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	<title>Emil Grula &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Gewerkschaftsarbeit über Grenzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 09:33:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2026/05]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
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					<description><![CDATA[Standorte werden über Grenzen hinweg verlagert, Lohnkosten gegeneinander ausgespielt. Was tun? Emil Grula von der Gewerkschaft GPA unterstützt in der Slowakei den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen. „Wir können nicht an der Grenze Halt machen“, sagt Emil Grula über die gewerkschaftliche Arbeit in der Slowakei. Multinationale Konzerne verlagern Standorte rasch über Staatsgrenzen hinweg – oft mit dem [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="791" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-1024x791.jpeg" alt="" class="wp-image-23076" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-1024x791.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-300x232.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-150x116.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-768x593.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-1536x1186.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/10/Emil-Grula.jpg-2048x1581.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Emil Grula, internationaler Sekretär der Gewerkschaft GPA, unterstützt den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen in der Slowakei.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Standorte werden über Grenzen hinweg verlagert, Lohnkosten gegeneinander ausgespielt. Was tun? Emil Grula von der Gewerkschaft GPA unterstützt in der Slowakei den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen.</strong></p>



<span id="more-23074"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir können nicht an der Grenze Halt machen“, sagt Emil Grula über die gewerkschaftliche Arbeit in der Slowakei. Multinationale Konzerne verlagern Standorte rasch über Staatsgrenzen hinweg – oft mit dem Ziel, Personalkosten zu senken. Gewerkschaften müssen darauf eine gemeinsame Antwort finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grula sitzt beim Gespräch in Wien, ein großer Teil seiner Arbeit spielt sich jedoch in der Slowakei ab. Seit 2016 unterstützt die Gewerkschaft GPA dort den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen und die Organisierung von Beschäftigten. Davon profitieren Arbeitnehmer:innen auf beiden Seiten der Grenze. Besonders deutlich zeigt sich das in der IT-Branche. Sie war in der Slowakei lange kaum gewerkschaftlich organisiert. Unternehmen aus Österreich konnten Standorte vergleichsweise leicht auslagern. „Das ist ein Race to the Bottom, dem wir etwas entgegensetzen müssen“, sagt Grula.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei grenzüberschreitender Gewerkschaftsarbeit seien direkte Ansprechpartner:innen entscheidend, um mit den schnellen Manövern von Konzernen Schritt halten zu können, erklärt Grula.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Organisieren in der Slowakei</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau der Zusammenarbeit war jedoch schwierig: Viele Branchengewerkschaften in der Slowakei verfügen über wenig Personal, teilweise arbeiten dort nur zwei hauptamtliche Mitarbeiter:innen.<br>Schließlich wurde mit der Gewerkschaft ECHOZ ein verlässlicher Partner gefunden, der die Gründung der eigenständigen und eigens für dieses Projekt ins Leben gerufenen Gewerkschaft uniJA unterstützte.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn Unternehmen schnell grenzüberschreitend agieren, müssen Gewerkschaften das ebenfalls können.&#8220;</p>
<cite>Emil Grula, Internationaler Sekretär der Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Hürde sei die Haltung mancher Arbeitgeber gewesen. „Wir hatten mit Arbeitgebern zu kämpfen, die es nicht gewohnt waren, einen Sozialdialog zu führen“, berichtet Grula. Er erzählt von Kündigungen gewerkschaftlicher Funktionär:innen über Nacht und von Versuchen, arbeitgebernahe Betriebsräte zu etablieren. Auch politischer Widerstand sei spürbar gewesen: „Bei einer Gewerkschaftsgründung in einem Konzern mit tausenden Arbeitnehmer:innen wurde uns von allerhöchster Ebene mitgeteilt, dass eine Gewerkschaftsgründung nicht möglich sei. Warum? Weil dem Investor von politischer Seite Gewerkschaftsfreiheit zugesichert worden sei.“ Trotz solcher Widerstände gelang es, betriebliche Strukturen aufzubauen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kontakt im Betrieb</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie beginnt diese Arbeit konkret? „Wir kontaktieren Arbeitnehmer:innen in interessanten Betrieben oder frustrierte Arbeitnehmer:innen kontaktieren uns aus freien Stücken“, sagt Grula. Danach gehe es darum, über Möglichkeiten und Alternativen zu sprechen. Sind Beschäftigte mit dem Konzept einverstanden, begleitet er die Gewerkschaftsgründung im Betrieb und betreut die neue Einheit weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der österreichische Hintergrund sei dabei kein Nachteil. „Bei allem Verständnis für unsere Herausforderungen in Österreich denke ich, dass breite Teile der slowakischen Bevölkerung unsere Kollektivverträge und die österreichische Sozialpolitik als Best Practice für die Region betrachten“, sagt Grula.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So könnten neue Impulse in gewerkschaftspolitische Diskussionen eingebracht werden – im Betrieb ebenso wie auf überbetrieblicher Ebene.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erfolge in der IT-Branche</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherigen Erfolge geben ihm recht. Im IT-Sektor, einem der wichtigsten Wirtschaftsbereiche des Landes mit rund 60.000 Arbeitnehmer:innen, gab es zuvor keine Gewerkschaft. „Wir mussten also auf einem weißen Blatt Papier anfangen“, sagt Grula.<br>Dazu kommt, dass Branchenkollektivverträge in der Slowakei deutlich weniger stark verbreitet sind. Kollektivverträge gelten oft nur auf betrieblicher Ebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen wurden mehrere solcher Betriebskollektivverträge abgeschlossen. Für die Beschäftigten hat das konkrete Folgen: „In gewissen Fällen hat das Gehaltserhöhungen von 20 Prozent gebracht, Abfertigungen bei langer Betriebszugehörigkeit von bis zu 17 Monatsgehältern, merkbare Erhöhungen von Zulagen und Verbesserungen im Rahmenrecht.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aktueller Konflikt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Erste Digital in Bratislava zeigt sich gerade, wie wichtig diese Aufbauarbeit ist. uniJA verhandelt mit dem Unternehmen aktuell einen Kollektivvertrag für die Beschäftigten. Dabei geht es unter anderem um höhere Einkommen sowie ein 13. und 14. Gehalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die grenzüberschreitende Partnerschaft mit der Gewerkschaft GPA stärkt unsere Position grundlegend. Sie eröffnet uns den direkten Zugang zum österreichischen Betriebsrat, zu internationalen Netzwerken und bewährtem Know-how. Ohne diese Synergie wäre die Interessenvertretung der Beschäftigten in der slowakischen Zweigniederlassung isoliert und erheblich erschwert“, erklärt Alena Kluková. Sie ist Gewerkschaftsvorsitzende von uniJA bei der Erste Digital GmbH in der Zweigniederlassung Slowakei.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gegen ein Race to the Bottom</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft ist Grula vorsichtig optimistisch. EU-Initiativen wie die Richtlinie über angemessene Mindestlöhne, der Hinweisgeberschutz oder Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben würden das Modell der „billigen Werkbank“ zunehmend einschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von all diesen Maßnahmen würden Beschäftigte auf beiden Seiten der Grenze profitieren. Entscheidend sei es daher, ihre Umsetzung gewerkschaftlich zu begleiten und nötigenfalls Druck aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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