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	<title>Sonntagsöffnung &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Sonntagsöffnung &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<item>
		<title>Überwältigende Mehrheit für freien Sonntag</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/11/20/ueberwaeltigende-mehrheit-fuer-freien-sonntag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/06]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Handel]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES. In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. Laut [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22363" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ende Oktober 2025 hat die Gewerkschaft GPA in Einkaufsstraßen und -zentren in ganz Österreich 19.329 Beschäftigte gefragt, ob sie<br>sonntags arbeiten würden: Mehr als 97 Prozent lehnen das ab.<br>© Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES.</strong></p>



<span id="more-22362"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer repräsentativen Befragung des IFES-Instituts sind drei Viertel der Österreicher:innen – über alle Bevölkerungsgruppen hinweg – gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. 87 Prozent sagen, dass der Sonntag ein Tag für Familie, Freunde und Freizeit ist. Zwar zeigen sich Unterschiede je nach Wohnort und Alter, doch in keiner Gruppe<br>findet sich eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung. Auch in den größeren Städten sind acht von zehn Befragten mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur jedem Zwanzigsten wäre es persönlich sehr wichtig, am Sonntag einkaufen gehen zu können. „Entgegen der Meinung einiger Wirtschaftsvertreter:innen sind die Österreicher:innen mit den aktuellen Öffnungszeiten sehr zufrieden“, fasst Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, die Befragungsergebnisse zusammen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handelsangestellte klar dagegen </h4>



<p class="wp-block-paragraph">Noch deutlicher ist die Ablehnung der Sonntagsöffnung bei den Handelsangestellten. Von 19.329 Handelsbeschäftigten, die im Oktober 2025 in ganz Österreich befragt wurden, lehnen mehr als 97 Prozent eine Sonntagsöffnung ab. Die Gründe, die dafür am häufigsten genannt werden, sind: noch weniger Planbarkeit, weiter erhöhter Arbeitsdruck, fehlende Kinderbetreuungsangebote, höhere Kosten für die Unternehmen und keine Mehreinnahmen für die Unternehmen, weil sich der Umsatz nur verschiebt. „Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung“, so Teiber zu diesemeindeutigen Meinungsbild.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen besonders benachteiligt Besonders nachteilig wäre eine Sonntagsöffnung im Handel für Frauen. Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme mit der Kinderbetreuung. Wenn die Geschäfte nun auch am Sonntag aufsperren, würde es noch schwieriger Beruf und Familie zu vereinbaren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung.“</p>
<cite>Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Freiwilligkeit ist ein Mythos</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Befürworter der Sonntagsöffnung argumentieren oft mit der Freiwilligkeit. Die Beratungspraxis zeigt aber, dass diejenigen, die nicht „freiwillig“ spuren, häufig die ersten sind, die gehen müssen. Das ist übrigens auch vielen bewusst, die selbst nicht im Handel arbeiten. In der aktuellen IFES-Umfrage geben 76 Prozent der Befragten an, dass die Handelsbeschäftigten ihre Arbeitszeiten nicht selbst bestimmen können – zulasten von Familie, Freizeit und Erholung. „Wir stehen klar hinter den Interessen der Beschäftigten und der Bevölkerung: Deshalb wird es mit uns auch weiterhin keine Sonntagsarbeit im Handel geben!“, stellt die GPA-Vorsitzende klar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon jetzt suchen viele Handelsunternehmen dringend nach Mitarbeiter:innen. Wer Fachkräfte anwerben möchte, muss aber die Arbeitsbedingungen attraktiver machen. Die Sonntagsarbeit im Handel wäre die gegenteilige Maßnahme. Die Arbeitgeber sollten den Beschäftigten im Handel stattdessen höhere Gehälter und echte Flexibilität bieten!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png" alt="" class="wp-image-22365" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-2048x1229.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drei Viertel der Österreicher:innen, über alle Bevölkerungsgruppen hinweg, sprechen sich in einer repräsentativen IFES-Befragung klar gegen eine Sonntagsöffnung im Handel aus. Bei den Handelsangestellten ist die Ablehnung noch deutlicher. Mehr als 97 Prozent der Handelsbeschäftigten wollen nicht am Sonntag arbeiten. Das hat eine Befragung von fast 20.000 Handelsangestellten durch die GPA ergeben.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gewerkschaftsgeschichte und der Kuss nach Ladenschluss</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2021/03/11/gewerkschaftsgeschichte-und-der-kuss-nach-ladenschluss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marliese Mendel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 10:58:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaftsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Marliese Mendel]]></category>
		<category><![CDATA[Öffnungszeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsallianz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine kurze Geschichte des gewerkschaftlichen Kampfes um Ladenschlusszeiten samt Ministerbürobesetzung und Küssen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="562" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss-bildarchiv-cerny.jpeg" alt="" class="wp-image-16525" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss-bildarchiv-cerny.jpeg 1000w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss-bildarchiv-cerny-300x169.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss-bildarchiv-cerny-150x84.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss-bildarchiv-cerny-768x432.jpeg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption><strong>Demonstration gegen die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten 1988</strong><br>Foto: Czerny, ÖGB-Archiv</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine kurze Geschichte des gewerkschaftlichen Kampfes um Ladenschlusszeiten samt Ministerbürobesetzung und Küssen</strong></p>



<span id="more-16521"></span>



<p class="wp-block-paragraph">„Der schönste Kuss ist nach Ladenschluss“,&nbsp;skandierten im&nbsp;Jahr&nbsp;1989&nbsp;die TeilnehmerInnen einer Demonstration gegen die Verlängerung der Öffnungszeiten in Wien. Wann diese Küsse gegeben werden können &#8211; dahinter steckt allerdings eine komplizierte Geschichte. &nbsp;<br><br>Das Thema ist&nbsp;seit 1848 heiß umkämpft.&nbsp;Es gab zahlreiche Demonstrationen, blutige Nasen und einmal sogar die Besetzung eines Ministerbüros. Es wurden Gesetze verabschiedet und vom Verfassungsgerichtshof wieder aufgehoben. Es war und ist ein stetiges Tauziehen zwischen UnternehmerInnenwünschen und gewerkschaftlichen Forderungen, wie etwa die jährlich wiederkehrenden Diskussionen über Sonntagsöffnungszeiten.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="Das_Ladenschlussgesetz_1958_und_der_Verfassungsgerichtshof">Das Ladenschlussgesetz 1958 und der Verfassungsgerichtshof</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsende 1945 bestand ein&nbsp;unübersichtlichen Gesetzesgestrüpp:&nbsp;NS-Gesetzgebungen über Ladenschluss und Arbeitszeit, Gewerbeordnung, für einzelne Bundesländer gültige Ladenschlussverordnungen und das Gesetz über Sonn- und Feiertagsruhe. &nbsp;<br><br>Der erste Anstoß für die Verabschiedung eines Ladenschlussgesetzes kam von einer recht ungewöhnlichen Seite, nämlich vom&nbsp;Verfassungsgerichtshof&nbsp;im Jahr 1951. Er hob eine Verordnung aus der NS-Zeit auf. Nun begann die&nbsp;Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA)&nbsp;den Kampf um ein für KonsumentInnen und Beschäftigte gleichermaßen&nbsp;gerechtes Ladenschlussgesetz&nbsp;inklusive Schließzeiten an Samstagnachmittagen und Sonntagen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="660" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler-1024x660.jpeg" alt="" class="wp-image-16522" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler-1024x660.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler-300x193.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler-150x97.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler-768x495.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss2-bildarchiv-kammler.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Demonstration der Sandwichmänner im Februar 1958</strong><br>Foto: ÖGB-Archiv</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="Das_Ladenschlussgesetz_1958_und_die_Gewerkschaft">Das Ladenschlussgesetz 1958 und die Gewerkschaft</h4>



<p class="wp-block-paragraph">GewerkschafterInnen beider Parteien&nbsp;(ÖVP und SPÖ) traten im Parlament für die Verabschiedung des Ladenschlussgesetzes ein. Sie brachten&nbsp;Initiativanträge&nbsp;ein, die aber schubladisiert wurden, denn UnternehmerInnen bestanden darauf, dass sie sich bei den Sperrzeiten nicht dreinreden lassen wollen. Es gab keine Verhandlungen. Also griff die GPA in ihre&nbsp;wohl gefüllte Mobilisierungskiste.&nbsp;Handelsangestellte marschierten mit umgehängten Plakaten durch Wiener Geschäftsstraßen, es wurden Resolutionen verabschiedet, Protestnoten an Nationalratsabgeordnete geschickt, Flugzettel verteilt und Plakate aufgeklebt. Die GPA schaltete Zeitungsinserate und zeigte Werbefilme in Kinos. Die Handelsangestellten wollten nicht länger die Stiefkinder des sozialen Fortschritts sein. &nbsp;</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="Die_Schnheitsfehler_im_Gesetz">Die Schönheitsfehler im Gesetz</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der&nbsp;Druck machte sich bezahlt&nbsp;und im&nbsp;Jahr 1958&nbsp;verabschiedete der Nationalrat das Ladenschlussgesetz, das die&nbsp;18-Uhr-Sperre&nbsp;und prinzipiell den freien Samstagnachmittag für Handelsangestellte brachte. Ein voller gewerkschaftlicher Erfolg, wäre da nicht der kleine&nbsp;Schönheitsfehler&nbsp;gewesen, dass Landeshauptleute innerhalb des gesetzlichen Rahmens eigene Verordnungen erlassen können. &nbsp;<br><br>Dies führte zu&nbsp;unterschiedlichen Öffnungszeiten&nbsp;in den einzelnen Bundesländern. Auf die Verordnungen antworteten die GewerkschafterInnen mit&nbsp;Demonstrationen und Sprechchören.&nbsp;Wieder machte sich der Druck bezahlt: im Jahr 1962 waren zumindest in fünf Bundesländern die sogenannten silbernen und goldenen Sonntage (dritter und vierter Adventsonntag) abgeschafft – die vier Einkaufssamstage vor Weihnachten blieben bestehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny-1024x743.jpeg" alt="" class="wp-image-16523" width="705" height="511" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny-1024x743.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny-300x218.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny-150x109.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny-768x557.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss3-bildarchiv-cerny.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><figcaption><strong>Flugblattverteilung GPA 1971</strong><br>Foto: ÖGB-Archiv</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading"> Arbeitszeitverkürzung und der Öffnungszeiten-Kollektivvertrag</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nun setzte sich die Gewerkschaft&nbsp;neue Ziele:&nbsp;die&nbsp;Fünftagewoche&nbsp;und&nbsp;Arbeitszeitverkürzung.&nbsp;Die Fünftagewoche kam mit dem Kollektivvertrag im Jahr 1968. Die Arbeitszeitverkürzung zuerst mit Generalkollektivvertrag im Jahr 1959 auf 45 Wochenstunden, und 1969 mit dem Arbeitszeitgesetz und der schrittweisen Einführung der 40-Stunden-Woche .1989 wurde schließlich auf Kollektivvertragsbasis die 38,5-Stunden-Woche geregelt.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="Der_schnste_Kuss_ist_nach_Ladenschluss_">Der schönste Kuss ist nach Ladenschluss &nbsp;</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum schien alles geregelt, kippte der Verfassungsgerichtshof am 21. Juni 1989 das Ladenschlussgesetz abermals. Die Abendsperre um 18.00 Uhr wurde mit 30. November 1989 aufgehoben.&nbsp;Es drohte eine gesetzesfreie Zeit.&nbsp;Die GPA handelte sofort: Unterschriftaktionen und Demonstrationen, bei denen TeilnehmerInnen Plakate hochhielten, auf denen zu lesen stand: „Der schönste Kuss ist nach Ladenschluss“ und&nbsp;„Gegen eine Versklavung der Handelsangestellten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde dann schnell ein Gesetz verabschiedet, das aber wieder aufgehoben wurde und nun war die Frist der 30. Juni 1991. Es drohte wieder ein gesetzloser Zustand.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="485" height="273" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss4-bildarchiv-toegel.jpeg" alt="" class="wp-image-16524" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss4-bildarchiv-toegel.jpeg 485w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss4-bildarchiv-toegel-300x169.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2021/03/ladenschluss4-bildarchiv-toegel-150x84.jpeg 150w" sizes="auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px" /><figcaption>Johanna Dohnal bei der Besetzung des Ministerbüros 1991<br>Foto: ÖGB-Archiv</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading" id="Die_Besetzung_des_Ministerbros">Die Besetzung des Ministerbüros</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wirtschaftsbund nahm die Position ein, das Gesetz einfach auslaufen zu lassen, das konnte die GPA natürlich nicht akzeptieren. Die Verhandlungen stockten. Also griff die GPA einerseits mit der&nbsp;AKTION HANDELN&nbsp;zu bewährten Kampfmitteln, aber auch zu einer recht außergewöhnlichen Maßnahme:&nbsp;100 BetriebsrätInnen besetzen am 12. Juni 1991&nbsp;das Büro des damaligen Wirtschaftsministers Wolfgang Schüssel. Er war nicht da, aber während der nächsten 24 Stunden kamen ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch und die GPA-Vorsitzende Lore Hostasch auf Solidaritätsbesuch. Die ÖGB-Frauenvorsitzende Irmgard Schmidleithner blieb die ganze Nacht und wurde am nächsten Tag von der&nbsp;<a href="https://www.oegb.at/cms/S06/S06_2.5.a/1342626389011/ueber-uns/wir-waren/johanna-dohnal-und-die-gewerkschaften" aria-label="Frauenministerin Johanna Dohnal">Frauenministerin Johanna Dohnal</a>&nbsp;unterstützt. Die Aktion war erfolgreich, es kam zu Verhandlungen, einem Gesetz und auch einem verbesserten Öffnungszeiten-Kollektivvertrag.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="Schwarzblaue_Regierung_und_die_ffnungszeiten">Schwarz-blaue Regierung und die Öffnungszeiten</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste große Änderung geschah während der&nbsp;schwarz-blauen Regierung&nbsp;– unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.&nbsp;Ohne Einbeziehung der Sozialpartner&nbsp;beschloss sie im Jahr 2003 das Öffnungszeitengesetz, das die Geschäftsöffnungszeiten unter der Woche wesentlich erweiterte. Und unter der Regierung Gusenbauer wurde das Öffnungszeitengesetz im Jahr 2007 geändert: von nun an dürfen Geschäfte statt bisher 66 Stunden pro Woche 72 Stunden offenhalten und es das Gesetz brachte auch eine weitere Liberalisierung der Öffnungszeiten in der Früh und am Abend. Darauf antwortete die GPA wieder mit Verbesserungen im Öffnungszeiten-Kollektivvertrag. &nbsp;<br><br>Seither gab es immer wieder Vorstöße, die Öffnungszeiten weiter zu liberalisieren oder die&nbsp;Sonntagsöffnungszeiten&nbsp;–&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=l59SI4Z6B20&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="wie Richard Lugner (öffnet in neuem Tab)">wie Richard Lugner</a>&nbsp;&#8211; durchzusetzen. Letztens schlug WKÖ-Präsident Harald Mahrer zwei offene Sonntage vor Weihnachten vor, damit die Geschäfte die Verluste durch den coronabedingten Lockdown aufholen können. Er holte sich eine herbe Abfuhr ein. &nbsp;<br><br>Denn schließlich will niemand sehr lange auf den Ladenschluss warten, um einen Kuss zu bekommen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sonntag frei</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/11/14/sonntag-frei-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 12:09:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fotogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsallianz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Entgegen dem Druck von Wirtschaftsseite soll der Tag des Herrn vor allem auch einer der Familie, Freiwilligenarbeit und Umwelt bleiben, meinen Gewerkschafts- und KirchenvertreterInnen. Haben Sie an einem Sonntag in Österreich schon einmal versucht, einen Liter Milch zu kaufen, weil Sie ihn dringend brauchten und Ihnen NachbarInnen nicht aushelfen konnten? Möglicherweise sind Sie am Bahnhof, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/Fotogramm-Sonntag2-1024x614.png" alt="" class="wp-image-11834" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/Fotogramm-Sonntag2-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/Fotogramm-Sonntag2-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/Fotogramm-Sonntag2-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/10/Fotogramm-Sonntag2-768x461.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Laut einer repräsentativen Erhebung der „Sonntagsallianz“ unter 1000 ÖsterreicherInnen zwischen 16 und 69 Jahren wollen 60 Prozent sonntags nicht arbeiten. </strong><br>Grafik: GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit/Adobe Stock</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Entgegen dem Druck von Wirtschaftsseite soll der Tag des Herrn vor allem auch einer der Familie, Freiwilligenarbeit und Umwelt bleiben, meinen Gewerkschafts- und KirchenvertreterInnen. </strong></p>



<span id="more-11833"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Haben Sie an einem Sonntag in Österreich schon einmal versucht, einen Liter Milch zu kaufen, weil Sie ihn dringend brauchten und Ihnen NachbarInnen nicht aushelfen konnten? Möglicherweise sind Sie am Bahnhof, an der Tankstelle oder in einem Kaffeehaus fündig geworden, sofern vorhanden, haben dafür einen etwas höheren Preis bezahlt – aber mehr haben Sie deshalb nicht eingekauft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der
Sonntag ist in christlich geprägten Ländern wie Österreich etwas Besonderes. Er
ist Familien-, Ausflugs- oder schlicht Ruhetag. Und kostet mehr, wenn er
betriebswirtschaftlich genutzt wird, seien es finanzielle Zuschläge oder
weniger Erholung. Nicht mehr bringt hingegen der Wirtschaft ein Sonntag, der
als Einkaufstag allgemein frei gegeben wird, so die Argumentation der ArbeitnehmervertreterInnen.
Die Menschen hätten deshalb nicht mehr Geld zur Verfügung, um es auszugeben,
lautet der Tenor.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Aber wenn Sie sich etwa in einem Shoppingcenter umschauen, wo Geschäfte bis 21 Uhr offen halten dürfen, wird das ja gar nicht angenommen von den KundInnen. Die KonsumentInnen geben deshalb nicht mehr Geld aus.“  </p><cite>Anita Palkovich, Chefverhandlerin für den Handel</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wollen den arbeitsfreien Sonntag beibehalten. Daran hat sich wenig geändert“, betont Anita Palkovich von der GPA-djp. Sie ist auf Gewerkschaftsseite Chef-Verhandlerin des Kollektivvertrags (KV) für die rund 500.000 Handelsangestellten. Teile der Arbeitgeber und Wirtschaftskammer möchten die Öffnungszeiten der Geschäfte in Österreich weiter ausdehnen. „Aber wenn Sie sich etwa in einem Shoppingcenter umschauen, wo Geschäfte bis 21 Uhr offen halten dürfen, wird das ja gar nicht angenommen von den KundInnen. Die KonsumentInnen geben deshalb nicht mehr Geld aus.“ </p>



<h4 class="wp-block-heading">Sonntag für Familie und Freunde</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Tourismusregionen, zu denen beispielsweise auch die Wiener Innenstadt zählt, dürfen aufgrund einer Ausnahmeregelung Geschäfte länger aufsperren. Voraussetzung ist, es herrschen faire Arbeitsbedingungen, so Palkovich. „Der Sonntag gehört der Familie und Freunden. Das bestätigen auch unsere Meinungsumfragen.&#8220; Laut jüngsten Erhebungen der GPA-djp lehnen es etwa unter den Handelsangestellten in Wien mehr als 90 Prozent ab, an Sonntagen zu arbeiten. Das wäre „eine Verschlechterung der Arbeits- und Lebensqualität der Betroffenen“, der die Gewerkschaft nicht zustimmen werde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So konterte die Bundesvorsitzende der GPA-djp, Barbara Teiber, eine entsprechende Forderung der Österreichischen Hoteliervereinigung ab. Diese hatte ihrerseits im Spätsommer eine Befragung in Auftrag gegeben, die ergab, dass mehr als 50 Prozent der WienerInnen die generelle Sonntagsöffnung in der Bundeshauptstadt befürworten und auch nützen würden. Die Hoteliers glauben im Gegensatz zu den ArbeitnehmervertreterInnen an eine höhere Geberlaune, mehr Steuereinnahmen und Jobs durch offene Geschäfte sonntags in ganz Wien. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine Frage der Perspektive. Einer repräsentative Erhebung der „Sonntagsallianz“ unter 1000 ÖsterreicherInnen zwischen 16 und 69 Jahren zufolge wollen knapp 60 Prozent den arbeitsfreien Sonntag „unbedingt behalten“ und sind nicht bereit, sonntags regelmäßig selbst zu arbeiten. Sechs von zehn Befragten lehnen eine Aufhebung der Wochenendruhe zugunsten individuell freier Tage ab. Gegen eine Aufweichung sind in erster Linie Mütter und Personen zwischen 30 und 49 Jahren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sonntag für die Freiwilligenarbeit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein verkaufsoffener Sonntag wäre ein Dammbruch“, sagt der Betriebsrat und Sprecher der „<a href="https://www.freiersonntag.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Sonntagsallianz (öffnet in neuem Tab)">Sonntagsallianz</a>“, Philipp Kuhlmann, im Gespräch mit der KOMPETENZ. Denn der Handel sei als Branche ein gewisser Taktgeber für die gesamte Gesellschaft. Die „Sonntagsallianz“ macht sich seit bald zehn Jahren für die Beibehaltung des arbeitsfreien Sonntags stark. Sie ist eine gemeinsame Plattform von mehr als 50 kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen sowie aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Koordiniert wird die Arbeit der Allianz durch die Katholische Sozialakademie Österreichs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Manche
müssen sonntags arbeiten“, verweist Kuhlmann auf Bereiche wie Krankenhäuser,
Polizei oder den öffentlichen Verkehr. „Da sagen wir danke! Wir sind aber gegen
eine Ausweitung von Sonntagsarbeit, wo es nicht notwendig ist.“ Dass ja aber
auch im Internet rund um die Uhr eingekauft werden könne, hält er für ein
Scheinargument. Der Online-Handel funktioniere nur in bestimmten Segmenten,
nicht etwa in der Lebensmittel-Branche, verschiebe die Kundenausgaben, steigere
sie aber nicht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wir sind aber gegen eine Ausweitung von Sonntagsarbeit, wo es nicht notwendig ist.“ </p><cite> Philipp Kuhlmann, Betriebsrat und Sprecher der Sonntagsallianz</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Zur vermehrten Bewusstseinsbildung geht die „Sonntagsallianz“ denn auch mit einer <a href="https://www.meinsonntag.plus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="neuen Kampagne (öffnet in neuem Tab)">neuen Kampagne</a> in ihr Jubiläumsjahr, die weit über den religiösen Aspekt hinausgeht. Dabei sticht ein Argument für den arbeitsfreien Sonntag heraus, das gerne übersehen wird: Die Freiwilligenarbeit in Ehrenämtern, die viele ÖsterreicherInnen in Naturschutz- und Sportorganisationen oder anderen Vereinen ausüben. So sind zum Beispiel 99 Prozent der Feuerwehren in Österreich ehrenamtlich organisiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eine Einschränkung des Ehrenamtes gefährdet sozialen
Zusammenhalt und Gesellschaft“, heißt daher ein Slogan. Der Umweltschutz wird
ebenfalls ins Treffen geführt. „Unser Leben beruhigt sich an Sonn- und
Feiertagen, damit auch der Verkehr und die Umweltbelastung.“ Eine Anspielung
auf den regen Pendlerverkehr, da die meisten Beschäftigten nicht vor der
Haustür jobben können. Schließlich sei der Verkehr laut Umweltbundesamt
Hauptverursacher bei den klimarelevanten Gasen. In Anlehnung an die
mittlerweile etablierten Freitagsdemonstrationen von KlimaschützerInnen auf der
ganzen Welt verleiht die „Sonntagsallianz“ ihrer Forderung Nachdruck mit dem
Schlagwort „#sundays4future“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Thema bleibt Österreich mit Sicherheit erhalten. Nicht
zuletzt, weil die ehemalige Kaiserstadt Bad Ischl im Jahr 2024 Europäische
Kulturhauptstadt sein wird. Das freut insbesondere LokalpatriotInnen im
oberösterreichischen Salzkammergut. ArbeitnehmervertreterInnen ruft das eher
auf den Plan. Bereits heuer dürfen in den 35 Bad Ischler Innenstadtgeschäften
die Angestellten zum Mariä Empfängnis-Feiertag am 8. Dezember nicht arbeiten.
Dieser fällt 2019 auf einen Sonntag – und mit dem Bad Ischler Nikolokirtag und
-markt zusammen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Anlass sprachen sich die Handelsangestellten dort bereits in einer <a href="https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_3.4.6.a/1342618478419/ueber-uns/bundeslaender/oberoesterreich/81-7-prozent-der-handelsangestellten-sagen-nein" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Umfrage der GPA-djp Oberösterreich (öffnet in neuem Tab)">Umfrage der GPA-djp Oberösterreich</a> zu 82 Prozent gegen Sonntagsarbeit aus. Sie wurden jetzt vom Arbeitsministerium sogar aufgrund des Arbeitsruhegesetzes zur Sonntagsruhe am 8. Dezember verdonnert – die GeschäftebetreiberInnen selbst dürfen/müssen arbeiten. Wie sich das mit dem erhöhten Tourismus-Aufkommen im Kulturhauptstadt-Jahr ausgehen wird, bleibt abzuwarten. </p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Handel: Sonntag frei!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2012/06/13/sonntag-frei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 07:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2012/04]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsallianz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismuszone]]></category>
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					<description><![CDATA[Österreichweit ist die GPA-djp aktiv im Kampf gegen Bestrebungen, die Regelungen zur Sonntagsruhe im Handel aufzuweichen. Über eine halbe Million Menschen arbeiten in Österreich im Handel, überwiegend sind es Frauen. Wenn der Sonntag als Tag der Ruhe und des Gemeinschaftslebens entfällt, betrifft das daher die gesamte Familie. Franz Georg Brantner, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large advgb-dyn-a9cb3342"><img loading="lazy" decoding="async" width="886" height="591" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L.jpg" alt="" class="wp-image-15073" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L.jpg 886w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Fotolia_41426085_L-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 886px) 100vw, 886px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: fotolia</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Österreichweit ist die GPA-djp aktiv im Kampf gegen Bestrebungen, die Regelungen zur Sonntagsruhe im Handel aufzuweichen.</strong></p>



<span id="more-1421"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Über eine halbe Million Menschen arbeiten in Österreich im Handel, überwiegend sind es Frauen. Wenn der Sonntag als Tag der Ruhe und des Gemeinschaftslebens entfällt, betrifft das daher die gesamte Familie. Franz Georg Brantner, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, kämpft seit Jahren engagiert und erfolgreich gegen die schleichende Aushöhlung des freien Sonntags durch Wirtschaft und Politik: „Der freie Sonntag ist unverzichtbar zum Schutz der Beschäftigten! Besonders im Handel wurden in den letzten Jahren die Arbeitszeiten mehr und mehr flexibilisiert, das ging zu Lasten der Arbeitnehmerinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Österreichs Tourismusregionen gibt es Sonderregelungen, die saisonal eine eingeschränkte Sonntagsöffnung ermöglichen, natürlich verbunden mit entsprechenden Zuschlägen für die Beschäftigten. In Wien gibt es so eine Regelung nicht, da eine Abgrenzung von eindeutigen Tourismuszonen nicht machbar ist. Ziel der GPA-djp: Die bestehenden Regelungen verbessern und nicht aufweichen &#8211; Sonntagsarbeit im Handel muss die Ausnahme bleiben!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kärnten </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kärnten ringt man derzeit um eine Neuregelung der Sonntagsöffnung: Eine gemeinsamer Entwurf der Sozialpartner GPA-djp und WKO liegt auf dem Tisch. Zugleich mit der neuen Verordnung sollte auch ein neuer Kollektivvertrag in Kraft treten, der die Beschäftigten besser schützt. Doch die Verordnung von Landeshauptmann Dörfler, die am 1. Mai in kraft trat, entspricht dem Sozialpartnerentwurf ganz und gar nicht. GPA-djp Regionalgeschäftsführerin Jutta Brandhuber kämpft weiter für ihren Sozialpartnerentwurf. Schon seit über 20 Jahren durften in bestimmten Kärntner Tourismusgebieten an Sonntagen nur Lebensmittel, Druckerzeugnisse, Bekleidungs-, Foto- und Toiletteartikel, Souvenirs und Sportartikel verkauft werden, und das nur zur Zeit der Sommer- und Wintersaison. Der neue Verordnungsentwurf der Sozialpartner hätte zur Folge, dass nun 40 Geschäfte, die bisher sonntags aufsperren durften, dies nicht mehr dürfen. Bei einer Umfrage der GPA-djp Kärnten sprach sich die Mehrheit der Beschäftigten im Handel eindeutig gegen die Sonntagsarbeit aus: 96,4 Prozent wollen den Sonntag als Tag der Familie nicht preisgeben. Nur 20 von 505 Befragten Beschäftigten stimmten für die Sonntagsarbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Oberösterreich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wollen am Sonntag nicht arbeiten: 93 Prozent der Handelsbeschäftigten in Braunauer Geschäften sind nicht bereit, ihren freien Sonntag der vom Bürgermeister angestrebten Sonntagsöffnung während der Landesausstellung zu opfern. Mit der Urabstimmung, die die GPA-djp in den Braunauer Handelsbetrieben durchführte, wurde klar: Die Ambitionen des Bürgermeisters stehen in krassem Gegensatz zu den Interessen der Betroffenen. „Die Beschäftigten haben uns den Auftrag gegeben, uns weiter für den arbeitsfreien Sonntag einzusetzen. Wenn die Politik nicht schleunigst zurückrudert, wird es bestimmt nicht bei der Urabstimmung bleiben“, warnt Regionalgeschäftsführer Andreas Stangl. Dass gerade der neue Braunauer Bürgermeister Gelüste zeige, die Sonntagsruhe aufzuweichen, sei erstaunlich: „Immerhin war die Stadt Braunau eine der ersten, die der Allianz für den freien Sonntag beigetreten ist. Auch der Bürgermeister muss sich an Gemeinderatsbeschlüsse halten“, stellt Stangl klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Salzburg</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Salzburg steht aktuell die Sonntagsöffnung im neuen Salzburger Hauptbahnhof zur Debatte. Lebensmittelriese Spar eröffnet dort einen 800 m2 großen Markt, der von Montag bis Sonntag von 5 Uhr bis 23 Uhr offen sein soll. Laut Gesetz dürften nur 80 m2 offen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zuständige Landesrat Blachfellner hat Ende Mai 385 m2 offene Verkaufsfläche für den Sonntag genehmigt. Daraufhin kündigt die GPA-djp nun rechtliche Schritte und gewerkschaftlich Maßnahmen an. Franz Georg Brantner wertet die Genehmigung als einen „Affront gegen die Handelsangestellten in ganz Österreich, den wir auch noch mit allen gewerkschaftlichen Mitteln bekämpfen werden“ und bezweifelt, dass sich der Landesrat „der Tragweite dieses sachlich nicht nachvollziehbaren Kniefalls vor einem Unternehmen bewusst ist. Mit dieser Verordnung setzt er die Fremdenverkehrsregelungen im Land Salzburg aufs Spiel.“ Für Brantner ist Blachfellner rücktrittsreif.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wien</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wien bleiben die Geschäfte nach wie vor sonntags geschlossen, mit wenigen Ausnahmen z.B. an Bahnhöfen. Der GPA-djp ist es ein Anliegen, dass diese Regelung auch tatsächlich von allen respektiert wird. Anfragen, warum Einzelhandelsgeschäfte von Besitzern mit Migrationshintergrund, vor allem türkische Supermärkte, sich nicht daran halten und ihre Geschäfte auch an Sonntagen aufsperren, beschäftigen daher die Wiener Regionalgeschäftsführerin Barbara Teiber: „Gleiches Recht und gleiche Bedingungen für alle &#8211; nur nach diesem Prinzip können Zusammenleben und Integration, zu der sich die GPA-djp einmal mehr bekennt, funktionieren.“ Und auch der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner, will hier mittels Information und Aufklärung gegensteuern: &#8222;Wir respektieren selbstverständlich die Bedürfnisse und Gewohnheiten aller BewohnerInnen unserer Stadt. Aber es gibt klare gesetzliche Bestimmungen, an die sich alle halten müssen.&#8220; Im Rahmen des europaweiten Aktionstages für den arbeitsfreien Sonntag gab es Anfang März in Wien eine öffentliche Aktion, bei der vor allem Informationsfolder an Beschäftigte und Kunden von Supermärkten verteilt wurden, die sonntags offen hielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span style="color: #ff0000;">Video</span></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonntag bleibt frei! Eine Aktion in Wien zur Information der Beschäftigten und Kunden. Das Video dazu finden Sie auf <a href="http://www.gpa-djp.at" aria-label="www.gpa-djp.at">www.gpa-djp.at</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><span style="color: #ff0000;">Allianz für den freien Sonntag </span></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Allianz für den freien Sonntag setzt sich für den Schutz des freien Sonntags und will öffentliches Bewusstsein für den sozialen Wert gemeinsamer freier Zeit schaffen. Damit soll dem Trend entgegengewirkt werden, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird. Getragen wird dieses Bündnis aus 54 Mitgliedsorganisationen vom ÖGB und seinen Gewerkschaften sowie den Kirchen und Ordensgemeinschaften. Mehr dazu auf <a href="http://www.freiersonntag.at" aria-label="www.freiersonntag.at">www.freiersonntag.at</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Den Sonntag genießen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2011/08/22/den-sonntag-geniesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 08:57:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2011/05]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Hausensteiner]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Trotz Bestrebungen, die Ladenöffnungszeiten weiter zu liberalisieren, wollen die Gewerkschaften und die Handelsangestellten am arbeitsfreien Sonntag festhalten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_969" aria-describedby="caption-attachment-969" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-969" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2011/08/Seite-22-300x200.jpg" alt="Der arbeitsfreie Sonntag gehört der Familie." width="300" height="200" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2011/08/Seite-22-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2011/08/Seite-22-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2011/08/Seite-22.jpg 425w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-969" class="wp-caption-text">Arbeitsfreier Sonntag</figcaption></figure></p>
<p><strong>Das marmeladegefüllte Dinkel-Herz um zwei Euro wird fein säuberlich in Papier eingewickelt und in ein Bank-Austria-Sackerl eingepackt. Der „Feinkost“-Laden in Wien-Neubau hat sonntags von 4.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet – seit 20 Jahren, erzählt die Betreiberin, die lieber anonym bleiben möchte.</strong></p>
<p><span id="more-968"></span>„Die meisten, die am Sonntag um halb fünf in der Früh kommen, wollen etwas haben, haben aber kein Geld mehr. Bei mir nicht!“, echauffiert sich die Greißlerin. Nur im Sommer, da viele aus der Stadt weggefahren sind, überlege sie, künftig später aufzusperren. Dass in der nahegelegenen Lugner City die Geschäfte auch an Sonntagen aufsperren könnten, davon hat sie gehört, den Betreiber des Einkaufszentrums tut sie als „Komiker“ ab. Aber fragt man sie nach den Billa-Märkten, die zum Beispiel auf Bahnhöfen am Sonntag geöffnet haben, meint sie: „Ja, da stellen sich alle an, der Billa kriegt das herein, aber die kleinen Händler können sich das nicht leisten, Angestellte am Sonntag zu bezahlen.“ Die Greißlerin selbst kann überhaupt keine Beschäftigten anstellten.</p>
<p><strong>Öffnungszeiten ausreichend</strong></p>
<p>Selbst die Handelskette Billa denkt jedoch nicht daran, die Geschäfte noch länger offen zu halten. Und bis auf die Ausnahmen in Touris-muszonen, an Tankstellen, Bahnhö-fen oder Flughäfen lehnt der Rewe-Konzern (neben Billa auch Merkur, Penny, Bipa) eine generelle Sonntagsöff nung ab. „Wenn die Ladenöffnungszeiten ausgedehnt wür-den, hieße das nicht, dass die KonsumentInnen deshalb mehr Lebensmittel kaufen würden. Es käme lediglich zu einer Verlagerung der bereits jetzt getätigten Einkäufe auf andere Zeiten“, heißt es aus dem Unternehmen.  Das ist auch ein triftiges Argument der Gewerkschaft, weshalb sie die Sonntagsöffnung ablehnt. Das würde wirtschaftlich nichts bringen, weil die KonsumentInnen vom vorhandenen Familieneinkommen „nur einen Betrag X ausgeben können“, erläutert Franz Georg Brantner, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp. Mehr Beschäftigung würde eine weitere Liberalisierung des Handels ebenso wenig bringen. Feststellbare Beschäftigungseffekte konnten in der Vergangenheit „leider nur im Bereich der Teilzeit auf Kosten von Vollzeitbeschäftigung beobachtet werden“, so Brantner. Er gibt außerdem zu bedenken, dass die Freiwilligkeit bei der Sonntagsarbeit nur minimal gegeben sein würde.</p>
<p><strong>Angestellte wollen freien Sonntag</strong></p>
<p>Wie mehrere Befragungen bei den Handelsangestellten ergaben, wollen weit über 90 Prozent den freien Sonntag beibehalten. Während ArbeitnehmerInnen und Betriebsrat  des Rewe-Konzerns öff entlich für den freien Sonntag auftreten (dürfen), trauen sich das die Beschäftigten in der Lugner City nicht. Ebenso gemischte Gefühle scheinen diesbezüglich die Angestellten im Metro-Markt in Langenzersdorf im südlichen Weinviertel zu haben. „Wir haben gehört, dass die Sonntagsöffnung in Deutschlands Metro-Märkten kommen soll, aber bei uns ist das vorerst nicht der Fall“, so eine Angestellte. Eine ältere Kollegin erzählt: „Manchen ist es egal – manchen ist es nicht egal, denen die Kinder haben. Aber es wird niemand das Unternehmen verlassen deshalb, ich bin seit 18 Jahren da.“ Maria Gluchmann, die bei Billa arbeitet, wäre selbst nicht bereit, an Sonntagen zu arbeiten: „Nein, Sonntag ist Familientag!“</p>
<p><strong>Zeitwohlstand</strong></p>
<p>Die Gesellschaft sei in vielen Bereichen anders am Sonntag, unterstreicht Franz Georg Brantner von der GPA-djp. Und der Handel, mit 500.000 Angestellten eine der größten Branchen, sei ein Taktgeber für andere Bereiche. Es habe ohnehin schon viele Veränderungen gegeben in den vergangenen Jahren wie die Ausdehnung der Öffnungszeiten am Abend und an Samstagen. Etwa im Lebensmittelhandel sind zu 75 Prozent Frauen tätig, viele von ihnen alleinerziehende Mütter; inzwischen sei der Samstag zum Glück schulfrei geworden, so Brantner, wenn Alleinerzieherinnen samstags arbeiten müssen, sei das jedoch ein großes Problem für sie. Hinzu kommt, dass die bestehenden Möglichkeiten der Ladenöffnungszeiten von den wenigsten im vollen Umfang ausgeschöpft werden. „Wir verstehen daher nicht, warum es eine weitere Ausdehnung auf den Sonntag geben soll.“ Brantner verweist auf das Beispiel von Großbritannien, wo durch eine noch größere Liberalisierung der arbeitsfreie Sonntag sehr schnell bedeutungslos geworden sei. Und er spricht in diesem Zusammenhang von „Zeitwohlstand, dass man den Sonntag sehr wohl genießen kann. Das ist für mich als Humanist wichtig“. Offenbar auch für die meisten Handelsangestellten – „weil ich sonst nichts mehr von meinem Leben habe“, wie viele meinen.</p>
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