w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/01/Valenta_Prochaska_3940-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-7169" class="wp-caption-text"><strong>Karin Valenta, Gerhard Prochaska, Romana Huber</strong><br />Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure></p>
<p><strong>Die GPA-djp hat in einem Musterverfahren ein bahnbrechendes OGH-Urteil für alle Beschäftigten im technischen Servicebereich erwirkt, die den Weg zum Kunden mit dem Firmenwagen zurücklegen.</strong></p>
<p><span id="more-7168"></span></p>
<p>Gerhard Prochaska, Betriebsratsvorsitzender von Vaillant Österreich und Mitglied im Regionalvorstand der GPA-djp Wien, kennt das Problem der teils unbezahlten Fahrtzeiten von MitarbeiterInnen, die keinen festen Arbeitsort haben und mit Fahrzeugen und nach Weisung des Arbeitgebers täglich vom Wohnort aus zu verschiedenen Arbeitsorten bzw. Kunden und am Ende des Tages zurück nach Hause fahren, schon länger: „Wir haben die Thematik innerhalb des Betriebsrates seit 1993 besprochen und das über viele Jahre hinweg auch mit der Geschäftsführung diskutiert. Seit 2005 wurde die unbezahlte Fahrzeit durch Verhandlungen immer mehr angepasst und minimiert.&#8220; Zuletzt war es üblich, dass immer noch bis zu 30 Minuten pro Tag nicht als Arbeitszeit gewertet wurden. „Pro Woche ist ein Arbeitnehmer also um bis zu 2,5 Stunden umgefallen&#8220;, erklärt Prochaska, der seit 26 Jahren als Betriebsrat aktiv ist.</p>
<h4><strong>Meilenstein</strong></h4>
<p>Romana Huber, die den Betrieb seitens der GPA-djp betreut, hat den Stein für eine endgültige Klärung dieser Frage ins Rollen gebracht. Im September 2015 machte sie Prochaska auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aufmerksam, die eine spanische Firma betraf. „Die Situation der Beschäftigten war fast identisch auf unseren Betrieb umzulegen. Im Urteil wurden die Fahrten, die ArbeitnehmerInnen ohne festen oder gewöhnlichen Arbeitsort zwischen ihrem Wohnort und dem Standort des ersten und des letzten Kunden des Tages zurücklegen, als Arbeitszeit qualifiziert&#8220;, erzählt Prochaska. Die ähnliche Sachlage hat den Betriebsrat in der Rechtsmeinung bestärkt, dass das europäische Recht auch in Österreich durchsetzbar sein müsste und damit Rechtssicherheit bringen könnte. Prochaska und die GPA-djp wiesen die Geschäftsführung von Vaillant auf das bedeutsame Urteil hin. In der abweisenden Antwort hieß es von Vaillant lapidar: „Wir haben eine andere Rechtsauslegung.&#8220;</p>
<blockquote><p>&#8222;Zuletzt war es üblich, dass immer noch bis zu 30 Minuten pro Tag nicht als Arbeitszeit gewertet wurden. Pro Woche ist ein Arbeitnehmer also um bis zu 2,5 Stunden umgefallen&#8220;</p></blockquote>
<p>Da die damalige Geschäftsleitung nicht dazu bereit war, mit dem Betriebsrat über den Sachverhalt zu sprechen, war die Marschrichtung für Prochaska und sein Betriebsratsteam klar: „Wir mussten handeln und hatten nur noch den Rechtsweg. Es ging um die Klärung der arbeitsrechtlichen Situation von fast 200 betroffenen MitarbeiterInnen&#8220;, erklärt der Betriebsratsvorsitzende. Mit Unterstützung der zuständigen Rechtsschutzsekretärin Christa Valenta, wurde im Juni 2016 eine Feststellungsklage beim Arbeits- und Sozialgericht in Wien eingebracht.</p>
<h4><strong>Urteil schafft Klarheit</strong></h4>
<p>„In dem Verfahren ging es um die Rechtsfrage, ob Hin- und Rückfahrzeiten als Arbeitszeit im engeren Sinn zu werten sind&#8220;, erklärt Valenta. Im September 2016 hat der Betriebsrat in erster Instanz vollinhaltlich recht bekommen. Das Gericht stellte klar, dass jene Zeit, die Kundendiensttechniker für die Fahrt von der Wohnung zum ersten Kunden sowie vom letzten Kunden zurück zur Wohnung benötigen, als Arbeitszeit zu bewerten und zu bezahlen ist. Das Urteil des Erstgerichts hielt auch in den weiteren Instanzen: Im Oktober 2017 bestätigte das Oberlandesgericht Wien das Urteil. Doch Vaillant ging auch in die dritte Instanz. Im Juli 2018 <a href="https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&amp;Dokumentnummer=JJT_20180724_OGH0002_009OBA00008_18V0000_000" target="_blank" rel="noopener" aria-label="bestätigte der Oberste Gerichtshof (öffnet in neuem Tab)">bestätigte der Oberste Gerichtshof</a> schließlich, dass die Fahrtzeiten in vollem Ausmaß als Arbeitszeit bewertet werden und bezahlt werden müssen.</p>
<p>„Den Servicetechnikern stehen Firmenfahrzeuge als Arbeitsmittel zur Verfügung und die Fahrzeiten sind extrem eng mit ihrer Tätigkeit verknüpft&#8220;, erklärt Valenta, warum die Fahrten juristisch im Risikobereich des Arbeitgebers liegen. Wesentlich dabei ist auch, dass die TechnikerInnen diese Fahrten nicht mit einem beliebig wählbaren Verkehrsmittel zurücklegen können, sondern mit dem Firmenfahrzeug fahren müssen und sie nicht frei in der Einteilung der Fahrtstrecke sind: „Sie bekommen in der Früh die Kundenlisten – der Arbeitgeber teilt also den Weg ein. Es muss der kürzeste Weg zum Kunden gefahren werden. Etwaige Unterbrechungen wären erkennbar, die Beschäftigten unterliegen also bereits während der Fahrtzeit dem Weisungsrecht des Arbeitgebers&#8220;, so die Expertin. Die Beschäftigten im Außendienst verwenden bereits ab ihrem Wohnort Betriebsmittel des Arbeitgebers und können während dieser Zeit keinen privaten Interessen nachgehen.</p>
<h4><strong>Mehr Gehalt</strong></h4>
<p>Diese Entscheidung hat sehr positive Auswirkungen für die Beschäftigten im Außendienst. „Im Durchschnitt kann ein/e MitarbeiterIn bis zu mehreren Hundert Euro pro Monat mehr bekommen&#8220;, stellt Prochaska fest. „Aufgrund der dreijährigen Verjährungsfrist in Arbeitsrechtssachen müssen diese Gehälter nun rückwirkend für drei Jahre neu aufgerollt werden&#8220;, erklärt Valenta. ArbeitnehmerInnen, die kein aufrechtes Dienstverhältnis zu Vaillant mehr haben, rät Valenta, den Anspruch schriftlich geltend zu machen bzw. einzuklagen.</p>
<p>Valenta erwartet österreichweite Auswirkungen auf andere Branchen, wie die sozialen Dienste oder den Pharmabereich, wo für viele Beschäftigte im Außendienst ähnliche Arbeitsbedingungen gelten: „Wir haben das Thema auch schon mit vielen Betriebsräten aus dem Sozialbereich diskutiert. Das Urteil gibt ihnen ein wirksames Instrument zur Umsetzung einer Besserstellung in die Hand.&#8220; Die Rechtsexpertin rät den BetriebsrätInnen in Betrieben mit einer ähnlichen Sachlage dazu, die arbeitsrechtliche Umsetzung des Urteils einzufordern: „In einem ähnlichen Rechtsstreit müsste gemäß des OGH-Urteils entschieden werden. Die Rechtsansicht des Gerichtes gilt auch für Arbeiter.&#8220; ArbeitnehmerInnen, wie ElektrikerInnen, InstallateurInnen oder MonteurInnen, die durch keinen Betriebsrat vertreten sind, können sich direkt bei der GPA-djp oder der zuständigen Fachgewerkschaft beraten lassen. Die Expertin sieht das Urteil auch angesichts der Ausweitung der zulässigen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden positiv: „Es ist wichtig, dass die Anfahrts- und Rückfahrtszeiten als Arbeitszeiten gewertet werden. Sonst könnte es passieren, dass die Menschen bis zu 14 Stunden oder mehr dienstlich unterwegs sind&#8220;, erklärt Valenta.</p>
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