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	<title>Austrian Airlines &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Austrian Airlines &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Technikerin mit Softskills</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Aug 2022 11:22:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2022/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[AUA]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Austrian Airlines]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
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		<category><![CDATA[Chiara-Alena Lintner]]></category>
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					<description><![CDATA[Chiara-Alena Lintner, angehende Mechatronikerin bei der AUA, liebt ihren abwechslungsreichen Beruf. Als Vorsitzende des Jugendvertrauensrates setzt sie sich mit viel Engagement für die Lehrlinge ein und hat in einer fragilen Branche geholfen, sie gut durch die Pandemie zu bringen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-18656" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/08/chiara_01_WEB.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: AK</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Chiara-Alena Lintner, angehende Mechatronikerin bei der AUA, liebt ihren abwechslungsreichen Beruf. Als Vorsitzende des <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/jugend/jugenvertrauensraetinnen" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Jugendvertrauensrates (öffnet in neuem Tab)">Jugendvertrauensrates</a> setzt sie sich mit viel Engagement für die <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/jugend/lehrlinge" aria-label="Lehrlinge">Lehrlinge</a> ein und hat in einer fragilen Branche geholfen, sie gut durch die Pandemie zu bringen.</strong></p>



<span id="more-18655"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Chiara-Alena Lintner (23) absolviert ihr drittes Lehrjahr in Mechatronik und Fertigungstechnik bei den Austrian Airlines am Flughafen in Schwechat. Vor Beginn ihrer Lehre hat sie bereits die Matura abgelegt, im nächsten Februar wird sie zur Lehrabschlussprüfung antreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Begonnen hatte Lintner eine Lehre als Flugzeugtechnikerin, dann kam Corona und plötzlich stand alles still. Mittels staatlicher Unterstützung und Kurzarbeit rettete man die Arbeitsplätze, aber würden junge FlugzeugtechnikerInnen weiterhin Jobs finden? „Mit dieser Ausbildung hast du außerhalb der AUA in Österreich keinen Arbeitsmarkt. Daher schien es uns allen sinnvoll, die Lehrlingsausbildung neu aufzustellen“, erzählt Lintner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die AUA-Lehrlinge folgen nun der Berufsschulausbildung für Mechatronik und Fertigungstechnik. Im Betrieb werden die Module für die Wartungslizenz durchgenommen. MechatronikerInnen haben in vielen Branchen beste Jobaussichten, und die Ausbildung als solche konnte auf diesem Weg inhaltlich optimiert werden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Mit dieser Ausbildung hast du außerhalb der AUA in Österreich keinen Arbeitsmarkt. Daher schien es uns allen sinnvoll, die Lehrlingsausbildung neu aufzustellen.“</p><cite>Chiara-Alena Lintner</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">„Im Jugendvertrauensrat war das natürlich ein wichtiges Thema“, erinnert sich Lintner. „Anfangs waren viele Lehrlinge verunsichert, weil sie befürchteten, womöglich nicht die Ausbildung zu bekommen, für die sie sich beworben hatten. Aber am Ende war der Beschluss einstimmig &#8211; es war die richtige Entscheidung.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ausbildung bei der AUA</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als Jugendvertrauensrat bei der AUA, beschreibt Lintner, ist man bestens aufgehoben: „Freistellungen für Kurse sind nie ein Problem und wir haben ein hervorragendes Verhältnis zu den Vorgesetzten.“ Das mag auch daran liegen, dass im Unternehmen ein starker Betriebsrat fest verankert ist, der den Jugendvertrauensrat unterstützt. „Trotzdem ist es wichtig, dass es auch einen eigenen Jugendvertrauensrat gibt, der die spezifischen Probleme der Lehrlinge und jungen MitarbeiterInnen versteht und ihre Anliegen vertritt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lehrstellen bei der AUA waren immer heiß begehrt – Flugzeugtechnik ist eben doch ein Beruf mit einem gewissen Etwas. Vor Corona bewarben sich jährlich rund 300 KandidatInnen, seit der Pandemie sind es etwas weniger. Zehn bis zwölf Lehrlinge werden jedes Jahr mittels eines Assessmentcenters ausgewählt. Insgesamt sind derzeit rund 30 Lehrlinge in Ausbildung, üblicherweise werden alle Lehrlinge, sobald sie die Lehrabschlussprüfung abgelegt haben, vom Betrieb übernommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Lehre war während Corona natürlich nicht das gleiche. Als die Flugzeuge am Boden waren, gab es einfach zu wenig zu tun, sowohl bei der Wartung, als auch in den Werkstätten. Seither hat sich alles zum Glück wieder normalisiert“, beschreibt Lintner die vergangenen Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie geht es weiter nach der Lehre? „Flugzeugwartung“, sagt Lintner, „ist ein Beruf, bei dem man ständig weiterlernen muss. Schon allein weil immer wieder neue Flugzeugtypen auf den Markt kommen.“ Während der Lehre belegt man Kurse für die sog. ‚Cat-A-Lizenz’, einem Zertifikat, das zu bestimmten Wartungsarbeiten berechtigt. Dafür sind etliche Module in Fächern wie Mathematik, Physik und Elektrotechnik notwendig, ebenso wie Praxisnachweise nach der Lehrzeit u.a.m. Danach kann man sich mittels weiteren Lizenzen spezialisieren. „Das dauert alles zehn Jahre und mehr“, erklärt Lintner, „Flugzeugtechnik ist anspruchsvoll, aber auch sehr abwechslungsreich.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Die Lehre war während Corona natürlich nicht das gleiche. Als die Flugzeuge am Boden waren, gab es einfach zu wenig zu tun, sowohl bei der Wartung, als auch in den Werkstätten. Seither hat sich alles zum Glück wieder normalisiert.“</p><cite>Chiara-Alena Lintner</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Besonderheit ist, dass alle Lehrlinge neben ihrer Lehre auch die Matura ablegen. Die Maturakurse finden während der Arbeitszeit statt, die LehrerInnen kommen sogar in den Betrieb, z.T. finden auch Maturaprüfungen im Betrieb statt. Das alles ist für die Lehrlinge kostenlos. „Mathematik ist bei uns ein zentrales Fach, und auch Englisch müssen wir ohnehin alle lernen, in unserer Branche ist gutes Englisch einfach ein Muss“, erklärt Lintner. Daher lernen alle zusätzlich noch für die Matura. Wer gute Noten hat, kann sich überdies auch für Erasmus für Lehrlinge bewerben und für eine Zeitlang ins Ausland gehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Frauen in der Flugzeugtechnik</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In Lintners Lehrjahr sind drei Mädchen, insgesamt sind sie unter den Lehrlingen zu fünft. „Wir werden als Frauen vom Unternehmen sehr gut unterstützt. Mobbing oder sexuelle Übergriffe können z.B. gemeldet werden, die Fälle werden geprüft und gelöst“, lobt Lintner den Umgang mit etwaigen Problemen. „Dass es hier gute Vorkehrungen bzw. Maßnahmen gibt liegt wohl auch daran, dass wir generell im Betrieb eine gute Fehlerkultur haben. Wir gehen offen damit um. Es ist nicht schlimm, wenn Fehler passieren – schlimm wäre es nur, sie zu vertuschen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Mädchen in technische Lehrberufe zu bringen, wie funktioniert das? Das Unternehmen geht auf junge Frauen zu, indem es z.B. auf Berufsmessen aktiv um Mädchen wirbt. Insgesamt besteht im technischen Bereich allerdings noch Nachholbedarf, die Mehrheit der Beschäftigten in der Technik sind nach wie vor Männer. „Es werden übrigens keine ‚Quotenmädchen’ aufgenommen!“, fügt Lintner hinzu, „Alle Lehrlinge müssen durchs Assessmentcenter, wo überprüft wird, ob ein Lehrlinge für den Beruf geeignet ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass weibliche Techniker mittlerweile normal sind, bemerkt man auch an Kleinigkeiten wie neuer Arbeitskleidung. „Unsere Polos sind unisex, aber die Hosen gibt es nun mit Damenschnitt. Nur die Jacken sind noch ein wenig zu groß“, beschreibt Lintner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das vorgestrige Argument, Frauen hätten zu wenig Kraft für technische Berufe, widerlegt die junge Frau mit links: „Ja, für manche Tätigkeiten braucht es Kraft. Aber für andere muss man klein und flexibel sein, z.B. wenn wir zum Arbeiten in enge Räume klettern müssen, das kommt bei der Flugzeugwartung öfter vor. Und da bin ich als eher zierliche Frau dann im Vorteil! Die Mischung macht’s aus – in einem guten Team brauchen wir Leute mit verschiedenen Fähigkeiten, und eben auch mit unterschiedlicher Größe und Kraft.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jugendvertrauensrätin</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kandidatur für den Jugendvertrauensrat war eine eher spontane Entscheidung. „Da ich sehr kommunikativ bin, war ich oft der Kummerkasten und habe bei Konflikten vermittelt“, erinnert sich Lintner. Als dann im zweiten Lehrjahr die JVR-Wahlen anstanden, machte sie aus ihrem Talent einen offiziellen Auftrag. Und seit der diesjährigen Neuwahl ist sie nun auch die frisch gebackene Vorsitzende des Jugendvertrauensrates! Mit mittlerweile 23 geht sich altersmäßig genau noch eine Periode aus, und so bleibt genug Zeit für eine geordnete Übergabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil der Probleme, die es zu lösen gilt, beschreibt Lintner eher als Mediationsarbeit, nicht als offene Konflikte mit Vorgesetzten oder dem Unternehmen. So stellte sich bei einem Lehrling nach plötzlicher Erkrankung die Frage, wie und ob dieser seine Lehre abschließen könne. Bei einem anderen Fall war es notwendig das Verhalten der Lehrlinge untereinander zu verbessern. „Solche Probleme zu lösen ist knifflig, zeitintensiv und verlangt viel Fingerspitzengefühl“, umreißt Lintner ihre Arbeit. „In den JVR-Schulungen lernen wir viel Arbeitsrecht, aber ich brauche eigentlich mehr Softskills, da ich vor allem lernen muss, mit Menschen gut umzugehen. Das wichtigste ist, ein offenes Ohr für alle zu haben!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Verdienst</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eins steht fest: Wer als Technik-Lehrling bei der AUA arbeitet, der tut es nicht der hohen Bezahlung wegen. Denn die Lehrlingsentschädigung, kritisiert Lintner, ist leider doch ein Wermutstropfen in der ansonsten hervorragenden Ausbildung. „Wer diese Lehre absolviert und in dieser Branche arbeitet, der macht es aus Leidenschaft und Überzeugung.“ Derzeit muss man nach der Lehre nicht auf Plätze im Betrieb warten. Aufgrund einer Pensionierungswelle werden Stellen für junge ArbeitnehmerInnen frei. Man hat daher gute Chancen auf ein rasches Vorankommen auf der Karriereleiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Corona brachte ein Krisenpaket und einen Gehaltsverzicht mit sich. Bis 2024 wird auf jeden Fall noch gespart. „Aber danach werden wir bei den KV-Verhandlungen ordentlich Druck machen, denn so kann es nicht bleiben“, verspricht Lintner.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gewerkschaft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gewerkschaft ist im Unternehmen fest verankert. Fast alle Lehrlinge sind Gewerkschaftsmitglieder – das gehört bei uns einfach dazu“, findet Lintner. „Wir haben einen sehr starken Betriebsrat, und zwischen Betriebsrat und Jugendvertrauensrat herrscht Einigkeit. Von der Gewerkschaft bekommen wir jederzeit Hilfe und Unterstützung. Lehrlinge, die neu zu uns kommen, verstehen bei Problemen immer sofort, warum das so wichtig ist!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was auf ihrer Agenda steht für ihre nächste Periode als Jugendvertrauensrätin: „Wenn wieder eine Krise kommt, so wie Corona, und der Betrieb aus welchem Grund auch immer stillsteht: Wir brauchen einen besseren Notfallplan für die Lehrlinge! Natürlich war der Stillstand eine Katastrophe für die Airline. Jeder Tag, an dem die Flugzeuge am Boden bleiben, bedeutet enorme Kosten.“ Doch aus solchen Situationen, argumentiert Lintner, lernt man auch. „Jugendliche müssen aufgefangen werden, die Ausbildung muss weiterlaufen. Es gab während der Pandemie zu große Defizite, das hatte auch psychische Folgen, gerade für junge Menschen. Daher brauchen wir einen besseren Plan für den Ernstfall, für eine schnellere und effektivere Zusammenarbeit.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph"><strong>Zur Person: </strong><br>Chiara-Alena Lintner wohnt im Burgenland und legt täglich einen ziemlich weiten Weg an ihren Arbeitsplatz zurück. Das lässt ihr im Alltag wenig Freizeit. An den Wochenenden genießt sie die Natur direkt vor der Haustür, die Weinwanderwege, und auch die Sportmöglichkeiten als Ausgleich zur Arbeit. Ihr liebstes Hobby sind ihre Tiere: Nach und nach haben sich eine Cockerspaniel-Hündin, zwei Katzen, zwei Meerschweinchen und kürzlich auch zwei Welpen eingefunden. Mit viel Begeisterung betreut sie zu Hause ihren kleinen Zoo.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wozu <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/jugend/jugenvertrauensraetinnen" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="JugendvertrauensrätInnen (öffnet in neuem Tab)">JugendvertrauensrätInnen</a>?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Für Lehrlinge und jugendliche ArbeitnehmerInnen sind JugendvertrauensrätInnen die ersten AnsprechpartnerInnen für alle Fragen rund um die Themen Arbeiten und Ausbildung.<br>So wie BetriebsrätInnen die Interessen aller ArbeitnehmerInnen des Betriebes vertreten, sind JugendvertrauensrätInnen speziell für die Anliegen der Lehrlinge und der jugendlichen ArbeitnehmerInnen da. Sie kümmern sich darum, dass du gehört wirst und sind deine betriebliche Interessenvertretung mit Biss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig: Jugendliche ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge dürfen auch während ihrer Arbeitsszeit mit Problemen und Anregungen zum/zur JugendvertrauensrätIn gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">JugendvertrauensrätInnen sind meist selbst mitten in der Ausbildung oder haben diese gerade erst abgeschlossen. Genau darum Wissen sie auch wo der Schuh drückt und können deine Interessen bestens vertreten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Ich lasse mich nicht hetzen.&#8220;</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/05/08/interview-mit-didem-strebinger-ich-lasse-mich-nicht-hetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Fritsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 May 2018 10:05:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Austrian Airlines]]></category>
		<category><![CDATA[Clara Fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Didem Strebinger]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen Wien]]></category>
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					<description><![CDATA[AUA-Betriebsrätin Didem Strebinger im Gespräch mit Datenschutzexpertin Clara Fritsch. Clara Fritsch: In eurem internationalen Unternehmen mit einer Mutter in Deutschland und einer Tochter in Frankreich konntet ihr kürzlich einen unerwünschten Datentransfer erfolgreich stoppen. Wie ist es dazu gekommen? Didem Strebinger: Das war so: es sollte ein neues Programm ausgerollt werden. Wir wurden allgemein informiert über [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_5427" aria-describedby="caption-attachment-5427" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-5427" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein-300x200.jpg" alt="Didem Strebinger, Betriebsrätin bei der Austrian Airlines AG, Foto: Erwin Schuh" width="300" height="200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein-768x511.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/05/didem_klein.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-5427" class="wp-caption-text">Didem Strebinger, Betriebsrätin bei der Austrian Airlines AG, Foto: Erwin Schuh</figcaption></figure></p>
<p><em><strong>AUA-Betriebsrätin Didem Strebinger im Gespräch mit Datenschutzexpertin Clara Fritsch.</strong></em></p>
<p><span id="more-5425"></span><em><strong>Clara Fritsch: </strong>In eurem internationalen Unternehmen mit einer Mutter in Deutschland und einer Tochter in Frankreich konntet ihr kürzlich einen unerwünschten Datentransfer erfolgreich stoppen. Wie ist es dazu gekommen?</em></p>
<p><strong>Didem Strebinger:</strong> Das war so: es sollte ein neues Programm ausgerollt werden. Wir wurden allgemein informiert über dieses „PROFILE“-Programm. Die HR teilte uns mit, dass dafür die Zustimmung des Betriebsrates in Österreich rechtlich nicht notwendig sei, da die Zustimmung der Personalvertretung bereits aus Frankreich vorliege. Wir haben erwidert, dass ohne Betriebsvereinbarung in Österreich diese Vorgehensweise nicht zulässig ist. Und dann wurden unsere personenbezogenen Daten an die Konzernmutter in Deutschland übermittelt. Wir sind da ganz zufällig draufgekommen.</p>
<p><em><strong>Fritsch:</strong> Wie habt ihr darauf reagiert?</em></p>
<p><strong>Strebinger:</strong> Zuerst einmal haben wir genauere Informationen verlangt. Da kam dann ein – naja sagen wir mal – „einigermaßen aussagekräftiges“ Email aus der HR, in dem dargestellt wurde, um welche Daten es sich überhaupt handelt, wer die Daten sieht, woher die Daten stammen, und so weiter. Wozu das Ganze Programm eigentlich gut ist, ging daraus nicht genau hervor. Unter den personenbezogenen Daten waren Angaben dabei zu Joberfahrung, über zusätzliche Ausbildungen, Sprachkenntnisse, und „Mobilität“ – was auch immer das bedeuten sollte. Der Betriebsrat wurde überhaupt nicht gefragt, ob er dieser Datenverarbeitung zustimmt.</p>
<p>In dem Email von der HR wurde auch geschrieben: „Daten werden zur Zeit nicht im Stellenbesetzungsprozess verwendet“. Das ist mir zu wenig Auskunft. Wozu werden sie dann verwendet? Was ist in Zukunft? Also haben wir den Datentransfer gestoppt und eine Betriebsvereinbarung für alle betroffenen Unternehmensteile verlangt. Das hat die HR natürlich nicht gefreut. Aber es sind ja mehrere Konzerngesellschaften von dem Datentransfer betroffen.</p>
<p><em><strong>Fritsch:</strong> Ich möchte kurz dein Antwort-Email zitieren, weil es – wie ich finde sehr treffend – ein grundlegendes Problem anspricht: nämlich wer die Verantwortung trägt: „Wenn das Unternehmen ohne entsprechende Regelungen hinsichtlich personenbezogenen Daten Filestransfers anstösst, dann sollte das im Interesse des Unternehmens liegen, diese ab Bekanntwerden sofort zu stoppen. (… Es…) liegt die Verantwortung bei Ihnen und so auch, die Entscheidung, wie Sie bzw. Ihr Bereich damit umgehen möchte.“</em></p>
<p><strong>Strebinger:</strong> Ja, wir Betriebsräte lassen uns oft viel zu schnell unter Druck setzten. Sei es Termindruck oder Druck zu einer Unterschrift oder Druck, einer Aktion des Managements zuzustimmen. Das muss nicht sein. Es ist die Unternehmensleitung zuständig, dass die Rahmenbedingungen eingehalten werden (also eine Betriebsvereinbarung mit uns verhandelt wird) und wenn sie das nicht tun, dürfen sie die Daten nicht weiterleiten. So einfach ist es in Wirklichkeit.</p>
<p><em><strong>Fritsch:</strong> Wie ist derzeit der Stand der Dinge in der Angelegenheit?</em></p>
<p><strong>Strebinger:</strong> Nun ja, die ersten allgemeinen Gespräche zu der Software gab es im April. Unser Stop kam im Oktober. Das Management hat uns im November einen BV-Entwurf vorgelegt und den prüfen wir jetzt gerade – mit Hilfe der GPA-djp.</p>
<p>FC: Kannst du drei Tipps geben, wie man es im Betrieb schafft, die Privatsphäre der ArbeitnehmerInnen zu schützen?</p>
<p><strong>Strebinger:</strong> Erstens; Sei aufmerksam, was sich im Unternehmen tut.</p>
<p>Zweitens; Koordiniere dich mit den BetriebsrätInnen aus den anderen Unternehmensteilen, die in einer ähnlichen Situation sind</p>
<p>Und drittens; Lass dich nicht hetzen!</p>
<p><em><strong>Fritsch:</strong> Das sind gute Tipps. Danke für das Interview.</em></p>
<p><em>Das Interview ist im Blog <a href="http://arbeitundtechnik.gpa-djp.at" aria-label="arbeitundtechnik.gpa-djp.at">arbeitundtechnik.gpa-djp.at</a> erschieben. </em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr als nur ein Flughafen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2012/04/26/mehr-als-nur-ein-flughafen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 13:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2012/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[AUA]]></category>
		<category><![CDATA[Austrian Airlines]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsstandort]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Austrian Airlines kommt nicht zur Ruhe: Harten Sparvorgaben der Unternehmensführung stehen langfristige Pläne zur Standortsicherung der Gewerkschaft gegenüber. Die deutsche Lufthansa, seit September 2009 Eigentümerin der AUA, gibt harte Sparziele vor: In den nächsten Jahren sollen weitere 45 Millionen Euro beim Bodenpersonal der defizitären Airline eingespart werden. Bei Abfertigungen und Zuschlägen soll ebenso gekürzt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="591" height="394" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/20120404_PD2501.HR_.jpg" alt="" class="wp-image-15129" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/20120404_PD2501.HR_.jpg 591w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/20120404_PD2501.HR_-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/20120404_PD2501.HR_-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/20120404_PD2501.HR_-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 591px) 100vw, 591px" /><figcaption>Flughafen Wien Schwechat (c) Karl Schöndorfer/picturedesk.com</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Austrian Airlines kommt nicht zur Ruhe: Harten Sparvorgaben der Unternehmensführung stehen langfristige Pläne zur Standortsicherung der Gewerkschaft gegenüber.</strong></p>



<span id="more-1344"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsche Lufthansa, seit September 2009 Eigentümerin der AUA, gibt harte Sparziele vor: In den nächsten Jahren sollen weitere 45 Millionen Euro beim Bodenpersonal der defizitären Airline eingespart werden. Bei Abfertigungen und Zuschlägen soll ebenso gekürzt werden wie beim betrieblichen Pensionssystem. Durch den Sparkurs soll das Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt werden. Denn die AUA flog auch 2011 wieder in die roten Zahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für AUA Bodenbetriebsratschef Alf Junghans ist eine Fluglinie allerdings nicht primär über Einsparungen beim Personal konsolidierbar: „Das kommt mir vor, wie wenn man bei einem Auto den Motor wegsparen will“, veranschaulicht Junghans. Es gäbe viele Schrauben und Rädchen, wo langfristig gezielt umstrukturiert und gespart werden könnte. Auch im Mutterkonzern selbst sind die Personalkosten nicht der alleinige Ansatzpunkt: dort sind die Kosten für das Personal um fast 20 Prozent höher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bodenpersonal massiv belastet</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bodenpersonal der AUA hat bereits kräftig beim Konsolidieren geholfen. Seit 2010 läuft ein Sparprojekt, bei dem ein Gehaltsverzicht von fünf Prozent über eine Laufzeit von fünf Jahren vereinbart wurde. Das soll insgesamt 150 Mio. Euro bringen. Darüber hinaus wurde für das Bodenpersonal bei der letzten KV-Runde bereits eine gestaffelte Inflationsabgeltung vereinbart. Seit 2009 gab es 1.500 Kündigungen. „Das Bodenpersonal hat in den vergangenen Jahren bereits große Einkommenseinbußen hinnehmen müssen &#8211; ich sehe keinen Spielraum für weitere Belastungen“, meint Junghans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der anstehenden Neuverhandlung des Kollektivvertrages setzt Junghans auf strukturelle Veränderungen durch eine attraktive und zeitgemäße Gehaltsstruktur für Neueintritte: „Die Gehälter sollen zu Beginn der Berufslaufbahn stärker steigen als bisher – später wird die Kurve flacher. Das entspricht der Lebensrealität, denn das meiste Geld benötigen junge Leute heute in der Phase der Familiengründung, wenn Auto, Wohnung und Hausrat angeschafft werden müssen.“ Durch gleichmäßige Biennalsprünge soll auch die Attraktivität für Übertritte von „Altpersonal“ in den neuen KV gesteigert werden. „Wir wollen ein Arbeitsumfeld bieten, in dem die Menschen gerne ihrer Tätigkeit nachgehen und für qualitativ hochwertige Arbeit auch eine entsprechende finanzielle Honorierung bekommen“, so der Betriebsratsvorsitzende.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Druck aus den KV-Verhandlungen nehmen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GPA-djp verhandelt schon seit November konstruktiv mit der Geschäftsführung der AUA über einen neuen Kollektivvertrag für das nicht-fliegende Personal. Junghans kann den aktuellen Druck nicht nachvollziehen: „Um nachhaltige und konzentrierte Verhandlungen zu ermöglichen, wird der bestehende KV bis Ende 2013 verlängert. Hier sind 70 verschiedene Berufsgruppen betroffen, wir arbeiten zielorientiert und haben eine gute Gesprächsbasis zur Geschäftsführung. Medialer Druck ist kontraproduktiv und bringt höchstens die Börsen in Turbulenzen.“ Von dem angedrohten Betriebsübergang zur AUA-Tochter Tyrolean hält Junghans wenig: „Die Tyrolean alleine arbeitet nicht günstiger – derzeit wird die gemeinsame Infrastruktur genutzt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Standort stärken</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Stärkung der AUA hält Junghans eine seit langem angekündigte Kapitalspritze seitens des Mutter-Konzerns Lufthansa sowie eine durchdachte Standortpolitik für notwendig: „Wien-Schwechat kann in der jetzigen Dimension nur bestehen, wenn die AUA von hier auch gewinnbringende Destinationen, beispielsweise in Mittel- und Osteuropa anfliegen darf.“ Abgesehen von der symbolischen Bedeutung eines gut funktionierenden Flugplatzes am Rande der Millionen Stadt Wien sieht Junghans auch die Verantwortung bei der Lufthansa, in ihre Töchter zu investieren und Standorte langfristig zu festigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wirtschaftsraum Wien-Schwechat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der aktuellen Krise ist der gesamte Wirtschaftsraum Wien-Schwechat mit seinen jährlich mehr als 20 Millionen Passagieren betroffen. „Ein Aushungern der AUA kann unzählige Arbeitsplätze am Flughafen und auch in der gesamten Region gefährden. Viele Klein- und Mittelbetriebe im Umland existieren als Nahversorger, Zulieferer oder Dienstleister rund um den Flughafenbetrieb“, umreißt Manfred Biegler, Betriebsratsvorsitzender der Angestellten des Flughafen Wiens, die Tragweite des Konfliktes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Biegler hät es für wichtig, dass der Standort Wien-Schwechat als Drehkreuz nach Mittel- und Osteuropa erhalten bleibt. „Der Flughafen funktioniert wie eine Stadt, er ist ein wichtiger Umschlagplatz mit eigener Infrastruktur, Müllabfuhr und verschiedensten Mietern. Am Gelände sind Zoll, Exekutive, Speditionen sowie zahlreiche andere Firmen angesiedelt. Alleine die börsennotierte Flughafen Wien AG beschäftigt rund 4.500 ArbeiterInnen und Angestellte, die mit dem operativen Flughafenbetrieb, den Bodenabfertigungsdiensten sowie den Bereichen Sicherheit und Infrastruktur befasst sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mindestens 20.000 Menschen sind direkt am Flughafen beschäftigt, nochmals ebenso viele im Umland, wo verstärkt Betriebsansiedelungen stattfinden. „Eine Schwächung des Standortes Schwechat würde die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Ostregion bremsen“, ist Biegler überzeugt.</p>
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