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	<title>Kilometergeld &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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	<title>Kilometergeld &#8211; KOMPETENZ-online</title>
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		<title>„Runter von der Bremse!“ Petition für eine Erhöhung des Kilometergeldes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 10:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-19958" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1024x683.jpg 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-300x200.jpg 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-150x100.jpg 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-768x512.jpg 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-1536x1024.jpg 1536w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-2048x1365.jpg 2048w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-600x400.jpg 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-720x480.jpg 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/07/IG_External-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong><br>Foto: Edgar Ketzer</figcaption></figure>



<p><strong>Für die Beschäftigten im Außendienst werden die Fahrten mit dem eigenen PKW immer teurer. Die GPA-Interessengemeinschaft ‚IG External‘ startet eine Petition für eine Anhebung des Kilometergeldes auf 60 Cent.</strong></p>



<span id="more-19952"></span>



<p>Seit 2008, also seit 15 Jahren, wurde das amtliche Kilometergeld nicht mehr an die Inflation angepasst. Daher schlagen die Betriebsrät:innen und Gewerkschafter:innen der ‚IG External‘ in der Gewerkschaft GPA Alarm. Sie fordern dringend eine Erhöhung auf 60 Cent und laden alle Betroffenen und Unterstützer:innen ein, die kürzlich gestartete Petition zu unterschreiben.</p>



<p class="rotebox"><strong>Runter von der Bremse!</strong> Jetzt die <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Online-Petition (öffnet in neuem Tab)">Online-Petition</a></strong> unterschreiben!</p>



<p>Melanie Lechner und Manuela Willner, beide Betriebsrätinnen in der Generali Versicherung, finden es hoch an der Zeit, den Spesenersatz an die tatsächlich anfallenden Kosten anzupassen: „Für die Betroffenen bedeutet das zu niedrige Kilometergeld wegen der massiv gestiegenen Preise tausende Euro an Mehrkosten, die nicht abgegolten werden“, kritisiert Willner und Lechner pflichtet ihr bei: „Das Thema beschäftigt uns schon länger. Aber jetzt, wo durch die extreme Teuerung der letzten Monate die Kosten explodieren, bekommt es nochmals eine andere Brisanz.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Online-Petition</h4>



<p>Die neu gestartete Petition auf <strong><a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="www.interesse.at (öffnet in neuem Tab)">www.interesse.at</a></strong> kann den ganzen Sommer über unterschrieben werden. Im Herbst wird die Petition zusammen mit den Unterschriften dann dem zuständigen Bundesminister Werner Kogler überreicht.</p>



<p>Gestartet wurde die Initiative von der ‚IG External‘, einer der fünf Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA. Die IG External vernetzt Beschäftigte, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten wie beispielsweise der mobile Pflegedienst, Verkaufsaußendienst u. v. m. Die Petition und Kampagne für ein höheres Kilometergeld wird auch von den anderen vier Interessengemeinschaften unterstützt, denn es gibt hier viele Überschneidungen: So arbeiten zahlreiche Beschäftigte z. B. aus der IT (IG IT) oder aus Gesundheits- und Sozialberufen (IG Social) ebenfalls im Außendienst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht kostendeckend</h4>



<p>Zahlreiche Arbeitnehmer:innen müssen für berufliche Zwecke ihr Privatauto nutzen. Nur ganz wenige verfügen über einen Dienstwagen, die Mehrheit fährt mit dem privaten Pkw. Das amtliche Kilometergeld, das diesen Aufwand ausgleichen soll, beträgt seit 2008 unverändert 42 Cent. Allerdings sind die Preise für Sprit, Werkstatt, Service, etc. massiv gestiegen, was für die betroffenen Arbeitnehmer:innen eine enorme Belastung darstellt.</p>



<p>„Die meisten glauben, es gehe hier nur um die Treibstoffkosten. Aber bei den privaten PKW‘s fallen auch die Kosten für die Anschaffung, die regelmäßige Wartung und Reparaturen an, auch das sollte das Kilometergeld eigentlich abdecken. Aufgrund der Teuerung sind die Preise beim Automechaniker ebenfalls stark angestiegen“, erklärt Lechner. Sie hat ausgerechnet, dass seit der letzten Erhöhung des Kilometergeldes im Jahr 2008 die mit dem Auto verbundenen Preise um ca. 40 Prozent gestiegen sind.</p>



<p>Das Gegenargument, das von der Politik vorgebracht wird, lautet: Ein höheres Kilometergeld würde die Beschäftigten dazu anhalten, ihr Auto verstärkt zu nutzen, anstatt aus Klimaschutzgründen auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. „Das geht leider an der Problematik total vorbei“, kritisiert Willner, „vor allem im ländlichen Raum ist es praktisch unmöglich, seine Kund:innen oder Patient:innen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“ Aber auch in städtischen Ballungsgebieten, wo die Öffi-Anbindung gut ausgebaut ist, ist es nicht unbedingt von Vorteil, den Bus oder die Tram zu nutzen. „Auch hier geht deutlich mehr Zeit verloren als mit dem Auto. Der Termindruck ist hoch und manche Berufsgruppen müssen Arbeitsmaterial oder Hilfsmittel transportieren. Soll eine Physiotherapeutin ihre Massageliege im Bus mitnehmen?“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hohe Auslagen, niedrige Gehälter</h4>



<p>Es trifft noch dazu viele Berufsgruppen, die ohnehin schon keine üppigen Gehälter beziehen, wie z. B. Beschäftigte in der mobilen Pflege oder junge Verkäufer:innen und Vertreter:innen. „Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Danach kam die Benzinpreiserhöhung in voller Härte, und nun macht ihnen, so wie uns allen, die extreme Teuerung zu schaffen“, berichtet Willner. Sie kennt in ihrem Unternehmen junge Kolleg:innen im Außendienst, die von niedrigen Einstiegsgehältern und Provisionen ihre Miete zahlen müssen. „Mit ihren privaten PKW‘s zahlen sie drauf,“ kritisiert Willner.</p>



<p>Die Fahrtkosten müssen außerdem vorfinanziert werden. Entweder der Arbeitgeber erstattet monatlich die Auslagen zurück, oder man erhält einmal jährlich beim Arbeitnehmer:innen-Ausgleich seine Kosten übers Finanzamt zurück. „Nur einmal jährlich, da kommt eine hübsche Summe zusammen, die man davor auslegen musste! Und unterm Strich bleiben die Beschäftigten auf einem Minus sitzen, denn das Kilometergeld von nur 42 Cent ist längst nicht mehr kostendeckend“, kritisiert Lechner.</p>



<p>Ein weiteres wichtiges Thema für die IG External in Hinblick auf die Teuerungsdiskussion sind außerdem die Tagsätze bei Auslandseinsätzen, denn auch sie sind über viele Jahre nicht angepasst worden. Deshalb kommen auf international Reisende weitere Zusatzkosten zu.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Unattraktiver Außendienst?</h4>



<p>Das macht Berufe im Außendienst letztlich ein Stück weit unattraktiv: „Besonders Berufseinsteiger:innen werden auf diese Weise abgeschreckt,“ findet Lechner. In den Gesundheits- und Pflegeberufen ist das ein weiteres Argument , das gegen diese Jobs spricht. Aufgrund der großen physischen und psychischen Belastung und dem zunehmenden Zeitdruck herrscht in dieser Berufsgruppe derzeit bereits ein akuter Arbeitskräftemangel, ergänzt Willner: „Wer ohnehin schon unter Stress steht, weil er von einem Patienten zum nächsten hetzt, der will nicht noch auf seinen Transportkosten sitzen bleiben. Wenn wir wollen, dass Berufsgruppen, die auf ihren eigenen PKW angewiesen sind, wieder attraktiver werden, so muss sich rasch etwas ändern.“</p>



<p class="blauebox">Die <strong>Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA</strong> bringen Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. Zum Austausch von Erfahrungen, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer beruflicher Interessen.<br><br>Die 5 Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA:<br><br><strong>IG External</strong> – Die Interessengemeinschaft für alle, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten<br><strong>IG Social</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen<br><strong>IG Flex</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen mit atypischen Beschäftigungen<br><strong>IG IT</strong> – Die Interessengemeinschaft für Menschen in IT-Berufen<br><strong>IG Professional</strong> – Die Interessengemeinschaft für Führungskräfte und Fachexpert:innen</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Versicherungsbranche: Fokus auf die Work-Life-Balance</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2023/01/10/versicherungsbranche-fokus-auf-die-work-life-balance/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2023 13:44:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Außendienst]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lavaud]]></category>
		<category><![CDATA[Generali]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Melanie Lechner]]></category>
		<category><![CDATA[Versicherungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-1024x684.png" alt="" class="wp-image-19320" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-1024x684.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-768x513.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner2.png 1068w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: privat</figcaption></figure>



<p><strong>Multitalent Melanie Lechner ist Trainerin, Betriebsrätin, Aufsichtsrätin und KV-Verhandlerin. Sie arbeitet in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung. Sowohl innerbetrieblich, als auch als Gewerkschafterin, sind ihr zeitgemäße Arbeitsbedingungen im Innen- sowie im Außendienst ein zentrales Anliegen.</strong></p>



<span id="more-19318"></span>



<p>Melanie Lechner (31) ist seit ihrem berufsbegleitenden Studium als Trainerin für Außendienst-MitarbeiterInnen in der Bildungsabteilung der Generali Versicherung tätig. Dort ist sie zuständig für die Bereiche Lebensversicherungen, Veranlagung und Wirtschaft. Lechner war längere Zeit selbst im Außendienst tätig, nun gibt sie ihr Know-how an ihre jungen KollegInnen weiter, die eine dreijährige hausinterne Ausbildung durchlaufen.</p>



<p>Jung und engagiert und in der Ausbildung tätig &#8211; deshalb wurde sie 2016 von einem Kollegen ins Betriebsrats-Team geholt. Lechner war damals erst 25. „Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“ In der Region Steiermark und Kärnten umfasst das Team 10 BetriebsrätInnen, für die rund 650 MitarbeiterInnen in der Region.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Gefragt zu werden, ob ich im Betriebsratsteam mitarbeiten wollte, das war für mich extrem motivierend! Mir wurde damit signalisiert: schon in meinem Alter kann ich aktiv etwas bewegen!“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Seit 2016 ist Lechner nun als Betriebsrätin aktiv, seit 2018 ist sie auch Aufsichtsrätin. Damit nicht genug, ist sie außerdem stellvertretende Konzernbetriebsrats-Vorsitzende und stellvertretende Zentralbetriebsrats-Vorsitzende. In der Gewerkschaft GPA arbeitet sie als Frauenbeauftragte im Wirtschaftsbereich 24 (Versicherungen) und im steirischen Fachausschuss. Lechner ist überdies in der IG External engagiert, der GPA-Interessengemeinschaft für alle, die im Außendienst tätig sind. Auch hier ist sie Frauenbeauftragte.</p>



<p>Ihre Betriebsratsarbeit macht rund die Hälfte ihrer Arbeitszeit aus, schätzt sie. Freigestellt ist sie trotz dieser Fülle an zusätzlichen Aufgaben nicht &#8211; sie arbeitet, wie sie selbst sagt, „extrem gern, auch wenn es zugegeben eine Herausforderung ist, all diese Funktionen unter einen Hut zu bringen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Junge KollegInnen motivieren</h4>



<p>Als Trainerin für in einem großen Versicherungskonzern schult Lechner junge AußendienstmitarbeiterInnen, die es zu motivieren gilt: „Es ist schwierig, BerufsanfängerInnen im Betrieb zu halten, denn die Arbeit im Außendienst ist sehr herausfordernd. Entsprechend müssen wir die Ausbildung, die Arbeitszeiten und die Arbeitsinhalte attraktiver gestalten.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>
<cite>Melanie Lechner</cite></blockquote>



<p>Derzeit sind nach zehn Jahren im Unternehmen rund 80 Prozent der MitarbeiterInnen wieder weg, erzählt Lechner von ihren Erfahrungen: „Viele junge KollegInnen müssen erst herausfinden, ob der Beruf zu ihnen passt.“ Zur Zeit strömt eine Generation auf den Arbeitsmarkt, die neue Vorstellungen und Wünsche an die Arbeitswelt haben: „Diese jungen Menschen sehen die Arbeitswelt und ihre berufliche Zukunft anders als ihre Eltern. Die Generationen vor ihnen hatten stets die Arbeit im Fokus. Für die meisten jüngeren Menschen steht aber das Leben im Vordergrund, sie wollen nicht ihr ganzes Leben nur dem Beruf opfern wie ihre Eltern und Großeltern.“</p>



<p>Ältere Kollegen können die Probleme der jüngeren oft nicht verstehen. Da heißt es dann schnell mal: „Die Jungen wollen nichts arbeiten“. Wer eine 4-Tage-Woche bevorzugt, wird als faul abgestempelt. Lechner will hier vermitteln und den Standpunkt der neuen Generation erklären: „Es hat sich der Fokus geändert! Wer vier Tage pro Woche arbeitet, bringt deshalb keine schlechtere Leistung, im Gegenteil. Kürzere Arbeitszeiten bringen mehr Motivation.“</p>



<p>Sie formuliert die Problemstellung so: Wie kann man die Arbeit so gestalten, dass es diesen neuen Vorstellungen entgegenkommt? Und: Wie können junge MitarbeiterInnen motiviert und im Betrieb gehalten werden?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zeitgemäße Arbeitsbedingungen</h4>



<p>Lechner sieht es als ihre Aufgabe als Trainerin, ihre Firma bei dieser Fragen zu unterstützen und Ideen zu liefern. Zugleich kämpft sie auch als Betriebsrätin dafür, den jungen KollegInnen attraktive und zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu bieten, besonders was die Arbeitszeiten angeht. „Wir können nicht nur beobachten, wir müssen vorangehen!“ In einem Konzern ist das allerdings nicht immer einfach: „Ein großer Betrieb ist wie ein Elefant, es braucht Zeit, bis man ihn in Bewegung bringt &#8211; aber nachher ist er nicht mehr zu stoppen“, zeigt sich Lechner optimistisch.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Hast du schon einmal überlegt selbst einen Betriebsrat zu gründen?</h4>



<p>Wenn es bei dir im Betrieb mindestens 5 Beschäftigte gibt, kann eine Betriebsratswahl stattfinden. Dein Chef/deine Chefin, darf die Wahl nicht behindern. Als Betriebsrätin/Betriebsrat hast du einen besonderen Kündigungsschutz und du kannst einen Teil deiner Arbeitszeit für die Betriebsratstätigkeit verwenden. Wir unterstützen und begleiten dich und deine KollegInnen bei der Durchführung der Betriebsratswahl.<br>Du möchtest mit uns darüber reden? Dann wende dich an unsere Beratung in deinem Bundesland. Alle Kontakte findest du hier: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gpa.at/kontakt" target="_blank" aria-label="https://www.gpa.at/kontakt (öffnet in neuem Tab)">https://www.gpa.at/kontakt</a></p>
</div></div>



<p> </p>



<p>Eine weitere Gruppe, für die es zu handeln gilt, sind Frauen mit Kindern und KarenzrückkehrerInnen. Für sie ist es oft schwierig, ihre Arbeitszeit im Außendienst mit ihren Familienpflichten gut zu vereinbaren. Denn als Außendienstmitarbeiterin ist man beim Kunden oder der Kundin, wenn diese/r Zeit hat, und das ist nicht unbedingt zu den üblichen Bürozeiten. „Wir suchen daher in einem Pilotprojekt ein spezielles Modell, um diese Personengruppe zu gewinnen.“</p>



<p>Pilotprojekte, neue Modelle, Seminare &#8211; vieles ist in Bewegung! <em>„</em>Wir versuchen viel Neues“, sagt Lechner, „vor allem über die digitale Schiene, via Social media, Marketingschulungen, Unterstützung mit Programmen, denn dort kann man die Jungen abholen. Auch beim Bildungskatalog bieten wir Neues an, mehr Auswahl bei den Seminaren, nicht nur Fachseminare, auch Fortbildungsseminare für die Persönlichkeit.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Homeoffice</h4>



<p>Homeoffice, so Lechner, bietet sich natürlich an, um die Arbeit attraktiver zu machen. Bei der Homeoffice-Regelung in ihrem Betrieb gilt derzeit 60 Prozent Büro und 40 Prozent Homeoffice, die Belegschaft wünscht sich aber noch mehr Flexibilität. Lechner selbst wohnt in Klagenfurt und ihr Dienstort ist Graz. Freitags arbeitet sie im Homeoffice. „Ich habe früher in Graz gewohnt, durch das Homeoffice konnte ich meinen Lebensmittelpunkt verändern.“</p>



<p>Die Pandemie hat hier durchaus Fortschritte mit sich gebracht, berichtet Lechner. Davor war die Arbeit im Homeoffice eine Pilotprojekt, Corona hat die Umsetzung beschleunigt. Homeoffice und die damit verbundene freie Zeiteinteilung wird zwar generell gut angenommen, von manchen aber auch rundweg abgelehnt, andere wiederum isolieren sich regelrecht zu Hause. Lechner sieht diese neue Flexibilität durchaus auch kritisch: „Es besteht immer die Gefahr, dass Arbeit und Privatleben vermischt werden, da müssen wir genau hinschauen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">KV-Verhandlungen</h4>



<p>Das große Thema im Betriebsrat der Generali sind derzeit natürlich die Inflation und die nahenden KV-Verhandlungen, bei denen Lechner im Verhandlungsteam aktiv mitarbeiten wird. Neben der Inflationsabgleichung wird die Forderung nach einem neuen Kollektivvertrag für den Außendienst im Mittelpunkt stehen. „Diese Forderung wurde letztes Jahr von den Arbeitgebern leider abgeschmettert, aber wir geben sicher nicht auf.“</p>



<p>„Es ist höchste Zeit für ein neues Gehaltsschema für den Außendienst, angeglichen an den Innendienst“, erklärt Lechner. Ein schwieriges Unterfangen, denn: „Der Außendienst ist stark provisionsabhängig. Wer im Außendienst arbeitet, ist wie ein Selbständiger im Betrieb. Wer gut arbeitet, seine KundInnen gut betreut, verdient gut. So etwas im KV abzubilden ist eine enorme Herausforderung!“</p>



<p>Eine weitere zentrale Forderung betrifft natürlich das Kilometergeld. Die GPA pocht auf eine Erhöhung auf 60 Cent, um endlich die Teuerung auszugleichen. „Sowohl der Innen- als auch der Außendienst sollen finanziell attraktiv bleiben“, betont Lechner, „gerade jetzt ist es besonders wichtig, die finanzielle Sicherheit in unserer Branche zu stärken und der Inflation entgegenzuwirken.“</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile"><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="982" height="1024" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png" alt="" class="wp-image-19321 size-full" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-982x1024.png 982w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-288x300.png 288w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-144x150.png 144w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-768x800.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1474x1536.png 1474w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2023/01/Melanie-Lechner4-1965x2048.png 1965w" sizes="(max-width: 982px) 100vw, 982px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p>Melanie Lechner lebt in Klagenfurt, wo sie von der Natur und dem tollen Freizeitangebot profitiert: im Sommer schwimmen in den Seen und Wandern in den Bergen, im Winter Schifahren oder Schitouren. Zum „Runterkommen“ nach einem anstrengenden Arbeitstag entspannt sie beim Yoga. Als Familienmensch besucht sie auch oft ihre Familie in der Steiermark.</p>
</div></div>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren: </h4>



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</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GPA Interessengemeinschaften: Jetzt mitbestimmen und wählen!</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/11/11/gpa-interessengemeinschaften-jetzt-mitbestimmen-und-waehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Barbara Lavaud]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2022 11:22:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Service]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Neunherz]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Mitglieder der Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA wählen derzeit ihre neue Vertretung. Zum Austausch, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer Interessen bringen die IGs Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. ]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-1024x683.png" alt="" class="wp-image-19133" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/11/Gemeinschaft_Team_AdobeStock_77214191.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Adobe Stock</figcaption></figure>



<p><strong>Die Mitglieder der Interessengemeinschaften (IG) in der Gewerkschaft GPA wählen derzeit ihre neue Vertretung. Zum Austausch, zum Netzwerken und zum Durchsetzen gemeinsamer Interessen bringen die IGs Menschen mit ähnlichen Berufsmerkmalen zusammen. Nutze dein demokratisches Recht zu wählen, bestimme selbst deine Vertretung auf: <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.interesse.at" target="_blank" aria-label="www.interesse.at (öffnet in neuem Tab)">www.interesse.at</a></strong></p>



<span id="more-19129"></span>



<p>Die Interessengemeinschaften in der Gewerkschaft GPA fußen auf der Idee von branchenübergreifenden Anliegen und beruflichen Identitäten. Das kann Themen wie All-In Verträge oder prekäre Beschäftigung ebenso betreffen wie Dienstreisen oder Home-Office. &nbsp;Bis 20. November können die Mitglieder der IGs noch ihre VertreterInnen wählen. „Diese Direktwahl der Ausschüsse der fünf Interessengemeinschaften ist eine gewerkschaftskulturelle Besonderheit“, betont Alexander Neunherz von der Gewerkschaft GPA, der die IGs und ihre Mitglieder gemeinsam mit seiner Kollegin Sabine Römer innerhalb der GPA hauptamtlich betreut.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Diese Direktwahl der Ausschüsse der fünf Interessengemeinschaften ist eine gewerkschaftskulturelle Besonderheit.&#8220;</p>
<cite>Alexander Neunherz</cite></blockquote>



<p>„Jeder neue Ausschuss wird basisdemokratisch von GPA-Mitgliedern, die auch Mitglied der jeweiligen IG sind, für die kommenden zweieinhalb Jahre gewählt“, erklärt Sabine Römer den Ablauf der Wahl. Ein Ausschuss besteht aus mindestens fünf und höchstens 17 ordentlichen GPA-Mitgliedern. Erstmals in der Geschichte der IGs finden die Wahlen für alle Ausschüsse gleichzeitig statt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeitsgruppen und Teamarbeit</h4>



<p>Jeder Ausschuss vertritt die Anliegen seiner Mitglieder, entwickelt neue Projekte, setzt Kampagnen um und entsendet auch Delegierte in die Gremien der Gewerkschaft GPA. Dazu treffen sich die jeweiligen IGs in eigenen Arbeitsgruppen und setzen sich inhaltliche Ziele. Welche Themen und Schwerpunkte gesetzt werden, das wird nach der Wahl das neue Team gemeinsam entscheiden, erklärt Ingrid Puchberger, selbständiger Coach und Personalentwicklerin. Sie kandidiert für den Ausschuss der IG Flex. „Wir beschließen unsere Themensetzung als Team, wir erarbeiten gemeinsam ein Arbeitsprogramm und Kampagnen, die wir an die breite Öffentlichkeit tragen wollen. Diese Teamarbeit ist bei uns ganz zentral“, erklärt Puchberger die Arbeitsweise der IGs.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-center">Wir beschließen unsere Themensetzung als Team, wir erarbeiten gemeinsam ein Arbeitsprogramm und Kampagnen, die wir an die breite Öffentlichkeit tragen wollen. Diese Teamarbeit ist bei uns ganz zentral“</p>
<cite>Ingrid Puchberger</cite></blockquote>



<p>Puchberger engagiert sich schon seit über zehn Jahren in der Gewerkschaft. „Nach den Turbulenzen der letzten Krisenjahre ist es nun umso wichtiger Stärke zu zeigen.“ Die ‚IG Flex’ organisiert Menschen mit atypischen Beschäftigungen, prekär Beschäftigte und (unfreiwillig) Selbständige ohne eigene MitarbeiterInnen. Themen, die Puchberger besonders am Herzen liegen, sind Scheinselbständigkeit und Preisdumping. Betroffen davon sind ganz unterschiedliche Branchen, im Kunst- und Kulturbereich, berichtet Puchberger, ist es in Folge der Pandemie sehr schlimm. „Die Pandemie hat gerade Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen besonders hart getroffen.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fünf Plattformen für gemeinsame Interessen</h4>



<p>Seit ihrer Gründung vor mehr als zwanzig Jahren vertreten insgesamt fünf Interessengemeinschaften in der GPA (siehe Kasten) die spezifischen Anliegen ihrer Mitglieder: Neben der oben erwähnten IG Flex gibt es die ‚IG External’ für alle jene, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeitet, also Personen mit viel Außendienst, in mobilen Diensten, Montage, Entsendung, Dienstreisen in allen Branchen und Berufen, sowohl regional als auch international.</p>



<p>Manuela Willner ist Versicherungsangestellte bei der Generali Versicherung AG. Als Betriebsrätin ist sie für Innen- und Außendienst zuständig. Sie ist Kandidatin zur Wahl des Ausschusses der IG External. „Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Und nun trifft sie auch die Benzinpreiserhöhung in voller Härte“, berichtet Willner. Die GPA kämpft derzeit um eine Erhöhung des Kilometergeldes – das seit 2008 bei 42 Cent liegt – &nbsp;auf 60 Cent pro Kilometer.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Menschen, die im Außendienst arbeiten, waren stark von der Pandemie betroffen. Und nun trifft sie auch die Benzinpreiserhöhung in voller Härte“</p>
<cite>Manuela Willner</cite></blockquote>



<p>Zwischen IG External und IG Social &nbsp;&#8211; der Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen &#8211; gibt es hier Überschneidungen: Viele Mitglieder der IG Social arbeiten zugleich im Außendienst, wie &nbsp;z. B. in der mobilen Pflege. Dazu kommt, dass sowohl im Außendienst, als auch im Gesundheits- und Sozialbereich die psychische Belastung – auch wieder durch Corona – in den letzten Jahren enorm zugenommen hat.</p>



<p>Ein weiterer Schwerpunkt von Willners Engagement in der Gewerkschaft sind Gleichbehandlung, Einkommensschere und Frauenpolitik sowie die Förderung der Jugend. „Auch wenn es bequem war, von zu Hause aus arbeiten zu können, für viele Frauen war das Home-Office ein Schritt zurück“, erklärt Willner. „Wir müssen die Frauen daher wieder in Schwung bringen“, fordert sie, und fügt hinzu. „Die psychische Belastung im Außendienst war jedoch für alle enorm, egal ob Mann oder Frau.“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nur Applaus ist zu wenig</h4>



<p>Selma Schacht, aktive Betriebsrätin und Betriebsratsvorsitzende in der „Bildung im Mittelpunkt“ GmbH in Wien, ist Sozialarbeiterin und Freizeitpädagogin und kandidiert für die IG Social. In der ‚IG Social’ haben sich Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen sowie SozialarbeiterInnen, Angestellte in sozialen Berufen und in der Alten-, Kranken- oder Behindertenbetreuung zusammengeschlossen.</p>



<p>&nbsp;„Der Druck auf uns Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich ist schon seit Jahren ständig gestiegen“, berichtet Schacht. „Durch die Pandemie wurde der Arbeitsdruck noch extremer. Wir müssen daher auch als IG Social der Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen unseren konsequenten Widerstand entgegensetzen.“</p>



<p>Es wird an allen Ecken und Enden gespart: „Die öffentliche Hand stellt zu wenig Ressourcen zur Verfügung“, kritisiert Schacht. „Nur Applaus ist uns zu wenig!“ Sie findet, dass der Kampf um mehr Geld, Zeit und Personal von den Gewerkschaften viel vehementer geführt werden muss.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Alle KollegInnen in den sozialen Berufen müssen unterstützt werden, damit die Ausbeutung – die oft zugleich eine Selbstausbeutung ist – abgestellt wird“</p>
<cite>Selma Schacht</cite></blockquote>



<p>„Alle KollegInnen in den sozialen Berufen müssen unterstützt werden, damit die Ausbeutung – die oft zugleich eine Selbstausbeutung ist – abgestellt wird“, umreißt Schacht ihren Standpunkt. Ihr geht es nicht allein um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Sozialbereich, sondern auch um bessere Lebensbedingungen für die KlientInnen: „Kinder, Geflüchtete, behinderte Menschen, Benachteiligte, all jene die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, für sie setzen wir uns gemeinsam ein. Unser Ziel ist ein fortschrittliches Sozial- und Gesundheitssystem für alle!“</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wahlen</h4>



<p>Die IG-Wahlen in der Gewerkschaft GPA haben bereits am 24. Oktober begonnen und enden am 20. November. Puchberger, Schacht und Willner appellieren an alle IG-Mitglieder, ihr demokratisches Wahlrecht rechtzeitig bei der Online-Wahl wahrzunehmen: „Wir rufen alle auf: Beteiligt euch an der Wahl und gebt rechtzeitig eure Stimme ab!“</p>



<p>Warum es so wichtig ist, zu wählen? „Wir brauchen Unterstützung, ohne Rückendeckung durch unsere Mitglieder haben wir zu wenig Durchsetzungskraft!“ bringt es Manuela Willner auf den Punkt. „Wenn niemand wählen geht, kann sich nichts ändern“, pflichtet Puchberger ihr bei. Sie findet daher: „Sich einzubringen bringt uns weiter!“ Und Selma Schacht betont: „Die IGs sind basisdemokratische und fraktionsunabhängige Strukturen in der GPA, die alle Mitglieder durch die Beteiligung an der Wahl unterstützen sollten!“</p>



<p>Wem die gemeinsamen Interessen seiner Berufsgruppe ein Anliegen sind, ist daher eingeladen, die neuen Ausschussmitglieder seiner Interessengemeinschaft zu wählen. Die Wahlen laufen noch bis zum 20. November, höchste Zeit also, seine Stimme abzugeben!</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">5 Interessengemeinschaften in der GPA</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>IG External – Die Interessengemeinschaft für alle, die viel oder überwiegend außerhalb des Betriebes arbeiten</li>



<li>IG Social – Die Interessengemeinschaft für Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen</li>



<li>IG Flex – Die Interessengemeinschaft für Menschen mit atypischen Beschäftigungen</li>



<li>IG IT – Die Interessengemeinschaft für Menschen in IT-Berufen</li>



<li>IG Professional – Die Interessengemeinschaft für Führungskräfte und FachexpertInnen</li>
</ul>



<p>Mehr zur IG IT und zur IG Professional findest du <a rel="noreferrer noopener" href="https://kompetenz-online.at/2022/09/07/mach-mit-bei-den-gpa-interessengemeinschaften/" target="_blank" aria-label="hier (öffnet in neuem Tab)">hier</a>!</p>
</div></div>



<p></p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<h4 class="wp-block-heading">Wähle deine VertreterInnen im neuen IG-Ausschuss auf www.interesse.at</h4>



<p>Wir von der Gewerkschaft GPA laden dich ein, die neuen Ausschussmitglieder deiner Interessengemeinschaft zu wählen! Nutze dein demokratisches Recht und bestimme selbst deine Vertretung! Eine hohe Wahlbeteiligung gibt deiner IG mehr Durchsetzungskraft!</p>



<p>Die Vorstellung der KandidatInnen mit ihren Beiträgen zum Gelingen des engagierten Arbeitsprogramms findest du als <a href="https://www.gpa.at/die-gpa/interessengemeinschaften" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="pdf-Folder (öffnet in neuem Tab)">pdf-Folder</a> zum Download.</p>



<p>Noch Fragen? Du kannst dich jederzeit gerne an das IG-Team unter <a href="mailto:interesse@gpa.at" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="interesse@gpa.at (öffnet in neuem Tab)">interesse@gpa.at</a> wenden. Wir helfen dir gerne weiter!</p>
</div></div>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arbeiten darf nicht arm machen</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/09/05/arbeiten-darf-nicht-arm-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andrea Rogy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 14:31:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2022/03]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[amtliches Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Teuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Teuerungswelle]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=18771</guid>

					<description><![CDATA[Beschäftigte, die ihr Privatauto im Job nutzen müssen, können sich angesichts der extrem hohen Benzinpreise das Arbeiten bald nicht mehr leisten. Die Gewerkschaft GPA fordert daher eine sofortige Anhebung des amtlichen Kilometergeldes von 42 auf 60 Cent pro Kilometer.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18772" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/09/Andrea-Fritz_8984.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Andrea Fritz ist mobile Heimhilfe in Wien. Auf dem Weg zu KlientInnen legt sie jedes Monat 500 bis 600 km mit ihrem privaten Auto zurück.</strong><br>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p><strong>Beschäftigte, die ihr Privatauto im Job nutzen müssen, können sich angesichts der extrem hohen Benzinpreise das Arbeiten bald nicht mehr leisten. Die Gewerkschaft GPA fordert daher eine sofortige <a href="https://www.gpa.at/themen/steuern-und-wirtschaft/teuerungspaket-keine-erhoehung-kilometergeld" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Anhebung des amtlichen Kilometergeldes von 42 auf 60 Cent pro Kilometer. (öffnet in neuem Tab)">Anhebung des amtlichen Kilometergeldes von 42 auf 60 Cent pro Kilometer.</a></strong></p>



<span id="more-18771"></span>



<p>„Die Kosten für Treibstoffe, aber auch für Wohnen, Grundnahrungsmittel und Energie steigen seit Monaten“, kritisiert GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. Durch die rapiden Preisanstiege sei die Schmerzgrenze für die ArbeitnehmerInnen längst erreicht, das Leben werde für viele Beschäftigte unleistbar: „Die hohen Spritkosten sind durch das Kilometergeld längst nicht mehr abgedeckt. Das Kilometergeld muss dringend angehoben werden.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wenn es teurer wird, seine Beschäftigten mit dem Privatauto herumzuschicken, dann macht es vielleicht für immer mehr Arbeitgeber Sinn, stattdessen das Klimaticket zu bezahlen.&#8220;</p><cite>Barbara Teiber</cite></blockquote>



<p>Seit 14 Jahren, also seit 2008 wurde das amtliche Kilometergeld nicht mehr an die <a href="https://kompetenz-online.at/2022/05/24/wirtschaftsbegriffe-so-erklaert-dass-auch-normale-menschen-sie-verstehen/" aria-label="Inflation">Inflation</a> angepasst. Für die Betroffenen bedeutet dies aufgrund der massiv gestiegenen Preise tausende Euro an Mehrkosten, die nicht abgegolten wurden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eine Erhöhung ist längst überfällig</h4>



<p>Barbara Teiber befürchtet, dass die Beschäftigten im wahrsten Sinne des Wortes draufzahlen: „Arbeiten darf nicht arm machen. Es ist unverständlich und ungerecht, dass die Spritpreise und die Erhaltungskosten für ein Auto explodieren, die Regierung das Kilometergeld aber unverändert lässt.“</p>



<p>Befürchtungen, eine Anhebung des Kilometergeldes könnte ein Anreiz zur stärkeren Nutzung des Autos sein, teilt Teiber nicht: Wenn das Kilometergeld steigt, wird es für Dienstgeber attraktiver, andere Arten der Mobilität, beispielsweise die Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, zu fördern. Die GPA-Chefin sieht hier auch einen ökologischen Anreiz für ein höheres Kilometergeld: „Wenn es teurer wird seine Beschäftigten mit dem Privatauto herumzuschicken, dann macht es für vielleicht für immer mehr Arbeitgeber Sinn, stattdessen das Klimaticket zu bezahlen.“ Ab einem jährlichen Weg von 1.825 Kilometern würde sich nach der Anhebung des Kilometergelds das Umsteigen auf Öffis mit dem Klimaticket rentieren.</p>



<p>Viele Menschen sind in ihrem Arbeitsalltag auf die Nutzung des eigenen Autos angewiesen. Sie könnten ihren Job ohne Auto gar nicht ausüben. Das Kilometergeld soll ihre Aufwände für Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers abgelten. Wenn das Kilometergeld nicht mit der Teuerung steigt, dann führt das dazu, dass Beschäftigte mit ihren PKW-Kosten den Arbeitgeber unterstützen. Dazu kommt, dass im Kilometergeld nicht nur die Spritpreise, sondern auch Kosten für Werkstatt oder Service mit eingepreist sind: „Die Teuerungswelle der letzten Monate hat für die betroffenen Berufsgruppen zu massiven Mehrkosten geführt. Eine Anhebung auf 60 Cent entspräche dem PKW-Index seit 2008, also jenem Teil der Inflation, der sich auf das Auto bezieht“, erklärt Teiber.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mobile Pflege besonders betroffen</h4>



<p>Eine Branche, in der viele auf das Auto angewiesen sind, ist <a href="https://kompetenz-online.at/2022/02/23/taeglich-ankaempfen-gegen-den-personalmangel/" aria-label="die mobile Pflege und Betreuung">die mobile Pflege und Betreuung</a>: Eine Öffi-Nutzung ist hier oft nicht rentabel. Die <a href="https://kompetenz-online.at/2022/04/07/in-flaechenbezirken-wiens-aufs-auto-angewiesen/" aria-label="weiten Wege in den Flächenbezirken in Wien">weiten Wege in den Flächenbezirken in Wien</a> aber auch in ländlichen Regionen sind ohne Auto gar nicht zurücklegbar. Dazu kommt, dass die Pflegekräfte auch Material transportieren müssen.</p>



<p>Für Andrea Fritz, die als mobile Heimhilfe in Wien arbeitet, sind die gestiegenen Benzinkosten eine spürbare und langfristig nicht verkraftbare Belastung: „Ich bin beruflich viel unterwegs, rund 500 bis 600 Kilometer muss ich pro Monat zurücklegen um zu meinen KlientInnen zu kommen. Ein- bis zweimal pro Monat muss ich tanken, das hat früher rund 45 Euro gekostet, jetzt sind es 64 Euro. Das ist spürbar!“</p>



<p>Fritz kann sich ihre Wege nicht aussuchen, die zu betreuenden Menschen wohnen in ganz Wien verstreut: „Ich wohne im 14. Bezirk, wenn ich von dort in den 23. Bezirk fahren muss und danach in den 21., dann sind das schon gewaltige Strecken.</p>



<p>Das Gehalt der alleinerziehenden Mutter eines Teenagers wird aufgrund der <a href="https://kompetenz-online.at/2022/05/24/was-man-jetzt-gegen-die-teuerung-tun-muss/" aria-label="aktuellen Teuerungen">aktuellen Teuerungen</a> knapp: „Die steigenden Benzinpreise wurden gar nicht berücksichtigt und sind für mich eine gehörige finanzielle Belastung.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wir verzichten auf einiges, kaufen weniger Kleidung und günstige Lebensmittel ein. Das ist nicht schön.&#8220;</p><cite>Andrea Fritz</cite></blockquote>



<p>Trotz der Mehrbelastung kann Fritz auf das Auto nicht verzichten, die vielfältigen Wege wären mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu bewältigen, zum zeitigen Dienstbeginn fährt teilweise gar kein Bus in die entlegenen Regionen der Stadt.: „Ich bin auf das Auto angewiesen. Ich habe einiges an Material dabei, Verbandszeug, Patschen und einen Rucksack. Viele Wohnorte in den Randbezirken sind öffentlich kaum oder gar nicht erreichbar. Da müsste ich all meine Sachen dann noch durch die ganze Stadt schleppen.“<br>Fritz muss also versuchen, mit <a href="https://kompetenz-online.at/2022/08/29/und-der-lange-winter-der-kommt-ja-erst/" aria-label="weniger Geld über die Runden zu kommen">weniger Geld über die Runden zu kommen</a>, das monatliche Budget ist durch die hohen Spritkosten stark belastet: „Wir verzichten auf einiges, kaufen weniger Kleidung und günstige Lebensmittel ein. Das ist nicht schön.“</p>



<p>Auch auf Erspartes musste die Familie bereits zurückgreifen: „Sonst geht sich das Leben nicht mehr aus.“ Besuche in Restaurants sind für die 55-Jährige aktuell nicht möglich: „Das ist finanziell einfach nicht drinnen, wir kochen immer selbst.“</p>



<p class="rotebox">Du möchtest auch, dass die Regierung endlich etwas gegen die Teuerung unternimmt? Dann komm zur Demo am 17.9.2022. Alle Infos dazu findest auf der <a href="https://preiserunter.oegb.at/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Website des ÖGB. (öffnet in neuem Tab)">Website des ÖGB.</a></p>



<h4 class="wp-block-heading">Das könnte dich auch interessieren:</h4>



<ul class="wp-block-list"><li>Die Mitbegründerin des Moment-Instituts, die Politologin Barbara Blaha spricht im <a href="https://kompetenz-online.at/2022/08/29/und-der-lange-winter-der-kommt-ja-erst/" aria-label="Interview">Interview</a> über die Folgen der Inflation und was man dagegen tun muss.</li><li>Ökonom Robin Perner von der GPA erklärt <a href="https://kompetenz-online.at/2022/05/24/wirtschaftsbegriffe-so-erklaert-dass-auch-normale-menschen-sie-verstehen/" aria-label="wichtige Wirtschaftsbegriffe">wichtige Wirtschaftsbegriffe</a> so, dass sie auch für Laien gut verständlich sind. </li><li>Hier haben wir zusammengefasst, was man jetzt <a href="https://kompetenz-online.at/2022/05/24/was-man-jetzt-gegen-die-teuerung-tun-muss/" aria-label="gegen die Teuerung">gegen die Teuerung</a> tun muss. </li><li>Ökonom und Leiter der GPA-Grundlagenabteilung David Mum widerlegt die häufigsten <a href="https://kompetenz-online.at/2022/06/07/faktencheck-mythen-ueber-die-millionaerssteuer/" aria-label="Mythen über eine Millionärssteuer">Mythen über eine Millionärssteuer</a>. </li><li>Betriebsratsvorsitzender der Caritas Socialis Roman Gutsch erklärt, warum die Beschäftigten in der mobilen Pflege eine<a href="https://kompetenz-online.at/2022/04/07/in-flaechenbezirken-wiens-aufs-auto-angewiesen/" aria-label="Erhöhung des amtlichen KM-Gelds"> Erhöhung des amtlichen KM-Gelds</a> brauchen. </li></ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„In Flächenbezirken Wiens aufs Auto angewiesen“</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/04/07/in-flaechenbezirken-wiens-aufs-auto-angewiesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2022 12:44:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2022/01]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuung]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas Sozialis]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[mobile Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[mobile Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Gutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Ukrainekrise]]></category>
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					<description><![CDATA[Beschäftigte in der mobilen Pflege könnten ihre Zeitpläne in einigen Gegenden Wiens nicht einhalten, würden sie nicht ihren privaten Pkw benutzen, sagt Roman Gutsch, Betriebsratsvorsitzender des mobilen Bereichs der CS Caritas Socialis. Daher sei die Kampagne, die sich für eine Erhöhung des Kilometergeldes einssetzt, so wichtig.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18284" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/04/Roman-Gutsch_7811.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption><strong>Roman Gutsch ist Betriebsratsvorsitzender bei der Caritas Socialis und unterstützt die Forderung nach einem höheren Kilometergeld.</strong><br>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p><strong>Beschäftigte in der mobilen Pflege könnten ihre Zeitpläne in einigen Gegenden Wiens nicht einhalten, würden sie nicht ihren privaten Pkw benutzen, sagt Roman Gutsch, Betriebsratsvorsitzender des mobilen Bereichs der CS Caritas Socialis. Daher sei die Kampagne, die sich für eine Erhöhung des Kilometergeldes einssetzt, so wichtig.</strong></p>



<span id="more-18283"></span>



<p>Grundsätzlich müsse vor allem der öffentliche Verkehr forciert werden, betont Gutsch. Deshalb fahre der Betriebsrat der CS Caritas Socialis auch mit dem Zug zu jeder Klausur. Aber man müsse den Realitäten ins Auge sehen. „Wir haben einen anhaltenden Personalmangel, dazu kommen die Ausfälle durch Corona. Die KollegInnen sind überplant und es gibt Bezirke, in denen sie die Strecken zwischen ihren Hausbesuchen zeitlich nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr schaffen. Sie sind auf ihr Auto angewiesen.“ In innerstädtischen Lagen seien die Wege oft zu Fuß oder mit den Wiener Linien rasch zu machen. Aber in Flächenbezirken wie der Donaustadt, Liesing, Teilen Hietzings und Penzings sei es schwierig.</p>



<p>Besonders virulent sei das Problem mit der flächendeckenden Einführung des Parkpickerls in Wien geworden, erklärt Gutsch. Mit dem amtlichen Kilometergeld würden bei der Nutzung eines privaten Pkw für dienstliche Zwecke nicht nur der Wertverlust des Autos, Reparaturen oder Mautgebühren, sondern auch Parkgebühren abgegolten. Hier seien mobile Pflegekräfte daher nun mit Mehrkosten konfrontiert, die sie angesichts des niedrigen Lohnniveaus und häufiger Teilzeitbeschäftigung stark spüren. Seitens des Arbeitgebers die Parkgebühren zu bezahlen, löse das Problem auch nicht gänzlich: „Wenn beispielsweise Tagespauschalkarten übernommen werden, dann ist das eine Überzahlung über das amtliche Kilometergeld und das muss dann über das Lohnkonto abgerechnet werden – es werden also Lohnsteuer und Sozialversicherung fällig.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Manche KollegInnen müssen überlegen, ob sie nun das Service für das Auto oder ihre Miete zahlen. &#8220;</p><cite>Roman Gutsch</cite></blockquote>



<p>Geholfen werden könnte den mobilen Pflegekräften nun daher vor allem mit einem: mit der Anhebung des Kilometergeldes, das derzeit 42 Cent beträgt und ohnehin seit 14 Jahren nicht mehr angehoben worden sei. Die GPA fordert hier einen Betrag von 60 Cent pro Kilometer. Was für manchen wie Peanuts klinge, sei für seine KollegInnen teils existenzbedrohend, gibt Gutsch zu bedenken. „Manche KollegInnen müssen überlegen, ob sie nun das Service für das Auto oder ihre Miete zahlen.“</p>



<p>Arbeitgeber würden ohnehin nur das abgelten, was im Kollektivvertrag festgeschrieben sei. Das Kilometergeld sei aber eben im Kollektivvertrag verankert – daher wäre dies ein guter Hebel, um einerseits die HauskrankenpflegerInnen finanziell etwas zu entlasten, andererseits aber auch zu gewährleisten, dass die mobile Pflege auch in Bezirken wie dem 22. oder 23. weiter funktioniert. Denn, gibt Gutsch zu bedenken: wegen des großen Zeitdrucks würden die hier Beschäftigten keine wirklichen Pausen machen, sondern auf den Wegen zwischen den PatientInnen rasch etwas trinken oder essen. Das sei aber Covid-bedingt wegen der Maskenpflicht derzeit schwierig, wenn man öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Das Auto werde für viele daher auch zum Rückzugsbereich zum kurz Verschnaufen.</p>



<div class="wp-block-group rotebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Petition des ÖGB &#8211; Preise runter</h4>



<p>Die Kosten für Energie und Mobilität explodieren und drängen viele Menschen an den Rand des finanziellen Ruins. Der ÖGB fordert von der Bundesregierung Maßnahmen, die Menschen entlasten.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Preise für Energie und Treibstoff senken!</li><li>Kilometergeld auf 60 Cent erhöhen!</li><li>Mehrwertsteuer auf Öffi-Zeitkarten streichen!</li></ul>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://preiserunter.oegb.at/" target="_blank" aria-label="Unterschreibe jetzt. (öffnet in neuem Tab)">Unterschreibe jetzt. </a></p>
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		<title>Täglich ankämpfen gegen den Personalmangel</title>
		<link>https://kompetenz-online.at/2022/02/23/taeglich-ankaempfen-gegen-den-personalmangel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexia Weiss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2022 11:01:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Betriebsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Alexia Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas]]></category>
		<category><![CDATA[Caritas Socialis]]></category>
		<category><![CDATA[Hauskrankenpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Kilometergeld]]></category>
		<category><![CDATA[mobile Dienste]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Gutsch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kompetenz-online.at/?p=18108</guid>

					<description><![CDATA[Als prekär bezeichnet Roman Gutsch die Personalsituation im Bereich der mobilen Krankenpflege in Wien. Zum ohnehin schon bestehenden Personalmangel gesellen sich nun massive Ausfälle durch Covid-bedingte Quarantänen. Der Betriebsratsvorsitzende des mobilen Bereichs der CS Caritas Socialis setzt sich sowohl für die konkreten Anliegen seiner KollegInnen als auch generelle gewerkschaftliche Anliegen ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18111" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7980.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<p><strong>Als prekär bezeichnet Roman Gutsch die Personalsituation im Bereich der mobilen Krankenpflege in Wien. Zum ohnehin schon bestehenden Personalmangel gesellen sich nun massive Ausfälle durch Covid-bedingte Quarantänen. Der Betriebsratsvorsitzende des mobilen Bereichs der CS Caritas Socialis setzt sich sowohl für die konkreten Anliegen seiner KollegInnen als auch generelle gewerkschaftliche Anliegen ein.</strong></p>



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<p>Wo drückt der Schuh im Moment am meisten? Zum einen bei der Personalsituation. „Dienstplanstabilität ist ein Riesenthema“, erzählt Gutsch. Dienstpläne seien im Sozial- und Pflegebereich grundsätzlich instabil. In der mobilen Pflege sei die Lage darüberhinaus sehr dynamisch: KlientInnen könnten jederzeit entweder ins Spital kommen oder bräuchten intensivere Pflege. Dazu komme eben der generelle Personalmangel. Im Bereich der mobilen Pflege der Caritas Socialis in Wien gebe es 340 Stellen – doch 25 seien derzeit unbesetzt. „Gleichzeitig sind derzeit 40 KollegInnen auf Grund der Omikron-Welle in Absonderung oder Sonderbetreuungszeit oder selbst erkrankt.“</p>



<p>Anders als in anderen Bereichen im Gesundheitsbereich, wo im Team gearbeitet wird, kommt allerdings in der mobilen Pflege eine Pflegekraft auf eine/n KlientIn. „Das führt dazu, dass KollegInnen ungefragt über den Dienstplan eingeteilt werden und die KoordinatorInnen in so großem Stress sind, dass sie nicht einmal die Zeit haben entsprechend der Betriebsvereinbarung die Betroffenen vorher anzurufen. Das löst extremen Unmut aus. Da stehen KollegInnen im Dienstplan und das kollidiert mit privaten Terminen, rufen dann an und kommen nicht einmal durch.“ Er versuche dann zu vermitteln und Lösungen zu finden. Und das Tag für Tag.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Mit dem Privatauto zu den PatientInnen</h4>



<p>Aktuell sieht sich Gutsch aber auch noch mit einem anderen großen Problem konfrontiert: der Ausweitung des Parkpickerls auf alle Wiener Bezirke. In manchen Flächenbezirken seien die Wege zwischen den zu betreuenden PatientInnen zu lang, um diese zeiteffizient und im Sinn einer qualitativen Pflege öffentlich zurückzulegen. Die dort eingesetzten Pflegekräfte fahren daher großteils mit dem eigenen Pkw. Allerdings bringt das Parkpickerl hier nun zum Beispiel in der Donaustadt massive Mehrkosten, die nicht abgegolten werden. Warum? Durch das Kilometergeld gelten auch Parkkosten als abgegolten. Real entstehen hier für Betroffene Mehrkosten. Gutsch setzt sich daher in der GPA aktuell für die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.derstandard.at/story/2000133419602/gewerkschaft-fordert-hoeheres-kilometergeld-und-begruendet-das-auch-oekologisch" target="_blank" aria-label="Initiativ (öffnet in neuem Tab)">Initiativ</a><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.derstandard.at/story/2000133419602/gewerkschaft-fordert-hoeheres-kilometergeld-und-begruendet-das-auch-oekologisch" target="_blank" aria-label="e (öffnet in neuem Tab)">e</a><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.derstandard.at/story/2000133419602/gewerkschaft-fordert-hoeheres-kilometergeld-und-begruendet-das-auch-oekologisch" target="_blank" aria-label="zur Erhöhung des Kilometergeldes (öffnet in neuem Tab)"> zur Erhöhung des Kilometergeldes</a> ein. Derzeit beträgt dieses 42 Cent pro Kilometer, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.openpetition.eu/at/petition/online/anhebung-amtliches-km-geld" data-type="URL" data-id="https://www.openpetition.eu/at/petition/online/anhebung-amtliches-km-geld" target="_blank" aria-label="gefordert wird nun eine Anhebung auf 60 Cent (öffnet in neuem Tab)">gefordert wird nun eine Anhebung auf 60 Cent</a>. Wobei Gutsch hier durchaus gespalten ist: grundsätzlich müsse der öffentliche Verkehr forciert werden. Andererseits gelte es aber eben Lebens- und auch Berufsrealitäten zu beachten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Und da sagen einige, ich bin jetzt 55, ich habe bereits einen Bandscheibenvorfall, wenn ich nun auch noch öffentlich fahren muss, dann schaffe ich das nicht mehr.“</p><cite>Roman Gutsch</cite></blockquote>



<p>Eine dieser Realitäten ist die große Arbeitsverdichtung für jene Pflege- und Betreuungskräfte, die im Einsatz sind. Eine andere, dass der aktuelle Personalnotstand sich ohne Gegensteuern noch weiter vergrößern wird, da bis 2039 70.000 Pflegekräfte in Pension gehen. Das bedeute aber auch, dass das Durchschnittsalter der KollegInnen in der mobilen Pflege von Jahr zu Jahr steige, gibt Gutsch zu bedenken. „Und da sagen einige, ich bin jetzt 55, ich habe bereits einen Bandscheibenvorfall, wenn ich nun auch noch öffentlich fahren muss, dann schaffe ich das nicht mehr.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Im Grund sind zwei Drittel des Lebens für den Arbeitgeber verplanbar.&#8220;</p><cite>Roman Gutsch</cite></blockquote>



<p>Wie aber kann man nun seiner Meinung nach dem Personalmangel bekommen? In der Hauskrankenpflege sei die Situation besonders prekär, da die vielen geteilten Dienste zu einer zusätzlichen Arbeitsbelastung führen: die Teilung der Tagesarbeitszeit in zwei Blöcke verdopple die Arbeitswege. „Man hat das Gefühl, nur noch für die Arbeit unterwegs zu sein.“ Dazu werde eine hohe Flexibilität gefordert, was es schwermache, Privat- und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen. „Wir haben eine Rahmenarbeitszeit von Montag bis Sonntag von 6 bis 22 Uhr – im Grund sind zwei Drittel des Lebens für den Arbeitgeber verplanbar. Die Normalarbeitszeit kann außerdem sehr stark ausgedehnt werden“, so Gutsch. Innerhalb der Branche seien daher Jobs etwa in Tageszentren oder im stationären Bereich beliebter.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-1024x683.png" alt="" class="wp-image-18112" srcset="https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-1024x683.png 1024w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-300x200.png 300w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-150x100.png 150w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-768x512.png 768w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-600x400.png 600w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-720x480.png 720w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724-272x182.png 272w, https://kompetenz-online.at/wp-content/uploads/2022/02/Roman-Gutsch_7724.png 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: Nurith Wagner-Strauss</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Mehr Ausbildungsplätze und mehr Gehalt</h4>



<p>Wer das Problem Personalnotstand nachhaltig angehen möchte, müsse daher mehr Ausbildungsplätze schaffen, vor allem aber die Arbeitsbedingungen verbessern und die Entlohnung erhöhen. „Derzeit stimmen Gehalt und Anerkennung nicht mit dem überein, was körperlich und psychisch geleistet werden muss.“ Das sei allerdings seit Jahren bekannt – und nichts passiere. „Wir haben nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf.“ Fünf nach zwölf ist auch der Titel einer Aktion, mit dem das Gesundheitspersonal bereits im November auf seine mehr als angespannte Situation aufmerksam machte. Am Donnerstag, den 23.2.2022 sind erneut öffentlichkeitswirksame Proteste anberaumt: um 12.05 Uhr wird vor Gesundheitseinrichtungen auf die prekäre Arbeitssituation hingewiesen. Das Gesundheitspersonal möchte so seiner Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und fairer Bezahlung Nachdruck verleihen.</p>



<p>Es sind genau solche Fragen, die Gutsch überhaupt erst in die Betriebsratsarbeit gebracht haben. Er fing nach vielen unterschiedlichen beruflichen Stationen 2005 in der CS Caritas Socialis als Verwaltungskraft zu arbeiten an. Dabei koordinierte er ein mobiles Pflegeteam und bemühte sich dabei, die Dienstplanwünsche der KollegInnen so gut als möglich zu berücksichtigen. Das scheint Anerkennung in der KollegInnenschaft gefunden zu haben, meint er rückblickend. Denn 2010 wurde er nach dem überraschenden Tod der Betriebsratsvorsitzenden zum neuen Betriebsratschef gekürt. Seitdem ist er für diese Tätigkeit vom Arbeitgeber freigestellt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Arbeit musss sinnstiftend sein</h4>



<p>Grundsätzlich ist Gutsch überzeugt und das treibt ihn auch an: es gibt Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit. Dort, wo Arbeit passiere, auf der betrieblichen Ebene, müsste auch die Durchsetzung der Interessen von ArbeitnehmerInnen passieren. Da gehe es einerseits eben um Arbeitsbedingungen, andererseits um die Entlohnung, aber auch um andere Fragen. „Arbeit muss sinnstiftend sein, darf die Gesundheit nicht gefährden, muss ein Leben in Würde ermöglichen und ein finanzielles Auskommen sichern und es muss eine vernünftige soziale Einbettung geben.“ Als Betriebsratsvorsitzender versuche er hier im Sinn der MitarbeiterInnen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu wirken: etwa auch über Betriebsvereinbarungen. Aber auch als Mitglied des Verhandlungsteams für den Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich.</p>



<p>Leider seien viele Arbeitgeber in einem zu hohen Ausmaß an Profit orientiert, so Gutsch, aus dem bei diesem Thema auch der ehemalige Politikwissenschaftstudent hervorblitzt. Nach der Lehre zum Druckformentechniker, ein schon damals aussterbender Beruf, studierte er Publizistik und eben Politikwissenschaft, und zwar berufsbegleitend. Die CS Caritas Socialis arbeite allerdings nicht profitorientiert, betont Gutsch, das findet er auch wichtig. „Pflegeeinrichtungen, die profitorientiert arbeiten, halte ich für problematisch.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> „Mitbestimmung ist wichtig. Und dafür muss auch immer wieder das Bewusstsein geschärft werden.“</p><cite>Roman Gutsch</cite></blockquote>



<p>Und wie er seine Funktion als Betriebsrat sieht? Wichtig sei eine Vertrauensbasis mit der Geschäftsführung, was konstruktive und für beide Seiten wichtige Projekte erst ermögliche. Gleichzeitig habe er aber auch das Selbstverständnis, hier konstruktive Gegenarbeit zu leisten. „Der Betriebsratsvorsitzende ist kein Co-Manager“, betont Gutsch. Was ihm auch wichtig ist: über die Betriebsratswahlen auch im Unternehmen Demokratie erlebbar zu machen. „Mitbestimmung ist wichtig. Und dafür muss auch immer wieder das Bewusstsein geschärft werden.“</p>



<div class="wp-block-group blauebox"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Zur Person</h4>



<p><strong>Roman Gutsch</strong>, geb. 1973 in Mödling, zunächst Lehre zum Druckformentechniker, jedoch nie in den Beruf gegangen. An der Universität Wien Studium der Publizistik und Politikwissenschaft berufsbegleitend, viele Jahre in der Freizeitpädagogik tätig. Seit 2005 als Verwaltungskraft in der CS Caritas Socialis tätig, dabei Koordinator eines mobilen Pflegeteams. 2009 Karenz für seinen Sohn, ab 2010 Vorsitzender des Betriebsrats und freigestellt. Seit 2013 auch im KV-Verhandlungsteam der Sozialwirtschaft Österreich. Gutsch lebt mit seiner Partnerin, seinem Sohn und drei Katzen in Wien. Während der Pandemie hat die Familie ein neues Hobby entdeckt: Das touristische Entdecken der eigenen Stadt mit Übernachtungen im Hotel.</p>
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