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	<title>Informationstechnologie &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Informationstechnologie &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>„Die Branche muss schleunigst umdenken!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 May 2024 06:20:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Informationstechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Kelis]]></category>
		<category><![CDATA[Raiffeisen Informatik GmbH]]></category>
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					<description><![CDATA[Peter Kelis, Betriebsratsvorsitzender der Raiffeisen Informatik GmbH, strebt in einer zukunftsorientierten Branche auch zukunftsweisende Arbeitsbedingungen an. Nach langen und schwierigen Kollektivvertragsverhandlungen ist zwar vorerst Ruhe eingekehrt, es bleibt aber genug zu tun.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656.jpg" alt="" class="wp-image-20827" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9656-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Peter Kelis, Betriebsratsvorsitzender der Raiffeisen Informatik GmbH, strebt in einer zukunftsorientierten Branche auch zukunftsweisende Arbeitsbedingungen an. Nach langen und schwierigen KV-Verhandlungen ist zwar vorerst Ruhe eingekehrt, es bleibt aber genug zu tun.</strong></p>



<span id="more-20794"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Peter Kelis ist Betriebsratsvorsitzender der Raiffeisen Informatik GmbH, einem Unternehmen, das IT-Dienstleistungen für Finanz- und Versicherungsdienstleister erbringt. Das Unternehmen hat mehrere Tochtergesellschaften und ist auch international tätig. Am Standort im 2. Wiener Gemeindebezirk, wo Kelis arbeitet, sind 750 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Im Betriebsratsteam engagieren sich 13 Kolleg:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ihn als Vorsitzenden dieses Teams vor allem beschäftigt ist der permanente Druck, der durch den Sparauftrag der Unternehmensleitung entsteht: „Viele Mitarbeiter:innen brennen aus“, berichtet Kelis, „weil die Personaldecke dünn ist und die Arbeitszeiten ausufern. Als Betriebsrat bemühen wir uns, den Sparkurs möglichst abzufedern und ein faires Gleitzeitmodell durchzusetzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kelis ist außerdem Teil des Verhandlungsteams für den IT-Kollektivvertrag, das dieses Jahr sehr schwierige KV-Verhandlungsrunden hinter sich hat. „Es hat sich gelohnt&#8220;, findet er, „trotzdem gibt es noch viel zu tun in dieser Branche.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Als Betriebsrat bemühen wir uns, den Sparkurs möglichst abzufedern und ein faires Gleitzeitmodell durchzusetzen.“</p>
<cite>Peter Kelis</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsrat aus Überzeugung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1995 ist Kelis bereits Mitglied des Betriebsratsteams. Er begann als stellvertretender Betriebsrat, seit 2001 hat er den Vorsitz inne. Bei allen Betriebsratswahlen war er auf der Liste vertreten – wobei es immer nur eine Liste gab: „Die Kolleginnen und Kollegen sind mit unserer Arbeit sehr zufrieden“, freut er sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kelis hat seinen Berufswunsch, den er schon seit seiner Schulzeit hatte, hundertprozentig verwirklicht. Er wollte in der IT oder in einer Bank arbeiten – und hat beides erreicht. Die IT ist für ihn Beruf und Hobby zugleich. Seit mittlerweile dreißig Jahren ist er für die Raiffeisen Informatik tätig. Nach verschiedenen anderen Etappen arbeitet er nun im Application Management.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peter Kelis hat außerdem ein Lebensmotto, das ihn bei seinem langjährigen Engagement als Betriebsrat leitet: „Was haben andere davon, dass es mich gibt?“ fragt er sich. Bei Verhandlungen, Diskussionen oder in schwierigen Situationen hilft ihm dieses Motto, den Fokus zu finden. „Ich möchte anderen zu dem verhelfen, was ihnen rechtlich zusteht – mindestens das. Und ich kämpfe, wo immer es möglich ist, für mehr!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ungeregelte Arbeitszeiten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Raiffeisen Informatik produziert keine Software, sondern betreut die Infrastruktur ihrer Kunden, darunter Arbeitsplätze und Server für Banken. Das Unternehmen zeichnet sich durch seine Größe aus und ist in Österreich eher eine Ausnahme, da die Branche von Kleinbetrieben dominiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Infrastruktur der Banken wie Server, Netzwerk, u. dgl., die von der Firma betreut werden, erfordern regelmäßige Wartungsarbeiten. Diese müssen größtenteils nachts oder am Wochenende durchgeführt werden, um den Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Für die Kolleg:innen bedeutet das oft Arbeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten. Für das Gleitzeitkontomodell seines Betriebs wären dringend Verbesserungen notwendig: Arbeiten am Sonntag z.B. wird nur mit Zeitausgleich vergütet, eine Auszahlung als Überstunden ist nicht möglich. „Wenn ich am Montag frei habe anstatt am Sonntag, so ist das nicht familienfreundlich. Überstunden sollten auch ausbezahlt werden können“, findet Kelis. Doch da das Unternehmen die Kosten senken will, bedeutet jede Nachbesserung im Gleitzeitmodell für den Betriebsrat das Bohren harter Bretter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die oft ungeregelten Arbeitszeiten, insbesondere die Nachtarbeit, sind auch der Grund, warum der Frauenanteil im Betrieb nur bei den branchenüblichen 20 Prozent liegt. „Hier müsste endlich etwas an den Rahmenbedingungen geändert werden“, kritisiert Kelis.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fachkräftemangel</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sparmaßnahmen führen außerdem dazu, dass die Personaldecke dünn ist. „Wir kämpfen dafür, dass der Mitarbeiterstand erhalten bleibt“, betont Kelis. Den Personalstand zu reduzieren, um Kosten zu sparen, ist in einer Branche wie der IT nämlich kontraproduktiv: „Bei uns arbeiten Spezialisten. Wenn beispielsweise eine Stelle nach einer Pensionierung nicht nachbesetzt wird, macht sich das bemerkbar, weil eine ganz bestimmte Expertise fehlt“, fügt er hinzu. „Und natürlich führt Personalabbau &#8211; wie überall &#8211; zur Überlastung der Belegschaft, da der Arbeitsdruck ständig steigt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Personalfluktuation ist hoch. Was motiviert Mitarbeiter:innen andererseits zu bleiben? „Der Zusammenhalt ist sehr gut“, erklärt Kelis, „Das motiviert alle. Denn die Leute wissen: Wenn das Boot sinkt, schöpfen wir alle gemeinsam! Ein gutes Team ist wirklich viel wert und kompensiert andere Mängel.“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt, selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Verhandlungsteam IT-Kollektivvertrag</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2017 ist Kelis im Verhandlungsteam für den IT-Kollektivvertrag. Dieses Jahr brauchte es neun Runden, um zu einem Abschluss zu kommen – für alle Verhandler:innen eine extrem herausfordernde Zeit!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der hart erkämpfte Abschluss von 7,8 Prozent gilt erstmalig für zwei Jahre. „Unser Ziel war es, über der Inflationsrate abzuschließen, das haben wir erreicht, damit ist der Werterhalt gegeben.“ Der Mindestbetrag von 175 Euro stärkt besonders die niedrigen Einkommen. Der Wermutstropfen: Der Abschluss gilt erst ab 1. Juli (und nicht schon ab April) und es konnte keine Ist-Erhöhung erkämpft werden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"> „Unser Ziel war es, über der Inflationsrate abzuschließen, das haben wir erreicht, damit ist der Werterhalt gegeben.“</p>
<cite>Peter Kelis</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Kelis ist sich zwar bewusst, dass es in einer Dienstleistungsbranche schwieriger ist, Gehaltserhöhungen durchzusetzen als in der Industrie, da sich höhere Personalkosten weit stärker auswirken. Trotzdem war er von der Unnachgiebigkeit der Gegenseite während der Verhandlungen unangenehm überrascht. „Es kamen Ausreden wie Umsatzeinbrüche oder die Wirtschaftslage“, kritisiert er, „Tatsächlich boomt die Branche seit Corona. Das wahre Problem ist der Personalmangel, und der wird durch stagnierende Gehälter nur schlimmer werden!“ Gerüchten zufolge werden in Österreich 20.000 Personen in der IT gesucht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz relativ guter Einstiegsgehälter ist es in der IT schwierig, im Verlauf der Karriere beim Verdienst zuzulegen. Auch sonst sind die Arbeitgeber kaum zu Verbesserungen bereit. „Das beginnt schon bei der Lehre, es gibt z.B. keine Bildungsfreistellung für Lehrlinge, die zugleich die Matura ablegen, wie in anderen Branchen. Woher soll der Nachwuchs kommen, wenn wir ihn so wenig fördern?“ ärgert sich der Belegschaftsvertreter, „Wir sind eine Dienstleistungsbranche und sollten daher auch unsere eigenen Beschäftigten entsprechend behandeln.“ Neues Personal zu finden ist daher nicht einfach. „Wenn wir als Branche attraktiv sein wollen, müssen wir schleunigst umdenken!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mitgliederzuwächse</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ziele für zukünftige Verhandlungen bleiben das Erreichen einer Ist-Erhöhung sowie die Vorverlegung des Gültigkeitstermins des KV in zwei Schritten, zunächst auf den 1. April und dann auf den 1. Jänner. Doch Kelis weiß aus langjähriger Erfahrung, dass hier viel Geduld vonnöten sein wird. Auch Forderungen wie die 6. Urlaubswoche oder Prämien stoßen bei den Arbeitgebern auf taube Ohren. „Selbst eine kleine Forderung, nämlich die nach einem freien Tag zum Geburtstag, wurde abgeschmettert“, berichtet er, „In meinem Unternehmen gibt es diesen freien Tag und auch weitere Vorteile wie Prämien sehr wohl. Einzelne Personen im Verhandlungsteam blockieren hier Fortschritte“, fasst er zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Positiv sieht Kelis die große Aufmerksamkeit, die die vielen Demos vor den KV-Verhandlungsrunden erregt haben. „Das hat uns gute Mitgliederzuwächse gebracht“, freut er sich, „Für die Zukunft gibt uns das eine bessere Verhandlungsmacht!“ Und schließlich sind die Kolleg:innen auch zufrieden mit dem Abschluss: „Die Lohnsumme ist gesichert, das ist wichtig!“</p>



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<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931.jpg" alt="" class="wp-image-20828" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/05/Peter-Kelis_web_9931-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



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<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zur Person:</strong> <br>Als alleinerziehender Vater ist Peter Kelis sehr beschäftigt: von den vier Kindern aus seiner Ehe lebt das jüngste bei ihm. Trotzdem bleibt ihm noch Zeit für sein Hobby: Geländewagenfahren mit dem Pinzgauer, einem militärischen Fahrzeug. Kelis nimmt an Wettbewerben zur Fahrgeschicklichkeit teil, wo die Herausforderung darin besteht, kurvige, steile oder schwer befahrbare Strecken zu meistern. „Solche Herausforderungen begeistern mich – und sie machen mir den Kopf frei!“</p>
</div></div>
</div></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Lerne noch weitere engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte kennen</h4>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="9HqRf4CLzY"><a href="https://kompetenz-online.at/2024/04/09/gemeinsam-sind-wir-staerker/" aria-label="Gemeinsam sind wir stärker">Gemeinsam sind wir stärker</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Gemeinsam sind wir stärker&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2024/04/09/gemeinsam-sind-wir-staerker/embed/#?secret=ZplPUFUkwy#?secret=9HqRf4CLzY" data-secret="9HqRf4CLzY" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="GPTGJJckWP"><a href="https://kompetenz-online.at/2024/03/14/bfi-betriebsrat-wenn-21-steckdosen-an-dir-saugen/" aria-label="bfi-Betriebsrat: Wenn 21 Steckdosen an dir saugen">bfi-Betriebsrat: Wenn 21 Steckdosen an dir saugen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;bfi-Betriebsrat: Wenn 21 Steckdosen an dir saugen&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2024/03/14/bfi-betriebsrat-wenn-21-steckdosen-an-dir-saugen/embed/#?secret=NFuLtIfXAo#?secret=GPTGJJckWP" data-secret="GPTGJJckWP" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="r76eYQYKOW"><a href="https://kompetenz-online.at/2024/04/18/siemens-betriebsrat/" aria-label="Kampf gegen Arbeitsverdichtung und Selbstausbeutung">Kampf gegen Arbeitsverdichtung und Selbstausbeutung</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Kampf gegen Arbeitsverdichtung und Selbstausbeutung&#8220; &#8212; KOMPETENZ-online" src="https://kompetenz-online.at/2024/04/18/siemens-betriebsrat/embed/#?secret=l9tSWovfNF#?secret=r76eYQYKOW" data-secret="r76eYQYKOW" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Lehrlingsmonitor: Ausbildung oder Auto waschen für den Chef?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/12/07/lehrlingsmonitor-attraktive-ausbildung-zur-fachkraft-oder-auto-waschen-fuer-den-chef/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 13:05:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die jährliche Befragung durch Gewerkschaften und AK zeigt: Corona sowie Mängel in der Ausbildung schlagen sich in einigen Branchen negativ in der Zufriedenheit der Lehrlinge nieder. Wie man die Lehre attraktiver machen und die Qualität der Lehrausbildung verbessern könnte erklärt Christian Hofmann von der GPA Jugend.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die jährliche Befragung durch Gewerkschaften und AK zeigt: Corona sowie Mängel in der Ausbildung schlagen sich in einigen Branchen negativ in der Zufriedenheit der Lehrlinge nieder. Wie man die Lehre attraktiver machen und die Qualität der Lehrausbildung verbessern könnte erklärt Christian Hofmann von der GPA Jugend.</strong></p>



<span id="more-17708"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Wie zufrieden sind die Lehrlinge mit ihrer Ausbildung? Gewerkschaftsjugend und Arbeiterkammer haben Lehrlinge aus ganz Österreich für die vierte Ausgabe des Lehrlingsmonitors befragt. Im Mittelpunkt stand, wie in den letzten Jahren, die Ausbildungsqualität. Diesmal kamen auch die Ausbildungsbedingungen während Lockdown und Pandemie zur Sprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Ergebnis der Befragung zeigt ein grundsätzlich positives, in einigen Branchen allerdings ein gemischtes Bild“, fasst Christian Hofmann, Bundesjugendsekretär der GPA, die Ergebnisse zusammen. Die allgemeine Zufriedenheit ist nach wie vor hoch, zwei von drei Lehrlingen sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. „Das ist an sich ein solider Wert, der zeigt, dass die Qualität der Lehrausbildung in Österreich immer noch gut ist“, findet Hofmann. „Trotzdem gibt es in manchen Berufen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Die Zufriedenheit hängt stark vom jeweiligen Lehrberuf ab.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 100.000 junge Menschen absolvieren in Österreich eine Lehrausbildung. Dieser duale Bildungsweg war und ist ein Erfolgsmodell, das es jungen Menschen ermöglicht, einen Beruf zu erlernen, eigenes Geld zu verdienen und am Ende der Lehre als Fachkraft durchzustarten. „Wer gute Fachkräfte einfordert, muss auch selber Fachkräfte qualitativ hochwertig ausbilden“, sagt Hofmann.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Wer gute Fachkräfte einfordert, muss auch selber Fachkräfte qualitativ hochwertig ausbilden“</p><cite>Christian Hofmann</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Für den diesjährigen Lehrlingsmonitor hat das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) einen branchenübergreifenden Sample von 4.100 Lehrlingen im letzten Lehrjahr befragt, neu dazu kamen auch 2.000 Lehrlinge in der Anfangsphase ihrer Ausbildung, um Erwartungen und Kritik zu Beginn und zu Ende der Ausbildung vergleichen zu können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Attraktive Berufsausbildungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin stolze 68 Prozent der MechanikerInnen gaben an, ihr erlernter Beruf sei ihr Traumberuf – jedoch nur 16 Prozent der Lehrlinge im Einzelhandel. „Das ist ernüchternd, ich hoffe, dass hier in den Betrieben und bei den AusbildnerInnen die Alarmglocken läuten.“ Ebenfalls im Einzelhandel waren 62 Prozent zu Beginn ihrer Ausbildung vom Beruf begeistert, im dritten Lehrjahr sind es nur noch 44 Prozent. Überdurchschnittlich groß ist die Unzufriedenheit bei den Lehrlingen auch in Tourismus- und Gastronomie-Lehrberufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was macht eine Lehre bzw. einen Lehrberuf für Jugendliche attraktiv? Abgefragt wurden im Lehrlingsmonitor die Qualität der Ausbildung, aber auch die Rahmenbedingungen bei der Arbeit im Betrieb. Und hier läuft nicht immer alles rund: So absolviert etwa ein Drittel der Lehrlinge Überstunden, und das, obwohl dies für Lehrlinge unter 18 eigentlich verboten ist. Noch dazu erhielten 14 Prozent keine Abgeltung dafür!</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Die Lehrlinge wissen genau, dass sie missbräuchlich für Tätigkeiten eingesetzt werden, die nichts mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben. Das ist für viele demotivierend.“</p><cite>Christian Hofmann</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp über ein Drittel aller Lehrlinge wird immer wieder zu Arbeiten herangezogen, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben: Entweder sind dies einfache Tätigkeiten für den Betrieb, wie z.B. Rasenmähen, Showroom putzen und Schnee schaufeln (KFZ-Techniker), oder Staub saugen, Blumen gießen und die Küche reinigen (Bürokauffrau).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-1024x614.jpg" alt="" class="wp-image-17710" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-1024x614.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-300x180.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-150x90.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-768x461.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-1536x922.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/12/lehrlingsmonitor1-2048x1229.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Etwas mehr als ein Drittel der Lehrlinge muss während der Ausbildung auch Tätigkeiten erledigen, die mit der Ausbildung nichts zu tun haben, wie putzen, Rasen mähen oder Schnee schaufeln. </strong><br>Quelle: Befragung des öibf</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Genannt wurden außerdem auch Tätigkeiten für den privaten Bedarf des/der ChefIn wie Auto waschen, mit dem Hund Gassi gehen, Holz in Wohnung vom Chef räumen, u.a.m. „Die Lehrlinge wissen genau, dass sie missbräuchlich für Tätigkeiten eingesetzt werden, die nichts mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben. Das ist für viele demotivierend“, sagt Hofmann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folge will jede/r dritte Befragte nicht im Lehrbetrieb bleiben – fast die Hälfte davon auch nicht im Beruf: Auf die Frage „Wie würdest du dich nochmals entscheiden?“ fielen die Antworten je nach Beruf unterschiedlich aus. So gaben z.B. 82 Prozent der MetalltechnikerInnen im ersten Lehrjahr an, sie würden ihre Lehre im gleichen Betrieb auch wieder auswählen, im vierten Lehrjahr waren es immer noch 69.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz anders sehen diese Zahlen im Einzelhandel aus: Dort wären im ersten Lehrjahr schon mal nur 62 Prozent bereit, die gleiche Lehre im gleichen Betrieb wieder aufzunehmen, im vierten Lehrjahr sind es nur noch 44 Prozent. Ganze 24 Prozent – also einer von vier Lehrlingen – würden weder den Beruf ein zweites mal erlernen wollen, noch den gleichen Betrieb wieder auswählen. „Das ist kein Ruhmesblatt“, bedauert Hofmann, „die Handelsbetriebe wären gut beraten, die Kritik ernst zu nehmen und ihren Fachkräfte-Nachwuchs besser zu betreuen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Corona</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um nicht Beschäftigte und Lehrlinge kündigen zu müssen, war zu Beginn der Krise von den Sozialpartnern die Möglichkeit zur Kurzarbeit vereinbart worden. Die Maßnahme war erfolgreich und half, bestehende Lehrstellen zu sichern. Einer von fünf für den Monitor befragten Lehrlingen war zum Zeitpunkt der Befragung in Kurzarbeit. Der Nachteil: 19 Prozent berichten, „eher nicht“ oder „gar nicht mehr“ ausgebildet worden zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Mängel bei der Ausbildung im Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen stellen allzu oft ein Problem dar. Viele Betriebe setzen sich nicht mit Digitalisierung auseinander und investieren auch nicht in die IT-Infrastruktur. Beim Distance Learning machten sich diese Schwachstellen bemerkbar. Christian Hofmann freut sich, dass die GPA bei den KV-Verhandlungen hier punkten konnte: „Wir konnten für unsere Lehrlinge im Handel einen Digitalisierungsbonus von 100 Euro für technisches Equipment durchsetzen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einkommen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Lehre muss an Attraktivität gegenüber&nbsp;der schulischen und der akademischen Ausbildung&nbsp;gewinnen“, ist Hofmann überzeugt. „Ein maßgeblicher Faktor dafür ist die Höhe der Lehrlingseinkommen, ganz besonders dort, wo sich der Fachkräftemangel bemerkbar macht.“ Wichtig war daher die Forderung von GPA und PRO-GE nach mindestens 1.000 Euro Lehrlingseinkommen in der Metallindustrie und ein KV-Abschluss mit einer Steigerung der dieser Einkommen um mehr als 6 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während in der Metallindustrie ein Lehrling im 4. Lehrjahr nun auf 1.750 Euro 14 Mal pro Jahr kommt (plus 5,63 Prozent nach den diesjährigen KV-Verhandlungen), oder das Metallgewerbe zusätzlich zum KV-Plus (3,45 Prozent) noch ein Klimaticket für alle Lehrlinge drauflegt, erhalten Lehrlinge im 4. Lehrjahr in Hotel und Gastronomie 1.105 Euro – „genau jene Branche, die am lautesten über den Fachkräftemangel jammert“, kritisiert Hofmann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich auch die IT Branche, die das Fehlen von tausenden Fachkräften beklagt, gleichzeitig aber weniger als 800 Lehrlinge ausbildet. Das Lehrlingseinkommen von 680 Euro im ersten Lehrjahr bleibt außerdem sehr deutlich hinter Handel, Metallindustrie, Elektroindustrie zurück. Hofmann: „Wir haben deshalb bei den KV-Verhandlungen die <a href="https://kompetenz-online.at/2021/10/13/mit-attraktiver-lehrausbildung-gegen-it-fachkraeftemangel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Forderung nach einem Ausbildungsfonds (öffnet in neuem Tab)">Forderung nach einem Ausbildungsfonds</a> gestellt. Alle Unternehmen der Branche würden darin einzahlen. Jene Unternehmen, die ausbilden, erhalten daraus dann Förderungen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Forderungen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Um eine einheitlich gute Qualität in der Ausbildung für alle Lehrlinge zu erreichen, müsste der Fortschritt regelmäßig und standardisiert dokumentiert werden“, fordert Hofmann.&nbsp; Denn von den befragten Lehrlingen gaben drei Viertel an, für sie gäbe es keine regelmäßige Dokumentation der Ausbildung, und niemand reflektiert mit ihnen den Ausbildungsfortschritt. Besonders in kleineren Betrieben ist dieses Manko auffällig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Forderung der GPA Jugend sind daher verpflichtende Kompetenzchecks. Diese sollten zur Mitte der Ausbildung stattfinden, mit Feedback sowohl an Lehrlinge, als auch an Lehrbetriebe. „So können Lehrlinge rechtzeitig erfahren, ob ihre Fertigkeiten und ihr Wissen tatsächlich dem erwarteten Stand entsprechen“, erklärt Hofmann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GPA Jugend pocht außerdem auf eine Reform der AusbilderInnen-Ausbildung, insbesondere was die pädagogische und fachliche Qualität angeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und um jene Betriebe zu unterstützen, die Lehrlinge ausbilden, bräuchte es die schon seit längerem geforderten Ausbildungsfonds. Betriebe, die nicht ausbilden, obwohl sie könnten, müssten dabei in einen Topf einzahlen, aus dem dann Fördermittel für die ausbildenden Betriebe fließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer Fachkräfte will, muss Fachkräfte ausbilden“, fasst Hofmann zusammen, „Gut vorbereitet auf die Lehrabschlussprüfung und gut vorbereitet auf ein Berufsleben als Fachkraft ist, wer als Lehrling umfassend und praxisnah ausgebildet wurde.“</p>
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