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	<title>Generali &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Versicherungsbranche: Fokus auf die Work-Life-Balance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2023 13:44:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
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		<category><![CDATA[Melanie Lechner]]></category>
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					<description><![CDATA[Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.]]></description>
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<p><strong>Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.</strong></p>



<span id="more-19318"></span>



<p>Melanie Lechner (31) ist seit ihrem berufsbegleitenden Studium als Trainerin für Außendienst-MitarbeiterInnen in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung tätig. Dort ist sie zuständig für die Bereiche Lebensversicherungen, Veranlagung und Wirtschaft. Lechner war längere Zeit selbst im Außendienst tätig, nun gibt sie ihr Know-how an ihre jungen KollegInnen weiter, die eine dreijährige hausinterne Ausbildung durchlaufen.</p>



<p>Jung und engagiert und in der Ausbildung tätig &#8211; deshalb wurde sie 2016 von einem Kollegen ins Betriebsrats-Team geholt. Lechner war damals erst 25. „Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“ In der Region Steiermark und Kärnten umfasst das Team 10 BetriebsrätInnen, für die rund 650 MitarbeiterInnen in der Region.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Seit 2016 ist Lechner nun als Betriebsrätin aktiv, seit 2018 ist sie auch Aufsichtsrätin. Damit nicht genug, ist sie außerdem stellvertretende Konzernbetriebsrats-Vorsitzende und stellvertretende Zentralbetriebsrats-Vorsitzende. In der Gewerkschaft GPA arbeitet sie als Frauenbeauftragte im Wirtschaftsbereich 24 (Versicherungen) und im steirischen Fachausschuss. Lechner ist überdies in der IG External engagiert, der GPA-Interessengemeinschaft für alle, die im Außendienst tätig sind. Auch hier ist sie Frauenbeauftragte.</p>



<p>Ihre Betriebsratsarbeit macht rund die Hälfte ihrer Arbeitszeit aus, schätzt sie. Freigestellt ist sie trotz dieser Fülle an zusätzlichen Aufgaben nicht &#8211; sie arbeitet, wie sie selbst sagt, „extrem gern, auch wenn es zugegeben eine Herausforderung ist, all diese Funktionen unter einen Hut zu bringen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Junge KollegInnen motivieren</h4>



<p>Als Trainerin für in einem großen Versicherungskonzern schult Lechner junge AußendienstmitarbeiterInnen, die es zu motivieren gilt: „Es ist schwierig, BerufsanfängerInnen im Betrieb zu halten, denn die Arbeit im Außendienst ist sehr herausfordernd. Entsprechend müssen wir die Ausbildung, die Arbeitszeiten und die Arbeitsinhalte attraktiver gestalten.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Derzeit sind nach zehn Jahren im Unternehmen rund 80 Prozent der MitarbeiterInnen wieder weg, erzählt Lechner von ihren Erfahrungen: „Viele junge KollegInnen müssen erst herausfinden, ob der Beruf zu ihnen passt.“ Zur Zeit strömt eine Generation auf den Arbeitsmarkt, die neue Vorstellungen und Wünsche an die Arbeitswelt haben: „Diese jungen Menschen sehen die Arbeitswelt und ihre berufliche Zukunft anders als ihre Eltern. Die Generationen vor ihnen hatten stets die Arbeit im Fokus. Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>



<p>Ältere Kollegen können die Probleme der jüngeren oft nicht verstehen. Da heißt es dann schnell mal: „Die Jungen wollen nichts arbeiten“. Wer eine 4-Tage-Woche bevorzugt, wird als faul abgestempelt. Lechner will hier vermitteln und den Standpunkt der neuen Generation erklären: „Es hat sich der Fokus geändert! Wer vier Tage pro Woche arbeitet, bringt deshalb keine schlechtere Leistung, im Gegenteil. Kürzere Arbeitszeiten bringen mehr Motivation.“</p>



<p>Sie formuliert die Problemstellung so: Wie kann man die Arbeit so gestalten, dass es diesen neuen Vorstellungen entgegenkommt? Und: Wie können junge MitarbeiterInnen motiviert und im Betrieb gehalten werden?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeitgemäße Arbeitsbedingungen</h4>



<p>Lechner sieht es als ihre Aufgabe als Trainerin, ihre Firma bei dieser Fragen zu unterstützen und Ideen zu liefern. Zugleich kämpft sie auch als Betriebsrätin dafür, den jungen KollegInnen attraktive und zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu bieten, besonders was die Arbeitszeiten angeht. „Wir können nicht nur beobachten, wir müssen vorangehen!“ In einem Konzern ist das allerdings nicht immer einfach: „Ein großer Betrieb ist wie ein Elefant, es braucht Zeit, bis man ihn in Bewegung bringt &#8211; aber nachher ist er nicht mehr zu stoppen“, zeigt sich Lechner optimistisch.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p> </p>



<p>Eine weitere Gruppe, für die es zu handeln gilt, sind Frauen mit Kindern und KarenzrückkehrerInnen. Für sie ist es oft schwierig, ihre Arbeitszeit im Außendienst mit ihren Familienpflichten gut zu vereinbaren. Denn als Außendienstmitarbeiterin ist man beim Kunden oder der Kundin, wenn diese/r Zeit hat, und das ist nicht unbedingt zu den üblichen Bürozeiten. „Wir suchen daher in einem Pilotprojekt ein spezielles Modell, um diese Personengruppe zu gewinnen.“</p>



<p>Pilotprojekte, neue Modelle, Seminare &#8211; vieles ist in Bewegung! <em>„</em>Wir versuchen viel Neues“, sagt Lechner, „vor allem über die digitale Schiene, via Social media, Marketingschulungen, Unterstützung mit Programmen, denn dort kann man die Jungen abholen. Auch beim Bildungskatalog bieten wir Neues an, mehr Auswahl bei den Seminaren, nicht nur Fachseminare, auch Fortbildungsseminare für die Persönlichkeit.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Homeoffice</h4>



<p>Homeoffice, so Lechner, bietet sich natürlich an, um die Arbeit attraktiver zu machen. Bei der Homeoffice-Regelung in ihrem Betrieb gilt derzeit 60 Prozent Büro und 40 Prozent Homeoffice, die Belegschaft wünscht sich aber noch mehr Flexibilität. Lechner selbst wohnt in Klagenfurt und ihr Dienstort ist Graz. Freitags arbeitet sie im Homeoffice. „Ich habe früher in Graz gewohnt, durch das Homeoffice konnte ich meinen Lebensmittelpunkt verändern.“</p>



<p>Die Pandemie hat hier durchaus Fortschritte mit sich gebracht, berichtet Lechner. Davor war die Arbeit im Homeoffice eine Pilotprojekt, Corona hat die Umsetzung beschleunigt. Homeoffice und die damit verbundene freie Zeiteinteilung wird zwar generell gut angenommen, von manchen aber auch rundweg abgelehnt, andere wiederum isolieren sich regelrecht zu Hause. Lechner sieht diese neue Flexibilität durchaus auch kritisch: „Es besteht immer die Gefahr, dass Arbeit und Privatleben vermischt werden, da müssen wir genau hinschauen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">KV-Verhandlungen</h4>



<p>Das große Thema im Betriebsrat der Generali sind derzeit natürlich die Inflation und die nahenden KV-Verhandlungen, bei denen Lechner im Verhandlungsteam aktiv mitarbeiten wird. Neben der Inflationsabgleichung wird die Forderung nach einem neuen Kollektivvertrag für den Außendienst im Mittelpunkt stehen. „Diese Forderung wurde letztes Jahr von den Arbeitgebern leider abgeschmettert, aber wir geben sicher nicht auf.“</p>



<p>„Es ist höchste Zeit für ein neues Gehaltsschema für den Außendienst, angeglichen an den Innendienst“, erklärt Lechner. Ein schwieriges Unterfangen, denn: „Der Außendienst ist stark provisionsabhängig. Wer im Außendienst arbeitet, ist wie ein Selbständiger im Betrieb. Wer gut arbeitet, seine KundInnen gut betreut, verdient gut. So etwas im KV abzubilden ist eine enorme Herausforderung!“</p>



<p>Eine weitere zentrale Forderung betrifft natürlich das Kilometergeld. Die GPA pocht auf eine Erhöhung auf 60 Cent, um endlich die Teuerung auszugleichen. „Sowohl der Innen- als auch der Außendienst sollen finanziell attraktiv bleiben“, betont Lechner, „gerade jetzt ist es besonders wichtig, die finanzielle Sicherheit in unserer Branche zu stärken und der Inflation entgegenzuwirken.“</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="982" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png" alt="" class="wp-image-19321 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png 982w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-288x300.png 288w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-144x150.png 144w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-768x800.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1474x1536.png 1474w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1965x2048.png 1965w" sizes="(max-width: 982px) 100vw, 982px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p>Melanie Lechner lebt in Klagenfurt, wo sie von der Natur und dem tollen Freizeitangebot profitiert: im Sommer schwimmen in den Seen und Wandern in den Bergen, im Winter Schifahren oder Schitouren. Zum „Runterkommen“ nach einem anstrengenden Arbeitstag entspannt sie beim Yoga. Als Familienmensch besucht sie auch oft ihre Familie in der Steiermark.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren: </h4>



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			</item>
		<item>
		<title>Gemeinsam viel stärker</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/02/17/gemeinsam-viel-staerker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Resei]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 13:20:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Resei]]></category>
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		<category><![CDATA[Martin Witting]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Probleme seiner KollegInnen liegen Martin Witting am Herzen. Er engagiert sich für sie auf nationaler und internationaler Ebene. Mit der Zeit musste er aber lernen einen Teil seiner Arbeit zu delegieren. Eigentlich dachte Martin Witting nicht daran Betriebsrat zu werden, doch im Jahr 2000 wurde er innerhalb von wenigen Wochen zum stellvertretenden Vorsitzenden von [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Die Probleme seiner KollegInnen liegen Martin Witting am Herzen. Er engagiert sich für sie auf nationaler und internationaler Ebene. Mit der Zeit musste er aber lernen einen Teil seiner Arbeit zu delegieren.</strong></p>



<span id="more-18084"></span>



<p>Eigentlich dachte Martin Witting nicht daran Betriebsrat zu werden, doch im Jahr 2000 wurde er innerhalb von wenigen Wochen zum stellvertretenden Vorsitzenden von Tirol gewählt. Er war damals Sachbearbeiter im Innendienst der Generali und beurteilte KFZ-Schäden. Immer wieder fiel ihm sein Kollege auf, der Rechnungen zu überweisen hatte – es türmten sich riesige Stapel nicht erledigter Schadensfälle, in denen er regelrecht unterzugehen schien. Und das, obwohl der Kollege fleißig arbeitete. Witting half ihm, den Stoß abzuarbeiten – nur um zu sehen, wie er sich wieder aufhäufte. Der gebürtige Tiroler – er stammt aus der Gemeinde Zirl, rund 12 Kilometer von Innsbruck entfernt – regte daraufhin beim Personalchef an, die Arbeit doch anders und gerechter zu verteilen. Danach sprach ihn der Betriebsrats-Vorsitzende an: „Wenn du schon meine Arbeit machst, dann kandidiere doch für unsere Betriebsratsliste“. Mit Erfolg, Witting avancierte gleich zum stellvertretenden Vorsitzenden. Heute ist der 52-Jährige Zentralbetriebsratsvorsitzender der Generali.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Als eng verflochtenes und harmonisch agierendes Team, können wir als starke Vertreter der Kolleginnen und Kollegen der Generali gegenüber dem Management auftreten“</p><cite>Martin Witting</cite></blockquote>



<p>Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Swetly (Vorsitzender der Generaldirektion, Vorsitzender der Konzernvertretung und Stv. Vorsitzender im Zentralbetriebsrat) hat Martin Witting (Vorsitzender für Tirol und Vorarlberg, Stv. Vorsitzender in der Konzernvertretung und Vorsitzender im Zentralbetriebsrat) die „Betriebsrat-Marke M+M&#8220; (Martin + Martin) geschaffen. „Als eng verflochtenes und harmonisch agierendes Team, können wir als starke Vertreter der Kolleginnen und Kollegen der Generali gegenüber dem Management auftreten“, merkt Witting an.</p>



<p>Daneben übt er noch weitere Ämter aus: Witting ist Stellvertreter des österreichischen Mitgliedes im Engeren Ausschuss des Europäischen Betriebsrat der Generali – hier werden rund 65.000 Beschäftigte vertreten. Dazu fungiert der Tiroler im Bundesvorstand der GPA als Landesvorsitzender für Tirol, und vertritt zudem als Wirtschaftsbereichsvorsitzender der Sparte Versicherung die ArbeitnehmerInnen bei den Kollektivvertragsverhandlungen in Wien. Hier trifft er dann durchaus bekannte Gesichter. „Der gleiche Manager, der mir im Betrieb erklärt, dass die Kosten gesenkt werden müssen, hat dann wenig Freude, wenn wir bei den KV-Verhandlungen im Februar eine Lohnerhöhung fordern“, erklärt Witting. „Wir wissen, dass uns die Versicherungen jedes Jahr erklären wollen, dass es ein ausnahmsweise gutes Jahr war – da wir aber als ArbeitnehmerInnen-Vertreter auch im Aufsichtsrat sitzen und die Zahlen kennen, können wir das stark hinterfragen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="europaischer-betriebsrat-tagt">Europäischer Betriebsrat tagt</h4>



<p>Die Generali hat ihren Hauptsitz in Triest, dorthin wird auch der europäische Betriebsrat eingeladen. Einmal im Jahr präsentiert das Management einen Bericht zur Lage des Unternehmens, danach stehen der Group CEO und die Personalchefin einen Tag für Fragen und Antworten zu Verfügung. „Die Diskussion ist meist sehr spannend, hängt aber freilich auch davon ab, wie weit die Manager auf die Themen eingehen wollen“, erklärt Witting.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„In einigen osteuropäischen Staaten herrscht eine Hire-and-Fire-Methode – einen Kündigungsschutz, wie wir ihn von Deutschland, Österreich oder Italien kennen, gibt es dort nicht.“</p><cite>Martin Witting</cite></blockquote>



<p>Ein Ziel des Europäischen Betriebsrats ist es, die Arbeitsverhältnisse innerhalb der Generali anzugleichen. „Das Management antwortet darauf gerne, dass es in die Autonomie der einzelnen Landesorganisationen nicht eingreifen kann”, erklärt Witting. „Es gibt leider kein Interesse daran, die Sozialstandards überall auf Westeuropäisches Niveau anzuheben.“ Doch die Probleme sind schon auf anderer Ebene heftig: Insbesondere in unserem Nachbarland Ungarn wird die Betriebsratsarbeit extrem schwer gemacht. Nach dortiger Rechtslage dürfen sich etwa auch die ungarischen Delegierten des Europäischen Betriebsrats nur in ihrer Freizeit engagieren. Ein Spesen- und Kostenersatz ist für sie nicht vorgesehen. Nach Intervention des Europa-Betriebsrats, hat die Zentrale in Triest das Management in Ungarn angewiesen, die Tagungszeit freizugeben und Spesenersatz zu leisten. „Ansonsten hält sich die Zentrale bei solchen Sachen eher zurück”, weiß das Mitglied im Betriebsrat und beklagt: „In einigen osteuropäischen Staaten herrscht eine Hire-and-Fire-Methode – einen Kündigungsschutz, wie wir ihn von Deutschland, Österreich oder Italien kennen, gibt es dort nicht.“ Dagegen kann die Zentrale durchaus Druck auf die Österreichischen MitarbeiterInnen ausüben aber die Betriebsräte halten dagegen „Wenn von Italien Kostenziele vorgeschrieben werden, die völlig unrealistisch sind, fragen wir den CEO, ob ein zweites Kitzbühel veranstaltet werden soll.“</p>



<p><strong>Gegen Stellenabbau gewehrt</strong></p>



<p>„Kitzbühel“ steht für eine erfolgreiche Aktion, 2006 wehrte sich die Belegschaft, gegen die von oben diktierten Maßnahmen. Damals wollte der frisch ernannte Generaldirektor Karl Stoss die Generali Österreich umstrukturieren und zentralisieren. 390 Arbeitsplätze wollte er abbauen. Mit Hilfe des ÖGB und der GPA besuchten daraufhin 700 ArbeitnehmerInnen das Tennistunier in Kitzbühel, dass von Generali gesponsert wird und als „Generali Open“ bekannt ist. Die MitarbeiterInnen, sie reisten per Bus an, blockierten zum Auftakt für 30 Minuten die Pass-Thurn-Straße. „Weil wir ja ein- und aussteigen mussten“ amüsiert sich Witting noch heute. „Die Turnier-Veranstalter waren bemüht, nur ja keine Brösel aufkommen zu lassen”. Die „Brösel“ gab es freilich doch: die Medien berichteten über die friedliche Kundgebung auf Court 2 fast genauso ausführlich wie über das Semifinalspiel auf Court 1. Nach einer weiteren Demonstration in Triest (mit italienischer Unterstützung) und einer Postkarten-Aktion unter dem Motto: „Gleiche Rechte für alle Generali-Beschäftigten“ wurden im Jänner 2007 die Kündigungen zurückgezogen, und sogar eine Beschäftigungsgarantie ausgesprochen.</p>



<p>Es gibt immer wieder Meinungsverschiedenheiten mit dem lokalen Management-auch in letzter Zeit: „Nachdem die Generali die SK Versicherung gekauft hatte, wollte das Management anfangs die 28 MitarbeiterInnen nicht übernehmen“ erklärt Witting. Dabei sind in Österreich etwa 4500 Menschen bei der Generali angestellt. Durchschnittlich verlassen zwei bis drei Prozent der Beschäftigten die Belegschaft pro Jahr, allein dadurch gab es genug Stellen für die SK-Leute.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="gemeinsam-starker"><strong>Gemeinsam stärker</strong></h4>



<p>Seit 2008 ist Martin Witting Zentral-Betriebsrats-Vorsitzender. Die Betriebsratstätigkeit ist ein freiwilliges Amt, in der Arbeitsverfassung wird dieser Job als Ehrenamt bezeichnet. „Es gibt keine Extra-Bezahlung dafür, ich bekomme das Gehalt, wie ich es auch vor meiner Freistellung bezogen habe“, erklärt der Zentralbetriebsratsvorsitzende. Und er erinnert sich an eine wenig gesunde Phase seines Lebens: „Ich bin durch den Arlberg-Tunnel gefahren und habe gedacht, ich schlafe jetzt auf der Stelle ein“. Glücklicherweise hielt Witting bei der ersten Möglichkeit an und gönnte sich einen Powernap. Er stand kurz vor dem Burnout: „Das passiert genau dann, wenn der Körper die Gefolgschaft verweigert“.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow" id="ich-bin-durch-den-arlberg-tunnel-gefahren-und-habe-gedacht-ich-schlafe-jetzt-auf-der-stelle-ein"><p>„Ich bin durch den Arlberg-Tunnel gefahren und habe gedacht, ich schlafe jetzt auf der Stelle ein“. </p><cite>Martin Witting</cite></blockquote>



<p>So wurde in der Folge die Arbeit reorganisiert. Kam früher eine Anfrage an den Betriebsrat, wurde sie einfach gleich an Martin Witting weitergeleitet. Nun übernehmen die KollegInnen im Betriebsrat einen größeren Teil der anfallenden Arbeit. Von dieser Änderung profitierten alle. „Die Einbindung von anderen, sich verlassen können und das Delegieren sind ganz wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Arbeit.” Äußerst hilfreich bei der Organisation ist überdies Renate Baer, sie ist die „ausgezeichnete Zentralbetriebsrats-Assistenz in Wien“ die Witting organisatorisch vieles abnimmt. Martin Witting: „Der Vorteil eines Kollektivorgans ist, dass wir gemeinsam stark sind und nicht einer alles können muss.”</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="freude-an-der-arbeit-und-am-leben"><strong>Freude an der Arbeit und am Leben</strong></h4>



<p>Seinen Weg in die Welt der Versicherungen fand Martin Witting gleich 1990 nach seiner Matura, obwohl er mit Anfang 20 viel lieber mit dem Snowboard herum kurvte. Drei Jahre bei Interunfall brachten ihn auf die Idee, doch auch gleich Jus zu studieren. Nach zwei Jahren Studium in Innsbruck und vielen Pistenabenteuern – etwa am Stubaier oder Zillertaler Gletscher – ließ er die Uni wieder sausen: „Mir war klar, dass ich weder Snowboard-Profi werde, noch mich mit Mitte Dreißig als Jurist bewerben will“. Deshalb heuerte Witting bei der Ersten Allgemeinen Versicherung an, die später zur Generali werden sollte.</p>



<p>Witting ist seit sieben Jahren glücklich verpartnert. „Mein Partner weiß, dass ich selten daheim bin“, erzählt er. Dabei hat das Leben keine zwei Betriebsräte zusammengebracht: „Er arbeitet in einem Unternehmen, das andere Menschen glücklich macht“, schmunzelt Witting und löst das Rätsel. Der Partner bekocht Restaurant-Gäste und freilich auch ihn. „Mein Lebend-Gewicht ist leider nicht mehr Snowboard tauglich“, seufzt der Zentralbetriebsratsvorsitzende. „Betriebsratsarbeit ist viel zu viel sitzen und wenig bewegen.“ Trotz des Haderns mit manch entbehrlichem Kilogramm hat Witting seine eigene Work-Life-Balance gefunden und lebt mit der Devise: „Nicht alles ist Geld, ich will auch Freude an der Arbeit und am Leben haben“. Gerne frönt er auch, wenn möglich, seiner Reiseleidenschaft. Als Südostasien-Liebhaber besuchte er Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha, erlebte Malaysia, die Philippinen und Indonesien.</p>



<p>Private wie geschäftliche Reisen und eine vereinnahmende Berufung lassen für seinen Herkunftsort Zirl wenig Platz: „Meine Mutter ist froh, wenn sie mich ab und zu sieht – sie weiß eh, dass ich viel unterwegs bin“. Aber sie weiß auch, dass ihr Sohn einiges erreicht hat.</p>
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