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	<title>Online-Handel &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Amazon und die Corona-Krise</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/09/14/amazon-und-die-corona-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuel Stolz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2020 11:27:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2020/03]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kein anderer Konzern konnte Amazon von der Coronakrise profitieren und die Marktmacht auf Kosten der Beschäftigten weiter ausbauen.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="731" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1-1024x731.png" alt="" class="wp-image-14582" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1-1024x731.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1-300x214.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1-150x107.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1-768x549.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/09/amazon-playmobil1.png 1470w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Lucia Bauer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie kaum ein anderer Konzern konnte Amazon von der Coronakrise profitieren und die Marktmacht auf Kosten seiner Beschäftigten weiter ausbauen.</strong></p>



<span id="more-14580"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lockdown im Zuge der COVID-19 Pandemie hat die Nachfrage an Produkten des online-Vertriebs (E-Commerce) sowie im Bereich der IT-Infrastruktur (Webservices) weltweit rasant ansteigen lassen. Vor allem der Internet-Gigant Amazon, mit seiner breit gefächerten Produktpalette, hat dadurch neben Rekordumsätzen auch seinen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft enorm erweitern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unternehmenschef Jeff Bezos, der schon vor der Krise der reichste Mann der Welt war, konnte sein Vermögen von 113 Mrd. US-Dollar Anfang März auf 182,6 Mrd. US-Dollar Anfang Juli steigern. Die Amazon-MitarbeiterInnen hingegen, die diesen Reichtum erwirtschaftet haben, müssen ihren Job insbesondere während der Corona-Krise vielfach unter untragbaren Arbeitsbedingungen verrichten. An zahlreichen Standorten erkämpften die Beschäftigten gemeinsam mit ihren Gewerkschaften durch Streiks oder die Einschaltung von Arbeitsaufsichtsbehörden notwendige innerbetriebliche Schutzmaßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus. Dabei haben einige MitarbeiterInnen auch ihren Arbeitsplatz verloren.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Großer Profiteur des Corona-Lockdown: Amazon kann seine Marktmacht noch rasanter ausbauen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Amazon expandierte bereits vor der COVID-19 Krise rasant und konnte seine Vormachtstellung im E-Commerce- sowie im Webservice-Bereich immer weiter ausbauen. Von 2013-2019 stieg der Umsatz des Unternehmens im Durchschnitt um 46% pro Jahr – verglichen mit 10,3% bei Microsoft oder 8,7% bei Apple.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des flächendeckenden Lockdown in zahlreichen Ländern während der Corona-Pandemie haben sich große Teile des stationären Einzelhandels in den online-Bereich verlagert. Amazon konnte daher seit Beginn der Gesundheitskrise noch höhere Umsatzzuwächse einfahren. Im E-Commerce-Bereich konnte das Unternehmen insgesamt eine Steigerung von 20% verzeichnen. Alleine im März stiegen die täglichen Zugriffe auf die Amazon-Homepage um über 9% an. Die Nachfrage nach Dienstleitungen wie Lebensmittellieferungen nahm indessen um 90% zu. Der Absatz von Lebensmitteln war in der Woche vom 16. März doppelt so hoch wie in der Woche vom 6. Jänner. Die Steigerungen beim Verkauf von Schönheits- und Pflegeprodukten lagen im gleichen Zeitraum bei 47%. Durch vermehrte Videokonferenzen, Homeschooling sowie Videostreaming konnte die Unternehmenssparte Amazon-Web-Services (AWS) im ersten Quartal 2020 ihren Umsatz um 33% steigern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen profitierte von einer steigenden Nachfrage in nahezu allen Geschäftsbereichen und hat im 2. Quartal 2020 einen geschätzten Betriebsgewinn von ca. 4 Mrd. US-Dollar eingefahren.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>USA: Untragbare Arbeitsbedingungen lassen Corona-Fallzahlen in Amazon Verteilerzentren rapide ansteigen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der gesteigerten Gewinnmargen hat sich die Situation für die MitarbeiterInnen an vielen Standorten verschlechtert. Aufgrund steigender COVID-19-Fallzahlen in den US-amerikanischen Amazon-Lagern verließen zahlreiche Beschäftigten aus Protest ihre Arbeitsplätze an den Standorten in New York, Chicago und Detroit. Im Mittelpunkt der Kritik standen dabei die mangelhaften Gesundheits-, Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen. MitarbeiterInnen beklagten fehlende Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel. Notwendige Hygienemaßnahmen, wie das Händewaschen oder das Reinigen von Arbeitsmitteln, sind aufgrund der vom Management vorgegebenen Erfüllungsquoten pro Schicht kaum mehr möglich gewesen. Darüber hinaus berichteten Beschäftigte über verwirrende Regelungen bei Krankheitsfällen und der Weigerung des Unternehmens, Krankenstände, hervorgerufen durch das Corona-Virus, zu vergüten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">MitarbeiterInnen in den Lebensmittelgeschäften der Amazon-Tochter „Whole Foods Market“ unternahmen ebenfalls Arbeitsniederlegungen. Amazon hat dabei mindestens sechs Beschäftigte, die sich gegen die Firmenpolitik in den USA während der Corona-Pandemie ausgesprochen haben, entlassen. Zahlreiche weitere Beschäftigte berichteten von „disziplinarischen Maßnahmen“ durch Amazon gegen Teile der Belegschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai reichte sogar Amazon-Vizepräsident Tim Bray aus Protest gegen den Umgang mit den Beschäftigten während der Corona-Pandemie seine Kündigung ein und verurteilte das Verhalten von Amazon in einem öffentlichen Brief scharf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April gab es in knapp 75 der 110 Verteilerzentren von Amazon in den USA mindestens eine positiv auf das Coronavirus getestete Person. Im Mai weigerte sich Amazon die Gesamtzahl der am Virus erkrankten Beschäftigten offenzulegen. Inoffizielle Zählungen gehen von über 900 Infizierten aus.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Frankreich: Gericht gab Klage von Gewerkschaften statt</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere französische Gewerkschaften befanden sich aufgrund der mangelhaften Gesundheits-, Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen in den Verteilerzentren im Streit mit Amazon. Das Unternehmen ignorierte unter anderem gesetzliche Mindeststandards und wurde daraufhin von den Gewerkschaften verklagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Gericht stellte daraufhin fest, dass Amazon seinen Verpflichtungen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit seiner Beschäftigten während der Corona-Krise in den Verteilerzentren nicht ausreichend nachgekommen ist. Das Unternehmen musste dem Urteil zufolge seine Lieferungen auf wichtige Waren wie Lebensmittel oder medizinische Güter beschränken und die Sicherheitsmaßnahmen für die Beschäftigten verstärken. Wäre der Betrieb unter den damaligen Rahmenbedingungen fortgesetzt worden, hätte dem Konzern eine tägliche Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro gedroht. Amazon legte erfolglos Berufung gegen dieses Urteil ein und schloss unterdessen alle Verteilerzentren in Frankreich vorerst gänzlich. Nach wochenlangen Verhandlungen einigte sich das Unternehmen mit den Gewerkschaften auf entsprechende Gesundheits-, Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen für die Beschäftigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich kam es im Zuge der Corona-Krise von Seiten des Unternehmens zu groben Verstößen was Gesundheit und Sicherheit der MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz betrifft. Beschäftigte und Gewerkschaften reagierten darauf weitgehend erfolgreich mit Arbeitsniederlegungen sowie dem Einschalten nationaler Arbeitsaufsichtsbehörden.</p>
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			</item>
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		<title>Mehr Fairness im Handel</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/07/08/mehr-fairness-im-handel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 09:10:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Palkovich]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weithin sichtbar – der gebeutelte österreichische Handel benötigt Optimismus und eine Ausweitung der Digitalsteuer. ]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="731" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-1024x731.png" alt="" class="wp-image-14195" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-1024x731.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-300x214.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-150x107.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1-768x548.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/07/AdobeStock_302330670_1.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weithin sichtbar – der gebeutelte österreichische Handel benötigt Optimismus und eine Ausweitung der Digitalsteuer. </strong></p>



<span id="more-14194"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind wenig erfreuliche Zahlen, mit denen der Handel aktuell aufwartet: jeder zweite Angestellte ist von Kurzarbeit betroffen, im Textil- und Schuhsektor sind es gar neun von 10 ArbeitnehmerInnen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fair handeln</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Während der stationäre Handel mit schweren Einbußen kämpft, steigen die Umsätze im Onlinehandel. Bereits 2019 auf einem Rekordhoch von 7,5 Milliarden Euro, gab es im so genannten Lockdown weitere Zuwächse. Gerade Online-Handelsriesen wie Amazon oder Zalando profitieren von – im Vergleich zum Einzelhandel – ungeregelten und ungleichen Wettbewerbsregelungen. Damit können große Teile der Gewinne ohne Steuerabgaben ins Ausland fließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anita Palkovich, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp, fordert deshalb ein Fairness Paket: </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Im Moment gibt es nicht viele Bereiche, die so boomen wie der Online-Handel. In einer Situation, wo viel Geld für den Sozialstaat benötigt wird, sollten alle einen gerechten Beitrag leisten“.</p></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Digital- Riesen sollen zahlen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Amazon, Zalando &amp; Co. ziehen die Umsätze aus Österreich ab“, weiß GPA-djp-Expertin Palkovich. Deshalb wäre die Ausdehnung der Digitalsteuer auf Gebühren bei Online-Plattformen ein entscheidender Aspekt. Denn diese Steuer würde große Internet-Plattformen betreffen, nicht aber regionale Läden, die ihre Waren im eigenen Online-Shop anbieten. Bei etwas gutem Willen könnte die österreichische Regierung diese Steuer ohne weiteres auf nationaler Ebene durchsetzen. Das wäre nur fair- denn auf Mieten im stationären Handel werden auch Steuern eingenommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Fairness-Paket schafft Zukunft</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Geld wird nämlich dringend gebraucht. Die Arbeitslosigkeit im Handel verzeichnet gegenüber 2019 einen Anstieg von 60 Prozent. Anita Palkovich: „Ein Teil dieser Arbeitsplätze wird nicht mehr zurückkommen und Experten fürchten, dass auch viele weitere verloren gehen“. Deshalb soll das durch die erweiterte Digitalsteuer erwirtschaftete Geld, in einem Ausbildungsfonds zweckgewidmet werden. Die ArbeitnehmerInnen im Handel könnten damit notwendige Qualifizierungen erlangen. Sie sollen sich in der Branche weiterbilden oder neues Wissen in Berufszweigen, die derzeit gefragt sind – z.B. im Gesundheitsbereich, oder bei der Betreuung und Erstellung von Online Shops – erwerben können.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ein Teil dieser Arbeitsplätze wird nicht mehr zurückkommen und Experten fürchten, dass auch viele weitere verloren gehen“</p><cite>Anita Palkovich</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Perspektiven und Optimismus schaffen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Konkurrenzkampf zwischen stationären und Online-Handel darf nicht weiterhin auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen ausgetragen werden“, ärgert sich Palkovich. Nach Shut- und Lockdown gilt es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. „Es ist dafür wichtig, Optimismus zu zeigen und eine positive Grundstimmung zu erzeugen“, so Palkovich</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die angekündigte Senkung des Einstiegssteuersatzes ist ein guter Anfang, doch müsste eine steuerliche Ersparnis von mindestens 350 Euro für alle garantiert sein – die Negativsteuer muss entsprechend angepasst werden.&nbsp; Es gibt nämlich eine Gruppe von ArbeitnehmerInnen, die wenig verdienen, und daher nicht die vollen 350 Euro bekommen. Insbesondere die Teilzeitbeschäftigten – vielfach AlleinerzieherInnen – spüren die steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung am wenigsten und benötigen doch jeden Cent. Wichtig ist es daher, dass es neben dem Fairness-Paket auch eine Einkommenssicherheit gibt. Dafür ist allerdings ein klares Bekenntnis der Wirtschaftskammer notwendig: die Kaufkraft muss gesichert und die Gehälter entsprechend angepasst werden.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Hoffnung auf KV Verhandlungen</strong> </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hinblick auf die kommende Herbst-Kollektivvertrags-Runde gibt es also eine klare Priorität. „Wir werden für den Erhalt des größten Flächenkollektivvertrages kämpfen. Eine halbe Million Handelsangestellte brauchen jetzt Sicherheit und Berechenbarkeit als Grundlage für Konsum“, erklärt Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, er gehört wie Anita Palkovich zu den Mitgliedern des Verhandlungskomitees. „Die Sicherung der Kaufkraft ist insbesondere für den österreichischen Handel existenzsichernd. Der Handel würde sich selber immens schaden, wenn Beschäftigte einen Reallohnverlust erleiden würden.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Krisengewinner Amazon: Den Preis zahlen wir alle</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/04/01/krisengewinner-amazon-den-preis-zahlen-wir-alle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2020 10:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internationales]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem Rücken der Beschäftigten verzeichnet das Megaunternehmen Amazon seit Jahren Milliardengewinne – und wird durch die Corona-Krise seine Marktmacht weiter ausbauen.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-1024x683.png" alt="" class="wp-image-13162" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-1536x1025.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/04/hello-i-m-nik-r22qS5ejODs-unsplash_quer.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: unsplash.com</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf dem Rücken der Beschäftigten verzeichnet das Megaunternehmen Amazon seit Jahren Milliardengewinne – und wird durch die Corona-Krise seine Marktmacht weiter ausbauen.</strong></p>



<span id="more-13157"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn einer profitiert, dann er: Jeff Bezos, mit gut 104 Milliarden Dollar (ungefähr das BIP der Slowakei) derzeit reichster Mensch der Welt, wurde in den vergangenen zwei Wochen um zehn Milliarden Dollar reicher. Sein Unternehmen Amazon steigerte seinen Wert im selben Zeitraum um rund 100 Milliarden. Während der Einzelhandel aufgrund der Corona-Krise allerorts erliegt, sich Entlassungen und Insolvenzen häufen, wird der Onlineriese zum großen Profiteur der Krise. Den Preis dafür zahlen wir alle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1994 als Online-Buchhändler gestartet, ist das vom US-Amerikaner Jeff Bezos gegründete Unternehmen mittlerweile die wertvollste Marke der Welt. Laut eigenen Angaben setzte es 2019 weltweit 280,5 Milliarden Dollar um. Dieser Wert dürfte dieses Jahr noch einmal beträchtlich steigen. Denn von der Corona-Krise profitiert der Megakonzern in vielerlei Hinsicht. Das liegt zum einen daran, dass sich das Warenangebot von Amazon längst nicht mehr auf Bücher beschränkt, sondern neben Klein- und Großelektronik auch Kleidung, Hygieneartikel, Spielzeug, Sport- und Freizeitprodukte umfasst. Da die meisten Geschäfte aufgrund der Pandemie derzeit geschlossen sind, weichen viele KäuferInnen auf den Online-Versandhandel aus, die allermeisten auf den digitalen Platzhirschen Amazon.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Von der Homeoffice-Verordnung profitiert Amazon gleich doppelt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für das Streamingportal Amazon Prime Video herrschen derzeit quasi Optimalbedingungen: Da das öffentliche Leben weitgehend stillsteht, ist das Film- und Serienangebot des Internetriesen für viele die letzte Rettung vor dem Lagerkoller. Von den zahlreichen Beschäftigten, die nun gezwungenermaßen aufs Homeoffice umsteigen, profitiert Amazon gleich doppelt. Einerseits steigt die Nachfrage nach der passenden Ausrüstung wie etwa Headsets auf ein Rekordhoch. Dasselbe gilt für Bürozubehör wie Druckerpatronen und -papier. Andererseits finden zahlreiche Meetings und Konferenzen derzeit im Digitalen statt. Für Amazons profitabelste Sparte, dem Cloud- und IT-Anbieter Amazon Web Service (AWS), verspricht das umsatzstarke Zeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während viele kleine und mittelständische Unternehmen in den vergangenen Wochen massive Verluste einfuhren, verlagert sich das Kräfteverhältnis weiter zugunsten des Onlineriesen Amazon. Und es ist zu befürchten, dass es sich dabei um kein kurzfristiges Phänomen handelt. Viele UnternehmerInnen plagt derzeit die Sorge, dass KundInnen, die sich einmal an die vermeintlichen Vorzüge von Bezos Onlineshop gewöhnt haben, auch nach der Corona-Pandemie statt auf lokale Anbieter weiterhin auf Amazon setzen. Die im Einzelhandel Beschäftigten könnten die wirtschaftlichen Folgen des Shutdowns also auch dann noch spüren, wenn die eigentliche Krise längst ausgestanden ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>„Großer Profiteur könnte dann Amazon sein“</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Amazon selbst macht man keinen Hehl daraus, dass man rosigen Zeiten entgegensteuert. Da derzeit viele Menschen Amazon erst für sich entdecken würden, <a rel="noreferrer noopener" aria-label="schreibt Hannes Detjen, Managing Director Remazing, einer Agentur für Amazon Marketing, in einem Gastkommentar (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.internetworld.de/e-commerce/amazon/corona-krise-amazon-auswirkt-2518123.html" target="_blank">schreibt Hannes Detjen, Managing Director Remazing, einer Agentur für Amazon Marketing, in einem Gastkommentar</a>, gehe man davon aus, dass sich „diese Neukunden vermutlich auch nach der Krise nicht vom E-Commerce verabschieden“. „Insgesamt“, schreibt Detjen, „gehen wir also davon aus, dass die Krise positive Folgen für den Online-Handel mit sich bringen wird. Großer Profiteur könnte dann Amazon sein“. Diese Entwicklung sorgt offenbar auch das <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Institut der Deutschen Wirtschaft (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/vera-demary-warum-corona-amazon-weiter-staerkt-464234.html" target="_blank">Institut der Deutschen Wirtschaft</a>. Das Institut mit Sitz in Köln erwartet, dass Amazon seine Marktmacht aufgrund der Krise künftig deutlich ausbauen wird. Und appelliert bereits jetzt an die Wettbewerbsbehörde, rechtzeitig einzuschreiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich Amazon-Boss Bezos in diesen Wochen über satte Gewinne freut, geht das vor allem zu Lasten seiner Beschäftigten. Dass der Online-Gigant weltweit rund 15 Milliarden Artikel pro Jahr weit unter dem Preis der Konkurrenz und (nahezu) versandkostenfrei liefern kann, hat seinen Preis. Den bezahlen nicht die KundInnen, sondern die ArbeitnehmerInnen, letzten Endes wir alle. Das Geschäftsmodell Amazons beruht in vielerlei Hinsicht auf der Ausbeutung der eigenen MitarbeiterInnen und der Untergrabung von ArbeitnehmerInnenrechten in Form von Lohndumping, der Beschäftigung von Scheinselbständigen und dubiosen Sub-Unternehmen. Trotz Milliardengewinne zahlt Amazon in Österreich kaum Steuern, setzt den lokalen Einzelhandel und deren Beschäftigte aufgrund deren Quasi-Monopolstellung stark unter Druck und sorgt weltweit für massive Umweltzerstörungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Amazon-frei shoppen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bequem von der Couch aus auf Amazon zu shoppen, mag seine Vorzüge haben und zudem preisgünstig sein – aber auch nur, weil Amazon seine Kosten auf die Gesellschaft abwälzt. Der eigentliche Preis dafür findet sich nicht am Preisschild, sondern ist ein Indirekter, den letztlich wir alle bezahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Geschäfte und Läden wohl auch in den kommenden Wochen geschlossen bleiben werden, bleibt für viele Anschaffung bleibt notgedrungen nur der Weg ins digitale Geschäft. Doch dabei muss es nicht unbedingt immer Amazon sein. Es gibt auch Möglichkeiten abseits des Online-Platzhirschen Einkäufe zu erledigen:</p>



<ul class="blauebox wp-block-list"><li>Viele regionale HändlerInnen und UnternehmerInnen haben mittlerweile einen eigenen Online-Versand, auch jene, die vor Ausbruch der Corona-Krankheit vielleicht noch keinen hatten.</li><li>Die Plattform <a rel="noreferrer noopener" aria-label="nunukaller.com (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.nunukaller.com/" target="_blank"><strong>nunukaller.com</strong></a> listet derzeit Unternehmen, die in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind, um ihre Produkte dort online anbieten zu können. </li><li>Mit der <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Österreichischen Onlineshop-Fibel (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.falter.at/onlineshop-fibel" target="_blank"><strong>Österreichischen Onlineshop-Fibel </strong></a>vom Wochenmagazin <em>Falter</em> findet sich eine Übersicht über alle Shopping-Möglichkeiten abseits von Amazon. Das Angebot reicht von Büchern, Filmen, Lebensmitteln, Kosmetik, Kleidung oder Schuhen bis hin zu Büroartikeln und Tabwakwaren. </li><li>Ein Klassiker, der sich auch zu Corona-Zeiten bewährt, ist selbstverständlich der Online-Marktplatz <strong><a href="https://www.willhaben.at/iad/kaufen-und-verkaufen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Willhaben.at (öffnet in neuem Tab)">Willhaben.at</a></strong></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die lokalen UnternehmerInnen und HändlerInnen werden sich über Ihre Unterstützung freuen, denn Jeff Bezos ist in der Zeit, in der Sie diesen Artikel gelesen haben, weitere rund 400.000 Dollar reicher geworden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Faktencheck: Onlinehandel</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/08/14/faktencheck-onlinehandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Moritz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2019 13:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2019/03]]></category>
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		<category><![CDATA[Philipp Moritz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Onlinehandel ist heute fixer Bestandteil des Einkaufsverhaltens einer Mehrheit der ÖsterreicherInnen. Mit dem Aufstieg von Amazon, Zalando und Co. tauchen aber auch neue Probleme und Sorgen auf. Der Kompetenz-Faktencheck verschafft dir einen Überblick. ]]></description>
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<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-1024x683.png" alt="" class="wp-image-10394" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024.png 1501w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: istock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Onlinehandel ist heute fixer Bestandteil des Einkaufsverhaltens einer Mehrheit der ÖsterreicherInnen. Mit dem Aufstieg von Amazon, Zalando und Co. tauchen aber auch neue Probleme und Sorgen auf. Der Kompetenz-Faktencheck verschafft dir einen Überblick. </strong></p>



<span id="more-10390"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Was wird in Österreich online gekauft?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Abstand am meisten genießen die ÖsterreicherInnen den Onlinekauf von Kleidung und Sportartikeln. Ganze 67 Prozent der Bevölkerung nutzen hier die offensichtlichen Vorteile: direkte Lieferung nach Hause, schnell daheim anprobieren, wenn etwas nicht gefällt oder nicht passt, wird der Artikel wieder zurückgeschickt. Dank EU-weiten Widerrufsrecht alles kein Problem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei anderen Produkten wird das Onlineangebot weniger intensiv wahrgenommen. Nur 40 Prozent der ÖsterreicherInnen kaufen Haushaltsgüter wie etwa Möbel oder Spielzeug online. Hierbei herrscht noch reges Interesse, das Regal oder die Spielzeugeisenbahn in natura zu betrachten und zu testen. Auch bei Produkten des täglichen Einkaufs, wie etwa bei Lebensmitteln bleibt der Onlinehandel ein Nischenphänomen bzw. Ergänzung zum stationären Einkauf. Nur in etwa jedeR Fünfte gibt an, Güter des täglichen Bedarfs online zu kaufen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wer kauft online und wer bevorzugt das Geschäft?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Onlinehandel ist besonders bei jungen Menschen sehr populär. 80 Prozent der 16-24-Jährigen kauft im Internet ein. Mit steigendem Alter wird der Prozentsatz immer weniger. Jüngere Menschen, die Computer und Internet bereits in den Kinderschuhen kennenlernten (sogenannte Digital Natives) haben hier einen natürlichen Vorteil. Dennoch bestellt auch bereits fast jedeR Vierte der 65- bis 74-jährigen Produkte im Internet. Der Onlinehandel ist Bestandteil des österreichischen Kaufverhaltens geworden: Im Durchschnitt nutzten 60 Prozent der Bevölkerung das Internet für den Einkauf.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie viel macht der Onlinehandel am Gesamthandel aus? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Onlinehandel hat in letzten 13 Jahren deutlich zugenommen. So gaben die ÖsterreicherInnen 2006 noch 1,5 Milliarden Euro beim Onlineshopping aus. Ein vergrößertes Angebot und eine flächendeckende Infrastruktur führten dazu, dass sich dieser Wert bis heute fast verfünffacht hat auf über sieben Milliarden Euro. Im Gegensatz hierzu lag der Umsatz des Einzelhandels bei in etwa 60 Milliarden. Das Verhältnis zeigt, dass der Onlinehandel zwar nicht mehr wegzudenken ist, aber der stationäre Handel von wesentlicher Bedeutung bleibt und fast 10-mal so viel Umsatz generiert. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Wird der Onlinehandel den üblichen stationären Handel verdrängen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Onlinehandel ist in den letzten 15 Jahren rasant gewachsen. Haben 2003 nur 11 Prozent der ÖsterreicherInnen online eingekauft, waren es 2007 bereits 36 Prozent; heute sind es in etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Diese Zunahme war besonders anfangs stark, seit 2015 kann man aber eine gewisse Abkühlung feststellen. 2015 haben bereits 57 Prozent der Bevölkerung das Internet für den Einkauf genutzt, woran sich erkennen lässt, dass sich die Nutzung des Onlinehandels bei etwas über der 60 Prozent-Marke langsam einpendelt. Der stationäre Handel bietet einfach Vorteile gegenüber dem Onlinehandel, weshalb gewisse Einkäufe weiterhin lieber im Geschäft erledigt werden. Sei es die fachliche Beratung bei Elektrogeräten oder die gewonnene Spontanität über die Abendessensentscheidung beim Einkauf im Einzelhandel. In gewissen Branchen werden höhere Onlinequoten kaum erreichbar sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und wie sieht die Zukunft aus? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Prognosen für die Zukunft legen nahe, dass es nicht unbedingt zur Konkurrenz zwischen Onlinehandel und stationärem Handel kommen muss. Ein attraktives Angebot für KonsumentInnen könnte es sein, wenn der stationäre Handel zusätzlich die Vorteile der Digitalisierung nutzt. So können Produkte online bestellt und bezahlt werden, aber die Abholung, Service und Beratung geschieht weiterhin vor Ort. Der stationäre Handel hat zudem Vorteile, die der Onlinehandel kaum aufwiegen kann: Sei es, wenn KundInnen ein sperriges Möbelstück in real ansehen und ausprobieren können oder sie fachlich korrekt eingewiesen werden. Auf diese Weise werden die Vorteile beider Welten genützt und das Angebot für KonsumentInnen erweitert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zahlen die großen Konzerne Steuern? </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großes Problem mit den Onlinegiganten bleibt aber bestehen: die Steuergerechtigkeit. Unternehmen wie Amazon betreiben weiterhin <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Steuervermeidung (öffnet in neuem Tab)" href="https://kompetenz-online.at/2019/02/08/wie-wir-online-giganten-am-steuer-schummeln-hindern-koennen/" target="_blank">Steuervermeidung</a> im ganz großen Stil. Europaweit wird geschätzt, dass sich die großen Onlinehandelshäuser um 14 Prozent der Mehrwertsteuer drücken. Durchschnittlich zahlen klassische Unternehmen 23 Prozent an Steuern, wohingegen die Onlinewirtschaft nur neun Prozent abliefert. Eine aktuell wieder europaweit diskutierte und von der GPA-djp schon längst geforderte <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Digitalsteuer (öffnet in neuem Tab)" href="https://kompetenz-online.at/2018/12/17/digitalsteuer-minimalsteuer-keine-steuern/" target="_blank">Digitalsteuer</a> könnte hier einen Beitrag zur notwendigen Fairness schaffen. Onlinehandel und stationärer Handel sind heute wichtig und beliebt, aber es braucht auch gerechte Voraussetzungen, mit denen alle ihren fairen Beitrag leisten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie sind die Arbeitsbedingungen bei den großen Onlinehändlern?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Onlinegiganten, allen voran Amazon, machen international immer wieder Negativschlagzeilen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen. So zeigten bereits einige Medienberichte die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen auf, denen die MitarbeiterInnen in den Logistikzentren in Großbritannien, Deutschland oder Polen  ausgesetzt sind. <a href="https://kompetenz-online.at/2019/06/12/problemfall-amazon/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Seit Oktober 2018 gibt es nun auch in Österreich einen Amazon-Standort. (öffnet in neuem Tab)">Seit Oktober 2018 gibt es nun auch in Österreich einen Amazon-Standort.</a> Die Beschäftigten, die großteils über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt sind, berichten von <a href="https://kompetenz-online.at/kann-mit-gutem-gewissen-dort-nicht-mehr-arbeiten" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Überwachung, Disziplinierungsmaßnahmen und erniedrigenden Vorschriften (öffnet in neuem Tab)">Überwachung, Disziplinierungsmaßnahmen und erniedrigenden Vorschriften</a> und Arbeitsverdichtung. Die GPA-djp fordert eine angemessene und respektvolle Behandlung der Beschäftigten durch Amazon, ein Ende der Überwachung von Beschäftigten durch Amazon und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Kann mit gutem Gewissen dort nicht mehr arbeiten“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/08/14/kann-mit-gutem-gewissen-dort-nicht-mehr-arbeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2019 11:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2019/03]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
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					<description><![CDATA[Maarten N. arbeitete für Amazon in Österreich. Mehrmals wandte er sich wegen der schlechten Arbeitsbedingungen, vor allem aber wegen der nicht nachvollziehbaren Kürzung der Arbeitsstunden an den offiziellen Arbeitgeber, eine Leiharbeitsfirma – weitgehend ergebnislos. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-1024x683.png" alt="" class="wp-image-10382" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/maarten.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Daniel Novotny</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N. arbeitete für Amazon in Österreich. Mehrmals wandte er sich wegen der schlechten Arbeitsbedingungen, vor allem aber wegen der nicht nachvollziehbaren Kürzung der Arbeitsstunden an den offiziellen Arbeitgeber, eine Leiharbeitsfirma – weitgehend ergebnislos. </strong></p>



<span id="more-10381"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Inzwischen bemüht sich die GPA-djp um eine Verbesserung der Situation der betroffenen ArbeitnehmerInnen. Maarten N. erzählt im Interview mit der KOMPETENZ über den Arbeitsalltag in einem Lagerstandort von Amazon.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Sie arbeiteten seit Ende 2018 im Verteilzentrum von Amazon in Großebersdorf. Die Arbeitsbedingungen dort unterscheiden sich von jenen in anderen Unternehmen. Was ist erlaubt, was verboten?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.: </strong>Es ist zum Beispiel verboten, persönliche Gegenstände mitzunehmen, wie Gürtel, Handys, Schlüsselbund. Alles, was man am Flughafen aus den Hosentaschen holen muss, muss man dort auch aus den Hosentaschen holen. Vor allem aber gibt es einen extremen Leistungsdruck. Pakete werden in sogenannten Tours gesammelt. Eine Lieferwagenladung ist eine Tour und es wird erwartet, dass man innerhalb von zehn Minuten eine Tour zusammenstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Um wie viele Pakete handelt es sich da im Schnitt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Eine Tour umfasst etwa 80 Pakete. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Darf man während der Arbeit miteinander reden, auf die Toilette gehen, etwas essen oder trinken?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Toilettenbesuch darf man machen, das ist nicht so schlimm wie in Deutschland. Aber es wird halt mit dem Leistungsdruck schwer. Miteinander reden ist o.k., es kommt aber dann schon auch zu Ermahnungen, dass man nicht reden, sondern arbeiten soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Das zentrale Arbeitstool ist ein Scanner. Was machen Sie konkret mit diesem Gerät? </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Man bekommt eine Tour zugewiesen. Dann stehen auf dem Scanner die Pakete, die man abholen muss, mit einem Code, und wo sie sich in der Halle befinden. Dann holt man sie ab und scannt sie und stellt sie auf dem Wagen bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Was zeichnet der Scanner sonst noch auf?<strong> </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Das Gerät zeichnet auf, welche Pakete man gescannt hat und in welchem Zeitraum man eine Tour gemacht hat, also Anfangs- und Endzeit und Dauer. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> &#8222;Es werden die durchschnittlichen Sammelzeiten registriert. Das Ziel sind eben zehn Minuten für eine Tour. Wenn das nicht geschafft wird, wird das angesprochen: Es ist langsam gelaufen heute – warum?&#8220; </p><cite>Maarten N., Ex-Amazon-Mitarbeiter</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie wirkte sich das auf den Umgang des Unternehmens mit Ihnen als Mitarbeiter aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Es werden die durchschnittlichen Sammelzeiten registriert. Das Ziel sind eben zehn Minuten für eine Tour. Wenn das nicht geschafft wird, wird das angesprochen: Es ist langsam gelaufen heute – warum? Und Amazon hat dann die Möglichkeit, wenn das länger so geht, zu sagen, diese Person gibt zu wenig. Es werden also auch persönliche Arbeitsstatistiken hergestellt. Wir durften die aber nicht einsehen. Am Anfang haben wir noch Zugriff gehabt, da konnten wir unsere Zeiten abfragen, damit wir selber wissen, ob wir in eine Gefahrenzone kommen, negativ beurteilt zu werden. Später wurde das eingestellt, weil Amazon das Gefühl gehabt hat, dass Konkurrenz unter den ArbeiterInnen entsteht, und dass darunter das Arbeitsklima leidet. Darum ging es den Leuten aber nicht, sie hatten nur Angst, dass ihre Ergebnisse Einfluss darauf haben, dass sie vielleicht gekündigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Kam es auch zu Kündigungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Ja. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Wie wurden sie begründet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Sie wurden damit begründet, dass die Mitarbeiter nicht selbstständig arbeiten konnten. Es handelte sich um Personen, die ziemlich klein waren, die bei vielen Paketen Hilfe gebraucht haben, weil sie zu schwer oder zu hoch gelagert waren. Das führte dazu, dass sie zu lange gebraucht haben, um eine Tour zusammenzustellen. Das hat sich schon auf das Arbeitsklima ausgewirkt, denn diese Menschen haben Hilfe gebraucht, und wenn andere dann geholfen haben, waren deren Ergebnisse dann auch nicht gut genug. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Stichwort Arbeitsdruck: Sie berichten auch, dass Verträge stundenmäßig gekürzt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Ja. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Mit wie vielen Stunden sind Sie eingestiegen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Ich bin eingestiegen mit 25 Stunden und dann wurde auf 20 gekürzt. Das war dann auch eine Gehaltskürzung von 20 Prozent. Das wurde mit weniger Arbeit begründet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Gab es tatsächlich weniger Arbeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Am Anfang schon. Das hat sich aber rasch wieder gesteigert und dann kamen die Fragen, wenn es sich steigert, warum gehen die Stunden nicht hoch? Was stattdessen passiert ist: Der Leistungsdruck wurde erhöht. Weniger Leute mussten dieselbe Arbeit machen. Zunehmend wurden dann die Leute aus der Nachtschicht zu Überstunden eingeteilt, um morgens zu helfen, damit die Deadlines geschafft wurden, die Pakete rauszuschicken. Das hat das Arbeitsklima angeheizt, weil Leute nicht verstanden haben, warum wir weniger Stunden bekommen und die Nachtschicht Überstunden macht. Als neue Leute aufgenommen wurden, bekamen sie auch etwas höhere Stundenverträge, aber wir wurden nicht mehr erhöht. Das baut auch Rivalität auf. Menschen geben Vollgas, obwohl sie es kaum schaffen, damit sie ihre Anstellung behalten. Aber manche Leute haben dann die Arbeit wegen des immer stärkeren Drucks nicht mehr geschafft, sie haben gekündigt oder sind gekündigt worden, weil sie eben die Ziele nicht erreicht haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Wie wirkt sich dieses Arbeitsumfeld insgesamt auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Viele leiden psychisch darunter, inzwischen weniger zu verdienen als zu Beginn. Es sind viele an den Rand finanzieller Not geraten. Sie kommen kaum über die Runden und das ist ein Stressfaktor. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>  Bevor Sie im Juni gemeinsam mit der Gewerkschaft an die Öffentlichkeit gingen: Haben Sie versucht, die kritisierten Punkte wie Arbeitsdruck, Kontrolle, gekürzte Stunden intern anzusprechen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Ja, es gab Gespräche. Sie nahmen die Kritik an und sagten, Änderungen brauchen Zeit. Aber es passierte nichts. Seit der Kürzung der Stunden im Jänner sind Monate vergangen und es wurde nichts geändert. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Eine gemeinsame Pressekonferenz mit der GPA-djp sorgte Mitte Juni für breites mediales Echo. Wie reagierte Amazon auf Ihren Gang in die Öffentlichkeit?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N.:</strong> Sie sagten, dass sie mich nicht loswerden möchten. Dass sie eine kritische Stimme haben möchten. Diese Stimme gab es ja aber schon längst – sie wurde nur nicht gehört. Ich habe also kein Vertrauen, dass sich da nun etwas ändert. Deshalb habe ich inzwischen gekündigt. Ich kann mit gutem Gewissen dort nicht mehr arbeiten. Ich habe versucht, etwas zu verbessern, weil ich der Meinung bin, dass es nicht in Ordnung ist, wenn es bei großen Konzernen solche Arbeitsbedingungen gibt. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Zur Person: </h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Maarten N. </strong>war von Ende 2018 bis Juni 2019 im Amazon-Verteilzentrum in Großebersdorf beschäftigt. Der gebürtige Niederländer ist ausgebildeter Schiffskapitän und arbeitete bereits in mehreren internationalen Unternehmen. Er kündigte seinen Job bei Amazon (beziehungsweise der Leiharbeitsfirma) und hat in der Zwischenzeit bereits eine Arbeit in einem anderen Betrieb angenommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<div class="wp-block-advgb-container advgb-blocks-container blauebox">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft GPA hilft</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beratungsangebot (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_3.9/ueber-uns/kontakt" target="_blank">Beratungsangebot</a> zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. </p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Geschäft bleibt im Ort</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/05/16/das-geschaeft-bleibt-im-ort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 May 2019 08:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2019/02]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstory]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Thalia]]></category>
		<category><![CDATA[Zalando]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwar wächst der Online-Handel, doch der stationäre Handel wird deshalb nicht verdrängt. Das Geschäft vor Ort kann sich durch Service und Flexibilität weiterhin bewähren. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" class="wp-image-9762" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu-1024x576.png" alt="" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_cover_handel_neu.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />
<figcaption><strong>Trotz hoher Wachstumsraten beim Online-Handel in den vergangenen Jahren, bleibt der Anteil im Vergleich zum stationären Handel relativ gering.</strong><br />Illustration Peter M. Hoffmann</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zwar wächst der Online-Handel, doch der stationäre Handel wird deshalb nicht verdrängt. Das Geschäft vor Ort kann sich durch Service und Flexibilität weiterhin bewähren. </strong></p>



<p><span id="more-9759"></span></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „rund um die Uhr“-Einkäufe im Internet erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit – auch der österreichische Online-Handel profitiert. Werden derzeit rund zehn Prozent der Einzelhandelsumsätze in Österreich online erzielt, so wird bis 2025 ein Wachstum auf etwa 15 Prozent erwartet. „Aber der stationäre Handel wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen“, erklärt Helmut Gahleitner, Referent in der Abteilung Wirtschaftspolitik der AK Wien. Zwar sind die Zuwächse im OnlineHandel derzeit höher, doch auch der stationäre Handel konnte in einigen Sparten mit einer Umsatzsteigerung aufwarten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Signifikante Anteile von Buch bis Schuh</h4>



<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" class="wp-image-9760" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel-1024x576.png" alt="" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/04/kompetenz_aufmacher_handel.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />
<figcaption><br /><strong>Attraktiv und verführerisch beim online Einkaufen ist das kostenlose Rückgaberecht. Gleich 50 Prozent aller Lieferungen des Kleidungsversandhandels Zalando etwa werden nach ein paar Tagen rückgängig gemacht. </strong><br />Illustration Peter M. Hoffmann</figcaption>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hohe Online-Umsatzanteile weisen die Bereiche Bücher/Zeitschriften, Spielwaren und Sportartikel auf. Mit einem Klick shoppen Kunden aber auch gerne in den Branchen Textil/Bekleidung, Elektro/Elektronikgeräte und Schuhe/Lederwaren. Klarer Vorteil: die riesige Produktvielfalt des Online-Handels. Attraktiv und verführerisch ist auch das oft gewährte kostenlose Rückgaberecht. Besonders häufig werden Kleidung und Schuhe zurückgeschickt. Skurril: Gleich 50 Prozent aller Lieferungen des Kleidungsversandhandels Zalando werden nach ein paar Tagen rückgängig gemacht, wie das Unternehmen selbst erklärt. <br />Beim Internetkauf weniger gefragt sind sperrige Güter, wie etwa Möbel. „Wenn ich ein Regal auspacke, zusammenbaue und dann erst merke, dass es mir nicht gefällt, dann ist es ein ziemlicher Aufwand, das Möbelstück wieder zurückzuschicken“, ist sich AK-Experte Gahleitner sicher.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einkauf im Geschäft kommt nicht aus der Mode</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><div class="epyt-video-wrapper"><iframe loading="lazy"  id="_ytid_60218"  width="1140" height="641"  data-origwidth="1140" data-origheight="641" src="https://www.youtube.com/embed/e5YhUc5YzXw?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&rel=0&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&disablekb=0&" class="__youtube_prefs__  no-lazyload" title="YouTube player"  allow="fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen data-no-lazy="1" data-skipgform_ajax_framebjll=""></iframe></div></p>
<p>Grenzenloses Wachstum gibt es auch im Online-Handel nicht – es zeigen sich durchaus Sättigungstendenzen: „Wenn der Online-Anteil etwa 30 Prozent beträgt, ist es schwierig ihn zu erhöhen. Da sind dann die Zuwachsraten sehr abgeflacht“, sagt Gahleitner. Das gilt für den Buchhandel, bei Elektrogeräten oder bei Spielwaren. <br />Für die meisten Branchen gilt, dass der Hauptumsatz weiterhin in den Geschäftslokalen gemacht wird. In letzter Zeit sind vor allem die Umsätze im Bau- und Heimwerker-Bedarf gestiegen, auch der Sportartikel-Handel verzeichnet einen Anstieg. Die Vorteile des Einkaufs im Geschäft: Die Kunden können die Ware sehen, fühlen und probieren, dazu kommt noch der persönliche Kontakt und die Fachberatung durch die VerkäuferInnen. Sie können die Ware sofort mitnehmen und müssen nicht eine Woche auf den Versand warten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Realer Einkauf schön gemacht </strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der direkte Einkauf im Laden oder in der Einkaufsstraße kann auch als Erlebnis inszeniert werden. Dafür ist auch das Zusammenspiel einiger Faktoren gefragt – so sollten Kommunen etwa dafür sorgen, dass Einkaufsstraßen belebter werden. AK-Experte Helmut Gahleitner: „Es gibt ja viele Menschen, die genießen es, schöne Dinge zu kaufen und die das gerne in ihrer Freizeit tun“. Einkaufen wird zum Freizeiterlebnis: Wenn etwa das Buchgeschäft auch ein Café in sich birgt, Lesungen stattfinden und Kommunikation gefördert wird, zieht das auch andere Kundschaft an. Ebenso können Restaurants und Lokale, Sitzecken und Spielmöglichkeiten für Kinder das Flanieren in Einkaufszentren für die ganze Familie angenehmer machen. Im Vordergrund müssen der Mensch und seine Bedürfnisse stehen, heißt: hilfreiche Beratung, gutes Service, ansprechendes Ambiente mit Wohlfühlatmosphäre. Dazu ein spannendes Warenangebot.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow" style="text-align: center;">
<p>„Digitaler und stationärer Handel müssen und können einander ergänzen.“</p>
<cite>Andrea Heumann, Prokuristin bei Thalia </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ohne entsprechende Schulungen für wirklich gutes Service und neue Logistik-Maßnahmen (etwa, dass nicht vorhandene Ware in kurzer Zeit geliefert wird) wird es in Zukunft im stationären Handel nicht gehen. Fast alle großen in Österreich tätigen Einzelhändler betreiben bereits jetzt Multi-Channeling, dabei verbinden sie die beiden Vertriebskanäle – online und stationär. Vor allem für kleine und mittlere Einzelhandelsunternehmen ist das ohne ausreichende Spezialisierung schwierig – sie geraten mehr und mehr unter Druck. Ebenso ergeht es Einkaufsstraßen in vielen österreichischen Kleinstädten, die ihre Kunden nicht nur an den Online-Handel, sondern auch an die Einkaufszentren am Stadtrand verlieren.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gemeinsam und ergänzend</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der stationäre Handel muss abgesehen von Service und Beratung versuchen, die Vielfalt des Internets auch mithilfe der Digitalisierung auszugleichen. „Sinnvoll ist es zu analysieren, was den Online-Handel ausmacht, und wie auch ich als kleiner Betrieb da reüssieren kann“, rät der AK-Experte. Mithilfe der Digitalisierung kann der stationäre Handel beide Welten verbinden. „Digitaler und stationärer Handel müssen und können einander ergänzen“, weiß Andrea Heumann, Prokuristin bei Thalia. „Das Silodenken in den einzelnen Kanälen „online“ und „stationär“ gibt es bei uns nicht, da wir immer dort sein wollen, wo auch der Kunde ist. Wir brauchen Kompetenzen in den verschiedensten Bereichen, wie z.B. im e-Commerce Shop-Management ein Gespür für relevante Themen und deren grafische Umsetzung erfordert“, sagt Andrea Heumann. Das Unternehmen setzt auf den entscheidenden Faktor Kundenerlebnis – es soll von der Suche bis hin zur Betreuung auch nach dem Kauf wirken. „Es ist sinnvoll, Kundenservices kanalübergreifend zu denken und anzubieten“, erklärt Heumann. KundInnen haben etwa die Möglichkeit, Ware vorab online zu bezahlen und direkt in einer Thalia-Buchhandlung abzuholen. Bei Verfügbarkeit ist das gewünschte Produkt innerhalb von zwei Stunden abholbereit. Heumann: „Insbesondere in den letzten Monaten spüren wir für diesen Service einen sehr starken Anstieg in der Nachfrage.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Schlupflöcher für Riesen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Amazon, Zalando und Co. Waren an österreichische <br />KonsumentInnen verkaufen und hohe Gewinne erzielen, sollten sie auch die Gewinnsteuern in Österreich abführen. Das geschieht aber nicht – die Online-Riesen verfügen hierzulande über keine Betriebsstätten, diese sind jedoch die Grundlage für eine österreichische Gewinnbesteuerung. Die von der Regierung in Zukunft eingehobene Digitalsteuer bezieht sich nur auf Erlöse aus der Online-Werbung. „Die Einnahmen daraus entsprechen bei weitem nicht einer Gewinnsteuer“, sagt Helmut Gahleitner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das Ausnützen von Steuerschlupflöchern und unterschiedlichen Gewinnsteuersystemen in den EU-Mitgliedsstaaten – auch „aggressive Steuerplanung“ genannt – minimieren die großen Online-Händler ihre Gewinnsteuern. Dadurch haben österreichische Händler erhebliche Wettbewerbsnachteile.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie wir Online-Giganten am Steuer-Schummeln hindern können</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/02/08/wie-wir-online-giganten-am-steuer-schummeln-hindern-koennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Gürtler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2019 09:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Gürtler]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Steuer]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerflucht]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>
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					<description><![CDATA[Während jede selbständige Masseurin in Österreich normal Steuern zahlen muss, drücken sich Online-Multis geschickt vor dem Fiskus. Eine seltene Allianz aus GPA-djp und Handelsverband präsentiert jetzt Maßnahmen, wie dagegen vorgegangen werden kann. „Die Europäische Union hat mit einer Steuerlücke von 14 Prozent im Bereich der Mehrwertsteuer zu kämpfen“, sagt die Gewerkschaftsvorsitzende Barbara Teiber an einem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="849" height="566" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1.jpg" alt="Online Shopping, Foto: Markus Mainka, fotolia" class="wp-image-7660" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1.jpg 849w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/02/E-Commerce-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 849px) 100vw, 849px" /><figcaption>Online Shopping, Foto: Markus Mainka, fotolia</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Während jede selbständige Masseurin in Österreich normal Steuern zahlen muss, drücken sich Online-Multis geschickt vor dem Fiskus. Eine seltene Allianz aus GPA-djp und Handelsverband präsentiert jetzt Maßnahmen, wie dagegen vorgegangen werden kann.</strong></p>



<span id="more-7659"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Europäische Union hat mit einer Steuerlücke von 14 Prozent im Bereich der Mehrwertsteuer zu kämpfen“, sagt die Gewerkschaftsvorsitzende Barbara Teiber an einem Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz im Wiener Café Landtmann. Es ist eine ungewöhnliche Allianz, die hier in der Innenstadt ein Forderungspaket für mehr Wettbewerbsfairness präsentiert. Neben Teiber sitzt Rainer Will, der Geschäftsführer des Handelsverbands, der Interessensvertretung der Arbeitgeber im Handel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein gemeinsames Anliegen ist Anlass zu dieser Pressekonferenz. Der Online-Handel floriert, auch in Österreich. Die steigenden Profite kommen aber nur einigen wenigen Online-Giganten, meist aus den USA oder China zugute. Genau diese IT-Riesen drücken sich aber mit fragwürdigen Praktiken davor, ihr Steuern zu bezahlen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"> <strong>Online-Riesen sollen direkt an den Fiskus abliefern</strong> </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre eine Plattformhaftung einzuführen. Online-Riesen wie Amazon haften derzeit nicht dafür, wenn Händler aus aller Welt ihre Umsatzsteuer bei Verkäufen über die Plattform nicht bezahlen. Die Privatangestelltengewerkschaft GPA-djp, die über 400.000 Handelsangestellte vertritt, will, dass sich das ändert. „Wir wollen, dass die Plattformen die Umsatzsteuer direkt an den Fiskus abliefern müssen“, fordert GPA-djp-Chefin Teiber. So sei sichergestellt, dass hier nicht geschummelt werden kann.</p>



<blockquote style="text-align:center" class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Erschreckend ist, dass es in Österreich nicht einmal valide Zahlen zum Thema Online-Handel gibt. Wir wollen eine Task Force Online-Handel im Finanzamt ansiedeln.&#8220;</p><cite>Barbara Teiber, GPA-djp-Vorsitzende<br><br></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig wäre allerdings, auch die Internetplattformen direkt zu besteuern. Die Bundesregierung hat vorgeschlagen, die Werbeabgabe auf Online-Werbung auszudehnen. „Das reicht bei Weitem nicht aus“, ist Teiber überzeugt. Sie fordert, dass sämtliche Gewinne von Online-Multis, die in Österreich anfallen, besteuert werden. Als Beispiel nennt sie das Vereinigte Königreich, wo eine solche Digital Service Tax bereits in Umsetzung ist. Teiber dazu: „Jeder Nationalstaat kann zu Steuerfairness einen Beitrag leisten. Es muss also nicht auf den prinzipiell sinnvollen nationalen Schulterschluss gewartet werden. Es gibt keine Ausreden.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Eine Task Force Online-Handel im Finanzamt ansiedeln</strong> </h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Erschreckend ist, dass es in Österreich nicht einmal valide Zahlen zum Thema Online-Handel gibt“, erklärt die Gewerkschafterin: „Wir wollen eine Task Force Online-Handel im Finanzamt ansiedeln.“ Eine solche Task Force könnte Erhebungen durchführen, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen sollen. Gleichzeitig soll sie auch schwarze Schafe unter den Online-Händlern aufspüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im europäischen Schnitt liefert die digitale Wirtschaft lediglich neun Prozent an den Fiskus ab, wohingegen klassische Unternehmen 23 Prozent an Steuern zahlen. Das liegt vor allem daran, dass viele internationale Online-Giganten hierzulande über keine physische Betriebsstätte verfügen. Die Gewerkschaft und der Handelsverband fordern daher eine &#8222;digitale Betriebsstätten&#8220; für solche Unternehmen. Diesen digitalen Betriebsstätten werden Einnahmen zugerechnet und sie könnten Ausgaben geltend machen. Der daraus entstehende Gewinn wäre zur Gänze zu versteuern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben steuerlichen Vorschlägen sind gute Arbeitsbedingungen von zentraler Bedeutung: „Wenn Online-Riesen in Österreich eine physische Präsenz aufbauen, dann sind österreichische Standards unbedingt einzuhalten. Lohndumping oder Union Busting, wie von manchen Branchenvertretern in internationalen Kontext bekannt, werden von uns sicher nicht toleriert.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konsumentenschutz: Transparenz beim Onlinekauf</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2017/12/04/transparenz-beim-onlinekauf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2017 09:17:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2017/06]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[AK]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterkammer]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumentenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer seine Einkäufe im Internet tätigt, hat ein Recht auf Transparenz bei Produkten wie Preisen und sollte es vermeiden, im Voraus zu bezahlen. Von Amazon bis Zalando – bereits jede zehnte Ware im Einzelhandel wird online bestellt. In Europa liegt Österreich mit 11,9 Prozent an zweiter Stelle hinter Großbritannien (16,9 Prozent). Wird die Ware online [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_4390" aria-describedby="caption-attachment-4390" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4390" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L-300x200.jpg" alt="Foto: Fotolia.de, zapp2photo" width="300" height="200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2017/12/Fotolia_127004310_L.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4390" class="wp-caption-text">Foto: Fotolia.de, zapp2photo</figcaption></figure></p>
<p><em><strong>Wer seine Einkäufe im Internet tätigt, hat ein Recht auf Transparenz bei Produkten wie Preisen und sollte es vermeiden, im Voraus zu bezahlen.</strong></em></p>
<p><span id="more-4389"></span></p>
<p>Von Amazon bis Zalando – bereits jede zehnte Ware im Einzelhandel wird online bestellt. In Europa liegt Österreich mit 11,9 Prozent an zweiter Stelle hinter Großbritannien (16,9 Prozent). Wird die Ware online bei einer Firma erworben, gilt auch hier das Rücktrittsrecht innerhalb von 14 Tagen. Der Verkäufer muss Verkaufspreis und ausgewiesene Versandkosten zurückerstatten. Ausnahmen gelten nur bei personalisierten Produkten (z. B. persönliches Logo) oder Hygieneartikeln.</p>
<p>„Wenn ich keine Ware bekomme, kann ich auch auf Vertragseinhaltung bestehen und eine Frist setzen, in der die Leistung oder Lieferung erbracht werden muss“, erklärt Michael Dunkl vom Konsumentenschutz der AK Niederösterreich. Wird diese Frist nicht erfüllt, darf der Kunde den Rücktritt vom Vertrag erklären. Andere Regelungen gelten, wenn u. a. über ebay oder willhaben Ware von einer Privatperson erworben wird. Experte Dunkl: „Wenn es um ein Geschäft geht, das zwei Privatleute eingehen, gibt es kein Rücktrittsrecht. Wichtig ist auch, dass ich vor dem Kauf über alle Kosten informiert werde.“</p>
<p>Wurde die Ware bezahlt, es erfolgt aber keine Lieferung und keine Rückzahlung, muss der Anspruch bei Gericht geltend gemacht werden.</p>
<p>Über die Höhe der Versandkosten gibt es keine Regelungen, einzelne Anbieter haben aber Kostendeckelungen eingeführt. KundInnen von Plattformen, die vielen unterschiedlichen VerkäuferInnen offenstehen, sollten – nachdem sie ihren Einkaufskorb gefüllt haben – noch einmal auf die Versandkosten achten. „Wenn sie dabei Waren von unterschiedlichen Anbietern kaufen, fallen für jedes einzelne Stück Versandkosten an“, warnt Dunkl.</p>
<p>Vorauskasse ist übrigens immer das ungünstigste Zahlungsmittel: Wird die Ware nicht ordnungsgemäß geliefert, müssen Käufer ihrem Geld hinterherrennen. Um sich abzusichern, können Bezahldienste (u. a. Paypal) genutzt werden. Achtung: Unbedingt nachsehen, ob das jeweilige Gut auch in den Käuferschutz-Richtlinien erfasst ist (bei Paypal ist u. a. der Kauf<br />
motorisierter Fahrzeuge ausgenommen).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bestellen im Web</strong></p>
<p>Damit der Online-Kauf erfolgreich ist, sollten Sie auf folgende Punkte achten:</p>
<ul>
<li>Produkte und Garantiebedingungen sollten genau und übersichtlich beschrieben, die AGB transparent und leicht zugänglich sein.</li>
<li>Transparenz bei Produktpreis und allen zusätzlich anfallenden Kosten (z. B. Transport, Verpackung).</li>
<li>Vermeiden von Banküberweisung oder Bargeldtransferservice vor Erhalt der Ware. Sicher sind u.a. Kauf auf Rechnung, Kreditkarte und Bezahldienste wie z. B. Paypal.</li>
<li>Bei besonderen Anlässen wie etwa Weihnachten ist es wichtig, den exakten Liefertermin zu vereinbaren. Soll die Ware nur gekauft werden, wenn sie vor Weihnachten geliefert wird, muss das bei der Bestellung ausdrücklich zur Bedingung gemacht werden.</li>
<li>Skepsis bei sensationell günstigen Preisen! Fake-Shops locken, verlangen Vorauskasse und tauchen unter. Lieber vorher informieren (derzeit sind über 800 „Shops“ gelistet): watchlist-internet.at</li>
<li>Innerhalb von 14 Tagen, ab Erhalt der Ware, ist ein Rücktritt vom Vertrag möglich.</li>
</ul>
<p><strong>Mehr Infos:</strong></p>
<p>AK-Konsumenten­beratung: 01/501 65 209, Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Zeit des E-Commerce</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2016/06/15/die-zeit-des-e-commerce/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marc Pieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2016 15:01:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Sondernummer 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Brandmayr]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Pieber]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Thalia]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kompetenz-online.at/?p=3544</guid>

					<description><![CDATA[Es begann mit den Büchern, inzwischen kann man längst alles im Netz kaufen. Für den Handel bringt das große Herausforderungen erzählt Erich Brandmayr, der Betriebsratsvorsitzenden der Thalia Buch &#38; Medien GmbH. Einige der konkreten Auswirkungen der sogenannten Digitalisierung, lassen sich naturgemäß im gesamten Bereich E-Commerce ausmachen. Produkte aller Art werden im Internet nicht nur gefunden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_4830" aria-describedby="caption-attachment-4830" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4830" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1-300x200.jpg" alt="Online Shopping, Foto: Markus Mainka, fotolia " width="300" height="200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2016/06/E-Commerce-1.jpg 849w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4830" class="wp-caption-text">Online Shopping, Foto: Markus Mainka, fotolia</figcaption></figure></p>
<p><strong>Es begann mit den Büchern, inzwischen kann man längst alles im Netz kaufen. Für den Handel bringt das große Herausforderungen erzählt Erich Brandmayr, der Betriebsratsvorsitzenden der Thalia Buch &amp; Medien GmbH.</strong></p>
<p><span id="more-3544"></span><br />
Einige der konkreten Auswirkungen der sogenannten Digitalisierung, lassen sich naturgemäß im gesamten Bereich E-Commerce ausmachen. Produkte aller Art werden im Internet nicht nur gefunden und verglichen, sondern auch gekauft. Eine der ersten Branchen, die sich auf E-Commerce einstellen musste, war der Buchhandel. Da der klassische Buchhandel als stationärer Einzelhandel vor allem über ein Filialnetz agiert, gilt es hier die Eigenschaften des E-Commerce möglichst mit den Anforderungen eines Filialhandels in Abstimmung zu bringen. Unter dem weiten Begriff der Digitalisierung begegnen uns aktuell viele Themen und erfreuen sich brennender Aktualität. Tatsächlich sind die als „Revolution“ bezeichneten Veränderungen im Kontext der Digitalisierung schon lange Gegenstand gewerkschaftlicher ArbeitnehmerInnenvertretung, wie Erich Brandmayr, Betriebsratsvorsitzender der Thalia Buch &amp; Medien GmbH in Linz zu berichten weiß. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich in seiner Funktion als ArbeitnehmerInnenvertreter mit dem Thema E-Commerce. Anfangs ging es vor allem um die Frage, wie das stationäre Filialnetz und damit Arbeitsplätze der MitarbeiterInnen „gegenüber einem immer dominanter agierenden Internetbuchhändler Amazon gesichert werden können“.</p>
<p><strong>Flexibilisierung der Arbeitszeit und Ängste</strong><br />
Der Wunsch der Geschäftsführung nach flexibleren Arbeitszeiten war schon vor zwölf Jahren eine erste konkrete Herausforderung. „Durch eine Betriebsvereinbarung, die die Interessen der KollegInnen wie z. B. Pausenregelungen und Einvernehmlichkeitsprinzip ebenso im Blick hatte, hat der Betriebsrat damals diesem Wunsch entsprochen.“</p>
<p>Ein weiteres sensibles Thema im Prozess der Anpassung an neue Anforderungen durch das E-Commerce-Modell aus ArbeitnehmervertreterInnensicht, waren zu Beginn vor allem Ängste der BuchhändlerInnen, dass sie sich beim Bewerben der „Thalia-eigenen Internetverkaufsschiene selbst wegrationalisieren würden“, so Brandmayr weiter. Dabei stand vor allem die Absicht im Vordergrund, dass sich zumindest Thalia-Kunden, „wenn sie ihre Bücher auch im Internet suchen, sich zuerst einmal auf thalia.at umschauen“.</p>
<p><strong>Neue Techniken – neue Tätigkeiten</strong><br />
Neue Techniken – und wie in diesem Fall ganz neue Geschäftsmodelle – bringen immer auch neue Anforderungen an Tätigkeitsprofile der jeweiligen Arbeitsplätze mit sich. Tatsächlich wurden im konkreten Fall „Thalia Webauftritt“ Tätigkeitsbereiche weniger verändert, als vielmehr ergänzt. „Von unseren 800 MitarbeiterInnen in Österreich arbeiten gerade einmal zehn Personen an der Entwicklung und Aktualisierung der österreichspezifischen Thalia-Website. Der weitaus überwiegende Teil der KollegInnen arbeitet in den 35 Filialen als Buch- &amp; Medienhändler“, so Brandmayr.</p>
<p><strong>Der Faktor Mensch</strong><br />
Nach dem stärksten positiven Effekt der mit dem E-Commerce zusammenhängenden Veränderungen gefragt, spricht Brandmayr etwas Überraschendes an. Denn gerade die Rezensionen der BuchhändlerInnen, welche auf der Thalia-Webseite aber auch via Thalia-App abrufbar sind, könnten „gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“. Diese sind zusammen mit den Alternativvorschlägen auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden individuell zugeschnitten und „punktgenauer als die seelenlosen Algorithmen, welche auf Webseiten anderer Anbieter zum Einsatz kommen“. Und vor allem werden Kundinnen „damit wieder auf die stationären Thalia-Läden verwiesen, zum anderen wird gerade damit gezeigt, was die Thalia von einem reinen Internethändler wohltuend unterscheidet“.</p>
<p><strong>Das Diktat permanenter Verfügbarkeit</strong><br />
Bei den vielfältigen Themen, die sich für Vertreter von Arbeitnehmerinnen-Interessen auftun, sieht Erich Brandmayr durchaus offene Herausforderungen. „Durch die immer stärkere Vernetzung der Bereiche Stationär und E-Commerce, bei der auch die sozialen Medien eine bedeutendere Rolle spielen werden, könnte es (früher als uns lieb ist) zu einer Entgrenzung der Arbeitszeit kommen – und zwar dann, wenn z. B. Kundenanfragen rund um die Uhr und möglichst in Echtzeit befriedigt werden sollen.“ Bei diesen Entwicklungen wird eine Adaptierung der Betriebsvereinbarung also unvermeidbar, so Brandmayr weiter. Seine Aufgabe dabei wird sein, „die Bedürfnisse unserer MitarbeiterInnen sinnvoll zu integrieren und die Frage zu klären, wie wir die Ausgewogenheit zwischen Geben und Nehmen auch in Zukunft nachhaltig sicherstellen“.</p>
<p><strong>Die Zukunft gerecht gestalten</strong><br />
Die Thalia Buch &amp; Medien GmbH ist eines von vielen Unternehmen, die zeigen, dass der Faktor Mensch gerade im Bereich Bewertung und Angebot von Qualität immer noch dominierend ist. Der Haken an der Sache ist, dass der Mensch als Mitarbeiter im Handel sich den neuen zeitlichen Bedingungen ausgesetzt sieht, welche durch die permanente Verfügbarkeit des Internets diktiert werden.</p>
<p>Der Faktor Zeit spielt eine zentrale Rolle, wenn es um veränderte Arbeitswelten unter dem Einfluss des digitalen Handels geht. Die einst beschworene und befürchtete Globalisierung (also die Weltweitwerdung) hat geografischen Charakter. Während der E-Commerce freilich ebenfalls keine geografischen Grenzen kennt, bringt dieser aber vor allem auch den Faktor Zeit neu ins Spiel. Das Interesse von Internet-UserInnen unterscheidet nicht zwischen Tages- und Nachtzeit. Es unterscheidet auch nicht zwischen Werktag und Wochenende. Und diese Zeit-Entgrenzung birgt viele Untiefen. Die gute Nachricht ist, dass gerade der Bereich der Arbeitszeitregelung eine der Kernkompetenzen der gewerkschaftlichen ArbeitnehmerInnenvertretung ist.</p>
<p>Nun gilt es, diese Entwicklungen nachhaltig mitzugestalten, denn Arbeitszeit ist Lebenszeit. Und, wie Erich Brandmayr meint: „Wie auch immer die Veränderungsprozesse aussehen werden, von einem bin ich überzeugt: Jedes Unternehmen ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeit 4.0</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2015/12/11/arbeit-4-0/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sandra Breiteneder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2015 14:44:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2015/06]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstory]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdwork]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Breiteneder]]></category>
		<category><![CDATA[Share economy]]></category>
		<category><![CDATA[ver.di]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kompetenz-online.at/?p=2991</guid>

					<description><![CDATA[Die Digitalisierung bringt neue Arbeitsformen mit sich. Gewerkschaften haben es in der Hand, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt von Grund auf. Vom Handel über die Industrie bis hin zum Bankensektor sind fast sämtliche Branchen im Umbruch begriff en. Für die KonsumentInnen bringt die Digitalisierung neue Dienstleistungen und Services, die auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_2972" aria-describedby="caption-attachment-2972" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130718_PD1029.jpg" rel="attachment wp-att-2972" aria-label=""><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2972" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130718_PD1029-300x207.jpg" alt="Arbeiten bei Amazon bedeutet noch immer arbeiten ohne Tarifvertrag." width="300" height="207" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130718_PD1029-300x207.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130718_PD1029-768x529.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130718_PD1029.jpg 850w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2972" class="wp-caption-text">Arbeiten bei Amazon bedeutet noch immer arbeiten ohne Tarifvertrag.</figcaption></figure></p>
<p><strong>Die Digitalisierung bringt neue Arbeitsformen mit sich. Gewerkschaften haben es in der Hand, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten.</strong></p>
<p><span id="more-2991"></span>Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt von Grund auf. Vom Handel über die Industrie bis hin zum Bankensektor sind fast sämtliche Branchen im Umbruch begriff en. Für die KonsumentInnen bringt die Digitalisierung neue Dienstleistungen und Services, die auf den ersten Blick sehr attraktiv wirken. Schneller einkaufen bei Amazon, oder für den nächsten Urlaub ein günstiges Zimmer auf der Plattform Airbnb per Klick mieten. Aber wie sehen die Arbeitsverhältnisse hinter diesen Diensten aus.</p>
<p>Die KollegInnen im Amazon Fulfillment Center (Verteilerzentrum) Leipzig wollen es wissen. Sie machen einen Test. Es wird nicht gestreikt, aber sie hängen die Jacken der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di über ihre Stühle. Nervosität bricht aus. Die sogenannten Leads (SchichtleiterInnen) erkundigen sich, ob das nun ein Streik sei. Die KollegInnen halten sich bedeckt und nehmen ihre Arbeit auf. Zwei Stunden später laufen die Fließbänder   in Leipzig leer. Die Arbeit des Tages wurde in das Amazon-Verteilerzentrum in Poznań in Polen umgeschichtet. Technisch kein Problem, alles funktioniert digital. Einzige wesentliche Herausforderung ist die Logistik. Aber das ehemals staatliche Transportunternehmen DHL liefert ohne Probleme.</p>
<p>Dieses Beispiel des großen E-Commerce- Anbieters Amazon, dessen Produktpalette weit über Bücher hinausgeht und auch Technologie, Kleidung und Haushaltsartikel umfasst, zeigt sinnbildlich die Realitäten von Arbeitsverhältnissen im digitalen Wandel. KundInnen, die ihre Pakete jetzt aus Polen bekommen, merken es nicht einmal. Die Versandadresse bleibt eine deutsche. Amazon Polen gibt es nicht. Zwar werden von dort Waren ausgeliefert, aber polnische KundInnen müssen über Amazon Deutschland oder Großbritannien bestellen.</p>
<p><figure id="attachment_2971" aria-describedby="caption-attachment-2971" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130228_FTH_28.jpg" rel="attachment wp-att-2971" aria-label=""><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2971" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130228_FTH_28-300x275.jpg" alt="ver.di übergibt Petition an AMAZON" width="300" height="275" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130228_FTH_28-300x275.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130228_FTH_28-768x704.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20130228_FTH_28.jpg 850w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2971" class="wp-caption-text">ver.di übergibt am 28. Februar 2013 der Geschäftsführung von Amazon eine Petition mit 36.085 Unterschriften für bessere Arbeitsbedingungen für Leihbeschäftigte bei Amazon</figcaption></figure></p>
<p><strong>Arbeiten bei Amazon</strong></p>
<p>Amazon bedeutet total überwachtes Arbeiten. Der Handscanner, den die Beschäftigten zur Arbeit benötigen, gibt die täglichen Arbeitsaufträge vor und registriert Leerläufe. Wer zu oft untätig ist, wird abgemahnt. In den riesigen Hallen herrscht Videoüberwachung. Handläufe und vorgeschriebene Wege müssen genutzt werden, wer sich nicht daran hält, wird ebenfalls abgemahnt. Die Pause wird durch die obligatorische Sicherheitskontrolle massiv verkürzt. Amazon bedeutet auch in vielen Fällen Leiharbeit und keinen Tarifvertrag. Der Konzern und die Gewerkschaft ver.di befinden sich in einem jahrelangen Konflikt über die Einführung eines Tarifvertrags.</p>
<p>Amazon ist nur ein Beispiel von vielen, dass die Digitalisierung im Handel längst Einzug gehalten hat. Das Marktmodell setzt die anderen Teilnehmer unter Druck. Bequem kann man über das Internet Waren bestellen, diese werden, wenn gewünscht, noch am nächsten Tag geliefert und sind teilweise sogar billiger als im Geschäft. Amazon plant nun, auch in den Lebensmittelhandel einzusteigen. Grenzen sind eigentlich nur noch in der Auslieferung von Waren gesetzt und auch da träumt Amazon inzwischen schon davon, diese über Drohnen abzuwickeln. Im neuen Zeitalter des Onlinehandels werden Menschen nur noch dort eingesetzt, wo sie noch besser funktionieren als Maschinen. Die vom Handscanner angeleiteten Abläufe bei Amazon gleichen aber schon jetzt automatisierten Technologien, Raum für Eigenständigkeit bleibt hier nicht.</p>
<p>ver.di, die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft, wirbt bei Amazon um Mitglieder und plant gemeinsam mit den Beschäftigten Kampagnen für bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag. Die Verteilerzentren in Deutschland sind inzwischen zu durchschnittlich 40 Prozent gewerkschaftlich organisiert – teilweise sogar zu über 50 Prozent. Streiks werden im Betrieb organisiert und aus der Schicht heraus begonnen. So hat der Konzern weniger Möglichkeiten, geplant zu reagieren. Die Streiks haben noch keinen Tarifvertrag gebracht, sind aber dennoch erfolgreich. Inzwischen zahlt Amazon in Deutschland weit über dem Mindestlohn und immer mehr Beschäftigte haben feste Anstellungsverhältnisse. Amazon ist jedoch nicht nur durch schlechte Arbeitsbedingungen in Verruf gekommen. Der Konzern zahlt durch steuerschonende Konstruktionen kaum Steuern, liefert also keinen gerechten Anteil seiner Gewinne ab. Dieser Frage hat sich inzwischen auch das europäische Parlament angenommen.</p>
<p><strong>Die Wirtschaft des Teilens?</strong></p>
<p>Der Onlinehandel ist ein Beispiel für die fortschreitende Digitalisierung. Aber das Internet bietet weit mehr, als eine Art digitaler Versandkatalog zu sein. Wesentlich für neue Geschäftszweige online ist der Effekt von Netzwerken. Je mehr Menschen in Netzwerken registriert sind, desto mehr Verbindungen zwischen den Mitgliedern gibt es, und desto schneller wächst es. Glaubwürdigkeit wird im Internet über Benutzerbewertungen hergestellt. Gute Bewertungen führen zu neuen Geschäften. Einer dieser neuen Geschäftszweige ist die Share Economy. Über Onlineplattformen werden Güter und Dienstleistungen „geteilt“. Bei Wikipedia z. B. wird das kollektive Wissen gesammelt und unentgeltlich zur Verfügung gestellt, bei Couchsurfing werden Gäste aus aller Welt zu Hause aufgenommen, und weder Gastgeber noch Gast dürfen Geld verlangen oder anbieten. Solche Plattformen können durchaus als Bereicherung gesehen werden und stehen nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Dienstleistungen.</p>
<p>Anders ist es bei Angeboten, die dem Gewinn dienen, aber versuchen den Anschein zu erwecken Share Economy zu sein. Ein Beispiel ist hierfür Airbnb. Hier werden Wohnungen kommerziell vermietet und Airbnb ist inzwischen zur Konkurrenz für Hotels geworden. Das System ist einfach. Jeder kann seine Wohnung zur Untervermietung zur Verfügung stellen. Die Wohnungen liegen zentral und sind günstig. Kein Wunder: Die Vermieter zahlen weder Steuern noch Tourismusabgaben. Eine Studie von Berliner Studierenden zeigt, dass die Airbnb-Wohnungen, die in Berlin vermietet werden, nur in Toplagen zu haben sind. Die Top 10 der Airbnb-Vermieter in Berlin nennen sich zwar harmlos „Martin“, „Frank+Florian“ oder „Claire“, halten jedoch insgesamt 281 Wohnungen an den besten Adressen. Von kleinen Privatanbietern kann hier nicht die Rede sein. Inzwischen gibt es bereits Sub-Anbieter zu Airbnb – wie Reinigungsservices oder auch Seiten, auf denen die Schlüsselübergabe organisiert werden kann. So wird rasch klar, dass es sich hier hauptsächlich um Economy und kaum um Share handelt.</p>
<p><figure id="attachment_2973" aria-describedby="caption-attachment-2973" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20141027_PD1523.jpg" rel="attachment wp-att-2973" aria-label=""><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2973" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20141027_PD1523-300x206.jpg" alt="Die Beschäftigten von amazon werden im Weihnachtsgeschäft wieder streiken. Foto: dpa / picturedesk.com" width="300" height="206" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20141027_PD1523-300x206.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/12/20141027_PD1523.jpg 567w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2973" class="wp-caption-text">Die Beschäftigten von amazon werden im Weihnachtsgeschäft wieder streiken. Foto: dpa / picturedesk.com</figcaption></figure></p>
<p><strong>Arbeiten per Mausklick</strong></p>
<p>Nicht nur der Kauf, auch Arbeit wird digital organisiert. Aufträge werden über Plattformen vergeben und oft auch online bearbeitet. Auf Plattformen wie Helpling und Book a Tiger können Reinigungskräfte, auf den Plattformen als Helplinge oder Tiger, gemietet werden, bei Checkrobin kann online eine alternative Paketlieferung organisiert und bei Clickworker MitarbeiterInnen für Online-Tätigkeiten geworben werden. Die Plattformen verschleiern, dass es sich um Arbeitsverhältnisse handelt, die abseits von Arbeitsgesetzgebung, Kollektivverträgen und auch Arbeitgeberabgaben stattfinden.</p>
<p><strong>Digitale Agenda der Europäischen Kommission</strong></p>
<p>Die 2015 veröffentliche Kommunikation der EU-Kommission zeigt deutlich, dass sie die Digitalisierung als Krisenlösung sieht, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die ArbeitnehmerInnen finden jedoch wenig bis keine Beachtung. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (WSA) hat sich dieser Frage angenommen und eine Stellungnahme verabschiedet, die von der luxemburgischen Ratspräsidentschaft aufgegriffen wurde. In dieser von Wolfgang Greif, dem internationalen Sekretär der GPAdjp verfassten Stellungnahme werden Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Dienstleistungen thematisiert und wesentliche Forderungen für die weitere Erforschung und Regulierung dieser Arbeitsverhältnisse erhoben.</p>
<p>Durch digitalisierte Arbeitsverhältnisse entstehen viele Ungewissheiten. Zahlreiche Fragen werden aufgeworfen, die aus heutiger Sicht nur schwer seriös beantwortet werden können. Klar ist, dass der digitale Wandel nicht aufzuhalten ist und die Herausforderungen, die durch ihn entstehen, ernst genommen werden müssen.</p>
<p><strong>Forderungen der GPA-djp</strong></p>
<p>Die GPA-djp hat sich daher auch auf dem Bundesforum im November 2015 intensiv damit auseinandergesetzt und eine Reihe von Forderungen und Positionierungen beschlossen: Um die Wissenslücke rund um das Thema Digitalisierung zu schließen, fordert die GPA-djp, dass ein Teil der für Industrie 4.0 zur Verfügung stehenden Mittel für Studien zu Themen wie Qualifikation, Beschäftigungseffekte oder Arbeitszeit verwendet werden müssen. Bei der Einführung von neuen Technologien im Betrieb müssen BetriebsrätInnen verbindlich einbezogen werden. Außerdem sind betriebliche Datenschutzbeauftragte gesetzlich zu verankern.</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Digitalisierung stellt sich in zweierlei Hinsicht die Verteilungsfrage: Durch die technische Innovation wird Arbeit in Zukunft anders organisiert, viele Arbeitsplätze werden auch wegfallen. Die vorhandene Arbeit muss also neu aufgeteilt werden. Dafür ist eine Arbeitszeitverkürzung unabdingbar. Fair verteilt werden müssen auch die Profite aus der Digitalisierung. Die „Digitalisierungsdividende“ muss in neue Arbeitsplätze und gesellschaftlich wichtige Aufgaben investiert werden. Wenn es insgesamt weniger Arbeit gibt, wird mittelfristig auch die von der Lohnsumme abhängige Finanzierung des Sozialstaats in Frage gestellt. Neue Konzepte zu erarbeiten, die nicht an der Lohnsumme ansetzen, sondern an der betrieblichen Leistungsfähigkeit, wird eine wichtige Aufgabe, die sich die GPA-djp für die nächste Zeit gestellt hat. Die GPA-djp hat sich im Jahr 2016 außerdem einen Arbeitsschwerpunkt zum Thema E-Commerce gesetzt und eine BetriebsrätInnenkonferenz zu diesem Thema geplant.</p>
<p><strong>Organisierung von Clickworkern</strong></p>
<p>Die Aktivitäten von ver.di bei Amazon zeigen, dass auch die Beschäftigten im Bereich E-Commerce große Vorteile von gewerkschaftlicher Organisierung haben und es trotz großer Widrigkeiten möglich ist, diese zu werben und anzusprechen. Noch wesentlich schwieriger als im Onlinehandel wird es, ArbeitnehmerInnen zu organisieren, die ihre Arbeit auf Onlineplattformen finden. In den USA gibt es schon jetzt Online-Selbst-Organisationen von Clickworkern, in Deutschland arbeitet die Gewerkschaft IG Metall daran, nach diesem Vorbild auch in Europa aktiv zu werden. Um betriebliche Mitbestimmung, Arbeitsund Arbeitskampfrecht für alle im Arbeitsmarkt vertretenen Gruppen bindend zu machen, muss über eine neue der Digitalisierung angepasste Definition des Arbeitnehmerinnen und Betriebsbegriffs nachgedacht werden.</p>
<p>Im kommenden Weihnachtsgeschäft werden auch die KollegInnen von Amazon wieder für gerechte Arbeitsbedingungen streiken. Es wird vermutlich nicht das letzte Mal sein.</p>
<p><em>Linktipps Stellungnahme im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, Auswirkungen der Digitalisierung auf die Dienstleistungsbranche und die Beschäftigung im Rahmen des industriellen Wandels, Berichterstatter Wolfgang Greif, Ko-Berichterstatter: Hannes Leo www.gpa-djp.at/internationales Amazon-Streik Ver.di www.amazon-verdi.de Studie zu Airbnb in Berlin www.airbnbvsberlin.de Digitale Arbeitsvermittlungsplattformen: Versuch einer strukturellen Bewertung blog.arbeit-wirtschaft.at/ digitale-arbeitsvermittlungsplattformen/</em></p>
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