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	<title>Coverstories &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Coverstories &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Quo vadis, KI?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/03/19/quo-vadis-ki/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raphaela Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 09:38:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2026/02]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Marlies Temper]]></category>
		<category><![CDATA[raphaela lang]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Was Künstliche Intelligenz heute tatsächlich leistet – und was uns noch erwarten könnte. Der Buchdruck veränderte den Zugang zu Wissen. Die Industrialisierung ordnete Produktion und Arbeit neu. Mit der Elektrifizierung wurden ganze Wirtschaftsbereiche umgebaut, mit der Computerisierung und später dem Internet Kommunikation, Verwaltung und Öffentlichkeit. Technologische Entwicklung verläuft nicht linear, sie verdichtet sich immer wieder [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Was Künstliche Intelligenz heute tatsächlich leistet – und was uns noch erwarten könnte.</strong></p>



<span id="more-22588"></span>



<p>Der Buchdruck veränderte den Zugang zu Wissen. Die Industrialisierung ordnete Produktion und Arbeit neu. Mit der Elektrifizierung wurden ganze Wirtschaftsbereiche umgebaut, mit der Computerisierung und später dem Internet Kommunikation, Verwaltung und Öffentlichkeit. Technologische Entwicklung verläuft nicht linear, sie verdichtet sich immer wieder in Phasen, in denen neue Verfahren weit über ihren ursprünglichen Einsatzbereich hinauswirken.</p>



<p>In dieser Größenordnung wird inzwischen auch Künstliche Intelligenz diskutiert. Unternehmen betonen Produktivitätsgewinne, Technologiekonzerne tiefgreifende Innovationsschübe. Kritiker:innen wiederum verweisen auf neue Abhängigkeiten, steigenden Ressourcenverbrauch und ungelöste Fragen von Kontrolle über Haftung bis Regulierung. Gerade deshalb lohnt es sich, den Blick zunächst auf die Technologie selbst zu richten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht erst seit gestern da</h4>



<p>Neu ist das Phänomen KI an sich nicht. Marlies Temper, Studiengangsleiterin für Data Intelligence sowie Data Science and Artificial Intelligence an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten, erklärt die historische Entwicklung: „Der Begriff Künstliche Intelligenz wurde bereits in den 1950er Jahren geprägt. Prinzipiell handelt es sich um mathematische Verfahren, die mithilfe von Daten Wissen extrahieren und uns helfen können, Prognosen abzugeben, Empfehlungen abzuleiten oder Entscheidungen zu treffen.“</p>



<p>Breiter sichtbar wurde KI im Alltag zunächst über Anwendungen wie Sprachassistenten, automatische Übersetzung, personalisierte Empfehlungen oder Bilderkennung. So landete etwa Apples Sprachassistent „Siri“ erstmals 2010 auf den Endgeräten vieler Nutzer:innen.</p>



<p>Die Funktionsweise hinter Anwendungen wie ChatGPT ist auch heute dieselbe: Derartige Chatbots – in der Fachsprache auch generative KI genannt – werden mit großen Datenmengen trainiert und lernen durch die Analyse abertausender Dokumente, wie Texte oder Bilder aufgebaut sind und sich reproduzieren lassen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Rapide Verbesserungen in spezifischen Anwendungsgebieten zeigen sich mittlerweile innerhalb weniger Wochen.“</p>
<cite>Marlies Temper<br>Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten</cite></blockquote>



<p>„In den letzten zwanzig Jahren sind unsere Rechen- und Speicherkapazitäten um ein Vielfaches gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Kosten stark reduziert“, betont Temper. Die Ursache für den jüngsten Boom an KI-Anwendungen liegt also weniger an technologischen Durchbrüchen der Technologie selbst, sondern an der breiteren Verfügbarkeit von zugrundeliegenden Daten und einer verbesserten technischen Infrastruktur.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kluge Technologie oder kluges Marketing?</h4>



<p>Gleichzeitig machen derartige Modelle die Technologie von einem Tag auf den anderen einer viel größeren Zielgruppe zugänglich. Die Ergebnisse sind unmittelbar erfahrbar: In Sekundenschnelle entstehen Texte, Bilder oder Videos. Noch dazu sind Einstiegsmodelle oftmals gratis nutzbar.</p>



<p>Dabei handle es sich jedoch nicht unbedingt um Großzügigkeit, sondern gezielte Marketing-Strategien: „Seitens OpenAI war es ein wirklich kluger Schachzug, dass Konsument:innen ihr Produkt gratis austesten können“, betont Temper. Aber es gibt auch eine zweite Seite der Medaille: „Wenn etwas gratis ist, dann ist man meist selbst das Produkt“, betont die Expertin weiter. Im Fall von generativer KI bedeutet dies, dass jede:r neue Nutzer:in auch eine neue Datenquelle darstellt. Jedes Dokument, das hochgeladen wird, jeder Chatverlauf und jede Eingabe, die gesammelt wird, verbreitert die Datenbasis des Systems und führt so zu einer Verbesserung der Modelle – sozusagen ein stetiger Kreislauf aus besseren Daten und besserer KI.<br>Dies erkläre auch die schnellen Entwicklungssprünge in den letzten Jahren. „Rapide Verbesserungen in spezifischen Anwendungsgebieten zeigen sich mittlerweile innerhalb weniger Wochen. Wir konnten beispielsweise im Bereich der Mathematik oder auch Programmierung beobachten, wie Modelle zuerst an Aufgabenstellungen scheitern und diese wenig später problemlos lösen können“, so Temper.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="257" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-1024x257.jpg" alt="" class="wp-image-22590" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-1024x257.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-300x75.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-150x38.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-768x193.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-1536x385.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/zeitstrahl_studiosprosse_300dpi-2048x514.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Vom Buchdruck bis hin zur Industrialisierung: Große Technologiesprünge haben Gesellschaft und Arbeitswelt immer wieder neu geordnet.</strong><br>© Lina Schubert / Studio Sprosse</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Das Spiel mit der Wahrscheinlichkeit</h4>



<p>Mit „Lernen“ im menschlichen Sinne ist dieser Trainingsprozess aber trotzdem nicht gleichzusetzen: Denn Modelle verstehen Sprache nicht, sie analysieren sie. „Wie sind Sätze aufgebaut? Welche Wörter werden oftmals in Kombination verwendet?</p>



<p>So ist ‚lernen‘ in diesem Kontext zu verstehen. Was derartige Sprachmodelle produzieren, ist ein rein wahrscheinlichkeitsbasierter Aufbau von Sätzen“, erläutert Temper. Je besser die KI mit Spezialwissen trainiert ist, umso höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese Wissensbasis gut reproduzieren kann. „Doch es ist kein Expertensystem, das hundertprozentiges<br>Wissen reproduziert. Dessen sollten wir uns bewusst sein“, appelliert die Expertin.</p>



<p>Sprachmodelle bilden jedoch nur einen Teilbereich im Gebiet der Künstlichen Intelligenz. In der Industrie wird KI etwa genutzt, um Materialfehler in Echtzeit zu erkennen, Wartungsbedarf frühzeitig vorherzusagen oder Produktionsabläufe effizienter zu steuern. In der Logistik hilft sie bei Nachfrageprognosen und Routenplanung, im Gesundheitsbereich bei der Auswertung von Bilddaten, etwa in der Krebserkennung. Derartige Automatisierungs-Prozesse sind seit Jahren Standard.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Expert:innen gefragt</h4>



<p>Gerade darin liegt für Temper der eigentliche Schlüssel: nicht in der bloßen Verfügbarkeit der Technologie, sondern in ihrer gezielten Anwendung. Ob KI in Unternehmen tatsächlich zu Produktivitätsgewinnen führt, hängt stark davon ab, wofür sie eingesetzt wird. Es gibt bereits Studien, die positive Effekte zeigen, andere fallen deutlich zurückhaltender aus. „Am Ende hängt es davon ab, wofür ich die KI verwende“, sagt Temper. Dort, wo Systeme sinnvoll in bestehende Abläufe eingebettet werden, können sie Prozesse durchaus beschleunigen. Das gilt etwa für gut trainierte Chatbots auf Basis interner Unternehmensdokumente oder für Anwendungen, die Berichte abgleichen und Widersprüche in der Dokumentation erkennen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="741" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper-1024x741.jpg" alt="" class="wp-image-22591" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper-1024x741.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper-300x217.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper-150x109.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper-768x556.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/03/marlies-temper.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Marlies Temper ist Studiengangsleiterin für Data Intelligence sowie Data Science and Artificial Intelligence an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten</strong><br>© Arnd Ötting</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„China und die USA sind uns hier deutlich voraus und haben weit früher begonnen, in diese Bereiche zu investieren.“</p>
<cite>Marlies Temper<br>Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten</cite></blockquote>



<p>Ein Selbstläufer sei es jedoch nicht. „Wenn ich die KI falsch einsetze, dann kostet sie mich unter Umständen sogar Zeit“, warnt Temper. Fehlerhafte Ausgaben können zusätzlichen Kontrollaufwand verursachen und damit den erhofften Effizienzgewinn rasch wieder relativieren. Auch für den Arbeitsmarkt plädiert sie deshalb für Nüchternheit. Dass ganze Berufsfelder kurzfristig verschwinden, erwartet sie nicht. „Wie jede Technologie verändert auch KI den Arbeitsmarkt“, sagt Temper.</p>



<p>Neue Tätigkeiten werden entstehen, in anderen Bereichen sinkt der Bedarf. Umso wichtiger bleibt Aus- und Weiterbildung. Denn damit KI-Systeme in Unternehmen gezielt, sicher und sinnvoll funktionieren, braucht es „Expert:innen, nicht bloß Anwender:innen“, sagt Temper. Entscheidend ist, dass Beschäftigte solche Systeme nicht nur nutzen, sondern sie fachlich einordnen, mit Wissen befüllen und verantwortlich einsetzen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Europas Chance</h4>



<p>Mit der Frage nach Qualifikation rückt zwangsläufig auch die Frage nach Abhängigkeiten in den Vordergrund. Denn wer Künstliche Intelligenz entwickeln und einsetzen will, braucht nicht nur Modelle, sondern auch die technische Basis dahinter – von<br>Rechenleistung über Cloud-Infrastruktur bis Speicherkapazitäten. Genau dort sieht Temper Europas Schwäche: „China und die USA sind uns hier deutlich voraus und haben weit früher begonnen, in diese Bereiche zu investieren.“ Zwar gebe es mit Mistral einen europäischen Anbieter, insgesamt seien die USA und China technologisch jedoch deutlich voraus. Besonders heikel sei die Abhängigkeit von den Infrastrukturen großer US-Konzerne. Sie verweist auf Cloud-Dienste wie AWS, Google, OpenAI oder Azure, über die Speicherung und Verarbeitung möglich werden.</p>



<p>Statt sich nun verspätet in ein Wettrennen um die größten Sprachmodelle zu begeben, sollte Europa eine andere Strategie verfolgen, so Temper: „Spezialisierte Forschung, effizientere und nachhaltigere Algorithmen sowie Anwendungen, die näher an konkreten Problemen entwickelt werden, bieten echtes Potential, um einen Beitrag zu leisten.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nächster Schritt Weltherrschaft?</h4>



<p>Wenn KI schon heute immer mehr Aufgaben unterstützt, wie realistisch ist dann die Vorstellung, dass sie irgendwann weit mehr übernehmen könnte? Diese Frage begleitet die KI-Forschung fast so lange wie ihr Bestehen. So sagte etwa der Wissenschaftler Herbert Simon bereits im Jahr 1965 voraus, dass Maschinen innerhalb von zwanzig Jahren jede Arbeit erledigen können würden, die auch Menschen leisten können. Die Prognose bewahrheitete sich bekanntermaßen nicht.</p>



<p>Stattdessen folgten auf Phasen großer Erwartungen immer wieder Rückschläge, Enttäuschungen und damit gekürzte Fördergelder – doch das Ziel blieb: Bis heute ist die Entwicklung einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz das erklärte Ziel führender Tech-Unternehmer. Gemeint ist damit eine Form von Künstlicher Intelligenz, die nicht mehr nur einzelne, klar umrissene Aufgaben bewältigt, sondern auf breiter Ebene jene geistigen Fähigkeiten nachbildet, die man bislang nur mit menschlicher Intelligenz verbindet: lernen, schlussfolgern, Wissen auf neue Kontexte übertragen und Probleme flexibel lösen.</p>



<p>Wenn heute wieder intensiv über allgemeine Künstliche Intelligenz diskutiert wird, knüpft die Debatte also an ein altes Ziel der KI-Forschung an. Zugleich bleibt Zweifel angebracht. Denn die Prognosen reichen von wenigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten, manche bezweifeln grundsätzlich, dass sich allgemeine Intelligenz in der derzeit diskutierten Form überhaupt erreichen lässt. Oder, wie Marlies Temper es zusammenfasst: „Darüber kann man aktuell nur spekulieren. Niemand kann in eine Glaskugel schauen.“</p>



<div style="background:#fff48c; padding:24px; margin:24px 0;">
  
  <h2 style="margin:0 0 16px 0; font-size:28px; line-height:1.2; color:#222;">
    So viele Ressourcen verbraucht die KI
  </h2>

  <p style="margin:0 0 16px 0; font-size:18px; line-height:1.6; color:#222;">
    „KI ist heute nahtlos in viele Systeme integriert – sei es im Internetbrowser, eigenen Unternehmens-Chatbots oder eingebettet in Apps. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter jeder Eingabe enorme technische Mittel stecken – nämlich Rechenzentren mit entsprechendem Strom- und Wasserbedarf. Eine ChatGPT-Anfrage benötigt laut Schätzungen fast zehnmal so viel Strom wie eine klassische Google-Suche. Hochgerechnet auf rund 195 Millionen Anfragen pro Tag ergibt das einen Strombedarf von etwa 564.000 Kilowattstunden: so viel wie der Tagesverbrauch von rund 66.000 österreichischen Haushalten.“
  </p>

  <h3 style="margin:24px 0 12px 0; font-size:22px; line-height:1.3; color:#222;">
    Stromverbrauch steigt weiter
  </h3>

  <p style="margin:0; font-size:18px; line-height:1.6; color:#222;">
    Hinter den smarten Technologien stecken Rechenzentren, Serverfarmen, Kühlsysteme und eine technische Infrastruktur, die enorme Mengen an Strom, Wasser und Rohstoffen benötigt. Bis 2030 könnte sich der Bedarf laut Internationaler Energieagentur noch einmal verdoppeln.<br><br>
    Je selbstverständlicher die Anwendungen in den Alltag einziehen, desto leichter gerät aus dem Blick, welcher materielle Aufwand hinter ihrer scheinbar mühelosen Nutzung steht. Gerade deshalb sollte die Debatte über Künstliche Intelligenz nicht beim technologisch Machbaren enden. Sie muss auch danach fragen, wie die digitale Entwicklung nachhaltig gestaltet werden kann. Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, was KI kann – sondern auch, was ihr Einsatz kostet.
  </p>

</div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeit für eine klimaneutrale Zukunft</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2026/01/29/arbeit-fuer-eine-klimaneutrale-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 14:13:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Marhavy]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Holzer]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend am Werk]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[STIWA Group]]></category>
		<category><![CDATA[Transformationspreis]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Transformationspreis von AK und ÖGB holt Beschäftigte und ihre Betriebsräte vor den Vorhang, die den ökologischen Wandel aktiv voranbringen. Ausgezeichnet wurden dabei innovative Projekte aus Betrieben und Regionen, die ökologische Ziele mit sozialer Fairness verbinden. Wir dürfen den Klimawandel nicht leugnen, es ist noch nicht zu spät zu handeln!“ So sieht es Günter Holzer, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-22527" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-1024x681.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-768x511.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-1536x1022.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-2048x1363.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/jaw_mureck_c_miriamraneburger016-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Das Engagement für Klima und Umwelt bei Jugend am Werk Steiermark wird von Betriebsrat und Geschäftsführung getragen. Im Klimaschutzgarten in Gosdorf bei Mureck werden Transitarbeitskräfte vorübergehend beschäftigt und so auf neue Jobs vorbereitet.</strong><br>© miriam raneburger</figcaption></figure>



<p><strong>Der Transformationspreis von AK und ÖGB holt Beschäftigte und ihre Betriebsräte vor den Vorhang, die den ökologischen Wandel aktiv voranbringen. Ausgezeichnet wurden dabei innovative Projekte aus Betrieben und Regionen, die ökologische Ziele mit sozialer Fairness verbinden.</strong></p>



<span id="more-22521"></span>



<p>Wir dürfen den Klimawandel nicht leugnen, es ist noch nicht zu spät zu handeln!“ So sieht es Günter Holzer, Betriebsratsvorsitzender bei Jugend am Werk Steiermark. Verantwortung trage dabei jede und jeder Einzelne, das Ziel müsse es sein, heute die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.</p>



<p>Auch Betriebsratsvorsitzender Alexander Marhavy von der STIWA Group in Oberösterreich, der sich für nachhaltige Verkehrslösungen einsetzt, betont: „Es gibt genügend Potential für einen Wandel, wir müssen das nur richtig umsetzen! “Klimaziele, die Hand in Hand mit sozialer Verantwortung gehen, sind längst kein Schlagwort mehr, sondern im Alltag zahlreicher Betriebe angekommen. Genau hier setzt der Transformationspreis von Arbeiterkammer und ÖGB an: Er macht sichtbar, wie Betriebsrät:innen diese Veränderungen im Sinne der Beschäftigten aktiv mitgestalten.</p>



<p>Im Mittelpunkt stehen Initiativen von Betriebsratsteams: für gute Arbeitsbedingungen, für ökologische Nachhaltigkeit und für eine aktive Mitbestimmung in Zeiten des Wandels. „Der Preis will erfolgreiche Projekte sichtbar machen, damit wir voneinander lernen können“, bringt es Marhavy auf den Punkt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Öko? logisch!“</h4>



<p>Das Projekt „Öko? logisch!“ des Betriebsrats in der STIWA Group &#8211; einem Unternehmen der Automatisierungstechnik – begann mit einer einfachen Frage: Wie kommen die rund 1.050 Beschäftigten am Standort Attnang-Puchheim täglich zur Arbeit? Insgesamt legen die Mitarbeiter:innen dabei jeden Tag mehr als 39.000 Kilometer zurück, hatte Marhavy errechnet.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-22531" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-1024x681.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-768x511.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-1536x1022.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-2048x1363.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Shooting-Stiwa-Group-Marhavy_final_©kreativpaket-Bernhard-Friebl_5306-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Alexander Marhavy, Betriebsratsvorsitzender bei der STIWA Group, setzt sich für nachhaltige Verkehrslösungen ein, von denen die Kolleg:innen profitieren.</strong><br>©kreativpaket/Bernhard Friebl<br></figcaption></figure>



<p>Mit dieser Zahl eröffnete er auch die Diskussion mit Kolleg:innen im Betrieb: „Der Erdumfang beträgt 40.075 Kilometer. Das heißt, wir fahren hier jeden Tag fast einmal um die Welt um in die Arbeit zu kommen!“ Mit Hilfe dieses Vergleichs wurde die Dimension greifbar. Die Befragung der Mitarbeiter:innen führte zu zahlreichen Gesprächen und Diskussionen, außerdem analysierte der Betriebsrat über einen längeren Zeitraum die Auslastung der Parkplätze am Standort.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fahrgemeinschaften</h4>



<p>„Bei den Gesprächen wurde zahlreichen Kolleg:innen bewusst, dass es sehr wohl Alternativen zum eigenen Auto gibt, die sich relativ einfach umsetzen ließen“, erinnert sich Marhavy. Dabei zeigte sich auch, dass Fahrgemeinschaften oft unterschätzt werden. Vor allem war vielen gar nicht bekannt, wo andere Kolleg:innen wohnen. Im Laufe der Gespräche stellte sich heraus, wer alles den gleichen Weg zur Arbeit zurücklegt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Bei den Gesprächen wurde zahlreichen Kolleg:innen bewusst, dass es sehr wohl Alternativen zum eigenen Auto gibt, die sich relativ einfach umsetzen ließen.“</p>
<cite>Alexander Marhavy,<br>Betriebsratsvorsitzender, STIWA Group</cite></blockquote>



<p>Als Maßnahme wurde in der Folge eine interne Mitfahrbörse vereinbart, wo die Mitarbeiter:innen ihr Interesse bekannt geben und sich selbst organisieren konnten. „Das Projekt hat damit nicht nur neue Optionen zur Mobilität aufgezeigt, sondern auch den Austausch im Betrieb gestärkt. Für mich als Betriebsrat wurde auch deutlich, wie wichtig das persönliche Gespräch bei dieser Initiative war!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jobrad und Fuhrpark</h4>



<p>Für Beschäftigte, die mit dem Fahrrad kommen, sind am Standort ausreichend Duschen vorhanden, es gibt auch Ladestationen für E-Bikes. Der betriebliche Fuhrpark wurde mit Ausnahme der Montagebusse auf Elektroautos umgestellt. Früh umgesetzt wurde auch ein Jobrad-Modell: STIWA gehörte zu den ersten Unternehmen, die dieses Angebot eingeführt haben. „Aktuell bremsen allerdings Sparmaßnahmen und die wirtschaftliche Lage den weiteren Ausbau, obwohl die Nachfrage da wäre“, bedauert Marhavy.</p>



<p>Ein weiterer Fortschritt konnte durch eine Verbesserung der Öffis erreicht werden: Der Standort des Unternehmens in Gampern war nur schlecht an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die Idee eines eigenen Schichtbusses erwies sich als zu kostspielig. Stattdessen gelang es, die Verkehrsbetriebe zu überzeugen, eine bestehende Buslinie zu verlegen. Diese verbindet nun im Halbstundentakt die Standorte Gampern und Attnang sowie den benachbarten Gewerbepark.</p>



<p>„Gerade in Stoßzeiten ist die Anbindung mit Bus und Bahn nun wirklich die bessere Wahl, weil man als Pendler dem täglichen Stau entgeht“, findet Marhavy. Hier fließen auch seine persönliche Erfahrungen in das Projekt mit ein: Bereits vor einigen Jahren verzichtete er bewusst auf den Kauf eines neuen Autos und stieg auf öffentliche Verkehrsmittel um. „Auch meine Frau fand es gut, dass ich pünktlich und viel entspannter heimkomme.“ Der Kostenaspekt spielt dabei ebenfalls eine Rolle: Ein Klimaticket ist mit etwas über 30 Euro pro Monat deutlich günstiger als das tägliche Pendeln mit dem Auto. Für Marhavy ist klar: „Ich bin überzeugt, dass wir unser Potential hier noch nicht voll ausgeschöpft haben!“</p>



<p>Dass das Potential groß ist, zeigt auch ein weiteres Projekt im Betrieb: Auf den riesigen Dachflächen der Produktionshallen in Attnang und Gampern wurden PV-Anlagen errichtet, an denen sich die Mitarbeiter:innen zu attraktiven Konditionen beteiligen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nachhaltigkeit als Prinzip</h4>



<p>Günter Holzer von Jugend am Werk Steiermark vertritt mit einem Betriebsratsteam von 15 Mitgliedern dort knapp 1.500 Beschäftigte. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung beschreibt Holzer als konstruktiv und wertschätzend. Entscheidungen würden auf Augenhöhe diskutiert, mit dem Anspruch, das Verbindende vor das Trennende zu stellen. „Wir suchen nach Lösungen, die dem Unternehmen und den Beschäftigten gleichermaßen zugutekommen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22533" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2026/01/Günter-Holzer_8758-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Günter Holzer, Betriebsratsvorsitzender bei Jugend am Werk Steiermark, will seinen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.</strong><br>© Nurith Wagner-strauss</figcaption></figure>



<p>Auch das Engagement für Umwelt- und Klimaschutz wird von Betriebsrat und Geschäftsführung gemeinsam getragen. Das Unternehmen habe immer auf einen ressourcenschonenden Umgang geachtet, betont Holzer. So wurde der Fuhrpark auf Elektro- und Hybridfahrzeuge umgestellt. Außerdem wird nach Möglichkeit die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gefördert, ebenso wird in den Bereichen Einkauf und Energie nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit entschieden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Artenvielfalt erhalten</h4>



<p>Doch der Umweltschutz betrifft nicht nur das Betriebsmanagement, sondern wird auch unmittelbar in verschiedenen Projekten gelebt. Eins der Herzensprojekte von Holzer ist der von Jugend am Werk betreute Klimaschutzgarten in Gosdorf bei Mureck, wo Nachhaltigkeit und der Erhalt der Artenvielfalt im Mittelpunkt stehen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Der Umgang mit der Natur wirkt sich positiv auf die Transitarbeitskräfte aus, sie empfinden ihre Arbeit als sinnstiftend.“</p>
<cite>Günter Holzer,<br>Betriebsratsvorsitzender, Jugend am Werk Steiermark</cite></blockquote>



<p>Der Klimaschutzgarten grenzt an die steirische Mur mit ihren Auenlandschaften. Er wird im Rahmen eines gemeinnützigen Beschäftigungsprojekts naturnah gestaltet und gepflegt und bietet Arbeitsplätze für Transitmitarbeiter:innen, die durch eine vorübergehende Beschäftigung auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. „Der Umgang mit der Natur wirkt sich positiv auf die Transitarbeitskräfte aus, sie empfinden ihre Arbeit als sinnstiftend“, erklärt Holzer. Der Garten ist öffentlich zugänglich und die dort hergestellten Produkte können erworben werden. Diese werden in den Beschäftigungsprojekten entworfen und von den Transitmitarbeiter:innen ausgeführt. Bei der Herstellung wird auf den ökologischen Fußabdruck geachtet, ressourcenschonend und energiebewusst gearbeitet.</p>



<p>Als Non-Profit-Unternehmen finanziert sich Jugend am Werk vorwiegend aus der öffentlichen Hand. „Wir hoffen sehr, dass die geplanten Einsparungen im Sozialbereich von solchen zukunftsweisenden Projekten abgewendet werden können“, betont der Betriebsratsvorsitzende. Was für ihn beim Transformationspreis im Vordergrund steht, ist die Sichtbarmachung der ausgezeichneten Projekte: Sie können als Denkanstoß dienen. „Das Ziel muss es sein, für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Wir wollen Beispiele guter Praxis aufzeigen, die Vorbilder für andere Projekte sein können.“</p>



<p>Für Holzer ist klar: „Der Klimawandel darf nicht geleugnet werden! Jeder von uns trägt Verantwortung, ebenso wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.“ Ihm ist es ein großes Anliegen, seinen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Ansatzpunkte sieht Holzer z.B. bei Heizsystemen oder der Wahl von Fahrzeugen. „Hier kann jeder was tun, jede Maßnahme zählt. Ich bin überzeugt, dass wir alle einen Beitrag leisten können!“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Überwältigende Mehrheit für freien Sonntag</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/11/20/ueberwaeltigende-mehrheit-fuer-freien-sonntag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/06]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[IFES]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsöffnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES. In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. Laut [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22363" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/DSC00420-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ende Oktober 2025 hat die Gewerkschaft GPA in Einkaufsstraßen und -zentren in ganz Österreich 19.329 Beschäftigte gefragt, ob sie<br>sonntags arbeiten würden: Mehr als 97 Prozent lehnen das ab.<br>© Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES.</strong></p>



<span id="more-22362"></span>



<p>In regelmäßigen Abständen fordern Vertreter:innen der Wirtschaft, dass die Geschäfte doch auch am Sonntag aufsperren sollen. Die Meinung der Bevölkerung ist aber eindeutig: Der Sonntag soll als Tag für Familie und Freizeit erhalten bleiben. </p>



<p>Laut einer repräsentativen Befragung des IFES-Instituts sind drei Viertel der Österreicher:innen – über alle Bevölkerungsgruppen hinweg – gegen eine Sonntagsöffnung im Handel. 87 Prozent sagen, dass der Sonntag ein Tag für Familie, Freunde und Freizeit ist. Zwar zeigen sich Unterschiede je nach Wohnort und Alter, doch in keiner Gruppe<br>findet sich eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung. Auch in den größeren Städten sind acht von zehn Befragten mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden.</p>



<p>Nur jedem Zwanzigsten wäre es persönlich sehr wichtig, am Sonntag einkaufen gehen zu können. „Entgegen der Meinung einiger Wirtschaftsvertreter:innen sind die Österreicher:innen mit den aktuellen Öffnungszeiten sehr zufrieden“, fasst Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, die Befragungsergebnisse zusammen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Handelsangestellte klar dagegen </h4>



<p>Noch deutlicher ist die Ablehnung der Sonntagsöffnung bei den Handelsangestellten. Von 19.329 Handelsbeschäftigten, die im Oktober 2025 in ganz Österreich befragt wurden, lehnen mehr als 97 Prozent eine Sonntagsöffnung ab. Die Gründe, die dafür am häufigsten genannt werden, sind: noch weniger Planbarkeit, weiter erhöhter Arbeitsdruck, fehlende Kinderbetreuungsangebote, höhere Kosten für die Unternehmen und keine Mehreinnahmen für die Unternehmen, weil sich der Umsatz nur verschiebt. „Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung“, so Teiber zu diesemeindeutigen Meinungsbild.</p>



<p>Frauen besonders benachteiligt Besonders nachteilig wäre eine Sonntagsöffnung im Handel für Frauen. Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme mit der Kinderbetreuung. Wenn die Geschäfte nun auch am Sonntag aufsperren, würde es noch schwieriger Beruf und Familie zu vereinbaren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Kaum jemand will sie, niemand profitiert, die Beschäftigten zahlen drauf: Das ist die Realität einer Sonntagsöffnung.“</p>
<cite>Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Freiwilligkeit ist ein Mythos</h4>



<p>Befürworter der Sonntagsöffnung argumentieren oft mit der Freiwilligkeit. Die Beratungspraxis zeigt aber, dass diejenigen, die nicht „freiwillig“ spuren, häufig die ersten sind, die gehen müssen. Das ist übrigens auch vielen bewusst, die selbst nicht im Handel arbeiten. In der aktuellen IFES-Umfrage geben 76 Prozent der Befragten an, dass die Handelsbeschäftigten ihre Arbeitszeiten nicht selbst bestimmen können – zulasten von Familie, Freizeit und Erholung. „Wir stehen klar hinter den Interessen der Beschäftigten und der Bevölkerung: Deshalb wird es mit uns auch weiterhin keine Sonntagsarbeit im Handel geben!“, stellt die GPA-Vorsitzende klar. </p>



<p>Schon jetzt suchen viele Handelsunternehmen dringend nach Mitarbeiter:innen. Wer Fachkräfte anwerben möchte, muss aber die Arbeitsbedingungen attraktiver machen. Die Sonntagsarbeit im Handel wäre die gegenteilige Maßnahme. Die Arbeitgeber sollten den Beschäftigten im Handel stattdessen höhere Gehälter und echte Flexibilität bieten!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png" alt="" class="wp-image-22365" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/11/Sonntagsoeffnung-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drei Viertel der Österreicher:innen, über alle Bevölkerungsgruppen hinweg, sprechen sich in einer repräsentativen IFES-Befragung klar gegen eine Sonntagsöffnung im Handel aus. Bei den Handelsangestellten ist die Ablehnung noch deutlicher. Mehr als 97 Prozent der Handelsbeschäftigten wollen nicht am Sonntag arbeiten. Das hat eine Befragung von fast 20.000 Handelsangestellten durch die GPA ergeben.</figcaption></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kind und Beruf: Alles unter einem Hut?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/09/25/kind-und-beruf-alles-unter-einem-hut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2025 12:43:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/05]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Elementarbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Elementarpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Scherz]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellungsanwaltschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Karenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbetreunng]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Steiner]]></category>
		<category><![CDATA[Teilzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Väterkarenz]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinbarkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Familie und Beruf zu vereinbaren bleibt für viele Mütter ein Kraftakt. Passende Kinderbetreuungsplätze fehlen, zu Hause müssen sie den Großteil der Care-Arbeit übernehmen, im Job mangelt es oft an Entgegenkommen und Unterstützung. Was braucht es um Frauen stärker zu entlasten? Für Mütter ist es nach wie vor schwierig, beruflich am Ball zu bleiben. Es fehlt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="770" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-1024x770.jpeg" alt="" class="wp-image-22227" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-1024x770.jpeg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-300x225.jpeg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-150x113.jpeg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-768x577.jpeg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-1536x1155.jpeg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/AdobeStock_104907736-2048x1539.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Familie und Beruf zu vereinbaren bleibt für viele Mütter ein Kraftakt. Passende Kinderbetreuungsplätze fehlen, zu Hause müssen sie den Großteil der Care-Arbeit übernehmen, im Job mangelt es oft an Entgegenkommen und Unterstützung. Was braucht es um Frauen stärker zu entlasten?</strong></p>



<span id="more-22225"></span>



<p>Für Mütter ist es nach wie vor schwierig, beruflich am Ball zu bleiben. Es fehlt ein flächendeckendes Betreuungsangebot, das Vollzeitarbeit zulässt, besonders am Land. Zu Hause helfen Männer oft nur mit, statt die Hälfte der Care-Arbeit zu übernehmen. Papamonat und Väterkarenz werden nur zögerlich angenommen. Im Betrieb landen Frauen nach der Babypause oft auf dem Abstellgleis. Die Folgen zeigen sich in niedrigen Einkommen und noch niedrigeren Pensionen.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="kinderbetreuung-fehlt-71d35f97-972a-4e83-b7b7-a19d86bf215f">Kinderbetreuung fehlt</h4>



<p class="u-bg-mint">Verena (30) arbeitet in der mobilen Pflege: sie fährt in ländliche Gemeinden in Oberösterreich und versorgt ältere Menschen zu Hause. Ihr Mann arbeitet für eine Versicherung und sie haben zwei Kinder mit drei und fünf. Verena möchte ihre Teilzeitstelle von derzeit 25 Stunden auf 35 Stunden aufstocken, um ihr Einkommen zu verbessern. Doch in ihrer Gemeinde ist nur rund ein Viertel der Kindergartenplätze für eine Vollzeitstelle geeignet und momentan sind keine Plätze frei.</p>



<p class="u-bg-mint">Für Verena heißt das: Sie bleibt bei 25 Stunden. „Ich könnte mehr Stunden übernehmen, auch mein Arbeitgeber drängt mich dazu. Aber die zusätzliche Betreuung ist organisatorisch nicht möglich“, berichtet sie.</p>



<p class="gpa-mint-bg">Oberösterreich ist beim Vollzeit-tauglichen Betreuungsangebot Schlusslicht. Nur knapp mehr als ein Viertel der 3- bis 6-Jährigen haben einen Platz, der Vollzeitarbeit beider Eltern ermöglicht &#8211; der Österreichschnitt liegt bei 46,8 Prozent. Noch schlimmer ist die Situation bei den Unter-3-Jährigen. In vielen Einrichtungen gibt es keine Nachmittagsgruppen oder sie sind in den Ferienzeiten geschlossen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-1024x614.png" alt="" class="wp-image-22264" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/09/beruf-und-Familie-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<div style="background:#dcc8e3; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Mehrarbeit ermöglichen statt Teilzeit zu verurteilen!
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    „Die gesellschaftliche Debatte über Arbeitszeitverkürzung wurde vergangenen Sommer auf dem Rücken der Beschäftigten geführt. Teilzeitkräfte pauschal als volkswirtschaftliches Problem darzustellen, ist nämlich weder sachlich noch gerecht. Wer Teilzeit arbeitet, tut das meist nicht aus ‚Lifestyle-Gründen‘, sondern weil es oft nicht anders möglich ist. Etwa wegen fehlender Kinderbetreuung oder weil Pflegearbeit in der Familie geleistet wird.
  </p>
  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    Viele Teilzeit-Beschäftigte würden gerne mehr arbeiten, bekommen aber nicht mehr Stunden im Arbeitsvertrag angeboten. Gleichzeitig werden sie oft wochen- und monatelang für Überstunden herangezogen, wenn es dem Arbeitgeber gerade passt. Diese einseitige Flexibilität verhindert Planbarkeit für Beschäftigte. Unsere Forderung: Sie sollen das Recht haben, ihre Stundenanzahl auf das Maß aufzustocken, das sie regelmäßig leisten.“
  </p>

  <p style="margin:1em 0 0; font-weight:600;">
    Barbara Teiber<br>
    <span style="font-weight:400;">Vorsitzende der Gewerkschaft GPA</span>
  </p>
</div>



<p></p>



<p class="gpa-mint-bg">Österreich ist ein reiches Land, aber bei der Kinderbetreuung wird geknausert. Gerade einmal 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung investiert der Staat in Krippen und Kindergärten. Seit Jahren schon setzt sich die Gewerkschaft GPA für den Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen ein.<br>Sandra Steiner, Bundesfrauenvorsitzende und stv. Vorsitzende in der Gewerkschaft GPA sowie Betriebsratsvorsitzende im internationalen IT-Konzern ATOS/Eviden Austria GmbH, fordert: „Ein verpflichtendes zweites kostenloses Kindergartenjahr und ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen müssen dringend umgesetzt werden.“</p>



<p>Es gibt so viele Arten von und noch mehr Gründe für Teilzeit. Das mediale Anprangern ist einseitig, aber vor allem falsch, weil es nicht das Problem ist, sondern von den wahren Gründen ablenkt. Z.B. sollten Teilzeit-Beschäftigte nicht schlechter gestellt werden dürfen – auch nicht bei den Mehrarbeitszuschlägen“, erklärt Steiner. „Für Familien und Alleinerzieher:innen ist der eigentliche Knackpunkt die fehlende flächendeckende und leistbare Kinderbetreuung sowie ein Rechtsanspruch darauf. Nur so ist Vollzeitarbeit überhaupt möglich!“ Sie verweist auf Zahlen der Arbeiterkammer: 40 Prozent der Unter-6-Jährigen haben keinen Kindergartenplatz, der Vollzeitarbeit zulässt.</p>



<div style="background:#dcc8e3; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Rush Hour des Lebens
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    „Die Lebensphase, in der Menschen zwischen Ausbildung oder Karrierebeginn stehen und zugleich den Wunsch nach Kindern, Familie und einem eigenen Zuhause entwickeln, ist die ‘Rush Hour des Lebens’. Wenn Kinder dazukommen, stoßen besonders Frauen gleich auf mehreren Ebenen auf Hürden. Es fehlen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, die mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind. Und auch bei der Rollen- und Aufgabenverteilung zu Hause stecken wir noch immer in traditionellen Mustern. Über die Hälfte der Frauen arbeitet Teilzeit, 80 Prozent davon würden gern mehr arbeiten. Mehr Vollzeit bedeutet nicht nur finanzielle Sicherheit und eine bessere Pension, sondern stärkt auch die gesellschaftliche Position der Frauen.“
  </p>

  <p style="margin:1em 0 0; font-weight:600;">
    Sandra Steiner<br>
    <span style="font-weight:400;">Frauenvorsitzende der GPA</span>
  </p>
</div>



<p></p>



<p>Kritik übt Steiner auch an den Arbeitgebern: „Viele schieben die Verantwortung, die sie haben, von sich. Aber sie könnten die Rahmenbedingungen mitgestalten! Früher gab es Betriebskindergärten, heute wird das lieber an die öffentliche Hand weitergereicht.“ Auch Verbesserungen bei der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung – Stichwort: Gleitzeit und andere flexible Zeitmodelle – würden Frauen viel bringen. Steiners Fazit: „Viele Frauen wollen mehr verdienen und würden auch mehr Stunden bis zur Vollzeit arbeiten, wenn die Arbeitgeber ihren Teil dazu beitragen. Als Gewerkschafterinnen setzen wir uns in den KV-Verhandlungen genau in solchen Punkten für Verbesserungen des Rahmenrechts ein.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wann kommt Halbe-Halbe?</h4>



<p>Katrin (34) ist Elementarpädagogin, ihr Mann Felix arbeitet als IT-Consultant. Sie haben zwei Kinder, sechs und acht Jahre alt. Nach außen wirkt alles gut organisiert: Katrin arbeitet halbtags, Felix arbeitet Vollzeit, oft im Außendienst. Hinter den Kulissen jongliert Katrin allerdings mit einer endlosen To-do-Liste. Nicht nur die Arbeit im Haushalt und die Einkäufe übernimmt vorwiegend Katrin. Sie holt die Kinder von der Schule ab, denkt an Jausenboxen, Zahnarzttermine und Geburtstagsgeschenke. Sie bringt die beiden zum Fußball und organisiert die Sommerbetreuung. Wenn ein Kind Fieber hat, bleibt sie zu Hause. Felix bringt die Kinder morgens meist zur Schule. Sonst „hilft er mit“, wenn Katrin ihn konkret bittet. Väterkarenz oder Elternteilzeit werden in seiner Firma nicht gern gesehen, daher blieb er immer beim Vollzeitjob, um sich seine Aufstiegschancen nicht zu verderben. „Es ist nicht nur die Menge an Arbeit, die zu Hause anfällt“, sagt Katrin, „Ich bin das Betriebssystem unserer Familie, ich muss für alle mitdenken.“</p>



<p>Zusätzlich zu ihrem Job übernehmen Frauen auch den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit bei der Kinderbetreuung und im Haushalt. Frauen leisten 40 Prozent der bezahlten und 63 Prozent der unbezahlten Arbeit in Österreich. Auch der sogenannte ‚Mental Load‘ – das ständige Mitdenken für alle – ist Teil dieser unbezahlten Arbeit. Alles das schlägt auch sich gesundheitlich nieder. Während sich Väter stärker auf den Job konzentrieren und ihre Karriere voranbringen, bedienen Mütter mehrere Rollen gleichzeitig.</p>



<p>Wenn beide Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren, können beide ihren Anteil an der Care-Arbeit übernehmen. „Als Gewerkschaft plädieren wir schon lange für solche Modelle und fordern eine generelle Arbeitszeitverkürzung. Auch in KV-Verhandlungen kämpfen wir für fortschrittlichere Arbeitszeitmodelle“, berichtet Sandra Steiner. Dazu gehören z.B. lebensphasenorientierte Arbeitszeit-Modelle (etwa in Form von Sabbaticals), bessere Elternteilzeitmodelle oder Gleitzeit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wiedereinstieg geschafft</h4>



<p>Alina (35) war Filialleiterin in einer großen Parfümeriekette. Sie führte ein Team von neun Personen, arbeitete Vollzeit, war engagiert und liebte ihren Job. Dann kam die Geburt ihrer Zwillinge. Nach einem Jahr Karenz wollte sie in Teilzeit zurückkehren.Teilzeit bei einer Führungskraft wurde im Unternehmen allerdings als „keine passende Lösung“ gesehen. Stattdessen bot man ihr eine Verkäuferinnenstelle an. Doch Alina wollte nicht klein beigeben. Sie nahm die Teilzeitstelle an, meldete die Zwillinge aber in einer Krabbelstube mit ganztägigen Öffnungszeiten an. Mit ihrem Mann vereinbarte sie, dass er ab dem zweiten Geburtstag der Kinder seine Arbeitszeit reduzieren würde. Sein geringeres Gehalt würde durch Alinas Bezüge als Filialleiterin in Vollzeit knapp ausgeglichen. „Er muss eben auch ein kleines Opfer bringen“, findet Alina, „langfristig verdiene ich als Führungskraft deutlich besser.“ Nach zähen Gesprächen stimmte schließlich auch ihr Arbeitgeber zu.</p>



<div style="background:#dcc8e3; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Kollektivverträge schaffen bessere Arbeitsbedingungen
  </h4>

  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    „Als Gewerkschaft setzen wir uns in den KV-Verhandlungen nicht nur für eine faire Bezahlung ein, sondern auch für bessere Rahmenbedingungen. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Arbeitszeitverkürzung, denn für viele Beschäftigte ist Zeit gleichwertig wie zusätzliches Geld. Ein weiteres wichtiges Thema ist auch Teilzeit: Unser Ziel ist es, in allen Kollektivverträgen das Recht auf Arbeitszeiterhöhung (Aufstockung) bei regelmäßiger Mehrarbeit abzusichern.“
  </p>
  <p style="margin:0 0 0.75em;">
    „Ein großer Erfolg war die Reduktion der Wochenarbeitszeit in der ‚Sozialwirtschaft Österreich‘ (SWÖ) im Jahr 2022 von 38 auf 37 Stunden. Auch in anderen Branchen konnten wir Fortschritte erzielen: So haben wir z.&nbsp;B. in der SWÖ, bei der Caritas, beim Roten Kreuz und in der Forschung Austria durchgesetzt, dass ein Elternteil am ersten Schultag des Kindes in der Volksschule frei hat. In der Forschung Austria und in der SWÖ gilt diese Regelung auch beim Übertritt in eine weiterführende Schule. Im EVU-KV und im Mineralöl-KV konnten wir erreichen, dass Eltern von Kindern mit Behinderungen Anspruch auf eine zusätzliche Woche Pflegefreistellung erhalten.“
  </p>

  <p style="margin:1em 0 0; font-weight:600;">
    EVA Scherz<br>
    <span style="font-weight:400;">Kollektivvertrags-Verhandlerin in der Gewerkschaft GPA</span>
  </p>
</div>



<p></p>



<p>„Anstatt sie im Betrieb zu unterstützen, werden Frauen mit Kindern oft aufs Abstellgleis geschoben“, kritisiert Frauenvorsitzende Steiner, „In Alinas Fall wäre z.B. auch Jobsharing für Führungskräfte eine gute Lösung gewesen.“ Wer seine Arbeitszeit reduzieren muss, hat schlechtere Aufstiegschancen und starke finanzielle Einbußen. Das wirkt sich auch auf die Pension aus. Nicht nur der Gender Pay Gap beträgt über 18 Prozent – Frauen bekommen fast vierzig Prozent weniger Pension als Männer.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Väterkarenz als Normalität</h4>



<p>Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Dauer der Kinderauszeit beträgt bei Frauen rund zwei Jahre, bei Männern zwei Monate. Nur 16 Prozent aller Väter nutzen die Väterkarenz. „Es ist höchste Zeit, dass die Väterkarenz gesellschaftlich, aber vor allem auch im Betrieb, akzeptiert und die damit verbundene Kompetenzerweiterung gefördert wird. Wir haben eine gute Regelung, wir müssen dafür sorgen, dass sie besser umgesetzt wird“, erklärt Sandra Steiner. Frauen werden auf allen Ebenen zu wenig unterstützt, so die Frauenvorsitzende weiter: „Von der öffentlichen Hand, die zu wenig in Betreuungsplätze investiert. Von ihren Partnern, die sich nur zögerlich an der Care-Arbeit beteiligen. Und von Arbeitgebern, die Flexibilität verlangen, aber weder familienfreundliche Arbeitsplätze schaffen noch faire Gehälter zahlen. Für uns Gewerkschafterinnen bleibt daher einiges zu tun.“</p>



<div style="background:#dcc8e3; color:#000000; padding:24px;">
  <h4 style="color:#000000; margin:0 0 0.75em; font-weight:700;">
    Fünf Fakten zur Karenz
  </h4>

  <ol style="margin:0; padding-left:1.25em;">
    <li style="margin-bottom:0.5em;">
      <strong>Dauer der Karenz:</strong> Grundsätzlich bis zum 22. Lebensmonat, für Alleinerziehende bis zum 24. Monat. Beide Elternteile können sich die Karenz teilen.
    </li>
    <li style="margin-bottom:0.5em;">
      <strong>Kündigungsschutz:</strong> Während der Karenz gilt besonderer Schutz bis vier Wochen nach Ende. Danach besteht unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Elternteilzeit.
    </li>
    <li style="margin-bottom:0.5em;">
      <strong>Arbeiten in der Karenz:</strong> Geringfügige Beschäftigung ist erlaubt – beim eigenen oder bei einem anderen Arbeitgeber.
    </li>
    <li style="margin-bottom:0.5em;">
      <strong>Papamonat:</strong> Ein Monat Freistellung für Väter, Adoptiv- oder Pflegeväter sowie gleichgeschlechtliche Partner. Dafür gibt es den Familienzeitbonus (aktuell ca. 54,87&nbsp;Euro pro Tag).
    </li>
    <li style="margin-bottom:0.5em;">
      <strong>Rechtsanspruch:</strong> Auf Karenz und Papamonat besteht ein einseitiger Rechtsanspruch – der Arbeitgeber kann nicht ablehnen.
    </li>
  </ol>

  <p style="margin:1em 0 0;">
    Du hast eine Frage dazu? <br>
    Dann wende dich an unsere Rechtsberatung unter <strong>050301</strong>.
  </p>

  <p style="margin:0.5em 0 0;">
    Mehr Infos findest du auch 
    <a href="https://kompetenz-online.at/2025/09/09/was-gilt-bei-karenz-papamonat-und-elternteilzeit/" target="_blank" rel="noopener" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>.
  </p>
</div>

]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gewalt im Handel nimmt spürbar zu</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/07/23/gewalt-im-handel-nimmt-spuerbar-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raphaela Lang]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jul 2025 13:58:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2025/04]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt am Arbeitsplatz]]></category>
		<category><![CDATA[raphaela lang]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=22101</guid>

					<description><![CDATA[Anschreien, Bedrohung, sogar körperliche Gewalt – für viele Beschäftigte im Handel ist das keine Ausnahme mehr, sondern Teil des Arbeitsalltags. Betriebsrätin Sabine Grossensteiner kennt die Realität hinter den Regalen – und kämpft für mehr Respekt seitens der Kund:innen, Schutz und verbindliche Prävention.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1921" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-22103" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-scaled.jpg 2560w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-300x225.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-1024x768.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-150x113.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-768x576.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-1536x1153.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/DSC_1795-edited-2048x1537.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Sabine Grossensteiner ist Betriebsrätin bei der REWE Group. Sie berichtet über zunehmende Aggression gegenüber den Beschäftigten.</strong><br>Foto: Daniel Novotny</figcaption></figure>



<p><strong>Anschreien, Bedrohung, sogar körperliche Gewalt – für viele Beschäftigte im Handel ist das keine Ausnahme mehr, sondern Teil des Arbeitsalltags. Betriebsrätin Sabine Grossensteiner kennt die Realität hinter den Regalen – und kämpft für mehr Respekt seitens der Kund:innen, Schutz und verbindliche Prävention.</strong></p>



<span id="more-22101"></span>



<p>Sabine Grossensteiner ist seit über 20 Jahren im Team der Betriebsrät:innen der REWE Group. Sie vertreten Kolleg:innen in BILLA-, BIPA- und PENNY-Filialen – und sind es gewohnt, Probleme offen anzusprechen.</p>



<p>Doch was die Kolleg:innen in den letzten Jahren immer häufiger erleben, beunruhigt die Betriebsrät:innen zunehmend. Und damit ist es höchste Zeit, dass Gewalt im Arbeitsalltag nicht länger ignoriert, sondern öffentlich thematisiert wird. „Seit Corona hat sich der Ton verändert. Es fehlt an Geduld, an Respekt – und in manchen Situationen wird es richtig gefährlich“, erzählt sie. Früher habe man im Kundenkontakt starke Nerven gebraucht, „aber inzwischen eskaliert es viel öfter“.</p>



<p>Was sie schildert, ist kein Einzelfall. Kolleg:innen müssen sich beschimpfen lassen, ihnen wird unterstellt, sie seien „zu dumm zum Kassieren“, oder sie werden von Jugendlichen gefilmt, deren Ziel es ist, die Schikane später auf sozialen Netzwerken zu teilen, um damit Klicks zu generieren. „Ich muss nicht erklären, wie sich das anfühlt“, sagt Grossensteiner.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<figure class="wp-block-video"><video height="1280" style="aspect-ratio: 720 / 1280;" width="720" controls src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/AQOrkI8dJook3ElmYZRAIlh-b0TlNSyH97NLJwqQint8fsLmFd4Ncli0VJ82G3QIVpX_-b2ZvzygvH2Qxa7CpzhesnpiL-2Ax2gJdR8.mp4"></video></figure>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"></div>
</div>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Wenn Pickerl zu Gewalt führen</strong></h4>



<p>Wie rasch alltägliche Situationen eskalieren können, zeigt ein Vorfall, der sich erst kürzlich ereignete: Eine Mitarbeiterin bittet einen Kunden, Rabattpickerl korrekt aufzukleben. Doch statt Verständnis zu zeigen, wird der Kunde aggressiv, verlässt wütend den Markt. Beim Geschäftsschluss kehrt er zurück, wird von Kolleg:innen irrtümlich eingelassen – und greift plötzlich einen Mitarbeiter an.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Betriebsrät:innen schützen – nicht nur vor Übergriffen, sondern auch vor dem Gefühl, allein zu sein.“</p>
<cite><strong>Barbara Teiber<br>Vorsitzende der Gewerkschaft GPA</strong></cite></blockquote>



<p>Ein anderer Fall: In einem kleinen Ort schlägt ein bekannter Kunde während einer Diskussion einem Mitarbeiter ins Gesicht, weil eine Aktion nicht verfügbar ist. Andernorts wird eine Kollegin an den Haaren gezogen, eine andere bespuckt oder gekratzt.</p>



<p>„Das passiert in der ganzen Branche. Die Kund:innen werden, wie allgemein auch, leider immer aggressiver gegenüber unserer Kolleg:innen“, sagt Grossensteiner.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Gewalt ist kein Nebenschauplatz</strong></h4>



<p>Was Sabine Grossensteiner aus den Märkten berichtet, belegt auch eine aktuelle Umfrage der Gewerkschaft GPA: Fast jede:r zweite Beschäftigte im Handel hat bereits Gewalt erlebt. Über 53 Prozent sehen eine Zunahme in den letzten fünf Jahren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="871" height="420" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/01Praesentation_GewaltImHandel.jpg" alt="" class="wp-image-22104" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/01Praesentation_GewaltImHandel.jpg 871w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/01Praesentation_GewaltImHandel-300x145.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/01Praesentation_GewaltImHandel-150x72.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/01Praesentation_GewaltImHandel-768x370.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 871px) 100vw, 871px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: Umfrage der GPA unter 1500 Beschäftigten im Handel</figcaption></figure>



<p>Für Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, sind diese Zahlen ein struktureller Alarmruf: „Wer im Handel arbeitet, hält unsere Gesellschaft am Laufen. Doch dass dabei fast jede:r zweite Beschäftigte Gewalt erlebt, ist nicht hinnehmbar. Es braucht klare Abläufe, ernsthafte Prävention – und ein Umdenken in der Gesellschaft.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Betriebsräte machen den Unterschied</strong></h4>



<p>Besonders deutlich wird: Dort, wo es einen Betriebsrat gibt, sinkt das Risiko. Nötigung, Erpressung, Herabsetzung – all das kommt in mitbestimmten Betrieben deutlich seltener vor. Das bestätigt auch Grossensteiner: „Wo Mitbestimmung gelebt wird, herrscht mehr Respekt. Betriebsrät:innen schützen – nicht nur vor Übergriffen, sondern auch vor dem Gefühl, allein zu sein.“</p>



<p class="rotebox"><strong>Hast du schon einmal selbst überlegt einen Betriebsrat zu gründen?</strong><br>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens fünf Beschäftigte gibt, kann eine <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" aria-label="Betriebsratswahl">Betriebsratswahl</a> stattfinden. Als Betriebsrät:in hast du einen besonderen Kündigungsschutz. Wir unterstützen dich und deine Kolleg:innen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Wende dich an unsere Beratung unter www.gpa.at/kontakt</p>



<p>Auch Barbara Teiber betont die Bedeutung von Betriebsrät:innen: „Mitbestimmung ist kein Verwaltungsakt, sondern ein wirksamer Schutzfaktor. Sie verbessert das Betriebsklima, schafft Vertrauen – und hilft, Konflikte frühzeitig zu erkennen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Es fehlt an Geduld, an Respekt – und in manchen Situationen wird es richtig gefährlich.“</p>
<cite><strong>Sabine Grossensteiner</strong><br><strong>Betriebsrätin bei der REWE Group</strong></cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Was sich ändern muss</strong></h4>



<p>Doch gerade im stressigen Alltag fehlt oft die Zeit und Energie, um dranzubleiben. „Prävention darf kein Punkt auf der To-do-Liste sein“, sagt Grossensteiner. „In der REWE-Group haben wir bereits Maßnahmen zur Gewaltprävention implementiert, aber dieser Schutz muss für alle Kolleg:innen gelten.“ Außerdem entstehe die Aggression nicht im luftleeren Raum. „Zu wenig Personal, wachsender Arbeitsdruck und schlechte Arbeitsorganisation – das sind für die Beschäftigten die Hauptursachen“, so Teiber. „Wenn Beschäftigte alleine in der Filiale stehen, weil gespart wird, dann steigt die Eskalationsgefahr automatisch.“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Besserer Schutz am Arbeitsplatz</strong></h4>



<p>Um Handelsangestellte besser zu schützen, braucht es deshalb ein klares Maßnahmenpaket: „Dazu gehört ein kollektivvertraglich verankertes Recht auf Supervision – damit Beschäftigte nach Vorfällen rasch und unkompliziert psychologische Unterstützung erhalten. Genauso wie eine verbindliche Mindestbesetzungen zu Stoßzeiten, um Überforderung zu vermeiden“, betont Teiber.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="870" height="411" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/03Praesentation_GewaltImHandel.jpg" alt="" class="wp-image-22105" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/03Praesentation_GewaltImHandel.jpg 870w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/03Praesentation_GewaltImHandel-300x142.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/03Praesentation_GewaltImHandel-150x71.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/07/03Praesentation_GewaltImHandel-768x363.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px" /><figcaption class="wp-element-caption">Quelle: Umfrage der GPA unter 1500 Beschäftigten im Handel</figcaption></figure>



<p>In größeren Betrieben sollen Gewaltschutzbeauftragte eingesetzt werden, die als Ansprechpersonen für Prävention und Krisensituationen zur Verfügung stehen. Und nicht zuletzt braucht es gewaltfreie Arbeitsgestaltung – durch bauliche sowie organisatorische Vorkehrungen im Sinne des Arbeitnehmer:innenschutzgesetzes.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Respekt ist keine Option, sondern Voraussetzung</strong></h4>



<p>„Wir wollen, dass Menschen ihren Job wieder gern machen können &#8211; ohne Angst, ohne Grenzüberschreitungen, ohne stilles Erdulden“, sagt Barbara Teiber. „Dafür braucht es klare Regeln, Mut zur Veränderung – und ein gemeinsames Bekenntnis, dass Gewalt am Arbeitsplatz nichts verloren hat.“</p>



<p>Sabine Grossensteiner ergänzt: „Unsere Kolleg:innen sind mit Herz bei der Arbeit. Sie haben Respekt und ein ordentliches Verhalten der Kund:innen ihnen gegenüber mehr als verdient. Die Gewalt steigt allgemein, natürlich auch in anderen Branchen, gerade deshalb ist es wichtig, dass wir darauf aufmerksam machen – damit sich etwas ändert.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading rotebox">Barbara Teiber: Wir brauchen sichere Arbeitsplätze</h4>



<p class="rotebox">Beschimpft, angeschrien, bedroht – für viele Beschäftigte im Handel gehört das mittlerweile zum Alltag. Unsere aktuelle Umfrage zeigt: Jede:r Zweite hat im Laufe des Berufslebens bereits Gewalt erlebt. Das ist alarmierend. Denn Arbeit soll nicht krank machen – und schon gar nicht gefährlich sein.<br>Das gemeinsame Ziel muss sein, dass Menschen ihre Arbeit gern machen und sie auch bis zur Pension ausüben können. Dafür braucht es konkrete Maßnahmen, die Beschäftigte wirklich schützen.<br>Als Gewerkschaft weisen wir seit Jahren auf die hohe Belastung, den Personalmangel und den steigenden Druck im Arbeitsalltag hin. Diese strukturellen Probleme erhöhen das Risiko für Übergriffe – und müssen ernst genommen werden.<br>Gewalt ist kein Betriebsrisiko, sondern eine Grenze, die nicht überschritten werden darf. Die Verantwortung liegt bei uns allen: Arbeitgeber müssen präventiv handeln und klare Strukturen schaffen. Und als Gesellschaft müssen wir jenen, die tagtäglich für uns arbeiten, mit Respekt und Rückhalt begegnen.</p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Was bringt eigentlich ein Betriebsrat?</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/05/22/was-bringt-eigentlich-ein-betriebsrat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lucia Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 May 2025 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/03]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsvereinbarung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=21847</guid>

					<description><![CDATA[Ein Betriebsrat ist weit mehr als ein Gremium für Mitbestimmung – er ist ein
unverzichtbarer Garant für faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe im Unternehmen. Zahlreiche Studien und Praxisbeispiele belegen: Wo ein Betriebsrat aktiv ist, profitieren nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-1024x614.jpg" alt="" class="wp-image-21848" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-1024x614.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-300x180.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-150x90.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-768x461.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-1536x922.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/Betriebsrat-2048x1229.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: iStock</figcaption></figure>



<p><strong>Ein Betriebsrat ist weit mehr als ein Gremium für Mitbestimmung – er ist ein<br>unverzichtbarer Garant für faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe im Unternehmen. Zahlreiche Studien und Praxisbeispiele belegen: Wo ein Betriebsrat aktiv ist, profitieren nicht nur die Beschäftigten,<br>sondern auch die Unternehmen.</strong></p>



<span id="more-21847"></span>



<p>Betriebsrät:innen verhandeln Betriebsvereinbarungen, wachen über die Einhaltung von Kollektivverträgen und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen ein. Dier Betriebsrat bieten Schutz bei Kündigungen, begleiten Umstrukturierungen und vertreten die Interessen der Belegschaft gegenüber der Geschäftsführung.</p>



<p>Konkret bedeutet das für die Beschäftigten, dass ihre Stimme gehört wird. Sie ermöglichen ihnen, bei Entscheidungen mitzuwirken, die ihren Arbeitsalltag betreffen, wie etwa bei der Gestaltung von Arbeitszeiten oder Sicherheitsmaßnahmen.</p>



<p>Diese Mitbestimmung zeigt Wirkung: Beschäftigte mit Betriebsrat sind seltener in prekären Arbeitsverhältnissen und verfügen über höhere Einkommen. Sie absolvieren außerdem häufiger Aus- und Weiterbildungen und erhalten öfter Bonuszahlungen. Das erleichtert die Möglichkeit einer Qualifizierung für weitere Positionen mit einer dementsprechenden Einkommenssteigerung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Höhere Einkommen</h4>



<p>Besonders in den unteren Einkommensstufen offenbart sich ein eklatanter Unterschied: Geben 25 Prozent der Arbeitnehmer:innen ohne Betriebsrat an, ein Netto-Einkommen unter 1.500 Euro zu erhalten, sind es bei Vorhandensein eines Betriebsrats nur 15 Prozent.</p>



<p>Laut einer Befragung des Sozialforschungsintituts IFES fühlen sich Beschäftigte mit Betriebsrat besser informiert: 51 Prozent sagen, sie wissen gut oder sehr gut über ihre Rechte und Pflichten in der Arbeitswelt Bescheid, während sich von den Beschäftigten, in deren Unternehmen es keinen Betriebsrat gibt, nur 38 Prozent gut infomiert fühlen.</p>



<p>30 Prozent der Beschäftigten mit Betriebsrat sind zufrieden mit den betrieblichen Sozialleistungen, bei jenen ohne Betriebsrat sind es nur 24 Prozent. Außerdem werden in Betrieben mit Betriebsrat wesentlich häufiger Maßnahmen zur Verringerung psychischer Belastungen gesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-1024x614.png" alt="" class="wp-image-21850" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-1024x614.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-300x180.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-150x90.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-768x461.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-1536x922.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/05/instabile-arbeitsbedingungen-2048x1229.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr Weiterbildung</h4>



<p>Noch deutlicher ist der Unterschied bei der betrieblichen Weiterbildung: Fast 70 Prozent der Beschäftigten mit Betriebsrat geben an, dass sie mit den Möglichkeiten zur betrieblichen Weiterbildung zufrieden sind. Ohne Betriebsrat sind nur rund 50 Prozent mit dem Weiterbildungsangebot ihrer Arbeitgeber zufrieden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Auch Unternehmen profitieren</h4>



<p>Doch nicht nur Beschäftigte, auch Unternehmen profitieren von einem engagierten Betriebsrat. Zufriedene Mitarbeiter:innen sind produktiver. Gerade Betriebsrät:innen können dazu beitragen, indem sie Anliegen ernst nehmen und Lösungen finden. Zudem erleben Unternehmen mit einem Betriebsrat oft weniger Fluktuation, was Kosten für die Rekrutierung und Einarbeitung spart.</p>



<p>Ein weiterer Vorteil ist die verbesserte Kommunikation zwischen Führungsebene und Belegschaft. Der Betriebsrat fungiert als Bindeglied, fördert ein besseres Verständnis der Unternehmensziele und stärkt die Identifikation der Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen.</p>



<p>Nicht zuletzt hilft der Betriebsrat dem Unternehmen, rechtliche Vorschriften einzuhalten und senkt so das Risiko von Rechtsstreitigkeiten und damit verbundenen Kosten.</p>



<p>All das zeigt: Von einem Betriebsrat profitiert jede Seite.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Der Weg zur Betriebsratswahl</h4>



<p>Eine Betriebsratswahl kann durchgeführt werden, wenn mindestens fünf stimmberechtigte Arbeitnehmer:innen im Betrieb beschäftigt sind. Der Arbeitgeber muss nicht um Erlaubnis gefragt werden und darf die Wahl nicht behindern.</p>



<p>Wenn du selbst überlegst, einen Betriebsrat bei dir im Unternehmen zu gründen, dann wende dich am besten direkt an unsere <a href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Rechtsberatung (öffnet in neuem Tab)">Rechtsberatung</a>. Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.</p>



<p>Übrigens, wenn du als Betriebsrät:in kandidieren willst, kannst du vom Arbeitgeber nicht mehr so einfach gekündigt werden. Dieser besondere Kündigungs- und Entlassungsschutz beginnt, sobald deine Absicht zu kandidieren offenkundig wird, und gilt vom Zeitpunkt der Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes bis zum Ablauf der Frist zur Anfechtung der Wahl.</p>
</div></div>



<p></p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Ohne Betriebsrat kein Sozialplan</h4>



<p>In Krisenzeiten zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig ein Betriebsrat für die Beschäftigten ist. Der Betriebsrat kann die Unternehmensführung dazu auffordern, Verhandlungen über einen<a href="https://kompetenz-online.at/2020/09/29/rettungsanker-sozialplan/" aria-label="Sozialplan"> Sozialplan</a> aufzunehmen, sobald bekannt wird, dass Maßnahmen geplant sind, die erhebliche Auswirkungen auf die Belegschaft haben könnten. Denn ohne Betriebsrat kann kein Sozialplan vereinbart werden.</p>



<p>Weigert sich ein Betriebsinhaber, in Verhandlungen mit dem Betriebsrat zu treten, hat dieser die Möglichkeit, vor der Schlichtungsstelle beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht einen Sozialplan zu erzwingen.</p>
</div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Insolvenz: Wie die Gewerkschaft Beschäftigten hilft</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/03/24/insolvenz-wie-die-gewerkschaft-beschaeftigten-hilft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2025 12:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2025/02]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsstiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
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		<category><![CDATA[Handel]]></category>
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		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Gerstmayer]]></category>
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					<description><![CDATA[Kika/Leiner, KTM, Palmers – in den vergangenen Monaten prägten große Insolvenzen die Schlagzeilen. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Mit welchen Herausforderungen waren sie konfrontiert, was konnte die Gewerkschaft GPA für sie erreichen? Von einem Tag auf den anderen steht die Zukunft auf dem Spiel: Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, bedeutet das für die Beschäftigten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="585" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1024x585.jpg" alt="" class="wp-image-21742" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1024x585.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-300x171.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-150x86.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-768x439.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-1536x878.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/03/Palmers_Helmut-Fohringer_APA_20250217_PD1856.HR_-2048x1171.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Neben Kika/Leiner ist mit Palmers ein weiteres österreichisches Traditionsunternehmen insolvent. Über 500 Beschäftigte sind betroffen.</strong><br>FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER</figcaption></figure>



<p><strong>Kika/Leiner, KTM, Palmers – in den vergangenen Monaten prägten große Insolvenzen die Schlagzeilen. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Mit welchen Herausforderungen waren sie konfrontiert, was konnte die Gewerkschaft GPA für sie erreichen?</strong></p>



<span id="more-21741"></span>



<p>Von einem Tag auf den anderen steht die Zukunft auf dem Spiel: Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet, bedeutet das für die Beschäftigten existenzielle Unsicherheit. Was passiert mit den ausstehenden Gehältern? Gibt es Chancen auf Weiterbeschäftigung? In einer solchen Krise ist die Gewerkschaft eine wichtige Stütze. Sie kämpft für die Rechte der Betroffenen, sichert Ansprüche und setzt sich für Arbeitsstiftungen ein.</p>



<p>Ende November des Vorjahres meldete der KTM-Konzern in Mattighofen Insolvenz an, betroffen sind rund 3.700 Beschäftigte. „Unsere wichtigste Botschaft an die Beschäftigten im Moment der Insolvenz war: Unterschreibt nichts und lasst euch nicht zu einer vorzeitigen Beendigung eures Arbeitsverhältnisses drängen!“ berichtet der Geschäftsführer der GPA OÖ, Wolfgang Gerstmayer.</p>



<p>Bei allen Betriebsversammlungen war die Gewerkschaft GPA gemeinsam mit der Arbeiterkammer vor Ort. Gerstmayer: „Wir haben die Mitarbeiter:innen begleitet und insbesondere die Dienstverträge genau analysiert, um zu verhindern, dass Beschäftigte ihre Ansprüche verlieren.“ Auch das AMS war mit an Bord, ebenso die Gewerkschaft PRO-GE. „Durch diese Zusammenarbeit können wir die Menschen wirklich rundum und engmaschig betreuen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Unsere wichtigste Botschaft an die Beschäftigten im Moment der Insolvenz war: Unterschreibt nichts und lasst euch nicht zu einer vorzeitigen Beendigung eures Arbeitsverhältnisses drängen!“</p>
<cite>Wolfgang Gerstmayer<br>Geschäftsführer der GPA Oberösterrreich</cite></blockquote>



<p>Obwohl KTM ursprünglich angekündigt hatte, die ausstehenden Gehälter und Ansprüche begleichen zu können, musste der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) einspringen. „Industrielle – darunter KTM-Chef Stefan Pierer – fordern von der Politik eine Senkung der Lohnnebenkosten, können aber im Ernstfall die Gehälter nicht zahlen“, kritisiert die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, „Ohne den Insolvenzfonds, der genau aus diesen Lohnnebenkosten finanziert wird, hätten die Beschäftigten monatelang kein Gehalt bekommen.“ Nach langer Unsicherheit haben die Gläubiger dem Sanierungsplan schließlich zugestimmt, sodass KTM die Produktion wieder aufnehmen kann. Dennoch wurden 550 Beschäftigte beim Frühwarnsystem des AMS gemeldet. Eine Arbeitsstiftung wurde eingerichtet. Diese richtet sich speziell an die Arbeitnehmer:innen des KTM-Konzerns, „aber sie steht auch jenen offen, die von Folgeinsolvenzen betroffen sind“, hebt Gerstmayer hervor.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitsstiftung</h4>



<p>Auch Michael Pieber, Geschäftsführer der GPA Niederösterreich, macht sich entschlossen für Arbeitsstiftungen stark. Als das Traditionsmöbelhaus kika/Leiner mit Stammsitz in St. Pölten im November 2024 zum zweiten mal Insolvenz anmelden musste und eine Sanierung nicht möglich war, kam es zum Konkurs. 1.350 Beschäftigte in ganz Österreich – davon 600 in NÖ – verlieren ihren Arbeitsplatz. Pieber: „Wir wussten, dass wir unbedingt eine Arbeitsstiftung brauchen, denn das ist die beste Unterstützung für die Betroffenen, um wieder eine berufliche Perspektive zu finden.“</p>



<p>Um eine drohende Langzeitarbeitslosigkeit, besonders bei älteren Arbeitnehmer:innen abzuwenden, ist es wichtig, den Beschäftigen Schulungen, Unterstützung und Weiterbildung anzubieten. „Eine Arbeitsstiftung ist ein Gamechanger! Denn von der Computerschulung bis hin zum Berufswechsel ist dort alles möglich. Wichtig ist, dass das Angebot der Stiftung zu den Menschen passt“, ist Pieber überzeugt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Eine Arbeitsstiftung ist ein Gamechanger! Denn von der Computerschulung bis hin zum Berufswechsel ist dort alles möglich. Wichtig ist, dass das Angebot der Stiftung zu den Menschen passt.“</p>
<cite>Michael Pieber<br>Geschäftsführer der GPA Niederösterreich</cite></blockquote>



<p>Eine Stiftung, so betont auch Barbara Teiber, ist keine nachträgliche Investition. Vielmehr haben die Menschen jahrelang Beiträge eingezahlt, um im Ernstfall Unterstützung zu erhalten. „Die Beschäftigten haben über Jahre – manche sogar jahrzehntelang – Sozialabgaben geleistet. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem sie ihre Rechte in Anspruch nehmen können. Vor allem für ältere Arbeitnehmer:innen ist Weiterbildung essenziell, um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Landesstiftung in NÖ gefordert</h4>



<p>Die Gewerkschaft GPA fordert in Niederösterreich schon seit Jahren eine permanente Arbeitsstiftung des Landes. Doch die Landesregierung war nicht bereit, dafür finanzielle Mittel bereitzustellen, kritisiert Michael Pieber: „Deshalb sind wir an die Öffentlichkeit gegangen und haben eine Petition gestartet – mit Erfolg: Wir konnten über 3.000 Unterschriften sammeln.“</p>



<p>Neben Kika/Leiner geriet auch Palmers, ein weiteres österreichisches Traditionsunternehmen, in die Insolvenz. Mit über 500 Beschäftigten in mehr als 100 Filialen hat das Unternehmen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. „Leider werden österreichweit 36 Filialen geschlossen. Wir werden gemeinsam mit dem Betriebsrat die Beschäftigten bestmöglich unterstützen, um eine sozial verträgliche Lösung bzw. Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung im Unternehmen zu finden“, betont Pieber.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„Ein bestehender Betriebsrat sorgt dafür, dass alle Beschäftigten direkten Zugang zu Informationen haben.“</p>
<cite>Günther Muhrer<br>GPA-Sekretär in Kärnten</cite></blockquote>



<p>Vorsitzende Teiber plädiert für permanente Stiftungen in allen Bundesländern, nach dem Vorbild des waff in Wien: „Der waff kümmert sich darum, den Betroffenen nach einer Insolvenz ein passendes Angebot für den beruflichen Neustart zu machen. Man hilft dort den Menschen, rasch wieder eine Beschäftigung zu finden und es werden gleichzeitig dringend benötigte Fachkräfte ausgebildet. Der waff ist ein Sicherheitsnetz, das die Menschen auffängt!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Veränderungen im Handel</h4>



<p>Sind Handelsunternehmen besonders von Insolvenzen betroffen? Günther Muhrer, GPA-Sekretär in Kärnten, betreut in seiner Region den Handel und beobachtet eine Strukturbereinigung: „Wir haben zahlreiche Shoppingcenter, doch der Trend geht immer stärker in Richtung Onlinehandel, das gefährdet Jobs“, berichtet Muhrer aus der Praxis. „Wir zeigen den Beschäftigten auch alternative Perspektiven am Arbeitsmarkt auf.“ Aus Sicht von Muhrer ist ein fest verankerter Betriebsrat in Krisenzeiten entscheidend. Ein solcher sollte nicht erst kurz vor einer Insolvenz gegründet werden, dann ist es meist zu spät. „Ein bestehender Betriebsrat sorgt dafür, dass alle Beschäftigten direkten Zugang zu Informationen haben, besser in den Prozess eingebunden sind und eine Vertrauensbasis besteht. Wer gut informiert ist, hat in schwierigen Zeiten weniger Angst“, betont Muhrer. In Kärnten gibt es übrigens eine offene Arbeitsstiftung des Landes, die Betroffene im Falle eines Arbeitsplatzverlustes unterstützt.<br>In Krisenzeiten ist neben dem Betriebsrat auch ein starker Kollektivvertrag von großer Bedeutung: „Die langjährigen Beschäftigten bei kika/Leiner profitieren von langen Kündigungsfristen, sie können nur quartalsweise gekündigt werden“, weiß Pieber, „Das verschafft uns als Gewerkschaft wertvolle Zeit, um sie bestmöglich zu unterstützen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2021 macht es Arbeitgebern zu einfach, sich ihrer Schulden zu entledigen.“</p>
<cite>Marcel Gilly<br>Geschäftsführer der GPA Vorarlberg</cite></blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Industrie: Folgeinsolvenzen</h4>



<p>Was Wolfgang Gerstmayer in Oberösterreich noch Sorgen bereitet sind die Folgeinsolvenzen. Auch die Zulieferbetriebe des KTM-Konzerns sind in Schwierigkeiten gekommen. Schätzungen zufolge könnten insgesamt 1.600 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. „Darunter sind auch Betriebe ohne Betriebsrat, das erschwert unsere gewerkschaftliche Arbeit erheblich“, so Gerstmayer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ohne Insolvenzentgeltfonds, der aus Lohnnebenkosten finanziert wird, hätten die Beschäftigten kein Gehalt bekommen.“</p>
<cite>Vorsitzende der Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p>Ähnliches beobachtet auch Marcel Gilly, Geschäftsführer der GPA Vorarlberg. Die Insolvenz und anschließende Sanierung des Motorteileproduzenten Elko König in Rankweil (320 Beschäftigte) hat zahlreiche Zulieferbetriebe hart getroffen. Gilly kritisiert, dass die Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2021 es Arbeitgebern zu einfach mache, sich ihrer Schulden zu entledigen. Die Leidtragenden seien oft die Gläubiger, die auf einem Großteil ihrer Forderungen sitzen<br>bleiben. Die Folgeinsolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen in der Region treffen letztlich wiederum die Arbeitnehmer:innen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gezielt gegensteuern</h4>



<p>Müssen wir mit weiteren Insolvenzen rechnen? „Während der Pandemie wurden viele Unternehmen durch staatliche Förderungen gestützt. Jetzt kehren wir zur wirtschaftlichen Dynamik von vor Corona zurück“, erklärt Gerstmayer. Auch Michael Pieber sieht darin eine weitgehend normale Entwicklung: „Die Arbeitswelt ist in Bewegung. Eine aktive Arbeitsmarktpolitik, wie sie die neue Regierung anstrebt, kann hier gezielt gegensteuern.“</p>



<p>GPA-Chefin Barbara Teiber hebt hervor, dass der Arbeitsmarktteil des neuen Regierungsprogramms die richtige Richtung vorgibt: „Die Koalitionsparteien haben mit der besseren Finanzierung des AMS einen wichtigen Schritt gesetzt. Angesichts der Insolvenzen und der angespannten Lage am Arbeitsmarkt ist mehr Geld für Qualifizierung der Schlüssel zu mehr Jobsicherheit!“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Du bist von Insolvenz betroffen? Das gilt für dich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Insolvenz beendet nicht automatisch dein Arbeitsverhältnis! Du musst also weiterhin wie gewohntzur Arbeit gehen.</li>



<li>Ganz wichtig: Unterschreibe keine einvernehmliche Auflösung deines Dienstverhältnisses, bevor du nicht mit unseren Expert:innen für Arbeitsrecht gesprochen hast!</li>



<li>Auch wenn du den Arbeitgeber wechseln willst, lass dich vorher beraten. Bei Insolvenz gelten besondere Bestimmungen, wenn du aus dem Unternehmen austrittst.</li>



<li>Wenn du Urlaub vereinbart hast, darfst du ihn konsumieren. Wenn du erst jetzt Urlaub nehmen möch- test, musst du das mit dem/der Masseverwalter:in ausmachen.</li>



<li>Der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) stellt sicher, dass die Gehälter der Beschäftigten bei einer Insolvenz weiter bezahlt werden. Deine Ansprüche bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses &#8211; z.B. Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung, etc. &#8211; sind durch den IEF gesichert!</li>



<li>Mehr zum Thema Insolvenz gibt es <a href="https://kompetenz-online.at/2023/10/10/insolvenz-was-muss-ich-beachten/" aria-label="hier">hier</a></li>
</ul>
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		<title>Österreichs Pensionssystem: ein Vorbild für Deutschland</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2025/01/20/oesterreichs-pensionssystem-ein-vorbild-fuer-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 09:10:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2025/01]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erwerbsquote]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Blank]]></category>
		<category><![CDATA[Lucia Bauer]]></category>
		<category><![CDATA[Pensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Pensionsalter]]></category>
		<category><![CDATA[Pensionssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Pensionsversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht ohne Grund wird unser Pensionssystem oft als eines der besten in Europa angesehen. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man auf unsere Nachbarländer blickt. So zeigt sich im Vergleich zu Deutschland, dass die Pensionen hierzulande besonders stabil sind, während die Kaufkraft nahezu voll erhalten bleibt. Höhere Pensionen in Österreich Ein zentraler Vorteil des österreichischen Pensionssystems [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21605" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2025/01/pensionisten_iStock-950041090-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">iStock &#8211; AleksandarNakic</figcaption></figure>



<p><strong>Nicht ohne Grund wird unser Pensionssystem oft als eines der besten in Europa angesehen. Diese Annahme bestätigt sich, wenn man auf unsere Nachbarländer blickt. So zeigt sich im Vergleich zu Deutschland, dass die Pensionen hierzulande besonders stabil sind, während die Kaufkraft nahezu voll erhalten bleibt.</strong></p>



<span id="more-21596"></span>



<h4 class="wp-block-heading">Höhere Pensionen in Österreich</h4>



<p>Ein zentraler Vorteil des österreichischen Pensionssystems ist die Höhe der ausgezahlten Pensionen. Hierzulande können Pensionist:innen nach einem langen Erwerbsleben mit deutlich höheren Bezügen rechnen als in Deutschland. Wer 35 bis 40 Jahre gearbeitet hat, erhält in Österreich eine Pension, die um 94% höher ist als die deutsche Rente. Bei 45 Arbeitsjahren beträgt der Unterschied immer noch 80%. Dieser Vergleich zeigt, dass in Österreich der Lebensstandard im Alter wesentlich besser gesichert wird. Ein Faktor, der gerade in Zeiten von hoher Inflation und Teuerung besonders ausschlaggebend ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Breite Beitragsbasis</h4>



<p>Ein weiterer Vorteil des österreichischen Systems basiert auf der Regelung, dass fast alle Erwerbstätigen in das Pensionssystem einzahlen. Dies führt zu einer stabileren Finanzierung und ermöglicht höhere Auszahlungen. In Deutschland hingegen sind bestimmte Berufsgruppen, wie Beamte, von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen, was die finanzielle Basis der dortigen Rentenkasse schwächt.<br>Absicherung gegen Altersarmut</p>



<p>Ein wesentliches Merkmal des österreichischen Pensionssystems ist die Sicherung der Kaufkraft. Während in anderen Ländern die Renten oftmals nicht ausreichend an die Inflation angepasst werden, bleibt in Österreich die Kaufkraft der Pensionen weitgehend erhalten. Dies ist ein entscheidender Faktor, um den Lebensstandard der Pensionist:innen zu sichern und Altersarmut zu vermeiden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Effiziente Verwaltung</h4>



<p>Die Verwaltungskosten des österreichischen Pensionssystems sind im internationalen Vergleich sehr niedrig. Der Verwaltungsaufwand liegt bei nur 1,35% des gesamten Aufwands. Zum Vergleich: In den Niederlanden, die wegen der hohen kapitalgedeckten Teile des Pensionssysteme oft als Vorbild genannt werden, betragen die Verwaltungs- und Anlagegebühren 29% der ausgezahlten Renten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">„„Wir haben in Deutschland und Österreich eine<br>öffentliche Versicherung, aber die österreichische<br>Pensionsversicherung liefert höhere Leistungen“</p>
<cite>Florian Blank, Pensionsexperte, Hans-Böckler-Stiftung</cite></blockquote>
</blockquote>
</blockquote>



<p>Dies zeigt, dass das österreichische System nicht nur effizienter, sondern auch kostengünstiger ist. Bei uns gehen die Beiträge direkt an die Pensionist:innen und nicht an die Finanzwirtschaft. Bei kapitalgedeckten Pensionen gilt außerdem: In Deutschland wurde zu Beginn der 2000er Jahre mit einer Reform begonnen, bei der, wie Penionsexperte Florian Blank vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut WSI der Hans -Böckler-Stiftung erklärt, „die Politik ganz offen gesagt hat: Die Rentenversicherung soll nicht mehr das leisten, was sie bisher versprochen hat. Bürgerinnen und Bürger sind seither aufgefordert, privat vorzusorgen. Dieses Geld soll angelegt und verzinst werden und daraus ergibt sich dann später nach Abzug der Kosten die private Rente.“ Dass mit einer Pensionsvorsorge dieser Art andere Risiken einhergehen, hat sich dann drastisch gezeigt: „Das hat in der Umsetzung zu Problemen geführt. Fast in dem Augenblick, als diese private Vorsorge gestartet ist, sind die Zinsen immer weiter gesunken.“ Die entstandenen Lücken wurden mit Zusatzpensionen nicht ansatzweise gefüllt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Stabile Finanzierung</h4>



<p>Trotz der demografischen Herausforderungen ist die Finanzierung des österreichischen Pensionssystems stabil. Der Anteil der über 65-Jährigen wird bis 2070 von 19% auf 30% steigen, doch der Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der für Pensionen aufgewendet wird, wird nur von 14% auf maximal 15% steigen und danach wieder sinken. „Das österreichische Pensionsystem ist gut auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Es sind keine drastischen Einschnitte notwendig“, betont Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA.</p>



<p>Die Pensionsfinanzierung ist umso besser, je mehr Menschen beschäftigt sind. Die Beschäftigungsquote ist in Österreich vergleichsweise hoch. 2022 lag die Beschäftigungsquote der 20- bis 64-Jährigen bei 77,3% und damit deutlich über dem EU-Schnitt von 74,6%. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass sich der Anteil der 55- bis 64- Jährigen, die beschäftigt sind, seit 2000 mehr als verdoppelt hat. Trotzdem gibt es noch Potenzial nach oben. Sehr viele Betriebe beschäftigen keine Arbeitnehmer:innen über 60.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Das österreichische Pensionssystem ist gut auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Es sind keine drastischen Einschnitte notwendig.“</p>
<cite>Barbara Teiber, Vorsitzende Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p>Die Gewerkschaft GPA lehnt eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters auf 67 Jahre ab. Das faktische Pensionsalter ist in den letzten Jahren bereits gestiegen und die Erwerbsquote hat sich deutlich erhöht. Dieser Trend soll weiter gefördert werden. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters würde zu niedrigeren Pensionen führen. Wer vor dem Regelpensionsalter in Pension geht, muss Abschläge in Kauf nehmen. Würde das Pensionsalter bei 67 Jahren liegen, wäre die Pensionshöhe bei einem Pensionsantritt mit 65 Jahren um ca. 10% niedriger!</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein System voller Vorteile</h4>



<p>„Das österreichische Pensionssystem bietet im Vergleich zu Deutschland zahlreiche Vorteile. Das gilt es zu verteidigen“, so Barbara Teiber. Höhere Pensionen, eine breite Beitragsbasis, die Sicherung der Kaufkraft, effiziente Verwaltung, stabile Finanzierung und eine hohe Beschäftigungsquote sind nur einige der Gründe, warum das österreichische System als vorbildlich gilt. Der Vergleich zeigt, dass ein gut durchdachtes und breit aufgestelltes Pensionssystem den Lebensstandard im Alter sichern kann, ohne dass eine Anhebung des Pensionsalters notwendig ist. Das Fazit des Pensionsexperten fällt ähnlich aus: „Wir haben in beiden Ländern ein ähnliches System, in Österreich wird das Instrument Pensionsversicherung aber besser verwendet.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was passiert bei einer Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters von 65 auf 67 Jahre?</h4>



<p>Bei 40 Versicherungsjahren und im Schnitt 3.000,-Euro Bruttoverdienst verliert man durch 2 Jahre zusätzliche Abschläge pro Monat 218,- Euro, bzw. 3.050,- Euro im Jahr.<br>Das sind 1,7 Monatspensionen bei Antritt mit 62 (5 statt 3 Jahre Abschlag)<br>Das sind 1,4 Monatspensionen bei Antritt mit 65 (2 statt 0 Jahre Abschlag)<br>Verluste in 10 Jahren 30.502 Euro und in 20 Jahren 61.004 Euro</p>



<h4 class="wp-block-heading">Pensionskürzungsrechner:</h4>



<p>Rechne aus, wie viel Pension du bei einer Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 67 verlieren würdest: <a href="http://gpa.at/sicher-in-Pension" data-type="link" data-id="gpa.at/sicher-in-Pension" aria-label="gpa.at/sicher-in-Pension">gpa.at/sicher-in-Pension</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wirtschaftsstandort: Gesamtstrategie gesucht</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/12/05/wirtschaftsstandort-gesamtstrategie-gesucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 11:44:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2024/04]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Teiber]]></category>
		<category><![CDATA[Economica]]></category>
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		<category><![CDATA[Standort]]></category>
		<category><![CDATA[Standortpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Tizian Rupp]]></category>
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					<description><![CDATA[Aktuelle Entwicklungen und Ereignisse der letzten Jahre befeuern die Diskussion über die Notwendigkeit einer neuen, strategisch ausgerichteten Standort- und Industriepolitik in Österreich und in Europa. Österreich steht vor vielen Herausforderungen: Die Corona-Pandemie machte schmerzhaft sichtbar, wie abhängig Europa etwa bei Medikamenten von Produzenten vor allem aus Asien ist. Die unter anderem durch den Ukraine-Krieg ausgelöste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-21473" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/12/Europakarte-mit-Oe-Pin-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: iStock</figcaption></figure>



<p><strong>Aktuelle Entwicklungen und Ereignisse der letzten Jahre befeuern die Diskussion über die Notwendigkeit einer neuen, strategisch ausgerichteten Standort- und Industriepolitik in Österreich und in Europa.</strong></p>



<span id="more-21469"></span>



<p>Österreich steht vor vielen Herausforderungen: Die Corona-Pandemie machte schmerzhaft sichtbar, wie abhängig Europa etwa bei Medikamenten von Produzenten vor allem aus Asien ist. Die unter anderem durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energie- und Teuerungskrise stellt für den europäischen Wirtschaftsstandort eine enorme Belastungsprobe dar. Dazu kommt die Notwendigkeit einer ökologischen Transformation unserer Wirtschaft, die angesichts offensichtlich zunehmender Naturkatastrophen immer dringlicher wird.</p>



<p>Jüngste Konjunkturdaten sowie Hiobsbotschaften aus der europäischen Autoindustrie unterstreichen, dass politisches Handeln dringend nötig ist, um eine Entwicklung in die richtige Richtung zu gewährleisten. Nur so wird es möglich sein, das Modell des europäischen Wohlfahrtsstaates zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das ist unumgänglich, denn ohne einer funktionierenden industriellen Produktion innerhalb des eigenen Landes wäre dieser stark gefährdet. Es ist daher kein Zufall, dass die Fragen der Standortsicherung ganz oben bei den nun laufenden Gesprächen über eine künftige Koalition in Österreich stehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gegen eine Politik der Angstmache</h4>



<p>„Wir müssen aufpassen, dass das Reden über die multiplen Krisen nicht zu einer Lähmung der handelnden Akteure führen. Angst ist kein guter Ratgeber beim Bewältigen von Problemen. Diese löst man, indem man Dinge genau analysiert und daraus konkrete, pragmatische Schlüsse zieht“, sagt die GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. &#8222;Wir brauchen eine starke Wirtschaft mit guten Arbeitsplätzen und eine innovative Industrie als Basis unseres gesellschaftlichen Wohlstandes“, so die GPA-Vorsitzende.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">&#8222;Wir müssen mehr in Gemeinschaftsgütern denken. Viele Projekte der Infrastruktur müssen auch länderübergreifend finanziert werden!&#8220;</p>
<cite>Gabriel Felbermayr, Chef des WIFO</cite></blockquote>



<p>In diesem Sinne befasst sich die Gewerkschaft GPA in diesem Jahr intensiv mit der Standortsicherung. Im Mai 2024 war sie Thema einer österreichweiten Betriebsrätekonferenz in St. Pölten, in der insbesondere auch die europäische Dimension in den Blick genommen wurde. Dabei erinnerte der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Gabriel Felbermayr daran, dass die Europäische Union und ihr Binnenmarkt für die österreichische Gesellschaft enorme Vorteile und Wohlstandsgewinne gebracht habe. Im schärfer werdenden Konkurrenzkampf der Wirtschaftsräume (Asien, USA, EU) verortet Felbermayr Defizite der EU in der Infrastrukturpolitik. Es sei völlig unverständlich, dass es etwa bei Energie- und Verkehrsnetzen keine abgestimmte Vorgehensweise gebe. Er plädierte auch für mehr Gewicht der europäischen Budgetpolitik. Diese müsste mit den entsprechenden demokratischen Strukturen versehen werden. „Wir müssen mehr in Gemeinschaftsgütern denken. Viele Projekte der Infrastruktur sind auf nationaler Ebene nicht zu stemmen und müssen auch länderübergreifend finanziert werden!“, so Felbermayr.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Österreich und Europa brauchen eine Gesamtstrategie </h4>



<p>Auf die fehlende strategische Ausrichtung der Standortpolitik machte die GPA gemeinsam mit der Gewerkschaft PRO-GE anlässlich der Präsentation einer Economica-Studie im August in Wien aufmerksam. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Economica untersuchte, welche Schwerpunkte die öffentliche Hand im Infrastrukturausbau zukunftsgerichtet setzen soll.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Investitionen, die mehreren Generationen Nutzen bringen, sind anders zu behandeln als schuldenfinanzierte laufende Ausgaben.&#8220;</p>
<cite>Barbara Teiber, GPA-Vorsitzende</cite></blockquote>



<p>„Die aktuelle Diskussion, etwa bei den Senkungen der Körperschaftssteuer oder bei den Arbeitgeberbeiträgen zu den Lohnnebenkosten, hat mit einer ernsthaften Strategie, die unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig sichert, nichts zu tun“ erklärten GPA-Vorsitzende Barbara Teiber und PRO-GE-Vorsitzender Reinhold Binder.<br>„Unsere Stärken wie soziale Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Innovationskraft, Bildung oder das Gesundheitswesen kann man nicht erhalten, wenn man sich mit Steuersenkungsforderungen überbietet. Zentrale Zukunftsthemen sind daher die Schaffung der notwendigen Infrastruktur und die Qualifizierung der Arbeitskräfte. Es besteht die dringende Notwendigkeit, mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Produktivität in unserem Land zu erhöhen. Und dafür ist eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur die Voraussetzung“, so das Resümee der Gewerkschaften.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Investitionen in Energie-Infrastruktur zentral</h4>



<p>„Aufgrund des tendenziellen Rückgangs der Wirtschaftsdynamik und der gegenwärtigen konjunkturellen Lage ist Handlungsbedarf gegeben, um den Wirtschafts- und Industriestandort Österreich anzukurbeln, und am Arbeitsmarkt positive Impulse zu setzen. Investitionen in die Infrastruktur bieten sich hier insofern an, als von ihnen kurzfristige wirtschaftliche Impulse ausgehen, und sie zudem langfristig mit einer gesteigerten Produktivität den Wirtschaftsstandort stärken“, so Helmut Berrer vom Economica Institut, Mitautor der Studie.</p>



<p>Großen Handlungsbedarf gibt es laut den ersten Ergebnissen der Economica-Studie besonders im Bereich der Energieinfrastruktur. Erhöhte und zeitnahe Investitionen in das Stromnetz sind demnach notwendig, um zukünftige Engpässe und Stromausfälle zu vermeiden. Das ist außerdem auch Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt. „In einer Detailbetrachtung wurde speziell im Bereich der Energieinfrastruktur Aufholbedarf festgestellt, was in Anbetracht der Transformation der Energiesysteme noch stärker an Gewicht bekommt“, so Berrer.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zentrale Rolle des Staates</h4>



<p>Eine strategisch ausgerichtete Standortpolitik und die Transformation der Wirtschaft in Richtung Dekarbonisierung kann nur gelingen, wenn die öffentliche Hand dabei eine aktive Rolle spielt. Regionale Förderungen und Standortsicherungen sind hier zentrale Themen. Man kann diesen unumgänglichen Schritt nicht den Kräften des freien Marktes überlassen. Der notwendige Einsatz von durchaus nicht wenig Steuergeld muss aber auch entsprechende positive Effekte für die Bevölkerung vorweisen.<br>Eine Gefahr sieht die GPA in der anstehenden, notwendigen Budgetkonsolidierung. Diese darf nicht durch eine Reduktion von Zukunftsinvestitionen vonstatten gehen. „Die Infrastrukturqualität ist ein maßgebliches Kriterium für Standortentscheidungen bei privaten Investitionen. Daher hat unsere Forderung nach einer goldenen Investitionsregel, die öffentliche Investitionen aus der Berechnung von Defiziten und Schulden herausnimmt, angesichts der prekären budgetären Lage leider an Aktualität gewonnen. Investitionen, die mehreren Generationen Nutzen bringen, sind anders zu behandeln als schuldenfinanzierte laufende Ausgaben“, betont Teiber.<br>Durch derartige Investitionen kann Österreichs Rolle als Industrieland gesichert werden. Dazu braucht es auch entsprechende politische Strukturen, stammen doch schließlich 30 Prozent der Wertschöpfung aus industrieller Produktion „Es ist unverständlich, dass in Österreich die Landwirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung von 1,5 Prozent oder Tourismus mit einem Anteil von 3,8 Prozent eigene Ministerien bzw. Staatssekretariate haben, die Industrie aber nicht“, macht der Bundesgeschäftsführer der GPA, Karl Dürtscher, kürzlich auf die Bedeutung des Sektors aufmerksam.</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Verbesserungsvorschläge der Economica-Studie</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ausbau von Produktion, Leitung und Speicherung erneuerbarer Energien regulatorisch und von der Finanzierungsseite (privates und öffentliches Kapital) massiv vorantreiben</li>



<li>Steigerung der digitalen Kompetenzen der Gesellschaft zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit</li>



<li>Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur Erhaltung und zum Ausbau der Konnektivität Österreichs (Luft/Schiene/Wasser)</li>



<li>Strategie zur Reduktion von Energieimporten durch heimische erneuerbare Energie</li>



<li>Aufforderung zur Einhaltung der Klimaziele auch außerhalb der Europäischen Union<br></li>
</ul>



<p><a href="https://www.gpa.at/themen/steuern-und-wirtschaft/wir-brauchen-eine-gesamtstrategie-fuer-den-wirtschaftsstandort" aria-label="Hier geht&#8217;s zur Studie">Hier geht&#8217;s zur Studie</a></p>
</div></div>
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<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unser Sozialstaat: Wichtig für uns alle!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2024/09/05/unser-sozialstaat-wichtig-fuer-uns-alle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Panholzer, Tizian Rupp]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 08:56:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2024/03]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstories]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnnebenkosten]]></category>
		<category><![CDATA[Pension]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=21223</guid>

					<description><![CDATA[Ein guter Sozialstaat sichert Menschen ab, wenn sie krank werden, einen Unfall haben, in Pension gehen, Pflege brauchen oder arbeitslos werden. Dennoch werden immer wieder Stimmen laut, die Sparmaßnahmen fordern. Die fatalen Konsequenzen solcher Maßnahmen werden dabei aber gern verschwiegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="974" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-1024x974.jpg" alt="" class="wp-image-21224" style="aspect-ratio:16/9;object-fit:cover;width:1205px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-1024x974.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-300x285.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-150x143.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-768x730.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-1536x1461.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print.jpg 1903w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Wahrheit begleiten uns sozialstaatliche Leistungen ein ganzes Leben lang. </figcaption></figure>



<p><strong>Ein guter Sozialstaat sichert Menschen ab, wenn sie krank werden, einen Unfall haben, in Pension gehen, Pflege brauchen oder arbeitslos werden. Dennoch werden immer wieder Stimmen laut, die Sparmaßnahmen fordern. Die fatalen Konsequenzen solcher Maßnahmen werden dabei aber gern verschwiegen.</strong></p>



<span id="more-21223"></span>



<p>Unser Sozialstaat ist wieder einmal ins Gerede gekommen. Diesmal wird die Diskussion unter dem Titel der „Senkung der Lohnnebenkosten“ geführt. Der österreichischen Bevölkerung wird dabei von Personen aus Wirtschaft und Politik eingeredet, sie würde von einer Senkung profitieren. So werden etwa unter dem Motto „Mehr Geld im Börsel“ teure Kampagnen gefahren. Gleichzeitig werden immer mehr Stimmen laut, die meinen, unser Niveau der Pensionssicherheit sei nicht mehr zu finanzieren. Was dabei aber ganz bewusst übersehen wird: die fatalen Konsequenzen für die breite Bevölkerung.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom Sozialstaat profitieren alle</strong></h4>



<p>Bei sozialstaatlichen Leistungen denken viele an Hilfe für Menschen, die armutsgefährdet sind, etwa Sozialhilfe oder Unterstützung bei Arbeitslosigkeit. Von einem ausgebauten Sozialstaat profitieren aber ausnahmslos alle. Er ist die Basis für den Zusammenhalt einer Gesellschaft und Garant für die Lebensqualität eines Landes. Es ist daher kein Wunder, dass Österreich bei der Bewertung der Lebensqualität im Vergleich zu anderen Ländern des Better Life Index wirklich gut abschneidet. Dabei liegen etwa die Werte in den Bereichen Gesundheit, Beschäftigung, Lebenszufriedenheit, Sicherheit, soziale Beziehungen und Umwelt über dem Durchschnitt.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Mein Herz für ein soziales Österreich</h4>



<p>Unter dem Motto „Mein Herz für ein soziales Österreich. Unser Sozialstaat &#8211; wichtig für uns alle“ hat die Gewerkschaft GPA Anfang September eine Kampagne gestartet. Hintergrund sind die politischen Forderungen nach einer Kürzung der Lohnnebenkosten und damit einhergehenden Angriffen auf den Sozialstaat: <a href="https://www.herz-fuer-soziales.at/" aria-label="https://www.herz-fuer-soziales.at/">https://www.herz-fuer-soziales.at/</a> </p>
</div></div>



<p></p>



<p>In Wahrheit begleiten uns sozialstaatliche Leistungen ein ganzes Leben lang. Schon bei der Geburt erhalten Kinder und Eltern Unterstützung durch den Mutter-Kind-Pass, das Kinderbetreuungsgeld und den Mutterschutz. Auch in der Kindheit und Jugend profitieren wir von staatlichen Leistungen wie Kinderbildung, Familienbeihilfe, Schulbücher und Freifahrten. Während des Arbeitslebens bieten Sozialleistungen Absicherung im Falle von Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit. Im Ruhestand sind es vor allem die Pensions- und Pflegeleistungen, die uns unterstützen. Diese Leistungen müssen auch entsprechend finanziert werden. So entfallen ganze 82 Prozent der Sozialausgaben auf die Bereiche Pensionen, Gesundheit und Familien.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1600" height="2127" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5.jpg" alt="" class="wp-image-21225" style="width:501px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5.jpg 1600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-226x300.jpg 226w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-770x1024.jpg 770w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-113x150.jpg 113w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-768x1021.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-1155x1536.jpg 1155w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-5-1541x2048.jpg 1541w" sizes="auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /></figure>
</div>


<h4 class="wp-block-heading"><strong>Solidarische Finanzierung sichert wirtschaftliche Dynamik</strong></h4>



<p>Finanziert werden die sozialstaatlichen Leistungen aus den Beiträgen, die von den Beschäftigten erwirtschaftet wurden, im Wesentlichen (55%) sind das die Sozialversicherungsbeiträge. Fast 40 Prozent stammen aus dem allgemeinen Steuertopf. Natürlich ist in einem Land mit einem hohen sozialen Niveau die Steuer- und Abgabenquote vergleichsweise hoch. Es ist aber völlig falsch, diese Gelder als Belastung für den Wirtschaftsstandort<br>zu sehen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wir müssen dem Märchen entgegentreten, dass der Sozialstaat den wirtschaftlichen Erfolg behindere. Das Gegenteil ist der Fall&#8220;</p>
<cite>Barbara Teiber, Gewerkschaft GPA-Vorsitzende</cite></blockquote>



<p>„Sicherheit und Lebensqualität sind die Basis für Produktivität und wirtschaftliche Dynamik. Wir müssen dem Märchen entgegentreten, dass der Sozialstaat den wirtschaftlichen Erfolg behindere. Das Gegenteil ist der Fall“, so die GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. „Dass Menschen in Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Kinderbetreuung und Pension den Lebensstandard erhalten, ist auch ein nicht unwesentlicher Nachfragefaktor für unsere Wirtschaft.&#8220; Es stimmt auch nicht, dass aufgrund zu hoher Sozialleistungen niemand arbeiten will. Gerade in Ländern mit hoher Abgabenquote arbeiten auch viele Menschen, weil der Sozialstaat die Teilnahme am Arbeitsmarkt unterstützt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Lohnnebenkosten sind Leistungen für alle </strong></h4>



<p>Es gab auf Druck der Unternehmer in den letzten Jahren schon einige Senkungen der sogenannten Lohnnebenkosten, etwa in den Bereichen Familienlastenausgleich, Unfallversicherung, Insolvenz-Entgelt-Fonds und Arbeitslosenversicherungsbeiträge. Der öffentlichen Hand entgehen dadurch zwischen 2015 und 2025 fast 16,3 Mrd. Euro. Von keinem einzigen Euro, der gespart wurde, profitieren die Arbeitnehmer:innen. Wenn man nun wiederum behauptet, eine neuerliche Senkung der Lohnnebenkosten wäre unerlässlich, um unserer Wirtschaft wieder die nötige Dynamik zu verleihen, muss man auch dazusagen, welche Leistungen gekürzt würden und welche Auswirkungen das auf das Gesamtsystem hätte. </p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Von 1 € Lohnnebenkosten fließen …</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1680" height="1567" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6.jpg" alt="" class="wp-image-21226" style="width:500px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6.jpg 1680w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6-300x280.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6-1024x955.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6-150x140.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6-768x716.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-6-1536x1433.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /></figure>
</div>


<p>Ein Beispiel: Die Senkung des Krankenversicherungsbeitrags der Arbeitgeber um auch nur 0,1 Prozentpunkte würde der Gesundheitskasse etwa 140 Millionen Euro kosten. Das würde bedeuten, dass 350 Kassenarztstellen weniger zur Verfügung gestellt werden könnten.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Einzigartiges Pensionssystem</strong></h4>



<p>Ins Gerede kommt auch wieder einmal unser Pensionssystem. Das Umlageverfahren, bei dem die Pensionen aus den aktuellen Beiträgen und Budgeteinnahmen finanziert werden, schuf eines der stabilsten und gegen Krisen resistenten Systeme. Wenn dann behauptet wird, aufgrund der demographischen Entwicklung ginge sich das alles nicht mehr aus, dann muss man entgegenhalten, dass trotz Alterung der Gesellschaft die Ausgaben für Pensionen gemessen am Bruttoinlandsprodukt weiter stabil bleiben.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Die durchschnittliche Alterspension nach 45 Versicherungsjahren beträgt in:</strong></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="976" height="1256" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7.jpg" alt="" class="wp-image-21227" style="width:271px;height:auto" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7.jpg 976w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7-233x300.jpg 233w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7-796x1024.jpg 796w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7-117x150.jpg 117w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2024/09/kompetenz_ausgabe_03_2024_print-7-768x988.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 976px) 100vw, 976px" /></figure>
</div>


<p>Dabei geht es auch ganz grundsätzlich darum, ein Altern in Würde zu ermöglichen. Im Vergleich zu Ländern, die auf eine Finanzierung auf den Kapitalmärkten setzen, etwa Deutschland, schafft unser System eine stabile Absicherung eines Lebensstandards im Alter. Konkret bedeutet das: Mit 65 Jahren ist die österreichische Pension um 80 bis 94 Prozent höher als die deutsche Rente. Dazu kommt, dass wir ganz aktuell sehen, wie krisenanfällig und instabil die Kapitalmärkte sein können.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Brauchen keinen Rück-, sondern Ausbau</strong></h4>



<p>Unsere Gesellschaft ist mit zahlreichen neuen Herausforderungen konfrontiert. Mit einer älter werdenden Bevölkerung wird auch das Thema einer ausreichenden Pflegeversorgung immer präsenter. Dabei muss auch an die Jüngsten gedacht werden, denn nur eine gute und lückenlose Kinderbetreuung schafft die Basis für eine hohe Erwerbsbeteiligung, was wiederum die Finanzierung der sozialen Leistungen für alle sichert. Die ökologische Transformation erfordert Ressourcen und Mittel, auch für einen sozial gerechten Umbau der Wirtschaft.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Die Vermögenskonzentration ist unglaublich hoch. Das ist nicht nur ungerecht und nicht leistungsgerecht, sondern auch im höchsten Maße wirtschaftsfeindlich, wenn Gelder unproduktiv veranlagt werden und nicht in den wirtschaftlichen Kreislauf investiert werden.“</p>
<cite>David Mum, Leiter der Grundlagenabteilung der Gewerkschaft GPA</cite></blockquote>



<p>Freilich ist es ein Problem, wenn die Finanzierung primär über den Faktor Arbeit geschieht, während die Schere zwischen Arm und Reich in Österreich immer weiter aufgeht. Deshalb fordern die Gewerkschaften und viele politischen Akteur:innen dringend die stärkere Besteuerung von Vermögenswerten. Nach einem Modell der Gewerkschaft GPA würden die reichsten 3 bis 4 Prozent der Haushalte in Österreich mit einem Steuersatz von 0,5 bis 1,5 Prozent besteuert werden. Dass eine solche Maßnahme mehr als notwendig ist, erklärt der Leiter der Grundlagenabteilung der Gewerkschaft GPA, David Mum: „Die Vermögenskonzentration ist unglaublich hoch. Das ist nicht nur ungerecht und nicht leistungsgerecht, sondern auch im höchsten Maße wirtschaftsfeindlich, wenn Gelder unproduktiv veranlagt werden und nicht in den wirtschaftlichen Kreislauf investiert werden.“</p>



<p>Barbara Teiber appelliert daher an eine Abkehr von den Forderungen nach weniger Sozialstaat. Stattdessen, so betont sie, brauche es einen möglichst gut ausgebauten Sozialstaat, von dem alle profitieren. „Machen wir uns jetzt dafür stark, dass es zu keinen weiteren Einsparungen mehr bei der Bildung, in der Sicherheit, in der Gesundheit und bei den Pensionen kommt. Wir haben ein einzigartiges Sozialsystem, schauen wir gemeinsam darauf, dass wir es erhalten und verbessern können.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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