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	<title>Manfred Wolf &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Manfred Wolf &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Verschlusssache Outing</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/03/27/verschlusssache-outing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2019 12:17:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></category>
		<category><![CDATA[HOSI]]></category>
		<category><![CDATA[LGBT]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wolf]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum 50-Jahr-Jubiläum der Gleichstellungsbewegung ist in westlichen Demokratien wie auch Österreich noch viel zu tun. Die Arbeitswelt lässt Offenheit gegenüber Diversität vermissen, homosexuelle ArbeitnehmerInnen scheuen deshalb oft das Coming Out im Job.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-1024x683.png" alt="" class="wp-image-12076" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/11/brian-kyed-P7EFJs577Xg-unsplash.png 1501w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption> Photo by Brian Kyed on <a href="https://unsplash.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Unsplash (öffnet in neuem Tab)">Unsplash</a> </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Z</strong>u<strong>m 50-Jahr-Jubiläum der Gleichstellungsbewegung ist in westlichen Demokratien wie auch Österreich noch viel zu tun. Die Arbeitswelt lässt Offenheit gegenüber Diversität vermissen, homosexuelle ArbeitnehmerInnen scheuen deshalb oft das Coming Out im Job.</strong></p>



<span id="more-9456"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unruhen im Szenelokal „Stonewall Inn“ in
der Christopher Street von New York City jähren sich 2019 zum 50. Mal. Damit
begann der Kampf um die Gleichstellung auf der ganzen Welt. Die „EuroPride“,
die europaweit zum zweiten Mal stattfindet, wird dieses Jahr in Wien über die
Bühne gehen. Die Bundeshauptstadt ist damit im Juni zwei Wochen lang Zentrum
der internationalen Lesben-, Schwulen- und Queer(LGBT-)Community. Erwartet
werden rund eine Million BesucherInnen zu 30 Veranstaltungen. Ein
Publicity-Event, der auch die Wirtschaft belebt – und den Arbeitsmarkt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Diskriminierung immer noch an der Tagesordnung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">ArbeitnehmerInnen, die sich zur LGBT-Community
bekennen, finden jedoch nicht immer ein tolerantes Arbeitsklima vor. Das
bestätigen Umfragen. Zuletzt von der Unternehmensberatung Boston Consulting
Group. Sie befragte mehr als 4.000 junge Berufstätige und Studierende (unter
35) in 19 Ländern, darunter Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und
Großbritannien. In Deutschland stehen nur 37 Prozent zu ihrer sexuellen
Orientierung gegenüber ArbeitskollegInnen. Sei es, dass Familienfotos den
Arbeitsplatz zieren oder dass über Unternehmungen am Wochenende oder im Urlaub
geplaudert wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">ÖsterreicherInnen wurden in dieser Studie nicht
befragt, das Resultat lässt sich tendenziell aber auf unser Land umlegen. Homo-,
Bi- oder Transsexualität sind in vielen Firmen ein Tabu. „Damit schaden sich
die Unternehmen vor allem selbst: Denn häufig ist ein offener Umgang im Job mit
einer höheren Arbeitszufriedenheit verbunden“, so Annika Zawadzki von Boston
Consulting. In vielen Unternehmen sei „Diversity“ bereits ein Thema. „Sie
müssen aber noch besser darin werden, ein sicheres und unterstützendes Umfeld
für LGBT-MitarbeiterInnen zu schaffen, wenn sie diese Talente künftig gewinnen
und halten wollen.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">86 Prozent wären in Deutschland theoretisch
bereit, sich im Job zu outen; das würde ihr Leben einfacher machen. Vorbehalte
gibt es aber aus Angst um die Karriere. Frauen outen sich im Job seltener als
Männer (43 versus 57 Prozent) und Transgender-Menschen seltener als andere
Gruppen (44 versus 52 Prozent). Beliebte Arbeitgeber sind der öffentliche
Sektor und Non-Profit-Organisationen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Etwa die Hälfte outet sich am Arbeitsplatz</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse widerspiegeln das Resultat, das
für Österreich die Arbeiterkammer (AK) bereits vor zwei Jahren erhoben hat.
Hierzulande arbeiten schätzungsweise 300.000 Beschäftigte, die sich als
lesbisch, schwul, bi-, trans- oder intersexuell bekennen – und Heterosexualität
als soziale Norm in Frage stellen. In der AK-Studie wurden 1.268 Personen
online befragt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Demnach outet sich mehr als die Hälfte gegenüber direkten KollegInnen. Etwa ein Drittel ist bei den Vorgesetzten nicht geoutet, gegenüber KundInnen und anderen externen Personen trifft dies auf die Hälfte der Befragten zu. Manche schwindeln und lassen ihr Gegenüber am Arbeitsplatz in falschem Glauben. Als häufigste Gründe für ein Nicht-Outing werden die Privatsphäre und Angst vor Verschlechterung der Arbeitsbeziehungen (jeweils 44 bis 45 Prozent) angeführt, etwa Tratsch und Beleidigungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffallend ist, dass 60 Prozent angeben, von
Gerüchten, obszönen Witzen oder Ausgrenzung betroffen zu sein. Die erlebten
Diskriminierungen reichen zudem in die konkrete Arbeitstätigkeit hinein,
Betroffene werden ausgegrenzt, ihre Arbeit wird unsachgemäß kritisiert. 30
Prozent haben berufliche Benachteiligungen erfahren, etwa durch fehlende
Wertschätzung, Schlechterstellung bei Beförderungen, Diensteinteilungen etc. Am
häufigsten hat sich die Lage für jene verbessert, die das direkte Gespräch mit
KollegInnen oder Vorgesetzten gesucht haben. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren in der Gesellschaft ein bisschen gebessert. Man kann besser darüber reden. Wir dürfen zwar heiraten, aber ansonsten sind wir nicht viel weitergekommen.“ </p><cite>Manfred Wolf, Betriebsratsvorsitzender der GPA-djp</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren in der Gesellschaft ein bisschen gebessert“, bestätigt Manfred Wolf, Betriebsratsvorsitzender in der GPA-djp, empirisch und persönlich die Umfragetrends im Gespräch mit der KOMPETENZ. „Man kann besser darüber reden. Wir dürfen zwar heiraten, aber ansonsten sind wir nicht viel weitergekommen“, so sein Eindruck. Er verweist auf „Hardcore-Branchen“ wie Handel und Bau, wo es besonders schwierig sei, sich frei zur LGBT-Community zu bekennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist, dass in dieser Frage nicht unbedingt Gewerkschaften und Arbeiterkammer als PartnerInnen wahrgenommen werden. Zwar wird teilweise sehr wohl über die BetriebsrätInnen Rat gesucht, berichtet Wolf. Betroffene ArbeitnehmerInnen wenden sich aber am ehesten an Organisationen wie der „<a href="http://www.hosiwien.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Homosexuellen Initiative“ (HOSI) Wien (öffnet in neuem Tab)">Homosexuellen Initiative“ (HOSI) Wien</a>. Sie ist Österreichs erster Lesben- und Schwulenverband und feiert 2019 das 40-Jahr-Jubiläum. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im
Arbeitsalltag permanent abwägen zu müssen, was preisgegeben wird, bedeutet
„ständigen Stress“, unterstreicht Astrid Weinwurm-Wilhelm von „Queer Business
Women“. Das ist die Vernetzung der lesbischen Wirtschaftstreibenden. Das Pendant
schwuler Unternehmer, Fach- und Führungskräfte nennt sich „agpro – austrian gay
professionals“. Die beiden Organisationen vergeben alle zwei Jahre die
Auszeichnung „Meritus“ an Unternehmen, die sich um ein Betriebsklima im Sinne
der Diversität und die Gleichbehandlung von LGBT-MitarbeiterInnen bemühen. Die
nächste Ausschreibung beginnt im Mai 2019.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was
sich die Beschäftigte von den Arbeitgebern wünschen, sind laut Umfragen denn
auch: Eine klare Positionierung gegen Diskriminierungen und eine dementsprechend
LGBT-freundliche Unternehmenskultur, themenspezifische Weiterbildungen oder
Diversity-Trainings. Vielen geht es dabei letztlich darum, dass diese Themen
sichtbar gemacht werden sowohl auf betrieblicher als auch auf
gesamtgesellschaftlicher Ebene. Für betroffene Menschen gibt es dazwischen
nämlich keine Grenze.<br></p>



<p class="box-hervorheben wp-block-paragraph"><em><strong>LGBT</strong> ist die Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, also Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle. Oft wird der Begriff ergänzt, zum Beispiel zu LGBTQIA: Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex, Asexual.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Perspektiven für die Beschäftigten von dayli</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2013/08/20/dayli-perspektiven-fur-die-beschaftigten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2013 10:21:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2013/04]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[AMS]]></category>
		<category><![CDATA[dayli]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Konkurs]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigung]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Schlecker]]></category>
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					<description><![CDATA[Schlecker Österreich in anderem Stil fortzuführen ist aufgrund gravierender Führungsfehler nicht gelungen. Die KOMPETENZ sprach mit GPA-djp-Handelsexperten Manfred Wolf. KOMPETENZ: Die Zukunft von dayli sah länger düster aus. Mitte August kam das endgültige Aus. Rudolf Haberleitner wollte die frühere Drogeriemarktkette Schlecker mit einem neuen Konzept in Österreich weiterführen. Wie beurteilen Sie seine Geschäftspolitik? Manfred Wolf: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1961" aria-describedby="caption-attachment-1961" style="width: 638px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1961" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2013/08/KOM_06_10_Wolf_3058.jpg" alt="Manfred Wolf, GPA-djp" width="638" height="425" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2013/08/KOM_06_10_Wolf_3058.jpg 638w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2013/08/KOM_06_10_Wolf_3058-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2013/08/KOM_06_10_Wolf_3058-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 638px) 100vw, 638px" /><figcaption id="caption-attachment-1961" class="wp-caption-text">Manfred Wolf: &#8222;Die Beschäftigten von dayli verdienen eine faire Chance, dass ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt.&#8220;</figcaption></figure></p>
<p><strong>Schlecker Österreich in anderem Stil fortzuführen ist aufgrund gravierender Führungsfehler nicht gelungen. Die KOMPETENZ sprach mit GPA-djp-Handelsexperten Manfred Wolf.</strong></p>
<p><span id="more-1959"></span><em>KOMPETENZ: Die Zukunft von dayli sah länger düster aus. Mitte August kam das endgültige Aus. Rudolf Haberleitner wollte die frühere Drogeriemarktkette Schlecker mit einem neuen Konzept in Österreich weiterführen. Wie beurteilen Sie seine Geschäftspolitik?</em><br />
Manfred Wolf: Vernichtend. Haberleitner hat eigentlich kein Konzept gehabt, außer dass er am Sonntag aufsperrt. Und das ist im Handel kein Konzept. Er hat wesentliche Elemente, die für einen ordentlichen Geschäftsbetrieb wichtig sind, völlig außer Acht gelassen, wie die Warenbeschaffung oder den Aufbau einer EDV. Stattdessen hat er sich nur einen Fight mit der Gewerkschaft geliefert wegen der Sonntagsöffnung.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Sollten das andere Wirtschaftstreibende als Wink verstehen, das Thema Sonntagsöffnung nicht mehr anzugreifen?</em><br />
Wolf: Bei der Sonntagsöffnung ist mit uns nicht zu spaßen. Wir stehen hier den Beschäftigten im Wort. Sie wollen die Sonntagsarbeit nicht. Deswegen sind sie auch in den Handel gegangen und zum Beispiel nicht in die Gastronomie. Jeder der meint, er muss sein Geschäftskonzept auf illegalen Praktiken aufbauen, und das Offenhalten am Sonntag ist eine solche, muss mit Schwierigkeiten rechnen. Herrn Haberleitner haben wir das auch von Anfang an gesagt: Wir stehen der Übernahme positiv gegenüber, aber bei der Sonntagsarbeit ist nicht mit uns zu reden. Das hat er gewusst. Und er hat bewusst auf Provokation gesetzt.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Wo ist Haberleitners Konzept noch schief gelaufen?</em><br />
Wolf: Es waren nie genug Waren da. Er konnte auch Waren, die bei den Kunden von Schlecker anerkannt waren, nicht halten. Es gab da Eigenmarken, die durchaus von guter Qualität waren, und die inzwischen aus den Regalen verschwunden sind. Es hat auch permanent Klagen von Beschäftigten gegeben, dass sie mehr Waren bestellen als sie bekommen. Es war sehr schwierig, einen ordentlichen Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Tatsache, dass Schlecker seine EDV-Dienstleistungen eingestellt hat und es im Nachhinein nicht gelungen ist, für dayli eine eigene Logistik und EDV aufzubauen, war ein schwerwiegender Fehler.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Übernimmt man, wenn man einen Betrieb weiterführt, normalerweise nicht die gesamte Infrastruktur?</em><br />
Wolf: Schlecker Österreich war bilanztechnisch ein gesundes Unternehmen. Schlecker Österreich war logistisch aber sehr stark von Schlecker Deutschland abhängig. Es gab keine dezentrale EDV und auch keinen dezentralen Einkauf. Es wäre also die erste Aufgabe gewesen, sich hier etwas zu überlegen.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Die Kündigung von 1.261 Beschäftigten war im Juli bereits beschlossene Sache. Wie geht es mit den restlichen Angestellten weiter?</em><br />
Wolf: Es entscheidet sich derzeit das Schicksal von rund 3.300 Menschen. Zur Sicherheit wurden per Ende Juli alle verbleibenden Angestellten beim Arbeitsmarktservice angemeldet. Diese Maßnahme musste der Masseverwalter ergreifen, weil zu diesem Zeitpunkt nicht sicher war, ob es gelingt, das Unternehmen weiterzuführen. Wir werden erst in einigen Wochen völlige Klarheit darüber haben, ob und wie es für die einzelnen MitarbeiterInnen weitergehen wird.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Was konnte die GPA-djp für jene MitarbeiterInnen, die bereits gekündigt wurden, erreichen?</em><br />
Wolf: Dass es ein geordnetes Sanierungsverfahren gibt – das war ja auch sehr lange nicht klar. Wir haben sofort Kontakt mit dem AK Insolvenzbüro hergestellt und unsere Kontakte im Handel genutzt, um eine bevorzugte Übernahme von Beschäftigten durch andere Handelsunternehmen sicherzustellen. Der zweite Punkt ist: Sollte es weitergehen, muss man schauen, ob einige, die jetzt auf der Kündigungsliste stehen, doch die Möglichkeit haben, weiterzuarbeiten.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Wie gestaltet sich jetzt die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat?</em><br />
Wolf: Durch den personellen Wechsel an der Spitze des Betriebsrates hat sich die Zusammenarbeit wesentlich gebessert, und die Beschäftigten haben jetzt eine aktive und konstruktive Interessenvertretung im Betrieb, was besonders in dieser Situation sehr wichtig ist. Kollegin Pronegg ist eine wichtige Stütze für die Beschäftigten.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Gab es weitere Punkte, in denen die GPA-djp eine Schadensbegrenzung erreichen konnte?</em><br />
Wolf: Wir arbeiten mit dem Arbeitsmarktservice zusammen, um eine gute Betreuung für jene Menschen zu gewährleisten, die nicht von anderen Handelsketten übernommen werden können. Im Rahmen von Arbeitsstiftungen kann es auch Nachqualifizierungen geben. Ziel ist eine bessere Vermittelbarkeit am Arbeitsmarkt. Die Mehrzahl der dayli- Beschäftigten sind nur angelernte Kräfte, und das, obwohl es hier viele Langzeitbeschäftigte gibt.</p>
<p><em>KOMPETENZ: Hat die Gewerkschaft zur Sicherung der Arbeitsplätze genug getan?</em><br />
Wolf: Wir haben hart für die Interessen und Arbeitsplätze der Beschäftigten von dayli gekämpft und einiges erreicht. Herr Haberleitner hat es so dargestellt, dass die Gewerkschaft die Beschäftigten bekämpft. Das haben wir aber natürlich nie getan. Um zu zeigen, wie wichtig uns die Arbeitsplätze bei dayli waren, sind wir mit der damaligen Betriebsratsspitze 2012 nach Ehingen zum Ausgleichsverwalter Arndt Geiwitz gefahren. Wir wollten ihn überzeugen, einen Investor zu suchen, eben weil Schlecker Österreich lebensfähig war. Das war die Leistung der Beschäftigten und sie verdienten eine faire Chance, dass ihr Arbeitsplatz langfristig erhalten bleibt. Diese Chance hat Herr Haberleitner grandios verspielt.</p>
<p><strong>Mehr Infos unter:</strong> <a href="http://www.gpa-djp.at/dayli" aria-label="www.gpa-djp.at/dayli">www.gpa-djp.at/dayli</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schlecker wird Dayli &#8211; Perspektive für Beschäftigte</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2012/08/27/schlecker-wird-dayli-perspektive-fur-beschaftigte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 11:50:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2012/05]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovic]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Insolvenz]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Schlecker]]></category>
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					<description><![CDATA[Schlecker Österreich wurde gegen alle Erwartungen vor einer Insolvenz gerettet und wird unter dem Namen „Dayli“ und mit einem neuen Konzept weitergeführt. Schlecker Österreich wurde Ende Juli von der TAP 09 Management GmbH übernommen. Das Konzept: Unter dem Namen „dayli“ wird künftig ein neuer Nahversorger mit erweitertem Dienstleistungsangebot, betrieben werden. Dank der Bemühungen aller Beteiligten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_1507" aria-describedby="caption-attachment-1507" style="width: 567px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1507" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2012/08/KOM_06_10_Stavik-Wolf_3191.jpg" alt="" width="567" height="480" /><figcaption id="caption-attachment-1507" class="wp-caption-text">Manfred Wolf, Anita Palkovic, GPA-djp (c) N.Wagner-Strauss</figcaption></figure></p>
<p><strong>Schlecker Österreich wurde gegen alle Erwartungen vor einer Insolvenz gerettet und wird unter dem Namen „Dayli“ und mit einem neuen Konzept weitergeführt.</strong></p>
<p><span id="more-1504"></span>Schlecker Österreich wurde Ende Juli von der TAP 09 Management GmbH übernommen. Das Konzept: Unter dem Namen „dayli“ wird künftig ein neuer Nahversorger mit erweitertem Dienstleistungsangebot, betrieben werden. Dank der Bemühungen aller Beteiligten konnte Schlecker Österreich vor einer Insolvenz gerettet werden und hat nun einen neuen Eigentümer. Die GPA-djp-Wirtschaftsbereichssekretäre Anita Palkovich und Manfred Wolf haben engagiert für die Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze der Schlecker-Beschäftigten gekämpft.</p>
<p><strong>KOMPETENZ</strong>: Schlecker Deutschland ging vor wenigen Monaten in Insolvenz. Was hat Schlecker Österreich vor diesem Schicksal bewahrt?</p>
<p><strong>Manfred Wolf</strong>: Alle haben gut zusammengearbeitet und auf eine gemeinsame Zukunft vertraut. Vor allem auch die Beschäftigten leisteten einen wichtigen Beitrag zur positiven Wendung! Die Arbeit unter schwierigen Rahmenbedingungen in den letzten Monaten und ihr Vertrauen in das Unternehmen haben sich gelohnt. Die Rettung von Schlecker vor einer Insolvenz ist nicht zuletzt das Verdienst der Angestellten.</p>
<p>Die Übernahme war schließlich das Ergebnis der unermüdlichen Verhandlungen der deutschen Insolvenzverwaltung Geiwitz mit den Investoren. Wir sind Ende Juni gemeinsam mit der Betriebsratsspitze von Schlecker zur deutschen Insolvenzverwaltung gefahren und haben dort für eine Weiterführung von Schlecker Österreich und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze Stimmung gemacht. Die folgenden intensiven Verhandlungen mit den Investoren sind sicherlich auch eine Folge unserer Bemühungen.</p>
<p><strong>KOMPETENZ</strong>: Was bedeutet die Übernahme konkret für die Beschäftigten?</p>
<p><strong>Anita Palkovich</strong>: Für die rund 3.000 Beschäftigten bedeutet dies vorläufig, dass ihre Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten auf den neuen Eigentümer übergehen. Das heißt im Klartext, dass sämtliche arbeitsrechtlichen Ansprüche weiterhin bestehen bleiben, das gilt natürlich auch für alte Abfertigungsansprüche. Wir wollen auch rasch mit Herrn Haberleitner (<em>Anm.: CEO von TAP 09</em>) ins Gespräch kommen um uns ein Bild über die künftige Entwicklung machen zu können, auch im Hinblick auf die Beschäftigten.</p>
<p>Wir hoffen für die Standorte und  Beschäftigten, dass es rasch zur Verbesserung der Warensituation kommen wird, da es erfreulicherweise eine der Hauptzielsetzungen des neuen Eigentümers ist, die volle Verkaufsfähigkeit und somit auch das Vertrauen der KundInnen zu erhalten.</p>
<p>Für uns als Gewerkschaft bedeutet die Übernahme vom Start weg auch die Chance auf eine Neuausrichtung des betrieblichen Dialoges und der Arbeitsbedingungen. Angesichts ihres Beitrages zum Fortbestand des Unternehmens haben sich die Beschäftigten Wertschätzung und faire Arbeitsbedingungen verdient.</p>
<p><strong>KOMPETENZ</strong>: Was bedeutet das angekündigte, neue Geschäftskonzept mittel- und langfristig für die Unternehmensstruktur und die Beschäftigten?</p>
<p><strong>Manfred Wolf</strong>: Das können wir derzeit noch nicht sagen, aber es wird mittelfristig sicher Änderungen geben. Wir sind gerade dabei, diese Fragen mit dem neuen Eigentümer zu klären.</p>
<p>Auf jeden Fall bringt der Eigentümerwechsel von Schlecker Österreich für tausende Beschäftigte eine konkrete Perspektive und die Hoffnung auf den Erhalt der Arbeitsplätze. Angesichts der regionalen Gegebenheiten ist das schon ein erster, wichtiger Erfolg. Das stellt für die Betroffenen, zum großen Teil auch in ländlichen Regionen, eine große Erleichterung dar.</p>
<p><strong>KOMPETENZ</strong>: Trotzdem wurde auch Kritik an der Übernahme laut – hat das neue Konzept von „dayli“ eine Chance?</p>
<p><strong>Anita Palkovich</strong>: Die jetzige Entwicklung ist aus Sicht der Arbeitnehmerinteressenvertretung in jedem Fall besser als die Insolvenz des Unternehmens. Es ist klar dass es auch enttäuschte Bieter und Mitbewerber gibt, die sich die Welt anders vorgestellt haben. Dayli sollte jetzt die faire Chance bekommen zu starten und dann werden wir alle sehen wie sich die Dinge entwickeln. Schlechtreden und Verunsichern ist entbehrlich, jetzt brauchen die Betroffenen vor allem Optimismus.</p>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Ihre Rechte, Ihre Pflichten: Informationen für die Beschäftigten</span></strong></p>
<p>Die wichtigsten Informationen zur Übernahme von Schlecker Österreich durch die TAP 09 Management GmbH</p>
<p><em>Was bedeutet die Übernahme für mein Dienstverhältnis?</em></p>
<p>Ihr Arbeitsverhältnis geht mit allen Rechten und Pflichten auf den neuen Eigentümer über. Das bedeutet, dass sämtliche arbeitsrechtlichen Ansprüche, die sie bisher erworben haben auch weiterhin bestehen bleiben. Sie werden so behandelt, als würden Sie seit dem ersten Tag beim neuen Eigentümer arbeiten. Der Kollektivvertrag und sämtliche arbeitsrechtliche Bestimmungen gelten unverändert weiter.</p>
<p><em>Wird es Schließungen und Kündigungen geben? </em></p>
<p>Der neue Eigentümer hat erklärt, sämtliche Schlecker-Standorte weiter betreiben zu wollen und auch alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der Betriebsrat hat im Falle von Betriebsänderungen ein Mitsprache- und Mitwirkungsrecht. Gemeinsam mit dem Betriebsrat ist die GPA-djp derzeit dabei, vom neuen Eigentümer konkrete Details und mögliche Auswirkungen auf Filialstrukturen und Arbeitsplätze in Erfahrung zu bringen.</p>
<p><em>Wo erhalte ich Informationen?</em></p>
<p>Gemeinsam mit dem Betriebsrat wird die GPA-djp weiterhin über die Lage informieren. Für rechtliche Fragen steht unsere Hotline 05 03 01 &#8211; 301 zur Verfügung. Unser gesamtes Informationsangebot finden Sie auf unserer Homepage <a href="http://www.gpa-djp.at" aria-label="www.gpa-djp.at">www.gpa-djp.at</a></p>
<p><em>Was bedeutet die Übernahme für meinen Arbeitsalltag?</em></p>
<p>Grundsätzlich geht vorerst alles so weiter wie bisher! Wahrscheinlich wird es in nächster Zeit zu einer deutlichen Verbesserung der Warensituation kommen, da es eine der Hauptzielsetzungen des neuen Eigentümers ist, die volle Verkaufsfähigkeit und somit auch das Kundenvertrauen zu sichern.</p>
<p><em>Wer vertritt mich in rechtlichen Fragen?</em></p>
<p>Mitglieder der GPA-djp erhalten den vollen gewerkschaftlichen Rechtsschutz. Dieser umfasst neben der Vertretung ihrer Interessen auf betrieblicher Ebene gemeinsam mit dem Betriebsrat auch die Beratung zu den arbeitsrechtlichen Ansprüchen, sowie gegebenenfalls auch deren gerichtliche Durchsetzung. Ebenso vertritt Sie die GPA-djp in sozialrechtlichen Angelegenheiten. Ein Betritt macht sich bezahlt!</p>
<p><em>Wer ist der neue Eigentümer?</em></p>
<p>Die TAP 09 Management GmbH ist eine österreichische Investorenplattform, die es sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt hat, durch Beteiligungen an Unternehmen oder Firmenkäufen einen Mischkonzern aufzubauen.</p>
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