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	<title>Mobbing &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Mobbing &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Mobbing ab dem ersten Arbeitstag: Kein Konzern von Welt</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/09/03/mobbing-ab-dem-ersten-arbeitstag-kein-konzern-von-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 06:42:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
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					<description><![CDATA[Beschämendes Verhalten und heftige Diskriminierung musste sich eine Angestellte eines Weltkonzerns bieten lassen – die GPA Salzburg hat der Frau zu ihrem Recht verholfen. Dafür war ein langer Atem und Einfühlungsvermögen nötig.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="574" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-1024x574.jpeg" alt="" class="wp-image-21221" style="width:1205px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-1024x574.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-300x168.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-150x84.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-768x430.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-1536x861.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/AdobeStock_833866224-2048x1148.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei Veranstaltungen bildeten sich Grüppchen, die über Pamela tuschelten. Auf einem Betriebsausflug wurden alle Mitarbeiter:innen der Abteilung im selben Hotel untergebracht, nur Pamela musste sich mit einer anderen Unterkunft zufrieden geben.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beschämendes Verhalten und heftige Diskriminierung musste sich eine Angestellte eines Weltkonzerns bieten lassen – die GPA Salzburg hat der Frau zu ihrem Recht verholfen. Dafür war ein langer Atem und Einfühlungsvermögen nötig.</strong></p>



<span id="more-21220"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Pamela hat sich riesig auf die neue Herausforderung gefreut. Sie startete ihren neuen Job im Außendienst eines im Gesundheitswesen tätigen Weltkonzerns. Gute Verdienstmöglichkeiten für Fleißige und eine gute Perspektive auf baldigen Aufstieg – so hieß es. Doch die Realität gestaltete sich weniger beeindruckend. Bereits während der ersten Arbeitstage wurde Pamela gemobbt und fühlte sich nicht wohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als fesche und intelligente Frau Anfang 40 weckte sie wohl den Neid vieler Kolleginnen“, berichtet GPA-Regionalsekretärin Christina Fricke-Becker, die auch stellvertretende Geschäftsleiterin der Landesstelle Salzburg ist. Den Fall der am Arbeitsumfeld verzweifelten Angestellten betreut die GPA-Expertin seit Ende April, sie hat ihn von einer Kollegin übernommen, die in Pension ging. An Aufgaben mangelt es Fricke-Becker also kaum, als Regionalsekretärin betreut sie rund 65 Betriebe im Raum Salzburg.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Keine Prise Kollegialität</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Neiddiskurs hat mit „komischen Witzchen“ begonnen. Ein Foto der neuen Mitarbeiterin wurde als Portrait in Übergröße in das Abteilungsintranet hochgeladen – ein diskriminierender Akt. Ein besserer Firmenwagen für die Außendienst-Kollegin als ihn andere Mitarbeiter:innen bekamen, beförderte die Missgunst auf ein neues Niveau. Über Monate hinweg musste sich Pamela anhören, weshalb ausgerechnet ihr dieses gute Auto zugeteilt wurde. Ihr, der Ausländerin mit der anderen Hautfarbe! Weshalb gerade sie überhaupt diese Stellung bekommen hatte, obwohl sich doch auch gebürtige Österreicher:innen beworben hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Veranstaltungen bildeten sich Grüppchen, die über Pamela tuschelten. Auf einem Betriebsausflug wurden alle Mitarbeiter:innen der Abteilung im selben Hotel untergebracht, nur Pamela musste sich mit einer anderen Unterkunft zufrieden geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach rund einem Jahr hatte Pamela, die als Alleinerzieherin für sich und ihr Kind sorgt, einfach genug &#8211; Anfang Februar 2024 nahm sie Kontakt mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft auf und erzählte ihre Geschichte. Der Frau mit afrikanischen Wurzeln wurde empfohlen, ihre Vorgesetzten auf Diskriminierung und Mobbing anzusprechen. Pamela nutzte dazu ein Jahresgespräch mit der Geschäftsleitung, doch leider ohne Erfolg. Daraufhin setzte sie sich mit der GPA in Verbindung, ein erstes Schreiben an den Betrieb wurde verfasst. Als Lösung wurde ein Gespräch im internationalen Konzern vorgeschlagen. Eine Farce: Ein Mitarbeiter der Human-Ressources-Abteilung ermutigte Pamela, einfach selbst zu kündigen und damit „das Problem zu lösen“. Psychische und physische Schmerzen und der Weg in den Krankenstand waren die Folge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Kontaktversuche der GPA mit dem weltweit bekannten Unternehmen wurden, höflich formuliert, ignoriert. „In einer ersten Reaktion wurde uns dann mitgeteilt, dass es sich eben um einen &#8218;Weltkonzern&#8216; handelt und es deshalb zu gar keinen Diskriminierungen kommen würde“, ist GPA-Expertin Christina Fricke-Becker erstaunt und empört. Im folgenden Schriftverkehr redete sich die österreichische Geschäftsführung darauf heraus, den Fall nicht klären zu können, da sich Pamela im Krankenstand befunden habe. Die Kontaktaufnahme wäre deswegen nicht möglich gewesen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Arroganz statt Anstand</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Tatsächlich zeigte das Unternehmen arrogantes Verhalten“, weiß GPA-Expertin Fricke-Becker. Dass sie etwa in derselben Abteilung auch eine Frau mit Kopftuch beschäftigen würden, lies die Firma wissen – was der Philosophie des Weltkonzerns nach ja eine Diskriminierung quasi verunmöglichen würde. Allerdings stellte sich auch heraus: Die erwähnte Mitarbeiterin ist ausschließlich im Home-Office tätig, denn sie fühlt sich in der Abteilung nicht wohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einigen Wochen wurde der Fall von der österreichischen Geschäftsführung an die Personalentwicklungsabteilung mit Sitz in einem Nachbarland abgetreten. Pamela musste sich einer Video-Befragung mit dieser Abteilung unterziehen, damit sie damit nicht alleine gelassen wird, war Christina Fricke-Becker an Pamelas Seite. Viele intensive Fragen später, haben die Verantwortlichen versprochen, diesen Fall weiter zu untersuchen und sich nach spätestens drei Wochen zu melden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Geld wird langsam knapp</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch finanziell geriet die Alleinerzieherin freilich bald unter starken Druck: seit Ende Februar im Krankenstand, wurde die Entgeltfortzahlung Ende Mai eingestellt. Seit Juni erhält Pamela Krankengeld, das kaum für die Lebenserhaltungskosten ausreicht. „Wir haben relativ schnell eine Lösung gebraucht,“ erzählt Fricke-Becker. Da aus der Personalentwicklungsabteilung des Konzerns keineswegs der versprochene Anruf kam, intervenierte die GPA-Expertin auf ein Neues und verfasste ein umfangreiches Schreiben. „Ich habe eine rückwirkende Freistellung, volle Entgeltfortzahlung und zudem eine Entschädigung für die erlittenen Kränkungen gefordert“, sagt Fricke-Becker. „Eine Antwort musste binnen zweier Wochen erfolgen, sonst wären wir vor das Arbeitsgericht gegangen.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erstes Angebot zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses wurde dann seitens des Unternehmens unterfertigt. Weder Pamela noch Christina Fricke-Becker zeigten sich damit zufrieden. „Dafür was die arme Frau ertragen musste, war die Entschädigung viel zu gering.“ Nach einem weiteren Telefonat  mit der Personalentwicklung, folgte eine verbesserte Version. Zwar hat der Weltkonzern nicht eingestanden, dass diskriminiert und gemobbt wurde und ist sich keinerlei Schuld bewusst, doch „die einvernehmliche Auflösung und die Höhe der Entschädigungszahlung wirkt sehr danach“, ist sich GPA-Regionalsekretärin Christina Fricke-Becker sicher. Mit allen Zahlungen und der einvernehmlichen Auflösung hat Pamela mehr als 25.000 Euro erhalten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Intensive Betreuung</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter:innen der GPA Salzburg wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Neben dem Erstellen der Schriftsätze und den Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite war der persönliche Kontakt zu Pamela höchst intensiv und wichtig. „Über Monate haben wir sicher drei- bis fünfmal in der Woche telefoniert und wöchentlich mindestens 10 E-Mails geschrieben“, erinnert sich Fricke-Becker. Zur rein rechtlichen Betreuung hat sich die moralische Unterstützung gesellt. „In den schlechteren Phasen als die Firma gar nicht auf den Sachverhalt eingegangen ist, war es besonders wichtig, Pamela gut zuzureden. „Es freut mich sehr, dass wir zu einem guten Ende für Pamela gekommen sind und sie nun wieder positiv in die Zukunft blicken kann.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Fricke-Becker, in der Koordination aller ihrer Aufgaben geholfen hat: „Ich bin ein sehr strukturierter und organisierter Mensch“. Bevor die 41-Jährige aus Anif für die GPA hauptberuflich arbeitete, war sie freigestellte Betriebsrats-Vorsitzende bei einer Spedition: „Das war mit viel Arbeit verbunden, ich habe aber dabei viel gelernt&#8220;. Seit Dezember 2020 ist sie hauptberuflich bei der GPA. Und hat es seither nicht bereut, „denn meine Arbeit ist sehr sinnvoll und macht auch Spaß.“</p>
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		<title>Gemeinsam stärker am Arbeitsplatz</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/10/10/gemeinsam-staerker-am-arbeitsplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 15:11:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Antidiskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
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		<category><![CDATA[Zusammenhalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Du fragst, warum manche KollegInnen sich besonderer Beliebtheit erfreuen? Wir geben dir Tipps, was du machen kannst, um am Arbeitsplatz auch so beliebt zu werden.  ]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18999" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/10/Mann-Frau_starker-Arm_gezeichnet_AdobeStock_119447811.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein guter Zusammenhalt unter KollegInnen ist wichtig um produktiv zu sein. Wenn die Stimmung gut und der Zusammenhalt im Team stark ist, fühlen sich alle bei der Arbeit auch wohler. 7 Tipps damit es gemeinsam besser läuft.</strong></p>



<span id="more-18998"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Da ist diese Kollegin, die mögen einfach alle. Wenn sie dabei ist, herrscht gute Stimmung im Team, jeder arbeitet gern mit ihr zusammen. Oder der freundliche Kollege, der immer mit anpackt. Was machen sie anders als die anderen? Warum sind sie beliebt und jeder will mit ihnen im Team arbeiten? Wir haben 7 Tipps für dich zusammengestellt, wie du bei KollegInnen und Vorgesetzten beliebter wirst. Wir erklären dir auch, warum dann die Zusammenarbeit insgesamt besser funktioniert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Guten Morgen!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du kommst morgens zur Arbeit, murmelst ein „Hallo“, und danach verschwindest du mit einer Tasse Kaffee vor deinen Computer? Wer mit dem falschen Fuß aufsteht und so seinen Tag in der Arbeit beginnt, wird kaum wahrgenommen. Ein freundliches „Guten Morgen“ macht da einen ganz anderen Eindruck. Begrüße deine KollegInnen, wechsle mit ihnen ein paar nette Worte. So beginnt der Tag für alle gleich viel angenehmer! Und wenn du wirklich ein totaler Morgenmuffel bist, dann geh wenigstens mittags mit den anderen in die Kantine um ein bisschen zu plaudern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich muss morgens meine Kinder zur Schule bringen und komme oft etwas abgehetzt in meine Filiale“, erzählt Eva D. Sie arbeitet für eine große Supermarktkette. „Trotzdem möchte ich das nicht an meinen KollegInnen oder an der Kundschaft auslassen. Keiner kommt bei uns schlecht gelaunt zur Arbeit – einmal tief durchatmen, lächeln, und dann geht’s wieder. Freundlichkeit ist das um und auf, das lohnt sich langfristig für alle!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Think positiv!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wer viel jammert und kritisiert, der wird nach einer Weile von den KollegInnen gemieden. Weil schlechte Stimmung alle runterzieht. Zeig dich lieber optimistisch! Das wirkt nämlich auch ansteckend. Wer gute Laune verbreitet, den wollen alle mit im Team haben. Auch bei Besprechungen gilt: wer neue Ideen umgehend zurückweist oder immer gleich das Haar in der Suppe findet, der ist selten beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer hingegen zuhören kann, ist als KollegIn gefragt. Überleg einfach mal, wie ein eher verrückter Einfall vielleicht doch umgesetzt werden könnte, oder zumindest eine neue Perspektive eröffnet. Sandra F., MitarbeiterIn in einer Versicherung, erzählt: „Einer meiner Kollegen, der schon lange im Betrieb war, machte immer nur alles runter, keiner hatte mehr Lust, sich aktiv einzubringen oder Vorschläge zu machen. Seit er die Firma verlassen hat und ein Neuer seinen Platz eingenommen hat, ist die Stimmung völlig anders. Der Nachfolger war von Anfang an neugierig, fragte nach, hörte zu. Wir anderen waren froh, dass endlich ein frischer Wind weht. Jetzt arbeiten wir viel besser zusammen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Schluss mit Petzen, Lästern &amp; co.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Kollegin hat einen Fehler gemacht und du lässt es gleich alle wissen, auch den Abteilungsleiter? In der Mittagspause führst du gern das große Wort und ziehst über die Kolleginnen aus der Buchhaltung her? Klar, jeder muss seinem Ärger mal Luft machen, und ein bisschen Bürotratsch gehört schon dazu. Aber wenn dir ein Ruf als Lästerzunge vorauseilt, dann wäre es vielleicht Zeit, das zu ändern. Wir haben alle unsere Fehler. Versuch, über manche Dinge einfach hinwegzusehen und verzeih kleinere Schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe eine Kollegin im Team, die hat zwar nach außen hin immer freundlich getan, aber jedes mal, wenn etwas nicht rund lief, hat sie beim Chef jemand anders dafür verantwortlich gemacht. Auch sonst haben wir gemerkt, dass sie hinter unserem Rücken schlecht über uns geredet hat,“ erzählt Joachim R., Beschäftigter in einem Chemie-Betrieb. „Wir haben aber eine gute Bereichsleiterin, die hat schließlich eingegriffen. Sie hat den Betriebsrat hinzugezogen, er hat uns sehr gut unterstützt! Mittels Teambuilding-Aktivitäten und Gesprächen sind die Dinge wieder ins Lot gekommen. Die Kollegin ist jetzt besser ins Team integriert und hat aufgehört, uns alle schlecht zu machen. Sie hat verstanden, dass Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung wichtiger ist, als nur selbst gut dazustehen.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Du möchtest mehr über die Vorteile eines Betriebsrates wissen? Lies <a href="https://kompetenz-online.at/2022/09/12/4-irrtuemer-rund-um-eine-betriebsratsgruendung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a> weiter!</p>



<h4 class="wp-block-heading">4. Sei hilfsbereit, aber setze Grenzen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viele befürchten, wenn sie allzu hilfsbereit und zuvorkommend sind, dann werden sie ausgenutzt und die ganze Arbeit landet bei ihnen. Daher: auch ein ‚Nein’ ist manchmal notwendig! In manchen Fällen ist es besser, Rückgrat zu zeigen und eine Extraaufgabe abzulehnen. Wenn es einen guten Grund dafür gibt und man das auch richtig kommuniziert! „Eines Tages hatte ich den Eindruck, ich bin die einzige in meinem Büro die Überstunden macht, alle anderen haben Familie und Kinder und mussten nachmittags entsprechend früh weg“, sagt Mariana F., administrative Mitarbeiterin in in einem mittelständischen Industriebetrieb. „Ich wusste nicht, wie ich das ansprechen soll, ohne meine Kolleginnen zu brüskieren. Also war ich beim <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Betriebsrat (öffnet in neuem Tab)">Betriebsrat</a>. Er hat mir geholfen das Thema anzusprechen. Mein Chef und meine KollegInnen haben eingesehen, dass ich zu viele Überstunden mache. Ich bin froh, in einer Firma zu arbeiten, wo wir einen guten Betriebsrat haben!“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Auch bei dir fallen zu viele Überstunden an? <a href="https://kompetenz-online.at/2018/10/04/ueberstunden-oder-macbeth/" aria-label="Hier">Hier</a> kannst du dich über die Rechtslage informieren!</p>



<h4 class="wp-block-heading">5. Setz dich für andere ein!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Du bist der Star in deiner Abteilung und betreust immer die interessantesten Projekte? Die KollegInnen kriegen dann jedes mal das ab, was übrig bleibt? Auch wenn das auf den ersten Blick vorteilhaft für dich erscheint, auf die Dauer ist es nicht gut fürs Team. Wenn dein Chef oder deine Chefin viel auf deine Kompetenzen hält, so ist er oder sie vielleicht auch bereit, auf dich zu hören. „Bei uns hat nach dem Sommer ein wirklich toller junger Praktikant angefangen, aber der Chef ließ ihn an gar nichts ran“, berichtet Florian K., der in der IT arbeitet. „Ich bin schon lange im Betrieb und hab dann dem Chef erzählt, dass sich der junge Mann mir gegenüber sehr kompetent gezeigt hat und ich ihm gern mal ein kleines Projekt übergeben würde. Das lief auch gut, und am Ende hatten alle was davon. Und ich habe jetzt die Betreuung unserer PraktikantInnen übernommen, eine Aufgabe, die ich sehr mag, weil ich gern mit jungen Leuten arbeite.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Du bist PraktikantIn und brauchst Unterstützung? Lies <a href="https://kompetenz-online.at/2022/07/06/sommerjob-praktikum-und-co/" aria-label="hier">hier</a> über deine Rechte nach!</p>



<h4 class="wp-block-heading">6. Vertrauen und Solidarität</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeiten wir nicht alle in erster Linie, um die Miete zu bezahlen? Ja, solche Jobs gibt es. Doch viele von uns arbeiten in sehr fordernden Berufen, mit großem Einsatz und Engagement, wo die zwischenmenschlichen Beziehungen eine zentrale Rolle spielen. Oft spiegeln die Gehälter dieser Menschen nicht den Wert ihrer Leistung wieder. Trotzdem machen sie ihre Arbeit aus Überzeugung, und sie wissen: Ohne Solidarität und Vertrauen am Arbeitsplatz geht es nicht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lisa P. ist Elementarpädagogin: „Nach zwei Jahren Pandemie gingen wir alle am Zahnfleisch. Krankenstände, Personalmangel, zu große Gruppen – der Druck war und ist immer noch enorm! Ich muss mich auf meine KollegInnen absolut verlassen können, und sie sich ebenso auf mich. Das war das Gute an dieser Erfahrung: Wir sind alle zusammen durch dick und dünn gegangen. Und wenn wir unsere Arbeitsbedingungen verbessern möchten, so geht das auch nur gemeinsam. Dafür kämpfen wir!“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Deine Gewerkschaft setzt sich nicht nur für die <a href="https://kompetenz-online.at/2021/09/16/wenn-elementarpaedagoginnen-kuendigen/" aria-label="ElementarpädagogInnen">ElementarpädagogInnen</a> ein, sondern kämpft für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in der gesamten <a href="https://kompetenz-online.at/2022/06/02/sozialwirtschaft-die-eisdecke-wird-immer-duenner/" aria-label="Sozialwirtschaft">Sozialwirtschaft</a>!</p>



<h4 class="wp-block-heading">7. Wenn gar nichts hilft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Leider gibt es auch KollegInnen, die gegen alle Freundlichkeit immun sind. Egal, wie sehr du dich bemühst, er oder sie lässt dich ständig merken, dass er dich nicht mag oder deine Arbeit nicht schätzt. Oder fühlst du dich gemobbt? Was kannst du tun? Bitte die Kollegin/den Kollegen zunächst um ein gutes Gespräch, aber sei dabei nicht anklagend. Frag, ob es einen Grund für ihr/sein Verhalten gibt. Wenn das nicht weiterhilft, dann wende dich an deinen Betriebsrat um Hilfe!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bei Mobbing sollte man nicht allzu lang warten, sondern rasch Unterstützung suchen. „Ich hatte eine Kollegin, die wollte einfach nicht konstruktiv mit mir zusammenarbeiten. Es stellte sich heraus, dass sie mich ablehnte, weil meine Eltern aus der Türkei stammen. Unser Betriebsrat hat ein Antirassismus-Training organisiert, seither ist es besser“, erzählt Gözde S. „Viele andere KollegInnen haben mich unterstützt, diese Solidarität war sehr wichtig für mich! Es war gut, dass ich das Thema Rassismus angesprochen habe, es gibt jetzt mehr Verständnis dafür.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph">Dieses Thema interessiert dich? Lies mehr zu <a href="https://kompetenz-online.at/2021/04/19/gewalt-am-arbeitsplatz-ein-berufsrisiko/" aria-label="Mobbing und Gewalt">Mobbing und Gewalt</a> oder über <a href="https://kompetenz-online.at/2020/06/18/arbeitgeberinnen-muessen-rassismus-am-arbeitsplatz-ernst-nehmen/" aria-label="Diskriminierung">Diskriminierung</a> am Arbeitsplatz.</p>



<p class="rotebox wp-block-paragraph"><strong>Du hast eine arbeitsrechtliche Frage?</strong><br>Im&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/themen/arbeitsrecht/arbeitsrechts-abc" target="_blank" aria-label="Arbeitsrechts-ABC d (öffnet in neuem Tab)">Arbeitsrechts-ABC d</a>er Gewerkschaft GPA findest du Antworten auf viele Fragen. Du kannst dich aber auch direkt an die Rechtsberatung wenden.&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="Hier (öffnet in neuem Tab)">Hier</a>&nbsp;findest du alle Kontakte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch intererssieren:</h4>



<ul class="wp-block-list"><li>Du bist neu in der Arbeit? Wir geben <a href="https://kompetenz-online.at/2022/10/04/neuer-job-10-tipps-fuer-den-ersten-arbeitstag/" aria-label="Tipps">Tipps</a>, damit es von Anfang an gut läuft. </li><li>Dein Kind ist krank? Wir sagen dir, was du jetzt tun musst, damit du dein <a href="https://kompetenz-online.at/2022/09/07/mein-kind-ist-krank/" aria-label="krankes Kind">krankes Kind</a> zuhause betreuen kannst.</li><li>Du hast demnächst ein <a href="https://kompetenz-online.at/2022/07/06/was-darf-der-arbeitgeber-beim-bewerbungsgespraech-fragen/" aria-label="Bewerbungsgespräch">Bewerbungsgespräch</a>. Wir sagen, dir was dein künftiger Chef dich fragen darf.  </li></ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gewalt am Arbeitsplatz – ein Berufsrisiko?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/04/19/gewalt-am-arbeitsplatz-ein-berufsrisiko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2021 16:53:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterkammer]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
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		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Kalliauer]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie sind immer mehr Beschäftigte mit Gewalt am Arbeitsplatz konfrontiert. Die AK Oberösterreich pocht auf die Fürsorgepflicht der Unternehmen und kämpft für einen besseren Schutz für die Betroffenen.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie sind immer mehr Beschäftigte mit Gewalt am Arbeitsplatz konfrontiert. Die AK Oberösterreich pocht auf die Fürsorgepflicht der Unternehmen und kämpft für einen besseren Schutz für die Betroffenen.</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Eine junge Verkäuferin aus dem Raum Linz berichtet, ihr Chef habe ihr im Beisein von KollegInnen auf die Brüste gegriffen und dabei sexuell anzügliche Bemerkungen gemacht. Auf ihre empörte Frage, was das denn soll, antwortete der Chef: „Stell dich nicht so an.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Arbeitnehmer aus Oberösterreich bekam von seinem Vorgesetzten so viele zusätzliche Arbeitsaufgaben aufgebürdet, dass ihm alles zu viel wurde. Noch dazu stellte ihn sein Chef ständig bloß und beleidigte ihn, bis er am Ende krank wurde und seinen Job verlor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche und ähnliche Fälle sind leider nicht die Ausnahme. Viel zu viele Beschäftigte sind mit physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt konfrontiert. Gewalt am Arbeitsplatz ist ein Tabuthema, doch nun hat sich eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich erstmals ausführlich mit dem gesamten Problemfeld befasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend: Von physischer Gewalt &#8211; also Tätlichkeiten und körperlichen Übergriffen &#8211; am Arbeitsplatz waren im vergangenen Jahr sieben Prozent der ArbeitnehmerInnen betroffen. Acht Prozent wurden ZeugInnen von solchen Vorfällen. Gewalt am Arbeitsplatz bedeutet aber nicht nur körperliche Gewalt: Ein Drittel der Beschäftigten in Österreich war schon Opfer von übler Nachrede, Tuscheln oder Gerüchten, fast die Hälfte hat dies bei anderen beobachtet. 15 Prozent haben Ausgrenzung erlebt, 11 Prozent waren von Mobbing und Drohungen betroffen. ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund berichten öfter davon, ausgegrenzt oder ignoriert zu werden. Sexualisierte Gewalt, von der Belästigung bis zum Übergriff, betrifft am häufigsten junge Frauen unter dreißig: Zehn Prozent von ihnen gaben an, betroffen zu sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handel: Aggressive KundInnen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich die Situation zusätzlich verschärft. Die Auswertung des aktuellen Arbeitsklima-Index der AK OÖ ergab, dass Beschimpfungen, Beleidigungen und Mobbing um zehn Prozentpunkte zugenommen haben, bei körperlicher Gewalt ist ein Anstieg von zwei Prozentpunkten zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch eine Befragung der Beschäftigten im Handel durch die GPA brachte schlechte Erfahrungen und Sorgen bezüglich Gewalt am Arbeitsplatz zutage. Der Fleckerlteppich an Regelungen und Maßnahmen führt zu Verunsicherung, leider aber auch vermehrt zu Aggressionen seitens der KundInnen. Die Wut und die Frustration, die sich durch die schwierigen Lebensumstände anstauen, entladen sich immer öfter in den Geschäften. Das führt zu teils gravierenden Problemen für die Beschäftigten. So erzählt z.B. eine Angestellte eines Supermarkts von „Kunden, die den ganzen Frust an uns Verkäuferinnen auslassen. Das war zwar schon immer so, aber jetzt ist es echt schlimm, fast täglich hat man einen oder mehrere Kunden, die herumpöbeln.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Verkäuferin berichtet von KundInnen, die sich weigern, ihre Maske zu tragen und sich dann bei der Firmenleitung beschweren, wenn sie vom Verkaufspersonal darauf aufmerksam gemacht werden. Dass in solchen Situationen die Arbeitgeber ihre Beschäftigten unterstützen, ist leider nicht selbstverständlich: „Wir würden uns wünschen, dass auch die Firma hinter uns steht, wenn die Kunden sich über uns beschweren – und nicht, dass wir noch eins drauf bekommen!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Folgen von Gewalt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ungehaltene KundInnen, aggressives Verhalten, verbale Gewalt bis hin zu Pöbeleien, all das verursacht großen zusätzlichen Stress. Eine Teilnehmerin der GPA-Befragung fasst diesen deprimierenden Alltag der Verkäuferinnen so zusammen: „Es ist eine große psychische Belastung, ständig Angst zu haben, von jemandem verbal attackiert zu werden.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Es ist eine große psychische Belastung, ständig Angst zu haben, von jemandem verbal attackiert zu werden.“</p><cite>Verkäuferin, anonym, Befragung der GPA</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen von Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz können von körperlichen und psychischen Schäden bis hin zur Arbeitsunfähigkeit reichen. Auch MitarbeiterInnen, die einen Vorfall nur beobachtet haben, können danach unter erhöhtem Stress leiden. Insgesamt wirkt sich Gewalt natürlich auch negativ auf die Motivation und Arbeitsleistung aus. Somit wird Gewalt in der Folge zum Problem für Teams und ganze Unternehmen, da sie zu einem schlechten Arbeitsklima, geringerer Produktivität, mehr Arbeitsunfällen und erhöhter personeller Fluktuation führt. Letztlich entstehen für das Unternehmen hohe finanzielle Kosten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Verantwortung der Arbeitgeber</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden eingangs erwähnten ArbeitnehmerInnen aus Oberösterreich, die Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz wurden, bekamen vor Gericht Recht und die Arbeiter­kammer konnte für sie Schadenersatzzahlungen erkämpfen. Damit wurde den gewaltbereiten Chefs klar vor Augen geführt, dass sie zu weit gegangen sind. Wie sieht nun der arbeitsrechtliche Rahmen bei Gewalt aus, welche Rechte haben die Beschäftigten, welche Pflichten die Arbeitgeber?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konflikte und Gewalt am Arbeitsplatz werden gerne als individuelle Probleme zwischen zwei oder mehr Personen abgetan. Tatsächlich haben sie aber viel öfter strukturelle oder organisatorische Ursachen: Überfüllte enge Räume, Nachtarbeit, Arbeits- und Leistungsdruck oder schlechtes Führungsverhalten begünstigen aggressives Verhalten und Gewalt. Führungskräfte kommen ihrer Verantwortung in Konflikten oft spät oder gar nicht nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Arbeitgeber haben die Pflicht, Leben, Gesundheit und Würde ihrer Beschäftigten am Arbeitsplatz zu schützen. Diese sog. Fürsorgepflicht ist gesetzlich verankert, ein Unternehmen ist daher verpflichtet, im Fall von Übergriffen und Gewalt für Abhilfe zu sorgen. Konkret heißt das: Arbeitgeber müssen Betroffene schützen, aber auch die Beschäftigten und ihre Führungskräfte sensibilisieren und schulen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gewaltprävention</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Fürsorge gehört daher auch Gewaltprävention. Weder für den Umgang mit Gewalt noch für Prävention gibt es ein Wundermittel, es gibt jedoch sehr wohl Handlungsmöglichkeiten. Diese reichen von baulichen und technischen Maßnahmen über Schulungen, Supervision und Coaching bis hin zu arbeitsmedizinischen Maßnahmen und Betriebsvereinbarungen. Auch ein guter Motivationskündigungsschutz stärkt jene KollegInnen, die sich aktiv gegen Gewalt zur Wehr setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Erarbeiten von betrieblichen Vereinbarungen, die ein zentrales Instrument bei der Bekämpfung von Gewalt darstellen, finden BetriebsrätInnen auch in der GPA Rat und Hilfe zu dem Problemfeld: „Wir unterstützen bei der Prävention und helfen, Betriebsvereinbarungen zu formulieren und auch zu verwirklichen,“ erklärt Isabel Koberwein, Expertin in der Grundlagenabteilung der GPA (mehr dazu in diesem Video).</p>



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<h4 class="wp-block-heading">Fürsorgepflicht ernst nehmen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, will die Arbeitgeber stärker in die Pflicht nehmen: „Unternehmen haben die gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht und müssen sich permanent um die physische und psychische Unversehrtheit ihrer Beschäftigten kümmern. Es liegt in ihrer Verantwortung, die Prävention von Gewalt und den Umgang mit Gewalt ernst zu nehmen sowie Maß­nahmen zu setzen, um Gewalt zu verhindern“, appelliert Kalliauer, denn „die Beschäftigten brauchen gewaltfreie Arbeitsplätze, kompetente Führungskräfte und klare Regelungen in Form von Betriebsvereinbarungen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Risiko von Gewalt am Arbeitsplatz sinkt, wenn Arbeitsplätze räumliche Barrieren und Rückzugsmöglichkeiten bieten.&nbsp; Auch der Zeit- und Arbeitsdruck kann durch ausreichende Personalausstattung verringert werden und so für ein verbessertes Arbeitsklima sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn das alles nichts hilft und Beschäftigten in der Arbeit Gewalt widerfährt, dann ist der Arbeitgeber im Rahmen der Fürsorgepflicht verantwortlich, die Betroffenen zu schützen und zu unterstützen. Dafür braucht es medizinische oder psycholog­ische Angebote zur Nachsorge sowie das Recht auf einen Schadenersatz“, fordert Kalliauer.</p>



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<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft GPA hilft</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beratungsangebot (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_3.9/ueber-uns/kontakt" target="_blank">Beratungsangebot</a> zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. </p>
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