Plädoyer für Arbeitszeitverkürzung

Plädoyer für Arbeitszeitverkürzung

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Claudia Sorger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei L&R Sozialforschung. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Arbeitsmarkt, Arbeitszeit und Gleichstellung.
Foto: Nurith Wagner-Strauss

Die Soziologin Claudia Sorger (L&R Sozialforschung) skizziert im Interview mit der KOMPETENZ die Rahmenbedingungen von Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich.

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Foto: Nurith Wagner-Strauss

„Der Wunsch nach mehr Freizeit wächst“

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Foto: Nurith Wagner-Strauss
Foto: Nurith Wagner-Strauss

Roland Schneider war langjähriger Mitarbeiter des Trade Union Advisory Committee bei der OECD in Paris und hat im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung eine Studie zu innovativer Arbeitszeitpolitik im Dienstleistungssektor erstellt. Wir haben ihn zu Arbeitszeitpolitik im europäischen Vergleich interviewt.

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Interview mit Famira Mühlberger: Unbezahlte Arbeitszeit

Interview mit Famira Mühlberger: Unbezahlte Arbeitszeit

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Ulrike Famira-Mühlberger, WIFO (c)dewi

Im Vorjahr fielen insgesamt mehr als 68 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden an. Die Kompetenz sprach mit WIFO-Expertin Ulrike Famira-Mühlberger über die Ursachen und Auswirkungen unbezahlter Überstunden.

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Allzeit bereit, allzeit gestresst (c) N.Wagner-Strauss

Arbeitsrecht: Allzeit bereit, ständig gestresst

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Allzeit bereit, allzeit gestresst (c) N.Wagner-Strauss
Allzeit bereit, allzeit gestresst (c) N.Wagner-Strauss

Der technische Fortschritt erleichtert uns den Arbeitsalltag. Es spart Zeit, wichtige E-Mails via Smartphone auch mal in der U-Bahn abzurufen oder Fakten mittels mobilem Internet auch abseits des Arbeitsplatzes checken zu können. Doch Flexibilität und ständige Erreichbarkeit drängen viele Beschäftigte immer stärker in die Belastungsfalle. Allzeit erreichbar und dauernd einsatzbereit zu sein stresst die Menschen und belastet die Gesundheit.

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Vorsorge zahlt sich aus (c) Fotolia

Gesundheitsvorsorge zahlt sich aus

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Vorsorge zahlt sich aus (c) Fotolia
Vorsorge zahlt sich aus (c) Fotolia

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das gilt ganz besonders für die Gesundheitsvorsorge. Dennoch schöpft die Prävention in Österreich ihre Möglichkeiten nicht aus.

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Jugend am Werk (c) Nurith Wagner-Strauss

Sozialwirtschaft: Mangelnde Anerkennung

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Jugend am Werk (c) Nurith Wagner-Strauss
Jugend am Werk (c) Nurith Wagner-Strauss

Die Beschäftigten nach dem Kollektivvertrag der Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- & Sozialberufe (BAGS-KV) wünschen sich vor allem eines: eine angemessene Entlohnung.

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Mutterschutz für Freie Dienstnehmerinnen

Arbeitsrecht: Mutterschutz für freie DienstnehmerInnen

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Mutterschutz für Freie Dienstnehmerinnen
Mutterschutz für Freie Dienstnehmerinnen

Freie Dienstnehmerinnen haben Anspruch auf Kindergeld, nicht jedoch auf die Schutzbestimmungen aus dem Mutterschutzgesetz. Sie in die gesetzlichen Regelungen einzubeziehen fordert daher die Gewerkschaft.

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Burn-out

Ausgebrannt und müde

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Burn-out
Burn-out

Burn-out. Auf einmal wird der Alltag zum Albtraum, der Beruf  zur Qual und jede Aufgabe zu einer enormen Belastung. Ein Erfahrungsbericht.

Du und Burn-out? Nein, du bist doch intelligent. Hast du das nicht kommen sehen?“ war die Reaktion einer Journalisten-Kollegin. Nein, ich sah es nicht kommen. Die Burn-out-Spirale begann sich zu drehen, als ich in der Arbeit sehr motiviert war. Dann habe ich meine eigenen Bedürfnisse, mein Privatleben und meine Hobbys vernachlässigt.

Fehlende Anerkennung

Oft habe ich mir in den letzten Monaten die Frage gestellt, wie alles begann. Am Arbeitsplatz fehlte es an Anerkennung. Der Chef ein Rechthaber, der kein Feedback wollte und Mitarbeiterführung nur vom Hörensagen kannte. Die letzte Gehaltserhöhung lag Jahre zurück, die Aufstiegsmöglichkeiten bei Null, dafür wuchs der Stress mit jedem Tag ein bisschen mehr. Proportional dazu verringerte sich die Zeit für Recherche und Redigieren, und das Schreiben wurde von Quantität und nicht von Qualität beherrscht.

Interviewkoordination, Abgabetermine, Zeitdruck, Großraumbüro und Hektik. Stress gehört wohl zum Journalismus. Aber Stress ist nicht gleich Burn-out. Diese Phase kommt erst, wenn die Unternehmenskultur und die Vorgesetzten „mitspielen“. Burn-out ist eine Krankheit, die auf Managementfehler, auf schlechte Mitarbeiterführung und überforderte Chefs schließen lässt. Dies ist auch der zentrale Unterschied zu einer „klassischen“ Depression.

Ungleichgewicht

Ein wesentlicher Faktor, um in ein Burn-out zu rutschen, ist auch das Fehlen eines Ausgleichs. Ich wollte beweisen, dass ich all die beruflichen Stressfaktoren verändern kann. Wenn ich mehr arbeite, noch mehr recherchiere, Wochenenddienste mache, dann muss doch einfach die Anerkennung kommen, die mir zusteht. Und natürlich auch das Geld. Doch das war leider nicht der Fall.

Als Entschädigung will man seiner Familie noch mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Dabei vergaß ich noch weiter auf mich selbst. Und irgendwann sagte der Körper dann dem Geist, dass es nun einfach nicht mehr geht.

Ich vergaß Termine und Namen – für einen Journalisten eine echte Tragödie – war schlecht gelaunt, müde, abgespannt und verzweifelt. Einige Monate konnte ich noch arbeiten, aber dann war das Ende erreicht. Es folgten zahlreiche Arztbesuche, Therapeutentermine, Anti-Depressiva und ein Kampf und Krampf über Monate, um endlich wieder arbeiten zu können.

Komplett aussteigen

Eine wesentliche Besserung trat erst ein, als ich nicht mehr an die Arbeit dachte. Mich komplett aus allem herausgenommen hatte, keine E-Mails mehr las und keine Telefonate mehr führte. Vier Monate ohne Arbeit, drei Wochen Kur, in der es nur um mich und meinen Körper ging, große Unterstützung von Seiten der Familie und Freunde. All dies hat mir geholfen aus der Burn-out-Spirale herauszukommen. Ich habe mich neu entdeckt, weiß jetzt um meine Grenzen und Wünsche und habe neue Ziele und Pläne. Es geht mir wieder gut.

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