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	<title>Philipp Moritz &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Philipp Moritz &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Faktencheck: Onlinehandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philipp Moritz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2019 13:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2019/03]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Faktencheck]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Moritz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Onlinehandel ist heute fixer Bestandteil des Einkaufsverhaltens einer Mehrheit der ÖsterreicherInnen. Mit dem Aufstieg von Amazon, Zalando und Co. tauchen aber auch neue Probleme und Sorgen auf. Der Kompetenz-Faktencheck verschafft dir einen Überblick. ]]></description>
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<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-1024x683.png" alt="" class="wp-image-10394" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/07/onlinehandel_istockphoto-899198454-1024x1024.png 1501w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: istock</figcaption></figure>



<p><strong>Der Onlinehandel ist heute fixer Bestandteil des Einkaufsverhaltens einer Mehrheit der ÖsterreicherInnen. Mit dem Aufstieg von Amazon, Zalando und Co. tauchen aber auch neue Probleme und Sorgen auf. Der Kompetenz-Faktencheck verschafft dir einen Überblick. </strong></p>



<span id="more-10390"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Was wird in Österreich online gekauft?</h4>



<p>Mit Abstand am meisten genießen die ÖsterreicherInnen den Onlinekauf von Kleidung und Sportartikeln. Ganze 67 Prozent der Bevölkerung nutzen hier die offensichtlichen Vorteile: direkte Lieferung nach Hause, schnell daheim anprobieren, wenn etwas nicht gefällt oder nicht passt, wird der Artikel wieder zurückgeschickt. Dank EU-weiten Widerrufsrecht alles kein Problem.</p>



<p>Bei anderen Produkten wird das Onlineangebot weniger intensiv wahrgenommen. Nur 40 Prozent der ÖsterreicherInnen kaufen Haushaltsgüter wie etwa Möbel oder Spielzeug online. Hierbei herrscht noch reges Interesse, das Regal oder die Spielzeugeisenbahn in natura zu betrachten und zu testen. Auch bei Produkten des täglichen Einkaufs, wie etwa bei Lebensmitteln bleibt der Onlinehandel ein Nischenphänomen bzw. Ergänzung zum stationären Einkauf. Nur in etwa jedeR Fünfte gibt an, Güter des täglichen Bedarfs online zu kaufen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wer kauft online und wer bevorzugt das Geschäft?</h4>



<p>Der Onlinehandel ist besonders bei jungen Menschen sehr populär. 80 Prozent der 16-24-Jährigen kauft im Internet ein. Mit steigendem Alter wird der Prozentsatz immer weniger. Jüngere Menschen, die Computer und Internet bereits in den Kinderschuhen kennenlernten (sogenannte Digital Natives) haben hier einen natürlichen Vorteil. Dennoch bestellt auch bereits fast jedeR Vierte der 65- bis 74-jährigen Produkte im Internet. Der Onlinehandel ist Bestandteil des österreichischen Kaufverhaltens geworden: Im Durchschnitt nutzten 60 Prozent der Bevölkerung das Internet für den Einkauf.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie viel macht der Onlinehandel am Gesamthandel aus? </h4>



<p>Der Onlinehandel hat in letzten 13 Jahren deutlich zugenommen. So gaben die ÖsterreicherInnen 2006 noch 1,5 Milliarden Euro beim Onlineshopping aus. Ein vergrößertes Angebot und eine flächendeckende Infrastruktur führten dazu, dass sich dieser Wert bis heute fast verfünffacht hat auf über sieben Milliarden Euro. Im Gegensatz hierzu lag der Umsatz des Einzelhandels bei in etwa 60 Milliarden. Das Verhältnis zeigt, dass der Onlinehandel zwar nicht mehr wegzudenken ist, aber der stationäre Handel von wesentlicher Bedeutung bleibt und fast 10-mal so viel Umsatz generiert. </p>



<h4 class="wp-block-heading">Wird der Onlinehandel den üblichen stationären Handel verdrängen?</h4>



<p>Der Onlinehandel ist in den letzten 15 Jahren rasant gewachsen. Haben 2003 nur 11 Prozent der ÖsterreicherInnen online eingekauft, waren es 2007 bereits 36 Prozent; heute sind es in etwa 60 Prozent der Bevölkerung. Diese Zunahme war besonders anfangs stark, seit 2015 kann man aber eine gewisse Abkühlung feststellen. 2015 haben bereits 57 Prozent der Bevölkerung das Internet für den Einkauf genutzt, woran sich erkennen lässt, dass sich die Nutzung des Onlinehandels bei etwas über der 60 Prozent-Marke langsam einpendelt. Der stationäre Handel bietet einfach Vorteile gegenüber dem Onlinehandel, weshalb gewisse Einkäufe weiterhin lieber im Geschäft erledigt werden. Sei es die fachliche Beratung bei Elektrogeräten oder die gewonnene Spontanität über die Abendessensentscheidung beim Einkauf im Einzelhandel. In gewissen Branchen werden höhere Onlinequoten kaum erreichbar sein.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Und wie sieht die Zukunft aus? </h4>



<p>Die Prognosen für die Zukunft legen nahe, dass es nicht unbedingt zur Konkurrenz zwischen Onlinehandel und stationärem Handel kommen muss. Ein attraktives Angebot für KonsumentInnen könnte es sein, wenn der stationäre Handel zusätzlich die Vorteile der Digitalisierung nutzt. So können Produkte online bestellt und bezahlt werden, aber die Abholung, Service und Beratung geschieht weiterhin vor Ort. Der stationäre Handel hat zudem Vorteile, die der Onlinehandel kaum aufwiegen kann: Sei es, wenn KundInnen ein sperriges Möbelstück in real ansehen und ausprobieren können oder sie fachlich korrekt eingewiesen werden. Auf diese Weise werden die Vorteile beider Welten genützt und das Angebot für KonsumentInnen erweitert.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zahlen die großen Konzerne Steuern? </h4>



<p>Ein großes Problem mit den Onlinegiganten bleibt aber bestehen: die Steuergerechtigkeit. Unternehmen wie Amazon betreiben weiterhin <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Steuervermeidung (öffnet in neuem Tab)" href="https://kompetenz-online.at/2019/02/08/wie-wir-online-giganten-am-steuer-schummeln-hindern-koennen/" target="_blank">Steuervermeidung</a> im ganz großen Stil. Europaweit wird geschätzt, dass sich die großen Onlinehandelshäuser um 14 Prozent der Mehrwertsteuer drücken. Durchschnittlich zahlen klassische Unternehmen 23 Prozent an Steuern, wohingegen die Onlinewirtschaft nur neun Prozent abliefert. Eine aktuell wieder europaweit diskutierte und von der GPA-djp schon längst geforderte <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Digitalsteuer (öffnet in neuem Tab)" href="https://kompetenz-online.at/2018/12/17/digitalsteuer-minimalsteuer-keine-steuern/" target="_blank">Digitalsteuer</a> könnte hier einen Beitrag zur notwendigen Fairness schaffen. Onlinehandel und stationärer Handel sind heute wichtig und beliebt, aber es braucht auch gerechte Voraussetzungen, mit denen alle ihren fairen Beitrag leisten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie sind die Arbeitsbedingungen bei den großen Onlinehändlern?</h4>



<p>Die großen Onlinegiganten, allen voran Amazon, machen international immer wieder Negativschlagzeilen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen. So zeigten bereits einige Medienberichte die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen auf, denen die MitarbeiterInnen in den Logistikzentren in Großbritannien, Deutschland oder Polen  ausgesetzt sind. <a href="https://kompetenz-online.at/2019/06/12/problemfall-amazon/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Seit Oktober 2018 gibt es nun auch in Österreich einen Amazon-Standort. (öffnet in neuem Tab)">Seit Oktober 2018 gibt es nun auch in Österreich einen Amazon-Standort.</a> Die Beschäftigten, die großteils über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt sind, berichten von <a href="https://kompetenz-online.at/kann-mit-gutem-gewissen-dort-nicht-mehr-arbeiten" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Überwachung, Disziplinierungsmaßnahmen und erniedrigenden Vorschriften (öffnet in neuem Tab)">Überwachung, Disziplinierungsmaßnahmen und erniedrigenden Vorschriften</a> und Arbeitsverdichtung. Die GPA-djp fordert eine angemessene und respektvolle Behandlung der Beschäftigten durch Amazon, ein Ende der Überwachung von Beschäftigten durch Amazon und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Man muss sehr viel Mut aufbringen!“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/08/06/kann-mit-gutem-gewissen-dort-nicht-mehr-arbeiten-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Moritz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Aug 2019 08:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2019/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[betriebliche Mitbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrofachhandel]]></category>
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		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
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					<description><![CDATA[Claudia Malecek wurde Anfang Juli zur ersten SATURN- Betriebsratsvorsitzenden gewählt.  Im Interview spricht sie über den Mut, den es gilt, aufzubringen und die wichtige Rolle der Gewerkschaften bei der Gründung eines Betriebsrates.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-1024x683.jpg" alt="Die neue Saturn-Betriebsratsvorsitzende Claudia Malecek" class="wp-image-10835" width="820" height="546" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/08/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9226-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 820px) 100vw, 820px" /><figcaption> © Daniel Novotny </figcaption></figure></div>



<p><strong>Claudia Malecek, die neu gewählte Betriebsrätin bei <em>SATURN Österreich,</em> im Interview: Über den Mut, den es gilt, aufzubringen und die wichtige Rolle der Gewerkschaften bei der Gründung eines Betriebsrates.</strong></p>



<span id="more-10833"></span>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Liebe Kollegin Malecek &#8211; es ist erstmals gelungen, einen Betriebsrat bei<em> Saturn Österreich</em> zu gründen und du wurdest zur Betriebsratsvorsitzenden gewählt. Herzlichen Glückwünsch. Wie hat es sich angefühlt?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Es war hervorragend. Nachdem wir so viel Arbeit und Energie hineingesteckt haben, war es ein richtig gutes Gefühl, das Endergebnis zu sehen und dann zu sagen: „Ja, wir haben etwas bewirkt. Wir haben es geschafft, den ersten Betriebsrat bei <em>Mediamarkt/Saturn</em> in Österreich zu etablieren“.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Welche Herausforderungen stellten sich euch in den Weg?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong>&nbsp; Es ist nicht leicht, die Liste abzugeben, seinem Chef zu sagen, dass du eine Versammlung einberufst und einen Betriebsrat zu gründen. Darauf folgen gerne ablehnende Reaktionen wie etwa: „Nein, das brauchen wir nicht“, „Das ist doch nicht notwendig“ oder &#8211; mein Lieblingssatz „Das geht ja gar nicht“. Da denke ich mir immer: „Doch, und wie es geht. Es ist im Gesetz verankert. Es hat zu gehen und es wird funktionieren.“ </p>



<p><strong>KOMEPTENZ:</strong> Und wie hat die Geschäftsführung auf die Gründung reagiert? Wie ist das Betriebsklima heute?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Zu Beginn war es nicht sehr leicht. Ich glaube, das muss man auch im Zusammenhang damit sehen, dass wir den ersten Betriebsrat von <em>Saturn Österreich</em> gegründet haben. Es war einfach eine neue Situation für jeden und für jede. Alle Beteiligten mussten sich erst zurechtfinden. Natürlich war es für die Geschäftsführung ein Schock, dass um zwei Stimmen meine Liste gewonnen hat. Sie wissen, dass ich den Mund aufmache. Wenn etwas nicht passt, kann ich es nicht einfach runterschlucken, sondern es muss raus.</p>



<p>Aber das Klima wird langsam besser. Mir wird jetzt auch ein Büro zur Verfügung gestellt. Und die Geschäftsführung sieht auch, dass ich an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert bin. Da findet man dann einen Weg. Es kommt noch immer einiges, aber es wird besser.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Die Kolleginnen und Kollegen waren sich schnell einig, dass ich es machen soll. Ich aber musste mir das vorher gut überlegen.&#8220;</p><cite> Claudia Malecek, Saturn-Betriebsrätin</cite></blockquote>



<p></p>



<p><strong>KOMPETENZ: </strong>Wie kam es zu deiner Kandidatur? Hattest du Unterstützung?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Nach dem letzten Geschäftsführerwechsel habe ich mir zunächst noch gedacht, dass ich abwarte und mir ein Bild mache. Dann wurden aber die Rufe im Pausenraum nach einem Betriebsrat immer lauter. Das Lustige dabei war, dass ich mich aus diesen Debatten absichtlich rausgehalten habe &#8211; bis zu dem Zeitpunkt, als meine KollegInnen über Namen sprachen. Es tauchte im Aufenthaltsraum die Frage auf, wer es denn überhaupt machen soll und als hätten meine KollegInnen einen Chor einstudiert, hieß es dann plötzlich: „Ja die Claudia, wer anderer kommt ja gar nicht in Frage“. Da habe ich dann aufgeschaut und gesagt: „Moment, da habe ich auch noch mitzureden. Lasst mir Zeit &#8211; ich muss mir das gut überlegen.“ </p>



<p>Da steckt so viel dahinter und ich wusste,
dass das nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren wird. Dann kam aber
die neue Bundesregierung und ich habe mir gedacht, dass das doch nicht mehr normal
ist. Da regieren einige Typen, die keine Ahnung von den Arbeitsrealitäten
haben, alles ändern wollen und das nicht unbedingt zum Positiven. Ich habe mir
gesagt „Nein, so geht das nicht weiter.“ </p>



<p>Da habe ich gewusst, dass ich das jetzt machen muss. Ich habe mir alle notwendigen Ansprechpersonen und Informationen besorgt. Dann habe ich Kontakt mit der GPA-djp aufgenommen und gefragt: „Was muss ich? Was brauch ich?“ Wann komme ich? Wie tun wir?“. Danach ist alles sehr flott gegangen. Ich hatte Angst, ob ich alle Fristen eingehalten habe bzw. alles beachtet habe, aber ich wurde hervorragend von der Gewerkschaft betreut, da hat es gar nichts gegeben.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Einen Betriebsrat gründen? Mach das niemals allein! Hol dir die Gewerkschaft als Partnerin &#8211; sie steht dir zur Seite!&#8220;</p><cite> Claudia Malecek, Saturn-Betriebsrätin </cite></blockquote>



<p></p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Das heißt, die Gewerkschaft war eine ganz wichtige Unterstützung für dich?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Auf alle Fälle. Das allein durchzuziehen wäre unmöglich für mich gewesen. Es braucht die Strukturen mit dem rechtlichen Grundwissen. Wenn du das nicht hast, bist du verloren. Der Rückhalt &#8211; sei es Arbeiterkammer, ÖGB oder wer auch immer &#8211; ist so wichtig. Vonseiten der Arbeitgeber wird oft alles versucht, dass es nicht funktioniert und hierbei hält dir die Gewerkschaft den Rücken frei.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Was sind die brennendsten Themen an deinem Standort?</p>



<p><strong>Claudia Malecek: </strong>Auf alle Fälle sind das Personalbelange wie zum Beispiel Stundenabrechnungen. Alles, was Personal und Arbeit im Betrieb betrifft. Wenn ich anfange, aufzuzählen, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Die größten Themen sind Gehälter, Betriebsvereinbarungen, die Schwarz-Weiss-Regelung für Samstagsdienste. Ich wollte mit den kleinsten Brocken anfangen und wir arbeiten uns zu den großen vor. Die großen Brocken gehören absolut durchstrukturiert.</p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Hast du besondere Erfahrungen als Frau gemacht? Gab es spezielle Hürden?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Ich hatte damit zum Glück keine Schwierigkeiten. Ich glaube, der Grund dafür ist, dass wir so viele junge MitarbeiterInnen haben. Der jüngste Lehrling ist 16, der Großteil der KollegInnen ist Anfang 20 bis 30 &#8211; die sind ganz anders aufgewachsen. Die differenzieren gar nicht mehr zwischen Männern und Frauen und gendern ist für die auch schon so normal. Das ist unglaublich schön, zu beobachten.</p>



<p><strong>KOMPETENZ: </strong>Wenn du deine Erfahrungen zusammenfasst, welche Tipps und Hinweise hast du für KollegInnen, die ebenfalls einen Betriebsrat gründen möchten? </p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Als Allererstes: Mach das niemals allein. Hol dir die Gewerkschaft als Partnerin, damit dir wer bei allen Formalitäten und rechtlichen Fristen zur Seite steht. Zweitens: Sei dir bewusst, dass du sehr viel Mut aufbringen müssen wirst, um das durchzuziehen. Drittens: Es werden Angebote gemacht werden, damit Leute von der Wahlliste abspringen. Nehmt diese Angebote auf gar keinen Fall an. Die Devise muss lauten: „Wir vertreten die KollegInnen am Standort und bleiben dabei solidarisch.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;In erster Linie geht es um die Menschen in der Firma. Ohne Personal gäbe es die Firma ja nicht. Das Personal ist es, das die Arbeit schafft.&#8220;</p><cite> Claudia Malecek, Saturn-Betriebsrätin </cite></blockquote>



<p></p>



<p>Wir arbeiten alle gerne bei <em>Saturn</em>. Das ist ja nicht so, dass wir uns sagen „Das machen wir ihnen jetzt z‘Fleiß“. Ganz im Gegenteil, wir sind dafür da, das Betriebsklima zu verbessern. Es geht dabei nicht um die Firma. Natürlich auch &#8211; aber in erster Linie geht es um die Menschen in der Firma. Was es dazu braucht, ist vor allem Mut und Durchhaltevermögen. </p>



<p><strong>KOMPETENZ:</strong> Gibt es zum Abschluss noch etwas, was du ergänzen möchtest?</p>



<p><strong>Claudia Malecek:</strong> Ich würde mir wünschen, dass ein jeder Markt von <em>Saturn &amp; Media Markt</em> einen Betriebsrat gründet. Mit diesem Ziel bin ich auch in das Ganze gestartet. Ich habe mir gedacht: „Man kann den Konzernen doch nicht freie Hand lassen. Das geht doch nicht!“ Es steht im Gesetz, dass es einen Betriebsrat geben soll. Der große Fehler ist leider, dass es nicht sanktioniert wird, wenn es keinen gibt! </p>



<div class="wp-block-media-text alignwide"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="768" height="768" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1.jpg" alt="" class="wp-image-10953" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1-150x150.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1-300x300.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1-600x600.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/09/betriebsrätinSaturnMediaM_DSC9223_klein-1-500x500.jpg 500w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person:</h4>



<p><strong>Claudia Malecek </strong>wurde Anfang Juli 2019 zur ersten Betriebsratsvorsitzenden von <em>SATURN</em> Österreich gewählt. Gemeinsam mit ihrem Team vertritt sie am Standort in der Shopping City Süd rund 60 Kolleginnen und Kollegen. 

</p>
</div></div>



<p></p>



<div class="wp-block-advgb-container advgb-blocks-container blauebox"></div>





<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hitze am Arbeitsplatz</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2019/06/13/hitze-am-arbeitsplatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Moritz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2019 15:14:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsinspektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hitze]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Moritz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sommer ist in Österreich angekommen und mit ihm die erste Hitzewelle des Jahres. Die hohen Temperaturen gefährden auch die Gesundheit am Arbeitsplatz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-1024x683.png" alt="" class="wp-image-10229" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2019/06/eis-schmilzt_AdobeStock_219819688.png 1152w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Adobe Stock, Warakom</figcaption></figure>



<p><strong>Der Sommer ist in Österreich angekommen und mit ihm die erste Hitzewelle des Jahres. Die hohen Temperaturen gefährden auch die Gesundheit am Arbeitsplatz.</strong></p>



<span id="more-10228"></span>



<p class="blauebox">Mehr über deine Rechte bei Hitze, findest du im <a href="https://kompetenz-online.at/2022/06/23/faktencheck-hitze-am-arbeitsplatz/" aria-label="Faktencheck: Hitze am Arbeitsplatz">Faktencheck: Hitze am Arbeitsplatz</a></p>



<p>Aufgrund des Klimawandels sind extreme Temperaturrekorde keine Seltenheit mehr. Gleichzeitig kühlt es selbst in der Nacht nicht mehr unter 20°C ab (sogenannte Tropennächte) und die Erholung im Schlaf ist nicht mehr vollständig gegeben. Die belastenden Temperaturen plagen uns aber nicht nur zu Hause. Sie können unsere Gesundheit am Arbeitsplatz gefährden, sowie Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit mindern. Die „Hundstage“ führen zu einer geringeren Arbeitsleistung, zu sinkender Arbeitsqualität und zu einer Zunahme der Fehlerhäufigkeit in Verbindung mit einem höheren Unfallrisiko. Daher fordert die Gewerkschaft GPA notwendige Schritte, um alle Arbeitsplätze klimafit zu machen.</p>



<p>Besonders betroffen von der Hitzewelle sind Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Belastung, die im Freien stattfinden. Für Bauarbeiter (und für Zimmerer, Gipser, Dach­decker, Pflasterer und Gerüster) gilt seit 1.5.2019, dass bei Außentemperaturen von 32,5°C Alternativarbeitsplätze gefunden werden müssen oder die Tätigkeit eingestellt wird. Hitze ist im Sinne des Bauarbeiter-Schlecht­wetter­entschädigungs­gesetzes als Schlechtwetter zu werten und wird von der BUAK (Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse) auch als solches entschädigt. Folgen drei Stunden mit über 32,5°C so ist der ganze Tag als Schlechtwetter zu betrachten. Die durch die Hitze entfallenen Arbeitsstunden werden mit Schlechtwederentschädigung vergütet.</p>



<p>Es war ein Etappensieg der letzten KV-Verhandlungen, den Hitzewert von 35°C auf 32,5°C zu senken. Das Ziel muss aber sein, dass bereits bei 25°C der Arbeitgeber technische und organisatorische Schutzmaßnahmen treffen muss, um eine Gesundheitsgefährdung von ArbeitnehmerInnen abzuwenden. Zu solchen Maßnahmen zählen etwa mobile oder fixe Beschattung, kühlere Arbeitsbereiche bzw. Ersatzarbeitsplätze und eine Arbeitszeitbegrenzung auf maximal acht Stunden. </p>



<p>Hitze und UV-Strahlung stellen eine besondere Belastung fürs Arbeiten im Freien dar. Extreme Hitze,   insbesondere in Kombination mit schweren körperlichen Tätigkeiten, kann zu Hitzekollaps, Hitzeschlag oder gar zum Tod führen. Das erhöhte Hautkrebsrisiko durch direkte UV-Strahlung schlägt sich auch in der Statistik nieder. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt und insbesondere davon betroffen sind ArbeiterInnen, die im Freien tätig sind. Daher ist es dringend notwendig, die Vorsorge und Prävention auszubauen &#8211; wie etwa durch jährliche, verpflichtende Hautuntersuchungen, die vom Arbeitsinspektorat kontrolliert werden. Insbesondere die Anerkennung des weißen Hautkrebses als Berufskrankheit ist dringend notwendig. </p>



<p>Aber auch Arbeitsplätze im Inneren sind vor Extremtemperaturen nicht gefeit. Ungekühlte Büros mit mehreren Computern laufen ebenfalls Gefahr, zur Hitzefalle zu werden. Die Innentemperatur sollte bei Büroarbeiten und vergleichbaren Tätigkeiten 25°C nicht überschreiten. Insbesondere für Risikogruppen wie Ältere oder Schwangere besteht bei Temperaturen in diesem Bereich bereits eine Gesundheitsgefährdung. Ist eine Klimaanlage vorhanden, muss ab Raumtemperaturen von über 25°C der Arbeitgeber jedenfalls für kühlende Maßnahmen sorgen. Diese können unterschiedlich aussehen: Von Lockerung der innerbetrieblichen Bekleidungsregelungen über Anpassungen der Arbeitszeiten, die Schaffung von Ersatzarbeitsplätze oder bauliche Maßnahmen wie Wärmedämmung und Begrünung. Die Gewerkschaft GPA setzt sich für die Umsetzung verbindlicher Maßnahmen ein und fordert, dass ab 30°C bezahlt hitzefrei gelten soll.</p>



<p>Die Veränderungen des Klimas stellen uns alle vor neue Herausforderungen und daher muss sich auch die Arbeitswelt auf die neuen Umstände einstellen. Im Mittelpunkt muss immer die Gesundheit des Menschen stehen. Es ist also ein Gebot der Fairness, Arbeitsplätze klimafit zu machen. Die Auswirkungen der Klimakrise dürfen nicht auf den Rücken der ArbeitnehmerInnen abgewälzt werden.</p>
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