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	<title>Elise Trapp &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Elise Trapp &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2025 09:11:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/05]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Allianz Partners Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Clara Fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Philipp Kuhlmann]]></category>
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					<description><![CDATA[Betriebsratsvorsitzende Elise Trapp bei Allianz Partners Österreich hat ein wachsames Auge darauf, ob KI den Kolleg:innen nützt oder schadet. Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender bei Ecolab, zeigt, wie das auf internationaler Ebene gelingt. Der Einsatz KI-gestützter Anwendungen ist für GPA-Datenschutzexpertin Clara Fritsch längst zum betrieblichen Alltag geworden. In Zukunft gehe es vorrangig darum, deren Verwendung datenschutzkonform zu gestalten: [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="864" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-1024x864.jpg" alt="" class="wp-image-22312" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-1024x864.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-300x253.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-150x127.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-768x648.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-1536x1296.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/elise-trapp_c-allianz-partners-2048x1728.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Elise Trapp, Betriebsratsvorsitzende von Allianz Partners Österreich, sieht den Einsatz von KI als zentrales Anliegen in Unternehmen der Versicherungsbranche.</strong><br>© Allianz Partners</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Betriebsratsvorsitzende Elise Trapp bei Allianz Partners Österreich hat ein wachsames Auge darauf, ob KI den Kolleg:innen nützt oder schadet. Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender bei Ecolab, zeigt, wie das auf internationaler Ebene gelingt.</strong></p>



<span id="more-22311"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einsatz KI-gestützter Anwendungen ist für GPA-Datenschutzexpertin Clara Fritsch längst zum betrieblichen Alltag geworden. In Zukunft gehe es vorrangig darum, deren Verwendung datenschutzkonform zu gestalten: „Es kommt immer darauf an, wozu etwa der Copilot von Microsoft eingesetzt wird und worauf er Zugriff hat.“ Fritsch nimmt wahr, dass Mitarbeiter:innen immer öfter KI-Pakete angeboten werden, im Vordergrund stünden Arbeitserleichterungen: „Künstliche Intelligenz ist in vielen gängigen Anwendungen eingebaut, beispielsweise bei automatischen E-Mail-Antworten oder Protokollen von Videokonferenzen. Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass der KI-Einsatz die Grundrechte der Beschäftigten wahrt und die Anwendungen mit dem betrieblichen Datenschutzbeauftragten – so es einen im Betrieb gibt – und dem Betriebsrat abstimmen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zugriff auf viele Daten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Firmen bauen aus den angebotenen Bausteinen selbst eine maßgeschneiderte Künstliche Intelligenz. Solche „Agents“ können in Form von Chatbots, Automatisierung von internen Prozessen oder Visualisierung von Datenflüssen in Echtzeit eingesetzt werden. KI kann Kundenanfragen vorsortieren, Reisekostenabrechnungen erledigen oder den Spamfilter unterstützen. „Diese Systeme können große und heikle Datenvolumen beinhalten und miteinander verknüpfen, ihr Einsatz muss daher streng reglementiert und kontrolliert werden“, erklärt Fritsch.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Anwendungen kontrollieren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Fritsch hält es für essentiell, dass „Beschäftigte und Betriebsrät:innen genau darüber Bescheid wissen, zu welchem Zweck im Betrieb aktuell eine KI zum Einsatz kommt. Die Einführung von KI-Systemen muss in 99 Prozent der Fälle in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden, damit „klar ist, welche Auswirkungen KI auf den Arbeitsalltag, die Arbeitsgestaltung und die Arbeitsergebnisse der Beschäftigten hat: Es muss auch überprüft werden können, ob KI gesundheitliche Risiken birgt, ob Ergebnisse frei von Diskriminierung sind und auf welche Informationen und Datenbanken die KI zugreift.“<br></p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Als Betriebsrätin muss ich erkennen, WER, WO und WARUM auf personenbezogene Daten von Mitarbeiter:innen zugreifen kann, die Nutzung KI-gestützter Programme wird über eine Betriebsvereinbarung geregelt.&#8220;</p>
<cite>Elise Trapp, Betriebsratsvorsitzende, Allianz Partners Österreich</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Betriebsrät:innen und Beschäftigte müssten beim Einsatz von KI-Systemen immer hinterfragen, ob der konkrete Einsatzzweck von der geltenden Betriebsvereinbarung gedeckt sei. „Wenn das System zum Transkribieren von Protokollen oder zur Stichwortsuche eingesetzt wird, dann ist das eine super Arbeitserleichterung. Werden Zusammenfassungen vertraulicher Sitzungen für alle verfügbar gemacht, oder Mails für den Spamordner auf die Stichworte „Gewerkschaft“ hin gefiltert, ist das mit Sicherheit nicht erlaubt“, erklärt Fritsch.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Im Blick zu behalten, welche Auswirkungen eine im Betrieb angewandte KI mit sich bringt, ist für die Belegschaftsvertretung eine riesige Herausforderung, aber notwendig.“</p>
<cite>GPA-Datenschutzexpertin Clara Fritsch</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Datenschutzexpertin sieht es als „Mammutaufgabe für die Betriebsrät:innen die KI im Betrieb im Blick zu behalten: Da braucht es Wissen und eine einigermaßen funktionierende Gesprächsebene mit der Unternehmensführung und besonders mit der IT-Abteilung.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Datenschutz thematisieren</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Fritsch rät dazu, die Anwendungspraxis im Betrieb „immer wieder aufs Tapet zu bringen und auf regelmäßigen Evaluierungen zu bestehen: Einmal im Quartal sollte man sich anschauen, wie die Beschäftigten mit den KI Anwendungen zurechtkommen und wo es Regelungs- oder Nachschulungsbedarf gibt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elise Trapp, Betriebsratsvorsitzende von Allianz Partners Österreich sieht den Einsatz von KI und den Schutz personenbezogener Daten als zentrales Anliegen in Unternehmen der Versicherungsbranche: „Als Betriebsrat legen wir großen Wert darauf, dass diese Technologien verantwortungsvoll und sicher eingesetzt werden.“ Der Mutterkonzern investiere enorm in die Datensicherheit der KI-gestützten Programme: „Die Umsetzung erfolgt auf betrieblicher Ebene durch Schulungen und E-Learning.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22315" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/PhilippKuhlmann20231003_6Y7A4284-2-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender in bei Ecolab, sieht ein Hauptproblem darin überhaupt zu erkennen, in welchen Anwendungen KI steckt.</strong><br>© AK / Wallentin</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsvereinbarungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Werden bei der Nutzung automatisierter Systeme auch Daten von Mitarbeiter:innen gesammelt, braucht die Belegschaftsvertretung über Betriebsvereinbarungen ein Mitspracherecht. Es sei eine Herausforderung, herauszufinden, in welchen Anwendungen der Datenschutz berührt werde: „Dies setzt viel Fachwissen voraus.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">„Die Verhinderung der Kontrolle der Mitarbeiter:innen ist zentraler Inhalt einer Betriebsvereinbarung in Österreich. Das Thema muss auch gemeinsam mit anderen europäischen Betriebsrät:innen auf höherer Ebene bearbeitet werden.“</p>
<cite>Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender, Ecolab</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Philipp Kuhlmann, Betriebsratsvorsitzender und Sicherheitsfachkraft in der US-Firma Ecolab, die KI-gestützte Lösungen und Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Hygiene und Infektionsprävention anbietet, sieht ein Hauptproblem darin „zu erkennen, in welchen Anwendungen KI steckt: Als weltweit tätiges Unternehmen wenden wir viele Programme an, die in anderen Ländern konzipiert wurden und keine Rücksicht auf unsere nationalen Bestimmungen zum Arbeitsschutz nehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell bemüht sich die Belegschaftsvertretung um eine Betriebsvereinbarung zu KI-Anwendungen, wo es um die Art und Tiefe der Kontrolle der Beschäftigten geht. Lokal könne wenig entschieden werden, „wir beraten darüber projektbezogen auf Ebene des europäischen Betriebsrates, da haben wir ein eigenes IT-Gremium aus fachkundigen Kolleg:innen.“</p>



<div style="background:#6ebacb; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Weitere Infos
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Orientierung zu den wichtigsten Fragen über den Einsatz von KI im Betrieb findest du auch auf
    <a href="https://s.gpa.at/KI_Infomatrial" target="_blank" rel="noopener" style="color:inherit; text-decoration:underline;" aria-label="dieser Seite (öffnet in neuem Tab)">dieser Seite</a>.
  </p>
</div>

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			</item>
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		<title>Helden an der Strippe</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/03/16/helden-an-der-strippe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2020 13:10:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Steinhauser]]></category>
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		<category><![CDATA[Wochenendruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie arbeiten rund um die Uhr, sprechen mehrere Sprachen und behalten auch in Notfällen die Nerven. Die Callcenter-Agents kämpfen für ein besseres Image und mehr Anerkennung.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="681" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-1024x681.png" alt="" class="wp-image-12933" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-1024x681.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-768x511.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-1536x1022.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/03/00DSC_1762.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Barbara Schuh, Karl Schimpf,<br>Elise Trapp und Peter Hummel (v.l.n.r.) sind BetriebsrätInnen in<br>Callcenter-Unternehmen.</strong><br>Foto: Daniel Novotny</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie arbeiten rund um die Uhr, sprechen mehrere Sprachen und behalten auch in Notfällen die Nerven. Die Callcenter-Agents kämpfen für ein besseres Image und mehr Anerkennung.</strong></p>



<span id="more-12925"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Den wenigsten Anrufern ist bewusst, welchen Anforderungen Callcenter-MitarbeiterInnen gerecht werden müssen. Ihre Kenntnisse müssen umfangreich sein, bei manchen Diensten werden drei Sprachen vorausgesetzt, dazu noch höchste Flexibilität und Stressresistenz. Immer gut aufgelegt und höflich. Eingesetzt werden sie etwa für Banken, Telekom-Unternehmen, Versicherungen oder auch bei Notruf-Nummern. Elise Trapp, Peter Hummel, Barbara Schuh und Karl Schimpf sind Betriebsräte in Callcenter-Unternehmen. „Wir erfüllen viele Aufgaben und sehen uns als Competence Center und es wäre gut wenn sich dieser Begriff allgemein durchsetzen würde“, erklären sie.<br>Autopannen, Unfälle und medizinische Notfälle im Ausland – hier muss schnell geholfen werden. Betroffene, oft im Ausnahmezustand und geschockt, kontaktieren eine Notrufnummer ihrer Versicherung. Und gelangen etwa zum Unternehmen, in dem Betriebsrätin Elise Trapp arbeitet. Die Firma betreut außerdem ein Handwerker-Notservice, das etwa bei Sturmschäden am Dach oder dem Wasserrohrbruch am Wochenende zum Einsatz kommt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hohe Kompetenz, enormer Druck</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Die KollegInnen an der Hotline erfragen die näheren Umstände – sind sie routiniert, klappt die<br>Fallaufnahme mit allen wichtigen Daten in weniger als zwei Minuten“, weiß die Betriebsrätin. Werden<br>sie wegen einem beschädigten Auto angerufen, beauftragen die MitarbeiterInnen während des Gesprächs bereits den nächstgelegenen Abschleppdienst und beruhigen zeitgleich Menschen, die auch wegen Blechschäden die Nerven verlieren können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeitsinhalte können vielfältig sein. Je nach Versicherungsmodalitäten, kümmert sich der Call-Agent auch um Reparatur, Ersatzwagen oder sogar Ersatzteile, organisiert Heimflug und den Rücktransport des Autos. In vielen Callcentern wird ein hohes Maß an Verantwortung übernommen. Neben dem Sperren von Kreditkarten bei Diebstahl und Verlust, „kontrollieren wir auch, ob es zu Betrugsfällen gekommen ist“, berichtet Betriebsrat Peter Hummel, der für ein Bank-Callcenter arbeitet. KundInnen müssen erreicht werden, um einen auffälligen Umsatz zu klären – im Zweifelsfall wird gesperrt, um „einen großen Schaden zu verhindern“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben dem alltäglichen Arbeitsstress, gibt es auch enge Vorgaben. Wie lange ein Call und die Nachbearbeitung durchschnittlich dauern, ist strikt festgesetzt. Vorgesetzte sehen sich ganz genau an, wie lange telefoniert wurde. Ist der vorgegebene Rahmen überschritten, wird der Callcenter-Agent ermahnt, den Kunden zu verabschieden. Rund 30 Sekunden bis drei Minuten dauert in der Regel die Nachbetreuung eines Falles.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stress und Verantwortung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Callcenter-Betriebsrätin Barbara Schuh arbeitet in einem Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen. „Wenn der Kunde nicht zahlt, wird der Strom abgedreht“, erklärt sie, „doch die MitarbeiterInnen können abschätzen, ob es sich um einen Fall von Kulanz handelt oder sie mit dem Vorgesetzten Rücksprache halten“. Es liegt im Ermessen des Callcenter-Agent. Dass Menschen in Bedrängnis oftmals aggressiv reagieren und auch schreien, ist bekannt, aber nicht erfreulich. „Nur im äußersten Notfall, wenn sie sich mit der Zeit nicht beruhigen, dürfen die Agents auch auflegen“, berichtet Elise Trapp von ihren Arbeits-Erfahrungen. Allerdings müssen sie dabei ihren Namen nennen und die KundInnen darauf hinweisen, wieder anzurufen, wenn sie entspannter sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grundausbildung sollte ein Kommunikationstraining bieten, das auch den Umgang mit schwierigen KundInnen thematisiert. Betriebsrätin Schuh: „Sollten sich KundInnen ganz extrem verhalten, können die Anrufe im Normalfall auch an einen Vorgesetzten weitergeleitet werden“. Nach der Ausbildung heißt es learning by doing im engen Großraumbüro: nach drei Monaten agieren die meisten MitarbeiterInnen angstfrei auf die eingehenden Anrufe, Routine stellt sich nach einem Jahr ein. Doch ein hoher Prozentsatz der AnfängerInnen gibt im ersten Jahr auf. Gearbeitet wird in einem Großraumbüro &#8211; da sind auch die klimatischen Bedingungen ein entscheidendes Thema. „Im Sommer gibt es immer die Auseinandersetzung zwischen den Zugluft-empfindlichen und den Mitarbeitern, denen zu warm ist“, erzählt Betriebsrat Karl Schimpf. In vielen Büros wird rund um die Uhr im Schichtdienst gearbeitet. „Bei uns gibt es Frühdienste ab 6 Uhr, Mitteldienste, die ab 7 Uhr im Halbstunden-Takt anfangen, Spät- und Nachtdienste. Der Einsatz dauert achteinhalb Stunden,“ erzählt Elise Trapp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betriebsräte Peter Hummel, Barbara Schuh, Elise Trapp, und Karl Schimpf berichten auch von Problemen, an die vielleicht kein Außenstehender denkt: denn wer länger im Callcenter-Bereich arbeitet, wird immer einsamer. „Mit der Zeit ändert sich der Freundeskreis, die Umgebung geht abends aus, die Agents haben Dienst.“ Wenig Zeit für ein Privatleben oder auch Weiterbildung. „Die KollegInnen werden zum Familien-Ersatz“, wissen die vier BetriebsrätInnen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeit statt Dauerstress</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Ziel der kommenden Verhandlungen im KV Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung (Siehe Kasten) ist es, das Recht auf mehr zusammenhängende Freizeit festzuschreiben. Derzeit gibt es nur das Recht auf 36 Stunden Wochenendruhe, das heißt, wer am Samstag frei hat, könnte am Sonntag schon für den Abenddienst eingeteilt werden. „Unsere Agenten müssen sehr flexibel sein und leisten oft Nacht- und Wochenenddienste. Bei uns ist die Belastung stärker als bei einem 9 to 5 Job, daher sollte es das Recht auf mehr zusammenhängende Freizeit geben“, sind sich die Betriebsräte einig.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Vernetzung für mehr Rechte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Callcenter Agents fallen in den Kollektivvertrag für Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung. „Bei den letzten KV Verhandlungen sind zwei erfreuliche Verbesserungen gelungen,“ sagt Albert Steinhauser,<br>GPA-djp-Sekretär.</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Höhere Zuschläge für Callcenter Agents, die in der Nacht arbeiten.</li><li>Einen Zuschlag für betriebsbedingt notwendige Arbeiten am 24.<br>und am 31. Dezember. Wer zu Weihnachten oder zu Silvester nach<br>12 Uhr arbeitet, der muss dafür zusätzlich Normalarbeitsstunden und<br>einen Zuschlag von 50 Prozent, ab 17 Uhr einen Zuschlag von 100<br>Prozent bezahlt bekommen.</li></ol>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Regelungen traten mit 1. Jänner 2020 in Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GPA-djp vernetzt die Callcenter-BetriebsrätInnen, um weiter für mehr Rechte kämpfen!<br>Ansprechpartner: Albert Steinhauser, erreichbar unter: albert.steinhauser@gpa-djp.at</p>
</div></div>
</div></div>
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