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	<title>Schichtarbeit &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>Wir verhandeln für das Kollektiv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2022 12:26:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsratswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Gleitzeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Lehre]]></category>
		<category><![CDATA[MSD Animal Health Danube Biotech GmbH]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Ronja Prosch]]></category>
		<category><![CDATA[Schichtarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die junge Betriebsrätin Ronja Prosch bringt ihre Karriere bei einer veterinär-pharmazeutischen Firma in Krems mit der betrieblichen Vertretung ihrer KollegInnen spielend unter einen Hut. Sie hat keine Scheu davor, Probleme offen anzusprechen und ist stolz auf das in sie gesetzte Vertrauen. Als wichtigstes Werkzeug des Betriebsrats-Teams schätzt sie das persönliche Gespräch, durch das viele Probleme erst an die Oberfläche kommen und greifbar werden.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18817" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch_7998.png 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die junge <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Betriebsrätin (öffnet in neuem Tab)">Betriebsrätin</a> Ronja Prosch bringt ihre Karriere bei einer veterinär-pharmazeutischen Firma in Krems mit der betrieblichen Vertretung ihrer KollegInnen spielend unter einen Hut. Sie hat keine Scheu davor, Probleme offen anzusprechen und ist stolz auf das in sie gesetzte Vertrauen. Als wichtigstes Werkzeug des Betriebsrats-Teams schätzt sie das persönliche Gespräch, durch das viele Probleme erst an die Oberfläche kommen und greifbar werden.</strong></p>



<span id="more-18816"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ronja Prosch ist 20 Jahre alt, steht mit beiden Beinen im Berufsleben und hat jede Menge Elan, um sich als ArbeitnehmerInnen-Vertreterin zu engagieren – sie ist stellvertretende Vorsitzende des <a href="https://www.gpa.at/betriebsrat" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Betriebsrat (öffnet in neuem Tab)">Betriebsrat</a>s der Pharmafirma MSD Animal Health Danube Biotech GmbH, die Medikamente und Impfstoffe für Tiere herstellt. Mit ihrer positiven Lebenseinstellung packt sie Probleme rasch an, ohne sich abschrecken zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prosch wurde in Kufstein in Tirol geboren und absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zur Chemischen Labortechnikerin. Bereits während der Lehre fing sie an, als Jugendvertrauensrätin für andere Auszubildende in der Chemischen Industrie da zu sein, zusätzlich engagierte sie sich als Landesschulsprecherin für die Berufsschulen in Tirol. Seit einem Jahr arbeitet Prosch in der Produktion der Kremser Biotech Firma, im Juli hat sie gemeinsam mit anderen engagierten KollegInnen die Initiative ergriffen und sich dafür eingesetzt, am Standort einen Betriebsrat zu etablieren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vielen KollegInnen war nicht bewusst, wie hilfreich ein Betriebsrat sein kann</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vorarbeiten zur Wahl waren eher zäh: „Viele KollegInnen haben das Konzept der betrieblichen Vertretung noch gar nicht so gekannt, sie waren skeptisch und haben geglaubt, keine <a href="https://kompetenz-online.at/2018/02/05/faktencheck-demokratie-im-betrieb/" aria-label="Belegschaftsvertretung">Belegschaftsvertretung</a> zu brauchen, weil ´eh alles halbwegs gut läuft im Betrieb´.“ In zahlreichen Gesprächen und persönlichen Kontakten konnten Prosch und ihre BetriebsratskollegInnen viele der 205 Angestellten davon überzeugen, dass <a href="https://kompetenz-online.at/2021/04/14/mitbestimmung-wirkt-positiv/" aria-label="betriebliche Abläufe und Regelungen für die Beschäftigten vorteilhafter">betriebliche Abläufe und Regelungen für die Beschäftigten vorteilhafter</a> umgesetzt werden können, wenn ein Betriebsrat bei den Verhandlungen mit im Boot ist: „Viele Stolpersteine sind für die Menschen zunächst nicht offensichtlich, dann sind auch die damit zusammenhängenden Probleme nicht greifbar. Sobald man mit den KollegInnen über ihre Arbeitsabläufe und andere Parameter des Firmenalltages spricht und Gegebenheiten hinterfragt, tauchen Probleme auf, die wir <a href="https://kompetenz-online.at/2020/11/30/besser-durch-die-krise-mit-betriebsrat/" aria-label="als Betriebsräte entscheidend verbessern">als Betriebsräte entscheidend verbessern</a> können. Das war vielen KollegInnen einfach nicht bewusst.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Viele KollegInnen haben geglaubt, keine Belegschaftsvertretung zu brauchen, weil ´eh alles halbwegs gut läuft im Betrieb´.“</p><cite>Ronja Prosch</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Prosch half bei der Organisation der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/betriebsrat/betriebsratswahl" target="_blank" aria-label="Betriebsratswahlen (öffnet in neuem Tab)">Betriebsratswahlen</a> tatkräftig mit, Unterstützung kam auch von der <a href="https://www.gpa.at/mitglied-werden" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Gewerkschaft GPA (öffnet in neuem Tab)">Gewerkschaft GPA</a>: „Ich habe mich intern umgehört, wer Interesse an der Mitarbeit hätte und bei vertrauten KollegInnen schlau gemacht, wer bei uns mitmachen möchte.“ Die Wahl ist dann reibungslos abgelaufen, obwohl Prosch bewusst war, dass die Initiative bei der Geschäftsführung nicht unbedingt willkommen war: „Aus Sicht der Leitung könnte das Aufziehen einer Belegschaftsvertretung kleine Steine ins Getriebe bringen. Ich sehe es positiv, dass Veränderungen nicht von oben durchgezogen werden können, sondern mit der Belegschaft diskutiert und verhandelt werden müssen. Wir ArbeitnehmerInnen sind stärker, wenn nicht jede Beschäftigte für sich alleine steht, sondern sich der Betriebsrat für das Kollektiv einsetzt.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="341" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-1024x341.png" alt="" class="wp-image-18820" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-1024x341.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-300x100.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-150x50.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-768x256.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-1536x512.png 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Ronja-Prosch-2048x682.png 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Fotos: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Prosch ist nun stellvertretende Vorsitzende, macht ihren normalen Job weiter und würde sich gerne noch weiterentwickeln: Ich möchte sehr gerne die Ausbildung zur Werksmeisterin machen.“ Von Beginn an suchte sie das <a href="https://kompetenz-online.at/2020/03/17/bindeglied-zwischen-chef-und-beschaeftigten/" aria-label="Gespräch zur Geschäftsführung">Gespräch zur Geschäftsführung</a> und hat sich im Team bei der Überarbeitung von Betriebsvereinbarungen, der Gestaltung von Arbeitsverträgen sowie für Mitsprachemöglichkeiten beim Speisenangebot in der Kantine aktiv eingebracht: „Unser Betriebsrats-Team hat in diesen Bereichen neue Fundamente gesetzt, auf dieser Basis können wir gut weiterarbeiten.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsrat gestaltet Umstellung der Gleitzeit mit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Am drängendsten ist für die junge Betriebsrätin aktuell die Mitgestaltung der anstehenden, betriebsinternen Umstellung von normaler Gleitzeit auf einen Schichtbetrieb: „Für die meisten KollegInnen ist noch nicht klar, was sich durch die geplante Umstellung verändern wird. Hier wollen wir im Interesse der Beschäftigten mitbestimmen, wann eine Schicht beginnt und wann sie endet.“</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen<br>besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden.<br>Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland.<br>Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die finale Ausgestaltung des neuen Schichtbetriebes wird noch verhandelt, das Modell soll zunächst in einer Abteilung der Produktion umgesetzt werden: „Der Betriebsrat will eine moderne Regelung erreichen.“ Auch eine neue Betriebsvereinbarung zum Homeoffice wird gerade gestaltet, die Vorteile liegen für Prosch auf der Hand: „Wir verhandeln die Regelungen für den gesamten Betrieb. So müssen keine Einzelvereinbarungen abgeschlossen werden bei denen die Beschäftigten klar in der schwächeren Position wären. Wir verhandeln für das Kollektiv.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Betriebsrätin ist eine wichtige Vertrauensperson</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In ihrem Arbeitsumfeld musste sich Prosch von Beginn an behaupten, an Durchsetzungsfähigkeit mangelt es der jungen Frau nicht: „Es ist nicht immer einfach, aber ich versuche immer höflich und selbstbewusst meine Meinung zu sagen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb des Betriebes haben sich Prosch und ihre KollegInnen des insgesamt sechsköpfigen Betriebsrates rasch als wichtige Stütze für die KollegInnen etabliert, viele wünschen sich, dass die Belegschaftsvertretung bei den routinemäßigen MitarbeiterInnengesprächen mit dabei ist: „Einzelgespräche mit den Chefs sind für viele Beschäftigte unangenehm, einige möchten daher, dass BetriebsrätInnen in der Nähe sind, oft werden wir zu den Unterredungen eingeladen. Hier spüren wir großes Vertrauen.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Es ist nicht immer einfach, aber ich versuche immer höflich und selbstbewusst meine Meinung zu sagen.“</p><cite>Ronja Prosch</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Alle betriebsrätlichen Tätigkeiten bewältigt Prosch neben ihrem Arbeitsalltag: „Es ist zusätzliche Arbeit, aber ich mache das gerne. Ich möchte hören, wie es den KollegInnen geht, vor welchen Problemen sie stehen und welche Szenarien für sie als Lösungen am besten wären.“ Viele erfahrene KollegInnen schätzen an Prosch ihren alternativen Blickwinkel: „Weil ich so jung bin, sehe ich manche Dinge anders als Ältere. Mir fallen oft praktikable Lösungsvorschläge ein, die für beide Seiten gut passen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Angestelltenbetriebsrat ist für Prosch „eine gute Mischung aus älteren und jungen KollegInnen, auch zum Arbeiterbetriebsrat gibt es eine solide Gesprächsbasis: Wir sind sehr gut miteinander vernetzt, jeder bringt die Rückmeldungen jener KollegInnen ein, zu denen er oder sie den besten Draht hat. Ich kann hier selbst viel dazu lernen.“ Dabei werden ihr auch die anstehenden fachlichen Schulungen der Gewerkschaft helfen: „Im März 2023 darf ich einen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/betriebsrat" target="_blank" aria-label="Betriebsratskurs (öffnet in neuem Tab)">Betriebsratskurs</a> besuchen, darauf freue ich mich.“</p>



<p class="blauebox wp-block-paragraph"><strong>Zur Person:</strong><br>Ronja Prosch wurde in Tirol geboren, ist der Liebe wegen nach Niederösterreich übersiedelt und lebt derzeit in Krems. In ihrer Freizeit liest sie extrem gerne oder hält sich beim Klettern am Fels oder mit Bouldern fit.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren:</h4>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Betriebsratsvorsitzende von „Rettet das Kind“  Niederösterreich <a href="https://kompetenz-online.at/2022/08/29/von-der-freude-struktur-zu-schaffen/" data-type="URL" data-id="https://kompetenz-online.at/2022/08/29/von-der-freude-struktur-zu-schaffen/" aria-label="Elfi Gravogel">Elfi Gravogel </a>im Porträt</li><li>Der Vorsitzende des Jugendvertrauensrats der Bank Austria <a href="https://kompetenz-online.at/2022/08/10/die-lehre-muss-aufgewertet-werden/" aria-label="Mohab Finjan">Mohab Finjan</a> im Porträt </li><li>Die BetriebsrätInnen von Dehner <a href="https://kompetenz-online.at/2022/06/02/frischer-wind-im-gartencenter/" aria-label="Martin Langkammer und Sabine Lehner">Martin Langkammer und Sabine Lehner</a></li></ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kollektivvertrag: Sand im Getriebe der Druckereien</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2015/06/23/sand-im-getriebe-der-druckereien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2015 08:59:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe 2015/03]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektivvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Rogy]]></category>
		<category><![CDATA[Drucker]]></category>
		<category><![CDATA[Schichtarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
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					<description><![CDATA[Billigkonkurrenz aus dem EU-Ausland setzt die Lohnstruktur der Branche unter Druck. Die Gewerkschaft lehnt einseitige Lohnkürzungen ab. In die großen Rollen der Druckmaschinen hat sich Sand eingeschlichen. Trotz gültigem Kollektivvertrag für das graphische Gewerbe hört man es knirschen. „Die Arbeitgeber sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, den Kollektivvertrag (KV) vorzeitig zu verändern“, erklärt Christian [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="attachment_2871" aria-describedby="caption-attachment-2871" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/06/Fotolia_63486386_XL.jpg" aria-label=""><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2871" src="https://www.kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/06/Fotolia_63486386_XL-300x217.jpg" alt="(c) Fotolia" width="300" height="217" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/06/Fotolia_63486386_XL-300x217.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/06/Fotolia_63486386_XL-768x556.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2015/06/Fotolia_63486386_XL.jpg 788w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2871" class="wp-caption-text">(c) Fotolia</figcaption></figure></p>
<p><strong>Billigkonkurrenz aus dem EU-Ausland setzt die Lohnstruktur der Branche unter Druck. Die Gewerkschaft lehnt einseitige Lohnkürzungen ab.</strong></p>
<p><span id="more-2854"></span>In die großen Rollen der Druckmaschinen hat sich Sand eingeschlichen. Trotz gültigem Kollektivvertrag für das graphische Gewerbe hört man es knirschen. „Die Arbeitgeber sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, den Kollektivvertrag (KV) vorzeitig zu verändern“, erklärt Christian Schuster, der in der GPA-djp zuständige Wirtschaftsbereichssekretär. Gewünscht werden gewaltige Einsparungen um bis zu 15 Prozent – völlig einseitig und zu Lasten der Beschäftigten. Dabei gibt es einen gültigen Kollektivvertrag für das Gewerbe, der bis Ende 2016 nicht einseitig veränderbar ist. Dieser wurde nach dem letzten Arbeitskampf im graphischen Gewerbe 2011/12 zwischen Gewerkschaft und dem freiwilligen Arbeitgeber-Interessenverband Druck &amp; Medientechnik ganz bewusst für den längeren Zeitraum von vier Jahren abgeschlossen.</p>
<p>Doch die Branche hat europaweit Probleme, leidet unter kleiner werdenden Aufträgen und steigendem Kostendruck. Im Speziellen beklagen die Arbeitgeber die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Reformländern und Deutschland. Dort gibt es keinen länderweiten sogenannten Flächentarifvertrag &#8211; wie in Österreich &#8211; mehr. In Deutschland gelten die Flächenkollektivverträge beispielsweise lediglich für die großen Unternehmen, also für rund 30 Prozent aller ArbeiterInnen der Branche. Für alle anderen DruckerInnen gelten KV‘s auf Betriebsebene, die mit dem jeweiligen Arbeitgeber abgeschlossen sind und in der Regel nicht die Qualität des deutschen Flächen-KV‘s erreichen.</p>
<p>„Ja, wir haben aus Sicht der Beschäftigten einen der besten Kollektivverträge im graphischen Gewerbe in ganz Europa“, gesteht Michael Ritzinger, Betriebsratsvorsitzender der ArbeiterInnen in der Druckerei Mediaprint in Wien-Inzersdorf und Vorsitzender des Wirtschaftsbereiches Druck, Kommunikation, Papierverarbeitung in der GPA-djp, ein. Die Nachteile von Betriebs-KV‘s liegen für ihn klar auf der Hand: „Je weniger ArbeitnehmerInnen ich vertrete, desto weniger Gewicht kann ich in Verhandlungen einbringen. Betriebskollektivverträge erreichen daher selten das Niveau eines Flächen-KV‘s, wie man am Beispiel Deutschland sehr deutlich sieht.“ Es werde immer einen teuersten KV aus Sicht der Arbeitgeber geben, das Ziel müsste aber sein, die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern an die Qualität des österreichischen KV‘s heranzuführen. Gewisse Spielräume für Veränderungen sind natürlich gegeben, doch „einseitige Verschlechterungen der Arbeits- und Entgeltbedingungen für die Beschäftigten“ lehnt er ab.</p>
<p><strong><em>Arbeiten unter ständigem Druck</em></strong></p>
<p>Die Druckerbranche ist eine der ältesten Branchen in Österreich, Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretungen gibt es schon seit 1842. Über viele Jahrzehnte hinweg haben sich die Kollektivverträge weiterentwickelt und an die harten Arbeitsbedingungen der Beschäftigten angepasst. Viele Zulagen sind historisch gewachsen, basieren aber auch heute noch auf dem ständigen Druck, dem die Beschäftigten während ihrer Arbeit ausgesetzt sind: Die Bedienung der Druckmaschinen, die einen Wert von mehreren Millionen Euro haben, wird immer komplexer und die Verantwortung der Beschäftigten für die Maschine und für die Druckprodukte steigt ständig. Der Andruck bei den Tageszeitungen geschieht immer später, weil seitens der Zeitungsredaktionen auf aktuelle Ereignisse Rücksicht und auf letzte Ergebnisse gewartet wird. Sind alle Informationen da, muss sehr rasch gearbeitet werden, damit die Zeitungen zeitgerecht im Verkauf sind. „Dieser Druck macht die Arbeit sehr stressig und schwierig, Fehler dürfen eigentlich gar keine passieren“, so Ritzinger. Dabei sei man in den Druckereien derzeit ohnehin schon am personellen Limit angelangt. „Immer wieder wird Personal eingespart, ohne dass sich die Aufgabenbereiche der MitarbeiterInnen reduzieren – viele laufen die längste Zeit an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.“ Auch der Alltag eines Schichtbetriebes zehrt an den Kräften.</p>
<p><strong><em>Wettbewerbsfähigkeit als Feigenblatt</em></strong></p>
<p>Nun will die Arbeitgeberseite frühzeitig gewaltige Einsparungen zu Lasten der Beschäftigten heraufbeschwören. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dient als Feigenblatt für gewünschte Einschnitte ins Rahmenrecht und in die Entlohnung.</p>
<p>Es geht wieder einmal um die Nachtzuschläge der DruckerInnen und um die Zuschläge für Sonntagsarbeit. Auch jene zwei freien Tage, auf die DruckerInnen bei Tageszeitungen als Ausgleich für die an Sonn- und Feiertagen zu leistende Produktionsarbeit Anspruch haben, sind den Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Die wöchentliche Arbeitszeit soll in allen Arbeitsbereichen von 37 auf 38,5 Stunden angehoben werden.</p>
<p>Ritzinger sucht lieber nach neuen Zukunftsperspektiven für Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen auf „gleicher Augenhöhe“. „Wir haben nichts gegen Veränderungen solange sie beide Seiten bedienen. Ein Wegfall von Zuschlägen könnte zum Beispiel mit der teilweisen Einrechnung in den Grundlohn kompensiert werden. Die Gewerkschaft hat noch andere Ideen zur Modernisierung des Kollektivvertrages im graphischen Gewerbe: Altersgerechtes Arbeiten in Verbindung mit einer Reduktion der Arbeitszeit brächte eine Entlastung für ältere MitarbeiterInnen. Zukunftsorientiert wären auch die Vier-Tage Woche oder die Freizeitoption, die in anderen Branchen zu höherer Produktivität und großer Zufriedenheit bei den Beschäftigten geführt hat. Auch die Einführung einer Branchenstiftung wäre durchaus sinnvoll.</p>
<p>Gewerkschaftsintern werden zurzeit in den bereits installierten Arbeitsgruppen „Sonderbestimmung Tageszeitung“ und „Rollenoffset“ mit den BetriebsrätInnen Modelle für einen veränderten, zukunftsorientierten Kollektivvertrag ab 2017 entwickelt.</p>
<p>„Wir sind in sozialpartnerschaftlicher Manier immer zu Gesprächen bereit“, stellt Schuster von Gewerkschaftsseite her klar. „Unser Anspruch ist es, innovative, nachhaltige und durchdachte Lösungen für die rund 9.200 Beschäftigten und die Branche zu finden. Pauschale Einsparungen durch eine Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich, durch das Streichen diverser Zulagen und Zuschläge oder durch eine schlichte Absenkung der Löhne- und Gehälter, so wie sich das die Arbeitgeberseite wünscht, wäre ein Diktat und keine Lösung“, so Schuster.</p>
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