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	<title>Rezension &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Rezension &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<item>
		<title>Buchtipp: Jagd im Wiener Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2022 15:14:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Amdrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Wimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalroman]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Wiener Star-Anwalt wird tot im Wald gefunden, in der Hand hält er einen Zettel mit einem Kreuz und einer mysteriösen Zahl. Rasch steht fest, dass nicht die anstrengende Joggingrunde die Ursache für sein Herzversagen war. Journalistin Stefanie Laudon wird von unbekannten Informanten mit Details zu dem Fall gefüttert und berichtet exklusiv. Die Geschichte zieht Krimi-Fans sofort in ihren Bann.  ]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer-1024x576.png" alt="" class="wp-image-19281" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/12/Buchtipps_wimmer.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Wiener Star-Anwalt wird tot im Wald gefunden, in der Hand hält er einen Zettel mit einem Kreuz und einer mysteriösen Zahl. Rasch steht fest, dass nicht die anstrengende Joggingrunde die Ursache für sein Herzversagen war. Journalistin Stefanie Laudon wird von unbekannten Informanten mit Details zu dem Fall gefüttert und berichtet exklusiv. Die Geschichte zieht Krimi-Fans sofort in ihren Bann.  </strong></p>



<span id="more-19280"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Handlungsstränge führen letztlich zusammen – plötzlich fühlt sich die Journalistin selbst bedroht. Einst hatte sie über einen Pharma-Skandal berichtet, in Laudons Recherchen verdichten sich mögliche Verbindungen zum damaligen Hauptangeklagten. Unterstützung erhält die Vollblutjournalistin von ihrem Lebenspartner Paul, einem IT-Freak, der ihr vor Augen führt, wie leicht Computerhacker personenbezogene Daten aufspüren und diese gegen uns verwenden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem leicht lesbaren Roman verpackt Wimmer zahlreiche Fachinfos zur Datensicherheit und längst stattfindenden, illegalen Überwachungspraktiken in der Arbeitswelt und lässt einige aktuelle politische Bezüge einfließen. Es geht um Algorithmen, die &#8211; von den Arbeitnehmern unbemerkt &#8211; im Hintergrund ablaufen und Einfluss auf unser berufliches Fortkommen nehmen. Es geht auch um Cyber-Security und ein Bewusstsein darüber, welche Masse an Daten viele von uns über schlecht gesicherte soziale und berufliche Informationskanäle preisgeben, ohne sich darüber klar zu sein, dass IT-Experten diese Datenmassen leicht abrufen und für ihre Zwecke miteinander verknüpfen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wimmer schafft es, in einem mitreißenden Plot Sozialkritik und differenzierte Anmerkungen zu aktuellen arbeitsrechtlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen zu verpacken. Die Geschichte ist spannend und flüssig, überraschende Wendungen erzeugen den nötigen Nervenkitzel. Der hohe Wert von Qualitätsjournalismus schwingt inhaltlich mit. Am besten genießt man das Buch bei einer guten Tasse Kaffee, der auch bei den Protagonisten der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/jagd-im-wiener-netz.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Barbara Wimmer: Jagd im Wiener Netz (öffnet in neuem Tab)">Barbara Wimmer: Jagd im Wiener Netz</a></strong><br>GMEINER-Verlag<br>344 Seiten, 14,50 Euro<br>ISBN 978-3-8392-0269- 2</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: „Angst und Angstmacherei. Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/11/08/buchtipp-angst-und-angstmacherei-fuer-eine-wirtschaftspolitik-die-hoffnung-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Gress]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2022 14:20:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Energiekrise]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Marterbauer]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Schürz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilungsgerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Markus Marterbauer und Martin Schürz analysieren in ihrem neuen Buch einen Klassenkampf von oben, der auf Angsttechniken setzt. Ihr Plädoyer: Das Gute Leben für Alle ist möglich – und finanzierbar!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz-1024x576.png" alt="" class="wp-image-19109" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Buchtipps_marterbauer_schuerz.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Markus Marterbauer und Martin Schürz analysieren in ihrem neuen Buch einen Klassenkampf von oben, der auf Angsttechniken setzt. Ihr Plädoyer: Das Gute Leben für Alle ist möglich – und finanzierbar!</strong></p>



<span id="more-19108"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Armut ist nicht nur eine Nummer auf dem Konto. Armut bedeutet Stigma, Vorurteil, Entmutigung, Entmachtung, Apathie, Krankheit, Depression. Armut bedeutet Angst. An diesen sozialpsychologischen Befund knüpfen AK-Ökonom <a href="https://kompetenz-online.at/2021/03/02/die-lasten-der-covid-krise-sind-ungleich-verteilt/" aria-label="Markus Marterbauer">Markus Marterbauer</a> und Psychotherapeut <a href="https://kompetenz-online.at/2011/08/31/es-ware-ein-kleiner-beitrag-keine-enteignung/" aria-label="Martin Schürz">Martin Schürz</a> in ihrem unlängst veröffentlichten Buch „Angst und Angstmacherei“ (Verlag Zsolnay) an. Entsprechend dem Untertitel plädieren sie darin „Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ökonom Marterbauer und Psychotherapeut Schürz üben sich in „Angst und Angstmacherei“ in einer Art Rollenspiel und verknüpfen auf knapp 400 Seiten die strukturelle (ökonomische) Ebene beständig mit der psychologischen (individuellen) Ebene. Entlang dieser Verknüpfung entwickeln sie ihre analytischen und normativen Argumente. Ihr Kernbefund: Angst ist politisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das bedeutet, breiten Marterbauer und Schürz anhand einer Vielzahl von Beispielen aus und sprechen dabei zahlreiche Themen an, die es nur selten – und falls doch: nicht in dieser Tiefe – in den gesellschaftlichen Diskurs schaffen: Der Scham, das Stigma, welche der Armut ankleben; die Selbstzweifel, die Apathie, die Entpolitisierung, die Hoffnungslosigkeit, welche daraus folgen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Vermögensverteidigungsindustrie“</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autoren streichen dabei hervor: Gesellschaftliche und politische Entwicklungen entstehen nicht aus Zufall, wirtschaftliche Entwicklungen folgen keinen eisernen, quasi-naturwissenschaftlichen Gesetzen. Bei vermeintlichen „wirtschaftlichen Notwendigkeiten“ handelt es sich vielmehr um eine ideologische Strategie der Reichen und Vermögenden zur Verteidigung ihrer gesellschaftlichen Position. Dieser Klassenkampf von oben äußert sich in einer Vielzahl von Formen, angefangen bei dem Umstand, dass es über Reichtum und Vermögen nur wenig fundiertes Datenmaterial gibt. Dass man übers Geld in Österreich nur ungern spricht, gilt vor allem für die obersten Prozent der Vermögenspyramide. Und auch das, so argumentieren Marterbauer und Schürz, ist kein Zufall: Denn worüber die Gesellschaft wenig weiß, darüber kann sie sich auch weniger empören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das bisschen, was die Gesellschaft dennoch über die horrende Vermögensungleichheit in Österreich weiß – immerhin besitzt hierzulande das reichste Prozent bis zu 50 Prozent des Gesamtvermögens – haben sich die Benannten eine Art „Vermögensverteidigungsindustrie“ aufgebaut. Denn Reichtum äußert sich einerseits in Besitz (von Geld, Unternehmen, Luxusartikeln und Immobilien), andererseits in Einfluss auf Politik, Medien und gesellschaftliche Debatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu was diese Vermögensverteidigungsindustrie im Stande ist, durfte einer der Autoren unlängst am eigenen Leib erfahren. An seine Beileidsbekundung zum Tod von Multimilliardär Dietrich Mateschitz schloss Marterbauer auf Twitter eine Forderung nach einer Vermögenssteuer an. Die Antwort der „Vermögensverteidigungsindustrie“ folgte auf den Fuß: Das ÖVP-nahe Krawallmedium Exxpress geißelte Marterbauer für die angebliche Pietätlosigkeit seines „Hasspostings“. „Die Mehrheit“, behauptet das Magazin, trauere jedoch aufrecht um den honorigen Herrn Mateschitz – schließlich sei dieser nicht nur reich, sondern habe auch Hilfsprojekte in Afrika unterstützt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Armut entpolitisiert</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich Reiche – trotz ihres ungerechtfertigten Vermögens – der Anerkennung weiter gesellschaftlicher Schichten erfreuen, sind Arme laut Marterbauer und Schürz mit sozialer Ausgrenzung und existentiellen Ängsten konfrontiert – maßgeblich hervorgerufen und verstärkt durch den Abbau sozialstaatlicher (Mindest-)Standards in den vergangenen Jahrzehnten. „Wenig unterminiert politische Rechte und Freiheit mehr als Armut. Armut macht Angst und vereinzelt. Armut produziert Aussichts- und Hoffnungslosigkeit. Angst erschwert es, den Teufelskreis aus Armut und sozialer Ausgrenzung zu durchbrechen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kapitel für Kapitel arbeiten sich die Autoren im Verlauf des Buches an den grundlegenden Themen (und Errungenschaften) des österreichischen Sozialstaates ab und zerpflücken dabei gängige, neoliberale Argumente, wieso ein solcher angeblich <em>zu teuer</em>, <em>leistungsfeindlich</em>, <em>ungerecht</em> oder <em>aus der Zeit gefallen</em> sei. Der Analyse des Politikfeldes fügen die Autoren jeweils eigene politische Forderungen hinzu und können dabei vor allem zeigen: Das Gute Leben für Alle ist finanzierbar!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marterbauer und Schürz rechnen vor: „Nach unserer Einschätzung reichen […] etwa zwei Milliarden Euro, um dauerhafte Armut in Österreich weitgehend zum Verschwinden zu bringen. Dies ist nur etwa das Doppelte der aktuellen Kosten der Sozialhilfe und macht weniger als zwei Prozent aller Sozialausgaben aus“. Es mangelt nicht am Geld, sondern am politischen Willen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jenseits des Sozialstaates?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt bewegt sich das das Buch zwischen wissenschaftlicher Analyse, sozialdemokratischem Grundsatzprogramm und einer nützlichen Handreiche für Diskussionen mit dem rechtskonservativen Unternehmeronkel für anstehende Familienfeiern rund um die Weihnachtsfeiertage. Es besticht dabei einerseits durch die Verknüpfung einer enormen empirischen Tiefe und theoretischer Reflexion. Dabei – und das ist keineswegs banal – kommen die Autoren ohne zeilenlange Schachtelsätze und hochgestochenes Fachvokabular aus, sondern schaffen es, inhaltlich Komplexes sprachlich nachvollziehbar zu vermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zu Beginn des Buches angemerkte Versprechen, man werde auch Perspektiven jenseits kapitalistischen Wirtschaftens anbieten, bleiben die Autoren leider weitgehend schuldig. Politische Forderungen beschränken sich meist auf Appelle an den (kapitalistischen) Staat bzw. den Ausbau des Sozialstaates. Gerade die Tradition (nicht-institutionalisierter) gewerkschaftlicher Streiks und Proteste, die politischen Errungenschaften anderer sozialer Bewegungen und politischer Gruppierungen geraten hierdurch aus dem Blickfeld.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zum Buch:  </h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/angst-und-angstmacherei/978-3-552-07311-1/" aria-label="Markus Marterbauer, Martin Schürz. „Angst und Angstmacherei. Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“.">Markus Marterbauer, Martin Schürz. „Angst und Angstmacherei. Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“.</a></strong><br>Erscheinungsdatum: 26.09.2022<br>384 Seiten<br>Zsolnay<br>Deutschland: 26,00 €<br>Österreich: 26,80 €</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeit auf Augenhöhe</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/09/29/arbeit-auf-augenhoehe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2022 10:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitskräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeitverkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Lena Maria Glaser]]></category>
		<category><![CDATA[New Work]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Fachkräftemangel lässt Arbeitgeber erkennen, dass sie ArbeitnehmerInnen mehr bieten müssen als einen Arbeitsplatz. Arbeit muss neu organisiert werden, damit sich Menschen in ihrem Job auch wohlfühlen. Und das funktioniert nur, wenn man die Belegschaft in diesen Prozess einer Neuordnung miteinbezieht, macht Lena Maria Glaser, Juristin und Expertin für Sachen New Work, in ihrem eben bei Kremayr &#038; Scheriau erschienenen Buch „Arbeit auf Augenhöhe“ klar.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser-1024x576.png" alt="" class="wp-image-18973" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_lena-maria-glaser.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Fachkräftemangel lässt Arbeitgeber erkennen, dass sie ArbeitnehmerInnen mehr bieten müssen als einen Arbeitsplatz. Arbeit muss neu organisiert werden, damit sich Menschen in ihrem Job auch wohlfühlen. Und das funktioniert nur, wenn man die Belegschaft in diesen Prozess einer Neuordnung miteinbezieht, macht Lena Maria Glaser, Juristin und Expertin für New Work, in ihrem eben bei Kremayr &amp; Scheriau erschienenen Buch „Arbeit auf Augenhöhe“ klar.</strong></p>



<span id="more-18971"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Lena Maria Glaser weiß, wovon sie spricht. Acht Jahre lang hat sie als Juristin im Finanzministerium gearbeitet, doch dann hängte sie den sicheren und gut bezahlten Job an den Nagel. Manch einer und eine verstand das nicht. Sie aber erinnert sich: „Ich war nur mehr genervt, zugeschüttet mit Aufgaben, die ich nur widerwillig erledigte. In diesem Umfeld fühlte ich mich wie in einem goldenen Käfig, aus dem ich nicht ausbrechen konnte. Jeden Tag fuhr ich mit Bauchweh in die Arbeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wie ihr geht es vielen anderen auch, weiß sie heute. Mit ihrem Unternehmen Basically Innovative berät sie Betriebe, die an einer neuen Unternehmenskultur interessiert sind, arbeitet aber auch mit ArbeitnehmerInnen, die einerseits eine bessere Work-Life-Balance anstreben, vor allem aber im Beruf mehr Wertschätzung und mehr Mitgestaltungsmöglichkeit erleben möchten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht mehr abrackern</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In „Arbeit auf Augenhöhe“ skizziert sie den Paradigmenwechsel, der gerade zu beobachten sei. „Immer mehr Beschäftigte überlegen ihren Job zu kündigen, weil sie mit ihrer Arbeit unzufrieden sind. Lieber sind sie kurzfristig ohne Job, als sich für ihre Arbeitgeber:innen abzurackern“, schreibt Glaser. Als einen Katalysator sieht sie die Pandemie. Diese habe viele Menschen dazu gebracht, ihre Arbeitssituation kritisch zu hinterfragen. Und oft sei die Schlussfolgerung, dass sie so nicht mehr weiterarbeiten wollen. „Die Gründe sind vielfältig, aber einer ist sicher, dass immer mehr Beschäftigte erschöpft und leer sind.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig vollziehe sich durch den Arbeitskräftemangel in vielen Branchen eine Art Machtwechsel. „Arbeitgeber:innen bewerben sich bei den Mitarbeiter:innen und diese wählen dann sehr genau aus, für wen sie arbeiten wollen.“ Die Höhe des Gehalts sei nicht das allein Entscheidende. Sinn, Nachhaltigkeit, Wertschätzung und Mitgestaltung seien ebenso Ausschlag gebend wie flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten. Ihre Generation – Glaser ist Jahrgang 1984 – sage: „Wir wollen eine faire, sozial nachhaltige Arbeitswelt, die nicht krank macht, in der die Menschen wachsen können und Sinn erkennen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit Arbeit auf Augenhöhe gelingt, seien beide Seiten gefordert: Unternehmen wie Belegschaft. ArbeitgeberInnen müssten zunächst ihren MitarbeiterInnen zuhören und ihre Ideen nicht vom Tisch wischen. Und Beschäftigte müssten lernen, sich ständig weiterzubilden und mit permanenter Veränderung zurechtzukommen. Der eine Job, den man ein Leben lang ausübe, dieses Modell habe ausgedient. Berufliche Umwege würden zur Norm, sodass sich am Ende viele die Arbeit schaffen, die zu ihnen passe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Möglichkeiten im Job ausloten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wovon Glaser allerdings abrät: Sofort zu kündigen, wenn etwas störe. Sie ermutige vielmehr herauszufinden, wo innerhalb des bestehenden Jobs Möglichkeiten bestehen, die Arbeit für sich selbst zu verbessern. Das hat sie übrigens zunächst auch an ihrem Arbeitsplatz im Ministerium gemacht: Sie reduzierte die Arbeitszeit, sie ging für eine Zeitlang ins Ausland, sie organisierte kleine Büroparties. Sie versuchte auf vielen Ebenen etwas zu verändern: Am Ende passte es für sie persönlich dennoch nicht. Bei anderen reicht hingehen eine solche Veränderung vielleicht schon aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aber kennzeichnet New Work? Es ist eben eine Arbeitswelt auf Augenhöhe, in der Fairness gelebt und Wissen geteilt sowie Offenheit für neue Wege zugelassen wird. Ein wichtiger Faktor ist dabei Wertschätzung gegenüber MitarbeiterInnen, ein weiterer Partizipation. Beschäftigte müssen also in allen Prozessen, die ihre Arbeit betreffen, mitgestalten können. Eine neue Fehlerkultur sorgt dafür, dass Fehler nicht als Weltuntergang empfunden werden, denn wer Angst habe, Fehler zu machen, habe Hemmungen neue Ideen umzusetzen. Und die Expertin warnt vor dem „Innovationstheater“. Ein solches liege dann vor, wenn das Unternehmen Reformen vorgebe, ohne die MitarbeiterInnen einzubinden. Das Ergebnis: Die Beschäftigten werden mit zusätzlichen Aufgaben überrollt, es fehle oft an Strategie und Kommunikation.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr Achtsamkeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer persönlichen Ebene rät Glaser ArbeitnehmerInnen, sich nicht zu scheuen, sich Wege zu suchen, wie sie, wie früher in der Kindheit, wieder ihre Kreativität ausleben können. Mehr Achtsamkeit im Hinblick auf die eigenen Kräfte helfe ebenso – hier gehe es um Pausen und darum, die persönlichen Belastungsgrenzen zu beachten. Sie selbst mache etwa täglich einen ausgiebigen Spaziergang, um den Kopf frei zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Expertin entwirft in ihrem Buch ein Idealmodell einer Arbeitswelt, die sowohl Arbeitgeber- als auch ArbeitnehmerInnenseite gerecht wird. Sie macht aber auch klar, dass es dabei nicht die eine Lösung gibt, die man über alle Betriebe und Institutionen drüberstülpen kann. Um den idealen Arbeitsplatz muss sich sowohl der Arbeitgeber als auch der/die einzelne MitarbeiterIn bemühen. Und genau dazu ermutigt Glaser in „Arbeit auf Augenhöhe“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/arbeit-auf-augenhoehe/" aria-label="Lena Marie Glaser: Arbeit auf Augenhöhe. Kremayr &amp; Scheriau, 2022.">Lena Marie Glaser: Arbeit auf Augenhöhe. Kremayr &amp; Scheriau, 2022.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine neue Schule für alle</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/09/22/eine-neue-schule-fuer-alle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 09:29:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Ganztagssschule]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Das österreichische Schulsystem wird oft kritisiert, aber wie könnte man es verbessern? Alexia Weiss hat mit ihrem Buch „Zerschlagt das Schulsystem...und baut es neu!“ einen Entwurf für die Schule der Zukunft vorgelegt. Sie verlangt einen radikalen Neuanfang. Für eine Schule, in der sich jedes Kind bestmöglich entfalten und lernen kann.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss-1024x576.png" alt="" class="wp-image-18968" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Buchtipps_weiss.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das österreichische Schulsystem wird oft kritisiert, aber wie könnte man es verbessern? Alexia Weiss hat mit ihrem Buch „Zerschlagt das Schulsystem&#8230;und baut es neu!“ einen Entwurf für die Schule der Zukunft vorgelegt. Sie verlangt einen radikalen Neuanfang. Für eine Schule, in der sich jedes Kind bestmöglich entfalten und lernen kann.</strong></p>



<span id="more-18967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Alexia Weiss bezeichnet ihr Buch selbst zwar als eine Streitschrift, doch es kommt größtenteils ohne Polemik und das Anprangern von Missständen aus. Missstände beschreiben, so erklärt die Autorin, sei nicht zielführend, auch wenn viele das von einem Buch dieses Titels erwarten würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiss’ Ziel ist vielmehr, eine Vision für ein völlig neu aufgesetztes Schulsystem vorzulegen, ein Plädoyer, wie man die Dinge besser machen könnte. Sie fordert mehr als nur ein „Reförmchen“ oder einen neuen Schulversuch. Weiss entwickelt daher in ihrem kurz und eindringlich geschriebenen Buch ein ideales, zeitgemäßes Schulsystem und erklärt anschaulich und mit vielen Beispielen, was es dafür bräuchte. Es umfasst die Elementarpädagogik, die Volksschulzeit, die Sekundarstufe und das Gymnasium ebenso wie die berufsbildenden Schulen, also die Schullaufbahn aller Kinder zwischen drei und 18 oder 19 Jahren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Chancengleichheit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Devise muss heißen: Gleiche Chancen für jedes Kind, unabhängig von seiner ethnischen und sozialen Herkunft, seiner Muttersprache und natürlich von seinem Geschlecht. Als Vorbilder für Weiss’ ideale Schule führt sie die Montessoripädagogik, die jedem einzelnen Kind gerecht werden möchte, ebenso an wie Schulsysteme anderer Länder, wie z.B. Finnland. Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, helfen Best-Practice-Beispiele. Aber für Weiss gibt es nicht nur den einen Lösungsansatz, sie will mit ihrer Streitschrift eine Diskussion in Gang setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klar ist: es muss eine endgültige Abkehr vom Frontalunterricht geben und es braucht massive Motivationsarbeit, um SchülerInnen für Inhalte zu begeistern. Am Ende der jeweiligen Schullaufbahn soll ein Abschlusszeugnis die tatsächliche Qualifikation widerspiegeln – und nicht einfach nur ein formaler Abschluss sein, mit dem der oder die Jugendliche sich auf die Suche nach einer Lehrstelle, einen Studienplatz oder einen Job begibt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gesamtschule und Ganztagsschule</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Grundlegend für eine neue Schule sind die Gesamtschule und die Ganztagsschule, wo allen Kindern sowohl die nötige Geborgenheit, als auch ausreichend Freiheit geboten wird, wo sie ihre Stärken und ihre Persönlichkeit entwickeln können. Die Eckpfeiler eines neuen Schulsystems müssten einerseits pädagogischer Natur sein, aber auch organisatorischer Art. Es braucht neue Curricula und ein Kurssystem, damit individuelle Stärken sowie Interessen und Vorlieben berücksichtigt werden können. Kleinere Klassen- bzw. Lerngruppen würden Kindern deutlich bessere Lernchancen geben und zugleich die PädagogInnen entlasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ganztagsschule wiederum ist aus pädagogischer Perspektive deutlich sinnvoller, weil sie die bestmögliche Betreuung bietet. Auch Nachhilfe bzw. Förderunterricht findet – gratis &#8211; in der Schule statt. Die Ganztagsschule würde auch den Eltern und v.a. den Müttern helfen, endlich Kinder und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bekommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Coach</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentraler Pfeiler ist in Weiss’ Entwurf für ein modernes Schulsystem der Coach. Das ist eine Person, idealerweise ein/e PsychologIn, die jede/n SchülerIn während der gesamten Schullaufbahn im Blick hat und sie begleitet. Der Coach beobachtet den Schulerfolg des Kindes. So bekommt jedes Kind Unterstützung, z.B. falls es Förderunterricht benötigt, oder aber auch wenn es Probleme in der Klassengemeinschaft gibt (Stichwort: Mobbing). Der Coach kennt das Kind schließlich gut genug, um auch bei der Auswahl von Fächern beratend zur Seite zu stehen und schließlich bei der Berufswahl Hilfestellung leisten zu können. Coaches sollen sicherstellen, dass jedes Kind sein Potential entfalten kann, bestmöglich gefördert wird und motiviert ist, individuell sein Bestes zu geben. Das ist v.a. bei SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen ganz zentral, oder aber auch bei Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen oder aus einem bildungsfernen Elternhaus. Die Coaches würden außerdem endlich die PädagogInnen entlasten, damit diese wieder ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich dem Unterricht und dem Vermitteln von Kompetenzen nachkommen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Elementarbildung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Um Kinder bestmöglich fördern zu können, muss auch endlich der Kindergarten als erste Bildungseinrichtung in den Fokus rücken. Die Arbeitsbedingungen für ElementarpädagogInnen müssen dringend verbessert werden. Kleinere Gruppen und damit ein neuer Pädagogin-Kind-Schlüssels sind längst überfällig und v.a. die Sprachförderung sollte im Kindergarten im Zentrum stehen. Das Ziel ist, dass alle Kinder beim Schuleintritt über ein adäquates Sprachniveau verfügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Bereich, der in einem erneuerten Schulsystem einen prominenten Platz bekommen sollte, ist für Weiss die Erziehung zur Demokratie. Diese Querschnittsmaterie lässt sich in Unterrichtsalltag gut üben, indem bereits mit sehr jungen Kindern Entscheidungen, die die Klasse betreffen, gemeinsam getroffen werden. Kinder sollen lernen, wie man in Diskussionen die Meinung des/der anderen respektiert, und was der Unterschied zwischen Fakten und Meinung ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fit für den Arbeitsmarkt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem jetzigen System ist eigentlich niemand zufrieden, weder die SchülerInnen, noch die LehrerInnen, und auch nicht die Eltern. Die Wirtschaft klagt ebenfalls über fehlende Grundkompetenzen bei SchulabsolventInnen, wie z.B. Defizite beim sinnerfassenden Lesen oder bei den Grundrechnungsarten. Viele Ausbildungsplätze oder Jobs werden derzeit nicht vergeben, weil es den KandidatInnen an Qualifikationen fehlt. Derzeit fallen daher immer mehr Jugendliche aus dem Ausbildungssystem oder verfügen über keinen Abschluss. Ein neues Schulsystem könnte daher jungen Menschen bessere Startchancen geben und sie fit für den Arbeitsmarkt machen, was den Sozialstaat langfristig entlasten würde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht finanzierbar?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Totschlagargument: „Das ist nicht finanzierbar“ hält Weiss die indirekten Kosten des derzeitigen ineffizienten Systems entgegen. Natürlich würde eine wirklich grundlegende Schulreform hohe Kosten mit sich bringen. Doch war es nicht in den letzten zwei Jahren möglich, enorme Summen für die Corona-Hilfen lockerzumachen? Investitionen in Bildung machen sich bezahlt, sowohl zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, als auch für die Wirtschaft, die über Personalmangel klagt und in vielen Branchen nach gut ausgebildeten Fachkräften sucht. Umgekehrt müsste man hier auch die Folgekosten des derzeitigen schlechten Schulsystems beziffern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer eine gerechtere Gesellschaft will, muss ganz am Anfang ansetzen. Und der Anfang, das sind in diesem Fall die Kinder. Für sie müssen wir einen völligen Neuzugang wagen“, schließt Weiss ihr Plädoyer. Daher auch ihre radikale Forderung: „Zerschlagt das Schulsystem&#8230; und baut es neu!“</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="643" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-643x1024.jpg" alt="" class="wp-image-18969 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-643x1024.jpg 643w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-188x300.jpg 188w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-94x150.jpg 94w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-768x1223.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631-964x1536.jpg 964w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/1024-1631.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alexia, Weiss</strong>: Zerschlagt das Schulsystem&#8230; und baut es neu! Eine Streitschrift. Kremayr &amp; Scheriau 2022.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu beziehen in der Fachbuchhandlung des ÖGB,  1010 Wien, Rathausstraße 21, oder <a href="https://besserewelt.at/zerschlagt-das-schulsystem-und-baut-es-neu" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Online (öffnet in neuem Tab)">Online</a></p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: „Das Büro ist der Tod“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/06/20/buchtipp-das-buero-ist-der-tod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christof Mackinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2022 14:19:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Lippmann]]></category>
		<category><![CDATA[Burnout]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Mackinger]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
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					<description><![CDATA[Der neue Roman „Innere Gewalt“ des Wiener Autors Alex Lippmann beschreibt die deprimierende Arbeitswelt der Olivia Wolf. Deprimierend, weil sie kaum noch den Absprung schafft. Christof Mackinger hat ihn gelesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann-1024x576.png" alt="" class="wp-image-18542" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/06/Buchtipps_lippmann.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der neue Roman „Innere Gewalt“ des Wiener Autors Alex Lippmann beschreibt die deprimierende Arbeitswelt der Olivia Wolf. Deprimierend, weil sie kaum noch den Absprung schafft. Christof Mackinger hat ihn gelesen</strong>.</p>



<span id="more-18532"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie scrollt seit 15 Minuten durch die Online-Gallerie der Sammlung und sucht nach diesem Bild, obwohl das absolut nichts mit ihrer Aufgabe zu tun hat. Sie könnte, sie sollte, sie müsste: schreiben, recherchieren, strukturieren, ein Dokument öffnen, jemanden anrufen – mit irgendwas beginnen. Sie hat nur zwei Tage Zeit für das Konzept. Aber sie fängt nicht an.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olivia Wolfs Leben ist, gelinde gesagt, beklemmend: Ihre Mutter leidet unter wiederholten Schüben einer psychischen Krankheit und setzt ihre Wohnung unter Wasser. Dies wiederum weiß eine windige Seelsorgerin auszunutzen – zumindest befürchtet das ihre Tochter. Olivias Freund, ein wenig erfolgreicher Musiker, weckt ihre Hoffnung auf eine stabile Zukunft mit Kind und Haus – und zerschlägt sie letztlich mit wenig vertrauenserweckenden Aktionen. Und dann ist da noch Olivias Arbeit. Die ihr Leben bestimmende, aber weitgehend langweilige Tätigkeit in einer PR-Agentur macht der jungen Frau wirklich zu schaffen. Sei es die Konkurrenz zu ihrem streberhaften Kollegen, der sich beim Chef einzuschleimen weiß, das ständig-erreichbar-Sein und die Langeweile im Büro, das Rausschieben unangenehmer Aufgaben und das Vortäuschen von Beschäftigt-Sein. Aber dann kommt Olivias große Chance im Unternehmen aufzusteigen: Ein neues Projekt, ein neuer Geldgeber und ein, leider bleibt Olivia auch das nicht erspart, ein etwas zudringlicher Chef. Der Kollege fällt aus, der Chef setzt alles auf Olivia. Fast scheitert sie an dieser großen Bürde, doch dann kommt ohnehin alles anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Halb unabsichtlich, halb gewollt stolpert Olivia die Karriereleiter hinauf, wird aber auch dort nicht glücklich. Vielmehr nähert sie sich stressbedingt sogar selbst dem Wahnsinn an. Sind es Tabletten? Sind es Träume? Sind es psychotische Schübe? Man weiß es nicht. Jedenfalls geht es Olivia Wolf nicht gut und sie dabei zu beobachten ist beklemmend. Aber so muss es nicht bleiben….</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alxander Lippmanns Roman „Innere Gewalt“ ist ein beeindruckendes Zeugnis des psychischen Drucks, den die Arbeit auf Angestellte aufbauen kann. Das Gefühl nicht zu wollen, nicht zu können, aber trotzdem sich jeden morgen ins Büro quälen zu müssen und dabei noch gute Miene vermitteln zu müssen. Burn-Out, Übermüdung, Doppelt- und Dreifachbelastung und &#8211; vermeintlich – kein Entkommen. Im zweiten Roman des Wiener Autors wird das deprimierende Leben, die Langeweile gepaart mit Stress einer inhaltsleeren, unerfüllenden Arbeit derart gut vermittelt, dass es der Leserin, dem die Leser schon fast zur Belastung wird. Und fast ebenso grauenhaft mit „anzusehen“ ist, wie sich selbst die Chefetage den potentiellen GeldgeberInnen an den Hals wirft:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wolfgang sieht völlig fertig aus. Die Haare wirken beinahe verfilzt, sein Hemd ist durch geschwitzt, das Sakko liegt schon lange auf einem Sessel. Er wirkt gehetzt, dreht sich immer wieder verstohlen um, nur um zu sehen, dass sein alter Freund ihn immer noch beobachtet. Auf Olivia wirkt er wie die ausgelaugte Version einer ausgebeuteten Stripperin, die für irgendeinen Boss tanzt, weil sie keine andere Wahl hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Olivias Lage ist verzwickt, ausweglos, sie macht ohnmächtig. Beeindruckend, dass Olivia dann doch den Absprung schafft. Ein Absprung der erzählerisch aber nicht an den Rest des Buches heran kommt. Zu glatt und fast zu plötzlich schafft es die Protagonistin viel zu spät das Blatt zu wenden, ihrem scheinbar schicksalhaften Ausgeliefert-Sein doch noch zu entkommen. Am Weg dorthin sind es aber Dialoge wie der folgende, der Lippmanns LeserInnen auch mal zum Schmunzeln bringt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich gehe dorthin nicht mehr zurück.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wohin?“ fragt Klara</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ins Büro“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das musst du nicht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Büro ist der Tod.“ Klara nickt und nimmt Olivias Hände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Innere Gewalt“ fesselt, bringt aber auch zum Verzweifeln. Es beklemmt und verwirrt, der befreiende Paukenschlag, der all dies zerschlägt bleibt aber fast aus. Insofern ist das Buch keines, das sonderlich viel Hoffnung bringt. Es beschreibt die Zwänge der modernen Arbeitsweg, kaum aber die Wege, die auch Olivia gehen könnte sich dagegen zu stemmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende aber ist „Innere Gewalt“ schon fast ein Zeitdokument, wie die neoliberalen Arbeitsverhältnisse im Dienstleistungssektor alle Beteiligten kaputt machen können. Diese Zwänge als Zeitdokument einzuordnen gibt zumindest die Hoffnung, dass solch verrückte Arbeitsverhältnisse irgendwann auch der Vergangenheit angehören könnten. Zumindest Olivia schafft den Absprung noch im letzten Moment. Bleibt nur zu hoffen, dass es ihr alle anderen bald gleichtun.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Alexander Lippmann</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://bahoebooks.net/start_de.php?action=201&amp;id=175" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Innere Gewalt (öffnet in neuem Tab)">Innere Gewalt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bahoe Books (Wien)<br>280 Seiten | € 22,00<br>ISBN 978-3-903290-68-6</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: Kapitalismus und Opposition in Zeiten der Klimakrise</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/05/18/buchtipp-kapitalismus-und-opposition-in-zeiten-der-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 11:29:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Gress]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakrise]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Wiener Journalist und Politikwissenschaftler Johannes Greß legt eine tiefgehende Analyse der ideologischen Grundsätze rund um das Phänomen „Konsum“ innerhalb unseres Wirtschaftssystems vor. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress-1024x576.png" alt="" class="wp-image-18382" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/Buchtipps_gress.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Wiener Journalist und Politikwissenschaftler Johannes Greß legt eine tiefgehende Analyse der ideologischen Grundsätze rund um das Phänomen „Konsum“ innerhalb unseres Wirtschaftssystems vor. </strong></p>



<span id="more-18380"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Greß legt dar, dass die ideologische Funktion von Konsum mit ökologischen und biophysischen Grenzen kollidiert und geht der Frage nach, inwieweit Wirtschaftswachstum und das globale Konsumverhalten, die lange Zeit als Garanten gesellschaftlicher Stabilität galten, durch ihre destruktiven ökologischen und sozialen Folgen zur gesellschaftlichen Destabilisierung beitragen. Mit seinen Ausführungen tritt er gegen die herrschende Naivität an, zu glauben, dass die Menschheit die gegenwärtige ökologische Krise nachhaltig bewältigen könnte, ohne etwas Grundlegendes an ihrer Lebensweise zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele seiner Überlegungen knüpft Greß an das Gedankengut des deutsch-amerikanischen Philosophen und Politologen Herbert Marcuse. Weitere Verbindungen werden zu ideologietheoretischen Überlegungen des argentinischen Politologen Ernesto Laclau und des slowenischen Philosophen Slavoj Žižek hergestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Greß theoretisiert auch individuelle journalistische Erfahrungen, Eindrücke und Gesprächsinhalte, um der These nachzugehen, wonach die unendlichen Konsummöglichkeiten als Ideologie zur Integration der (oppositionellen) Massen ins kapitalistische System fungieren. Zwecks Reflexion der Grundsätze politischer Theorien an Alltagsphänomenen begibt sich der Autor auch auf Spurensuche. Dabei werden die Mechanismen der materiellen Bedürfnisbefriedigung ebenso schonungslos analysiert wie der Zusammenhang zwischen Verzicht, Verbot bzw. Entsagung und Gewalt – den Greß als keinen zufälligen entlarvt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Bestehende Machtstrukturen absichern</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tatsache, dass Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt derzeit versuchen, den Spagat, zwischen materiellen Wohlstandszuwächsen und gleichzeitiger ökologischer Nachhaltigkeit zu schaffen, bezeichnet Greß als „grünen Kapitalismus“, der ebenso wie das sogenannte „nachhaltige Wachstum“ bzw. die „ökologische Modernisierung“ weniger darauf abziele, die Umwelt zu bewahren, als bestehende Macht- und Herrschaftsstrukturen abzusichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eindrucksvoll zeichnet er den krassen Interessenskonflikt zwischen dem Glauben, dass durch Wachstum Ungleichheit verringert werden könnte bzw. dass durch steigende Produktionen Beschäftigung und gesellschaftliche Integration möglich wären und der Begrenztheit natürlicher Ressourcen nach. Greß zeigt, dass die Auswirkungen der ökologischen Krise längst bei den Globalisierungsgewinnern der nördlichen Industriewelt angekommen sind und schafft damit ein durch Daten und Fakten fundiertes Plädoyer für eine nachhaltige Lebensweise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Autor entwirft den Begriff der Konsumideologie und geht der Frage nach, welche Funktion „entpolitisierter Massenkonsum“ heute haben kann. In einem alternativen Entwurf, bemisst Greß Wohlstand nicht anhand wirtschaftlicher Indikatoren, sondern am Freisein von Ausbeutung, Unterdrückung und einer Klassenherrschaft. Als Konstanten eines erfüllten Lebens definiert er sinnstiftende Arbeit, soziale Teilhabe, leistbare Mobilität und Gemeingüter, eine intakte Umwelt sowie eine hochwertige und inklusive Bildung.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="495" height="862" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/konsumideolgie-gelb-bildimtext-Kopie.jpg" alt="" class="wp-image-18386 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/konsumideolgie-gelb-bildimtext-Kopie.jpg 495w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/konsumideolgie-gelb-bildimtext-Kopie-172x300.jpg 172w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/05/konsumideolgie-gelb-bildimtext-Kopie-86x150.jpg 86w" sizes="auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Johannes Gress</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://besserewelt.at/konsumideologie" data-type="URL" data-id="https://besserewelt.at/konsumideologie" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Konsumideologie: Kapitalismus und Opposition in Zeiten der Klimakrise: (öffnet in neuem Tab)">Konsumideologie: Kapitalismus und Opposition in Zeiten der Klimakrise: </a>Von Bio-Bananen, Postdemokratie und Grünem Kapitalismus.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Black Books. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2022</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: Wir wollen unsere Zukunft zurück!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/09/02/buchtipp-wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Sep 2021 10:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Horaczek]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Ötsch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=17279</guid>

					<description><![CDATA[Viele Menschen trauen der Politik keine großen, zukunftsweisenden Entscheidungen mehr zu. Die Journalistin Nina Horaczek und der Ökonom Walter Ötsch sehen daher die Demokratie in einer Krise. In ihrer „Streitschrift für mehr Phantasie in der Politik“ proklamieren sie nun: „Wir wollen unsere Zukunft zurück!“ Gezeigt wird dabei auch an Hand von vielen Beispielen, wie selbst kleine Initiativen die Welt ein bisschen verändern können.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck-1024x576.png" alt="" class="wp-image-17280" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/horaczek_wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele Menschen trauen der Politik keine großen, zukunftsweisenden Entscheidungen mehr zu. Die Journalistin Nina Horaczek und der Ökonom Walter Ötsch sehen daher die Demokratie in einer Krise. In ihrer „Streitschrift für mehr Phantasie in der Politik“ proklamieren sie nun: „Wir wollen unsere Zukunft zurück!“ Gezeigt wird dabei auch an Hand von vielen Beispielen, wie selbst kleine Initiativen die Welt ein bisschen verändern können.</strong></p>



<span id="more-17279"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Die Corona-Krise hat die Welt auf den Kopf gestellt. Es wurde aber auch etwas Positives sichtbar: „In der Pandemie hat die Politik klar gezeigt, dass sie handlungsfähig ist und die Welt verändern kann – sie muss nur den Mut haben, es auch zu tun“, schreiben Ötsch und Horaczek. Zuvor herrschte die Meinung vor, Politik könne mal da, mal dort an einem Rädchen drehen, aber große, verändernde Entscheidungen seien nicht zu erwarten – so jedenfalls die Einschätzung vieler Menschen, die sich daher auch nicht mehr von den politischen Parteien vertreten fühlen. Die Demokratie befinde sich daher in einer Krise, so der Befund der beiden AutorInnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ursache sehen sie vor allem in der zunehmenden Vorherrschaft des Neoliberalismus, vor allem seit dem Zusammenbruch des Kommunismus. „Der Neoliberalismus hat alle großen politischen Denksysteme ausgehöhlt und ihre politische Phantasie geraubt. Das gilt für konservative, liberale und sozialdemokratische Strömungen. Sie sind, jede auf ihre Weise, vielfältige Synthesen mit dem Neoliberalismus eingegangen und haben dabei, jede auf ihre Weise, ihre eigentlichen Werte verloren beziehungsweise bis zur Unkenntlichkeit verformt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel wird der Umbau des Universitätssystems in Europa im Zug des Bologna-Prozesses plastisch dargestellt. „Bildung wird hier als Produktionsfaktor gesehen und unmittelbar der Wirtschaft unterstellt.“ Bildung werde als Investition gesehen, „bei der die Lernenden Humankapital aufbauen“. Jede Unterrichtseinheit und jede Lernanstrengung werde nun mit Credit Points bewertet. „Aber Quantitäten können keine Qualitäten messen. Die Anzahl der ECTS-Punkte ist kein Kriterium für die Qualität eines Studiums.“ Zum Schlagen kommt hier die Vorstellung eines marktkonformen Menschen. Hier liege die Ansicht zu Grunde, dass Menschen von außen lenkbar seien und dass sie sich selbst verändern könnten, um den äußeren Anforderungen besser zu entsprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen hätten aber durchaus – Politikmüdigkeit hin oder her – den Wunsch, etwas zu verändern. Die Möglichkeit, das auch tun zu können, wird aber als gering eingeschätzt. Und hier machen Ötsch und Horaczek Mut. Sie betonen, dass auch Minderheiten etwas verändern können. Durch ihre Beharrlichkeit und das Vorzeigen, was Veränderungen bewirken können, können sie sogar langfristig zu kollektivem Umdenken beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu veranschaulichen, wie solche Initiativen aussehen können, holen die AutorInnen 111 kleinere und größere Projekte aus der ganzen Welt vor den Vorhang. Das Gros setzt sich im Bereich Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz ein – die Umwelt für künftige Generationen zu schützen, das formulieren Ötsch und Horaczek auch als zentrales Ziel einer Politik für die Zukunft. Und so erfährt man beispielsweise, dass es in Eskilstuna in Schweden eine Recycling-Mall gibt, in der auf 5.000 Quadratmetern Second Hand-Ware von Kleidung über Möbel bis zu Elektrogeräten verkauft werden. Oder dass eine kleine Wiener Brauerei Brot, das in sonst auf dem Müll landen würde, als Ersatz für den Gerstenanteil unter dem Namen „Wasted“ zu Bier verarbeitet. In Sir Lanka wiederum wurde im Frühjahr 2021 der Anbei und Import von Palmöl verboten. Jährlich sollen nun zehn Prozent der 11.000 Hektar Palmölplantagen auf umweltfreundliche Pflanzen umgestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ötsch und Horaczek ermuntern die LeserInnen, an Veränderungen zu glauben und auch ihren Handlungsspielraum nicht zu unterschätzen. Denn eines habe die Corona-Krise eben auch – vor allem in den ersten Wochen – gezeigt: es gibt Solidarität. Darauf muss man nun aufbauen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="643" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-643x1024.jpg" alt="" class="wp-image-17281 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-643x1024.jpg 643w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-188x300.jpg 188w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-94x150.jpg 94w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-768x1224.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-964x1536.jpg 964w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-1285x2048.jpg 1285w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/09/9783864893315-scaled.jpg 1607w" sizes="auto, (max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Walter Ötsch / Nina Horaczek</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong><a href="https://www.westendverlag.de/buch/wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck/" data-type="URL" data-id="https://www.westendverlag.de/buch/wir-wollen-unsere-zukunft-zurueck/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Wir wollen unsere Zukunft zurück! (öffnet in neuem Tab)">Wir wollen unsere Zukunft zurück!</a></strong><br>Streitschrift für mehr Phantasie in der Politik</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Verlag Westend, Frankfurt/Main 2021<br>224 Seiten, 18,00 €<br>ISBN 978-3-86489-331-5</p>
</div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Wenn sich rote Linien verschieben</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/05/26/wenn-sich-rote-linien-verschieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2021 11:51:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtspopulisten]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ruth Wodak]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rechten sind längst in der Mitte angekommen, wie Ruth Wodak in der überarbeiteten Ausgabe ihres Buches „Politik mit der Angst“ auf beeindruckende Weise analysiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak-1024x576.png" alt="" class="wp-image-16993" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Buchtipps_wodak.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Grafik: GPA-djp</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Rechten sind längst in der Mitte angekommen, wie Ruth Wodak in der überarbeiteten Ausgabe ihres Buches „Politik mit der Angst“ auf beeindruckende Weise analysiert.</strong></p>



<span id="more-16992"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ihren Titel „Politik mit der Angst“, den Ruth Wodak vor fünf Jahren veröffentlichte, hat die renommierte Wiener Sprachwissenschaftlerin völlig überarbeitet und mit dem Untertitel „Die schamlose Normalisierung rechtsextremer und rechtspopulistischer Diskurse“ neu herausgebracht. Rote Linien und Toleranzgrenzen haben sich inzwischen verschoben, etliche Elemente des Rechtspopulismus sind in die Mitte – der Gesellschaft und des Parteienspektrums – vorgedrungen. Das weist Wodak anhand zahlreicher Politik-Beispiele nach, etwa aus dem Brexit-geplagten Vereinigten Königreich, aus den USA unter Donald Trump, aus Frankreich, Italien, Ungarn und auch Österreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sprachwissenschaftliche (Diskurs-)Analyse geht dabei nahtlos über in die Politikwissenschaft. Denn mit der verwendeten Sprache verfolgen rechtspopulistische PolitikerInnen ganz bestimmte politische Ziele. Sie bedienen sich gerne Techniken wie der Opfer-Täter-Umkehr, Lügen, Abstreiten oder Übertreiben, auch der, so Wodak, „kalkulierten Ambivalenz“ in Form antisemitischer Anspielungen. Komplexität wird auf simples Schwarz-Weiß-Denken reduziert. Sündenböcke sind rasch gefunden und müssen als Gründe für alle aktuellen Probleme herhalten. Um das auf mehr als 300 Seiten (wovon 20 Prozent Anmerkungen und Quellenangaben sind) aufzudröseln, hat sie akribisch dokumentierte Vorfälle, Reden, Presseaussendungen, Interviews analysiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Einfluss der extremen Rechten passiert sowohl direkt, durch (Mit-)Regieren, als auch indirekt, indem andere Parteien ihre Programme rechtsextremen Floskeln und Frames anpassen. „Rechtspopulistische Parteien füllen die von den Mainstream-Parteien (vor allem von den Linken) hinterlassene Lücke mit ihren politischen Angeboten. Dadurch wurde deren gesellschaftliche Legitimität zwar erhöht, aber gleichzeitig auch explizit ausgrenzende Einstellungen im öffentlichen Diskurs in die Mitte der Gesellschaft hineingeholt,“ betont Wodak. Der rechtspopulistische Satus quo wird zur „neuen Normalität“. In Österreich tragen das momentan die Grünen in der Koalition mit der ÖVP mit, wie die Autorin mehrmals kritisch feststellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt positive Vorstellungen in alternativen Parteiprogrammen und Manifesten zu konkretisieren – wie Solidarität, eine Politik des Wohlbefindens, Begegnungskulturen oder Akzeptanz und Leben mit Differenzen –, erleben wir eine rasante Zunahme an Konflikten und die Normalisierung einer diskriminierenden Politik, meint Wodak. Die Realität der lohnabhängigen Arbeit, einschließlich des Prekariats, der Teilzeitbeschäftigung oder der Kleinunternehmen, hat sich stark verändert und verändert sich weiterhin. Gefordert sind daher Parteien und Gewerkschaften gleichermaßen.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-16997 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst-683x1024.jpg 683w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst-200x300.jpg 200w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst-100x150.jpg 100w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst-768x1152.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/05/Politik-mit-der-Angst.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Ruth Wodak</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.konturen.cc/buecher/politik-mit-der-angst/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Politik mit der Angst – Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse (öffnet in neuem Tab)">Politik mit der Angst – Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Edition Konturen, Wien-Hamburg 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">335 Seiten, ISBN 978-3-902968-56-2, 29,80 Euro</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So geht echter Wohlstand</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/04/13/so-geht-echter-wohlstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2021 13:39:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine spannende fächerübergreifende Analyse unseres Wirtschaftssystems hat die Soziologin und Kulturhistorikerin Riane Eisler vorgelegt. Sie träumt von einer Fürsorge-Wirtschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie-1024x576.png" alt="" class="wp-image-16646" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/Buchtipps_grundlagen-der-oekonomie.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine spannende fächerübergreifende Analyse unseres Wirtschaftssystems hat die Soziologin und Kulturhistorikerin Riane Eisler vorgelegt. Sie träumt von einer Fürsorge-Wirtschaft.</strong></p>



<span id="more-16645"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrer Flucht vor den Nazis aus Wien als Achtjährige wuchs Riane Eisler ab 1939 zunächst in Kuba auf und lernte dort, was Armut bedeutet. Die Eislers hatten ihren gesamten Besitz zurücklassen müssen und wurden aus dem Wohlstand in ein Leben in stinkenden, baufälligen Gebäuden katapultiert. Als ihre Eltern in Havanna ein kleines Unternehmen aufgebaut hatten und es der Familie wieder besser ging, war Riane Eisler immer noch von Menschen umgeben, die in kakerlakenverseuchten Bruchbuden, obdachlos, bettelnd, körperlich schwer arbeitend lebten, während die kubanischen Eliten ein opulentes Luxusdasein führten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das prägte. Und brachte Riane Eisler dazu, gegen die „Ökonomie der Unterwerfung“ zu opponieren. Es beruht auf einem „Dominanzsystem“. Dem hält die US-amerikanische Kulturhistorikerin, Systemwissenschaftlerin und Soziologin ein „Partnerschaftssystem“ entgegen: Im Gegensatz zu konventionellen Wirtschaftstheorien möchte Eisler vor allem die Fürsorge, das englische „Care“, berücksichtigt wissen – Fürsorge „gegenüber uns selbst, gegenüber anderen und gegenüber unserer Mitwelt“. Sie fordert nicht weniger, als Wirtschaft neu zu denken. Schließlich werden ökonomische Systeme von Menschen geschaffen. Sämtliche wirtschaftliche Institutionen und Wirtschaftsprogramme, ob Aktienbörsen und Unternehmen, Kolonialismus, Sklavenarbeit oder Arbeits- und Sozialversicherungen, sind menschliche Erfindungen. Aber welcher Art diese Konstrukte sind und welche Konsequenzen sie nach sich ziehen, hängt vom herrschenden Wertesystem ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie Riane Eisler unsere Wirtschaftsstrukturen, unter denen ja auch viele Menschen und andere Ressourcen des Planeten Erde zu leiden haben, fächerübergreifend analysiert und revolutionieren möchte, ist in ihrem Buch „Die verkannten Grundlagen der Ökonomie – Wege zu einer Caring Economy“ nachzulesen. 2007 erschienen, liegt es erst 13 Jahre später in deutscher Übersetzung vor – was umso mehr für den Inhalt spricht. Ergänzt um ein aktuelles Vorwort heißt es da vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie: „Der Zusammenbruch der globalen Wirtschaft hat weltweit die Strukturfehler unseres derzeitigen Systems aufgedeckt, das weder nachhaltig noch gerecht ist und in dem eine realitätsferne Politik sowie realitätsuntaugliche Regeln, Anreize und Praktiken herrschen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der englische Originaltitel „The Real Wealth of Nations“ führt direkt zu Eislers Kernforderung, dass Care-Arbeit stärker einfließen muss in die Messung von Wohlstand – Indikatoren von Wirtschaftsproduktivität wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) oder das Bruttonationaleinkommen (BNE) greifen zu kurz. Diese konstruierten Spielregeln müssen geändert werden, findet sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Männer übernehmen mehr Care-Arbeiten, sodass diese Tätigkeiten mehr Anerkennung finden und der Anteil von Frauen und Männern in der Erwerbsarbeit ausgeglichen ist, beide Geschlechter haben dort die gleichen Chancen – und in den Privathaushalten die gleichen Verantwortlichkeiten. Schulen fördern die Fähigkeiten für empathische persönliche Beziehungen. Da unsere materiellen, emotionalen und geistigen Bedürfnisse gestillt sind, verkleinert sich der Markt für Drogen, illegale Waffen, sexuelle Ausbeutung und Prostitution. So könnte eine „Care-Revolution“ laut Riane Eisler aussehen. Wir können die evolutionär in uns angelegten Gaben nutzen, um eine neue ökonomische Realität zu schaffen, meint sie. Ob es dazu kommt, ist wohl eine Frage des Wollens.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="426" height="600" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/die-verkannten-grundlagen-der-oekonomie-1604295095423-284.png" alt="" class="wp-image-16648 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/die-verkannten-grundlagen-der-oekonomie-1604295095423-284.png 426w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/die-verkannten-grundlagen-der-oekonomie-1604295095423-284-213x300.png 213w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/04/die-verkannten-grundlagen-der-oekonomie-1604295095423-284-107x150.png 107w" sizes="auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Riane Eisler</h4>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.weltbild.at/artikel/buch/die-verkannten-grundlagen-der-oekonomie_27657538-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Die verkannten Grundlagen der Ökonomie – Wege zu einer Caring Economy (öffnet in neuem Tab)">Die verkannten Grundlagen der Ökonomie – Wege zu einer Caring Economy</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Büchner Verlag, Marburg 2020</p>



<p class="wp-block-paragraph">234 Seiten, ISBN 978-3-96317-215-1</p>



<p class="wp-block-paragraph">22 Euro</p>
</div></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchtipp: Jude ist kein Schimpfwort</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/03/23/buchtipp-jude-ist-kein-schimpfwort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 14:44:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Über das jüdische Leben in Österreich und den „normalen Umgang“ mit Jüdinnen und Juden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort-1024x576.png" alt="" class="wp-image-16597" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort-1024x576.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort-300x169.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort-150x84.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort-768x432.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/Buchtipps_jude-ist-kein-schimpfwort.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über das jüdische Leben in Österreich und den „normalen Umgang“ mit Jüdinnen und Juden</strong></p>



<span id="more-16596"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem neuesten Buch geht die Autorin und Journalistin Alexia Weiss auf Spurensuche und versucht sprachlich und atmosphärisch einzufangen, dass es im Umgang mit Juden und Jüdinnen in Österreich bis heute keine gänzliche Unbefangenheit und Normalität gibt. Das komme dann über Antisemitismus zum Ausdruck, aber auch durch ein hohes Sicherheitsbedürfnis oder durch einen übertrieben vorsichtigen Umgang seitens Nichtjuden. In persönlichen Gesprächen arbeitet Weiss heraus, wie sich Juden und Jüdinnen in ihrem Alltag fühlen und wie sie Antisemitismus erleben. Akzente von Antisemitismus im täglichen Leben und der Arbeit werden spürbar, Strategien im Umgang mit Anfeindungen sichtbar gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Juden erleben oft unangenehme Gespräche. Ebenso oft erleben sie ungewünschte oder übertriebene Umarmungen im übertragenen Sinn“, erzählt die 49-Jährige Wienerin. Der Grundtenor ist, dass es selten einen normalen Umgang mit dem Judentum gibt. „Juden werden ständig bewertet oder eingeordnet. Derartiges Verhalten ist leider oft ein Indiz dafür, dass man / frau nicht im Reinen mit der Thematik ist. Eigentlich wollen wir einfach ein normaler Teil der Gesellschaft sein“, befindet die Autorin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht um die Absicht hinter anti-jüdischen Phrasen aber auch um die Wahrnehmung des Ausgesprochenen. Die Absicht hinter dem Gesagten entspricht nicht immer genau jener Intensität, mit der Antisemitismus empfunden wird. Weiss gelingt die feine Grenzziehung zwischen persönlicher Wahrnehmung, weit verbreiteten Vorurteilen und antisemitischen Einstellungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch ist reich an aktuellen politischen Bezügen und gibt Einblicke in den Umgang der österreichischen Politik mit jüdischen Institutionen. Ganz nebenbei erfährt man Wissenswertes über das in Österreich angewandte Buchstabieralphabet, aus dem die Nazis alle jüdischen Namen entfernt haben, historische Plätze, Kulturelles und Details über die jüdische Gemeinschaft in Wien. Eine anregende Lektüre auf Basis einer profunden aktuellen Situationsanalyse, die exemplarisch und dennoch detailreich tiefe Einblicke in das jüdische Leben gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch ist eine lehrreiche Reise, die zeigt, wie moderne Juden mit ihrer Kultur und den traditionellen Werten umgehen, wie sie diese auslegen und leben.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="257" height="409" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/jude_ist_kein_schimpfwort_buchcover.jpg" alt="" class="wp-image-16598 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/jude_ist_kein_schimpfwort_buchcover.jpg 257w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/jude_ist_kein_schimpfwort_buchcover-189x300.jpg 189w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/jude_ist_kein_schimpfwort_buchcover-94x150.jpg 94w" sizes="auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alexia Weiss</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/jude-ist-kein-schimpfwort/" aria-label="Jude ist kein Schimpfwort">Jude ist kein Schimpfwort</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kremayr &amp; Scheriau</p>



<p class="wp-block-paragraph">92 Seiten, 22,00&nbsp;€&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISBN: 978-3-218-01263-8</p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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