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	<title>Julia Ilger &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Julia Ilger &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Frauen arbeiten 61 Tage gratis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Ilger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 12:32:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2024/04]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Equal Pay Day]]></category>
		<category><![CDATA[gender pay gap]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Ilger]]></category>
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					<description><![CDATA[Ab dem 1. November arbeiten Frauen in Österreich symbolisch gesehen gratis. Der Grund: Vollzeit beschäftigte Frauen verdienen im Schnitt 16,6 Prozent weniger im Jahr als Männer. Der Gender Pay Gap hat viele Ursachen. Er entsteht nicht allein dadurch, dass Berufe mit hohem Frauenanteil häufig schlechter bezahlt sind. Auch in männerdominierten Berufen bekommen Frauen weniger Gehalt [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ab dem 1. November arbeiten Frauen in Österreich symbolisch gesehen gratis. Der Grund: Vollzeit beschäftigte Frauen verdienen im Schnitt 16,6 Prozent weniger im Jahr als Männer.</strong></p>



<span id="more-21476"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gender Pay Gap hat viele Ursachen. Er entsteht nicht allein dadurch, dass Berufe mit hohem Frauenanteil häufig schlechter bezahlt sind. Auch in männerdominierten Berufen bekommen Frauen weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. In technischen und naturwissenschaftlichen Berufen ist der Gender Pay Gap besonders groß.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einkommensgleichheit in weiter Ferne</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu 2023 ist der Wert um magere 0,3 Prozentpunkte gesunken, im letzten Vierteljahrhundert um nur 3 Prozentpunkte. Das heißt: Setzt sich diese Entwicklung wie bisher fort, wird es voraussichtlich erst in 300 Jahren zu Einkommensgleichheit in Österreich kommen.<br>Die Realität vieler Frauen in der Arbeitswelt ist oft von ungewollter Teilzeitarbeit geprägt. Care-Arbeit – von Kinderbetreuung über Pflege von Angehörigen bis hin zur Hausarbeit – wird noch immer als Aufgabe von Frauen gesehen. Das führt dazu, dass viele Frauen keine andere Wahl haben als ihre Arbeitszeit zu reduzieren, um die Herausforderungen der unbezahlten Care-Arbeit zu bewältigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 50 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei Müttern mit Kindern unter 15 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf drei Viertel. Der Teilzeitanteil bei den Männern liegt nur bei 13 Prozent. Bezieht man nicht nur ganzjährig Vollzeit, sondern auch die Teilzeitbeschäftigten in die Berechnung des Gender Pay Gaps mit ein, führt das zu einer eklatanten geschlechtsspezifischen Einkommenslücke von 35 Prozent und damit 128 Tagen unbezahlter Arbeit pro Jahr. Und das hat enorme Auswirkungen: 758.153 Euro hat eine Frau im Durchschnitt weniger an Einkommen durch Arbeit und Pension übers ganze Leben verteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit fast 40 Prozent ist die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen der häufigste Grund für Teilzeitbeschäftigung bei Frauen in Österreich. Diese hohe Zahl spiegelt die nationalen politischen Rahmenbedingungen wider, denn Österreich gehört zu den europäischen Staaten (neben Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden), in denen Teilzeitarbeit das gängigste Modell zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie darstellt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsplätzen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Darstellung des Momentum Instituts aus dem Jahr 2023 zeigt: Die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind, hat unmittelbare positive Auswirkungen auf die beruflichen Möglichkeiten von Frauen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-1024x614.jpg" alt="" class="wp-image-21478" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-1024x614.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-300x180.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-150x90.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-768x461.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-1536x922.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Equal-Pay-Day-2048x1229.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die Anzahl der Tage, an denen Frauen gratis arbeiten, hängt davon ab, in welchem Bundesland man lebt. Vorarlbergerinnen müssen mit 86 Tagen am längsten „gratis“ arbeiten, während es im Burgenland 57 und in Wien sogar „nur“ 40 Tage sind.</strong></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Frauen Zugang zu geeigneten Betreuungsplätzen haben, können sie eher eine Vollzeitstelle annnehmen. Die Schaffung solcher Rahmenbedingungen ist daher entscheidend für eine gerechtere Verteilung von beruflichen Chancen und finanziellen Ressourcen zwischen Männern und Frauen. In Wien sind 71 Prozent der Kinderbetreuungseinrichtungen mit einer Vollzeitstelle vereinbar, die Teilzeitquote bei Frauen ist mit rund 45 Prozent bundesweit die niedrigste, und auch der Gender Pay Gap hat den niedrigsten Wert.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Wie wir die Einkommensschere schließen können:</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ambitionierte Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie</li>



<li>Lohnniveau von Branchen, in denen vorwiegend Frauen beschäftigt sind, an jenes in männerdominierten Branchen angleichen</li>



<li>Care-Arbeit gerecht verteilen</li>



<li>Kürzere Arbeitszeiten für alle!</li>



<li>Flächendeckende, ganztägige Kinderbetreuung</li>



<li>Millionärssteuer jetzt!</li>
</ul>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/frauen/equalpayday" aria-label="Mehr Infos zum Equal Pay Day">Mehr Infos zum Equal Pay Day</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gleichstellung: Wo bleibt Halbe-Halbe?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/11/28/gleichstellung-wo-bleibt-halbe-halbe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 16:55:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023/04]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Care-Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommenslücke]]></category>
		<category><![CDATA[Equal Pay Day]]></category>
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		<category><![CDATA[Haushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltsausgaben]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Ilger]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Steiner]]></category>
		<category><![CDATA[unbezahlte Arbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Frauen verdienen weniger als Männer und haben nicht die gleichen beruflichen Chancen. Wenn wir das ändern wollen, dann muss Sorge- und Haushaltsarbeit endlich gerecht verteilt werden. Eine kürzere Arbeitszeit für alle und flächendeckende, ganztägige Kinderbildungseinrichtungen sind die Voraussetzungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-20319" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-1024x683.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-300x200.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-150x100.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-768x512.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-1536x1025.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-2048x1366.jpeg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-600x400.jpeg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-720x480.jpeg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/halbe_halbe_putzen_AdobeStock_619621734-272x182.jpeg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Spring cleaning. Man with headphones and mop in living room</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frauen verdienen weniger als Männer und haben nicht die gleichen beruflichen Chancen. Wenn wir das ändern wollen, dann muss Sorge- und Haushaltsarbeit endlich gerecht verteilt werden. Eine kürzere Arbeitszeit für alle und flächendeckende, ganztägige Kinderbildungseinrichtungen sind die Voraussetzungen.</strong></p>



<span id="more-20313"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Equal Pay Day fiel heuer auf den 31. Oktober. Das ist der Tag, ab dem Frauen &#8211; statistisch gesehen &#8211; gratis arbeiten. Denn die Männer haben da bereits soviel verdient, wie die Frauen erst am Ende des Jahres. Diese Einkommenslücke von knapp 17 Prozent hält sich hartnäckig, sie liegt über dem europaweitem Durchschnitt von 14 Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Frauen 2023 immer noch so viel weniger verdienen als Männer hat viele Gründe: Frauen leisten neben ihrer bezahlten Arbeit den Großteil der Sorge- und Haushaltsarbeit. Einkaufen, Kochen, sich um die Kinder kümmern, Wege erledigen, für die älteren Verwandten sorgen, etc. Zwei Drittel dieser unbezahlten Aufgaben übernehmen Frauen. Um das schultern zu können, arbeitet mehr als jede zweite Frau in Österreich in Teilzeit.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8222;Kinderbildungseinrichtungen sollten insgesamt 40 Stunden wöchentlich und mindestens acht Stunden lang geöffnet sein, ein Mittagessen anbieten und maximal fünf Wochen im Jahr schließen!&#8220;</p>
<cite>Julia Ilger</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Teilzeitjobs wiederum bieten meist schlechtere Stundenlöhne. Viele Frauen sind außerdem in sog. Frauenjobs bzw. Frauenbranchen tätig. Dazu gehören u.a. Gesundheits- und Pflegeberufe, viele Serviceberufe oder die Kinderbildungseinrichtungen. Dort liegen die Gehälter unter jenen von Industrie oder Tech-Firmen.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">GPA Frauenkongress 2024</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell in Planung ist der GPA Frauenkongress am 30. September 2024 zum Thema ‚Was ist gesunde Arbeit?‘. Diskussionen und Workshops über geschlechtergerechte Arbeitszeitverkürzung, Care-Arbeit, Lohntransparenz oder‚ Frauenbranchen‘ werden den Ist-Zustand in Österreich beleuchten und Lösungen aufzeigen. Eingeladen zum Kongress sind natürlich Frauen UND Männer!</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sandra Steiner, Bundesfrauenvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende in der Gewerkschaft GPA sowie Betriebsratsvorsitzende im internationalen IT-Konzern Eviden Austria GmbH, findet diese Ausgangslage von Grund auf problematisch: „Es wird in Österreich völlig selbstverständlich akzeptiert, dass Frauen die Familienarbeit erledigen und dafür Teilzeit in ‚Frauenbranchen‘ arbeiten, wo die Gehälter hinter den Männerbranchen zurückbleiben. Das finde ich einer reichen Industrienation unwürdig!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einkommenslücke und Kindertagesstätten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ob bezahlte und unbezahlte Arbeit fair verteilt ist, hängt einerseits mit tradierten Rollenbildern zusammen, andererseits damit, ob es Kinderbildungseinrichtungen gibt, die eine Vollzeitarbeit überhaupt ermöglichen. So ist in Wien, wo das Angebot an Kindertagesstätten bundesweit am besten ausgebaut ist, die Einkommenslücke am niedrigsten. Umgekehrt können Frauen dort, wo Kindergärten bereits mittags schließen, nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Vollzeitjob für beide Eltern ist nur dann möglich, wenn die Versorgung der Kinder sichergestellt ist: „Kinderbildungseinrichtungen sollten insgesamt 40 Stunden wöchentlich und mindestens acht Stunden lang geöffnet sein, ein Mittagessen anbieten und maximal fünf Wochen im Jahr schließen“, erklärt Julia Ilger, Bundesfrauensekretärin in der Gewerkschaft GPA. Diesen Kriterien entsprechen allerdings nur rund 38 Prozent der Kindertagesstätten in Österreich: „Weniger als die Hälfte unserer Kinderbildungseinrichtungen sind vollzeittauglich“, kritisiert Ilger (siehe Kasten S. 5). Daher müssen sich in Österreich endlich die Rahmenbedingungen ändern: „Wir brauchen ein Recht auf flächendeckende leistbare Kinderbildungsplätze ab dem ersten Geburtstag“, fordert Frauenvorsitzende Steiner, „Die Gewerkschaft GPA arbeitet außerdem seit Jahren hart daran, bessere Arbeitsbedingungen und Gehälter für die Elementarpädagog:innen zu erkämpfen, um diese Berufsgruppe aufzuwerten.“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Kinderbildungsplätze: Nicht mit Vollzeitjobs vereinbar</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nur 38 Prozent der Kindertagesstätten in Österreich haben länger als 10 Stunden geöffnet. 10 Stunden sind das tägliche Zeitfenster, das Eltern brauchen, um einer Vollzeitbeschäftigung plus Wegzeiten nachgehen zu können. In Wien sind 71 Prozent der Kindergärten so lange geöffnet, in Oberösterreich z.B. nur 14 Prozent. Außerhalb von Wien entsprechen dem nur 2 von 10 Kinderbildungseinrichtungen. Was dazu führt, dass Frauen überwiegend Teilzeitjobs annehmen müssen.</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-1024x614.png" alt="" class="wp-image-20316" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/11/Grafik_Kindergaerten_landkarte-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Momentum Institut, Statistik Austria, Kindertagesheimstatistik 2020/21</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Rollenbilder einzementiert</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Junge Paare, das wissen wir aus Umfragen und Studien, teilen sich die Hausarbeit meist einigermaßen fair auf, solange sie keine Kinder haben. Mit dem ersten Kind geht die Mutter in Karenz und arbeitet anschließend oft Teilzeit. Sie übernimmt dann den Großteil der Sorge- und Haushaltsarbeit. Um den Einkommensverlust auszugleichen machen die Väter Überstunden und beteiligen sich weniger an Haushalt und Kindererziehung.<br>Die politischen Maßnahmen der letzten Jahre haben diese Strukturen gefestigt. „Anstatt Arbeitszeit generell zu verkürzen und auch Männer für mehr Care Arbeit zu animieren, wurden Arbeitszeiten einzementiert, die nicht den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden“, erinnert Sandra Steiner an die Einführung des 12-Stunden-Tages und der 60- Stunden-Woche im Jahr 2018. „Eine Chance für mehr Halbe-Halbe hätte die neue Karenzregelung sein können“, ergänzt Ilger. „Doch die Regierung hat keine Anreize für junge Väter, sich mehr einzubringen, gesetzt.“ </p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitszeitverkürzung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Als Betriebsratsvorsitzende eines internationalen Konzerns beobachtet Sandra Steiner, dass andere Länder in Sachen frauengerechter Arbeitszeiten und im Überwinden konservativer Rollenbilder viel weiter sind: „Neben fehlenden Kinderbildungseinrichtungen sehe ich auch große Defizite bei modernen Arbeitszeitmodellen mit kürzeren Arbeitszeiten.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Die junge Generation, die kürzer arbeiten will, wird von Politik und Arbeitgebern als ‚faul‘ bezeichnet.&#8220;</p>
<cite>Sandra Steiner</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre eine Arbeitszeitverkürzung der Weg aus dem Dilemma? Der Wunsch nach weniger Wochenarbeitszeit und nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist besonders bei jungen Menschen stark ausgeprägt. „Die junge Generation, die kürzer arbeiten will, wird von Politik und Arbeitgebern als ‚faul‘ bezeichnet“, kritisiert Steiner. „Ebenso nimmt der Arbeitsminister die Frauen ins Visier, die Teilzeit arbeiten, er diffamiert sie als nicht leistungsorientiert. Dabei unterschlägt er aber die unbezahlte Familienarbeit, mit der die Frauen in Wahrheit das Land am Laufen halten.“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">GPA Frauensekretärin Julia Ilger zur neuen Karenzregelung: Vorsicht,<br>Mogelpackung!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Bislang galt der Karenzanspruch bis zum Tag vor dem zweiten Geburtstag des Kindes. Seit dem 1. November müsste nun der zweite Elternteil mindestens zwei Monate Karenz in Anspruch nehmen, wenn man das Kind bis zum zweiten Geburtstag zu Hause betreuen will, also 22+2 anstatt bisher 24 Monate. Ausnahmen sind nur Alleinerziehende sowie Paare, bei denen der andere Elternteil keinen Karenzanspruch hat (Selbständige, Arbeitslose).<br>Der Haken daran: Die zwei Monate können vom Partner übernommen werden, müssen aber nicht. Denn die Beteiligung des Partners – meist des Vaters – ist freiwillig. Damit läuft die neue Regelung auf eine Kürzung des Karenzanspruchs um zwei Monate für die Frauen hinaus.<br>Ziel einer neuen Karenzregelung hätte aus unserer Sicht eine höhere Väterbeteiligung sein müssen und eine bessere Verteilung von Care-Arbeit zwischen Männern und Frauen! In Wahrheit verbirgt sich hier eine Verschlechterung für die Frauen!“<br>Die neue Regelung gilt für Kinder, die ab dem 1.11.2023 geboren sind!</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Derzeit bezahlen jene Frauen, die weniger als 40 bzw. 38 Stunden arbeiten, die Verkürzung ihrer Erwerbsarbeitszeit selbst, mit niedrigeren Gehältern und Pensionen. Ihre wöchentliche Arbeitszeit ist trotzdem insgesamt länger, weil sie die unbezahlte Sorge- und Haushaltsarbeit erledigen. Außerdem leidet ihre Gesundheit: unter überlangen Arbeitstagen, durchwachten Nächten, fehlender Freizeit und zu wenig Erholung!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Lösung könnte daher eine – bezahlte! – Arbeitszeitverkürzung für alle sein. Die Gewerkschaft GPA fordert seit Jahren ein neues Arbeitszeitmodell, das kürzeres und flexibleres Arbeiten ermöglicht. Die 4-Tage-Woche bei gleichbleibender Bezahlung und verringerten Arbeitszeiten wäre so ein Modell. „Davon würden Frauen UND Männer profitieren. Mit begleitenden politischen Maßnahmen würde es die Arbeitsteilung und Kinderbetreuung deutlich erleichtern, das haben Feldversuche bereits gezeigt“, erklärt Julia Ilger.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Transparenz bei den Einkommen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Damit endlich auch die Einkommensschere schneller zugeht, hat die EU mit der neuen Transparenz-Richtlinie ein wichtiges Tool zur Verfügung gestellt. Die Richtlinie sieht vor, dass alle Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten künftig transparent über Bezahlung für gleichwertige Arbeit informieren müssen. Die Mitgliedstaaten müssen diese Daten sammeln und öffentlich aufbereiten. Wenn das geschlechtsspezifische Lohngefälle 5 Prozent übersteigt, müssen vom Unternehmen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Lücke zu schließen. Ansonsten drohen hohe Strafen. Österreich hat drei Jahre Zeit für die Umsetzung. Sandra Steiner zeigt sich optimistisch: „Somit sind die Unternehmen in die Pflicht genommen und müssen aktiv werden. Ich sehe das durchaus als einen Meilenstein!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">3 Fragen an Sandra Steiner, GPA Bundesfrauenvorsitzende:</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Was bringt die EU-Transparenz-Richtlinie?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sandra Steiner: „Ich sehe diese Richtlinie als eine große Chance, endlich die Lohnschere wirkungsvoll zu bekämpfen! Sie wird einen verbesserten Einblick in Lohn- und Gehaltsstatistiken ermöglichen, so kann Diskriminierung gezielt aufgespürt werden. Die Richtlinie muss bis 2026 umgesetzt werden. Danach ist vorgesehen, dass Unternehmen, die keine Maßnahmen zum Schließen der Einkommenslücke ergreifen, Strafe bezahlen. Es liegt an der Regierung, zeitgerecht mit der Umsetzung in nationales Recht zu beginnen. Für uns ist die Richtlinie ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wo stehen wir bei ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Steiner:</strong> „Die Transparenz-Richtlinie enthält eine ganz wichtige Neudefinition, nämlich ‚gleicher Lohn für gleichWERTIGE Arbeit‘. So können nun Tätigkeiten über Berufe und Branchen hinweg verglichen werden, anhand von Schlüsselkompetenzen wie Verantwortung, Arbeitsbelastung, Ausbildung, usw. Hier zeigt sich, dass Menschen im Pflegebereich genauso belastet sind wie Beschäftigte im Industriesektor. Der Begriff der ‚gleichwertigen‘ Arbeit ist ein enormer Fortschritt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Ist ‚weniger Arbeit für alle‘ eine Lösung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Steiner:</strong> „Ja! Eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibendem Gehalt ermöglicht es jungen Familien, sich ihre Betreuungspflichten und die Hausarbeit besser aufzuteilen, weil dann beide Eltern kürzer arbeiten. Frauen bleibt bei diesem Modell auch echte Freizeit, denn: Wir brauchen auch Zeit für uns selbst!“</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum die Teuerungskrise Frauen besonders trifft und was dagegen zu tun ist</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/03/06/warum-die-teuerungskrise-frauen-besonders-trifft-und-was-dagegen-zu-tun-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Ilger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 11:42:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Millionärssteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Perner]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich habe Angst, dass ich mir mein Leben nicht mehr leisten kann“ – Diese Aussage sitzt tief und beschreibt ein Gefühl, das viele Menschen in Österreich seit 2022 verstärkt haben. Die hohe Inflation ist allgegenwärtig, und wird uns auch 2023 weiterhin begleiten, wie WirtschaftsforscherInnen mit einer Inflationsrate von 6,5 Prozent prognostizieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19602" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Frau-im-Supermarkt-mit-ernstem-Gesicht-AdobeStock_493101548.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Ich habe Angst, dass ich mir mein Leben nicht mehr leisten kann“ – Diese Aussage sitzt tief und beschreibt ein Gefühl, das viele Menschen in Österreich seit 2022 verstärkt haben. Die hohe Inflation ist allgegenwärtig, und wird uns auch 2023 weiterhin begleiten, wie WirtschaftsforscherInnen mit einer Inflationsrate von 6,5 Prozent prognostizieren.</strong></p>



<span id="more-19598"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Gefühl sondern Realität ist, dass Frauen stärker von der Teuerung betroffen sind.<br>Frauen sind in den unteren Einkommensgruppen überrepräsentiert und gerade diese Gruppen geben einen besonders hohen Anteil für Wohnen, Lebensmittel und Energie aus. Im untersten Einkommensviertel liegt ihr Anteil bei 58 Prozent, im zweiten sogar bei 61 Prozent. Besonders Energie und Wohnen sind aktuell die Preistreiber. Frauen müssen also mehr von ihrem Einkommen für Grundbedürfnisse ausgeben und sind daher mehrheitlich und stärker von der Teuerung betroffen als Männer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb sind auch die aktuellen Forderungen nach einer Mietpreisbremse, Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und preisdämpfende Eingriffe im Bereich der Energie gerade aus Frauenperspektive so wichtig.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-1024x614.png" alt="" class="wp-image-19604" width="746" height="447" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung1-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /><figcaption class="wp-element-caption">Monatliche äquivalisierte Verbrauchsausgaben nach Ausgaben-Vierteln.<br>Quelle: Konsumerhebung 2019/20;<br>Frauenanteil an den unselbstständig Erwerbstätigen nach Einkommens-Viertel.<br>Quelle: Allgemeiner Einkommensbericht 2022; eigene Darstellung.</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Gibt es eine weibliche und eine männliche Inflationsrate?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Statistik Austria berechnet die Inflationsrate für den durchschnittlichen österreichischen Haushalt. Geht man aber auf die Konsumunterschiede ein, ergibt sich eine differenzierte Inflationsbelastung nach Einkommen, die insbesondere auch die stärkere Betroffenheit der Frauen zeigt. Während die offizielle VPI-Inflation für 2022 bei 8,6 Prozent liegt, ist sie für die unteren beiden Einkommensviertel, in denen sich der Großteil der Frauen befindet im Durchschnitt mit 9,2 Prozent deutlich darüber.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-1024x614.png" alt="" class="wp-image-19610" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung12-1-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Durchschnittliche Preissteigerung der 12 VPI-Kategorien im Jahr 2022.<br>Quelle: Statistik Austria; eigene Darstellung.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wir fordern daher die Einführung eines Gender-Preis-Indexes, um mittels besserer Datenlage gezielter auf die Betroffenheit die Preissteigerung reagieren zu können. Aber auch in der Erstellung von Kollektivvertragsforderungen kann der der Gender-Preis-Index ein wichtiges Gleichstellungsinstrument sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Konsum: Frauen müssen mehr für Grundbedürfnisse ausgeben</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst innerhalb der einzelnen Einkommensgruppen und deren Ausgaben gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die oft keine Beachtung finden. Frauen geben mehr Anteile ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse aus, während Männer tendenziell mehr für Verkehr aufwenden. Dadurch kann es in Situationen wie aktuell, bei denen der Preisdruck für Treibstoffe nachlässt, nochmals verstärkt dazu führen, dass Frauen mehr von der Teuerung betroffen sind. (<a href="https://www.momentum-institut.at/system/files/2022-11/Teuerungsreport_Momentum%20Institut_November%202022_doppelseitig.pdf" aria-label="Momentum Teuerungsreport November 22">Momentum Teuerungsreport November 22</a>)</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-1024x614.png" alt="" class="wp-image-19611" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/Grafik_Frauen-und-Teuerung13-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: Konsumerhebung 2019/2020. Verbraucherpreisindex. Momentum Institut; eigene Darstellung.<br>Anmerkung: Einkommensfünftel des äquivalisierten verfügbaren Haushaltseinkommens. Einkommen und Mehrkostenanteile jeweils für den gesamten Haushalt.<br>Stand Oktober 2022; Annahme einer Jahresinflationsrate von 8,5 Prozent.</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Benachteiligung von Frauen hat System und Systeme kann man verändern</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen arbeiten insgesamt nicht weniger Stunden als Männer, es werden nur weniger Stunden in Form von Arbeits-Einkommen bezahlt. Das mittlere Einkommen von Frauen (24.309  Euro) unter allen unselbstständigen Beschäftigten lag 2021 nur bei 64 Prozent des Median-Einkommens der Männer (37.707  Euro).<br>Die Gründe für niedrige Arbeitseinkommen sind so vielfältig, wie bekannt:<br>• <strong>Teilzeit ist weiblich:</strong> Wenn Frauen arbeiten, arbeitet jede zweite von ihnen Teilzeit (Teilzeitquote 50 Prozent). 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Weniger Stunden, weniger Einkommen.<br>• <strong>Unbezahlte Carearbeit</strong> leisten hauptsächlich Frauen. Fehlende Angebote an ganztägigen, kostenlosen Kinderbildungsplätzen und Pflegeinrichtungen bieten so gut wie keine Wahlfreiheit.<br>• <strong>Teilzeit bezahlt schlechter</strong>: Selbst pro Arbeitsstunde ist die Entlohnung in Teilzeit deutlich geringer als in Vollzeit. Das trifft Frauen zusätzlich zum geringeren Stundenausmaß.<br>• Typische <strong>„Frauen-Branchen“</strong> sind öfter in Niedriglohn-Sektoren<br>• Unsere <strong>Steuer- und Abgabenstruktur</strong> verstärkt die Problematik strukturell durch Begünstigungen für Überstunden oder hohe Absetzbeträge wie dem Familienbonus, der häufig nur von Männern voll genutzt werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Vergleich von nur ganzjährig in Vollzeit tätigen unselbstständigen Beschäftigten gibt es einen Einkommensunterschied im Mittel zwischen Männern und Frauen von rund 12,5 Prozent. Diese Einkommenslücke (Gender-Wage-Gap) ist nicht erklärbar und rein auf Diskriminierung zurückzuführen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile blauebox"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.gpa.at/content/dam/gpa/downloads/frauen/internationaler-frauentag/2023/bf_broschuere_frauen_und_teuerung_A4_4-1c_2023_digital.pdf" aria-label=""><img loading="lazy" decoding="async" width="724" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280-724x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-19599 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280-724x1024.jpeg 724w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280-212x300.jpeg 212w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280-106x150.jpeg 106w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280-768x1086.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/03/cq5dam.web_.1280.1280.jpeg 905w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph">Wir zeigen in der <a href="https://www.gpa.at/content/dam/gpa/downloads/frauen/internationaler-frauentag/2023/bf_broschuere_frauen_und_teuerung_A4_4-1c_2023_digital.pdf" aria-label="Broschüre">Broschüre</a> die Fakten auf, die zu dieser Benachteiligung führen und ein Bündel von Maßnahmen, die notwendig sind, um die akuten Folgen der Teuerung abzufedern und längerfristig die Einkommensungleichheit zu verringern!</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Faire Verteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sehen die volkswirtschaftliche Notwendigkeit in Zeiten des Arbeitskräftemangels, die wöchentliche Arbeitszeit von Frauen zu erhöhen. Aber nur die Wochenstunden zu erhöhen, greift also zu kurz, jede Stunde muss auch gleich viel wert sein – hier erwarten wir uns Verbesserungen durch Einkommensberichte und die Lohntransparenzrichtlinie der EU.<br>Eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit, durch Arbeitszeitverkürzung der Vollzeitarbeitszeit zunächst auf 35 Stunden, in späterer Folge auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich würde es mehr Frauen ermöglichen, ein Vollarbeitsverhältnis anzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch viele Männern möchten Arbeitszeit reduzieren, was auch zu einer besseren Aufteilung von Sorgearbeit führt. Das und der flächendeckende Ausbau kostenloser Kinderbetreuungs- und Kinderbildungseinrichtungen in ganz Österreich, Ausbau von Ganztagsschulen und Pflegeeinrichtungen.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Familienarbeitszeitmodell von ÖGB und Arbeiterkammer</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das&nbsp;von ÖGB und AK vorgeschlagene Modell zur Familienarbeitszeit sieht vor, dass&nbsp;<strong>beide Eltern ungefähr gleich viel Zeit für die Kinderbetreuung und für die Erwerbsarbeit zur Verfügung haben</strong>. Anders als bei der bisherigen Aufteilung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit, die sehr ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt war,&nbsp;würden&nbsp;beide Eltern&nbsp;von&nbsp;diesem Modell profitieren.&nbsp;Väter hätten mehr Zeit für ihre Kinder und Mütter&nbsp;würden&nbsp;mehr verdienen.&nbsp;</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h4 class="wp-block-heading">Warum ist Millionärssteuer aus Frauensicht wichtig?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Daten geht klar hervor, dass auch Vermögen ungleich verteilt ist. Frauen besitzen 23 Prozent weniger an Vermögen als Männer. Eine Millionärssteuer nach dem GPA-Modell für hohe Nettovermögen über 1 Millionen Euro würde in etwa 5 Milliarden Euro jährlich an Einnahmen für Österreich bedeuten. Damit könnte ein gewaltiger Beitrag für die Gleichstellung in unserer Gesellschaft geleistet werden. Zentral sind der Aufbau eines flächendeckenden, ganztägigen und kostenlosen Angebots an Kinderbetreuungseinrichtungen, welches es Frauen ermöglicht, voll am Erwerbsleben teilzuhaben sowie Investitionen in die Qualifizierung und Ausbildung von Frauen für klimarelevante, gute Beschäftigung in den Zukunftsbranchen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Wenn wir streiken, steht die Welt still!“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/06/24/wenn-wir-streiken-steht-die-welt-still/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Irene Steindl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jun 2019 11:41:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
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		<category><![CDATA[Irene Steindl]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Ilger]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 8. März 2018 gingen über fünf Millionen Menschen in Spanien auf die Straße für die Gleichstellung von Frauen. Seither steht das Thema weit oben auf jeder politischen Agenda. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger-1024x768.png" alt="" class="wp-image-10289" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger-1024x768.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger-150x112.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger-300x225.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger-768x576.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger.png 1502w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong> Julia Ilger ist Betriebsrätin der Wiener Volkshochschulen. </strong><br>Foto: Alexander Franz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 8. März 2018 gingen über fünf Millionen Menschen in Spanien auf die Straße für die Gleichstellung von Frauen. Seither steht das Thema weit oben auf jeder politischen Agenda. </strong></p>



<span id="more-10288"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entwickelt sich Spanien zum Vorreiter in der Geschlechterpolitik? Die Betriebsrätin Julia Ilger ist diesen Fragen im Zuge eines Europapraktikums nachgegangen. Im Interview erzählt sie von einer neuen Frauenbewegung, Betriebsvereinbarungen zur Gleichstellung und was Österreich von Spanien lernen kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Im Zuge der Sozialakademie hast du im Mai ein Praktikum in Madrid absolviert, in der Frauenabteilung der spanischen Gewerkschaft <a href="http://www.ugt.es/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="UGT (Unión General de Trabajadores) (öffnet in neuem Tab)">UGT (Unión General de Trabajadores)</a>. Warum Spanien? </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger</strong>: Wer an Gleichstellung von Frauen denkt, hat zunächst wahrscheinlich nordische Länder im Kopf – Schweden, Norwegen, Dänemark. In Spanien haben am Weltfrauentag 2018 fünf Millionen Menschen für die Gleichstellung von Frauen demonstriert und gestreikt. In über 20 Städten. Gerade südliche Länder sind im Hinblick auf Gleichstellung interessant, weil man dort weniger positive Überraschungen erwartet. Mir war im Praktikum wichtig, das seit der Wirtschaftskrise oft als europäisches „Verliererland“ bezeichnete Spanien in Fragen der Gleichstellung zu beleuchten. Und daraus zu lernen.</p>



<blockquote style="text-align:center" class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Das Instrument Streik wird dabei vom Arbeitsstreik ausgeweitet auf einen Studierenden-, KonsumentInnen- und Betreuungsstreik.&#8220; </p><cite>Julia Ilger, Betriebsrätin</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>KOMPETENZ:</strong> Mit dem Streik zum Weltfrauentag 2018 hat eine neue Frauenbewegung in Spanien eingesetzt, die Bewegung „8-M“. Worum geht es der Bewegung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger</strong>: Im Grunde geht es darum, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in Spanien zu verbessern. Die Lohnschere zu schließen, häusliche Gewalt zu stoppen,&nbsp; Erwerbschancen von Frauen zu verbessern, unbezahlte Haus- und Pflegearbeit sichtbar zu machen.. Die Themenpalette ist sehr breit. Das Instrument Streik wird dabei vom Arbeitsstreik ausgeweitet auf einen Studierenden-, KonsumentInnen- und Betreuungsstreik. So sollen alle Bereiche, in denen Frauen Diskriminierungen erfahren, aufgezeigt werden. „Wenn wir streiken, steht die Welt still!“, so das Motto. Die Bewegung hat bei Frauen aus prekären Beschäftigungsverhältnissen begonnen, vor allem aus der Hotellerie und von Reinigungskräften. Immer mehr Organisationen, NGOs und zivile Organisationen, Gewerkschaften, haben sich landesweit angeschlossen. Die Streiks und Proteste gehen seither weiter. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Inwiefern zeigen die Proteste Wirkung? Hast du ein Beispiel aus der Arbeitswelt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger:</strong> Seit 2007 hat Spanien ein Gleichstellungsgesetz. Durch die Wirtschaftskrise hatte das Gesetz aber kaum Zähne gezeigt. Das Gesetz sieht auch einen <em>Plan de Igualdad</em> vor, eine Betriebsvereinbarung zur Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Unternehmen mit mehr als 250 MitarbeiterInnen sind dadurch zu Gleichstellungsmaßnahmen verpflichtet. In Spanien gibt es allerdings viele kleine und mittlere Betriebe. Wie auch in Österreich. Der <em>Plan de Igualdad</em> war somit kaum relevant. Seit 2019 aber müssen Unternehmen bereits ab 50 MitarbeiterInnen Gleichstellungsmaßnahmen mit Betriebsrat und Gewerkschaft ausverhandeln. </p>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="342" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1-1024x342.png" alt="" class="wp-image-10292" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1-1024x342.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger1.png 1250w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Julia Ilger, Betriebsrätin der Wiener Volkshochschulen studierte die Gleichstellungspolitik der spanischen Gewerkschaften. Von den österreichischen Gewerkschaften, aber auch den politischen Parteien wünscht sie sich, dass sie Gleichstellung ernsthaft zum Thema machen. </strong><br>Fotos: Alexander Franz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie funktioniert diese Betriebsvereinbarung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Julia Ilger:</strong> Unternehmen müssen Zahlen und Analysen hinsichtlich Gleichstellung an den Betriebsrat und die Gewerkschaft veröffentlichen. Zum Beispiel zu Frauen in Führungspositionen, zur Fluktuation, zum Einkommen, zu Chancen, Weiterbildungen, etc. Auf Basis dieser Daten verhandeln Gewerkschaften, Betriebsrat und Unternehmensleitung Maßnahmen für drei bis fünf Jahre. Die Umsetzung wird mittels Monitoring überwacht. Stellt sich zum Beispiel heraus, dass es Frauen schwerer haben, ins Unternehmen einzutreten, werden Maßnahmen überlegt, um diese Hürden abzubauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Neuerungen
seit 2019: Die Vereinbarungen müssen nun beim Ministerium registriert werden.
Wer den Plan nicht umsetzt, zahlt Strafen bis zu 100.000 Euro. Die Sanktionen
und Neuerungen geben dem Instrument mehr Biss. Diese Entwicklung geht auf die Arbeitskämpfe
seit letztem Jahr zurück. </p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>KOMPETENZ:</strong> Und die Gewerkschaften selbst? Was tun sie für mehr Gleichstellung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger:</strong> Seit die Gewerkschaften diese Bewegung mitgestalten, ist Gleichstellung eine Querschnittsmaterie auch innerhalb der Gewerkschaften. Das ist vor allem den Frauen zu verdanken, die innerhalb der Gewerkschaften Druck gemacht haben, sich 8-M und den Frauenstreiks anzuschließen. Den Erfolg kann man sehen. Pepe Alvarez, Präsident der UGT, hat seine Rede zum 1. Mai mit der Notwendigkeit der Gleichstellung von Frauen eröffnet. Das ist ein deutliches Signal. In gewerkschaftlichen Strukturen hat sich durch diese Streiks mehr Bewusstsein für Gleichstellung entwickelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Welches Fazit ziehst du aus deinem Praktikum in Spanien?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger:</strong> Die Probleme von Frauen am Arbeitsmarkt in Spanien sind dieselben wie in Österreich: Einkommensschere, Arbeitsunterbrechungen mit nachteiligen Auswirkungen auf die Beschäftigung, prekäre Beschäftigung, Arbeit in Niedriglohnsektoren. Aber: In Spanien werden diese Themen ganz anders diskutiert, mit viel breiterer Öffentlichkeit und mehr Wirksamkeit. Wenn ich an das Frauenvolksbegehren in Österreich denke, hätte das eine viel größere Reichweite erlangen können. Gewerkschaften, aber auch politische Parteien, müssen Gleichstellung ernsthaft zum Thema machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Spanien ist
Aufbruch spürbar, Gewerkschaften erstarken wieder. Das Wahlergebnis ermöglicht
wieder mehr sozialen Dialog und, so die Hoffnung, mehr Raum für
Gleichstellungsfragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>KOMPETENZ:</strong> Was können wir von Spanien lernen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <strong>Julia Ilger:</strong>  Spanische Gewerkschaften verstehen es, Frauen als Zielgruppe anzusprechen. Das vermisse ich in Österreich. Dabei profitieren Gewerkschaften selbst davon. Spanische Gewerkschaften haben seither einen Mitgliederzuwachs, vor allem von Frauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in Spanien auch
gut funktioniert: Die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen
und Bewegungen – mit NGOs, SexarbeiterInnen, etc. Gewerkschaften bringen sich
solidarisch ein, mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Die Farbe lila ist zum Symbol
geworden für die Frauen- und Gleichstellungsbewegung. Quer durch alle
Organisationen treten Frauen und Männer öffentlich in lila Schals, mit lila
Plakaten oder lila T-Shirts auf. Das wirkt einheitlich und allgegenwärtig. </p>



<div class="wp-block-media-text alignwide"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="498" height="666" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger2.png" alt="" class="wp-image-10294" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger2.png 498w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger2-112x150.png 112w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/julia-ilger2-224x300.png 224w" sizes="auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person:</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Julia Ilger</strong> ist Betriebsrätin der Wiener Volkshochschulen. Seit Herbst 2018 bildet sie sich an der Sozialakademie von ÖGB und AK in Arbeitsrecht, Betriebswirtschaft, soziale Kompetenz etc. weiter. Im Zuge ihres Europapraktikums hat sie im Mai 2019 in der Frauenabteilung der spanischen Gewerkschaft UGT zu Geschlechterfragen geforscht. </p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Jedes Jahr absolvieren die TeilnehmerInnen der Sozialakademie (Sozak) ein Praktikum in einem europäischen Land, um sich mit internationalen Fragen auseinanderzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://wien.arbeiterkammer.at/europapraktikum" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Mehr zum Europapraktikum der Sozialakademie&nbsp; (öffnet in neuem Tab)"><strong>Mehr zum Europapraktikum der Sozialakademie</strong>&nbsp;</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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