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	<title>Gewerkschaft &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Gewerkschaft &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>USA und Arbeitswelt unter Trump 2.0</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/12/23/usa-und-arbeitswelt-unter-trump-2-0/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura Šukarov-Eischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2024 11:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Šukarov-Eischer]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Donald Trumps bevorstehende Präsidentschaft bedroht grundlegende Rechte von Arbeitnehmer:innen und Gewerkschaften.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21535" style="width:1450px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/20241222_PD7159.HR_.jpg 1735w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Der designierte US-Präsident Trump bei einer Veranstaltung in Phoenix, Arizona.</strong><br>Foto: Cheney Orr / REUTERS / picturedesk.com</figcaption></figure>



<p><strong><strong>Donald Trumps bevorstehende Präsidentschaft bedroht grundlegende Rechte von Arbeitnehmer:innen und Gewerkschaften.</strong></strong></p>



<span id="more-21533"></span>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Sie streiken, und du sagst: ,Das ist okay. Ihr seid alle weg. Ihr seid alle weg. Jeder Einzelne von euch ist weg.‘ Du bist der Beste.“</p>
<cite>Donald Trump zu Elon Musk über seine Drohungen gegen Streikende</cite></blockquote>



<p>Donald Trump ist trotz einer schlechten Arbeitsmarktbilanz aus der ersten Amtszeit und der stärksten gewerkschaftlichen Mobilisierung der jüngeren Geschichte als Sieger aus der letzten US-Wahl hervorgegangen. Seine Wahl bedroht nun grundlegende Rechte von Arbeitnehmer:innen und Gewerkschaften.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="schwierige-bedingungen-fur-gewerkschaften-8e3a8aff-ba58-483d-bef0-c9df6ab39268"><strong><strong>Gewerkschaftliche Unterstützung für Harris</strong></strong></h4>



<p>Die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder hat laut Wahltagsbefragungen für Harris gestimmt. Diese Unterstützung kam nicht überraschend: Biden und Harris setzten sich stärker für Arbeitnehmer:innen ein als jede US-Regierung seit Franklin Roosevelt, der von 1933 bis 1945 US-Präsident war. </p>



<p>Joe Biden ist der erste Präsident in der Geschichte des Landes, der einen aktiven Streik besuchte, nämlich einen der Automobilarbeiter:innen der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW).</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="schwierige-bedingungen-fur-gewerkschaften-8e3a8aff-ba58-483d-bef0-c9df6ab39268"><strong><strong><strong>Wichtige Erfolge der letzten Jahre</strong></strong></strong></h4>



<p>Von einem massiven Covid-Rettungspaket über Investitionen in Infrastruktur und Halbleiter sowie in Klima-, Industrie-, Steuer- und Gesundheitspolitik bis hin zur Reform der Waffengesetzgebung, Biden verwirklichte viele seine Wahlversprechen.</p>



<p>Biden und Harris erreichten bedeutende Verbesserungen für Arbeitnehmer:innen, unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Verbesserungen beim Anspruch auf Überstundenvergütung</li>



<li>Stärkung der US-Arbeitsbehörde National Labor Relations Board (NLRB)</li>



<li>Absicherung von Millionen Pensionen</li>



<li>Verpflichtende Arbeitsstandards bei öffentlichen Aufträgen</li>
</ul>



<p>Wo die Republikanische Partei blockierte, arbeitete Biden mit sogenannten Exekutivanordnungen, die zwar keinen Gesetzesstatus, aber Weisungscharakter für die Arbeit der Bundesregierung und Behörden haben. Seine Anordnungen reichen von der Förderung der verantwortungsvollen Polizeiarbeit und Strafjustiz über die Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung und Geburtenkontrolle bis hin zu Maßnahmen gegen rassistische und gegen Menschen mit Behinderung gerichtete Diskriminierung.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Arbeitnehmer:innenrechte und Green Deal Hand in Hand</strong></h4>



<p>Als besondere Errungenschaft setzte der „Inflation Reduction Act“ neue Maßstäbe für die Verknüpfung von Klimaschutz und Arbeitnehmer:innenrechten: Das Gesetz macht öffentliche Förderungen für klimafreundliche Industrien davon abhängig, dass Unternehmen gewerkschaftlich verhandelte Mindeststandards einhalten.</p>



<p>Dadurch entstanden bereits 270.000 gut bezahlte „grüne“ Arbeitsplätze, weitere 1,5 Millionen sollen folgen. Diese Politik zeigt, wie Klimaschutz und starke Arbeitnehmer:innenrechte Hand in Hand gehen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die „Cost of Living Crisis“ als entscheidender Faktor</strong></h4>



<p>Die Wahlniederlage von Kamala Harris lässt sich nicht mit mangelndem Engagement für Arbeitnehmer:innen erklären. Trotz positiver Wirtschaftsdaten wie gesunkener Arbeitslosigkeit und leicht steigender Reallöhne leiden viele Familien unter enormen finanziellen Belastungen: Die Inflation trieb die alltäglichen Ausgaben in die Höhe und Kreditzinsen verdoppelten sich. Die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten waren schließlich wahlentscheidend.</p>



<p>Zwar konnte die Demokratische Regierung mit umfangreichen Hilfsprogrammen zunächst gegensteuern, doch wichtige Unterstützungen wie der steuerliche „Kinderfreibetrag“ oder Zuschüsse zu Lebensmittelausgaben liefen aus. Diese spürbare Verschlechterung der Lebenssituation vieler Familien überschattete die grundsätzlich arbeitnehmer:innenfreundliche Politik von Biden und Harris.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Dieses Ergebnis ist ein herber Schlag für alle Arbeitnehmer:innen, die darauf angewiesen sind, dass unsere gewählten Entscheidungsträger:innen für unsere Arbeitsplätze, unsere Gewerkschaften und unsere Verträge kämpfen.“</p>
<cite>Liz Schuler, Präsidentin des Gewerkschaftsverbands AFL-CIO</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gewerkschaftliche Organisierung bedroht</strong></h4>



<p>Die jüngsten Erfolge bei der gewerkschaftlichen Organisierung – etwa die Gründung von über 500 Betriebsräten bei der Kaffeehauskette Starbucks – sind nun gefährdet.</p>



<p>Trumps erste Amtszeit war von einer gewerkschaftsfeindlichen Politik geprägt: Er schwächte die US-Arbeitsbehörde finanziell und durch die Besetzung mit eindeutig unternehmensfreundlichem Personal, verhinderte Lohnerhöhungen für öffentlich Bedienstete und erleichterte die Umgehung von Arbeitnehmer:innenrechten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>„Project 2025“: Ein Hauch von Reagan und Thatcher</strong></h4>



<p>Seine Vertrauten haben nun mit „Project 2025“ konkrete Pläne für weitreichende Einschränkungen von Arbeitnehmer:innenrechten vorgelegt. Diese sehen unter anderem vor:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Erschwerung der Betriebsratsgründung</li>



<li>Einführung von durch die Unternehmensleitung kontrollierten „Mitarbeitervertretungen“ als Scheinbetriebsräte</li>



<li>Abschaffung wichtiger Schutzrechte für Arbeitnehmer:innen und Gewerkschaften im öffentlichen Dienst</li>



<li>Einschränkung des Anspruchs auf Überstundenzuschläge</li>
</ul>



<p>Diese Pläne würden die noch immer schwierige Position der US-Arbeitnehmer:innen und Gewerkschaften weiter schwächen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Project 2025 verspricht die Zerschlagung der Betriebsräte und Gewerkschaften, denn wir sind eine Säule der Demokratie und eine Kontrolle der Macht. Wir haben schon in der Vergangenheit Angriffe auf unsere Grundrechte erlebt. In den kommenden Tagen, Monaten und Jahren wird es die Aufgabe der Gewerkschaften sein, die arbeitenden Menschen zu verteidigen, wenn dies wieder geschieht.“</p>
<cite>Liz Schuler, Präsidentin des Gewerkschaftsverbands AFL-CIO</cite></blockquote>



<p>Diese Entwicklungen beunruhigen Gewerkschaften weltweit. Während Kolleg:innen in den USA um grundlegende Arbeitnehmer:innenrechte und nicht zuletzt um ihre Arbeitsplätze kämpfen, stehen Gewerkschaften in Europa vor Herausforderungen durch Automatisierung, Digitalisierung und die Organisation der ökologischen Wende. Die Antwort darauf kann nur in sozialem Dialog und verstärkter internationaler Zusammenarbeit liegen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Internationale Gewerkschaftssolidarität</strong></h4>



<p>Der Europäische Gewerkschaftsbund und sein Präsident Wolfgang Katzian bekräftigen ihre Solidarität mit den US-Kolleg:innen: „Egal wer an der Macht ist, der Zusammenschluss in Gewerkschaften ist immer die beste Hoffnung für arbeitende Menschen. Wir werden die Solidarität zwischen den Arbeitnehmer:innen auf beiden Seiten des Atlantiks weiter ausbauen“. Gerade in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die gewerkschaftliche Organisierung der beste Weg, Arbeitnehmer:innenrechte zu verteidigen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Lehren für Österreich und Europa</strong></h4>



<p>Die US-Entwicklungen mahnen zur Wachsamkeit: Auch hierzulande versuchen rechtspopulistische Kräfte, Arbeitnehmer:innen mit arbeiterfreundlich klingender Rhetorik zu gewinnen. Wer die Trump-Kampagne analysiert, erkennt eine Strategie, die man auch in Europa beobachten kann. In seinen Reden spricht der Milliardär häufig über Jobs und „den kleinen Mann“. Anschließend wird aber Politik gemacht, die sich an Gewinninteressen von Unternehmen orientiert und die Schwächung von Arbeitnehmer:innenrechten und damit die Senkung der allgemeinen Lebensqualität bewusst in Kauf nimmt.</p>



<p>Die US-Erfahrungen bestätigen, dass kollektive Organisierung und starke Gewerkschaften der beste Schutz für Arbeitnehmer:innenrechte sind. Konsequente Interessenvertretung, starke betriebliche Mitbestimmung und der weitere Ausbau der österreichischen und europäischen Sozialpartnerschaft sind dafür unerlässlich.</p>



<p><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>


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                    Einigung bringt Schauspieler:innen höhere Honorare, eine Beteiligung an den Einnahmen aus Streamingdiensten und regelt den Einsatz von künstlicher Intelligenz.                </div>
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                <div class="kompetenz-post__excerpt">
                    US-Gewerkschaften haben Aufwind. Kampfmaßnahmen in der Film- und Autobranche brachten Aufmerksamkeit. Unterstützung kam zuletzt auch von ganz oben.                </div>
            </div>
        </a>
    </div>

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			</item>
		<item>
		<title>Betriebsrät:innen können KI-Anwendungen im Betrieb mitgestalten</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/09/25/betriebsraetinnen-koennen-ki-anwendungen-im-betrieb-mitgestalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Sep 2024 12:35:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Arbeitsrechtler Elias Felten sieht Recht auf Information und Mitbestimmung durch geltende Gesetze gut abgesichert. Soziologin Sabine Pfeiffer zeigt Schwachstellen künstlicher Intelligenz auf und erklärt, warum der Mensch beim Einsatz von KI als Kontrollinstanz immer notwendig sein wird. Bei der Tagung „KI – Kolleg:in oder Kontrolleur:in?“, veranstaltet von der Abteilung Arbeit &#38; Technik der GPA und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Arbeitsrechtler Elias Felten sieht Recht auf Information und Mitbestimmung durch geltende Gesetze gut abgesichert. Soziologin Sabine Pfeiffer zeigt Schwachstellen künstlicher Intelligenz auf und erklärt, warum der Mensch beim Einsatz von KI als Kontrollinstanz immer notwendig sein wird.</strong></p>



<span id="more-21280"></span>



<p>Bei der Tagung „KI – Kolleg:in oder Kontrolleur:in?“, veranstaltet von der Abteilung Arbeit &amp; Technik der GPA und der Abteilung Sozialpolitik der Arbeiterkammer Wien, haben Expert:innen aufgezeigt, welche Handlungsoptionen Betriebsrät:innen in der Praxis haben, um dem immer häufigeren Einsatz von Systemen Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag auf Augenhöhe zu begegnen.</p>



<p>Den rechtlichen Rahmen steckte Elias Felten, Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Paris Lodron Universität Salzburg, ab &#8211; er sieht für Betriebsrät:innen „großen Spielraum, den Einsatz von KI mitzugestalten: Die Mitwirkungsrechte der Belegschaftsvertretung sind über das Arbeitsverfassungsgesetz sehr gut abgesichert.“</p>



<p>Felten sieht unseren Arbeitsalltag bereits heute durch KI-Programme geprägt, laut Strategiepapier der Bundesregierung zum Thema Digitale Kompetenzen könne der vermehrte Einsatz von Künstlicher Intelligenz bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze pro Jahr schaffen. Der Arbeitsrechtler ist überzeugt davon, dass „neue Anwendungen auch neue Arbeitsverhältnisse schaffen werden, um den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu steuern und zu überwachen.“</p>



<p>Auch die Betriebsrät:innen sollten über neue Möglichkeiten der Digitalisierung gut Bescheid wissen um „aktiv mitreden und mitgestalten zu können und technologische Vorteile besser nutzen zu können: Durch den Einsatz von KI verändern sich Arbeitsabläufe und Prozesse direkt in den Betrieben.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mitwirkungsechte von Betriebsrät:innen gesetzlich gut abgesichert</h4>



<p>Obwohl der Begriff der Künstlichen Intelligenz weder im Arbeitsrecht noch im Arbeitsverfassungsrecht explizit erwähnt wird, sieht Felten die betriebsrätlichen Mitwirkungsrechte und Befugnisse in Bezug auf die neuen Technologien ausreichend abgesichert: „Betriebsinhaber:innen müssen die Belegschaftsvertretung proaktiv darüber informieren, auf welche Art sie personenbezogene Daten automationsunterstützt speichern, übermitteln und auswerten. Auch der Zweck der Datenverarbeitung muss offengelegt werden. Das gilt auch für KI-unterstützte Systeme.“</p>



<p>Nach herrschender Lehre müssten Betriebsrät:innen bei KI Anwendungen sogar Zugang zur Software bekommen: „Dabei können sich Belegschaftsvertreter:innen auch Expertise von außen holen und sich bei der Einschätzung der Risiken &#8211; direkt in den Verhandlungen &#8211; von der gesetzlichen oder freiwilligen Interessenvertretung, also den Arbeiterkammern oder Gewerkschaften, beraten lassen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Die Mitspracherechte der Belegschaftsvertretungen sind in den Bereichen Information, Beratung und Mitbestimmung in den bestehenden Gesetzen ausreichend abgebildet.“<br>Professor Elias Felten, Paris Lodron Universität Salzburg</p>
</blockquote>



<p>Wird die Implementierung von KI-gestützten Systemen in einem Betrieb angedacht, habe die Belegschaftsvertretung „das Recht zur Teilnahme an diesen Verhandlungen: Dieser arbeitsrechtliche Anspruch knüpft an eine Betriebsänderung an, es müssen demnach neue Arbeitsmethoden eingeführt werden oder Rationalisierungsmaßnahmen mit großer Auswirkung vor der Tür stehen. Das wird bei KI-Anwendungen sicherlich der Fall sein.“</p>



<p>Bereits im Vorfeld könnten „Betriebsrät:innen konkrete Fragen zum geplanten Einsatz einer KI im Betrieb und den Auswirkungen stellen: Dieser Auskunftsanspruch besteht, weil die Digitalisierung die wirtschaftlichen Interessen der Belegschaft berührt.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">KI-Systeme wirken sich auf die Gesundheit und Sicherheit der Belegschaft aus</h4>



<p>Informationsrechte leitet Felten auch aus §92a Arbeitsverfassungsgesetz ab, das den Betriebsinhaber dazu verpflichtet „sich mit der Belegschaftsvertretung zu beraten, wenn es um Angelegenheiten geht, die konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit oder Sicherheit der Arbeitnehmer:innen haben: Das ist bei KI-Anwendungen ohne Zweifel der Fall. Der Einsatz derartiger Systeme kann zu Stress führen, was psychische und körperliche Auswirkungen haben kann.“</p>



<p>Grundsätzlich könnten Betriebsrat:innen auch bei der Auswahl jener KI-Systeme mitreden, über welche neue Beschäftigte rekrutiert werden sollen bzw. die Arbeitszeit erfasst wird: „Die rechtliche Basis dafür biete §96 Arbeitsverfassungsgesetz, der die Mitwirkungsrechte im Bewerbungsprozess regelt und „sowohl auf Personalfragebögen als auch auf automatisierte Systeme und Algorithmen, die passendes Personal suchen, anzuwenden ist.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gewerkschaften fördern sozialen Fortschritt</h4>



<p>Für den Leiter der Grundlagenabteilung der GPA, David Mum, ist klar, dass es auch gesellschaftliche Änderungen brauche um die Arbeitsbedingungen durch den Einsatz von KI dauerhaft zu verbessern: „Technischer Fortschritt übersetzt sich nicht automatisch in sozialen Fortschritt und in eine Verbesserung der Lebensbedingungen.“ Neue Techniken sollten aus Sicht der Gewerkschaften unterstützend wirken, nicht kontrollierend oder ersetzend, was auch eine Frage der Machtverteilung ist: „Produktionsfortschritte dürfen sich nicht bei einer Elite verfangen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Wir brauchen keinen blinden Technik-Optimismus, sondern starke Gewerkschaften, die sich dafür einsetzen, Fortschritt zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu nutzen.“<br>David Mum, Mitglied der Gewerkschaft GPA Bundesgeschäftsführung</p>
</blockquote>



<p>Software, die Künstliche Intelligenz beinhaltet und Algorithmen-basierte Entscheidungen trifft, wird im Arbeitsalltag bereits häufig eingesetzt, etwa für Protokollierungen, Bildbearbeitung oder bei der Schicht- oder Routenplanung.</p>



<p>Sabine Pfeiffer, Soziologin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, hält KI-gesteuerte Entscheidungsprozesse für sinnvoll, wenn es um die Implementierung technischer Systeme oder Marketingstrategien geht, nicht aber „für die dauerhafte Gestaltung betrieblicher Arbeitsabläufe oder die kritische Infrastruktur: Um sinnvolle und für die Beschäftigten vorteilhafte Ergebnisse zu erzielen, muss genau abgesteckt werden, mit welchen Daten die Rechenprozesse gefüttert werden. Der konkrete Nutzen für die Beschäftigten sollte immer im Vordergrund stehen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">KI zum Vorteil der Belegschaft einsetzen</h4>



<p>Problematisch werde es, wenn „Anwender:innen von KI an jeden Zusammenhang glauben, den das System aufzeigt: Chat GPT spuckt jene Verknüpfungen aus, die der programmierte Algorithmus findet. Weil die Bedeutungskenntnis fehlt, muss immer ein Mensch beurteilen, ob eine Lösung wirklich passen kann oder nicht.“ Daher müssen bei der Anwendung KI-gestützter Systeme immer die Beschäftigten mit einbezogen werden: „Sie steuern den Anwendungsprozess, entscheiden, mit welchen Daten die Rechenprozesse gefüttert werden und können auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren.“</p>



<p>Pfeiffer sieht „die Reduktion der Komplexität als gängiges Problem aller stochastischen Verfahren, also jener mathematischen Modelle, die große Datenmengen ordnen: Was wir nicht abfragen, wird in der Auswertung nicht berücksichtigt.“ Auch Artefakte sind bei der Nutzung von KI ein häufiges Problem: „Je mehr Daten ich verarbeite, umso wahrscheinlicher wird es, dass irgendwelche Beziehungen gefunden werden.“ Wenn sich Wahrscheinlichkeitseinschätzungen in eine falsche Richtung aufschaukeln, komme nichts Brauchbares heraus: „Die menschliche Intelligenz vermag auffällige Datenpunkte zu erkennen und zu gewichten.“ Die KI habe die Tendenz „schleichend immer auf die Mitte hin zu optimieren: Ausreißer werden aussortiert, die KI wird dadurch ungenauer und kann sehr ungewöhnliche Veränderungen nicht mehr erkennen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„KI ist toll, aber man sollte sich öfter fragen wo sie Sinn macht. Man muss ihre Grenzen verstehen, damit man damit umgehen kann.“<br>Sabine Pfeiffer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg</p>
</blockquote>



<p>Pfeiffer glaubt, dass sich die KI in der Mehrzahl der Betriebe als nützliche Ergänzung zum menschlichen Handeln etablieren wird: „Bei komplexen Arbeitsanforderungen kann eine KI im Regelfall nur in einzelnen Facetten eines Tätigkeitsprofils entlasten und muss an die Arbeitsprozesse angepasst werden. Lediglich Jobs, die auf eine bestimmte Tätigkeit zugeschnitten sind, können leicht ersetzt werden.“</p>



<p>Die Wissenschaftlerin betrachtet KI-Systeme „nicht als echte Intelligenz: Über statistische Verfahren wird versucht Zusammenhänge zu erkennen und aus diesen Verknüpfungen Prognosen abzuleiten.“ Diese können stimmen, müssen aber nicht korrekt sein, weil eine KI nur schwer feststellen kann, ob es sich um kausale Zusammenhänge handelt: „Künstliche Intelligenz träumt nicht, sie kann keine kreativen Lösungen hervorbringen, weil sie nicht denkt.“ Verschlechterungen in den Ergebnissen könnten sich zudem ergeben, weil „KI-Systeme zunehmend aus Texten lernen, die andere KIs hervorgebracht haben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Datenpfützen bringen keine guten Ergebnisse</h4>



<p>Pfeiffer warnt davor, Künstliche Intelligenz als „einfache Lösung für viele Problemlagen im Betrieb zu sehen: Manche haben die Hoffnung, dass sie Arbeit produktiver gestalten können oder neue Geschäftsmodelle entwickeln, wenn sie die KI über eine möglichst große Datenmenge drüber laufen lassen.“ Abgesehen von den hohen Energiekosten müssten für generalisierte Lösungen „Unmengen an Daten bereitgestellt werden, um verlässliche Aussagen treffen zu können: Diese Daten stehen oft gar nicht zur Verfügung oder sind den Aufwand nicht wert. Datenpfützen bringen keine guten Ergebnisse, es wäre sogar gefährlich, aus unvollständigen Daten wichtige Rückschlüsse ziehen zu wollen.“</p>



<p><strong>Fotos der Tagung „KI – Kolleg:in oder Kontrolleur:in?“, veranstaltet von der Abteilung Arbeit &amp; Technik der Gewerkschaft GPA und der Abteilung Sozialpolitik der Arbeiterkammer Wien.</strong><br>c Edgar Ketzer / Gewerkschaft GPA</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Nein zur Anhebung des Pensionsalters</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/08/23/nein-zur-anhebung-des-pensionsalters/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[David Mum]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 11:16:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alterspension]]></category>
		<category><![CDATA[David Mum]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Pensionskassen]]></category>
		<category><![CDATA[Pensionssystem]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Pensionsfinanzierung ist stabil – das zeigen die Fakten. Kontrafaktisch wird hingegen der Boden für Verschlechterungen nach den Wahlen aufbereitet. Nun hat die Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Christine Mayrhuber eine Anhebung des Pensionsalters vorgeschlagen. Noch im April hatte Mayrhuber diese Idee eher abgelehnt. „Das Antrittsalter nur auf den Faktor Lebenserwartung abzustellen, hielt sie für „nicht wirklich [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Die Pensionsfinanzierung ist stabil – das zeigen die Fakten. Kontrafaktisch wird hingegen der Boden für Verschlechterungen nach den Wahlen aufbereitet. Nun hat die Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Christine Mayrhuber eine Anhebung des Pensionsalters vorgeschlagen.</strong></p>



<span id="more-21180"></span>



<p>Noch im April hatte Mayrhuber diese Idee eher abgelehnt. „Das Antrittsalter nur auf den Faktor Lebenserwartung abzustellen, hielt sie für „nicht wirklich durchdacht“. Denn die Lebenserwartung unterscheide sich enorm nach Faktoren wie Bildung und Einkommen, das führe zu „sehr starken soziale Verwerfungen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eine Anhebung des Regelpensionsalters ist nicht notwendig und wäre eine massive Verschlechterung</h4>



<p>Obwohl die Lebenserwartung der Älteren steigt, wird der Anteil an der Wirtschaftsleistung, der für öffentliche Pensionen ausgegeben wird, kaum größer werden. Nach den aktuellsten Prognosen wird der Anteil der über 65-Jährigen bis 2070 von 19 % auf 30 % steigen (Anstieg um ca. 60 %). Interessanterweise wird aber der Anteil der Wirtschaftsleistung (BIP), der für Pensionen gezahlt werden wird, nur marginal von ca. 14% auf maximal 15 % im Jahr 2030 zunehmen, um ab 2040 wieder Richtung 14% zu sinken. <strong>Das angesichts der demographischen Verschiebung für nicht stemmbar zu halten, ist absurd.</strong></p>



<p><strong>Warum erwarten wir einen so geringen Anstieg?</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Frauenpensionsalter wird bis 2033 um 5 Jahre auf 65 Jahre gehoben und somit an das der Männer angeglichen</li>



<li>Die Beamtenpensionen laufen aus</li>



<li>Für das selbe Pensionsniveau braucht man mehr Versicherungsjahre</li>



<li>Das effektive Pensionsalter und die Beschäftigung Älterer nehmen zu</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="2160" height="2160" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter.jpg" alt="" class="wp-image-21206" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter.jpg 2160w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-300x300.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-1024x1024.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-150x150.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-768x768.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-1536x1536.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-2048x2048.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-600x600.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 2160px) 100vw, 2160px" /></figure>



<p>Das faktische Pensionsalter ist in den letzten 20 Jahren stark gestiegen: <strong>Das Pensionsalter stieg von 2000 bis 2022 bei Männern um 3,7 Jahre und bei Frauen um 3,4 Jahre. Damit stieg das Pensionsalter stärker als die Lebenserwartung.</strong> Die Lebenserwartung mit 60 stieg im selben Zeitraum bei Frauen um 1,7 Jahre und bei Männern um 2,2 Jahre.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-21207" style="width:1205px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-1024x1024.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-300x300.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-150x150.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-768x768.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-1536x1536.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-2048x2048.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-600x600.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter2-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-21210" style="width:1205px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-1024x1024.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-300x300.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-150x150.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-768x768.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-1536x1536.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-2048x2048.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-600x600.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter4-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Die Beschäftigungsquote Älterer hat sich seit 2000 verdoppelt! Es gibt aber noch Potenzial nach oben.</strong> 2000 waren 28 % der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig, 2022 waren es 56,4 %. <strong>Diesen Trend müssen wir fortsetzen! Die Beschäftigten müssen gesund bis zur Pension arbeiten können!</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-21216" style="width:1205px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-1024x1024.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-300x300.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-150x150.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-768x768.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-1536x1536.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-2048x2048.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-600x600.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/08/nein_anhebung_pensionsalter3-2-500x500.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Durch die gestiegene Beschäftigung ist das Verhältnis Pensionisten zu Erwerbstätigen heute besser als vor 25 Jahren!</strong></p>



<p>Während die Anzahl der über 60-Jährigen je 1.000 15- bis 59-Jährigen seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen ist (von 325 auf 445: +37 %), ist die Pensionsbelastungsquote (Anzahl der Pensionen je 1.000 Versicherte) sogar gesunken: von 619 (2000) auf 577 (2022) -7%.</p>



<p><strong>Das zeigt eindeutig: Der Schlüssel zur Sicherstellung der Finanzierbarkeit des Pensionssystems liegt nicht in einem automatisch steigenden Regelpensionsalter, sondern in steigender Beschäftigung.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Verluste bei Anhebung des Regelpensionsalters von 65 auf 67 Jahre</h4>



<p>Die Anhebung des Regelpensionsalters bringt enorme Verluste. Würde man weiter mit 65 in Pension gehen, hätte man für 2 Jahre Abschläge. Man würde fast eineinhalb Monatspensionen verlieren. Bei Antritt mit 62 sogar 1,7 Monatspensionen.</p>



<p class="rotebox"><strong>Beispiel:</strong> Wenn man 40 Versicherungsjahre hat und im Schnitt 3.000 EUR verdient hat, verliert man durch 2 Jahre zusätzliche Abschläge pro Monat 218 EUR, bzw. 3.050 EUR im Jahr.<br><strong>Das sind 1,7 Monatspensionen bei Antritt mit 62 (5 statt 3 Jahre Abschlag)</strong><br><strong>Das sind 1,4 Monatspensionen bei Antritt mit 65 (2 statt 0 Jahre Abschlag)</strong><br><strong>Verluste in 10 Jahren 30.502 EUR und in 20 Jahren 61.004 EUR</strong></p>



<p><strong>Wir werden eine derartigen Pensionskürzung durch die Anhebung des Pensionsalters nicht akzeptieren und dagegen Widerstand leisten!</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>US-Gewerkschaften im Präsidentschaftswahlkampf</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/05/06/us-gewerkschaften-im-praesidentschaftswahlkampf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2024 07:09:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=20837</guid>

					<description><![CDATA[Während die Kandidaten um die Unterstützung durch Gewerkschaften werben, können diese ihre Forderungen einbringen. Derer mangelt es nicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-1024x683.jpg" alt=" Präsident Joe Biden geht auf den NABTU-Präsidenten Sean McGarvey zu, nachdem er vor der Nationalen Gesetzgebungskonferenz der nordamerikanischen Baugewerkschaft gesprochen hat, Mittwoch, 24. April 2024, in Washington. " class="wp-image-20838" style="width:1450px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/20240424_PD10321.HR_-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsident Joe Biden und Sean McGarvey, Präsident der nordamerikanischen Baugewerkschaft NABTU.<br>Foto: AP Photo/Evan Vucci</figcaption></figure>



<p><strong><strong>Während die Kandidaten um die Unterstützung durch Gewerkschaften werben, können diese ihre Forderungen einbringen. Derer mangelt es nicht.</strong></strong></p>



<span id="more-20837"></span>



<p>„Unsere Mitglieder wollen jemanden, der für sie aufsteht und kämpft. Und das ist genau das, was dieser Präsident gemacht hat.“ Mit diesen Worten erklärte Liz Shuler, Vorsitzende des größten Gewerkschaft-Dachverbandes in den USA, vor rund zehn Monaten, warum ihr Verband offiziell <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dyo3X6JCUbQ" aria-label="Joe Biden als Präsidentschaftskandidat">Joe Biden als Präsidentschaftskandidat</a> unterstützen werde. Der Dachverband namens AFL-CIO – das Kürzel steht für „American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations“ – vertritt laut eigener Angabe <a href="https://aflcio.org/about-us" aria-label="mehr als 12,5 Millionen Mitglieder">mehr als 12,5 Millionen Mitglieder</a>, das sind etwas <a href="https://www.statista.com/statistics/192361/unadjusted-monthly-number-of-full-time-employees-in-the-us/" aria-label="weniger als 10 Prozent aller Vollzeitangestellten">weniger als 10 Prozent aller Vollzeitangestellten</a> in den USA.</p>



<p>Dies war die früheste gewerkschaftliche Unterstützung innerhalb des aktuellen Wahlkampfs, mittlerweile ist sie aber bei weitem nicht die einzige. In den USA ist es durchaus üblich, dass Gewerkschaften Empfehlungen aussprechen. Zuletzt verlautbarte die Baugewerkschaft NABTU, <a href="https://edition.cnn.com/2024/04/23/politics/biden-building-trades-union-endorsement/index.html#:~:text=President%20Joe%20Biden%20delivers%20remarks,%2C%20DC%2C%20on%20April%2024." aria-label="dass sie Biden unterstützen werde">dass sie Biden unterstützen werde</a>. Es ist wenig überraschend, dass dieser die Gelegenheit gleich nutzte, um <a href="https://www.derstandard.at/story/2000145867849/joe-biden-praesentiert-sich-bei-ersten-wahlkampfauftritt-als-anwalt-der" aria-label="eine Rede bei einem NABTU-Kongress zu halten">eine Rede bei einem NABTU-Kongress zu halten</a>. Diese war neben harten Angriffen gegenüber Donald Trump von Forderungen getragen, die gerade im Bereich der Gewerkschaften gut ankommen sollten. „Ich werde den Sozialstaat und Medicare schützen, indem ich die sehr Reichen ihren fairen Beitrag zahlen lasse!“, so der US-Präsident zu Forderungen nach gerechteren Steuermodellen.</p>



<p>Die Möglichkeit, eine offizielle Unterstützung sowie eine Bühne vor Arbeitnehmer:innen zu erhalten, ist von beiden Kandidaten heiß begehrt – und umkämpft. Die Gewerkschaft der Transportarbeiter:innen, die größte Einzelgewerkschaft in den USA, hat sich in der jüngsten Zeit <a href="https://apnews.com/article/teamsters-labor-unions-biden-trump-campaign-91a1c5ab352311d5346878e42227d38b" aria-label="etwa mit beiden Präsidentschaftskandidaten getroffen">etwa mit beiden Präsidentschaftskandidaten getroffen</a>, ohne sofort eine Entscheidung zu fällen, wer unterstützt werden sollte. Denn nicht nur die Kandidaten haben etwas zu gewinnen: In diesen Besprechungen können Gewerkschaften ihre Forderungen einbringen, wie etwa der Vorsitzende der selbigen Gewerkschaft nach dem Treffen erklärt hat, als er sagte, dass noch viel für die Stärkung von Gewerkschaften getan werden müsse.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schwierige Bedingungen für Gewerkschaften</strong></h4>



<p>Gewerkschaften in den USA haben kein leichtes Spiel. Dazu ist wichtig, zu verstehen, dass es die Trennung zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft in dieser Form nicht gibt. Stattdessen ist es in den meisten Fällen so, dass direkt in den Betrieben organisiert und auch verhandelt werden muss. Kollektive Verhandlungen reichen somit meistens nicht über die das einzelne Unternehmen hinaus, wodurch die Arbeit kleinteilig und schwieriger wird. Das hat entsprechenden Konsequenzen, so waren 2023 <a href="https://www.bls.gov/news.release/pdf/union2.pdf" aria-label="nur 6 Prozent in der Privatwirtschaft Gewerkschaftsmitglieder, im öffentlichen Dienst 32,5 Prozent">nur 6 Prozent in der Privatwirtschaft Gewerkschaftsmitglieder, im öffentlichen Dienst 32,5 Prozent</a> – auch wenn die Anzahl der Mitglieder in den letzten Jahren <a href="https://kompetenz-online.at/2023/09/19/aufbruchstimmung-fuer-us-gewerkschaften/" aria-label="stark gestiegen ist">stark gestiegen ist</a>.</p>



<p>Diese ungünstigen Bedingungen für gewerkschaftliche Arbeit ermöglichen ein System, in dem Arbeitsverhältnisse überwiegend auf freiwilliger Basis beruhen. Beschäftigte können daher jederzeit, ohne Grund und fristlos entlassen werden. Dazu kommt, dass es für Bürgerinnen unter 65 Jahren keine bundesweiteten, universell garantierten Sozialleistungen gibt. Solche katastrophalen Arbeitsbedingungen in einem der reichsten Länder der Welt verhindern allgemeinen Wohlstand und tragen dazu bei, dass in den Vereinigten Staaten <a href="https://www.statista.com/statistics/203961/wealth-distribution-for-the-us/#:~:text=In%20the%20third%20quarter%20of,percent%20of%20the%20total%20wealth." aria-label="die reichsten 0,1 Prozent rund 13,6 Prozent des Gesamtvermögens besitzen">die reichsten 0,1 Prozent rund 13,6 Prozent des Gesamtvermögens besitzen</a>.</p>



<p>Anhand dieser Entwicklung lässt sich verstehen, warum sich mehr und mehr Menschen in den USA eine stärkere Gewerkschaft wünschen. Das zeigt sich vor allem bei der jüngeren Generation. Eine im vergangenen Jahr durchgeführt <a href="https://aflcio.org/sites/default/files/2023-08/GBAO%20AFL-CIO%20Labor%20Day%20Poll%20Memo.pdf" aria-label="Umfrage">Umfrage</a> hat gezeigt, dass 88 Prozent der Menschen unter 30 Jahren der gewerkschaftlichen Arbeit positiv gegenüberstehen – das ist ein Höchstwert. Über 90 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe unterstützt zudem Streiks, um für besser Löhne und Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Was die Umfrage außerdem zeigt: Immer mehr Leute sind der Meinung, dass Gewerkschaften dringender benötigt werden als früher.</p>



<p>Eine Stärkung der US-Gewerkschaften würde den Grad an Mitbestimmung in Betrieben, aber auch im ganzen Land steigern. Denn die Präsenz von US-Gewerkschaften hat noch mehr positive Effekte, als man vielleicht annehmen würde. So kam eine <a href="https://www.epi.org/publication/unions-and-ballot-drop-boxes/" aria-label="Studie des Economic Policy Institute">Studie des Economic Policy Institute</a> zu dem Schluss, dass Gebiete in den USA, in denen die gewerkschaftliche Abdeckung höher war, mit einem Abbau von Hürden bei Wahlen einherging. Gute Rahmenbedingungen für gewerkschaftliche Arbeit sind somit ein essenzieller Bestandteil für das Funktionieren demokratischer Mechanismen. Möglichkeiten zur Verbesserung gäbe es genug. Ob und wie diese von einem zukünftigen Präsidenten wahrgenommen werden, wird sich zeigen.</p>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="3xkTw0RxWu"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/12/19/historischer-verhandlungserfolg-von-us-gewerkschaft/" aria-label="Historischer Verhandlungserfolg von US-Gewerkschaft">Historischer Verhandlungserfolg von US-Gewerkschaft</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Historischer Verhandlungserfolg von US-Gewerkschaft&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/12/19/historischer-verhandlungserfolg-von-us-gewerkschaft/embed/#?secret=4HbdBPNHjG#?secret=3xkTw0RxWu" data-secret="3xkTw0RxWu" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="gpfU6RKUNa"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/10/25/us-gewerkschaften-unterstuetzung-von-unten-und-ganz-oben/" aria-label="US-Gewerkschaften: Unterstützung von unten und ganz oben">US-Gewerkschaften: Unterstützung von unten und ganz oben</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;US-Gewerkschaften: Unterstützung von unten und ganz oben&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/10/25/us-gewerkschaften-unterstuetzung-von-unten-und-ganz-oben/embed/#?secret=siEfrE68fT#?secret=gpfU6RKUNa" data-secret="gpfU6RKUNa" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="wHVkUoz3O6"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/09/19/aufbruchstimmung-fuer-us-gewerkschaften/" aria-label="Aufbruchstimmung für US-Gewerkschaften?">Aufbruchstimmung für US-Gewerkschaften?</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Aufbruchstimmung für US-Gewerkschaften?&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/09/19/aufbruchstimmung-fuer-us-gewerkschaften/embed/#?secret=MDVE670Mfe#?secret=wHVkUoz3O6" data-secret="wHVkUoz3O6" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<item>
		<title>„Um gut beraten zu können, muss man auch gut geschult sein“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/07/28/um-gut-beraten-zu-koennen-muss-man-auch-gut-geschult-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jul 2023 08:24:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[All-In-Vertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Fachhochschule MCI]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPA]]></category>
		<category><![CDATA[Heidi Danzl]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
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					<description><![CDATA[Heidi Danzl gehört dem Betriebsrat an der Fachhochschule MCI &#124; Die Unternehmerische Hochschule® seit seiner Gründung 2011 an. Danzl ist aber auch Vorsitzende der GPA Frauen in Tirol. Das Eintreten für Betriebsrats- und Frauenbelange ist für sie auch „ein wichtiger Teil meiner Freizeit“.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-20020" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Heidi-Danzl_GPa-Tirol_Frauenvorsitzende.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Heidi Danzl gehört dem Betriebsrat an der Fachhochschule MCI | Die Unternehmerische Hochschule® an und ist Vorsitzende der GPA Frauen in Tirol.</strong><br>Foto: GPA Tirol</figcaption></figure>



<p><strong>Heidi Danzl gehört dem Betriebsrat an der Fachhochschule MCI | Die Unternehmerische Hochschule® seit seiner Gründung 2011 an. Danzl ist aber auch Vorsitzende der GPA Frauen in Tirol. Das Eintreten für Betriebsrats- und Frauenbelange ist für sie auch „ein wichtiger Teil meiner Freizeit“.</strong></p>



<span id="more-20019"></span>



<p>Als sich 2011 am MCI erstmals ein Betriebsrat formierte, war Danzl klar: Da möchte sie dabei sein. „Der Betriebsrat ist eine wichtige Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen und den Bedürfnissen des Betriebs“, sagt sie. Der Betriebsrat verfüge über rechtliches Know-how und wisse, wo die Möglichkeiten für und die Grenzen von guten Arbeitsbedingungen lägen. Sie selbst hat dabei auch einiges an Aus- und Fortbildungen absolviert, um dieser Funktion auch bestmöglich nachkommen zu können: Danzl besuchte bereits 2008 das Betriebsrät:innen-Kolleg der Arbeiterkammer, später die Gewerkschaftsschule und zuletzt einen frauenpolitischen Lehrgang am Renner Institut Tirol. „Um gut beraten zu können, muss man auch gut geschult sein.“</p>



<p>Beratung vor allem in Sachen Dienstverträge ist eine wichtige Aufgabe des Betriebsrats am MCI. „Fachhochschulen gehören in Österreich zu den zwei Prozent der Branchen, in denen es keinen Kollektivvertrag gibt“, so Danzl. Daher seien Fragen zu Gehalt und Gehaltseinstufungen seitens der Kolleg:innen häufig. Oft geäußerte Anliegen seien zudem eine gute Work-Life-Balance, ein zeitgemäßes Arbeiten – Stichwort Home-Office (am MCI Remote Working genannt) – sowie Flexibilität. Das Gros der Verträge seien All-in-Verträge. Oft befasse sich der Betriebsrat daher mit Anfragen, wie das Arbeitsleben gut mit dem Privatleben unter einen Hut gebracht werden könne.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Remote Work</h4>



<p>Betriebsvereinbarungen gebe es am MCI zwar grundsätzlich, allerdings noch keine zum Bereich Remote Working, sondern dazu jeweils standardisierte Einzelvereinbarungen mit den Beschäftigten. Ja, da gebe es „Luft nach oben“, betont Danzl, sagt aber auch, dass in einer Einrichtung wie dem MCI mit seinen relativ flachen Hierarchien und der großen Anzahl von wissenschaftlich Tätigen sowie Lehrenden und eben unter Einbindung des Betriebsrats meist gute Lösungen gefunden werden könnten. Ziel sei es aber natürlich, gute Lösungen für alle Mitarbeiter:innen in Betriebsvereinbarungen festzuhalten.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p></p>



<p>Ebenso Ziel der gesamten Branche sei der Abschluss eines Kollektivvertrags. „Das ist ein zentrales Anliegen und da gibt es auch schon eine gute Vernetzung mit Betriebsrät:innen an anderen Fachhochschulen in Österreich.“ Dabei sei auch die GPA eingebunden. Das Hauptproblem sei allerdings, dass es hier auf Arbeitgeber:innenseite keinen kollektivvertragsfähigen Verband gebe. „Die Arbeitgeber:innen müssten erst einen Verband gründen, damit das möglich wäre.“ Und das kommt dem Bohren harter Bretter gleich.</p>



<p>Letzteres erlebt Danzl auch im Bereich der Frauenpolitik – sie engagiert sich hier sowohl in der GPA, wo sie den GPA-Frauen in Tirol als Vorsitzende vorsteht, als auch bei den SPÖ-Frauen in Innsbruck. Die Frage, warum es auch 2023 noch wichtig sei, sich für Frauenbelange einzusetzen, beantwortet sie so: „Weil es immer noch so wirkt, als wäre ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben ein Privileg der Männer.“ Hier sei hinsichtlich der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen noch viel zu tun: „Kinderbetreuung und Care Arbeit gehören besser verteilt.“</p>



<p>Dafür setzt sie sich in all ihren Funktionen ein. Als Betriebsrätin sieht sie beispielsweise, wie schwierig es für Frauen ist, die nach einer Babykarenz Teilzeit arbeiten, in eine Führungsposition aufzusteigen. Als Gewerkschafterin setzt sie sich dafür ein, dass es einerseits einen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit gibt und andererseits Belastungen und Aufgaben des Alltags gleichmäßiger auf die Geschlechter verteilt werden. „Es ist immer noch so, dass hauptsächlich Frauen für die Kinderbetreuung und Care Arbeit zuständig sind, doch da geht sich Vollzeit zu arbeiten dann meist nicht aus. Weniger Einkommen bedeutet später aber auch weniger Pension und damit droht Altersarmut. Das muss anders werden.“</p>



<p class="blauebox"><strong>Zur Person:</strong><br>Heidi Danzl, geb. 1978 in Innsbruck, nach der Matura zunächst mehrere Jobs im Bereich Sekretariat und Administration. Seit 2002 an der Fachhochschule MCI | Die Unternehmerische Hochschule® beschäftigt, dabei seit sechs Jahren im Assistenzbereich im Studiengang Soziale Arbeit tätig. 2012 Abschluss des berufsbegleitenden Studiums „Wirtschaft und Management“ am MCI mit dem Bakkalaureat. Seit 2011 im Betriebsrat der Fachhochschule engagiert. Danzl ist zudem Tirols Wirtschaftsbereichsvorsitzende für den Bereich Forschung, Bildung &amp; Organisationen sowie Vorsitzende der GPA-Frauen Tirol und engagiert sich bei den SPÖ-Frauen in Innsbruck.</p>
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		<item>
		<title>„Runter von der Bremse!“ Petition für eine Erhöhung des Kilometergeldes</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/07/06/runter-von-der-bremse-petition-fuer-eine-erhoehung-des-kilometergeldes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 10:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[GPA]]></category>
		<category><![CDATA[IG External]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Interessengemeinschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Manuela Willner]]></category>
		<category><![CDATA[Melanie Lechner]]></category>
		<category><![CDATA[Teuerung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=19952</guid>

					<description><![CDATA[Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19958" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong></p>



<span id="more-19952"></span>



<p>Seit 2008, also seit 15 Jahren, wurde das amtliche Kilometergeld nicht mehr an die Inflation angepasst. Daher schlagen die Betriebsrät:innen und Gewerkschafter:innen der ‚IG External‘ in der Gewerkschaft GPA Alarm. Sie fordern dringend eine Erhöhung auf 60 Cent und laden alle Betroffenen und Unterstützer:innen ein, die kürzlich gestartete Petition zu unterschreiben.</p>



<p class="rotebox"><strong>Runter von der Bremse!</strong> Jetzt die <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Online-Petition (öffnet in neuem Tab)">Online-Petition</a></strong> unterschreiben!</p>



<p>Melanie Lechner und Manuela Willner, beide Betriebsrätinnen in der Generali Versicherung, finden es hoch an der Zeit, den Spesenersatz an die tatsächlich anfallenden Kosten anzupassen: „Für die Betroffenen bedeutet das zu niedrige Kilometergeld wegen der massiv gestiegenen Preise tausende Euro an Mehrkosten, die nicht abgegolten werden“, kritisiert Willner und Lechner pflichtet ihr bei: „Das Thema beschäftigt uns schon länger. Aber jetzt, wo durch die extreme Teuerung der letzten Monate die Kosten explodieren, bekommt es nochmals eine andere Brisanz.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Online-Petition</h4>



<p>Die neu gestartete Petition auf <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="www.interesse.at (öffnet in neuem Tab)">www.interesse.at</a></strong> kann den ganzen Sommer über unterschrieben werden. Im Herbst wird die Petition zusammen mit den Unterschriften dann dem zuständigen Bundesminister Werner Kogler überreicht.</p>



<p>Gestartet wurde die Initiative von der ‚IG External‘, einer der fünf Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA. Die IG External vernetzt Beschäftigte, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten wie beispielsweise der mobile Pflegedienst, Verkaufsaußendienst u. v. m. Die Petition und Kampagne für ein höheres Kilometergeld wird auch von den anderen vier Interessengemeinschaften unterstützt, denn es gibt hier viele Überschneidungen: So arbeiten zahlreiche Beschäftigte z. B. aus der IT (IG IT) oder aus Gesundheits- und Sozialberufen (IG Social) ebenfalls im Außendienst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht kostendeckend</h4>



<p>Zahlreiche Arbeitnehmer:innen müssen für berufliche Zwecke ihr Privatauto nutzen. Nur ganz wenige verfügen über einen Dienstwagen, die Mehrheit fährt mit dem privaten Pkw. Das amtliche Kilometergeld, das diesen Aufwand ausgleichen soll, beträgt seit 2008 unverändert 42 Cent. Allerdings sind die Preise für Sprit, Werkstatt, Service, etc. massiv gestiegen, was für die betroffenen Arbeitnehmer:innen eine enorme Belastung darstellt.</p>



<p>„Die meisten glauben, es gehe hier nur um die Treibstoffkosten. Aber bei den privaten PKW‘s fallen auch die Kosten für die Anschaffung, die regelmäßige Wartung und Reparaturen an, auch das sollte das Kilometergeld eigentlich abdecken. Aufgrund der Teuerung sind die Preise beim Automechaniker ebenfalls stark angestiegen“, erklärt Lechner. Sie hat ausgerechnet, dass seit der letzten Erhöhung des Kilometergeldes im Jahr 2008 die mit dem Auto verbundenen Preise um ca. 40 Prozent gestiegen sind.</p>



<p>Das Gegenargument, das von der Politik vorgebracht wird, lautet: Ein höheres Kilometergeld würde die Beschäftigten dazu anhalten, ihr Auto verstärkt zu nutzen, anstatt aus Klimaschutzgründen auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. „Das geht leider an der Problematik total vorbei“, kritisiert Willner, „vor allem im ländlichen Raum ist es praktisch unmöglich, seine Kund:innen oder Patient:innen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“ Aber auch in städtischen Ballungsgebieten, wo die Öffi-Anbindung gut ausgebaut ist, ist es nicht unbedingt von Vorteil, den Bus oder die Tram zu nutzen. „Auch hier geht deutlich mehr Zeit verloren als mit dem Auto. Der Termindruck ist hoch und manche Berufsgruppen müssen Arbeitsmaterial oder Hilfsmittel transportieren. Soll eine Physiotherapeutin ihre Massageliege im Bus mitnehmen?“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hohe Auslagen, niedrige Gehälter</h4>



<p>Es trifft noch dazu viele Berufsgruppen, die ohnehin schon keine üppigen Gehälter beziehen, wie z. B. Beschäftigte in der mobilen Pflege oder junge Verkäufer:innen und Vertreter:innen. „Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Danach kam die Benzinpreiserhöhung in voller Härte, und nun macht ihnen, so wie uns allen, die extreme Teuerung zu schaffen“, berichtet Willner. Sie kennt in ihrem Unternehmen junge Kolleg:innen im Außendienst, die von niedrigen Einstiegsgehältern und Provisionen ihre Miete zahlen müssen. „Mit ihren privaten PKW‘s zahlen sie drauf,“ kritisiert Willner.</p>



<p>Die Fahrtkosten müssen außerdem vorfinanziert werden. Entweder der Arbeitgeber erstattet monatlich die Auslagen zurück, oder man erhält einmal jährlich beim Arbeitnehmer:innen-Ausgleich seine Kosten übers Finanzamt zurück. „Nur einmal jährlich, da kommt eine hübsche Summe zusammen, die man davor auslegen musste! Und unterm Strich bleiben die Beschäftigten auf einem Minus sitzen, denn das Kilometergeld von nur 42 Cent ist längst nicht mehr kostendeckend“, kritisiert Lechner.</p>



<p>Ein weiteres wichtiges Thema für die IG External in Hinblick auf die Teuerungsdiskussion sind außerdem die Tagsätze bei Auslandseinsätzen, denn auch sie sind über viele Jahre nicht angepasst worden. Deshalb kommen auf international Reisende weitere Zusatzkosten zu.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unattraktiver Außendienst?</h4>



<p>Das macht Berufe im Außendienst letztlich ein Stück weit unattraktiv: „Besonders Berufseinsteiger:innen werden auf diese Weise abgeschreckt,“ findet Lechner. In den Gesundheits- und Pflegeberufen ist das ein weiteres Argument , das gegen diese Jobs spricht. Aufgrund der großen physischen und psychischen Belastung und dem zunehmenden Zeitdruck herrscht in dieser Berufsgruppe derzeit bereits ein akuter Arbeitskräftemangel, ergänzt Willner: „Wer ohnehin schon unter Stress steht, weil er von einem Patienten zum nächsten hetzt, der will nicht noch auf seinen Transportkosten sitzen bleiben. Wenn wir wollen, dass Berufsgruppen, die auf ihren eigenen PKW angewiesen sind, wieder attraktiver werden, so muss sich rasch etwas ändern.“</p>



<p class="blauebox">Die <strong>Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA</strong> bringen Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. Zum Austausch von Erfahrungen, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer beruflicher Interessen.<br><br>Die 5 Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA:<br><br><strong>IG External</strong> – Die Interessengemeinschaft für alle, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten<br><strong>IG Social</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen<br><strong>IG Flex</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen mit atypischen Beschäftigungen<br><strong>IG IT</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in IT-Berufen<br><strong>IG Professional</strong> – Die Interessengemeinschaft für Führungskräfte und Fachexpert:innen</p>
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			</item>
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		<title>„Die Jugendarbeit ist vielfältig und sehr wertschätzend!“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/07/05/die-jugendarbeit-ist-vielfaeltig-und-sehr-wertschaetzend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2023 13:25:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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					<description><![CDATA[Bundesjugendsekretärin Isabella Höferer vertritt die Anliegen der Lehrlinge und Schüler:innen mit viel Engagement und Fachwissen. Die KOMPETENZ hat sie zur Wahl des Jugendvertrauensrats in den Baukonzern Porr begleitet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19935" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01560.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Gottfried Hatzenbichler (Betriebsratsvorsitzender), Isabella Höferer (Bundesjugendsekretärin in der GPA) und Farzin Weysi (GPA Jugend Wien).</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Bundesjugendsekretärin Isabella Höferer vertritt die Anliegen der Lehrlinge und Schüler:innen mit viel Engagement und Fachwissen. Die KOMPETENZ hat sie zur Wahl des Jugendvertrauensrats in den Baukonzern Porr begleitet.</strong></p>



<span id="more-19934"></span>



<p>Der Sitzungssaal im zwanzigsten Stock des Porr-Tower in Wien Favoriten ist bis auf den letzten Platz besetzt. Über 50 Lehrlinge aus dem Bauunternehmen haben sich zur Wahl des Jugendvertrauensrates eingefunden. Die jungen Frauen und Männer &#8211; einige von ihnen sind in Arbeitskleidung direkt von ihrer Baustelle gekommen &#8211; bewundern zunächst die grandiose Aussicht auf die Stadt.</p>



<p>Doch dann geht es rasch zur Sache: Der neue Jugendvertrauensrat soll gewählt werden, turnusmäßig nach 2 Jahren. Alle zeigen reges Interesse an der Wahl und beteiligen sich an der Diskussion, die die Gewerkschaftssekretär:innen starten: Isabella Höferer, Bundesjugendsekretärin in der GPA, ist mit ihrem Kollegen Farzin Weysi (GPA Jugend Wien) gekommen, gemeinsam mit Peter Reitter (Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft Bau-Holz) werden sie die Wahl begleiten. Eine gute Gelegenheit auch, um mit den Jugendlichen über deren Anliegen und über gewerkschaftliche Vertretung im Betrieb zu diskutieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19971" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01567-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Ein neuer Jugendvertrauensrat soll gewählt werden. Etwa 50 Lehrlinge sind in den Sitzungssaal im zwanzigsten Stock des Porr-Tower gekommen. Betriebstrat Gottfried Hatzenbichler erklärt, wie Betriebsrat und Jugendvertrauensrat im Unternehmen zusammen arbeiten. </strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p>Die Lehrlinge der Porr sind sowohl junge Arbeiter:innen in Ausbildung, wie z.B. angehende Maurer, Hochbau- oder Tiefbau-Lehrlinge, aber der Betrieb bildet auch Lehrlinge in kaufmännischen oder bautechnischen Berufen aus, die von der GPA betreut werden.</p>



<p>Höferer, Weysi und Reitter erklären zunächst den genauen Ablauf der Wahl: Es werden nicht einzelne Personen gewählt, sondern ein Team, mittels Wahlzettel kann man dafür oder dagegen stimmen. Natürlich ist die Abstimmung geheim. „Ein JVR ist ein erkämpftes Recht, auf das wir alle stolz sind“, betont Höferer. „Ihr habt eine Ansprechperson, die so alt ist wie ihr selber und eure Sorgen und Nöte besser versteht.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kollektivvertrag</h4>



<p>Nicht nur die JVR-Wahl, auch die Kollektivverträge nehmen in der Diskussion viel Raum ein: Was steht denn eigentlich drin, in einem KV, und was steht im Gesetz? Gibt es einen Mindestlohn in Österreich? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen seitens der Jugendlichen. „Der KV regelt Löhne und Gehälter, daher gibt es keinen Mindestlohn, so wie in anderen Ländern“, beantwortet Höferer die Frage, „In Österreich haben wir eine KV-Abdeckung von über 98 Prozent, daher brauchen wir keinen Mindestlohn. Damit das so bleibt, sind starke Gewerkschaften wichtig!“ Der Kollektivvertrag regelt außerdem auch Arbeitszeit, Zulagen, Pausen, Urlaubstage, u.v.m., jeweils für die ganze Branche. Und das Weihnachts- und das Urlaubsgeld, steht das eigentlich im Gesetz? Die meisten glauben nein. „Richtig, das steht im KV!“, betont Höferer, „Noch ein Grund, warum gute Kollektivverträge so wichtig sind! In Deutschland z.B. haben die Beschäftigten kein 13. und 14. Gehalt.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19972" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/DSC01587-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Isabella Höferer und Farzin Weysi von der Gewerkschaft GPA Jugend erklären, wie die Wahl abläuft. </strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p>Ehe schließlich die Wahl beginnt, lassen es sich GBH-Vorsitzender Josef Muchitsch und Porr-CEO Karl-Heinz Strauss nicht nehmen, den Lehrlingen einen persönlichen Besuch abzustatten und eine kurze Ansprache zu halten. Beide betonen darin ganz besonders die Partnerschaft von Gewerkschaften und Unternehmensleitung im Konzern und die Wichtigkeit von Jugendvertrauensrat und Betriebsrat. Dass hier sowohl der GBH-Vorsitzende, als auch der CEO sich eigens herbemühen, spiegelt die Wertschätzung wieder, die der Konzern seinen Lehrlingen entgegenbringt. Lehrstellen in diesem Unternehmen sind entsprechend begehrt, mit guten Karriereaussichten nach dem Abschluss.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erfolge der GPA Jugend</h4>



<p>In den vergangenen Jahren hat die GPA Jugend gemeinsam mit den anderen Jugendgewerkschaften einiges für ihre Mitglieder erreichen können. Höferer berichtet von der letzten KV-Runde: „Die Kollektivvertragsabschlüsse lagen bei knapp 10 Prozent und deutlich über der Teuerung.“ Dafür gibt es Applaus seitens der Lehrlinge. Ein anderer wichtiger Erfolg der letzten Jahre: Seit 2018 müssen Lehrlinge nicht mehr fürs Internat beim Besuch der Berufsschule bezahlen: „Dafür haben wir uns damals mit einer großen Kampagne eingesetzt, davor war das Internat empfindlich teuer“, berichtet Höferer.</p>



<p>Die Gewerkschaftsjugend bietet den Jugendvertrauensrät:innen inhaltliche Unterstützung bei allen Fragen oder Problemen im Betrieb an sowie Seminare und Weiterbildungen. Bei allen Beratungsgesprächen besteht natürlich immer Verschwiegenheitspflicht, „es heißt nicht umsonst JungendVERTRAUENsrat“, betont Höferer. Und nicht zuletzt besteht auch für alle – Lehrlinge und JVR &#8211; die Möglichkeit, bei der Gewerkschaft GPA mitzuarbeiten, „unsere Tür steht euch offen!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wahl</h4>



<p>Dann wird gewählt. Während sich alle vor der Wahlurne anstellen, verteilt Höferer Stimmzettel und plaudert mit den Lehrlingen. Nach einer Pause zum Auszählen der Stimmzettel wird das Ergebnis verkündet: Mit überwältigender Mehrheit und nur zwei Gegenstimmen hat das kandidierende JVR-Team die Wahl gewonnen. Man gratuliert einander, die frisch gewählten Jugendvertrauensrät:innen des Teams halten jede/r eine kurze Dankesrede. Zum Abschluss drängen sich alle Lehrlinge noch auf ein – sehr großes! – Gruppenfoto.</p>



<p class="blauebox"><strong>ZUR PERSON:</strong><br>Isabella Höferer hat eine Lehre zur Industriekauffrau bei der Fernwärme Wien erfolgreich abgeschlossen. Auch sie war damals selbst als Jugendvertrauensrätin engagiert. Bereits während ihrer Lehrzeit war sie in der Unternehmenskommunikation tätig. Sie bildete sich danach in diesem Bereich weiter, denn: „Gute Kommunikation“, sagt sie, „ist für mich das um und auf, gerade auch in meinem aktuellen Job.“ Man merkt, dass sie ein Profi ist, wenn sie sich kompetent und schlagfertig in der Diskussion den Fragen der Lehrlinge stellt. Seit 2012 arbeitet sie für die GPA Jugend, anfangs als Assistentin, dann als Jugendsekretärin, und seit September 2022 ist sie als Bundesjugendsekretärin tätig. Wenn sie sich mit einem Wort beschreiben müsste? „Das wäre „situationselastisch“! Die Jugendarbeit ist vielfältig und sehr wertschätzend.“</p>



<p class="rotebox">Die <strong>GPA Jugend</strong> ist die laute Stimme für Fairness in der Arbeitswelt: faire Arbeitszeiten, faire Entlohnung und eine gute Ausbildung! Wende dich an uns, wenn du Fragen zu deinen Rechten hast oder wenn du einen JVR gründen willst.<strong><br>050301/21510 oder jugend@gpa.at</strong></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Herr Dörre, wie wollen Sie einen Mechaniker überzeugen, in die Pflege zu gehen?“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/05/04/herr-doerre-wie-wollen-sie-einen-mechaniker-ueberzeugen-in-die-pflege-zu-gehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 May 2023 12:05:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
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					<description><![CDATA[In ihrer Arbeit müssten Gewerkschaften mehr in die Breite gehen und künftig nicht nur Lohnzuwächse, sondern auch Arbeitszeitverkürzungen erstreiten, fordert der Soziologe Klaus Dörre im KOMPETENZ-Interview.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19764" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-20-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Soziologe Klaus Dörre</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>In ihrer Arbeit müssten Gewerkschaften mehr in die Breite gehen und künftig nicht nur Lohnzuwächse, sondern auch Arbeitszeitverkürzungen erstreiten, fordert der Soziologe Klaus Dörre im KOMPETENZ-Interview.</strong></p>



<span id="more-19763"></span>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> In Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Portugal, Spanien erleben wir derzeit die größten sozialen Proteste seit Jahren. Was passiert da?</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Es gibt nicht das eine übergreifende Thema. In Portugal sind es die LehrerInnen, die streiken, in Frankreich ist es die Rentenreform, die die Menschen auf die Straße treibt, in Großbritannien und Deutschland spielt der Verkehrssektor eine große Rolle. Man muss genau hinschauen, aber die übergreifenden Themen sind Inflation und die Folgeschäden der neoliberalen Politik: Privatisierung, Flexibilisierung und Prekarisierung von Arbeit. Das Ganze ist nach wie vor verbunden mit einer deutlichen Abwertung aller sorgenden, pflegenden, erziehenden und bildenden Tätigkeiten, also den personenbezogenen Dienstleistungen oder Dienstleistungen generell. Und da gibt es ein Erwachen, da Gruppen, wie die ErzieherInnen, ein „Facharbeiterinnen-Bewusstsein“ entwickeln: „Wir klagen ein, was wir der Gesellschaft eigentlich wert sein müssen!“. Da geht es nicht nur um Lohn- und Gehaltsfragen, das sind Fragen nach gesellschaftlicher Anerkennung, der Bedeutung der eigenen Tätigkeit in der Gesellschaft.</p>



<p>Wenn man sich anschaut, wer die Streiks trägt, beispielsweise der 24-stündige Verkehrsstreik in Deutschland, hat man gesehen, welche Power da drinsteckt. Die Gewerkschaften sind in der Lage, das ganze öffentliche Leben nahezu lahmzulegen, wenn sie koordiniert und solidarisch handeln. Eine neue Entwicklung ist, dass diese Streiks von den schlecht entlohnten Gruppen getragen werden.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Das sind alles Gruppen, die nicht unbedingt dafür bekannt sind, besonders streikfreudig zu sein …</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Ja, gerade im sozialen Dienstleistungsbereich ist das eine Entwicklung, die einen langen Vorlauf an Organizing-Maßnahmen hat, also auch an neuen Formen gewerkschaftlicher Interessenspolitik. Beispielsweise hat ver.di gemerkt, dass es auf dem konventionellen Weg immer weniger funktioniert. Man kann nicht einfach warten, bis die Leute von selbst in die Gewerkschaft eintreten. Die Voraussetzung für die Erfolge, die die deutschen Gewerkschaften im Gesundheitssektor einfahren konnten, war gezieltes Organizing auch außerhalb der Gewerkschaftsstrukturen, Bündnisarbeit in die Gesellschaft rein. Das wird immer wichtiger, die gesellschaftliche Macht von Gewerkschaften ist ein entscheidender Faktor.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Gewerkschaftliche Arbeit soll also mehr in die Breite gehen?</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Gewerkschaften können über soziale Bewegungen nicht alles ausgleichen, was sie institutionell ausmacht, aber das Bewegungselement wird immer wichtiger. Man muss festhalten: Gewerkschaften verzeichnen derzeit allein aufgrund der neuen Verhältnisse am Arbeitsmarkt, durch den Fach- und Arbeitskräftemangel, einen Machtzuwachs. Qualifizierte Beschäftigte können derzeit individuell entscheiden, dorthin zu gehen, wo die Bedingungen für sie am günstigsten sind. Das führt dazu, dass manche Unternehmen die 35 Stunden Woche oder sogar 32 Stunden Woche einführen, weil sie um Arbeitskräfte konkurrieren.</p>



<p>Außerdem hängt die Organisationsmacht der Gewerkschaft nicht alleine von der Mitgliederzahl ab, sondern sie steigt in dem Maße, wie man bewusst handelnde Mitglieder hat. Auch da hat sich einiges getan. Weil jetzt junge Leute nachkommen, auch in den Führungsriegen, die kämpfen wollen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19767" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/05/Megatrends-19-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Klaus Dörre bei einer <a href="https://www.gpa.at/themen/digitalisierung/arbeit-2030" data-type="URL" data-id="https://www.gpa.at/themen/digitalisierung/arbeit-2030" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="österreichweiten BetriebsrätInnenkonferenz der Gewerkschaft GPA (öffnet in neuem Tab)">österreichweiten BetriebsrätInnenkonferenz der Gewerkschaft GPA</a> unter dem Motto &#8222;Arbeit 2030: Megatrends &#8211; neue Chancen und was für uns zu tun ist&#8220;.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Gewerkschaftliche Macht hängt stark an guten Lohnabschlüssen, das heißt an permanentem Wirtschaftswachstum. Die sozialpartnerschaftliche Logik wird durch die Klimakrise stark in Frage gestellt. Permanentes Wachstum ist nicht mit den planetaren Grenzen vereinbar. Was bedeutet das für die Gewerkschaften?</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Dass sie den Fokus der Interessenvertretung erweitern müssen. Es gibt Bereiche, in denen Gewerkschaften mit der Klimabewegung eng kooperieren können. Aber es gibt auch Bereiche, etwa in den Carbon Branchen, in der Industrie, wo es nicht einfach werden wird. Es ist wichtig, dass man das Gemeinsame in den Vordergrund stellt und das Trennende nach hinten rückt, ohne das Trennende zu verschweigen.</p>



<p>Bezogen auf die gewerkschaftliche Interessenspolitik werden Felder jenseits des Lohns wichtiger. Der Lohn ist bedeutsam, gerade unter Inflationsbedingungen. Aber die Frage der Arbeitszeitverkürzung ist ein wichtiger Punkt. Dass die IG Metall die Vier-Tage Woche in 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich fordert, bedeutet, dass Wohlstandszuwachs über die Reduktion der Arbeitszeit kommen soll. Das hat sich auch schon in anderen Tarifabschlüssen gezeigt, bei der Bahn und im Metallsektor. Das heißt, der Wohlstand bemisst sich in unseren Breitengraden, wenn ein bestimmtes Grundniveau an materiellen Gütern und Dienstleistungen gesättigt ist, stark an der frei verfügbaren Zeit.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Sozialökologische Transformation bedeutet auch, dass Jobs in der Industrie verlorengehen werden. Konkret: Wie wollen Sie einen Mechaniker davon überzeugen, in die Pflege zu gehen?</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Erstens wird die Industriearbeit nicht aussterben, sondern im Zuge der sozialökologischen Transformation wird auch industrielle Arbeit neu entstehen, etwa in der Produktion von Batterien und der Recycling-Wirtschaft. Zweitens müssen Pflegetätigkeiten deutlich höher entlohnt werden und Qualifizierungs- und Umschulungsmöglichkeiten angeboten werden. Drittens müssten diese Tätigkeiten die gesellschaftliche Anerkennung genießen, die sie verdienen. In einem Opel-Werk in Eisenach (Thüringen; Anm. d. Red.) habe ich mal gefragt: Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, wollt ihr mir dann erzählen, dass ihr euch in der industriellen Bandarbeit, mit 52 Sekunden-Takten, zwei neun Minuten Pausen und einer 23 Minuten Pause, besser entfalten könntet? Es wird eine Menge Überzeugungsarbeit brauchen, aber es ist keine unmögliche Aufgabe.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Zukunftsforscher Tristan Horx geht davon aus, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung könnten uns zukünftig von monotoner Arbeit befreien und es bliebe mehr Raum für kreative, erfüllende Tätigkeiten. Der Sinn der Arbeit werde in den Vordergrund rücken. Entspräche das Ihren Vorstellungen?</p>



<p><strong>Klaus Dörre:</strong> Ich stimme Horx in vielem zu, aber möchte an mindestens zwei Stellen kritisch einhaken. Erstens möchte ich fragen: Wer entscheidet über den Einsatz von Technik? Wir haben in Thüringen nach dem Recht auf Homeoffice gefragt. 77 Prozent der befragten Geschäftsführungen lehnen das ab. In den Chefetagen herrscht nach wie vor die Befürchtung vor, dass diejenigen, die im Homeoffice arbeiten, Urlaub machen. Das ist unbegründet, denn viele Studien belegen, dass die Arbeitsproduktivität im Homeoffice durchschnittlich um 4 Prozent wächst. Aber die GeschäftsführerInnen haben Angst, die Kontrolle über den Arbeitsprozess zu verlieren. Sie haben aber die Verfügungsgewalt über Produktionsmittel, die mit darüber entscheidet, wie digitale Technik eingesetzt wird.</p>



<p>Zweiter Punkt: Welche Relevanz hat die Frage nach dem Sinn der Arbeit bezogen auf die konkreten Arbeitsprozesse? Wenn Sie bei VW im Baunatal (Hessen; Anm. d. Red) in einem 30 Sekunden Takt am Band arbeiten, dann ist der Geschäftsführung die Sinnfrage völlig egal &#8211; Sie haben ihre Stückzahlen zu erbringen. Damit ist nicht falsch, was Horx sagt, aber er blendet alle Machtfragen systematisch aus.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zur Person:</h4>



<p>Klaus Dörre, geb. 1957, ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In seiner Forschung beschäftigt er sich u.a. mit der sozialökologischen Transformation und den dadurch entstehenden Herausforderungen für BetriebsrätInnen, Gewerkschaften und Beschäftigte.</p>
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		<title>EU: Neue Regeln für Plattformarbeit</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/01/27/eu-neue-regeln-fuer-plattformarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jan 2023 12:35:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Evelyn Regner]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Plattformarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Scheinselbstständigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sophia Reisecker]]></category>
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					<description><![CDATA[Scheinselbständigkeit, schlechte Entlohnung, Umgehung des Arbeitsrechts – die Plattformarbeit unterbietet alle Standards. Apps und Algorithmen kontrollieren die Beschäftigten. Um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihre Rechte zu schützen, ist nun eine europäische Richtlinie in Vorbereitung.]]></description>
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<p><strong>Scheinselbständigkeit, schlechte Entlohnung, Umgehung des Arbeitsrechts – die Plattformarbeit unterbietet alle Standards. Apps und Algorithmen kontrollieren die Beschäftigten. Um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihre Rechte zu schützen, ist nun eine europäische Richtlinie in Vorbereitung.</strong></p>



<span id="more-19376"></span>



<p>Immer mehr Dienstleistungen werden über Online-Plattformen vermittelt und abgewickelt. Von den in den Städten allgegenwärtigen Lieferdiensten und FahrradbotInnen über Reinigungskräfte und ClickworkerInnen bis hin zu ÜbersetzerInnen, NachhilfelehrerInnen und Kreativschaffenden, das Geschäftsmodell breitet sich mehr und mehr aus.</p>



<p>Auf den ersten Blick bietet diese Arbeitsorganisation scheinbar Vorteile für beide Seiten. Für die Beschäftigten sind die Einstiegsbarrieren meist niedrig: Für Lieferservices benötigt man z.B. ein Fahrrad oder einen Führerschein, aber keine Ausbildung oder Sprachkenntnisse.</p>



<p>Die meisten Plattformen verstehen sich allerdings als reine Vermittler, nicht als Arbeitgeber. Auf diesem Weg können sie das geltende Arbeitsrecht umgehen: Sie finanzieren sich über Provisionen und kommen um die Zahlung von Sozialabgaben und KV-Löhnen herum. Damit liegt das gesamte Risiko bei den ArbeiterInnen. Sie sind nicht fest angestellt, sondern selbständig – was in Wahrheit bedeutet: scheinselbständig, da da sie Weisungen von der Plattform bekommen und daher de facto wie ArbeitnehmerInnen tätig sind.“</p>



<p>Gegen diese Scheinselbständigkeit bringen Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen-Vertretungen schon seit Jahren massive Bedenken vor, da die zumeist international agierenden Plattformen das Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht umgehen: „Ein neuer rechtlicher Rahmen auf EU-Ebene ist längst überfällig!“ betont Sophia Reisecker, Internationale Sekretärin in der Gewerkschaft GPA. Sie kritisiert vehement die Arbeitsbedingungen der Plattformbeschäftigten: „Kein Anspruch auf Urlaub oder bezahlten Krankenstand, kein Kündigungsschutz, Überwachung während der Arbeitszeiten – die Liste ist lang! Das Geschäftsmodell vieler Plattformbetreiber fällt hinter alle arbeitsrechtlichen Standards zurück und beruht darauf, Kosten durch prekäre Arbeitsbedingungen zu sparen und selbst daran gut zu verdienen.“</p>



<p>Da es notwendig wurde, die Plattformarbeit in Europa zu regulieren, legte die EU-Kommission 2021 einen Vorschlag für eine Richtlinie für Plattform-ArbeiterInnen auf den Tisch. Ende 2022 hat sich der Sozialausschuss des EU-Parlaments auf eine gemeinsame Position zu den neuen Regelungen geeinigt. Nun verhandeln Parlament, Kommission und Ministerrat im Trilog, Anfang Februar wird es voraussichtlich zur Abstimmung im Plenum des europäischen Parlaments kommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stark wachsender Sektor</h4>



<p>Die Zahl der Plattformbeschäftigten ist in den letzten Jahren schnell gewachsen, noch dazu war die Pandemie ein Booster für Online-Services aller Art. Laut EU-Kommission wird sich die Zahl der Menschen, die Aufträge via Apps annehmen, von derzeit rund 28 Millionen europaweit auf 43 Millionen Menschen bis 2025 erhöhen. Fast alle dieser ArbeiterInnen – die Kommission schätzt sie auf 90 Prozent &#8211; arbeiten derzeit formal als Selbstständige.</p>



<p>„Die Rechte dieser Millionen Menschen müssen wir schützen, sie verdienen faire Arbeitsbedingungen und eine soziale Absicherung!“ fordert Reisecker. Abhängigkeitsverhältnisse brauchen Regulierungen, also Mindeststandards und Schutzbestimmungen. „Viele dieser ArbeiterInnen nehmen Apps und Algorithmen mittlerweile als ChefIn wahr, die ihnen die Arbeit zuteilt oder sie sogar kündigt. Wir wollen jedoch, dass die Verantwortung für den Schutz von Beschäftigten bei den ArbeitgeberInnen liegt. Und wir wollen natürlich Zugangsrechte für Gewerkschaften, damit wir die Beschäftigten informieren und unterstützen können.“</p>



<p>Für die Plattformen hingegen ist die Provisionsbasis – d.h. die finanzielle Beteiligung an der Vermittlung – ein ein sehr gutes Geschäft: Sie konnten ihre Umsätze in der EU um 500 Prozent in den vergangenen fünf Jahren steigern – zuletzt auf 20 Milliarden Euro im Jahr 2020. Entsprechend laufen die LobbyistInnen und Interessenverbände der Plattformen in Brüssel gegen die geplante Richtlinie Sturm und behaupten, sie würde die Arbeitsbedingungen verschlechtern anstatt verbessern. „Noch schlechtere Arbeitsbedingungen für die Plattformbeschäftigten als jetzt, das wäre nur schwer möglich“, kommentiert Reisecker solche Aussagen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Beweislastumkehr</h4>



<p>Was verbessert die Richtlinie nun? Der Entwurf sieht vor, dass bei PlattformarbeiterInnen rechtlich vermutet wird, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen als ArbeitnehmerInnen anzusehen sind, mit allen geltenden Rechten. Das Kernstück dabei ist die sog. Beweislastumkehr: Bisher mussten die Beschäftigten vor Gericht nachweisen, dass sie in Wahrheit Angestellte sind und nicht Selbständige. In Zukunft soll nun das Gegenteil gelten: Die Plattformen müssen beweisen, dass sie mit echten Selbstständigen arbeiten.</p>



<p>„Nur so lässt sich das tatsächliche Verhältnis der Beauftragung bestimmen“, erklärt Reisecker. „Und diejenigen, die professionell als Selbstständige arbeiten und das auch weiterhin tun wollen, werden durch die Richtlinie nicht in die abhängige Beschäftigung gezwungen. Arbeitgeberverbände, die das behaupten, liegen falsch.“</p>



<p>Ein weiterer wichtiger Fortschritt im Richtlinien-Entwurf betrifft das „algorithmische Management“. Auch wenn sich die Plattformen vorgeblich als Arbeitsvermittler definieren &#8211; das Verhältnis zwischen KundInnen und PlattformarbeiterInnen bestimmen sie sehr wohl, oft auch äußerst detailliert. Die Arbeitsleistung wird streng durch Algorithmen kontrolliert und aufgezeichnet. Die neue Richtlinie würde dies eingrenzen: Permanente Überwachung, undurchsichtige Ratingsysteme, kurzfristige Sperrungen von Beschäftigten oder Ausschluss ohne Erklärung, all diese arbeitsrechtliche Willkür würde endlich in Schranken gewiesen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Faire Entlohnung und Kollektivvertrag</h4>



<p>Auch Evelyn Regner, Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, Gewerkschafterin und Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, zeigt sich zufrieden mit dem Entwurf: „Mit Hilfe dieser neuen Richtlinie wollen wir in Zukunft sicherstellen, dass die Einstufung der Beschäftigten auf deren tatsächlichen Arbeitsverhältnissen und auf Transparenz beruht. Bei Menschen, die über Plattformen beschäftigt sind, soll in Zukunft angenommen werden, dass sie als ArbeiterInnen agieren. Wenn Plattformen dieser Annahme widersprechen, müssen die Plattformen selbst – und nicht die ArbeiterInnen – beweisen, dass es sich um eine selbständige Tätigkeit handelt. Diese starke Position gilt es jetzt gegenüber den Mitgliedsstaaten zu verteidigen.“</p>



<p>Ebenfalls in der neuen Richtlinie vorgesehen sind Zugangsrechte für Gewerkschaften. „Dieser Punkt ist für uns klarerweise ganz zentral“, betont Reisecker. Das würde den oft vereinzelt arbeitenden Beschäftigten eine bessere Kommunikation untereinander ermöglichen, sowie auch mit ihrer Interessenvertretung. Sie erhalten damit Zugang zu Informationen und Unterstützung. Nur auf diesem Weg wird man erreichen können, dass mittels Kollektivverträgen und Tarifverhandlungen endlich angemessene Löhne bezahlt werden. „Denn schließlich geht es uns als GewerkschafterInnen um eine faire Entlohnung und natürlich auch um die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich zu organisieren und KV-Verhandlungen zu führen.“</p>
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		<title>Betriebsrätin mit vollem Einsatz</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/01/20/betriebsraetin-mit-vollem-einsatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 09:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023/01]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[BRAK]]></category>
		<category><![CDATA[Elternkarenz]]></category>
		<category><![CDATA[Erste Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Homeoffice]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Böhm]]></category>
		<category><![CDATA[Mutterschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Betriebsrat sein, das ist mehr als eine Funktion, sondern kann zum wahren Beruf und einer erfüllenden Tätigkeit werden. Julia Böhm von der Erste Bank zeigt, wie die Arbeit einer engagierten Betriebsrätin aussieht und was für die Belegschaft alles erreicht werden kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19363" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/FUJ0738_print-1.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Knut Beitl – Bildgeschichte</figcaption></figure>



<p><strong>Betriebsrat sein, das ist mehr als eine Funktion, sondern kann zum wahren Beruf und einer erfüllenden Tätigkeit werden. Julia Böhm von der Erste Bank zeigt, wie die Arbeit einer engagierten Betriebsrätin aussieht und was für die Belegschaft alles erreicht werden kann.</strong></p>



<span id="more-19361"></span>



<p>Julia Böhm (35) ist freigestellte Betriebsrätin bei der Erste Bank und hat in dieser Aufgabe ihre Berufung gefunden. „Wir sind voll ausgelastet im Betriebsratsteam, mit vielen Beratungsterminen, aber auch mit Terminen mit der Personalabteilung. Dazu kommt die Arbeit an Verbesserungen auf der kollektiven Ebene“, beschreibt Böhm ihren Alltag als Belegschaftsvertreterin. „Wenn man das alles gut machen möchte, nimmt es viel Zeit in Anspruch. Und auch wenn es manchmal stressig sein kann: Mir macht dieser Job eine enorme Freude!“</p>



<p>Böhm hat Kultur- und Sozialanthropologie sowie VWL studiert. Bereits neben ihrem Studium jobbte sie im ServiceCenter der Erste Bank. Nach dem Studienabschluss war sie im Produktmanagement für Kreditkarten tätig und wurde gleich bei ihrer ersten Betriebsrats-Wahl ins Betriebsratsteam gewählt, vorerst noch als Ersatz, zwei Jahre später auf einem regulären Mandat.</p>



<p>Bei der nächsten Wahl 2015 kandidierte sie schon so weit oben auf der KandidatInnenliste, dass sie ein Mandat mit Freistellung erreichte. Zu diesem Zeitpunkt war sie erst 28 &#8211; ein rasanter Aufstieg, bei nur vier Freistellungen im Team! Zusätzlich hält sie seit 2019 ein Aufsichtsratsmandat inne.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wir sind voll ausgelastet im Betriebsratsteam, mit vielen Beratungsterminen, aber auch mit Terminen mit der Personalabteilung. Dazu kommt die Arbeit an Verbesserungen auf der kollektiven Ebene.“</p>
<cite>Julia Böhm</cite></blockquote>



<p>Auch in der Gewerkschaft GPA nimmt Böhm mehrere Funktionen wahr: Sie ist Frauenbeauftragte für den Wirtschaftsbereich 22 Sparkassen und ins Frauenpräsidium delegiert, sowie Mitglied der Landeskontrolle in der GPA Wien. Außerdem arbeitet sie als Trainerin im BRAK-Lehrgang <strong><a href="https://www.voegb.at/lehrgaenge/brak/wiener-betriebsraetinnenakademie%22" data-type="URL" data-id="https://www.voegb.at/lehrgaenge/brak/wiener-betriebsraetinnenakademie%22" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="(BetriebsrätInnen-Akademie) (öffnet in neuem Tab)">(BetriebsrätInnen-Akademie)</a></strong> zu arbeitsrechtlichen Themen und hält Tagesseminare zum Thema Homeoffice im Rahmen des VÖGB.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="gut-aufgestellt-in-einem-grossen-betrieb-372d56b4-d84a-4348-a4e8-979d490ea728">Gut aufgestellt in einem großen Betrieb</h4>



<p>Das Betriebsratsteam der Erste Bank umfasst insgesamt 19 BelegschaftsvertreterInnen und vertritt knapp 3.000 MitarbeiterInnen. Rund die Hälfte arbeitet in Filialen in Wien, NÖ und im Burgenland, die andere Hälfte am ‚Erste Campus‘ beim Wiener Hauptbahnhof. Die verschiedenen Tochtergesellschaften haben eigene BR-Körperschaften, außerdem gibt es noch einen Europa-Betriebsrat.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Betriebsrätin sein, das ist eigentlich ein sozialer Job. Ich kann meine KollegInnen unterstützen und ihnen helfen, und genau dafür liebe ich meine Arbeit.“</p>
<cite>Julia Böhm</cite></blockquote>



<p>Wenn Böhm über ihre Aufgaben als Betriebsrätin spricht, ist ihr die Begeisterung anzuhören. Die Arbeit macht ihr Freude, denn „Betriebsrätin sein, das ist eigentlich ein sozialer Job“, findet sie. „Ich kann meine KollegInnen unterstützen und ihnen helfen, und genau dafür liebe ich meine Arbeit.“ Ihre Aufgaben umfassen zwei große Bereiche: einerseits die Beratungstätigkeit, andererseits die Verbesserungen auf der kollektiven Ebene, die sie gemeinsam mit dem BR-Team anstrebt und verhandelt, wie z.B. Betriebsvereinbarungen oder Arbeitszeitregelungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="beratungsgesprache-75a52515-039e-4517-934b-02cccc1ecf07">Beratungsgespräche</h4>



<p>Die Beratungsgespräche, die Böhm führt, decken eine breite Palette an Themen ab, von Elternkarenz bis zum Vorruhestand. Letzterer ist aktuell sehr nachgefragt: „Wir haben eine Gleitpension als betriebsinternes Modell, zu dem sich viele KollegInnen beraten lassen wollen, manchmal sind es fünf Termine an einem Tag nur zu diesem Thema.“</p>



<p>Auch Mutterschutz, Elternkarenz und Elternteilzeit sind stark nachgefragt bei den KollegInnen, denn: „Besonders beim ersten Kind gibt es jede Menge Fragen, und die KollegInnen sind dankbar für die individuelle Beratung.“ Andere beliebte Themen sind der Gehalts-Check und Tipps für Entwicklungsmöglichkeiten oder Gehaltsverhandlungen; Fragen zu längeren Krankenständen und zur Wiedereingliederungsteilzeit; zu Sabbaticals; und schließlich auch zur Beendigung von Dienstverhältnissen und zur Abfertigung. Böhm findet: „Dieses sehr breite Spektrum, und dass ich tagtäglich meinen KollegInnen mit Rat und Tat beiseite stehen kann, das macht den Job so spannend.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wir sehen uns als Sprachrohr der Belegschaft. Es herrscht ein gutes Gesprächsklima, was für Verhandlungen einfach enorm wichtig ist, nur so können wir Verbesserungen erreichen.“</p>
<cite>Julia Böhm</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading" id="kollektive-ebene-50895868-8aaf-425e-887e-fcf9bd085e54">Kollektive Ebene</h4>



<p>Auf der kollektiven Ebene stehen aktuell Themen wie die Erhöhung des Essenszuschusses an – die Inflation macht leider auch vor dem Kantinenessen nicht halt – und der Zuschuss zum Öffi-Ticket. Auch über einen Teuerungsbonus will man verhandeln.</p>



<p>Doch zuerst stehen die Kollektivvertragsverhandlungen für den Sparkassen-KV vor der Tür, die im Februar starten. Auch wenn Böhm nicht im Verhandlungsteam mit dabei ist, so kann sie trotzdem die Vorbereitungen für Gespräche mit ihren KollegInnen nutzen und für die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft werben. „Das ist für die Verhandlungen wirklich wichtig! Wir erläutern dabei nicht nur die Forderungen für die KV-Runde. Ich erkläre meinen KollegInnen, warum eine Gewerkschaftsmitgliedschaft eben doch einen Unterschied macht &#8211; und auch, wo das Urlaubsgeld herkommt!“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading" id="serviceangebot-de072c75-7de4-4295-8fdd-a6d55cec0db7">Serviceangebot</h4>



<p>Auch das Serviceangebot des Erste Bank-Betriebsrates kann sich sehen lassen. Derzeit arbeitet man an der Digitalisierung der vergünstigten Betriebsrats-Gutscheine, was diese dann einfacher zugänglich machen wird. Die Gutscheine kauft der Betriebsrat in großen Kontingenten und kann so mit den verschiedenen Firmen Rabatte aushandeln. „Das ermöglicht den Kolleginnen deutliche Ersparnisse beispielsweise beim Einkauf von Lebensmitteln, Bekleidung oder Möbeln.“, erklärt Böhm, „Gerade jetzt, wo alles teurer wird, helfen die Gutscheine beim Sparen.“</p>



<p>Ein weiteres wichtiges Benefit, das der Betriebsrat für die Belegschaft erreichen konnte, ist die MitarbeiterInnen-Beteiligung an den Aktien des Unternehmens.</p>



<p>Die betriebliche Zusammenarbeit, betont Böhm, funktioniere sehr gut: „Wir sehen uns als Sprachrohr der Belegschaft. Es herrscht ein gutes Gesprächsklima, was für Verhandlungen einfach enorm wichtig ist, nur so können wir Verbesserungen erreichen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="homeoffice-d3d2b803-9955-4db9-bc3b-57e44a01347d">Homeoffice</h4>



<p>Für das Arbeiten im Homeoffice war die Pandemie ein „Booster“, erinnert sich Böhm: „Davor war Homeoffice zwar schon möglich, aber wurde im Durchschnitt nur etwa einen Tag pro Woche genutzt. Zu Beginn der Pandemie arbeitete plötzlich der gesamte Erste Campus zu 100 Prozent von zu Hause aus, was technisch zum Glück kein Problem war.“ Rückblickend brachte diese Situation einen Fortschritt, der Betriebsrat konnte die Betriebsvereinbarung überarbeiten, und „nun nehmen es die meisten KollegInnen für zwei bis drei Tage pro Woche in Anspruch.“</p>



<p>Bis zu 50 Prozent Homeoffice sind möglich, allerdings nur für die Beschäftigten am Campus, die Filialen brauchen ihre MitarbeiterInnen größtenteils vor Ort. „Da müssen wir als Belegschaftsvertretung darauf achten, dass die FilialmitarbeiterInnen nicht zu kurz kommen“, erzählt Böhm.</p>



<p>Die Arbeit von zu Hause aus hat in Folge auch die Ratio beim Desksharing verändert: Bereits seit 2015 gibt es am Campus Desksharing, also Schreibtische, die gemeinsam benutzt werden. Vor Corona waren es acht Schreibtische für zehn Beschäftigte, seit 2022 sind es 6,5 Tische für zehn Köpfe. Was den positiven Nebeneffekt hatte, dass Platz frei wurde für zwei Tochtergesellschaften der Erste Bank. „Für die KollegInnen sehr erfreulich, da sie nun von der Infrastruktur des Campus profitieren können!“</p>



<p>Ob ihr der frühere Job im Produktmanagement nicht doch ein bisschen fehlt? „Ich bin hier richtig“, ist sich Böhm sicher, „meine Aufgaben als Betriebsrätin sind unglaublich vielfältig. In Beratungsgesprächen ist mal die Psychologin gefragt, mal die Arbeitsrechtlerin, mal einfach nur eine gute Zuhörerin. Oft geht es auch darum, jemandem Mut zu machen oder persönliche Probleme zu lösen. Wenn wir fürs Kollektiv eintreten, dann bin ich Verhandlerin. All diese verschiedenen Fassetten machen den Job einfach spannend!“</p>



<p></p>



<div class="wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-19558 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Julia-Boehm_c_privat_quadrat-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="has-text-align-left wp-block-heading has-text-color" style="color:#000000">Zur Person:</h4>



<p class="has-text-align-left has-extra-small-font-size">Julia Böhms sportliches Steckenpferd ist Triathlon, also eine fordernde Kombination aus schwimmen, Rad fahren und laufen. Ihre zweitliebste Freizeitbeschäftigung ist Reisen. Noch besser, wenn sie beides verbinden kann, wie z.B. beim Triathlon-Training auf Mallorca. „Sport ist für mich extrem wichtig als Ausgleich zum Stress“, betont Böhm. Reisepläne über den Sport hinaus hat sie derzeit auch jede Menge, ganz oben auf ihrer Liste stehen Ziele wie Indien und die Malediven, aber auch Portugal oder Island fände sie reizvoll.</p>
</div></div>



<p> </p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren: </h4>



<ul class="wp-block-list">
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