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	<title>Silvia Igumnov &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Kein Kinderspiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2019 14:52:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Geregelte Ausbildung, bessere Lohn- und Arbeitszeitmodelle. Es gibt genug Baustellen in der Elementarpädagogik. Ein Blick auf eine Branche, die allgemein oft unterschätzt wird.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-1024x682.png" alt="" class="wp-image-11654" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-1024x682.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-768x511.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/AdobeStock_114775470.png 2002w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Geregelte Ausbildung, bessere Lohn- und Arbeitszeitmodelle. Es gibt genug Baustellen in der Elementarpädagogik. Ein Blick auf eine Branche, die allgemein oft unterschätzt wird.</strong></p>



<span id="more-11652"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Elementarbildung
leisten, heißt harte Arbeit und wenig Lohn. Karin Samer ist
Betriebsratsvorsitzende für den pädagogischen Bereich der Kinderfreunde.
„Kindergartenpädagogik ist ein sehr komplexer und Kräfte raubender Beruf“, weiß
Samer. Das Fachpersonal fehlt, die Fluktuation ist hoch und der Männeranteil marginal.
Voraussetzungen sind u.a.: MitarbeiterInnen müssen sehr flexibel arbeiten
können und ein hohes Maß an Selbstreflexion mitbringen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vielfältige Anforderungen</strong> </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betriebsratsvorsitzende beschreibt eine typische berufliche Stress-Situation, die in einem Kindergarten immer wieder in ähnlicher Weise auftreten kann: Drei bis vier Kinder sitzen mit einer Fachkraft an einem Tisch, geübt wird ein didaktisches Spiel. Doch zwei der Kinder geraten in einen Konflikt, der gelöst werden muss während bereits Eltern eines anderen Kindes an der Türe warten, um eine Auskunft zu erhalten. Expertin Samer: „Die Aufgabe besteht darin, die Anforderungen gleichwertig und gut zu lösen. Keiner sollte das Gefühl haben, nicht wahrgenommen zu werden“. Doch permanente Aufmerksamkeit und beinahe simultan auf die Bedürfnisse aller einzugehen, das ist auf Dauer sehr anstrengend. Ein komplexes Spannungsfeld findet sich dabei insbesondere in Wien. Einerseits ist hier der Anteil sehr fordernder Eltern mit hohem Bildungsniveau groß, die ihre Kinder schon im Vorschulalter fit für die Berufswelt machen wollen. Andererseits sind in den Kindergärten der Hauptstadt auch die meisten Kinder mit geringen Sprachkenntnissen zu finden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Nach wie vor werden rund 25 drei- bis sechsjährige Kinder von einer Pädagogin oder einem Pädagogen in Vollzeit betreut.&#8220; </p><cite> Karin Samer, Betriebsratsvorsitzende für den pädagogischen Bereich der Kinderfreunde </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">„Doch
in den vergangenen 10 Jahren hat sich in Wien der Betreuungsschlüssel nicht
verändert“, erklärt Karin Samer. Nach wie vor werden rund 25 drei- bis
sechsjährige Kinder von einer Pädagogin oder einem Pädagogen in Vollzeit
betreut, eine Assistenz steht für 20 Wochenstunden zur Verfügung. „Den Großteil
der Arbeitszeit muss die Assistenz allerdings für Essenszubereitung und Putzen
aufwenden“, weiß Samer. Damit sind die VollzeitpädagogInnen mit der
Aufmerksamkeit für 25 Kinder auf sich alleine gestellt. Keine ideale Situation
für Kinder und BetreuerInnen. </p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Schwieriges Terrain</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Einer
EU-Empfehlung besagt: eine Gruppe sollte aus maximal 16 Kindern bestehen.
Vorbild Schweden: hier arbeiten gleich drei bis vier PädagogInnen mit gerade 20
Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch
ist der Drang junger Menschen, in diesen Beruf einzusteigen &#8211; nicht zuletzt der
niedrigen Löhne wegen – gering. „Es gibt Leute, die glauben, wir spielen ein
bisschen mit den Kindern und das war es auch schon“, zeigt sich die
Betriebsratsvorsitzende der Kinderfreunde empört. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Welchen
Aufwand es wirklich bedeutet, ein Kind weiterzuentwickeln, ist nur wenigen
Menschen bewusst. Genau wie die Tatsache, dass Zwei- und Sechsjährige in
derselben Gruppe nicht die gleichen Anforderungen stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit
diesem Image der Elementarpädagogik muss auch Silvia Igumnov leben. Die
Betriebsrätin der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS) vertritt
rund 1700 MitarbeiterInnen, die eine große Bandbreite in der Betreuung von
Kindern bis hin zu SeniorInnen abdecken – sie ist dabei auch für 150 Tagesmütter zuständig. „In Kärnten gibt es
bereits seit 1974 Tagesmütter. Damals hieß es, das&nbsp; wären ja bloß Hausfrauen, die auch auf andere
Kinder schauen“, weiß Igumnov aus eigener Erfahrung. Erst eine verpflichtende
Ausbildung milderte dieses Vorurteil: „Wir wurden dadurch erst als Fachkräfte
gesehen“, erinnert sich die AVS-Betriebsrätin.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ohne Liebe geht es nicht</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Tagesmütter
sollten sich gerne mit Kindern beschäftigen, ausgeglichen sein und viel soziale
Kompetenz für diesen Beruf mitbringen. Zudem ist Lärmverträglichkeit
unabdingbar. Auch der Kontakt zu den Eltern der Tageskinder ist oft intensiver
als in einem Kindergarten. Und schließlich ist das finanzielle Auskommen
unsicher, denn die Bezahlung hängt freilich von der Anzahl der zu betreuenden
Kinder ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Je
mehr Kinder ich betreue, desto höher ist mein Gehalt. Im Herbst steht oft der
Wechsel in den Kindergarten an und dann fragen sich viele Tagesmütter, ob das
Nachbesetzen gelingt und wie es finanziell weiter geht – eine große Belastung
für die KollegInnen“, erklärt Silvia Igumnov. Bei einer geringen Zahl von
Tageskindern kann die Tagesmutter von der Vollversicherung in die
Geringfügigkeit rutschen. „Die KollegInnen verdienen dann plötzlich so wenig,
dass sie nicht über die Runden kommen“, macht die AVS-Betriebsrätin deutlich.
In Kärnten wurde nun in der AVS ein Fixlohn-Modell initiiert, das die
Unsicherheit abfedert. Dabei wird die Tagesmutter in der Vollversicherung
gehalten. „Wenn das Einkommen unter die Grenze von 850 Euro fällt, wird die
Differenz seitens des Trägers ausbezahlt. Die Tagesmutter rutscht nicht in die
Geringfügigkeit.“ Dabei hat der Arbeitgeber in diesem Zeitraum das Recht,
Tageskinder zuzuweisen. Insgesamt ist der Kollektivvertrag für Tagesmütter in
den letzten Jahren merklich besser geworden: sie rücken schon nach drei anstatt
fünf Jahren in der Gehaltsstufe vorwärts, ab 2020 sind es dann zwei Jahre.
Außerdem konnte eine Regelung für Mehrleistungsstunden getroffen werden. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Je mehr Kinder ich betreue, desto höher ist mein Gehalt. Im Herbst steht oft der Wechsel in den Kindergarten an und dann fragen sich viele Tagesmütter, ob das Nachbesetzen gelingt und wie es finanziell weiter geht – eine große Belastung für die KollegInnen.“ </p><cite> Silvia Igumnov, Betriebsrätin der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS) </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Tagesmüttern finden sich viele Gewerkschaftsmitglieder, das zeigt sich auch in der Stärke bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen der vergangenen Jahre. Für die Zukunft wünscht sich Silvia Igumnov  eine Bezahlung der Tagesmütter anhand der Arbeitszeit und nicht nach der Anzahl zu betreuender Kinder. Daneben sollte die Ausbildung für alle InteressentInnen leistbar sein. „Denn nur dann können auch mehr Leute dazu motiviert werden, in den Beruf einzusteigen.&#8220;</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Mangel an einheitlichen Standards</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Weder
für Tagesmütter noch für Kindergarten-AssistentInnen gibt es eine bundesweit
anerkannte Ausbildung. Ebenso besteht kein Berufsschutz, es gibt auch keine
einheitlichen österreichweiten Ausbildungsstandards und Anforderungsprofile.
Betroffen sind davon überwiegend Frauen, die zwar oftmals praktische Erfahrung
mit in den Job einbringen, aber dafür keine Anerkennung erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits
sollen elementare Bildungseinrichtungen immer mehr Qualität bieten, doch Karin
Samer kennt das „große Aber“ nur zu gut: „Wenn es um konkrete Projekte geht
wird, von der Politik mit den beschränkten finanziellen Ressourcen
argumentiert“. Auch ist
Österreich das einzige Land in Europa wo es keine akademische Ausbildung in der
Elementarpädagogik gibt. Sogar in Malta wurde hier eine tertiäre Ausbildung
eingeführt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sich die allgemeine Lage bessert, fordert Karin Samer ein Bundesrahmengesetz mit einheitlichen Richtlinien. „Das reicht von der Gruppengröße, wie sie auch wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll erscheinen lassen, bis zu ausreichend Personal für die Betreuung der Kinder.“ Auch ist eine tertiäre Ausbildung für KindergartenpädagogInnen  dringend erforderlich, ebenso muss es endlich eine einheitliche Ausbildung für unterstützendes Hilfs-Personal elementarer Bildungseinrichtungen geben. „Dazu gehören natürlich auch einheitliche Förderungen. Die Kompetenz soll von den Ländern zum Bund verlagert werden.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Weniger Stunden helfen allen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Weil die Anforderungen in Bildungseinrichtungen ständig steigen, gehen immer mehr KollegInnen von Samer in Teilzeit. Der kräfteraubende Job wäre mit einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden bei vollem Personal- und Lohnausgleich weitaus attraktiver. „Das wäre auch ein Anreiz, dieses Berufsfeld zu wählen.“ Weniger Arbeitsstunden wünscht sich AVS-Kollegin Igumnov auch für Tagesmütter. „Dieses Thema werden wir nicht fallen lassen“, erklärt die Betriebsrätin mit Bestimmtheit. „Gerade eine Arbeitszeitreduktion ist langfristig gesehen etwas ganz Wichtiges, um auch länger und gesund im Job zu bleiben.“ Mehr Freizeit bedeutet auch Erholung und damit weniger Krankenstände. </p>



<p class="wp-block-paragraph">  </p>



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<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Gewerkschaft GPA hilft</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Beratungsangebot (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_3.9/ueber-uns/kontakt" target="_blank">Beratungsangebot</a> zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. </p>
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<p class="wp-block-paragraph">  </p>
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