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	<title>Frauenvolksbegehren &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Frauenvolksbegehren &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Viele Mamajahre stehen einigen coolen Papamonaten gegenüber</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2020 12:27:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Berger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sozioökonom Christian Berger erklärt den Zusammenhang zwischen Väterkarenz und der Verteilung unbezahlter Sorgearbeit, Stereotypen und Geschlechterungleichheit. Durch ökonomische Anreize könnten Versorgungstätigkeiten auch für Männer rational interessanter werden, was positive Effekte auf die Chancengleichheit und auf das Lohnniveau in Sozialberufen hätte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-1024x682.png" alt="" class="wp-image-12708" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-1024x682.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_9202.png 1501w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption> <strong>Christian Berger ist Sprecher des Frauenvolksbegehrens und arbeitet im Bereich Wirtschaft der AK Wien.</strong><br>  Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Sozioökonom Christian Berger erklärt den Zusammenhang zwischen Väterkarenz und der Verteilung unbezahlter Sorgearbeit, Stereotypen und Geschlechterungleichheit. Durch ökonomische Anreize könnten Versorgungstätigkeiten auch für Männer rational interessanter werden, was positive Effekte auf die Chancengleichheit und auf das Lohnniveau in Sozialberufen hätte.</strong></p>



<span id="more-12704"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>2017 bezogen nur 3,8 Prozent der Väter in Österreich Kinderbetreuungsgeld. Wenn Männer überhaupt in Karenz gehen, dann meist nur sehr kurz. Worin sehen Sie die Gründe dafür?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>CHRISTIAN BERGER:</strong> Diese Zahlen bilden ab, dass unbezahlte Arbeit größtenteils im privaten Bereich stattfindet und stark mit Weiblichkeit verknüpft ist. Diese Struktur hat sich im 18. Jahrhundert verfestigt: Auf der einen Seite stand das Weibliche, das sich „naturgemäß“ um andere sorgt, hauptsächlich in die private Sphäre verwiesen war und bis zur Selbstaufgabe ging. In starkem Widerspruch dazu wurde damals die Erwerbsarbeit definiert: Sie passierte in der Öffentlichkeit und war stark männlich geprägt. Diese Polarisierung zwischen öffentlichen und privaten Tätigkeiten ist grundlegend für Geschlechterhierarchien und hat sich bis ins 21. Jahrhundert fortgesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Unsere emanzipierte Gesellschaft hat es nicht geschafft, sich von diesen Rollenbildern zu lösen?</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Auch die Arbeit mit Kindern oder im Sozialwesen wird verstärkt mit dem weiblichen Geschlecht verknüpft.&#8220;</p><cite>Christian Berger</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Diese Stereotypisierung läuft großteils unbewusst ab. Zusätzlich prägen soziale und politische Zuschreibungen und die allgegenwärtige Werbung ein Geschlechterverhältnis, bei dem es rational scheint, dass Männer für das Haupteinkommen verantwortlich sind und Frauen zuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Werbungen sind diskriminierend, sie zeigen Frauen bei typisch weiblich konnotierten Tätigkeiten, also bei Arbeiten, die mit privaten Diensten, mit Sorgen und Liebe verknüpft sind. Auch die Arbeit mit Kindern oder im Sozialwesen wird verstärkt mit dem weiblichen Geschlecht verknüpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Welche Rolle spielt hier das Gehaltsniveau?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER: </strong>Frauenlöhne sind häufig niedriger als jene der Männer. Es ist daher auch heute noch in vielen Fällen nicht rational für Männer, sich an der Sorgearbeit zu beteiligen – sie wollen das Haushaltseinkommen nicht mindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wer erzeugt derartige Rollenbilder?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Die institutionellen Rahmenbedingungen begünstigen veraltete Geschlechterrollen, nicht ausreichend ausgebaute Kinderbetreuungseinrichtungen geben zusätzlich Unterfutter. Auch die Kultur- und Freizeitindustrie verfestigt solche Rollenvorstellungen: Häufig werden Bilder von Frauen reproduziert, die im Heim mit Putzen und Erziehungstätigkeiten ausgefüllt sind. Männer werden eher in beruflichen und sportlichen Erfolgssituationen porträtiert. Das erzeugt Bilder von gelungenen Lebensentwürfen, an denen wir uns orientieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Warum werden bezahlte und unbezahlte Arbeit dermaßen unterschiedlich bewertet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Die Ursache ist jene Trennung in private und öffentliche, weibliche und männliche Sphären. An dem sich daraus ergebenden, dominanten Verständnis von Arbeit als Erwerbsarbeit einerseits und Ökonomie als Marktökonomie hat sich trotz rhetorischer Modernisierung und hoher Frauenerwerbstätigkeit nicht viel geändert. Das Lohnniveau im reproduktiven Sektor, etwa im Sozialbereich, ist wesentlicher niedriger als in der Industrie. Die hohe Frauen-Teilzeitquote ist auch eine Auswirkung davon.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Häufig werden Bilder von Frauen reproduziert, die im Heim mit Putzen und Erziehungstätigkeiten ausgefüllt sind. Männer werden eher in beruflichen und sportlichen Erfolgssituationen porträtiert.&#8220; </p><cite>Christian Berger</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wieso achten wir unbezahlte Tätigkeiten so wenig?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Die Gesellschaft redet kaum darüber, aber nimmt sie in Anspruch. Rund 40 bis 45 Prozent aller Arbeitsstunden werden unbezahlt und nur 10 bis 15 Prozent von Care-Tätigkeiten in institutionalisierter, bezahlter Form erbracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unbezahlte Arbeitstätigkeiten sind enorm wichtig, sie halten die Gesellschaft zusammen und schaffen die Basis für das, was die Wirtschaft leistet. Das Problem ist die fehlende Sichtbarkeit und die fehlende ökonomische Bewertung privat geleisteter Sorgetätigkeiten. Die Bedeutung der Sorgeleistungen wird auch im Wirtschaftskundeunterricht selten thematisiert. Die fehlende Sichtbarkeit und Anerkennung bedingen die fehlende ökonomische Bewertung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-1024x341.png" alt="" class="wp-image-12709" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger-1536x511.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/christian-berger.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Der Sozialökonom Christian Berger sieht  verbindliche Väterquoten und gleichzeitig finanzielle Anreize für Väterbeteiligungen als als mögliche Wege zu mehr Gleichstellung.</strong><br> Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Sehen Sie einen Ausweg aus dieser eingefahrenen Situation?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Es gibt keine Patentrezepte, aber einige interessante „Good Practice Beispiele“, also Wege, wie es gehen kann, Arbeit gerechter zu bewerten und aufzuteilen. In den skandinavischen Ländern gibt es verbindliche Väterquoten und gleichzeitig finanzielle Anreize für Väterbeteiligungen. So gibt es etwa einen nicht übertragbaren Anspruch auf Elternurlaub – wird dieser von Vätern nicht in Anspruch genommen, gehen Einkommen und auch Karenzzeiten verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Finanzielle Anreize würden Wirkung zeigen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Ja. Starke finanzielle Anreize, die Väter dazu bringen, längere Karenzzeiten in Anspruch zu nehmen, &nbsp;verändern etwas in der Risikoverteilung in weiblichen und männlichen Biografien. Die potentielle Mutterschaft alleine wäre dann kein Wettbewerbsnachteil mehr im Berufsleben. Ich plädiere neben förderlichen institutionellen Rahmenbedingungen und Väterquoten auch für ein starkes Anreizmodell, damit Väter sich an der Erziehungs- und Sorgearbeit stärker beteiligen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Sind Sie für eine Abschaffung des Mutterschutzes?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Nein, im Gegenteil sollte man überlegen, den Mutterschutz in einem Wohlfahrtsstaat sogar noch auszudehnen. Immerhin erfahren Frauen, die Mütter werden oder sind, nach wie vor viel Diskriminierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch steuernde Maßnahmen wie Väterquoten und einen sehr hohen Einkommensersatz während der Karenzzeiten, könnte erreicht werden, dass einerseits die Frauenerwerbsbeteiligung noch weiter steigt und es andererseits für Männer selbstverständlich wird, sich stärker an der Sorgearbeit zu beteiligen. Das könnte die gesamte Arbeitskultur, die Familien- und Geschlechterbeziehungen verändern.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wichtig wäre jedoch, ein verpflichtendes Pensionssplitting nur in Verbindung mit verbindlichen Maßnahmen zur Väterbeteiligung oder auch der Reduktion der Normalarbeitszeit einzuführen.&#8220; </p><cite>Christian Berger</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wäre auch an Maßnahmen wie das Pensionssplitting, also an die verbindliche Aufteilung von Pensionsbeiträgen zwischen Vater und Mutter während der Karenzzeit oder der Elternteilzeit, zu denken. Ein solches Modell würde Frauen für den Fall der Trennung oder im Alter zumindest teilweise finanziell absichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig wäre jedoch, ein verpflichtendes Pensionssplitting nur in Verbindung mit verbindlichen Maßnahmen zur Väterbeteiligung oder auch der Reduktion der Normalarbeitszeit einzuführen, da andernfalls die Gefahr besteht, dass sich Frauen vermehrt in traditionellen Rollen, prekären Arbeitsverhältnisse und persönlichen Abhängigkeiten wiederfinden</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wäre das eine Aufwertung des Mutterschutzes und der Versorgungsarbeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Genau! Derzeit lockern sich die Geschlechterrollen nur bei beruflich privilegierten Arbeitnehmern, für die eine Beteiligung an der Sorgearbeit einen Benefit darstellt. Kinderbetreuung ist eine Klassenfrage und hat mit der jeweiligen Position in der sozialen Hierarchie zu tun. In der Öffentlichkeit stehen derzeit wenige aber coole Papamonate unzähligen Mamajahren gegenüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie kann Sorgearbeit aufgewertet werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER: </strong>Man muss darum auf vielen Plateaus ringen. Sexistische Werbung muss stärker reguliert werden, Geschlechtersensibilität muss in die Bereiche Bildung und Erziehung stärker Eingang finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ganzheitlicher Blick auf das, was Arbeit ist &#8211; von der frühen Bildung bis zur Universität &#8211; würde eine Aufwertung der unbezahlten Arbeit bringen. In der Schweiz wird jedes Jahr auf einem sogenannten „Satellitenkonto Haushaltsproduktion“ der monetäre Wert der unbezahlten Arbeit zur gesamten Bruttowertschöpfung in Bezug gesetzt. Unbezahlte Arbeiten von Privatpersonen werden mittels Marktkostenmethode mit einem Arbeitskostenansatz monetär als fiktiver Geldfluss geschätzt. Für 2016 wurde so ein Volumen von mehr rund 410 Milliarden Franken erbrachter Leistungen errechnet. Werden solche Zahlen veröffentlicht, bekommt die Öffentlichkeit ein Gespür für die Dimension und den Wert der unbezahlten Arbeit. Dabei wurde hier die emotionale Sorgearbeit noch gar nicht mitberechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wem brächte das Vorteile?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>BERGER:</strong> Ich sehe Vorteile für die gesamte Gesellschaft. Ein höheres Bewusstsein für den Wert der unbezahlten Arbeit und eine Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit würde die Enthierarchisierung der Geschlechter fördern und zu mehr Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten für Frauen wie auch für Männer beitragen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="801" height="801" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio.png" alt="" class="wp-image-12713" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio.png 801w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/Christian-Berger_bio-500x500.png 500w" sizes="(max-width: 801px) 100vw, 801px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Berger</strong> ist 28 Jahre alt, lebt in Wien und arbeitet im Bereich Wirtschaft der Arbeiterkammer Wien. Nach seinem Studium Anthropologie und Sozioökonomie studiert er derzeit Jus. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Gleichstellungsrecht sowie feministische politische Ökonomie. Er ist Sprecher des <a href="https://frauenvolksbegehren.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Frauenvolksbegehrens (öffnet in neuem Tab)">Frauenvolksbegehrens</a> und Mitautor des <a href="https://kompetenz-online.at/2019/12/09/buchtipp-wen-kuemmerts/" aria-label="Buchs &#8222;Wen Kümmert&#8217;s">Buchs &#8222;Wen Kümmert&#8217;s</a>? Die unsichtbare Sorgearbeit in der Gesellschaft.</p>
</div></div>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile blauebox"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="425" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/wen-kuemmert-s-a25.png" alt="" class="wp-image-12714" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/wen-kuemmert-s-a25.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/wen-kuemmert-s-a25-212x300.png 212w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/02/wen-kuemmert-s-a25-106x150.png 106w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Buchtipp</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Elisa Tomaselli (Hrsg.)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://kompetenz-online.at/2019/12/09/buchtipp-wen-kuemmerts/" aria-label="Wen kümmert´s? Die (un-)sichtbare Sorgearbeit in der Gesellschaft.">Wen kümmert´s? Die (un-)sichtbare Sorgearbeit in der Gesellschaft.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">ÖGB Verlag, ISBN 978-3-99046-433-5, 172 Seiten, 19,90 Euro</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Frauen*volksbegehren 2.0 geht in den Endspurt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/10/05/lohntransparenz-im-internationalen-vergleich-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sandra Breiteneder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2018 13:31:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeitverkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvolksbegehren]]></category>
		<category><![CDATA[Lohntransparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Breiteneder]]></category>
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					<description><![CDATA[Jetzt noch schnell das Frauenvolksbegehren 2.0 unterschreiben und ein Zeichen setzen. 644.665 sollen es werden. Das ist die Zahl an Unterschriften die das erste Frauenvolksbegehren 1997 erreichte. Aber auch die fast 250.000 tausend Unterschriften, die gesammelt wurden, um das eigentliche Volksbegehren einzuleiten, sind schon ein großer Sieg. Die Grenze um im Nationalrat behandelt zu werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_5858" aria-describedby="caption-attachment-5858" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-5858" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/10/fvb2018sujet_1200x627px.png" alt="" width="1200" height="627" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/10/fvb2018sujet_1200x627px.png 1200w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/10/fvb2018sujet_1200x627px-300x157.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/10/fvb2018sujet_1200x627px-768x401.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/10/fvb2018sujet_1200x627px-1024x535.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-5858" class="wp-caption-text">Frauenvolksbegehren</figcaption></figure></p>
<p>Jetzt noch schnell das <a href="https://frauenvolksbegehren.at/" aria-label="Frauenvolksbegehren 2.0">Frauenvolksbegehren 2.0</a> unterschreiben und ein Zeichen setzen.</p>
<p><span id="more-5857"></span></p>
<p>644.665 sollen es werden. Das ist die Zahl an Unterschriften die das erste Frauenvolksbegehren 1997 erreichte. Aber auch die fast 250.000 tausend Unterschriften, die gesammelt wurden, um das eigentliche Volksbegehren einzuleiten, sind schon ein großer Sieg. Die Grenze um im Nationalrat behandelt zu werden ist damit längst überschritten und viel wichtiger: es gibt wieder eine gesellschaftliche Debatte zu Frauen- und Gleichstellungspolitik.</p>
<p>Die <a href="https://frauenvolksbegehren.at/forderungen-frauenvolksbegehren/" aria-label="neun Forderungen des Frauen*volksbegehrens 2.0">neun Forderungen des Frauen*volksbegehrens 2.0</a> haben sich im Vergleich zum Volksbegehren 1997 verändert und an die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst. Es bleibt aber die Grundforderung die Diskriminierung von Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu überwinden und endlich Gleichstellung zu erreichen. 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts und 170 Jahre nach der ersten dokumentierten Frauendemonstration für gleichen Lohn (1848) ist die ökonomische und gesellschaftliche Benachteiligung noch immer bestehend.</p>
<p>Als GewerkschafterInnen kämpfen wir für Einkommensgerechtigkeit, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gleichstellung auf allen Ebenen. Natürlich stehen wir an der Seite des Frauen*volksbegehrens 2.0. Auch die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung ist eine ureigene Gewerkschaftsforderung und findet unsere volle Unterstützung.</p>
<p>250.000 darf erst der Anfang sein. <a href="https://frauenvolksbegehren.at/wo-unterschreiben/" aria-label="Bis Montag kann noch unterschrieben werden.">Bis Montag kann noch unterschrieben werden.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Für gleiche Teilhabe und gleiche Rechte</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/02/05/fuer-gleiche-teilhabe-und-gleiche-rechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2018 12:24:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2018/01]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvolksbegehren]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kompetenz-online.at/?p=4507</guid>

					<description><![CDATA[20 Jahre nach dem ersten Frauenvolksbegehren initiierte eine Gruppe von Frauen einen neuen Forderungskatalog. Von 12.02.2018 bis 12.3.2018 werden Unterstützungserklärungen gesammelt. KOMPETENZ: Vor 20 Jahren gab es bereits ein Frauenvolksbegehren, das für viel Aufmerksamkeit für Anliegen von Frauen sorgte. Warum braucht es jetzt ein neues solches Volksbegehren? Schifteh Hashemi Gerdehi: Wir, die Gruppe von Frauen, die hier [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_4511" aria-describedby="caption-attachment-4511" style="width: 900px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4511 size-full" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein.jpg" alt="Schifteh Gerdehi, Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens 2018. Foto: Nurith Wagner-Strauss" width="900" height="600" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein.jpg 900w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2018/02/Schifteh-Hashemi_9815_klein-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-4511" class="wp-caption-text">Schifteh Hashemi Gerdehi, Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens 2018. Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure></p>
<p><strong>20 Jahre nach dem ersten Frauenvolksbegehren initiierte eine Gruppe von Frauen einen neuen Forderungskatalog. Von 12.02.2018 bis 12.3.2018 werden Unterstützungserklärungen gesammelt.</strong></p>
<p><span id="more-4507"></span><strong>KOMPETENZ:</strong> Vor 20 Jahren gab es bereits ein Frauenvolksbegehren, das für viel Aufmerksamkeit für Anliegen von Frauen sorgte. Warum braucht es jetzt ein neues solches Volksbegehren?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Wir, die Gruppe von Frauen, die hier zusammengekommen ist, um ein neues Volksbegehren zu starten, haben den Eindruck, dass in den letzten Jahren eine Art Backlash stattgefunden hat. Es gibt Studien, die Österreich bescheinigen, dass es noch Jahrhunderte dauern könnte, bis Frauen die gleiche Teilhabe erreicht haben. Themen, die vor allem die Lebenswelten von Frauen betreffen, sind de facto unsichtbar geworden. Man spricht nicht darüber.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Was sind das für Bereiche?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Armut von Frauen beispielsweise, aber eben auch der große Bereich Frau und Arbeit. Frauen sind zwar viel stärker am Arbeitsmarkt eingebunden, aber oft prekär, meistens in Teilzeit. Das bereinigt sich nicht selbst über den Arbeitsmarkt, da muss man grundsätzlich sprechen. Stichwort: unbezahlte Arbeit, partnerschaftliche Aufteilung von Arbeit, Sorgearbeit. Wir müssen auch ganz grundsätzlich darüber reden, welche Formen von Arbeit es gibt und wie Arbeit bewertet und verteilt wird.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Da geht es mehr um kollektive als um individuelle Diskriminierung.</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Ja, für das Frauenvolksbegehren sind das strukturelle Problemlagen, die es gibt. Frauen werden grundsätzlich marginalisiert und an den Rand gedrückt und daraus ergeben sich dann individuelle Problemlagen. Aber ich sehe es nicht als Schuld einer einzelnen Frau, warum sie beispielsweise weniger verdient, warum sie sexualisiert wird. Das sind für uns grundlegende systemische Fragen, die auch nur auf einer strukturellen, meist auch nur politischen Ebene gelöst werden können.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Was sind die Hauptforderungen des Frauenvolksbegehrens?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Die Hauptforderung ist grundsätzlich gleiche Teilhabe und gleiche Rechte für Frauen. Wir sind 51 Prozent der Gesellschaft, wir möchten gemäß unserem Bevölkerungsanteil an Entscheidungen, an Macht, an Vermögen, an Kapital teilnehmen können. Das ist uns auch ein großes menschenrechtspolitisches Anliegen. Und dann, wenn man ein bisschen ins Detail hineingeht, teilen sich die konkreten Forderungen in drei Blöcke: das sind einerseits politische Teilhabe und die Wahrnehmung von Frauen im öffentlichen Raum. Der zweite Bereich ist Wirtschaft und Arbeit, der dritte Gesundheit, Familie und Kinderbetreuung, die großteils immer noch von Frauen geleistet wird.</p>
<p>Aber die grundsätzliche Forderung ist leider die von vor 100 Jahren – gleiche Rechte, gleiche Teilhabe. Und es geht auch um Chancen. Wichtig ist, dass niemand zurückgelassen wird. Es geht hier nicht nur um ein Elitenprogramm, um Quoten in Aufsichtsräten, sondern wirklich auch um jene Frauen, die keine Lobby haben, die keine Sichtbarkeit haben, dass auch sie medial mit ihren Problemlagen vorkommen. Wir fordern zum Beispiel auch mehr Mittel für Gewaltschutzzentren. Wir wollen Themen, die nicht populär sind, wieder einmal thematisieren.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Frau und Arbeit: der überwiegende Teil der Frauen ist heute erwerbstätig. Der Gender Pay Gap ist aber durchaus etwas, worauf medial immer wieder hingewiesen wird. Was sind konkret Ihre Vorstellungen, wie man Frauen am Arbeitsmarkt gleichstellen kann?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Es geht um einen Systembruch: eine Arbeitszeitverkürzung, und zwar als Ende eines Diskurses darüber, wie man Arbeit neu bewerten und verteilen kann. Der Grund, warum Frauen oft Teilzeit arbeiten, ist ja, weil sie auch Versorgungsarbeiten wahrnehmen: Haushalt, vor allem aber Betreuung von Kindern und kranken Angehörigen. Wir sehen, dass diese unbezahlte, aber gesellschaftlich sehr notwendige Arbeit, zu zwei Dritteln von Frauen geleistet wird. Das rächt sich dann bei der Anwesenheit am Arbeitsmarkt in Form von weniger Stunden Erwerbstätigkeit, aber auch in Verantwortung. Wenn eine Frau einige Jahre am Arbeitsmarkt fehlt, oder immer „nur“ teilzeitgearbeitet hat, dann kommt sie an gewisse Machtpositionen de facto nicht heran. Unser Modell ist die Arbeitszeitreduktion auf 30 Stunden Erwerbsarbeit. Beide Partner in einem Haushalt arbeiten 30 Stunden und können sich dadurch die unbezahlte Arbeit besser aufteilen.</p>
<p><strong>KOMPETENZ: </strong>Das Mindesteinkommen von 1.750 Euro sollte dann auch bei 30 Stunden betragen?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi: </strong>Ja. Es geht ja vor allem um eine Verbesserung für die niedrigen Einkommen. Das muss man auch gegenfinanzieren. Aber 1750 Euro sind netto 1.340 Euro. Ich glaube, wir müssen als Gesellschaft auch über einen Mindestwert von Arbeit und Bezahlung sprechen. Einkommen muss existenzsichernd sein.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Was erhoffen Sie sich mit dem Volksbegehren zu erreichen?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Es ist ein Volksbegehren und es geht dann in der Eintragungswoche schon auch um die Anzahl der Unterschriften. Da werden wir sicher am Volksbegehren von vor 20 Jahren gemessen werden. Das bekam 645.000 Unterschriften.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Sie wollen also mehr als damals erreichen?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Ja, wobei das ist nicht unser Hauptanliegen. Wir wollen vor allem einen Diskurs starten. Es geht uns darum, politische Forderungen von Frauen in den Fokus zu rücken. Frauen dürfen nicht nur am Frauentag Thema sein, sondern das ganze Jahr.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie beurteilen Sie das Regierungsprogramm aus frauenpolitischer Sicht?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Ungenügend und besorgniserregend, leider. Anstatt die Gleichwertigkeit von Frau und Mann zu betonen, wird im Regierungsprogramm gleich einleitend auf die Verschiedenheit von Frauen* und Männern* hingewiesen. Natürlich sind wir Menschen verschieden, und diese Vielfalt ist gut. Diese Verschiedenheit verläuft allerdings nicht entlang von Geschlechtergrenzen. Das Frauen*Volksbegehren fordert ja genau ein Recht auf Vielfalt und Wahlfreiheit für jede Frau* und für jeden Mann*. Und wenn ich an den 12-Stunden-Tag bzw. die 60-Stunden-Woche denke, bin ich wirklich sehr besorgt. Wie sollen das Mütter und Väter denn ohne lückenloses Betreuungsnetz schaffen, und was heißt das für die 300.000 Alleinerziehenden in Österreich? Wie sieht so ein Leben aus, wer kann sich das leisten? Das wird ganz viele – und seien wir uns doch ehrlich – vor allem Frauen vom Arbeitsmarkt drängen. Und die wenigen guten Punkte, die es natürlich auch gibt, sind leider ein totales Privilegienprogramm. Punkte, wie die Forcierung von Home-Office oder die steuerliche Absetzbarkeit von Au-Pairs. Also, ja, das ist schon okay, aber das sind doch keine langfristigen Lösungen. Und vor allem: nur für eine kleine Minderheit.</p>
<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Sie hatten bereits ein Gespräch mit der neuen Frauenministerin. Sie hat nun allerdings angekündigt, das Volksbegehren nicht zu unterzeichnen. Können Sie das nachvollziehen?</p>
<p><strong>Schifteh Hashemi Gerdehi:</strong> Wir hatten ein wertschätzendes Gespräch mit der Familien- und Frauenministerin, es gibt persönliche Sympathien und auch gemeinsame Anliegen – wie etwa beim Gewaltschutz. Wir werden da natürlich ganz genau schauen, wie ernst es der Ministerin ist und unsere Unterstützung anbieten. Für die Ministerin war aber von Anfang an klar, dass sie das Frauen*Volksbegehren nicht unterschreiben wird. Das finden wir natürlich schade, weil hier wieder einmal der Eindruck entsteht, dass Parteipolitik über der echten Gleichwertigkeit von Frauen und Männern steht. Und das ist etwas, wofür wir kein Verständnis mehr zeigen können. Denn was wir Frauen fordern sind Selbstverständlichkeiten – das Recht auf Gleichwertigkeit, das Recht auf Vielfalt und das Recht auf Sicherheit. Dass die Ministerin sich verwehrt, ist eine Enttäuschung – wenn auch keine überraschende angesichts des Regierungsprogramms.</p>
<p><em><strong>Zur Person</strong></em></p>
<p>Schifteh Hashemi Gerdehi, geb. 1986 im Iran, als Kind mit den Eltern nach Österreich geflüchtet. Hier Gymnasium, die letzten beiden Klassen mit Stipendium des Bildungsministeriums am Li Po Chun United World College in Hong Kong absolviert, dort 2004 das Internationale Bakkalaureat (Matura) abgelegt. Sozioökonomie-Studium an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, Austauschsemester an der Universität St. Gallen in der Schweiz und an der Tel Aviv University in Israel. Von 2011 bis 2014 Referentin für Wirtschaftspolitik im Parlamentsklub der Grünen, anschließend bis 2015 Co-Gründerin und operative Leiterin von SAPADU (Entwicklung von digitalen Strategien für den nachhaltigen Umgang von Ressourcen und zur Vermeidung von Lebensmittelmüll). Seit Ende 2015 Netzwerkkoordinatorin bei „arbeit plus“, dem Netzwerk sozialer Unternehmen in Österreich.</p>
<p><strong>Frauenvolksbegehren, die zweite</strong><br />
Nach dem Frauenvolksbegehren, das 1997 von rund 645.000 Österreicherinnen und Österreichern unterzeichnet wurde, wird es 2018 neuerlich ein Volksbegehren geben, das sich für Frauenrechte und die Gleichwertigkeit von Frau und Mann einsetzt. Initiiert wurde es von einer diversen Gruppe an Frauen. Für die Initiative sprechen gleichberechtigt Schifteh Hashemi und Andrea Hladky. Von 12. Februar bis 12. März können in jedem Gemeindeamt beziehungsweise Bezirksamt sowie online mittels Handysignatur oder BürgerInnenkarte Unterstützungserklärungen abgegeben werden. Der genaue Termin der Eintragungswoche wird danach vom Innenministerium festgesetzt.</p>
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