Arbeiten am Limit

Eine ehemalige Elementarpädagogin hat sich bei uns gemeldet und uns aus der Seele gesprochen. Daher möchten wir ihren Kommentar zur anspruchsvollen Arbeit in den Kindergärten hier veröffentlichen.

Mein Name ist Marlies Gluske-Martini, Elementarpädagogin und Gestaltpädagogin. Ich bin zwar schon pensionierte Elementarpädagogin, dennoch und gerade um die bedeutungsvolle Arbeit meiner „Kolleginnen“ wert zu schätzen, möchte ich mich dem Ruf nach Anerkennung der Arbeit im Elementarpädagogischen Bereich unbedingt anschließen!

Seit Jahren arbeiten wir am Limit, sind Spontanentscheidungen der Politik ausgeliefert, ohne dass gefragt wird, wie die Umsetzung überhaupt gelingen kann!

Tagtäglich sind Spontanität und Organisationstalent von dringender Wichtigkeit – überlebenswichtig!!!! Die Gesundheit vieler Kolleginnen steht tagtäglich auf dem Prüfstand. Stress und Doppelbelastung tun das Ihrige dazu!

Die Schönheit dieses Berufs liegt in der Begegnung und Begleitung der Kinder, die uns anvertraut sind. Ihre Ehrlichkeit und bedingungslose Liebe sind Nahrung für uns und lassen uns so manche Bürden und ZUMUTUNGEN übersehen…Bedürfnisorientierung, die alle Beteiligten einschließt, wird daher immer wichtiger!

Dennoch gehört diese Arbeit an den Jüngsten der Gesellschaft gewürdigt, in dem das Lohnniveau gehoben und die Rahmen-Bedingungen verbessert werden. Auf die Grundsteine, die hier gelegt werden, baut die Zukunft der Kinder auf.

Das Schulsystem knüpft an das elementarpädagogische Lernen an. Wollen wir Wertschätzung in der Gesellschaft, ist es dringend notwendig, die Bedeutung dieses  gesellschaftlich relevanten Bereichs anzuerkennen!

Ich bin zwar in Pension, weil mir die gesellschaftspolitsche Entwicklung sehr am Herzen liegt, bin ich immer noch und sehr gerne, in Kindergärten tätig, um in von mir entwickelten Projekten die „gewaltfreie Kommunikation nach M. B. Rosenberg“ zu vermitteln – sowohl den dort arbeitenden Kindergärtnerinnen und Betreuerinnen, als auch den Kindern und Eltern. Daher bin ich immer noch am Laufenden und freu mich über die vielen herzliche Verbindungen und die gelingende tägliche Arbeit meiner jüngeren Kolleginnen. Hier auch ein großer Dank an die  Leiterinnen dieser Kindergärten, den Kindergärtnerinnen und deren Gemeinden, die diese Projekte unterstützen.

Tragfähige Veränderungen brauchen eine sichere und anerkannte Basis! Bildung und Wertschätzung von Anfang an, soll ab sofort die Devise sein!

Wir Kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen in den Kindergärten und Kindergruppen.
Kinder brauchen qualitativ hochwertige Betreuung, deshalb fordern wir:
– Einheitliche Regelungen für ganz Österreich
– Eine bessere finanzielle Ausstattung für die Kinderbetreuung
– Ausreichende Vor- und Nachbereitung
– Einen besseren Erwachsenen-Kind-Schlüssel in den Gruppen
Wenn du unseren Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und mehr Ressourcen im Kindergarten unterstützen möchtest, dann kannst du unsere Petition unterzeichnen.

Die GPA hilft

GPA-Mitgliedern steht ein vielfältiges Beratungsangebot zu arbeitsrechtlichen Fragen zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können unter 050301-301 eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen.

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