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	<title>Wiener Wohnen &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Wiener Wohnen &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Delogierungsprävention: Wohnraum sichern statt abwarten</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/07/06/delogierungspraevention-wohnraum-sichern-statt-abwarten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 08:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
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					<description><![CDATA[Sozialarbeiter Bernhard Rubik berät bei Wiener Wohnen Mieter, denen die Delogierung droht. Sein Team fungiert als Wegweiser zu vielfältigen Sozialleistungen. Je früher die Probleme erkannt werden, desto besser kann der Wohnraum gesichert werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19946" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525-272x182.jpg 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6525.jpg 1440w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Sozialarbeiter Bernhard Rubik berät bei Wiener Wohnen Mieter, denen die Delogierung droht.</strong><br>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sozialarbeiter Bernhard Rubik berät bei Wiener Wohnen Mieter, denen die Delogierung droht. Sein Team fungiert als Wegweiser zu vielfältigen Sozialleistungen. Je früher die Probleme erkannt werden, desto besser kann der Wohnraum gesichert werden.</strong></p>



<span id="more-19945"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Die Inflation steigt, die Lebenshaltungskosten explodieren. Sind aufgrund der Teuerungen mehr Menschen von einem Verlust ihrer Wohnung bedroht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Wir können durch unsere Beratungstätigkeit bei Mietzinsrückständen beobachten, dass die Teuerungskrise quer durch alle Schichten und Branchen immer brisanter wird. Alleinstehende sind ebenso betroffen wie Großfamilien oder junge Menschen, die gerade von zuhause ausgezogen sind. Auffallend ist, dass diese Krise bis in den Mittelstand hineingeht. Das trifft viele Menschen, die eigentlich bislang gut mit ihrem Einkommen ausgekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Beratung merken wir in den letzten Monaten verstärkt, dass Menschen die Teilzeit arbeiten oder in schlecht bezahlten Branchen arbeiten müssen, ihre Mietkosten kaum noch stemmen können. Die Bezieher von Mindestsicherung sind aus sozialarbeitersicher Sicht ohnehin nicht armutssicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Was unternimmt die Stadt Wien dagegen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Um die allgemeine Teuerung aufzufangen, gibt es neben den bereits bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten wie Wohnbeihilfe, Ratenzahlungen oder der Hilfe in besonderen Lebenslagen, für alle Wohnungsmieter:innen im Gemeindebau den „Gemeindebau-Bonus“. Damit erhalten alle Gemeindebaumieter:innen im September einen Bonus in der Höhe eines halben netto Hauptmietzinses. Das ist eine einmalige Sonderzahlung, die schnell, unbürokratisch und treffsicher ist. Zusätzlich bekommen jene Mieter:innen, deren Mietzins in den Jahren 2022-2023 erhöht wurde, eine zusätzliche Gutschrift in Form eines weiteren Bonus. Die Höhe dieses Bonus orientiert sich dabei am Ausmaß der stattgefundenen Erhöhungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird die Unterstützung der Wohnungssicherungsstelle (MA 40) für Härtefälle im Gemeindebau weiter ausgebaut. Geplant ist, dass die MA 40 für Sozialhilfebezieher:innen – also Bezieher:innen von AMS-Geld, Mindestsicherung, Wohnbeihilfe und ähnlichen Sozialleistungen &#8211; bis zu 70 Prozent des Mietzinsrückstandes übernehmen soll. Den Rest können betroffene Mieter:innen in leistbaren Raten über 12 Monate zahlen. In begründeten Härtefällen übernimmt dann die MA 40 zur Gänze Mietzinsrückstände. Wer keine Sozialhilfe bezieht, kann einen Antrag beim Wohnschirm des Sozialministeriums stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie unterstützen die Sozialarbeiter:innen von Wiener Wohnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Unser Team aus 10 Vollzeitmitarbeiter:innen betreut einen Teil jener Mieter:innen von Wiener Wohnen, bei denen ein Antrag auf zwangsweise Räumung gestellt wurde. Rund ein Zehntel der Räumungsklagen münden tatsächlich in eine Delogierung. Diese Quote wollen wir senken, daher sind wir ständig draußen bei den Mieter:innen unterwegs und machen auch Sozialberatung. Aktuell kommen wir mit den Beratungen kaum nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie funktioniert das akute Case Management in der Wohnungssicherung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Wir fungieren als Wegweiser durch das Wiener Sozialsystem, es gibt eine Reihe von Unterstützungsmöglichkeiten und Einmalförderungen &#8211; man muss sich allerdings sehr gut auskennen um zu wissen, wo man diese Beihilfen herbekommt. Wir manövrieren die Menschen durch das soziale System und unterstützen sie bei den Antragstellungen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich gehe zu den Mieter:innen um ihnen zu helfen.“</p>
<cite>Bernhard Rubik, Wiener Wohnen</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bekomme die Adresse der Mieter:innen, die Mietrückstände haben und in Bedrängnis sind. Ich kann also anrufen und hingehen und habe eine klare Botschaft: „Ich bin hier um zu helfen.“ Der aufsuchende Ansatz funktioniert sehr gut, die Menschen sind wirklich dankbar für diese konkrete Unterstützung. Wir würden gerne noch viel mehr hinaus zu unseren Mieter:innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Warum kann Hilfe nicht früher ansetzen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Das Problem bei Mietzinsrückständen ist, dass der Vermieter meist recht leise auftritt: Die Mahnschreiben kommen mit Post, wenn der Vermieter dann einmal vor der Türe steht, ist die Situation meist schon brenzlig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Betroffene verdrängen die Situation, sie haben meist auf mehreren Ebenen finanzielle Probleme, für viele ist es schwierig, die richtigen Prioritäten zu setzen. Die Miete sollte man beispielsweise immer vor der Stromrechnung bezahlen, denn der Strom hilft mir nichts, wenn ich keine Steckdose mehr habe. Polizeistrafen sind auch immer vor Bankverbindlichkeiten abzudecken. Auch hier beraten wir die Menschen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-1024x341.jpg" alt="" class="wp-image-19949" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-1024x341.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-300x100.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-150x50.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-768x256.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320-1536x512.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/Bernhard-Rubik_6320.jpg 1800w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Warum sollten Mietzinsrückstände prioritär zurückbezahlt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Die Wohnung zu verlieren ist das Schlimmste, das Menschen in prekären Einkommenssituationen passieren kann. Mit dem Wohnungsverlust setzt oft eine Abwärtsspirale ein, die im Privatkonkurs enden kann. Wer finanziell unter Druck ist, sollte so wenig Geld wie möglich für andere Dinge aufwenden, um eine Delogierung abzuwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie helfen Sie Menschen, die knapp vor einer Delogierung stehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Das Hauptproblem ist der wahnsinnige Zeitdruck. Die Mieter haben sechs bis acht Wochen Zeit um die drohende Delogierung abzuwenden. Viele sind verzweifelt und wissen nicht, wie es weitergehen soll. In einer Situation der Überforderung scheint vieles auf einmal sinnlos. Aus Angst, Scham und Überforderung sind manche wie gelähmt. Wir versuchen die Leute wachzurütteln und motivieren sie, nach Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen und weiterzumachen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Hilfesuchende werden öffentlich als Sozialschmarotzer:innen betitelt &#8211; sie trauen sich nicht mehr nach Hilfe zu fragen.“</p>
<cite>Bernhard Rubik, Wiener Wohnen</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte den Mieter:innen die Angst nehmen, rechtzeitig nach Hilfe zu fragen. In den letzten Jahren wurden Hilfesuchende vielfach als Sozialschmarotzer:innen dargestellt, das bewirkt, dass die Leute nicht gerne nach Unterstützungen fragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wo setzen Sie in der Beratung an?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Wir schauen, ob das Familieneinkommen so gut ist, wie es sein könnte, also ob beispielsweise Familienbeihilfe oder Wohnbeihilfe beantragt wurde. Wir helfen auch dabei, die Ausgaben so gut es geht zu minimieren. Das primäre Ziel ist es immer, die Wohnung zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir führen auch an bestehende Hilfssysteme der MA 40 &#8211; Sozialamt heran, um eine Anzahlung zu Ratenzahlungen zu bekommen. In manchen Fällen kann es eine Komplettübernahme der Miete durch das Sozialamt oder den Wohnschirm der Volkshilfe auf Bundesebene geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie funktioniert die Ratenzahlung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Die Möglichkeit für Ratenzahlungen ist seit Jänner ausgeweitet und kann bereits ab einer Anzahlung von 25 Prozent der Rückstände vereinbart werden. Für die Rückzahlung des Restbetrages stehen den Mieter:innen bis zu 12 Raten zur Verfügung. Wir helfen auch bei der Einschätzung, wie realistisch die Rückzahlung der Raten erfolgen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie viele Delogierungen können Sie verhindern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> 2022 haben wir durch intensive Beratung und Betreuung 518 Mieter:innen davor bewahrt, ihre Wohnung zu verlieren. Wir haben da eine Erfolgsquote von rund 50 Prozent um den drohenden Wohnungsverlust abzuwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt haben die Sozialarbeiter:innen im Case Management letztes Jahr rund 7.900 Telefonate geführt, 2.800 E-Mails und 1.240 SMS versendet, 630 persönliche Beratungen durchgeführt und 300 Briefe versendet, um vom Wohnungsverlust akut betroffene Mieter:innen zu erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Gibt es für Mieter:innen in Zahlungsschwierigkeiten auch langfristige Unterstützung?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Wenn größerer sozialarbeiterischer Bedarf besteht, etwa weil im Hintergrund noch mehr Schulden oder rechtliche Probleme bestehen, vermitteln wir an die Kolleg:innen von der mobilen Wohnbegleitung, die in der Wohnungslosenhilfe des Fonds Soziales Wien angesiedelt ist. Die Sozialarbeiter:innen begleiten die Klient:innen dann sechs Monate lang, helfen ihnen ihr Leben zu stabilisieren und die Wohnung zu halten. Auch mit der Wiener Wohnungssicherungsstelle der MA 40 und den Familienzentren der Kinder- und Jugendhilfe, der MA11, arbeiten wir eng zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Zu welchem Zeitpunkt suchen die Menschen Kontakt zur Beratungsstelle?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Das ist höchst unterschiedlich. Manche kommen bereits, wenn sie absehen, dass sie die nächste Miete nicht bezahlen können, bei anderen sind wir die Krisenfeuerwehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie könnte man weitere Delogierungen verhindern?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Wir arbeiten im Auftrag der sogenannten Rückstandsbetreuung. So können wir vorrangig jenen Menschen helfen, die wirklich akut Unterstützung benötigen, bei manchen haben sich bereits hohe Mietrückstände angesammelt. Manche haben in der ersten Beratung bereits die Räumungsklage auf dem Tisch. Es würde Sinn machen, wenn Betroffene viel früher eine Sozialberatung aufsuchen, etwa dann, wenn sich erste finanzielle Engpässe abzeichnen, um ihre Situation zu stabilisieren und das Mietverhältnis aufrecht erhalten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der aktuellen Teuerungen muss man aber schon von strukturellen Problemen sprechen: bei vielen Menschen geht es sich einfach nicht aus. Das hat nichts mit einer schlechten Einteilung zu tun, viele können sich nicht einmal mehr genug Essen leisten. Das trifft im Moment sehr viele Menschen sehr hart. Delogierungen sind auch volkswirtschaftlich gesehen unsinnig. Es kostet enorm viel Geld jemanden nach einem Wohnungsverlust wieder zu stabilisieren und in die Gesellschaft einzugliedern. Durch die Belastung können stressbedingte Erkrankungen entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wo könnte sozialpolitisch angesetzt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rubik:</strong> Eine Erhöhung der Mindestsicherung würde jenen Menschen helfen, die ohnehin bereits 300 Euro unter der Armutsgefährdungsschwelle leben. Die alte Maxime, dass Miete, Fernwärme und Strom nicht mehr als 40 Prozent des Einkommens ausmachen sollten, geht sich schon lange nicht mehr aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch den Zugang zur Wohnbeihilfe müsste man vereinfachen, das würde Zugangsbarrieren abbauen. Deshalb freut mich die Ankündigung der Vizebürgermeisterin, Kathrin Gaál mit 2024 die Wohnbeihilfe auszuweiten. Arbeitslosengeld und niedrige Einkommen müssten an die Kostenrealitäten angeglichen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre auch zu überdenken, ob die Fortführung der automatischen Indexierung der Mieten, die an die Inflation gekoppelt ist, noch Sinn macht. Auch eine Reform des Mietrechts ist längst überfällig. Anstelle des bestehenden Fleckerlteppichs &#8211; mit der Unterscheidung zwischen vor bzw. nach 1945 errichteten Wohnungen &#8211; muss ein einheitliches und verständliches Generalmietrecht für alle Wohnbereiche eingeführt werden, unabhängig vom Jahr der Errichtung.</p>



<p class="rotebox wp-block-paragraph"><strong>Sozialberatung</strong><br>Seit Jänner 2023 hat Wiener Wohnen das Angebot der Sozialberatung für Mieter:innen, die von Zahlungsschwierigkeiten oder Mietzinsrückständen betroffen sind, erweitert. Jeweils Dienstag von 09:00 bis 13:00 Uhr und Donnerstag von 13:00 bis 17:00 Uhr stehen Sozialarbeiter:innen im Service-Zentrum im Gasometer nach telefonischer Terminvereinbarung über die Servicenummer 05 75 75 75 beratend zur Verfügung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Das Homeoffice begeistert die KollegInnen“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/02/02/das-homeoffice-begeistert-die-kolleginnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Clara Fritsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2023 14:49:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Mollik]]></category>
		<category><![CDATA[Clara Fritsch]]></category>
		<category><![CDATA[Home-Office]]></category>
		<category><![CDATA[Homeoffice]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wiener Wohnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei einer Veranstaltung der GPA erzählt der Betriebsrat der Wiener Wohnen Kundenservice GmbH Bernhard Mollik, wie er in seinem Betrieb mit der Digitaisierung umgeht. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="789" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-1024x789.png" alt="" class="wp-image-19399" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-1024x789.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-300x231.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-150x116.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-768x591.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-1536x1183.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/Mollik_Bernhard_wrwks_quer-2048x1577.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: <em>WrWKS</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Von zu Hause aus zu arbeiten ist seit 2020 in vielen Betrieben gelebter Alltag und somit müssen sich auch BetriebsrätInnen damit auseinandersetzen, dass die KollegInnen ihren Arbeitsplatz in die eigene Wohnung verlegen. Im Interview erzählt Bernhard Mollik,  Betriebsrat bei der Wiener Wohnen Kundenservice GmbH, wie es bei ihm im Betrieb mit dem Homeoffice läuft.</strong></p>



<span id="more-19393"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Lieber Bernhard kannst du deinen Betrieb bitte kurz vorstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:&nbsp;</strong>Bei der Wiener Wohnen Kundenservice GmbH arbeiten knapp 900 Beschäftigte daran, Wiener Wohnen in sämtlichen Belangen zu unterstützen. Wir unterstützen Wiener Wohnen dabei, die Probleme der MieterInnen so schnell wie möglich zu erledigen. Muss eine zurückgegebene Wohnung instandgesetzt werden? Wir können die Schnittstelle zu den Elektrikern sein. Funktioniert die Service-Website? Funktioniert die App für die MieterInnen? Sind die Service-Karten für die MieterInnen intakt? Gab es Vandalismus in den Gemeindebauten? Für alle diese Fragen sind wir zuständig und greifen Wiener Wohnen unter die Arme. Auch für soziale Projekte in Brennpunkt-Gemeindebauten oder wenn es um Delogierungen geht, gibt es bei uns SozialarbeiterInnen, die einen Außendienst machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Durch die Pandemie hat in vielen Betrieben das online-Arbeiten verstärkt Einzug gehalten. Video-Meetings, gemeinsame Dokumentenbearbeitung in der Cloud, KundInnenbetreuung aus dem eigenen Wohnzimmer, digitale Betriebsversammlungen und so weiter. Wie funktioniert das Arbeiten von zu Hause aus bei dir im Betrieb?</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8222;Man kann also nicht sagen: Am Mittwoch sehe ich alle im Büro.&#8220;</p>
<cite>Bernhard Mollik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:</strong>&nbsp;Wir können vorwiegend von zu Hause aus arbeiten. Der Großteil der Leute kann digital arbeiten, oder auch am Telefon. Auch der Außendienst kann die Vor- und Nachbereitung im Homeoffice machen. Die KollegInnen sind sehr begeistert vom Homeoffice. Ich muss sagen, dass bei uns die Beschäftigten durchschnittlich nur mehr einen Tag die Woche im Büro sind und der Tag ist von den Beschäftigten frei wählbar. Man kann also nicht sagen „am Mittwoch sehe ich alle im Büro“. Bei uns ist den Beschäftigten das Homeoffice so wichtig, dass wir als Betriebsrat nur ganz schwer Druck aufbauen können, um gute Bedingungen für Homeoffice zu verhandeln. Um mehr im Homeoffice arbeiten zu können, ist man bereit, sich selbst um die Ausstattung zu kümmern. Dass die Ausstattung für das Homeoffice vom Arbeitgeber bezahlt wird, dafür setzt sich der Betriebsrat derzeit stark ein. Wir fordern eine gute Ausstattung mit Laptops, Handys, Internet und so weiter im Homeoffice.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19394" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/02/IMG_0256-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Bei einer&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/themen/gesellschaft-und-soziales/mitbestimmung-der-zukunft" target="_blank" aria-label="Veranstaltung der GPA (öffnet in neuem Tab)">Veranstaltung der GPA</a>&nbsp;erzählt der Betriebsrat der <strong>Wiener Wohnen Kundenservice GmbH</strong></strong> <strong>Bernhard Mollik, wie er in seinem Betrieb mit Digitalisierung und Homeoffice umgeht.</strong> <br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Dass die Ausstattung für das Homeoffice vom Arbeitgeber bezahlt wird, dafür setzt sich der Betriebsrat derzeit stark ein.&#8220;</p>
<cite>Bernhard Mollik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong>&nbsp;Ich kann mir vorstellen, dass es stark von der Tätigkeit abhängt, ob man sie überhaupt im Homeoffice erledigen kann – oder auch nicht. Die GPA hat beispielsweise bei einer&nbsp;<a href="https://arbeitundtechnik.gpa.at/2021/03/02/was-betriebsraetinnen-vom-home-office-halten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Umfrage 2021&nbsp; (öffnet in neuem Tab)">Umfrage 2021&nbsp;</a>das Feedback bekommen, dass innerhalb ein und desselben Betriebes sehr unterschiedliche Möglichkeiten für Homeoffice bestehen und es da auch zu Ungleichheiten kommen kann. Wie ist das bei euch?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:</strong>&nbsp;Wir haben tatsächlich sehr verschiedene Aufgaben zu erledigen. Im Grunde kann nur die Facility Abteilung aktuell nicht im Homeoffice arbeiten, da fällt zum Beispiel der Empfang darunter. Die können nicht ins Homeoffice, das ist klar. Aufgrund der Tätigkeit geht es halt nicht anders. In manchen Abteilungen wurde ein Radl-Dienst eingeführt, damit immer wer da ist. Die stimmen sich da untereinander intern ab und das funktioniert ganz gut. Es gibt keine schlechte Stimmung deshalb im Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wie sieht es in der konkreten Betriebsratsarbeit aus? Wie beeinflusst es deine Betriebsratsarbeit, wenn die Belegschaft hauptsächlich von daheim aus arbeitet, wenn du beispielsweise mit KollegInnen sprechen möchtest?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:</strong>&nbsp;Ich erreiche die KollegInnen eigentlich problemlos. Wenn ich eine neue Kollegin treffen möchte, ist es egal, ob ich mir jetzt einen Termin im Kalender blockiere, um mit ihr per Videotelefonie zu reden, oder ob ich zu ihr direkt hingehe; das ist eigentlich… ja… wirklich wurscht. Ich muss insgesamt zur Informationsweitergabe mehrere Kanäle bespielen: Aushänge, Intranet und einen Newsletter per Email haben wir mittlerweile als Standard. Wer’s dann noch nicht gekriegt hat… ja… dann weiß ich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Auch bei Betriebsversammlungen gibt es ja die Möglichkeit, sich von zu Hause aus zuzuschalten. Machen das die KollegInnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:</strong>&nbsp;Unsere Erfahrung mit Betriebsversammlungen während der Corona-Lockdowns und danach haben dahin geführt, dass wir sie fast nur mehr hybrid machen. Das stellt uns zwar vor eine administrative Herausforderung, aber die KollegInnen sind dann wirklich mit dabei. Allerdings bin ich heuer auch schon alleine im Versammlungsraum gesessen und die Leute waren&nbsp;<em>alle</em>&nbsp;im Homeoffice, das bei uns von den KollegInnen ja sehr geschätzt wird. Bei Versammlungen zu den IT-Kollektivvertragsverhandlungen haben wir dann aber gesagt, es macht keinen Sinn, eine virtuelle oder hybride Veranstaltung zu machen. Es kommt also stark auf das Thema der Betriebsversammlung an. Wenn es hart auf hart geht, dann ist die direkte Anwesenheit gefragt. Am meisten bewährt hat es sich, Hauptversammlungen in drei bis vier Teilversammlungen hybrid zu machen, dadurch hat sich bei uns die Teilnahme extrem erhöht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ob wir eine Betriebsversammlung virtuell machen, hängt stark vom Thema ab.&#8220;</p>
<cite>Bernhard Mollik</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Wenn ihr eine Betriebsversammlung in Präsenz macht, wie schafft ihr es, dass möglichst viele KollegInnen teilnehmen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:</strong>&nbsp;Zur Betriebsversammlung in Präsenz bekommt man die Leute am ehesten mit Kaffee und Kuchen. Bei online mache ich mir eher Sorgen, dass die Belegschaft teilnimmt, damit sie nebenher weiterarbeiten können. Da muss ich mir auch noch Gedanken machen, wie man das abdrehen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> War es für dich eine große Umstellung, digitale Tools in der Betriebsratsarbeit zu verwenden?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bernhard Mollik:&nbsp;</strong>Ich bin noch nicht so lange Betriebsrat. Ich bin seit dem offiziellen Pandemiebeginn im März 2020 freigestellt, das hat sich zufällig überschnitten. Ich werde mit der neuen Arbeitswelt gerade groß. Ich kenn das nicht anders. Ich finde, man darf sich nicht zu sehr davor fürchten, die Digitalisierung für die Betriebsratsarbeit einzusetzen. Die Möglichkeiten für digitale Kommunikation sind da, also warum sollte man sie nicht nutzen?</p>
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