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	<title>ZARA &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>ZARA &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>„ArbeitgeberInnen müssen Rassismus am Arbeitsplatz ernst nehmen!“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2020/06/18/arbeitgeberinnen-muessen-rassismus-am-arbeitsplatz-ernst-nehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christof Mackinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 16:17:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Mackinger]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichbehandlungsgesetz]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit Wochen bestimmt das Thema Rassismus die mediale Berichterstattung. Viele von uns erleben auch an ihrem Arbeitsplatz Diskriminierung. Was kann man tun, wenn sich der Chef rassistisch äußert, was wenn KollegInnen mich diskriminieren? Meysara Majdoub von ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) erklärt, wie sich Betroffene gegen Rassismus wehren können - und wie ArbeitgeberInnen dafür sorgen könnten, dass es erst gar nicht soweit kommt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345.png" alt="" class="wp-image-14047" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub_web_7345-272x182.png 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit Wochen bestimmt das Thema Rassismus die mediale Berichterstattung. Viele von uns erleben auch an ihrem Arbeitsplatz Diskriminierung. Meysara Majdoub von ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) erklärt, wie sich Betroffene gegen Rassismus wehren können &#8211; und wie ArbeitgeberInnen dafür sorgen könnten, dass es erst gar nicht soweit kommt.</strong></p>



<span id="more-14044"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wie groß ist das Problem Rassismus in unserer Gesellschaft und im Bereich Arbeit &#8211; was sind die Auswirkungen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub:</strong> Rassismus ist in der Gesellschaft enorm tief verankert und wir alle tragen irgendwo Vorurteile in uns. Keiner ist davon frei. Im Jahr 2019 haben wir bei ZARA 1950 rassistische Vorfälle bearbeitet, davon betrafen 59 den Arbeitsbereich. Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisberges. Und damit nicht repräsentativ, weil wir ja nur Fälle registrieren, die von Betroffenen oder ZeugInnen aktiv an uns herangetragen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, sehr viele Menschen sind von Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen. Sehr viele Menschen aus meinem Umfeld haben in ihrem Arbeitsumfeld Rassismus erlebt. Das kann von KollegInnen oder ArbeitgeberInnen ausgehen, manchmal sind das auch unreflektierte Aussagen, die für die Betroffenen sehr verletzend sein können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem am Arbeitsplatz ist das sehr belastend und kann massive Auswirkungen mit sich bringen, wie Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörung oder sogar Suizidgedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ</strong>: Welche Themen kommen in euren Beratungsgesprächen am häufigsten zu Sprache?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub:</strong> Oft werden uns Vorfälle rassistischer Diskriminierung schon im Bewerbungsverfahren um Arbeitsstellen gemeldet &#8211; etwa von Musliminnen, die ein Kopftuch tragen. Sie werden manchmal schon vor dem Bewerbungsgespräch gefragt, ob sie bereit sind ihr Kopftuch abzulegen. Man geht also kaum auf die Qualifikationen der BewerberInnen ein, sie werden erst gar nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Meldungen betreffen Menschen, die schon in einem Arbeitsverhältnis stehen&nbsp; und von ArbeitgeberInnen oder KollegInnen rassistisch beschimpft oder belästigt werden, bis hin zu rassistisch motiviertem Mobbing.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein besonders großes Problem ist, dass die ArbeitgeberInnen, wenn sie informiert werden, oft nicht den Betroffenen glauben, sondern denen, von denen die Diskriminierung ausgeht. Dabei sind ArbeitgeberInnen verpflichtet ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Uns wurden auch Vorfälle gemeldet bei denen sich Betroffene an den Arbeitgeber gewendet haben, weil sie von KollegInnen beleidigt wurden &#8211; und daraufhin selbst entlassen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wie können sich Betroffene von Rassismus am Arbeitsplatz wehren?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub: </strong>Sich Hilfe suchen und sich über die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten informieren. Wer von Rassismus betroffen ist, kann sich bei ZARA oder der Gleichbehandlungsanwaltschaft rechtliche Hilfe und Beratung suchen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ein besonders großes Problem ist, dass die ArbeitgeberInnen, wenn sie informiert werden, oft nicht den Betroffenen glauben, sondern denen, von denen die Diskriminierung ausgeht.&#8220;</p><cite>Meysara Majdoub</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Es hilft ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben, denn falls man später rechtliche Schritte einleiten will, hilft das, die rassistische Belästigung glaubhaft zu machen. Sollte die rassistische Belästigung von anderen ArbeitskollegInnen ausgehen, wäre es ein wichtiger Schritt direkt an den Arbeitgeber heranzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber keinen universellen Leitfaden für das richtige Vorgehen. Wir haben es mit einer sehr komplizierten Dynamik zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ:</strong> Auf welche gesetzlichen Grundlagen gegen Rassismus kann man sich stützen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub:</strong> Die geschützten Merkmale sind im Gleichbehandlungsgesetz normiert. Dort steht, dass man aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit, seiner Weltanschauung, seines Geschlechts, der Religion, des Alters oder der sexuellen Orientierung nicht ungleich behandelt werden darf.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-1024x341.png" alt="" class="wp-image-14051" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub-1536x511.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/06/Meysara-Majdoub.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Meysara Majdoub ist Beraterin ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit). Sie berät Menschen, die am Arbeitsplatz aus rassistischen Gründen diskriminiert werden. Nebenbei studiert sie Rechtswissenschaften an der Universität Wien und spezialisiert sich auf den Bereich Grund- und Menschenrechte sowie Religionsrecht.</strong> <br>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> KOMPETENZ:</strong> Wie sieht ein mögliches Vorgehen gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz durch ZARA aus?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub: </strong>Es kommt immer auf den Wunsch der KlientInnen an, das heißt, wir klären sie über ihre Möglichkeiten auf und setzen dann die Handlungen, die sie sich wünschen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal bedeutet das ein Interventionsschreiben an den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin. Darin klären wir sie über das Gleichbehandlungsgesetz auf, und weisen sie auf die Pflicht der Schaffung eines diskriminierungsfreien Arbeitsplatzes hin, wir berichten ihnen von den diskriminierenden Vorfällen im Unternehmen und bitten dagegen vorzugehen oder Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Oft ist damit schon einiges getan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die KlientInnen das wollen, dann schreiben wir auch einen Antrag an die Gleichbehandlungskommission. Die Kommission kann festlegen, ob es sich um eine Diskriminierung gehandelt hat oder nicht. Sie kann aber nur eine Empfehlung über einen Schadensersatz erlassen, das wäre im Gegensatz zu einem gerichtlichen Urteil nicht vollziehbar. Als nächsten Schritt kann man den Fall dann aber vor das Arbeits- und Sozialgericht bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche KlientInnen wünschen sich auch nur die Dokumentation eines Vorfalls. Es ist wirklich immer unterschiedlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Was können ArbeitgeberInnen tun um ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub: </strong>ArbeitgeberInnen müssen das Thema Rassismus und Ausgrenzung im Arbeitsumfeld sehr ernst nehmen, etwa wenn sich MitarbeiterInnen melden, sie wurden in der Arbeit diskriminiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch können sich ArbeitgeberInnen fragen, wie es im eigenen Unternehmen aussieht: Haben wir Gruppen die unterrepräsentiert sind? Welche positiven Anreize kann ich setzen, um diese Gruppen in meinem Unternehmen zu fördern? Da lässt sich einiges machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">ZARA bietet auch Diversity-Trainings an, wo man den Umgang mit Vielfalt erlernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KOMPETENZ: </strong>Wie können sich KollegInnen verhalten, die rassistisches Benehmen in der Arbeit beobachten?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Meysara Majdoub: </strong>Zivilcourage zeigen! Auch wenn man nicht direkt von einer rassistischen Beleidigung betroffen ist, kann man sich an den Täter bzw. die Täterin wenden und ihn wissen lassen, das ihr oder sein Verhalten nicht in Ordnung war. Man kann die Betroffenen bestärken. Es ist auch möglich Informationen über den Vorfall an ArbeitgeberInnen weiterzuleiten, um so etwas künftig zu verhindern.</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph"><strong>ZARA &#8211;  Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit</strong><br>Tel: 01 192 913 99<br>zara.or.at<br><strong>Gleichbehandlungsanwaltschaft</strong><br>Tel: 0800 206 119<br>www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at</p>
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			</item>
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		<title>„Eine helfende Hand“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2018/06/28/portraet-eine-helfende-hand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jun 2018 07:37:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2018/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Lukac]]></category>
		<category><![CDATA[ZARA]]></category>
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					<description><![CDATA[Kathrin Lukac, eine von zwei nun freigestellten BetriebsrätInnen bei ZARA, im Porträt. Das Wichtigste sind die Mitarbeiter. Wenn die glücklich sind, dann passt auch alles“, ist Kathrin Lukac überzeugt. Die 32-jährige Einzelhandelskauffrau und Modeliebhaberin ist seit diesem Juni eine von zwei freigestellten Betriebsratsmitgliedern des internationalen Textilunternehmens ZARA in Österreich. Einen Betriebsrat gibt es bei ZARA [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-1024x684.png" alt="" class="wp-image-14924" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-1024x684.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-300x201.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-768x513.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/Kathrin-Lukac_5370.png 1499w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kathrin Lukac, eine von zwei nun freigestellten BetriebsrätInnen bei ZARA, im Porträt.</strong></p>



<span id="more-5543"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wichtigste sind die Mitarbeiter. Wenn die glücklich sind, dann passt auch alles“, ist Kathrin Lukac überzeugt. Die 32-jährige Einzelhandelskauffrau und Modeliebhaberin ist seit diesem Juni eine von zwei freigestellten Betriebsratsmitgliedern des internationalen Textilunternehmens ZARA in Österreich. Einen Betriebsrat gibt es bei ZARA erst seit vergangenem Jahr. Anstoß gab weniger ein problematischer Anlassfall, sondern mehr das Gefühl, dass es schon gut wäre, in einem Handelsbetrieb mit aktuell 986 MitarbeiterInnen einen Betriebsrat zu haben. „Der Betriebsrat ist ja auch eine Bereicherung fürs Unternehmen. Und ich glaube, die Geschäftsführung sieht das auch so.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lukac liebt ihren Job. Das sagt sie nicht nur, in genau diesen Worten, das spürt man auch. „Mein Interesse ging immer in Richtung Mode.“ Ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau hat sie bei Intersport in Deutschland absolviert, war dort insgesamt neun Jahre beschäftigt und nach ihrem Lehrabschluss zunächst im Einkauf für die Bademode zuständig, danach für die Fitnessabteilung, später für den Trekkingbereich. „Fashion war schon immer mein Leben. Bei Intersport fand ich die Fitnessmode interessant, aber ich wollte noch mehr in Richtung Bekleidung gehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wechselte sie zu ZARA in Dortmund. „Mit ZARA kann ich mich identifizieren. Ich trage auch nur ZARA.“ Hilfreich ist da, dass Manager sich stets im Rahmen eines Budgets etwas aus der aktuellen Kollektion aussuchen können und das dann gleichzeitig die Berufskleidung ist. Nicht leitende MitarbeiterInnen erhalten eine halbjährlich wechselnde Uniform.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2012 lebt Lukac – nach einem Auslandsjahr in Griechenland – in Österreich und startete ihre berufliche Laufbahn hier als Teilzeitkraft bei ZARA im Haas-Haus am Stephansplatz. Nach nur einem Monat bot man ihr eine Vollzeitstelle an, sie wechselte ins Donauzentrum, wurde dort stellvertretende Filialleiterin, wechselte in dieser Position wieder zurück ins Haas-Haus. 2014 kam ihr Sohn zur Welt. Nach einem Jahr Karenz stieg sie wieder in den Job ein, allerdings in Elternteilzeit und nun in der Filiale im Gerngroß auf der Mariahilfer Straße. Seitdem zeichnete die Alleinerzieherin als Subdirector für alles verantwortlich, was mit Human Ressources – also Personalentwicklung – zu tun hat. „Ich habe Mitarbeiter eingestellt und eingeschult, Stundenkontrollen gemacht, die Leute auf der Fläche unterstützt.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="333" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/kathrin-lukac.png" alt="" class="wp-image-14930" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/kathrin-lukac.png 1000w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/kathrin-lukac-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/kathrin-lukac-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2020/10/kathrin-lukac-768x256.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption><strong>Kathrin Lukac ist die erste Betriebsrätin bei Zara Österreich</strong><br>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Wichtigste Aufgaben</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war sie schon bisher mit vielen Menschen im Gespräch. Was ihrer Meinung nach die MitarbeiterInnen am dringendsten brauchen? „Eine helfende Hand: Unterstützung bei der Einschulung, immer auf einem Wissensstand zu sein, was etwa Provisionslisten angeht, wie wichtig Stundenlisten sind. Man muss das den MitarbeiterInnen erklären und dann hinterher sein. Ich sehe den Betriebsrat auch als Bereicherung fürs Büro. Wir haben eine HR-Abteilung, aber viele Filialen. Der Betriebsrat kann da viel mithelfen und erklären.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Die Kunden sind nicht immer sehr nett. Da muss man klar wissen, es gibt ManagerInnen, die Probleme handeln. Aber dann gibt es Tage wie den Black Friday, da kam es schon vor, dass eine Mitarbeiterin von einer Kundin eine Watsche bekommen hat. Und da müssen die MitarbeiterInnen wissen, dass sie nicht immer extrem freundlich sein müssen, dass es auch Grenzen gibt.“</p><cite>Kathrin Lukac</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Der erste Betriebsrat </strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass sich ihr Alltag mit der neuen Aufgabe ändern wird, ist Lukac klar, und sie freut sich schon darauf. Es sei vor allem deshalb eine große Herausforderung, da in der Firma niemand sei, den sie ihrerseits fragen könne, wie man dies mache oder jenes. „Wir sind eben der erste Betriebsrat bei ZARA.“ Vorgenommen hat sie sich, regelmäßig die Wiener Filialen zu besuchen und nach und nach mit vielen MitarbeiterInnen in Kontakt zu kommen. Erst dann werde sie wirklich sagen können, wo der Schuh drücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass die Fluktuation unter den MitarbeiterInnen hoch sei, sieht Lukac in der Branche begründet. Im Einzelhandel sei es derzeit leicht, einen Job zu finden. Wer zum Beispiel im Sommer mehrere Monate Urlaub wolle, der kündige, und habe kein Problem, rasch etwas Neues zu finden. Bei ZARA, wo für eine Anstellung im Verkauf kein Lehrabschluss verlangt wird, seien viele StudentInnen beschäftigt. Sie gehen irgendwann in ihren Wunschberuf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Herausforderung sieht Lukac für MitarbeiterInnen im Einzelhandel im Umgang mit Kunden und Kundinnen. „Die Kunden sind nicht immer sehr nett. Da muss man klar wissen, es gibt ManagerInnen, die Probleme handeln. Aber dann gibt es Tage wie den Black Friday, da kam es schon vor, dass eine Mitarbeiterin von einer Kundin eine Watsche bekommen hat. Und da müssen die MitarbeiterInnen wissen, dass sie nicht immer extrem freundlich sein müssen, dass es auch Grenzen gibt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Wochen wird Lukac meist in einer der sechs Wiener ZARA-Filialen (inklusive Shopping City Süd) anzutreffen sein und dabei vor allem eines tun: zuhören. Und sollten sich Anliegen herauskristallisieren, die von mehreren MitarbeiterInnen an sie herangetragen werden, versuchen, Lösungen zu finden. Aber nun gilt es abzuwarten, was auf sie zukommt. Noch weiß sie es selbst nicht genau.</p>
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