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	<title>Handel &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<item>
		<title>Überwältigende Mehrheit für freien Sonntag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/06]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[IFES]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES. In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. Laut [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22363" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ende Oktober 2025 hat die Gewerkschaft GPA in Einkaufsstraßen und -zentren in ganz Österreich 19.329 Beschäftigte gefragt, ob sie<br>sonntags arbeiten würden: Mehr als 97 Prozent lehnen das ab.<br>© Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES.</strong></p>



<span id="more-22362"></span>



<p>In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. </p>



<p>Laut einer repräsentativen Befragung des IFES-Instituts sind drei Viertel der Österreicher:innen – über alle Bevölkerungsgruppen hinweg – gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. 87 Prozent sagen, dass der Sonntag ein Tag für Familie, Freunde und Freizeit ist. Zwar zeigen sich Unterschiede je nach Wohnort und Alter, doch in keiner Gruppe<br>findet sich eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung. Auch in den größeren Städten sind acht von zehn Befragten mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden.</p>



<p>Nur jedem Zwanzigsten wäre es persönlich sehr wichtig, am Sonntag einkaufen gehen zu können. „Entgegen der Meinung einiger Wirtschaftsvertreter:innen sind die Österreicher:innen mit den aktuellen Öffnungszeiten sehr zufrieden“, fasst Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, die Befragungsergebnisse zusammen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handelsangestellte klar dagegen </h4>



<p>Noch deutlicher ist die Ablehnung der Sonntagsöffnung bei den Handelsangestellten. Von 19.329 Handelsbeschäftigten, die im Oktober 2025 in ganz Österreich befragt wurden, lehnen mehr als 97 Prozent eine Sonntagsöffnung ab. Die Gründe, die dafür am häufigsten genannt werden, sind: noch weniger Planbarkeit, weiter erhöhter Arbeitsdruck, fehlende Kinderbetreuungsangebote, höhere Kosten für die Unternehmen und keine Mehreinnahmen für die Unternehmen, weil sich der Umsatz nur verschiebt. „Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung“, so Teiber zu diesemeindeutigen Meinungsbild.</p>



<p>Frauen besonders benachteiligt Besonders nachteilig wäre eine Sonntagsöffnung im Handel für Frauen. Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme mit der Kinderbetreuung. Wenn die Geschäfte nun auch am Sonntag aufsperren, würde es noch schwieriger Beruf und Familie zu vereinbaren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung.“</p>
<cite>Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Freiwilligkeit ist ein Mythos</h4>



<p>Befürworter der Sonntagsöffnung argumentieren oft mit der Freiwilligkeit. Die Beratungspraxis zeigt aber, dass diejenigen, die nicht „freiwillig“ spuren, häufig die ersten sind, die gehen müssen. Das ist übrigens auch vielen bewusst, die selbst nicht im Handel arbeiten. In der aktuellen IFES-Umfrage geben 76 Prozent der Befragten an, dass die Handelsbeschäftigten ihre Arbeitszeiten nicht selbst bestimmen können – zulasten von Familie, Freizeit und Erholung. „Wir stehen klar hinter den Interessen der Beschäftigten und der Bevölkerung: Deshalb wird es mit uns auch weiterhin keine Sonntagsarbeit im Handel geben!“, stellt die GPA-Vorsitzende klar. </p>



<p>Schon jetzt suchen viele Handelsunternehmen dringend nach Mitarbeiter:innen. Wer Fachkräfte anwerben möchte, muss aber die Arbeitsbedingungen attraktiver machen. Die Sonntagsarbeit im Handel wäre die gegenteilige Maßnahme. Die Arbeitgeber sollten den Beschäftigten im Handel stattdessen höhere Gehälter und echte Flexibilität bieten!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png" alt="" class="wp-image-22365" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-2048x1229.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drei Viertel der Österreicher:innen, über alle Bevölkerungsgruppen hinweg, sprechen sich in einer repräsentativen IFES-Befragung klar gegen eine Sonntagsöffnung im Handel aus. Bei den Handelsangestellten ist die Ablehnung noch deutlicher. Mehr als 97 Prozent der Handelsbeschäftigten wollen nicht am Sonntag arbeiten. Das hat eine Befragung von fast 20.000 Handelsangestellten durch die GPA ergeben.</figcaption></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Insolvenz: Wie die Gewerkschaft Beschäftigten hilft</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/03/24/insolvenz-wie-die-gewerkschaft-beschaeftigten-hilft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2025 12:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2025/02]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Muhrer]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Insolvenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Gerstmayer]]></category>
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					<description><![CDATA[Kika/Leiner, KTM, Palmers – in den vergangenen Monaten prägten große Insolvenzen die Schlagzeilen. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Mit welchen Herausforderungen waren sie konfrontiert, was konnte die Gewerkschaft GPA für sie erreichen? Von einem Tag auf den anderen steht die Zukunft auf dem Spiel: Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, bedeutet das für die Beschäftigten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="585" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-21742" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1024x585.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-300x171.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-150x86.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-768x439.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1536x878.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-2048x1171.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Neben Kika/Leiner ist mit Palmers ein weiteres österreichisches Traditionsunternehmen insolvent. Über 500 Beschäftigte sind betroffen.</strong><br>FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER</figcaption></figure>



<p><strong>Kika/Leiner, KTM, Palmers – in den vergangenen Monaten prägten große Insolvenzen die Schlagzeilen. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Mit welchen Herausforderungen waren sie konfrontiert, was konnte die Gewerkschaft GPA für sie erreichen?</strong></p>



<span id="more-21741"></span>



<p>Von einem Tag auf den anderen steht die Zukunft auf dem Spiel: Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, bedeutet das für die Beschäftigten existenzielle Unsicherheit. Was passiert mit den ausstehenden Gehältern? Gibt es Chancen auf Weiterbeschäftigung? In einer solchen Krise ist die Gewerkschaft eine wichtige Stütze. Sie kämpft für die Rechte der Betroffenen, sichert Ansprüche und setzt sich für Arbeitsstiftungen ein.</p>



<p>Ende November des Vorjahres meldete der KTM-Konzern in Mattighofen Insolvenz an, betroffen sind rund 3.700 Beschäftigte. „Unsere wichtigste Botschaft an die Beschäftigten im Moment der Insolvenz war: Unterschreibt nichts und lasst euch nicht zu einer vorzeitigen Beendigung eures Arbeitsverhältnisses drängen!“ berichtet der Geschäftsführer der GPA OÖ, Wolfgang Gerstmayer.</p>



<p>Bei allen Betriebsversammlungen war die Gewerkschaft GPA gemeinsam mit der Arbeiterkammer vor Ort. Gerstmayer: „Wir haben die Mitarbeiter:innen begleitet und insbesondere die Dienstverträge genau analysiert, um zu verhindern, dass Beschäftigte ihre Ansprüche verlieren.“ Auch das AMS war mit an Bord, ebenso die Gewerkschaft PRO-GE. „Durch diese Zusammenarbeit können wir die Menschen wirklich rundum und engmaschig betreuen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Unsere wichtigste Botschaft an die Beschäftigten im Moment der Insolvenz war: Unterschreibt nichts und lasst euch nicht zu einer vorzeitigen Beendigung eures Arbeitsverhältnisses drängen!“</p>
<cite>Wolfgang Gerstmayer<br>Geschäftsführer der GPA Oberösterrreich</cite></blockquote>



<p>Obwohl KTM ursprünglich angekündigt hatte, die ausstehenden Gehälter und Ansprüche begleichen zu können, musste der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) einspringen. „Industrielle – darunter KTM-Chef Stefan Pierer – fordern von der Politik eine Senkung der Lohnnebenkosten, können aber im Ernstfall die Gehälter nicht zahlen“, kritisiert die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, „Ohne den Insolvenzfonds, der genau aus diesen Lohnnebenkosten finanziert wird, hätten die Beschäftigten monatelang kein Gehalt bekommen.“ Nach langer Unsicherheit haben die Gläubiger dem Sanierungsplan schließlich zugestimmt, sodass KTM die Produktion wieder aufnehmen kann. Dennoch wurden 550 Beschäftigte beim Frühwarnsystem des AMS gemeldet. Eine Arbeitsstiftung wurde eingerichtet. Diese richtet sich speziell an die Arbeitnehmer:innen des KTM-Konzerns, „aber sie steht auch jenen offen, die von Folgeinsolvenzen betroffen sind“, hebt Gerstmayer hervor.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitsstiftung</h4>



<p>Auch Michael Pieber, Geschäftsführer der GPA Niederösterreich, macht sich entschlossen für Arbeitsstiftungen stark. Als das Traditionsmöbelhaus kika/Leiner mit Stammsitz in St. Pölten im November 2024 zum zweiten mal Insolvenz anmelden musste und eine Sanierung nicht möglich war, kam es zum Konkurs. 1.350 Beschäftigte in ganz Österreich – davon 600 in NÖ – verlieren ihren Arbeitsplatz. Pieber: „Wir wussten, dass wir unbedingt eine Arbeitsstiftung brauchen, denn das ist die beste Unterstützung für die Betroffenen, um wieder eine berufliche Perspektive zu finden.“</p>



<p>Um eine drohende Langzeitarbeitslosigkeit, besonders bei älteren Arbeitnehmer:innen abzuwenden, ist es wichtig, den Beschäftigen Schulungen, Unterstützung und Weiterbildung anzubieten. „Eine Arbeitsstiftung ist ein Gamechanger! Denn von der Computerschulung bis hin zum Berufswechsel ist dort alles möglich. Wichtig ist, dass das Angebot der Stiftung zu den Menschen passt“, ist Pieber überzeugt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Eine Arbeitsstiftung ist ein Gamechanger! Denn von der Computerschulung bis hin zum Berufswechsel ist dort alles möglich. Wichtig ist, dass das Angebot der Stiftung zu den Menschen passt.“</p>
<cite>Michael Pieber<br>Geschäftsführer der GPA Niederösterreich</cite></blockquote>



<p>Eine Stiftung, so betont auch Barbara Teiber, ist keine nachträgliche Investition. Vielmehr haben die Menschen jahrelang Beiträge eingezahlt, um im Ernstfall Unterstützung zu erhalten. „Die Beschäftigten haben über Jahre – manche sogar jahrzehntelang – Sozialabgaben geleistet. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem sie ihre Rechte in Anspruch nehmen können. Vor allem für ältere Arbeitnehmer:innen ist Weiterbildung essenziell, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Landesstiftung in NÖ gefordert</h4>



<p>Die Gewerkschaft GPA fordert in Niederösterreich schon seit Jahren eine permanente Arbeitsstiftung des Landes. Doch die Landesregierung war nicht bereit, dafür finanzielle Mittel bereitzustellen, kritisiert Michael Pieber: „Deshalb sind wir an die Öffentlichkeit gegangen und haben eine Petition gestartet – mit Erfolg: Wir konnten über 3.000 Unterschriften sammeln.“</p>



<p>Neben Kika/Leiner geriet auch Palmers, ein weiteres österreichisches Traditionsunternehmen, in die Insolvenz. Mit über 500 Beschäftigten in mehr als 100 Filialen hat das Unternehmen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. „Leider werden österreichweit 36 Filialen geschlossen. Wir werden gemeinsam mit dem Betriebsrat die Beschäftigten bestmöglich unterstützen, um eine sozial verträgliche Lösung bzw. Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung im Unternehmen zu finden“, betont Pieber.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Ein bestehender Betriebsrat sorgt dafür, dass alle Beschäftigten direkten Zugang zu Informationen haben.“</p>
<cite>Günther Muhrer<br>GPA-Sekretär in Kärnten</cite></blockquote>



<p>Vorsitzende Teiber plädiert für permanente Stiftungen in allen Bundesländern, nach dem Vorbild des waff in Wien: „Der waff kümmert sich darum, den Betroffenen nach einer Insolvenz ein passendes Angebot für den beruflichen Neustart zu machen. Man hilft dort den Menschen, rasch wieder eine Beschäftigung zu finden und es werden gleichzeitig dringend benötigte Fachkräfte ausgebildet. Der waff ist ein Sicherheitsnetz, das die Menschen auffängt!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Veränderungen im Handel</h4>



<p>Sind Handelsunternehmen besonders von Insolvenzen betroffen? Günther Muhrer, GPA-Sekretär in Kärnten, betreut in seiner Region den Handel und beobachtet eine Strukturbereinigung: „Wir haben zahlreiche Shoppingcenter, doch der Trend geht immer stärker in Richtung Onlinehandel, das gefährdet Jobs“, berichtet Muhrer aus der Praxis. „Wir zeigen den Beschäftigten auch alternative Perspektiven am Arbeitsmarkt auf.“ Aus Sicht von Muhrer ist ein fest verankerter Betriebsrat in Krisenzeiten entscheidend. Ein solcher sollte nicht erst kurz vor einer Insolvenz gegründet werden, dann ist es meist zu spät. „Ein bestehender Betriebsrat sorgt dafür, dass alle Beschäftigten direkten Zugang zu Informationen haben, besser in den Prozess eingebunden sind und eine Vertrauensbasis besteht. Wer gut informiert ist, hat in schwierigen Zeiten weniger Angst“, betont Muhrer. In Kärnten gibt es übrigens eine offene Arbeitsstiftung des Landes, die Betroffene im Falle eines Arbeitsplatzverlustes unterstützt.<br>In Krisenzeiten ist neben dem Betriebsrat auch ein starker Kollektivvertrag von großer Bedeutung: „Die langjährigen Beschäftigten bei kika/Leiner profitieren von langen Kündigungsfristen, sie können nur quartalsweise gekündigt werden“, weiß Pieber, „Das verschafft uns als Gewerkschaft wertvolle Zeit, um sie bestmöglich zu unterstützen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2021 macht es Arbeitgebern zu einfach, sich ihrer Schulden zu entledigen.“</p>
<cite>Marcel Gilly<br>Geschäftsführer der GPA Vorarlberg</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Industrie: Folgeinsolvenzen</h4>



<p>Was Wolfgang Gerstmayer in Oberösterreich noch Sorgen bereitet sind die Folgeinsolvenzen. Auch die Zulieferbetriebe des KTM-Konzerns sind in Schwierigkeiten gekommen. Schätzungen zufolge könnten insgesamt 1.600 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. „Darunter sind auch Betriebe ohne Betriebsrat, das erschwert unsere gewerkschaftliche Arbeit erheblich“, so Gerstmayer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ohne Insolvenzentgeltfonds, der aus Lohnnebenkosten finanziert wird, hätten die Beschäftigten kein Gehalt bekommen.“</p>
<cite>Vorsitzende der Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p>Ähnliches beobachtet auch Marcel Gilly, Geschäftsführer der GPA Vorarlberg. Die Insolvenz und anschließende Sanierung des Motorteileproduzenten Elko König in Rankweil (320 Beschäftigte) hat zahlreiche Zulieferbetriebe hart getroffen. Gilly kritisiert, dass die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2021 es Arbeitgebern zu einfach mache, sich ihrer Schulden zu entledigen. Die Leidtragenden seien oft die Gläubiger, die auf einem Großteil ihrer Forderungen sitzen<br>bleiben. Die Folgeinsolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen in der Region treffen letztlich wiederum die Arbeitnehmer:innen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gezielt gegensteuern</h4>



<p>Müssen wir mit weiteren Insolvenzen rechnen? „Während der Pandemie wurden viele Unternehmen durch staatliche Förderungen gestützt. Jetzt kehren wir zur wirtschaftlichen Dynamik von vor Corona zurück“, erklärt Gerstmayer. Auch Michael Pieber sieht darin eine weitgehend normale Entwicklung: „Die Arbeitswelt ist in Bewegung. Eine aktive Arbeitsmarktpolitik, wie sie die neue Regierung anstrebt, kann hier gezielt gegensteuern.“</p>



<p>GPA-Chefin Barbara Teiber hebt hervor, dass der Arbeitsmarktteil des neuen Regierungsprogramms die richtige Richtung vorgibt: „Die Koalitionsparteien haben mit der besseren Finanzierung des AMS einen wichtigen Schritt gesetzt. Angesichts der Insolvenzen und der angespannten Lage am Arbeitsmarkt ist mehr Geld für Qualifizierung der Schlüssel zu mehr Jobsicherheit!“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Du bist von Insolvenz betroffen? Das gilt für dich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Insolvenz beendet nicht automatisch dein Arbeitsverhältnis! Du musst also weiterhin wie gewohntzur Arbeit gehen.</li>



<li>Ganz wichtig: Unterschreibe keine einvernehmliche Auflösung deines Dienstverhältnisses, bevor du nicht mit unseren Expert:innen für Arbeitsrecht gesprochen hast!</li>



<li>Auch wenn du den Arbeitgeber wechseln willst, lass dich vorher beraten. Bei Insolvenz gelten besondere Bestimmungen, wenn du aus dem Unternehmen austrittst.</li>



<li>Wenn du Urlaub vereinbart hast, darfst du ihn konsumieren. Wenn du erst jetzt Urlaub nehmen möch- test, musst du das mit dem/der Masseverwalter:in ausmachen.</li>



<li>Der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) stellt sicher, dass die Gehälter der Beschäftigten bei einer Insolvenz weiter bezahlt werden. Deine Ansprüche bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses &#8211; z.B. Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung, etc. &#8211; sind durch den IEF gesichert!</li>



<li>Mehr zum Thema Insolvenz gibt es <a href="https://kompetenz-online.at/2023/10/10/insolvenz-was-muss-ich-beachten/" aria-label="hier">hier</a></li>
</ul>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam sind wir stärker</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/04/09/gemeinsam-sind-wir-staerker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2024 13:39:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2024/02]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Buchhandel]]></category>
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		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertragsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Nicole Vana]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Thalia]]></category>
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					<description><![CDATA[Thalia-Betriebsrätin Nicole Vana will durch ihre Arbeit gewerkschaftliche Themen für ihre Kolleg:innen spürbar machen. Die täglichen Mühen beim Lösen individueller arbeitsrechtlicher oder zwischenmenschlicher Probleme scheut sie nicht. Der Warnstreik im Dezember habe breites öffentliches Verständnis für die Anliegen der Belegschaft geschaffen.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-20726" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana_9480-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Thalia-Betriebsrätin Nicole Vana räumt gerne Unstimmigkeiten und Konfliktsituationen aus dem Weg bevor sie eskalieren.</strong> <br>Foto: Nurith-Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p><strong>Thalia-Betriebsrätin Nicole Vana will durch ihre Arbeit gewerkschaftliche Themen für ihre Kolleg:innen spürbar machen. Die täglichen Mühen beim Lösen individueller arbeitsrechtlicher oder zwischenmenschlicher Probleme scheut sie nicht. Der Warnstreik im Dezember habe breites öffentliches Verständnis für die Anliegen der Belegschaft geschaffen.</strong></p>



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<p>Nicole Vana, ist seit 15 Jahren in der Buchhandlung Thalia auf der Mariahilferstraße beschäftigt. Seit neun Jahren vertritt sie als Betriebsrätin die Interessen der über 80 Angestellten am Standort. Die Warnstreiks des Buchhandels Anfang Dezember 2023 waren für die engagierte 50-Jährige eine „ganz neue und wichtige Erfahrung: Es war eine anstrengende und aufregende Zeit. Ich habe einen großen Zusammenhalt gespürt, die Belegschaft hat gemeinsam etwas unternommen und auch bewegt. Wir wurden intern, von den Kund:innen und auch medial sehr stark wahrgenommen.“</p>



<p>Als die Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag (KV) Im Herbst letzten Jahres ins Stocken geraten sind, wollte man mit einem Streik, dem ersten im Handel seit vielen Jahren, Druck für einen guten Gehaltsabschluss zu machen. Vana hat dabei „hautnah erlebt, wie stark der Drang zur Mitbestimmung war: Es gab immer mehr laute gewerkschaftliche Stimmen, die in einer Arbeitsniederlegung die einzig wirksame Möglichkeit sahen, eine ordentliche Lohnerhöhung durchzusetzen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kund:innen hatten Verständnis für den Streik</h4>



<p>Als Belegschaftsvertreterin war Vana in die Vorbereitungen für den Streik von Beginn an involviert: „Wir waren im Vorfeld des zweistündigen Warnstreiks sehr gefordert und haben die Kolleg:innen informiert.“ Die Proteste sieht sie als „ein starkes Signal: Viele Kunden haben dadurch ein Bewusstsein für unsere Anliegen entwickelt. Durch die erzeugte Aufmerksamkeit hatten wir die Chance, der gesamten Öffentlichkeit zu erklären, wo die Probleme liegen und was wir erreichen wollen.“ So hatten die meisten Kund:innen Verständnis für die Anliegen der Thalia-Beschäftigten: „Wir haben vor Ort und auch in den Tagen nach der Arbeitsniederlegung viel positives Feedback bekommen.“</p>



<p>Dass es durch den Warnstreik am ersten Weihnachts-Einkaufssamstag zu gewissen Einschränkungen für die Kund:innen gekommen ist, sieht die ausgebildete Buchhändlerin als „notwendige Begleiterscheinung der ersten Eskalationsstufe einer Arbeitsniederlegung: Wir haben von 9 bis 11 Uhr vormittags bei laufendem Betrieb gestreikt. Die Filiale war zugänglich, Kassa und Verkaufsflächen waren durch andere Mitarbeiter:innen aus dem Unternehmen besetzt.“ Obwohl niemand daran gehindert wurde einzukaufen, sieht die Betriebsrätin den Warnstreik als „starkes Zeichen nach außen: Durch unser plakatives Auftreten sind wir mit vielen Besucher:innen ins Gespräch gekommen um zu erklären, dass wir durch die Aktion nicht unseren Arbeitgeber bestreiken wollten, sondern für einen Lohnabschluss eintreten, der es uns ermöglicht, die Teuerungen des Alltags wegzustecken.“</p>



<p>Den Abschluss sieht Vana als „guten Kompromiss: Unsere Forderungen lagen höher, aber wir haben erreicht, dass die niedrigsten Gehälter das meiste herausbekommen. Das ist wichtig, damit auch Lehrlinge und Beschäftigte der unteren Gehaltsklassen das tägliche Leben langfristig finanzieren können.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Als Betriebsrätin muss ich gut zuhören und mich in die Leute einfühlen. So gelingt es mir oft, Unstimmigkeiten aufzulösen, bevor sie eskalieren können.“</p>
<cite>Nicole Vana</cite></blockquote>



<p>Dass sich Vana gerne und engagiert um die Anliegen ihrer Kolleg:innen kümmert, fiel auch einer ehemaligen Betriebsratskollegin auf, die Vana 2015 zwanglos gefragt hat, ob sie sich als Belegschaftsvertreterin einbringen möchte: „Ich habe oft arbeitsrechtliche und betriebsbezogene Fragen gestellt, die mehr als eine Person betreffen. Ich gehe gerne auf Menschen zu und habe dann mit den anderen im Gespräch mein Wissen geteilt.“</p>



<p>Durch ihre Funktion hat Vana eine „effektive Möglichkeit gefunden, Wünsche oder Beschwerden, die mehrere Kolleg:innen angehen, juristisch zu klären und dabei andere zu unterstützen: Es ist schon ein kleines Kunststück am Lohn- oder Gehaltszettel nachvollziehen zu können, was alles abgezogen wird oder was der Unterschied zwischen der Pendlerpauschale und dem Pendler-Euro ist.“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
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<p></p>



<p>Das notwendige Wissen hat sich Vana in den gewerkschaftlichen Basiskursen angeeignet, für sie ein „wichtiges Rüstzeug um arbeitsrechtliche Bestimmungen, Urlaubsrecht und andere Grundlagen richtig zu verstehen und anwenden zu können: Da muss man schon fit sein, das hat mich auch interessiert, mich in diese Bereiche einzulesen und dann den Kolleg:innen juristisches Basiswissen, mit dem man täglich zu tun hat, auch richtig erklären zu können.“ Also hilft Vana bei der Berechnung des Urlaubsanspruches ebenso wie beim Steuerausgleich, Freibeträgen oder der Abklärung von Ansprüchen fürs Jubiläumsgeld: „Nicht jede Berechnung ist fehlerlos, viele Unklarheiten lassen sich leicht lösen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zuhören und Reden als Basisfähigkeiten</h4>



<p>Auch gesamtbetrieblich wirkt Vana immer wieder an der Umsetzung von Projekten mit: „Ich möchte konkrete Verbesserungen für meine Kolleg:innen erreichen. Auch in die Lösung persönlicher Probleme bringe ich mich gerne ein, meist gelingt es uns gemeinsam sehr gut, potentielle Konflikte und Reibungspunkte aus der Welt zu schaffen. Es gefällt mir, Unstimmigkeiten auf dem direkten Weg zu lösen bevor sie eskalieren und Konfliktsituationen zu entschärfen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-1024x341.png" alt="" class="wp-image-20737" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-1536x512.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/04/Nicole-Vana-2048x682.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Für Nicole Vana hat Betriebsratsarbeit eine hohe demokratiepolitische Bedeutung: „Da geht es um Mitbestimmung und dass man versteht, dass viele Arbeitnehmer:innen, die gemeinsam für ein Anliegen eintreten und an einem Strang ziehen, weit mehr Kraft haben, als eine Einzelperson.“</strong><br>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p>Obwohl sich manche Probleme inhaltlich wiederholen, gibt es kaum Themen, die Vana „auf die Nerven gehen: Manchmal muss ich klarstellen, dass auch Betriebsrät:innen die aktuelle Gesetzeslage nicht ändern können. Obwohl ich mir selbst auch eine sechste Urlaubswoche für alle wünsche, kann ich alleine das nicht umsetzen.“ Weil sie das Ohr nahe bei den Beschäftigten hat, weiß Vana über die Bedürfnisse und Befindlichkeiten ihrer Kolleg:innen gut Bescheid: „Es menschelt unheimlich in meinem Alltag, aber das stört mich nicht. Manchmal fungiere ich einfach nur als ´Klagemauer´ oder als `Mädchen für alles´, aber das ist phasenweise okay, wenn ich damit Ängste oder Unsicherheiten beseitigen kann. Durch Zuhören und miteinander Reden löst sich so manche Problemsituation rasch in Luft auf.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„In den Beratungssituationen menschelt es oft gewaltig, aber das stört mich nicht, sondern hilft mir, individuelle Lösungen mit den Kolleg:innen zu erarbeiten.“</p>
<cite>Nicole Vana</cite></blockquote>



<p>Manchmal bestünden einfach auch nur Unsicherheiten, viele wüssten nicht, wo man bestimmte Regelungen nachschauen kann. Da sei es ein großer Vorteil, „persönlich für die Kolleg:innen da sein zu können und zu helfen: Ich bin zwar nicht freigestellt, aber wenn sich Konflikte oder Verständnisfragen auftun, kann ich jederzeit in meiner Dienstzeit derartige Gespräche in Ruhe führen. Betriebsratsarbeit ist eine wichtige, nicht aufschiebbare Arbeit und hat daher Vorrang.“</p>



<p>Um weiterhin mit voller Kraft die Fragen und Befindlichkeiten der Kollegenschaft abfedern zu können, wünscht sich Vana „auch mal eine Schulung zur Verbesserung der eigenen Resilienz: So eine Fortbildung würde mich interessieren und stärken.“</p>



<p>Viel Kraft schöpft sie aus „gelungenen Beratungen, auch solchen, die soziale Härtefälle abfedern: Ich lebe vom Vertrauen der Kolleg:innen. Ohne konkrete Angaben kann der Betriebsrat oft nicht helfen, etwa wenn es um finanzielle Probleme oder Unterstützungsanträge geht. Um derart sensible und persönliche Themen abzuhandeln, braucht es schon ein extremes Maß an Vertrauen, das macht mich sehr stolz.“ Geholfen wird dann nach einem Gremiumsentscheid – mit Mitteln aus dem Betriebsrats-Fonds der Mitarbeiter:innen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wichtige betriebsrätliche Arbeit, die nicht auffschiebbar ist, erledige ich in der Dienstzeit.“</p>
<cite>Nicole Vana</cite></blockquote>



<p>Für Vana hat Betriebsratsarbeit eine hohe demokratiepolitische Bedeutung: „Da geht es um Mitbestimmung und dass man versteht, dass viele Arbeitnehmer:innen, die gemeinsam für ein Anliegen eintreten und an einem Strang ziehen, weit mehr Kraft haben, als eine Einzelperson.“ Vor allem junge Kolleg:innen würden durch „die betriebsrätliche Alltagsarbeit erkennen, dass wir, beispielsweise bei Gehaltsverhandlungen, gemeinsam stärker sind und welche Dynamik von einer gut organisierten Basis ausgeht: Ich möchte, dass die Anliegen der Gewerkschaft durch meine konkrete Arbeit für die Kolleg:innen spürbar werden und sie an konkreten Erfolgen sehen, wofür es betriebsrätliche Arbeit braucht.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lerne noch weitere engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte kennen</h4>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Fetm9E0SqM"><a href="https://kompetenz-online.at/2024/03/27/besser-aufgestellt-mit-mehr-mitgliedern/" aria-label="Besser aufgestellt mit mehr Mitgliedern">Besser aufgestellt mit mehr Mitgliedern</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Besser aufgestellt mit mehr Mitgliedern&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2024/03/27/besser-aufgestellt-mit-mehr-mitgliedern/embed/#?secret=umtocgbooE#?secret=Fetm9E0SqM" data-secret="Fetm9E0SqM" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="V3SDOtjzIk"><a href="https://kompetenz-online.at/2024/03/11/wo-die-solidaritaet-zaehlt/" aria-label="Wo die Solidarität zählt">Wo die Solidarität zählt</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Wo die Solidarität zählt&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2024/03/11/wo-die-solidaritaet-zaehlt/embed/#?secret=msk8c2rCPy#?secret=V3SDOtjzIk" data-secret="V3SDOtjzIk" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<title>Kollektivvertrags-Verhandler mit einem Lächeln</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/11/28/kollektivvertrags-verhandler-mit-einem-laecheln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christof Mackinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 18:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023/04]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Mackinger]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertag]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertragsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Lidl]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Wörthner]]></category>
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					<description><![CDATA[Aktuell wird um den Kollektivvertrag für den Handel gerungen. Am Verhandlungstisch sitzt auch Michael Wörthner. Der Salzburger ist nicht nur Betriebsratsvorsitzender beim Discounter Lidl, sondern auch Sportler, Gewerkschafter und Familienvater. Ein Porträt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="753" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-1024x753.png" alt="" class="wp-image-20339" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-1024x753.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-300x221.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-150x110.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-768x565.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-1536x1130.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Michael-Woerthner-2048x1506.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Michael Wörthner ist Betriebsratsvorsitzender bei Lidl und Mitglied im kleinen Verhandlungsteam für den Handelskollektivvertrag. Der zentrale Forderungspunkt dabei ist für ihn mehr Geld und mehr Freizeit für die Handelsangestellten.</figcaption></figure>



<p><strong>Aktuell wird um den Kollektivvertrag für den Handel gerungen. Am Verhandlungstisch sitzt auch Michael Wörthner. Der Salzburger ist nicht nur Betriebsratsvorsitzender beim Discounter Lidl, sondern auch Sportler, Gewerkschafter und Familienvater. Ein Porträt.</strong></p>



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<p>Dieser Tage ist Wörthner selbst telefonisch nur ganz schwer zu erreichen. Er ist aber nicht in den Bergen unterwegs, wo er in seiner Freizeit üblicherweise „die Batterien auftankt“, wie er es beschreibt. Der Betriebsrat ist auch nicht in seinem Büro bei Lidl in Salzburg-Liefering anzutreffen. Michael Wörthner war die letzten Tage unterwegs, in Wien. Dort verhandelte er für seine Kolleg:innen im Handel den Kollektivvertrag. Er ist damit einer von rund einem Dutzend Arbeitnehmer-Vertreter:innen, die bei den zentralen Entscheidungen dabei sein werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Applaus zu wenig zum Leben</h4>



<p>In jungen Jahren hat Michael Wörthner mit dem Gedanken gespielt Tanzlehrer zu werden, bevor er Betriebsrat bei Lidl wurde. Überhaupt hat er schon so einiges in seinem Leben gemacht, erzählt er im KOMPETENZ-Interview. „Ich hab eine Lehre als Raumausstatter absolviert. Dann bin ich in der Werttransport-Branche gelandet. Dort konnte ich erste Leitungserfahrung sammeln.“ Die Filialleitung bei einem Unternehmen für Geldtransporte habe ihn auf lange Sicht aber nicht erfüllt. Das Tanzen aber war immer Wörthners größtes Hobby. Nach zahlreichen Engagements als Turniertänzer stand er vor der Entscheidung, wie es weitergehe. „Und da wurde mir klar, der Applaus beim Auftritt ist zu wenig zum Leben.&#8220; So kam der heute 48-Jährige im Jahr 2007 als Filialleiter zum Lebensmittel-Discounter Lidl in Salzburg. Dort arbeite er bis heute gerne, wie er sagt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsrat und Gewerkschafter</h4>



<p>Als dann 2014 bei Lidl ein Betriebsrat gewählt wurde, war Wörthner sofort mit dabei. Seitdem ist er Vorsitzender eines Teams aus 23 Betriebsrät:innen, das sich in Salzburg, Wien und Graz für die Belange der österreichweit fast 6.000 Lidl-Angestellten einsetzt. Eine ganze Reihe von Betriebsvereinbarungen zur Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen kann Wörthners Team bisher als Erfolg verbuchen.</p>



<p>„Das wichtigste bei uns sind die Arbeitszeiten, die im Handel grundsätzlich sehr flexibel gehandhabt werden.“ Im Handel arbeiten mindestens 70 Prozent Frauen. „Wir konnten eine Besserstellung zum Kollektivertrag erreichen.“ Ohne Zustimmung der Kolleg:innen dürfen sie bei Lidl maximal sechs Mehrstunden zu ihrem Vertrag eingeteilt werden. Das ist ein Vorteil gegenüber anderer Unternehmen in der Branche, wo Bedienstete oft je nach Krankenständen und Kund:innen-Aufkommen nach Bedarf eingeteilt werden. „Zudem haben wir ein Anrecht auf eine Fünf-Tage-Woche in der Betriebsvereinbarung festgeschrieben,“ sagt Wörthner. Im Handel kann die Arbeitszeit aufgrund der Geschäftsöffnungszeiten prinzipiell auf sechs Tage verteilt werden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wir konnten bei der Arbeitszeit eine Besserstellung zum Kollektivertrag erreichen.&#8220;</p>
<cite>Michael Wörthner</cite></blockquote>



<p>Im Frühling diesen Jahres wurde er zum Vorsitzenden der Gewerkschaft GPA in Salzburg gewählt. „Ich habe so die Möglichkeit für Verbesserungen für alle Beschäftigten, egal in welcher Branche in Salzburg, einzutreten.“ An seinem Engagement für seinen Hauptjob bei Lidl habe das aber nichts geändert.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
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<h4 class="wp-block-heading">Am Verhandlungstisch</h4>



<p>Was aber wird aktuell verhandelt? Schon ab dem Spätsommer nahm Michael Wörthner am Bundesausschuss teil, einer Zusammenkunft von Betriebsrät:innen aus der gesamten Handelsbranche. 60 bis 70 Betriebsrät:innen repräsentieren dort die Beschäftigten des gesamten Handels, wie etwa aus den Bereichen Textilhandel, Lebensmittel- oder auch Großhandel. 430.000 Angestellten, sind es, die hier Vertretung finden. „Da wird die aktuelle wirtschaftliche Lage des Handels in Österreich ermittelt. Und so entsteht dann das Forderungsprogramm für die Kollektivvertrags-Verhandlungen.“ Wörthner und seine Kolleg:innen fordern dieses Jahr von den Arbeitgeber:innen eine elfprozentige Gehaltserhöhung, plus 200 Euro auf jedes Lehrjahr für die jüngsten Beschäftigten und zusätzliche Freizeittage nach mehreren Jahren im Unternehmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mitglied im kleinen Verhandlungsteam</h4>



<p>Im kleinen Verhandlungsteam, das rund ein Dutzend Betriebsrät:innen und Gewerkschafter:innen umfasst, wird dann mit der Vertretung der Handelsunternehmen gefeilscht. Und Michael Wörthner ist mittendrin.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wenn nötig, sind für das erste Weihnachtseinkaufs-Wochenende schon Streiks geplant.&#8220;</p>
<cite>Michael Wörthner</cite></blockquote>



<p>Wie so oft verweisen die Arbeitgeber:innen auf rückläufige Verkaufszahlen im Handel. Wieder mal sind Einmalzahlungen im Gespräch anstatt dauerhafter Gehaltserhöhungen. „Einmal ist keinmal,“ lehnt Wörthner solche Beschwichtigungsangebote der Arbeitgeber:innen-Seite ab. „Wenn nötig, sind für das erste Weihnachtseinkaufs-Wochenende schon Streiks geplant.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Positiv durchs Leben</h4>



<p>Ob es dazu kommen wird, ist zum Redaktionsschluss noch unklar. Michel Wörthner glaubt an einen guten Abschluss. „Ich versuche ja eher positiv durch Leben zu gehen,“ sagt der Vater zweier Jugendlicher. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie. Sind die Kinder außer Haus treibt es ihn raus in die Natur: „Hauptsache ins Freie!“ Zuletzt bestieg der begeisterte Wanderer den Schoberstein am Attersee. Bleibt dafür keine Zeit, gehe er Laufen &#8211; „immer wieder auch mit Kolleg:innen in der Mittagspause.“<br>Betrachte er seinen Beruf mit etwas Distanz, urteilt er: „Ich finde mich in dem Job richtig gut wieder.“ Er wolle nicht nur die Arbeit, sondern das Leben der Leute, „an jeder Ecke“ lebenswerter machen. Das sei sein Ziel. Und das, fügt der kommunikative Betriebsrat hinzu, „das schafft man am besten mit einem Lächeln.“</p>
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		<item>
		<title>Bloß keine One-Man-Show</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/10/09/bloss-keine-one-man-show/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2023 11:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Hartlauer]]></category>
		<category><![CDATA[Raimund Döcker]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus einfachen Verhältnissen stammend, wurde Raimund Döcker Betriebsrats-Vorsitzender bei Hartlauer. Er schätzt einen kollektiven Führungsstil und einen wertschätzenden Umgang.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-1024x683.png" alt="" class="wp-image-20200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-1536x1024.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-2048x1366.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Raimund-Doecker-272x182.png 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Aus einfachen Verhältnissen stammend, wurde Raimund Döcker Betriebsrats-Vorsitzender bei Hartlauer. Er schätzt einen kollektiven Führungsstil und einen wertschätzenden Umgang.</strong></p>



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<p>Als Raimund Döcker zu Hartlauer kam, gab es den Betriebsrat erst drei Jahre, heuer feiert das Gremium sein 40-jähriges Bestehen und Raimund Döcker ist seit 10 Jahren der Vorsitzende. Noch heute kann er sich gut an seinen ersten Arbeitstag erinnern: „Es war Freitag, der 1. August 1986 als ich meine Lehre beim Hartlauer am Favoritener Südtiroler Platz begonnen habe“, schmunzelt er. Der erste Kunde seines Lebens war der damals benachbarte Videothekar, ein Stammkunde, der wie üblich Batterien kaufen wollte. „Ich war erst 10 Minuten im Geschäft“, erinnert sich der gebürtige Wiener und so musste ihm der Kunde erklären, wo die Batterien im Laden verstaut sind – daraus entwickelte sich eine lange Freundschaft.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Beginn im Kleinen</h4>



<p>Seine ersten Lebensjahre verbrachte Raimund Döcker in einer 31 Quadratmeter kleinen Mietwohnung: „Bis ich zehn war, haben wir dort zu viert mit einem Gang-WC und ohne Dusche gewohnt“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende. Ein Lavoire in der Küche musste für die Hygiene genügen, die zwei Kinder schliefen im Stockbett, die Eltern – Hausmeisterin und Maschinenschlosser – klappten ihr Bett abends auf und morgens ein. Mit dem Familienumzug in eine Gemeindewohnung nach Wien Meidling „hatten wir auf einmal 81 Quadratmeter und Wohnzimmer mit Küche waren größer als unsere alte Wohnung“. Bald konnte Döcker der Schule nicht mehr viel abgewinnen: „Ich wollte lieber mein eigenes Geld verdienen und mit anderen zusammenarbeiten“, erzählt er. Die Entscheidung fiel für die Lehre zum Fotokaufmann bei Hartlauer, wo Döcker noch lernte, in der Dunkelkammer Filme zu entwickeln. Zu Beginn verstand er kaum etwas von Fotografie, doch das holte er schnell auf, er wurde bald Abteilungs- und später auch Filialleiter. Als Döcker 1992 gefragt wurde, ob er für den Betriebsrat kandidieren möchte, hatte er „keine Ahnung, was ein Betriebsrat so macht“. Unterwegs zur Photokina, einer Fachmesse in Köln, konnten mit dem damaligen Betriebsrats-Vorsitzenden die meisten Punkte geklärt werden und Döcker trat als Letztgereihter auf der Kandidatenliste an.</p>



<h4 class="wp-block-heading">&nbsp;Mit Bröseln ging es los</h4>



<p>Im Unternehmen wurde das allerdings nicht so gerne gesehen – ein Verkaufsleiter etwa, versetzte die Betriebsrats-Kandidat:innen nicht zufällig in jene Filialen mit den schlechtesten Umsätzen. „Dieser Mann hat einen privaten Feldzug gegen die neuen Betriebsräte geführt und das war nicht so lustig“, berichtet der heutige Betriebsratsvorsitzende.Er ging vors Arbeitsgericht, doch noch ehe es zu einem Urteil kam, wurde der Konflikt durch ein Gespräch mit dem obersten Chef, dem im Jahr 2000 verstorbenen Franz Josef Hartlauer, beendet. „Er hatte nichts von den Benachteiligungen gewusst, wir haben uns ausgeredet und den Streit schnell außergerichtlich beigelegt.“ Dass der „Löwe“ aufbrausend werden konnte, daran erinnert sich Döcker. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ich will den Bezug zu den Menschen nicht verlieren“.</p>
<cite>Raimund Döcker</cite></blockquote>



<p>Aber auch: „Er hatte Handschlagqualität – was mit ihm vereinbart wurde, hat gehalten“.Gleiches gilt für den Sohn und aktuellen Eigentümer Robert Hartlauer. Döcker stieg im Betriebsrats-Gremium immer weiter auf, wurde 2004 freigestellter Betriebsrat und 2013 zum Vorsitzenden gewählt. Er vertritt derzeit 2.000 Mitarbeiter:innen an 160 Standorten in ganz Österreich. Zumindest einmal pro Jahr versucht Döcker, jedes der Geschäfte zu besuchen: „Ich will den Bezug zu den Menschen nicht verlieren“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsrat ist keine One-Man-Show</h4>



<p>Der Betriebsratsvorsitzende sieht sich ganz klar als „Teamleader“ und keinesfalls als Alleinentscheider. „Früher war das eher eine One-Man-Show– da traf sich der Vorsitzende mit dem Chef und die haben sich ausgemacht, was gilt. Das war damals auch allgemein üblich und notwendig, inzwischen haben sich aber auch die Ansprüche der Mitarbeiter:innen und der Geschäftsführung geändert.“ Döcker wollte es bewußt anders machen. „Wir sind derzeit ein 19-köpfiges Betriebsrats-Gremium und haben mitunter auch 19 unterschiedliche Meinungen“, erklärt Döcker. Auf „Jasager“ kann er verzichten, will sich aber am Ende des Tages auf eine Meinung einigen. „Die muss aber nicht zwangsläufig meine sein“, ergänzt der Betriebsratsvorsitzende bestimmt. „Für mich ist das Team wichtig– wir können immer nur als Ganzes agieren und für alle.“ Er schätzt es auch, wenn Betriebsräte authentisch bleiben und es einen wertschätzenden Umgang untereinander gibt. Respekt herrscht auch zwischen Chefetage und Betriebsrat: „Wir haben eine gute Gesprächsbasis mit der Geschäftsführung, die in den letzten Jahren gewachsen ist – natürlich gehören da auch Konfrontationen dazu, aber wir müssen es gemeinsam angehen und uns in die Augen schauen können“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gute Mitarbeiter:innen gesucht</h4>



<p>Hartlauer setzt heute auf die Standbeine Foto, Handy, Optik und Hörgeräte –der Bereich Gesundheit befindet sich im Aufbau. Auch dieses Unternehmen sucht derzeit nach Fachkräften. „Wir suchen permanent Mitarbeiter:innen, aber es ist nicht einfach, welche zu finden“, zeigt sich der Betriebsratsvorsitzende sehr nüchtern. Schließlich hat der Handel kein besonders gutes Image, die Bezahlung ist nicht rosig, die Arbeitszeiten gestalten sich &#8211; im Vergleich zu anderen Branchen &#8211; eher ungünstig. „Wir versuchen seit Jahren, gute Leute zu holen und auch zu halten.“ Wer in der Firma Fuß gefasst hat, kann sich etwa in der Hartlauer-Akademie im oberösterreichischen Kronsdorf weiterbilden. Dort werden fachspezifische Ausbildungen zu den Bereichen Foto, Handy, Optik, Hörgeräte genau wie Führungskräfte-Coachings oder Persönlichkeitsseminare angeboten. Außerdem sollen die Mitarbeiter:innen von flexiblen Arbeitszeitmodellen und der betrieblichen Altersvorsorge mit einem steuerbegünstigten Sparmodell profitieren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wir versuchen seit Jahren, gute Leute zu holen und auch zu halten.“</p>
<cite>Raimund Döcker</cite></blockquote>



<p>Gut ausgebildete Mitarbeiter:innen sind wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass die 1971 gegründete Firma Hartlauer noch immer besteht. In den 1970er und 1980er Jahren gab es reichlich vergleichbare Elektronikhandels-Ketten wie etwa Herlango, Köck, Foto Nettig und Niedermeyer.</p>



<p>Um 1988 wurden Foto Nettig (gegründet 1970) und Foto Pionier an Niedermeyer verkauft, 1992 folgte Herlango – <em>Niedermeyer (1957 gegründet) schloss 2013 die letzten Geschäfte. Köck (erste Filiale 1958 am Wiener Volkertplatz) lockte in Wien und Brunn am Gebirge mit Tiefpreisgarantie – im Juli 1989 verkaufte Gründer Walter Köck an zwei Interessenten. Doch der „Löwe“ Hartlauer, der blieb einfach auf seinem Platz. </em>„Ich glaube, es liegt daran, dass wir uns immer aufs Kerngeschäft konzentriert und mehr auf die Qualität als auf die Niedrigpreise geschaut haben“. Ein Beispiel: 1986 kostete die Ausarbeitung eines 10&#215;15 Bildes rund 9,90 Schilling (etwa 73 Cent). „Einige Zeit später haben der Herlango und der Niedermeyer dieses Format um 2,90 bis 3,90 Schilling angeboten, das konnte sich einfach nicht rechnen.“</p>



<p>Auch konnte Hartlauer überleben, weil dort gutes Personal beschäftigt ist.</p>



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<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-2f536297">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
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<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der Dauererreichbarkeit zur lebenswerten Struktur</h4>



<p>Dementsprechend viel Energie steckte Raimund Döcker in seine Arbeit. Lange Zeit fühlte sich der Betriebsratsvorsitzende für so gut wie Alles zuständig. Eine Trennung zwischen Arbeitstag und Freizeit war schwierig, doch eine persönliche Krise brachte ihn zum Umdenken: „Vor zwei Jahren sind meine Eltern innerhalb von nur neun Tagen verstorben <em>– </em>ohne externe Hilfe hätte ich das nicht meistern können“, weiß Döcker. Nach der Trauerarbeit wurde ihm bewusst, wie viel anderes es im Leben noch gibt, mit dem er sich konfrontieren muss. „Da wurde mir ein Spiegel vorgehalten, den ich nicht gerne gesehen habe.“</p>



<p>Er nahm sich Zeit, Sachen zu verändern, er deligierte Aufgaben an sein Betriebsrats-Gremium und brachte mehr Struktur in seinen Arbeitsalltag. Den Schriftverkehr bewältigt Döcker nun zumeist am Montag, den Freitag verbringt er in der Regel im Homeoffice. „Eins nach dem anderen machen <em>– </em>und dafür auch fertig“, empfiehlt der Betriebsratsvorsitzende. „Multitasking funktioniert so nicht“, das ist seine Erfahrung. Und von Freitagabend 18.30 Uhr bis Montag um 7.30h ruht sein Firmen-Handy.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Private Sozialpartnerschaften</h4>



<p>An den Wochenenden ist Raimund Döcker nun vor allem für seine Familie und für den Fußballverein ASV 13 verfügbar, dort sitzt er im Vorstand. Früher spielte sein Sohn Stefan dort in der Nachwuchsmannschaft, durch das Begleiten fand Döcker in den Verein. „So schnell habe ich gar nicht schauen können, da war ich bereits für die Trainingsstatistik zuständig.“ Der Sohn hat schon vor längerer Zeit mit dem Fußball aufgehört, der Papa blieb dem Verein erhalten und genießt es, dort interessante Menschen zu treffen. Der ehemalige Präsident etwa ist Eigentümer einer Hotelkette, von ihm hat Döcker einiges gelernt „und er auch von mir“. &nbsp;Sozialpartnerschaft funktioniert eben auch im Fußballverein.</p>



<p>Weil ihm der Alltag viel abverlangt, verbessert das Abschalten können, seine Lebensqualität. „Ich bin gerne ein oder zwei Stunden allein, tue nichts oder höre Musik.“ Miles Davis gehört zu seinen Lieblingsinterpreten. Mit seiner Frau Bea – eine gelernte Köchin – ist Döcker seit fünf Jahren zusammen. Gleich beim ersten Date ging es in die Küche: „Ich war total nervös und habe mir gedacht, was wird sie bloß zu meinen Kochkenntnissen sagen? Und dass sie sicher beobachtet, wie ich die Zwiebel schneide“. Es lief harmonisch und Raimund Döcker dürfte auch als Koch beeindruckt haben. Er ist inzwischen für das alltägliche Kochen zuständig.</p>



<p>Das Paar teilt neben der kulinarischen Leidenschaft auch die Liebe fürs Reisen, besonders die Toskana hat es ihnen angetan. Die Liebe hat den Wiener auch nach Leibnitz verfrachtet. „Meine Frau lebt schon seit 30 Jahren in der Steiermark und es sind nur drei Stunden bis zum Meer.“</p>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="sKO4BUulUZ"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/10/05/weitsicht-auf-der-flaeche/" aria-label="Weitsicht auf der Fläche">Weitsicht auf der Fläche</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Weitsicht auf der Fläche&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/10/05/weitsicht-auf-der-flaeche/embed/#?secret=kbWmYfmt0F#?secret=sKO4BUulUZ" data-secret="sKO4BUulUZ" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="jQ4DrY8fZv"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/09/19/betriebsrat-sein-ist-eine-herzensangelegenheit/" aria-label="„Betriebsrat sein ist eine Herzensangelegenheit“">„Betriebsrat sein ist eine Herzensangelegenheit“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;„Betriebsrat sein ist eine Herzensangelegenheit“&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/09/19/betriebsrat-sein-ist-eine-herzensangelegenheit/embed/#?secret=cCgCTt3OhK#?secret=jQ4DrY8fZv" data-secret="jQ4DrY8fZv" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="0nszOIc3kw"><a href="https://kompetenz-online.at/2023/07/28/um-gut-beraten-zu-koennen-muss-man-auch-gut-geschult-sein/" aria-label="„Um gut beraten zu können, muss man auch gut geschult sein“">„Um gut beraten zu können, muss man auch gut geschult sein“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;„Um gut beraten zu können, muss man auch gut geschult sein“&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2023/07/28/um-gut-beraten-zu-koennen-muss-man-auch-gut-geschult-sein/embed/#?secret=KyG0GuJOJV#?secret=0nszOIc3kw" data-secret="0nszOIc3kw" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<p></p>



<p></p>



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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Herbstlohnrunde: Wir verzichten nicht!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/10/05/herbstlohnrunde-wir-verzichten-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Panholzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 12:55:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023/03]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrix Eiletz]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Dürtscher]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertragsverhandlung]]></category>
		<category><![CDATA[KV]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Müllauer]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Panholzer]]></category>
		<category><![CDATA[Metallindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Streinz]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=20165</guid>

					<description><![CDATA[Die Gewerkschaft GPA verhandelt in diesem Herbst für hunderttausende Beschäftigte die Gehaltserhöhung. Die heurige Kollektivvertragsrunde findet unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen statt. Zur anhaltend hohen Inflationsrate gesellt sich nun eine wirtschaftliche Eintrübung. Lohnverzicht wäre jedoch die völlig verkehrte Antwort.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="797" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508-1024x797.png" alt="" class="wp-image-20166" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508-1024x797.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508-300x233.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508-150x117.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508-768x598.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Barbara_Demofoto_20220917_153508.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Hätte die Bundesregierung stärker auf warnende Stimmen gehört und die Vorschläge der Gewerkschaften ernst genommen, dann wären die Voraussetzungen für die Lohn- und Gehaltspolitik um einiges einfacher“, sagt GPA-Vorsitzende Barbara Teiber (dritte v.l.).<br>Foto: GPA</figcaption></figure>



<p><strong>Die Gewerkschaft GPA verhandelt in diesem Herbst für hunderttausende Beschäftigte die Gehaltserhöhung. Die heurige Kollektivvertragsrunde findet unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen statt. Zur anhaltend hohen Inflationsrate gesellt sich nun eine wirtschaftliche Eintrübung. Lohnverzicht wäre jedoch die völlig verkehrte Antwort.</strong></p>



<span id="more-20165"></span>



<p>Mit 7,5 Prozent ist die Inflationsrate im August in Österreich eine der höchsten im Euroraum. Einer der Gründe dafür liegt in den hohen Energiepreisen, welche sich durch die gesamte Wirtschaft verbreiten. Aktuell sind vor allem Lebensmittel, Dienstleistungen und Wohnen teuer. Die rollierende Inflation des vergangenen Jahres, die als Verhandlungsbasis für die KV-Verhandlungen gilt, liegt bei 9,6 Prozent.<br></p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="555" height="555" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/2022-02-15-NGVG-Podcast-Gewalt-im-Handel-IMG00973-Martin-Muellauer-Michael-Trinko-1.png" alt="" class="wp-image-20169 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/2022-02-15-NGVG-Podcast-Gewalt-im-Handel-IMG00973-Martin-Muellauer-Michael-Trinko-1.png 555w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/2022-02-15-NGVG-Podcast-Gewalt-im-Handel-IMG00973-Martin-Muellauer-Michael-Trinko-1-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/2022-02-15-NGVG-Podcast-Gewalt-im-Handel-IMG00973-Martin-Muellauer-Michael-Trinko-1-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/2022-02-15-NGVG-Podcast-Gewalt-im-Handel-IMG00973-Martin-Muellauer-Michael-Trinko-1-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Beschäftigten im Handel können sich einen<br>Gehaltsverzicht schlicht und einfach nicht leisten. Hier geht es neben der Bewältigung des individuellen Lebens auch um die Kaufkraft einer halben Million Menschen. Gerade der Handel selbst muss ein großes Interesse daran haben, dass die Konsumnachfrage nicht einbricht.“</p>
<cite>Martin Müllauer,<br>Betriebsratsvorsitzender von MORAWA und Vorsitzender GPA-Wirtschaftsbereich Handel</cite></blockquote>
</div></div>



<p></p>



<p>Die österreichische Regierung hat sich trotz vieler kritischer Stimmen dafür entschieden, die Auswirkungen der Inflation fast ausschließlich durch Direktzahlungen zu bekämpfen und nicht bei deren Entstehung anzusetzen. Damit bleibt die hohe Belastung durch die Inflation weiterhin aufrecht.</p>



<p>„Hätte die Bundesregierung stärker auf warnende Stimmen gehört und die Vorschläge der Gewerkschaften ernst genommen, dann wären die Voraussetzungen für die Lohn- und Gehaltspolitik um einiges einfacher. Es werden aber sicher nicht die Beschäftigten sein, die die Fehler der Politik nun ausbaden“, sagt GPA-Vorsitzende Barbara Teiber.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unternehmen konnten Gewinne ausbauen</h4>



<p>Viele Unternehmen konnten die inflationsbedingten Kostensteigerungen an die Kund:innen weiter geben und ihre Gewinne in den letzten Jahren stark erhöhen. Es ist auch kein Fall bekannt, wo den Ausschüttungen an Eigentümer Grenzen nach oben gesetzt wurden. „Es wäre absurd, wenn nun ausgerechnet die Beschäftigten jene Gruppe sind, bei denen als erstes ein Deckel nach oben bei Löhnen und Gehältern eingezogen wird. Die Teuerung des letzten Jahres muss abgegolten werden, alles andere wäre ein mehr als schlechtes Geschäft für die unselbständig Beschäftigten“, stellt Teiber klar.<br>Stagnierende bzw. sinkende Realeinkommen wären nicht nur für jede/n Einzelne/n eine nicht zumutbare Belastung, sondern auch in Zeiten eines drohenden wirtschaftlichen Abschwunges fatal. Die Europäische Kommission hat bereits in der Frühjahrsprognose darauf hingewiesen, dass der private Konsum in Österreich 2023 ganz erheblich für das Wachstum und damit den Wohlstand verantwortlich sein wird. In dem Zusammenhang spricht die Kommission auch von der Wichtigkeit von starken Lohn- und Gehaltserhöhungen!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Neue Form der Lohnfindung</h4>



<p>Es ist nur allzu durchschaubar, dass aktuell vor allem von marktliberalen Stimmen darauf gedrängt wird, die Laufzeiten der Abschlüsse zu verlängern. Denn wir kommen jetzt in eine Phase, in der die rollierende Inflation, also der 12-Monatsdurchschnitt der Inflation, höher als die aktuelle monatliche Inflationsrate ist. „Nun auf jährliche Verhandlungen zu verzichten, würde uns die Möglichkeit nehmen, auf die wirklichen Gegebenheiten der Wirtschaft und der Preisentwicklung flexibel einzugehen. Seit jeher ist die solidarische Lohnpolitik an der Inflation und der Produktivitätssteigerung des vergangenen Jahres orientiert. Diese Vorgehensweise ist geübt und gibt den Unternehmen ausreichend Planungssicherheit“, legt sich der Chefverhandler der GPA, Karl Dürtscher, fest.</p>



<p>Immer wieder kommen außerdem Rufe zur Verwendung eines anderen Index als Basis für die Lohnverhandlung auf – je nachdem wie es gerade vorteilhaft für die Unternehmerinteressen ist. Meist wird in diesem Zusammenhang vom „BIP-Deflator“, dem Preisindex der heimischen Wertschöpfung gesprochen. „Um die Kaufkraft der Arbeitsleistung zu bewahren und damit sicherzustellen, dass der Lebensstandard der Menschen in Österreich zumindest gleichbleibt, ist es notwendig, alle Ausgaben mit denen Haushalte konfrontiert sind, zu berücksichtigen. Das ist nur durch die Betrachtung aller relevanten Preissteigerungen möglich“, sagt dazu der Leiter der GPA-Grundlagenabteilung David Mum.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-20173 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-768x769.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195-500x500.png 500w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Streinz-195.png 1308w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Angestellten und die Arbeiter:innen können am allerwenigsten etwas für die extrem hohe Inflation. Es ist nicht einzusehen, dass ausgerechnet sie für die Fehler der Politik die Zeche zahlen sollen. Im Standortwettbewerb bestehen wir durch ausgezeichnete Produktivität, durch hohe Qualitätsstandards, aber keinesfalls durch Lohndumping. Und es geht auch um den Erhalt der Kaufkraft für alle Kolleg:innen.“</p>
<cite>Reinhard Streinz,<br>Angestellten-Betriebsratsvorsitzender der voestalpine Stahl GmbH und GPA-Verhandler in der Metaller-Runde</cite></blockquote>
</div></div>



<p></p>



<p>Auch Einmalzahlungen werden heuer wieder als Alternative zu prozentuellen Lohn- und Gehaltserhöhungen ins Treffen geführt. Gegen Einmalzahlungen und Prämien ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn sie zusätzlich zur nachhaltigen Gehaltserhöhung gewährt werden. Die GPA hat erst jüngst berechnen lassen, wie sich das Aussetzen einer jährlichen Gehaltserhöhung auf das Lebenseinkommen auswirkt. Hier geht es um beträchtliche Verluste im Zehntausenderbereich.</p>



<p>Mitunter wird der Vorschlag gemacht, als Maßnahmen gegen die Teuerung eine Lohnnebenkostensenkung durchzuführen. Lohnnebenkosten sind Kosten, die der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin für die Beschäftigten bezahlen muss: etwa die Beiträge zur Pensionsversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitslosenversicherung, zum Insolvenzentgeltsicherungsfonds, zum Familienlastenausgleichsfonds und zur Wohnbauförderung. Damit ist schon einmal klar, wer von einer Senkung der Lohnnebenkosten profitiert: Arbeitgeber:innen. Für die Beschäftigten bringt eine Lohnnebenkostensenkung nicht mehr Einkommen, sondern schlechtere Leistungen. Mit den Lohnnebenkosten werden viele soziale Leistungen finanziert, die den Beschäftigten zugutekommen Diese Beiträge dienen zur Pensionsfinanzierung, fließen in das Gesundheitssystem oder kommen über die Familienbeihilfen Familien zugute. Nachdem die Lohnnebenkosten der Finanzierung von Leistungen dienen, die auch an die Inflation angepasst werden, wie Pensionen, Familienbeihilfe oder wo der Bedarf steigt, wie dem Gesundheitssystem, macht das wirtschaftlich keinen Sinn. Wenn Ausgaben für diese Leistungen mit der Inflation steigen, wäre es verantwortungslos, die Einnahmen zu kürzen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was tun?</h4>



<p>Lohnzurückhaltung rettet keinen Betrieb und schon gar nicht die Volkswirtschaft. Im Gegenteil: ein Sinken der Nachfrage jetzt würde die Probleme noch verstärken.</p>



<p>Auch wenn Eingriffe in die Preisentwicklung von der Regierung bisher verabsäumt wurden, noch sind Maßnahmen möglich und sicher notwendig. Die im August angekündigte Mietpreisbremse wird allerdings wenig Wirkung haben und birgt Tücken. So wird der Deckel beim gemeinnützigen Wohnbau die Mittel für geförderten Wohnbau empfindlich schmälern. Genau dieses Segment ist aber enorm wichtig, um auch künftig leistbaren Wohnraum zu ermöglichen.</p>



<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-1024x1024.png" alt="" class="wp-image-20176 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-1024x1024.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-300x300.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-150x150.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-768x768.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-1536x1536.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-2048x2048.png 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-600x600.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/10/Beatrix-Eiletz_4307_a-500x500.png 500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Um zusätzliches Personal zu halten und zu bekommen, müssen die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich attraktiver gestaltet werden. Und dazu gehören ganz wesentlich höhere Gehälter. Die Arbeit mit Menschen muss der Politik und der Gesellschaft mehr Wert sein.“</p>
<cite>Beatrix Eiletz,<br>Betriebsratsvorsitzende bei der Volkshilfe Steiermark und Chefverhandlerin für den Sozialwirtschafts-<br>Kollektivvertrag</cite></blockquote>
</div></div>



<p></p>



<p>Die Regierung muss sich auch rasch überlegen, wie sie dem drohenden Wirtschaftsabschwung entgegengewirkt. Vor allem die Bauwirtschaft leidet massiv unter den geänderten Vorzeichen der Zinspolitik. Investitionen werden teurer und die Bereitschaft, Kredite aufzunehmen sinkt massiv. Die öffentliche Hand ist gefordert, öffentliche Investitionsprogramme weiter zu forcieren etwa in den Bereichen Energie, Kinderbildung, öffentlicher Verkehr.</p>



<p>Gute Stimmung, die viele Vertreter:innen der Politik jetzt einfordern, ist tatsächlich wichtig, diese erzeugt man aber nicht durch Appelle, sondern durch konkrete spürbare Maßnahmen, die bei den Menschen ankommen. Die Beschäftigten und ihre Leistungsbereitschaft sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Gerade die Beschäftigten jetzt zu bestrafen, ist nicht nur ungerecht, sondern auch wirtschaftlich falsch! </p>



<p>Laut dem Vertreter der Metallindustrie, Christian Knill, fühlen sich die Unternehmen nicht zuständig für den Erhalt der Kaufkraft der Beschäftigten. Wir fühlen uns zuständig und werden in diesem Herbst für gute Gehaltsabschlüsse kämpfen!</p>



<p>Du willst nichts verpassen und immer am letzten Stand bei der Herbstlohnrunde 2023 sein? <a href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag-2024" data-type="link" data-id="https://www.gpa.at/kollektivvertrag-2024" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Dann hier entlang! (öffnet in neuem Tab)">Dann hier entlang!</a> </p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Betriebsrat sein ist eine Herzensangelegenheit“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/09/19/betriebsrat-sein-ist-eine-herzensangelegenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Sep 2023 08:27:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Handek]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Homeoffice]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Niederl]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Liebherr]]></category>
		<category><![CDATA[Metallindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Erstmals Betriebsrat, und dann gleich Vorsitzender, ein Wechsel in einen anderen Kollektivvertrag und das alles während Corona. Jochen Niederl hat sich der Herausforderung erfolgreich gestellt und sein Engagement keine Sekunde lang bereut.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-1024x731.png" alt="" class="wp-image-20138" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-1024x731.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-300x214.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-150x107.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-768x549.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-1536x1097.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/09/niederl_jochen-5-2048x1463.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Liebherr Betriebsrat </figcaption></figure>



<p><strong>Erstmals Betriebsrat, und dann gleich Vorsitzender, ein Wechsel in einen anderen Kollektivvertrag und das alles während Corona. Jochen Niederl hat sich der Herausforderung erfolgreich gestellt und sein Engagement keine Sekunde lang bereut.</strong></p>



<span id="more-20134"></span>



<p>Jochen Niederl (37) ist seit knapp zwei Jahren Betriebsratsvorsitzender in der ‚Liebherr Österreich Vertriebs- und Service GmbH‘. Die ersten beiden Jahre in seiner neuen Funktion waren für den frisch gewählten Belegschaftsvertreter überaus arbeitsintensiv.</p>



<p>Im Juli 2021 trennte die Firmengruppe Liebherr die Produktion vom Handel und Service. Seither ist der Betrieb mit Sitz in Puch-Urstein bei Salzburg verantwortlich für Vertrieb und Service der Baumaschinen (Erdbewegungsmaschinen, Spezialkrane, Spezialtiefbaumaschinen u.a.m.) in ganz Österreich. Kurz nach der Ausgliederung fanden im Oktober 2021 die ersten Betriebsratswahlen statt. Jochen Niederl, der erstmals kandidierte, &nbsp;wurde zum Vorsitzenden gewählt.</p>



<p>In Folge der Ausgliederung des Handels aus der Produktion kam für die Beschäftigten anstelle des Metall-Kollektivvertrags der Handels-Kollektivvertrag zur Anwendung. Da rund die Hälfte der Belegschaft technische Berufe ausübt, erforderte dieser Übergang einige Angleichungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Reisender Betriebsrat</h4>



<p>Aktuell beschäftigt das Unternehmen österreichweit 342 Mitarbeiter:innen sowie acht Lehrlinge. Im Betriebsratsteam arbeiten sieben aktive und sieben passive Mitglieder, Niederl selbst ist freigestellt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Belegschaftsvertretung ist für mich eine echte Herzensangelegenheit, ich gehe in der Betriebsratsarbeit richtig auf!“</p>
<cite>Jochen Niederl</cite></blockquote>



<p>„Ich hatte immer schon eine soziale Ader“, erzählt Niederl, „das habe ich von zu Hause mitbekommen.“ Als sich bei Liebherr die Möglichkeit anbot, sich als Betriebsrat zu engagieren, hat er seine Chance ergriffen und dies keine Sekunde lang bereut: „Die Belegschaftsvertretung ist für mich eine echte Herzensangelegenheit, ich gehe in der Betriebsratsarbeit richtig auf!“</p>



<p>Als Vorsitzender arbeitet er an zwei Tagen pro Woche in der Zentrale in Salzburg, die restliche Zeit reist er in die Niederlassungen, je nachdem, wo er gerade gebraucht wird, oder er arbeitet im Homeoffice. „Ich möchte für meine Kolleg:innen verfügbar sein und persönliche Gespräche führen können, das ist mir wichtig“, betont Niederl. In einer Firma mit Niederlassungen im ganzen Bundesgebiet ist das nur als „reisender Betriebsrat“ möglich.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Neuer Kollektivvertrag</h4>



<p>Die großen Themen der letzten beiden Jahre waren Corona und der Umstieg vom Metall- auf den Handels-KV. Die BR-Wahl fand nach dem KV-Wechsel statt. Das Betriebsratsteam arbeitete intensiv daran, daraus auftretende Nachteile für Mitarbeiter:innen in technischen Berufe zu kompensieren. Viele von ihnen sind außerdem im Außendienst oder auf Montage tätig, daher ist die Rückerstattung der Reisekosten im Betrieb ein wichtiges Thema. „Da gibt der Handels-KV leider nicht so viel her wie der Metall-KV“, gibt Niederl zu bedenken.</p>



<p>Um den Übergang abzufedern, wurden Bruttogehaltserhöhungen und Funktionszulagen vereinbart. „Unser Ziel war: Es soll fair für alle sein!“ betont Niederl. Trotzdem entstand bei einigen ein Gefühl der Ungerechtigkeit. „Als Betriebsrat finde ich: Gerade in solchen Situationen muss die persönliche Wertschätzung stimmen!“, sagt Niederl. Er sieht sich hier als Mittelsmann zwischen den Kolleg:innen und der Geschäftsführung, mit der er zahlreiche Gespräche geführt hat, um einen Ausgleich für alle zu erreichen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Benefit-Paket</h4>



<p>Stolz ist er auf ein Benefit-Paket, das der Betriebsrat kürzlich mit dem Unternehmen ausgehandelt hat. Zum Paket gehören z.B. kostenloser Kaffee für alle Beschäftigten, eine Bike-Leasing-Initiative sowie vergünstigter Zugang zu Fitnessstudios und Wellness; weiters freiwillige Zahlungen (500 Euro) bei der Geburt eines Kindes und bei der Hochzeit, sowie ein zusätzliches Kindergeld von 100 Euro bis zum 6. Lebensjahr. Lehrlinge essen kostenlos in der Kantine, erhalten 500 Euro für ihren Führerscheinkurs und sie können an einem internationalen Lehrlingsaustausch teilnehmen. „Dieses Paket ist bereits in Kraft“, berichtet Niederl, „Die Kolleg:innen sind sehr zufrieden. Es ist ein großer Erfolg, der wirklich gut ankommt!“</p>



<p>Weitere Benefits will Niederl aus der Betriebsrats-Umlage schaffen. Vergünstigte Arbeitskleidung sowie Arbeitsschuhe mit Sicherheitsstandards werden von der Firma getragen, der Betriebsrat plant, dieses Angebot auszuweiten und zu verbessern.</p>



<p>Eine andere aktuelle „Baustelle“ – im wörtlichen Sinn – entstand aus dem Umzug der Vertriebszentrale von Bischofshofen nach Puch-Urstein, woraus sich ein längerer Arbeitsweg für die rund 140 Beschäftigten ergab. Eine große Baustelle auf der Strecke verlängert den Anfahrtsweg noch zusätzlich. Niederls Vorschlag für eine Verbesserung: Er möchte für die Kolleg:innen eine Sonderregelung erreichen, nämlich ein erweitertes Homeoffice von mehr als zwei Tagen die Woche.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Es handelt sich um vier Tage zu je zehn Stunden. Und das Wochenende ist dafür dann drei Tage lang.“</p>
<cite>Jochen Niederl</cite></blockquote>



<p>Auch die 4-Tage-Woche für jene Mitarbeiter:innen, die Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführen, wird gut angenommen. „Es handelt sich um vier Tage zu je zehn Stunden. Und das Wochenende ist dafür dann drei Tage lang.“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading advgb-dyn-2f536297">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p></p>



<p>Niederl betont ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit mit Geschäftsführung und Personalmanagement: „Besonders bei den Benefits verdanken wir viel dem Engagement der Geschäftsführung,  namentlich unserem Personalchef Herrn Alexander Berner und den beiden Geschäftsführern, Herrn Manfred Santner und Herrn Peter Mayr. Ihnen sind die Mitarbeiter:innen ein sehr großes Anliegen und die Zusammenarbeit gestaltet sich überaus positiv.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Corona und die Folgen</h4>



<p>Wenn auch die Corona-Jahre im Betrieb keine wirklich angenehmen Erinnerungen hinterlassen haben, so hatten sie doch auch ihr Gutes, da arbeiten im Homeoffice neu eingeführt wurde. „Davor gab es in unserem Unternehmen kein Homeoffice. Nun ist es ein bewährtes System, mit dem alle zufrieden sind“, sagt Niederl. Normalerweise ist ein Tag Homeoffice möglich, bei einem Anfahrtsweg von mehr als 25 km zwei Tage. „Homeoffice wird in vielen Unternehmen inzwischen wieder in Frage gestellt“, berichtet Niederl. „Ich denke, wenn jemand vor Ort im Betrieb gute Arbeit macht, so wird er auch im Homeoffice seine Leistung bringen. Die Motivation eines Mitarbeiters hängt nicht vom Arbeitsort ab!“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ich denke, wenn jemand vor Ort im Betrieb gute Arbeit macht, so wird er auch im Homeoffice seine Leistung bringen. Die Motivation eines Mitarbeiters hängt nicht vom Arbeitsort ab!“</p>
<cite>Jochen Niederl</cite></blockquote>



<p>Leider hat Corona auch negative Spuren hinterlassen. Physische und psychische Gesundheitsschäden in Folge von Covid-19 sind immer noch Thema im Unternehmen. Entsprechend kommt es zu Ausfällen und Krankenständen. Dem BR-Vorsitzenden ist es ein großes Anliegen, gemeinsam mit der Unternehmensleitung die Mitarbeiter:innen zu unterstützen. „Wir sind ein Betrieb, wo viele seit 10, 20 oder mehr Jahren bei uns arbeiten. Neue Mitarbeiter:innen am Arbeitsmarkt zu finden ist nicht immer einfach, umso wichtiger ist es, diejenigen gut zu betreuen, die schon seit Jahrzehnten bei uns sind.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr Selbstbewusstsein im Handels-KV</h4>



<p>Für Niederl ist nicht nur die Arbeit als Betriebsrat, sondern Gewerkschaftsarbeit überhaupt eine „Herzensangelegenheit“, wie er selbst sagt. In seinem Heimatbundesland Tirol – Niederl wohnt in Innsbruck – arbeitet er intensiv mit dem GPA-Regionalsekretär Philip Pollak zusammen. Er bringt sich auch aktiv in der Gewerkschaftsarbeit ein, sowohl im Tiroler Landesausschuss, als auch im Bundesausschuss, außerdem ist er bei den KV-Verhandlungen dabei. „Ich möchte aktiv mitgestalten und etwas verändern! Gerade im Handel müssen wir mehr Selbstbewusstsein zeigen, da dürfen wir uns nicht verstecken.“ Der Handel, gibt er zu bedenken, ist der größte Arbeitgeber nach den öffentlichen Bediensteten. Die KV-Verhandlungen im Vorjahr waren ein Schritt in die richtige Richtung: „Der Streikbeschluss im letzten Jahr war eine gute Entscheidung, die alle verstanden haben. Wir waren damit erfolgreich und konnten sogar Mitglieder dazugewinnen“, berichtet Niederl stolz. „Auch diesen Herbst können wir wieder mit Recht mehr einfordern und gemeinsam dafür kämpfen!“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p>Jochen Niederl ist Vater von Hanna (10) und Noah (7). Er unternimmt in seiner Freizeit viel mit den Kindern. „Ich bin leidenschaftlicher Vater und möchte die Zukunft für meine Kinder positiv mitgestalten! Es geht mir um ein besseres Gleichgewicht und um mehr Fairness im Leben.“ Als Ausgleich zur Arbeit treibt er außerdem Sport, Bouldern und Fitness, und&nbsp; es zieht ihn &#8211; als Tiroler – natürlich auch in die Berge zum Wandern.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">  Das könnte dich auch interessieren</h4>



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		<item>
		<title>4-Tage-Woche im Handel für Beschäftigte durchgesetzt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/03/20/4-tage-woche-im-handel-fuer-beschaeftigte-durchgesetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 16:10:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[4-Tage-Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Vier-Tage-Woche]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2019 ist der Anspruch auf eine Vier-Tage-Woche im Handelskollektivvertrag verankert. Mit Hilfe der Gewerkschaft GPA hat eine Handelsangestellte nun durchgesetzt, dass sie ihre Arbeitszeit auf vier statt auf 5 Tage verteilen kann. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-19677" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-1024x683.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-300x200.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-150x100.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-768x512.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-1536x1024.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-2048x1365.jpeg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-600x400.jpeg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-720x480.jpeg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-mit-Kopftuch_Handel_Obst_AdobeStock_553456944-272x182.jpeg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p><strong>Seit 2019 ist der Anspruch auf eine Vier-Tage-Woche im Handelskollektivvertrag verankert. Mit Hilfe der Gewerkschaft GPA hat eine Handelsangestellte nun durchgesetzt, dass sie ihre Arbeitszeit auf vier statt auf 5 Tage verteilen kann. </strong></p>



<span id="more-19676"></span>



<p>Seit 2019 können Beschäftigte im Handel einen Antrag auf eine Vier-Tage-Woche stellen und einfordern, dass ihre Normalarbeitszeit auf 4 Tage aufgeteilt wird. Das ist im <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte" target="_blank" aria-label="Handelskollektivvert (öffnet in neuem Tab)">Handelskollektivvert</a><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte" target="_blank" aria-label="r (öffnet in neuem Tab)">r</a><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kollektivvertrag/handel/handelsangestellte" target="_blank" aria-label="ag (öffnet in neuem Tab)">ag</a> geregelt. ArbeitgeberInnen können dies nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen ablehnen (nämlich dann, wenn der Betrieb dann nicht mehr funktionieren würde – das müssen also schon sehr schwerwiegende Gründe sein!). Eine Beschäftigte eines Handelsbetriebes, Frau S. nutzte diese Möglichkeit und beantragte die Vier-Tage-Woche bei ihrer Chefin. Diese ließ den Antrag zunächst liegen und reagierte nicht darauf. Erst auf telefonische Nachfrage meinte die Vorgesetzte, jetzt sei Urlaubszeit, da könne man sowieso nicht darüber entscheiden. Der Antrag blieb also weiter liegen.  </p>



<p>Ein Monat später, als Frau S. schließlich selbst auf Urlaub war, kam schließlich die Ablehnung durch die Personalabteilung &#8211; ohne Begründung. Frau S. wollte sich damit nicht abfinden und wandte sich an die GPA-Rechtsberatung: &#8222;Ich verstehe, nicht, warum mein Arbeitgeber ein Problem damit hat, wenn ich nur an 4 Tagen in der Woche in die Firma komme. Es gibt schon mehrere Kolleginnen, die Teilzeit arbeiten und auch nur an 4 Tagen kommen. Das kann man ohne Probleme so organisieren, dass alles reibungslos läuft und immer jemand da ist.&#8220; </p>



<p>Frau S. erfuhr, dass die Ablehnung nicht nur zu spät erfolgt war &#8211; der Arbeitgeber hat dafür maximal 2 Wochen Zeit &#8211; sondern dass es für eine Ablehnung auch eine ausreichende Begründung braucht. Die Rechtsberaterin der GPA erklärte Frau S., dass eine Ablehnung nur zulässig sei, wenn durch die 4-Tage-Woche die Einhaltung von Betriebsabläufen gefährdet sei oder die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs nicht mehr gewährleistet wäre. Beides ist im Betrieb von Frau S. nicht der Fall. </p>



<p>Die Rechtsberaterin formulierte daraufhin ein Schreiben an die Personalabteilung, in dem sie die Rechtslage darstellte und noch einmal auf den Anspruch auf die Vier-Tage-Woche hinwies. Die Arbeitgeberin lenkte daraufhin ein. Frau S. kann in Zukunft ihre Arbeit an vier statt an fünf Tagen in der Wochen machen.  </p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Du arbeitest im Handel und möchtest den Anspruch auf die 4-Tage-Woche nutzen? So geht&#8217;s:</h4>



<ol class="wp-block-list">
<li> Stelle eine schriftlichen Antrag bei deinem Arbeitgeber/deiner Arbeitgeberin. </li>



<li>Innerhalb von 2 Wochen musst du eine Antwort bekommen. </li>



<li>Dein Arbeitgeber darf den Antrag nur ablehnen, wenn durch die Änderung der Lage deiner Arbeitszeit die Einhaltung von Betriebsabläufen gefährdet oder die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs nicht mehr gewährleistet wäre.</li>



<li>Wird der Antrag fristgerecht abgelehnt, sind Vermittlungsgespräche mit dem Betriebsrat zu führen.</li>



<li>Du hast noch eine Frage oder brauchst unsere Unterstützung? Dann wende dich an unsere Rechtsberatung in deinem Bundesland. <a href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Hier (öffnet in neuem Tab)">Hier</a> findest du alle Kontakte. </li>
</ol>
</div></div>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mehr Respekt für die Beschäftigten im Handel</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/02/20/mehr-respekt-fuer-die-beschaeftigten-im-handel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 14:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2023/01]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräftenachfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszufriedenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
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		<category><![CDATA[Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Flexibilität]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[Personalknappheit]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Belastungen]]></category>
		<category><![CDATA[Teilzeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=19453</guid>

					<description><![CDATA[Die Beschäftigten im Handel haben während der Pandemie viele Belastungen
ausgehalten, das zeigt eine aktuelle Studie von WIFO und IFES. Kein Wunder, dass der Handel über Fachkräftemangel klagt. Die Gewerkschaft GPA
fordert bessere Arbeitsbedingungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19454" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Foto-fuer-Seite-15-20181123094908_IMG_8942_ausschnitt.jpg 1245w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA Barbara Teiber fordert für die Beschäftigten im Handel besser<br>planbare Arbeitszeiten.</strong><br>Foto: Arbeiterkammer</figcaption></figure>



<p><strong>Die Beschäftigten im Handel haben während der Pandemie viele Belastungen<br>ausgehalten, das zeigt eine aktuelle Studie von WIFO und IFES. Die Gewerkschaft GPA<br>fordert bessere Arbeitsbedingungen.</strong></p>



<span id="more-19453"></span>



<p>Die COVID-19-Pandemie hat den Handel 2020 vor enorme Herausforderungen gestellt. Eine Studie von WIFO und IFES im Auftrag der AK Wien zeigt: Die Beschäftigten im Handel stehen unter immer stärkerem Druck. Die Vereinbarung von Beruf und Familie hat sich seit Pandemiebeginn verschlechtert: 6 von 10 Handelsbeschäftigten arbeiten bis zu 10 Tage im Quartal länger als 10 Stunden pro Tag. Seit Pandemiebeginn wird immer häufiger trotz Krankheit gearbeitet. Kein Wunder, dass die Arbeitszufriedenheit deutlich zurückgegangen ist und dass die Nachfrage nach Arbeitskräften immer mehr steigt. „Schon jetzt haben wir 20.000 offene Stellen im Handel. Nur durch bessere Arbeitsbedingungen kann der Personalknappheit entgegengewirkt werden“, stellt GPA-Vorsitzende Barbara Teiber fest.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hohe Teilzeitquote</h4>



<p>Etwa jede zweite Arbeitskraft im Einzelhandel arbeitet in Teilzeit. Die Differenz zwischen Wunscharbeitszeit und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit wird immer größer. Immer mehr Vollzeitarbeitskräfte wollen weniger arbeiten als noch vor der Pandemie. Selbst die Teuerung hat daran wenig geändert. Der Druck in der Arbeit für Vollzeitkräfte ist oft so hoch, dass sie selbst Einkommenseinbußen in Kauf nehmen würden. Umgekehrt würden viele Teilzeitarbeitskräfte gerne aufstocken: Konkret würde jede und jeder Vierte gerne mehr Stunden arbeiten, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.</p>



<p>Zwar sind 3 von 4 Handelsbeschäftigten grundsätzlich immer noch mit ihrem Beruf zufrieden. Die Zufriedenheit ist aber seit der Pandemie deutlich gesunken (von 83 auf 76 Prozent). Am wenigsten zufrieden sind übrigens Eltern. Sie beklagen vor allem die schlechte Vereinbarkeit von Arbeit und Betreuungspflichten.</p>



<p>Handelsangestellte fühlen sich seit der Pandemie auch gesundheitlich stärker belastet. Besonders stark gestiegen sind die psychischen Belastungen durch Stress. Fühlten sich vor der Pandemie noch 17 Prozent der Handelsbeschäftigten stark belastet, so sind es jetzt schon 27 Prozent. Gestiegen ist auch die Zahl der Tage, an denen die Beschäftigten gearbeitet haben, obwohl sie krank waren: Von 2 bis 3 Tagen vor der Pandemie auf fast 11<br>Tage.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wunsch nach mehr Flexibilität</h4>



<p>Die Gewerkschaft GPA fordert für die Handelsbeschäftigten besser planbare Arbeitszeiten. „Die Betriebe müssen ihren Beschäftigten mehr Flexibilität beim Ausmaß und bei der Lage der Arbeitszeit einräumen, etwa mit Öffnungszeiten, die Rücksicht auf die Beschäftigten nehmen. Und indem die Betriebe viel mehr auf die Wunscharbeitszeiten der ArbeitnehmerInnen eingehen“, konkretisiert die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA bei einer Pressekonferenz. Vorankündigungszeiten von 14 Tagen bei der Diensteinteilung sind gesetzlich vorgeschrieben, werden aber oft nicht eingehalten. Hier braucht es wirksame Strafen, sonst hört das nicht auf. In einer Branche mit hohem Teilzeitanteil wird besonders häufig die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit überschritten. Deshalb muss es auch bei Teilzeit einen 50-prozentigen Zuschlag schon ab der ersten Stunde Mehrarbeit geben.<br>Berufliche Weiterbildung in der Arbeitszeit muss auch für Teilzeitangestellte möglich werden. Ziel ist ein Recht auf eine Woche Weiterbildung pro Jahr in der bezahlten Arbeitszeit.</p>
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		<title>Betriebsratsgründung: Eine Investition in die Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 14:08:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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		<category><![CDATA[Michael Hofer]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn es aktuell keinen schlimmen Konflikt gibt  – ein Betriebsrat gibt Sicherheit und Stabilität im Betrieb. Dejan Stancic hat zusammen mit seinen KollegInnen erfolgreich eine Betriebsratsgründung in einer Kika-Filiale in Salzburg gewagt und berichtet von seiner Erfahrung.  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721-1024x768.png" alt="" class="wp-image-19386" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721-1024x768.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721-300x225.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721-150x113.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721-768x576.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Dejan-Stancic_20230125_090721.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Dejan Stancic arbeitet seit 2015 bei Kika in Eugendorf, seit Dezember 2022 ist er Betriebsratsvorsitzender.</strong> <br>Foto: privat</figcaption></figure>



<p><strong>Auch wenn es aktuell keinen schlimmen Konflikt gibt &nbsp;– ein Betriebsrat gibt Sicherheit und Stabilität im Betrieb. Dejan Stancic hat zusammen mit seinen KollegInnen erfolgreich eine Betriebsratsgründung in einer Kika-Filiale in Salzburg gewagt und berichtet von seiner Erfahrung. &nbsp;</strong></p>



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<p>Im Möbelhaus Kika in Eugendorf, Salzburg, arbeiten rund 80 Beschäftigte und sie werden seit Jahresbeginn von sieben BetriebsrätInnen (vier aktiv, drei Ersatz) vertreten. Dejan Stancic, frische gewählter BR-Vorsitzender, war die treibende Kraft hinter dieser Betriebsratsgründung.</p>



<p>Mit der Idee, einen Betriebsrat zu gründen, spielte Stancic schon länger. „Als dann letztes Jahr im Frühjahr Michael Hofer von der Gewerkschaft GPA bei uns in der Filiale zu Besuch war, da wurde es endlich ernst damit“, erzählt Stancic. Im Dezember 2022 wurden schließlich die Wahlen abgehalten, die Wahlbeteiligung war hoch, und Stancics Liste gewann mit einer starken Mehrheit von 93 Prozent. Seit Anfang dieses Jahres ist der neue Betriebsrat nun im Amt.</p>



<p>Stancic hat seine berufliche Laufbahn überwiegend im Einzelhandel gemacht und arbeitet seit 2015 bei Kika in Eugendorf. Er hat sich immer schon gern für andere eingesetzt und das Wort ergriffen. „Als Betriebsrat“, findet er, „hat man einfach mehr Möglichkeiten. Man traut sich dann auch mehr, weil man ein offizielles Mandat hat. Meine Motivation war es, als gewählter Belegschaftsvertreter besser mitbestimmen zu können, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wir sind ein gutes Team in der Filiale und ich verstehe mich gut mit meinen KollegInnen. Jetzt kann ich ihnen besser helfen!“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Als Betriebsrat hat man einfach mehr Möglichkeiten. Man traut sich dann auch mehr, weil man ein offizielles Mandat hat.&#8220;</p>
<cite>Dejan Stancic</cite></blockquote>



<p>Die Gewerkschaft GPA wird in den nächsten Monaten dafür sorgen, dass die gewählten MandatarInnen eine entsprechende Einschulung für ihre Tätigkeit erhalten und wird sie natürlich auch weiterhin in ihren praktischen Aufgaben unterstützen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="719" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic-1024x719.png" alt="" class="wp-image-19387" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic-1024x719.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic-300x211.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic-150x105.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic-768x539.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Betriebsrat-Kika-Eugendorf_Deja-Stancic.png 1051w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das neugewählte Betriebsratsteam bei Kika in Eugendorf hat einiges vor.<br>Foto: privat</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Personalmangel im Handel</h4>



<p>Aktuell kämpft das Möbelhaus in Eugendorf, so wie die gesamte Branche, mit Personalmangel. Neue Fachkräfte zu finden ist nicht einfach &#8211; und trotzdem, findet Stancic, hat die Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten nachgelassen. „Früher war das anders, da wurden langjährige &nbsp;MitarbeiterInnen stärker in die Entscheidungen des Managements eingebunden.“ Vor allem VerkäuferInnen, die seit zwanzig oder dreißig Jahren im Betrieb sind und täglich mit den KundInnen arbeiten, wissen, was gefragt ist und was man verbessern könnte. Sie wollen sich auch einbringen. „Das ist sicher einer der Punkte, über die wir als Betriebsrat mit der Geschäftsführung reden werden.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Früher war das anders, da wurden langjährige &nbsp;MitarbeiterInnen stärker in die Entscheidungen des Managements eingebunden.“</p>
<cite>Dejan Stancic</cite></blockquote>



<p>Die Pläne für die nächsten Wochen? „Als erstes möchten wir ein Büro einrichten, wo wir als Betriebsrat mindestens einmal im Monat eine Sprechstunde abhalten und die KollegInnen mit Fragen und Anliegen zu uns kommen können“, erklärt Stancic. „Außerdem werden wir die Betriebsratsteams der anderen Kika- und Leiner-Filialen in der Region treffen, damit wir uns austauschen können.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gutes Gesprächsklima</h4>



<p>Stancics Gegenüber ist ein Geschäftsführer, der auch erst seit kurzer Zeit auf seinem Posten ist. Er arbeitet bereits seit 25 Jahren im Unternehmen und war davor jahrelang Geschäftsführer einer Kika-Filiale in St. Johann. Man respektiert sich gegenseitig, das Gesprächsklima ist gut. „Wir denken, das ist eine gute Basis.“</p>



<p>Was die Gehälter betrifft, so sind die KollegInnen durchaus zufrieden, meint Stancic. Der KV-Abschluss im Handel im vergangenen Herbst war mit bis zu mehr als acht Prozent nachhaltig. Nur bei den Bonuszahlungen sieht es nicht so gut aus, dem möchte Stancic daher auch nachgehen. Bei den Dienstplänen wird auf Familie und Betreuungspflichten Rücksicht genommen, die MitarbeiterInnen springen ein und helfen sich untereinander.</p>



<p>Aber braucht man dann eigentlich einen Betriebsrat, wenn es ohnehin soweit gut läuft? „Der Betriebsrat wurde nicht gegründet, weil es grobe Missstände gibt“, betont Stancic. „Natürlich werden wir über einige Punkte mit der Geschäftsführung reden müssen, aber im Großen und Ganzen herrscht Zufriedenheit. Wir sehen den Betriebsrat vielmehr als eine Absicherung für die Zukunft. Wenn man die letzten Jahre betrachtet &#8211; die Pandemie, danach die Teuerung und die Energiekrise &#8211; , so waren das harte Zeiten für den Handel.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">&#8222;Diese Betriebsratsgründung ist Investition in die Zukunft.&#8220; </p>
<cite>Dejan Stancic</cite></blockquote>



<p>„Wir denken daher: Vorsorgen ist besser! Diese Betriebsratsgründung ist Investition in die Zukunft. Es hat einige Monate gebraucht, von der ersten Idee bis zu den Wahlen, bis schließlich alles unter Dach und Fach war. Im Ernstfall könnte das zu lange dauern – so haben wir vorgesorgt!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zur Person:</h4>



<p>Dejan Stancic ist verheiratet und ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen. In seiner Freizeit spielt er Schach und geht gern in der Natur spazieren.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Michael Hofer, GPA Salzburg, betreut den neu gegründeten Betriebsrat:</h4>



<p>„Die Betriebsratsgründung in der Kika-Filiale in Eugendorf verlief wirklich nach Drehbuch! Wir von der Gewerkschaft waren dreimal dort, um mit den MitarbeiterInnen zu sprechen und um zu sehen, ob es genug InteressentInnen gibt, die kandidieren wollen. Wir sind auf viel Interesse gestoßen, die Liste der KandidatInnen wurde rasch länger. Das Thema Mitbestimmung ist dort offenbar allen ein Anliegen! Vor allem Dejan war sehr aktiv und hat viel Werbung gemacht, und so konnten wir die Wahlen rascher abhalten, als ich anfangs gedacht hätte. Auch die Geschäftsführung war kooperativ und lebt die Sozialpartnerschaft.“</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsratsgründung</h4>



<p>Du denkst auch darüber nach, in deinem Betrieb bzw. in deiner Filiale einen Betriebsrat zu gründen? Ab fünf dauernd beschäftigten MitarbeiterInnen habt ihr das <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! (öffnet in neuem Tab)">Recht, eine Belegschaftsvertretung zu wählen! </a>Deine Gewerkschaft GPA unterstützt dich dabei! Alle Infos zur Wahl und Unterstützung auch nach der Gründung erhältst du <a href="https://www.gpa.at/kontakt" aria-label="bei der Gewerkschaft GPA in deinem Bundesland">bei der Gewerkschaft GPA in deinem Bundesland</a>. Für Nicht-Mitglieder ist eine Erstberatung kostenlos!</p>



<p>Bei uns im Betrieb ist das nicht notwendig, es gibt Mitbestimmung auch ohne Betriebsrat? Das ist leider unverbindlich! Kommt es zu ernsthaften Problemen – Entlassungen, Schließungen, Insolvenz – sind die Möglichkeiten einer gewählten Vertretung ungleich effektiver und vor allem rechtlich abgesichert. Weitere Irrtümer rund um eine Betriebsratsgründung haben wir <a href="https://kompetenz-online.at/2022/09/12/4-irrtuemer-rund-um-eine-betriebsratsgruendung/" aria-label="hier">hier</a> entkräftet. </p>



<p>Auch sonst sichern BetriebsrätInnen&nbsp; die <a href="https://kompetenz-online.at/2018/02/05/faktencheck-demokratie-im-betrieb/" aria-label="demokratische Mitbestimmung im Betrieb">demokratische Mitbestimmung im Betrieb</a>, ihre Befugnisse sind gesetzlich geregelt: Dazu gehören z.B. der Abschluss von Betriebsvereinbarungen, die Mitwirkung bei Kündigungen, Entlassungen und Versetzungen bis hin zur Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen in Unternehmen. Gemeinsam mit ihren Gewerkschaften verhandeln BetriebsrätInnen auch Kollektivverträge und entscheiden über Abschlüsse oder Kampfmaßnahmen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren: </h4>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://kompetenz-online.at/2022/12/05/sportlich-in-die-vier-tage-woche/" aria-label="Daniel Hochkofler">Daniel Hochkofler</a> seit kurzem Betriebsrat Hervis und setzt sich dort für die 4-Tage-Woche ein. </li>



<li><a href="https://kompetenz-online.at/2022/08/05/technikerin-mit-softskills/" aria-label="Chiara-Alena Lintner">Chiara-Alena Lintner</a>, angehende Mechatronikerin bei der AUA und Vorsitzende des&nbsp;Jugendvertrauensrates. Lies hier, wie sie sich für die&nbsp;Lehrlinge&nbsp;einsetzt und in einer fragilen Branche geholfen, sie gut durch die Pandemie zu bringen.</li>



<li>Mehr über die&nbsp;<a href="https://kompetenz-online.at/2020/03/17/bindeglied-zwischen-chef-und-beschaeftigten/" aria-label="Rechte und Pflichten eines Betriebsrats">Rechte und Pflichten eines Betriebsrats</a>&nbsp;verrät dir unsere Rechtsexpertin Andrea Komar.</li>
</ul>
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